Plattenspieler Neubau - Thorens TD 280 als Basis

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Blaukomma
Stammgast
#1 erstellt: 16. Mrz 2013, 23:42
Hallo Forum,
mein Wunsch ist es, im Laufe des Jahres, dem Medium Plattenspieler etwas näher zu kommen.
Aufgewachsen mit digitalen Medien, hab ich langsam das Bedürfnis auch mal wieder "gute alte Technik" zu besitzten.
Angetan von dem einzigarten Klang der schwarzen Scheiben möchte ich gerne bis zu Beginn des nächsten Jahres einen eigenen Plattenspieler besitzen.

Da Plattenspieler in meinem Wunschdesign jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten ( Kenwood KD 990), oder mehr Schein als Sein sind ( Sansui SR-220R), kam mir der Gedanke, auf Grundlage eines soliden Systems einen, meinem Design angepassten, Dreher zu bauen.

Eigentlich erstelle ich sehr ungerne Threads zu Themen, in die ich mich noch nicht umfassend eingelesen habe, jedoch gibt es im Moment ein paar geeignete Defektgeräte, die dafür mein Interesse geweckt haben.

An erster Stelle steht ein Thorens TD 280 MK II, der mechanisch und elektrisch vollkommen in Ordnung sein soll. Es fehlt jedoch ein brauchbarer Riemen und es ist kein Tonarm/Abnehmer mehr vorhanden.

Mein Ziel ist es also die noch vorhandene Technik in ein neues - eventuell sogar geeigneteres Gehäuse zu verbauen, welches exakt meinen Designvorstellungen entspricht, um es dann mit einem Tonabnahmesystem, ganz nach euren Empfehlungen zu erweitern.

Meine grundsätzlichen Fragen sind also:
Haltet ihr den Thorens für einen geeigneten Kanidaten um sich erstmalig mit dieser analogen Technik zu befassen?
Was sollte ich für einen TD 280 MK II bezahlen, wenn Tonarm,Tonabnehmer,Nadel,Plattenteller,Riemen fehlen?
Werden, sollten die Angaben des Verkäufers stimmen, weitere Hürden auf mich zukommen, außer der exakten Anpassung des Tonarmes und der damit einhergehenden theoretischen Lektüre über Tonarmgeometrie? (Handwerkliche Hürden inkl. der Anfertigung eines Glastellers sollte ich überspringen können)
Ist es überhaupt sinvoll, den Dreher auf hohem Niveau wiederaufzubauen, wenn das Budget für Arm,Abnehmer,Nadel sagen wir mal .. vorerst auf 75€ (natürlich gebrauchtes) beschränkt ist?

Da ich das Gehäuse selbst gestalte, könnte ich zwischen 8",10" und 12" frei Wählen, ist es jedoch überhaupt möglich die vorhandene Elektronik mit einem x-beliebigen System zu ergänzen, oder sollte die Kombination Plattenspieler / Tonarm,Abnehmer nach bestimmten Kriterien gezielt getroffen werden? ( Ich Rede nicht von dem Zusammenspiel Tonarm und Tonabnehmer)

Neben einem schönen Plattenspieler, ist auch der Weg das Ziel, da ich das geplante Projekt ja auch nutzen möchte, mich mit der Funktionsweise und der Mechanik im Detail auseinander zusetzten.

Über Antworten und eine allgemeine Einschätzung meines Vorhabens würde ich mich freuen.

Ich hoffe mal ich drücke mich verständlich genug aus, da das Projekt und die dazugehörige Lektüre über Fachtermini und technischem Verständis eigentlich erst in ferner Zukunft umgesetzt werden soll.

Gruß Kai
Haiopai
Inventar
#2 erstellt: 17. Mrz 2013, 00:13

Blaukomma (Beitrag #1) schrieb:

Meine grundsätzlichen Fragen sind also:
Haltet ihr den Thorens für einen geeigneten Kanidaten um sich erstmalig mit dieser analogen Technik zu befassen?


Wenn komplett betriebsbereit , kann man schlechteres wählen , so wie du es beschreibst ungeeignet .


Blaukomma (Beitrag #1) schrieb:

Was sollte ich für einen TD 280 MK II bezahlen, wenn Tonarm,Tonabnehmer,Nadel,Plattenteller,Riemen fehlen?


0-20 € , die 20€ würde ich aber nur zahlen , wenn ich explizit Ersatzteile davon brauche .


Blaukomma (Beitrag #1) schrieb:

Werden, sollten die Angaben des Verkäufers stimmen, weitere Hürden auf mich zukommen, außer der exakten Anpassung des Tonarmes und der damit einhergehenden theoretischen Lektüre über Tonarmgeometrie? (Handwerkliche Hürden inkl. der Anfertigung eines Glastellers sollte ich überspringen können).
Ist es überhaupt sinvoll, den Dreher auf hohem Niveau wiederaufzubauen, wenn das Budget für Arm,Abnehmer,Nadel sagen wir mal .. vorerst auf 75€ (natürlich gebrauchtes) beschränkt ist?


