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Cassettendeck Zucken Abwickel-Spule

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Searge69
Stammgast
#1 erstellt: 03. Mai 2012, 13:13
Hallo,

ich habe ein frisch erworbenes Cassettendeck Telefunken TC-450-M, etwa von 1980.
Es funktioniert gut. Dennoch sind mit zwei Dinge aufgefallen.

Ich höre jetzt nach und nach in alle meinen alten Cassetten rein. Wenn das Band etwa in der Mitte steht, ist beim Abspielen nichts auffällig. Wenn ich allerdings das Band zurückspule und das Band fast vollständig auf der linken Spule ist ruckelt diese Spule beim Abspielen etwa im Sekundentakt etwas nach links. Das erzeugt dann ein leises Klack-Geräusch. Das ist auch so, wenn ich das Band vor der Wiedergabe vollständig zurückgespult habe. Das Klack-Geräusch ist beim Musikhören nicht zu hören und es beeinträchtigt auch die Wiedergabe nicht. Es ist bei allen 20 getesteten Cassetten so.
Weiß jemand woran das liegen könnte?

Ich habe mal eine Testaufnahme mit HighCom gemacht und auf 0 db ausgesteuert. Bei der Wiedergabe ist der Pegel dann etwas höher, etwa +3 db. Das sollte doch eigendlich nicht so sein, oder?
ronny332
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 03. Mai 2012, 16:05
Hallo,

das "Problem" kenne ich aus Kindheitstagen, und selbst meine beiden noch aktiven Sony Decks (ein 80er ES und ein 920er QS) machen es bei manchen Bändern.
Einen bewiesenen Grund kenne ich nicht, aber seit meiner Kindheit/Jugend glaube ich fest daran, dass die Spulen dank nicht 100 Prozentiger Passgenauigkeit "runterfallen". Sie bäumen sich während der Drehung leicht auf und rutschen dann wieder in die Nulllage zurück (das kann man sogar sehen).
Mich persönlich stört es in der Tat auch, aber da bei geschlossener Racktür davon nichts zu hören ist, versuche ich es zu ignorieren.

Falls meine mittlerweile 20 Jahre und ältere Meinung falsch sein sollte, bitte korrigieren. Das wäre dann einer meiner längsten Denkfehler überhaupt ;).
Searge69
Stammgast
#3 erstellt: 03. Mai 2012, 18:22
Hallo Ronny,

ja, ungefähr so wie du das beschreibst wirkt das auch auf mich. Also ist das wohl nicht so ungewöhnlich und deutet nicht auf einen Defekt hin. Ich denke ich werde es auch ignorieren wenn ich keine weiteren Informationen habe. Meine getesteten Bänder sind fast alle TDK SA-X von Ende der 80er gewesen und es war bei jeder Kassette so.
Bertl100
Inventar
#4 erstellt: 04. Mai 2012, 17:06
Hallo zusammen,

das Problem wurde schon richtig beschrieben. Fakt ist, dass die Zacken des Wickelkerns zum Umfang des Wickeldornes natürlich Spiel haben müssen. Einfach aus Gründen der Toleranzen. Sonst gäbe es Cassetten, wo der Dorn nicht reinpaßt!

Gute Geräte begegnen dem Problem folgendermaßen:

Die Stege auf den Dornen haben keine geraden Flanken, sondern die Stege haben "Rampen" an ihren Seiten.
Zusammen mit einer Abwickelbremse, die den Abwickeldorn bremsen zentriert sich dann der Bandwickel und kann nicht mehr "runterfallen". Diese Bremse muß sehr gleichmäßig bremsen.
Bei einfachen Geräten gibt es oft diese Bremse nicht oder nur eine, die kaum Drehmoment erzeugt.
Das Runterfallen erzeugt aber sehr wohl Gleichlaufschwankungen. Bei einem Sinuston oder langsamer Klaviermusik kann man jedes Fallen deutlich Hören.

Gruß
Bernhard
Searge69
Stammgast
#5 erstellt: 05. Mai 2012, 09:20
Hallo Bertl,

Danke für deine Informationen.
Mein Telefunken TC-450-M hat wohl diese Rampen, bzw. die Wickeldohrne sind fast dreieckig.
Auch fühlt sich der Abwickeldohrn, wenn man ihn von Hand dreht, relativ schwergängig an.
Aber vielleicht erzeugt die Bremse aufgrund des hohen Alters ein nicht gleichmäßiges Drehmoment. Der Abwickeldohrn bei meinem Sony WM-D-6C fühlt sich etwas leichtgängiger an.

