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Phono-Vorverstärker viel zu leise

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Dr._Seltsam
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 20. Feb 2015, 12:45
Ich habe einen alten Dual-Plattenspieler CS607 mit einem TKS52E Tonabnehmer, das einen Übertragungsfaktor von 3,5mV/5cms hoch 1 hat (je Kanal bei 1kHz).

Bisher war der Plattenspieler an einem Verstärker angeschlossen, der einen Phono-Eingang hatte. Da war die Lautstärke im Vergleich zu den anderen Eingängen zwar leiser, aber noch o.k.

Mein neuer Verstärker hat keinen Phono-Eingang mehr, daher habe ich mir einen Phono-Vorverstärker gekauft. Zuerst ein Modell von hama - das hatte nicht mal einen Anschluss für das Massekabel. Der Sound war am Ausgang viel zu leise - egal ob ich direkt mit einem Kopfhörer an den Cinch-Ausgang des Vorverstärkers ging, oder ob ich den Ausgang mit einem Tape-Eingang des Verstärkers verband.

Jetzt habe ich den zweiten Phono-Vorverstärker, ein analogis easy phono für Plattenspieler mit Magnettonabnehmer. Der Eingangspegel ist mit 5 bis 30 mV/100 kOhm (1KHz) und der Ausgangspegel mit 450mV (100 kOhm/1kHz) angegeben. Genau das gleiche Ergebnis: Man muss den Verstärker fast voll aufdrehen, um etwas zu hören.

Meine Vermutung ist nun, dass mein Tonabnehmer kein Magnetsystem ist, sondern vielleicht ein dynamisches Magnetsystem hat, was wohl einen 10 mal niedrigeren Pegel hat. Kann das jemand bestätigen?

Was brauche ich nun bzw. was macht am meisten Sinn? Einen weiteren Vorverstärker dazukaufen? Einen Entzerrervorverstärker kaufen, der für dynamische Systeme geeignet ist? Gibt es solche überhaupt, und sind die bezahlbar?

Ich bin kein Hifi-Purist und möchte einfach nur die Möglichkeit haben, mal eine alte Platte zu hören oder zu digitalisieren.

Ist der alte CS607 einem heutigen billigen USB-Plattendigitalisierer überhaupt überlegen?
akem
Inventar
#2 erstellt: 20. Feb 2015, 13:55
Ich habe einen alten Dual-Plattenspieler CS607 mit einem TKS52E Tonabnehmer, das einen Übertragungsfaktor von 3,5mV/5cms hoch 1 hat (je Kanal bei 1kHz).
--> Das ist ein normales MM System. Die 3,5mV sind nicht ausgesprochen viel, aber im normalen Bereich.


Bisher war der Plattenspieler an einem Verstärker angeschlossen, der einen Phono-Eingang hatte. Da war die Lautstärke im Vergleich zu den anderen Eingängen zwar leiser, aber noch o.k.

Mein neuer Verstärker hat keinen Phono-Eingang mehr, daher habe ich mir einen Phono-Vorverstärker gekauft. Zuerst ein Modell von hama - das hatte nicht mal einen Anschluss für das Massekabel. Der Sound war am Ausgang viel zu leise - egal ob ich direkt mit einem Kopfhörer an den Cinch-Ausgang des Vorverstärkers ging, oder ob ich den Ausgang mit einem Tape-Eingang des Verstärkers verband.

Jetzt habe ich den zweiten Phono-Vorverstärker, ein analogis easy phono für Plattenspieler mit Magnettonabnehmer. Der Eingangspegel ist mit 5 bis 30 mV/100 kOhm (1KHz) und der Ausgangspegel mit 450mV (100 kOhm/1kHz) angegeben. Genau das gleiche Ergebnis: Man muss den Verstärker fast voll aufdrehen, um etwas zu hören.
--> Das würde eigentlich auf einen defekten Tonabnehmer, defekte Kabel oder eine defekte Phonostufe hindeuten. Da es aber vorher am Phonoeingang des alten Verstärkers funktioniert hat, sind ein defekter Tonabnehmer oder Kabel eigentlich ausgeschlossen. Gibt es den alten Verstärker noch? Kannst Du da nochmal eine Gegenprobe machen, ob es da immer noch funktioniert? Und: Cinchkabel haben manchmal auch Wackelkontakte.