Gruß Kai


Mal abgesehen von der Fertigung einer passenden Tonarmbasis wirst du für 75 € nichtmal mehr nen vernünftigen Arm bekommen , der
dafür vorgesehen ist , einzeln verkauft zu werden .

Bei einer Vorliebe für das Schwarz/Silber Design eines Kenwood KD990 bei gleichzeitig klammen Geldbeutel ,
würde ich mich eher nach einem funktionierendem Universum F 2095 umschauen .

universum-f2095-original_50809

Ein solider direkt angetriebener Dreher , den man mit etwas Glück auch betriebsbereit für die 75€ bekommen sollte ,
die du für Arm , Abnehmer und Nadel kalkulierst .
Der verhilft dir näherungsweise zu deinem Designwunsch ohne großartige Bastelei .
Der TD 280 ist als Einstieg mit vernünftigem System durchaus okay , als Basis für nen hochwertigen
Eigenbau aber nicht geeignet , nach meiner Ansicht .

Gruß Haiopai
silberfux
Inventar
#3 erstellt: 17. Mrz 2013, 02:14
Hi da kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen. Wenn ich schon so viel Arbeit reinstecke, dass sollte das Ausgangsprodukt nicht so limitiert sein wie ein 280 (II).

BG Konrad
Blaukomma
Stammgast
#4 erstellt: 17. Mrz 2013, 14:38
Okay, danke schonmal für die Antworten.
Defekte TD 280 gehen z.T. für 50-70€ über den Tisch.
Aus eurer Preiseinschätzung kann man also entnehmen, dass dort generell der Preis nicht dem eigentlichen Wert entspricht?


Wenn ich schon so viel Arbeit reinstecke, dass sollte das Ausgangsprodukt nicht so limitiert sein wie ein 280 (II).


Wie sieht es mit Alternativen aus? Die Dual 700er Reihe wird ja überaus oft gelobt, wäre ein Produkt der Serie besser geeignet als der Thorens? Der im Neupreis teurere 714Q ist ja schon für deutlich weniger als ein Thorens TD 280 zu bekommen.


Mal abgesehen von der Fertigung einer passenden Tonarmbasis wirst du für 75 € nichtmal mehr nen vernünftigen Arm bekommen , der
dafür vorgesehen ist , einzeln verkauft zu werden .


Heißt es also grundsätzlich, dass man einen Plattenspieler nicht mit einem modellfremden Arm kombinieren sollte, der eigentlich für einen anderen Dreher bestimmt war, sondern nur mit dem dafür vorgesehenen oder "Unversal-Armen" ?

Für die Basis dachte ich an Acrylglas, Aluminium, Buche oder Eisbeere Massivholz.
Zum ordnungsgemäßen Einbau bin ich schon auf mehrere hilfreiche .pdfs gestoßen, die einem vermitteln, welche Kriterien beachtet werden müssen.

Der Universium sieht ganz nett aus, aber irgendwie überwiegt dann doch der Drang, etwas eigenes zu schaffen.

Wenn man mal das aktuell vorhandene Angebot außer acht lässt, welchen Dreher würdet ihr wählen um ihn als Grundlage für mein Projekt zu nutzen, sodass das Endergebnis technisch auch noch mit dem optischen Eindruck mithalten kann? Eventuell kann er, sollte man mal ein echtes Schnäppchen machen, ja auch voll funktionsfähig sein. Preis bis etwa 120€

Gruß Kai
Haiopai
Inventar
#5 erstellt: 17. Mrz 2013, 15:02
Moin , wenn ich ein wenig basteln wollte , sprich ein Laufwerk besitzen möchte , bei dem ich relativ einfach mit verschiedenen
Armen hantieren will , dann würde ich mich nach ner frühen Technics Konstruktion umsehen .

Die erste SL-1200 Version gibt es zum Beispiel auch als reines Laufwerk SL 120 , aber auch mit Arm
als SL 1200 , kann man recht einfach auch andere Arme montieren .

Mit etwas Glück kann man so ein Exemplar für ca. 150 € erwischen , der letzte SL-1200 den ich beobachtet habe
ging für 155€ weg .

Wenn du dann unbedingt basteln willst , könntest du die Oberzarge recht einfach farblich verändern , da sie aus
Alu Guss ist und somit gut auch mit Hochglanzlacken versehen werden kann .
Die Kunststoffunterzarge kann man nach Wunsch in Holz umändern , was auch nicht besonders anspruchsvoll
ist .

Der Tonarmbasisausschnitt in der Zarge ist kreisrund , auch hier sind handwerklich keine gigantischen Hürden
zu überwinden Tonarmbasen innerhalb gewisser Maße selbst anzufertigen .