Kann man zu den Pegelunterschieden zwischen Aufnahmeaussteuerung und Wiedergabe etwas sagen?
Bertl100
Inventar
#6 erstellt: 06. Mai 2012, 07:12
Hallo zusammen,

kanalgleich Pegelunterschiede kommen meist davon, dass einfach das verwendete Bandmaterial empfindlicher ist, als das, das zur Einmessung des Gerätes verwendet wurde.
Wäre es unempfindlicher, wäre der Pegel zu niedrig.

Es gibt ungefähr 1000 verschiedene Bandmaterialen, mit ungefähr 500 verschiedenen Eigenschaften.
Es ist daher eigentlich immer so, dass der Pegel oder die Vormagnetisierung nicht genau paßt.
Außer: man beschließt, man arbeitet ab heute mit - z.B. - ausschließlich TDK-SA, und läßt das Gerät darauf einmessen. Oder man nimmt ein Gerät, dass man von außen nachjustieren kann auf verschiedene Bandsorten.

Generell ist eine Tapedeck eine Consumerelektronik. Mit relativ hohen Gleichlaufschwankungen, deutlichen Pegelschwankungen (Aussetzer oder Drop-Outs), hohem Rauschen (ohne Dolby oder Highcom), usw.
Zudem ist die Pegelanzeige normalerweise nicht einmal ein Schätzeisen ... :-)
Wie viele LEDs sind denn zwischen 0dB und 3dB?

Gruß
Bernhard
Searge69
Stammgast
#7 erstellt: 06. Mai 2012, 08:28
Hallo,

mein Tapedeck hat keine LEDs für die Pegelanzeige sondern Zeigerinstrumente. Zwischen 0dB und +3dB sind da etwa 1/6 des Zeigerweges.
Ich weiß, dass ein Übersteuern der Aufnahme Verzerrungen verursacht. Tritt das auch auf, wenn zwar bei der Aufnahme korrekt ausgesteuert worden ist und dann bei der Wiedergabe der Pegel zu hoch ist?
Bertl100
Inventar
#8 erstellt: 06. Mai 2012, 09:53
Hallo Searge,

nun, üblicherweise wird so eine Einmessung mittels Korrektur des Aufnahmepegels ("Aufsprechstroms") durchgeführt. Die Wiedergabe wird mit einer Referenzcassette auf einen Referenzpegel eingestellt.
Gebräuchlich waren 200nWb/m und 250nWb/m aber auch gelegentlich 160nWb/m.

Willst du denn in nächster Zeit wirklich Aufnahmen erstellen mit dem Gerät, dass sich ein Einmessen lohnen würde? Hast du sowas schon mal gemacht?
Hat das Gerät Hinterbandkontrolle?

Gruß
Bernhard
Searge69
Stammgast
#9 erstellt: 06. Mai 2012, 11:37
Hallo Bertl,

der Rekorder hat keine Hinterbandkontrolle, er ist also ein einfaches 2-Kopf-Deck.

Aufnahmen würde ich vielleicht mal von besonderen Radiosendungen machen. Eine Aufnahme von höherwertigen Tonträgern wie LP oder CD wären vermutlich eher die Ausnahme. Da würde es mir auch nicht auf das letzte Quäntchen Klangqualität ankommen, sondern es reicht wenn es ohne auffällige Fehler klingt. Der Rekorder ist ja ein Oldtimer.

Eingemessen habe ich ein Tapedeck noch nie. Ich würde auch ungern nur eine Bandsorte benutzen wollen, da ich noch verschiedene Bänder unterschiedlicher Marken für Neuaufnahmen übrig habe. Und neue Bänder würde ich wahrscheinlich gebraucht kaufen und dann löschen und neu aufnehmen.

Ich vermute auch, dass eine gewisse Pegelabweichung nicht so kritisch ist. Die Probeaufnahme die ich gemacht habe (Radiosprecher) hat nicht fehlerhaft geklungen. Wir reden ja auch nicht davon, das die Instrumente bei der Wiedergabe am Anschlag sind, sondern nur 3 db höher als bei der Aufnahme. Und selbst einige ältere Bänder welche mit anderen Rekordern aufgenommen wurden, wo sich der Zeiger bei der Wiedergabe fast nur zwischen 0 db und Anschlag bewegt hat, waren noch in Ordnung.

Verzerrungen kenne ich eigentlich nur von eigenen Mikrofon-Aufnahmen mit meinem mobilen Tapedeck, wo man den Musikern vorher sagt: Spielt mal einen lauten Ton; dann aussteuert, und dann bei der Aufnahme der Darbietung doch so laut gespielt wird, dass die Aussteuerungsanzeige fast vollständig am Anschlag ist.
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