Aber über eines solltest du dir vorab im klaren sein , die allermeisten wirklich guten Grundkonstruktionen , wird
man mit wenig bis gar keiner Erfahrung eher verschlimmbessern , im günstigsten Falle optisch nach Wunsch pimpen ,
ohne das es qualitativ was bringt .

Von den Duals würde ich bezüglich Umbauten außer hübscheren Zargen die Finger weg lassen , die Duals der 7er
Reihe sind größtenteils in sich geschlossene sehr gut konstruierte Geräte , bei denen man eben höchsten optisch
was verbessern kann , technisch ist da nix zu wollen .

Schon gar nicht mit deinen Preisvorstellungen .

Gruß Haiopai

P.S. Der Thorens TD280 ist , wenn auch nicht übel , abgesehen von einigen neuen Dual Klonen der Thorens , bei
dem man am meisten Namen mit dem kleinsten Gegenwert teuer bezahlt , gerade heutzutage gebraucht noch mehr
als früher neu .
Blaukomma
Stammgast
#6 erstellt: 17. Mrz 2013, 16:23
Hallo Haiopai,
danke für deine Antwort!
Das klingt schonmal sehr nach dem, was ich mir vorgestellt habe und der SL-1200 ist ja jetzt nicht grade selten..

Das ich als Plattenspieler-Laie das meistverkaufteste Unterhaltungselektronikprodukt nicht verbessern kann, ist mir dann doch bewusst.

Das ist ja auch nicht meine Grundintention, eher möchte ich ja einen anständigen selbstgestalteten Dreher, der exakt meinen Designvorstellungen und Qualitätsansprüchen entspricht.

Das mit den Duals habe ich mir bereits gedacht, nachdem ich einige Restaurationsbilder gesehen habe..

Abstand vom Eckigen Desing zu nehmen finde ich auch nicht übel.. Spacig



Wenn du dann unbedingt basteln willst , könntest du die Oberzarge recht einfach farblich verändern , da sie aus
Alu Guss ist und somit gut auch mit Hochglanzlacken versehen werden kann .


Ja will ich
Das ist natürlich schonmal vorteilhaft, schließt aber auch nicht gleich den vollständigen Austausch Dieser aus?

Muss ja dann nicht gleich einen anderen Tonarm verwenden, wenn die Anbringung des Originalarms vergleichsweise einfach ist.


Der Technics gefällt mir schonmal sehr, auch scheint er für mein Vorhaben gut geeignet zu sein.

Dann bedanke ich mich schonmal bei euch allen und behalte das Thema im Hinterkopf.
Im Sommer komme ich dann mit konkreteren Ansätzen und fundierterem Hintergrundwissen auf euch zurück. Bin aber schon mal froh, dass mein Vorhaben grundsätzlich Möglich ist.
Gruß Kai


[Beitrag von Blaukomma am 17. Mrz 2013, 16:25 bearbeitet]
Haiopai
Inventar
#7 erstellt: 17. Mrz 2013, 16:41
Da haben wir jetzt ein wenig aneinander vorbei geredet , du beziehst dich auf den SL1200/1210 MK .....,
ich mich auf die Urversion ohne MK .



Hier mal beide zu sehen (link)

Häufig sind die nicht , eher selten , aber dadurch das viele den Stellenwert des Drehers nicht
einschätzen können , bekommt man sie vergleichsweise günstig .


Einen späteren SL 1200 MKII zum Beispiel wirst du niemals in der angepeilten Preislage finden ,
da gehts ab 350 € gebraucht los .

Kompletter Austausch der Oberzarge wäre aber so oder so vollkommener Schwachsinn und konstruktiv sehr
aufwändig .

Gruß Haiopai
Blaukomma
Stammgast
#8 erstellt: 17. Mrz 2013, 16:51

Die erste SL-1200 Version gibt es zum Beispiel auch als reines Laufwerk SL 120 , aber auch mit Arm
als SL 1200 , kann man recht einfach auch andere Arme montieren .


Sorry, bin davon ausgegangen, dass man auch die SL-1200 Version noch recht häufig findet.

Werde dann mal ein Auge auf die 120 und 1200 halten.

Danke für die Hilfe!
Gruß Kai
Blaukomma
Stammgast
#9 erstellt: 17. Mrz 2013, 18:14
Grade noch etwas entdeckt, muss euch nochmal stören.. :

http://diyaudioprojects.com/Phono/DIY-Turntable/

Wie schätzt ihr dieses Projekt ein?

Zugegeben, er beschreibt es alles recht simpel, dass hier genau berechnete Maßarbeit gefragt ist, ist mir bewusst, aber die Umsetztung und den Dual 701 als Anfang finde ich sehr gut, da man offensichtlich vielfätlige Gestaltungsmöglichkeiten hat und der Dual 701 nicht grade selten ist.


[Beitrag von Blaukomma am 17. Mrz 2013, 18:17 bearbeitet]
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