Meine Vermutung ist nun, dass mein Tonabnehmer kein Magnetsystem ist, sondern vielleicht ein dynamisches Magnetsystem hat, was wohl einen 10 mal niedrigeren Pegel hat. Kann das jemand bestätigen?
--> Nein, das ist wie gesagt ein normales MM. Außer es hat mal jemand den Tonabnehmer getauscht und Du beziehst Dich auf ein falsches Datenblatt.


Was brauche ich nun bzw. was macht am meisten Sinn? Einen weiteren Vorverstärker dazukaufen? Einen Entzerrervorverstärker kaufen, der für dynamische Systeme geeignet ist? Gibt es solche überhaupt, und sind die bezahlbar?
--> Es gibt schon Phonostufen, bei denen man eine Art Zusatzverstärkung zuschalten kann. Die sind aber nicht ganz billig. Normale, nicht einstellbare Phonostufen sind fast immer deutlich leiser als CD (bzw. anders ausgedrückt: CD-Player sind brutal laut, die haben etwa 2V Ausgangsspannung). Aber wenn man bis Anschlag aufdrehen muß, um überhaupt was zu hören, stimmt was nicht...


Ist der alte CS607 einem heutigen billigen USB-Plattendigitalisierer überhaupt überlegen?[/quote]
--> Und ob. Um Größenordnungen sogar. Das einzige Problem des 607 ist die spezielle DUAL-eigene Tonabnehmerbefestigung, an die keine normalen, handelsüblichen Halbzollsysteme passen. Es gab wohl mal Adaptersets, die inzwischen aber wohl in Gold aufgewogen werden... Den spezifischen Tonabnehmer hab ich zwar neulich noch in irgendeinem Onlineshop gesehen, aber ganz billig war der nicht. Eine neue Nadel wäre nicht das Problem, da kann man auch eine Ortofon OM-Nadel nehmen. Aber wenn es das System als solches ist...

Gruß
Andreas
Dr._Seltsam
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 20. Feb 2015, 19:54
Problem gelöst! Die Nadeleinheit war nicht richtig aufgesteckt und hatte wohl zuviel Abstand zu den Spulen. Jetzt klingt es nur noch etwa halb so laut wie der CD-Player.

Bevor ich das bemerkte, hatte ich mir schon den ELV AD1209 bestellt. Der lässt sich auch von MM auf MC umschalten. Kann ich das nutzen, um mehr Pegel zu bekommen? oder ist die Enzerrer-Kennlinie da anders?
volvo740tius
Inventar
#4 erstellt: 20. Feb 2015, 20:09
Hallo,

das Problem liegt m. E. in den geringen Verstärkungsfaktoren der low budget Entzerrer, ich verstehe auch nicht, weshalb der Analogis Entzerrer 100kOhm Ein/Ausgangswiderstand aufweist. 47kOhm wären gängig. Schick den Krempel zurück und kauf Dir einen ordentlichen Vorverstärker mit Verstärkungsfaktor ab 40db, dann wird der Pegelunterschied zum CD Player nicht mehr so gewaltig sein.

Gruß Thomas
Wuhduh
Inventar
#5 erstellt: 21. Feb 2015, 05:14
Moin !

Zuweilen kann man nur den Kopf schütteln:

Da " schreibt " man sich hier im Forum den Munde fusselig und muß dann sehen, daß wieder ein unbelesender - pardon - Geizgeili sich wiederholt irgendwelche Billigst-Knallbüchsen von Preamps kauft, die nicht nur untauglich sind, sondern ggfs. auch noch ca. 5,00 Euro Rücksendekosten pro Stück verursachen.

Es gibt - glaube - ich ein Gerät von Monacor, daß genau die gleichen untauglichen Anschlußwerte hat und vom Verstärkungsfaktor her auch nicht viel bringen wird.

Die älteren Modellen von NAD bzw. Cambridge Audio, die nur einen MM-Eingang haben, werden durchaus tauglich sein.

MfG,
Erik
akem
Inventar
#6 erstellt: 21. Feb 2015, 12:33

Dr._Seltsam (Beitrag #3) schrieb:

Bevor ich das bemerkte, hatte ich mir schon den ELV AD1209 bestellt. Der lässt sich auch von MM auf MC umschalten. Kann ich das nutzen, um mehr Pegel zu bekommen? oder ist die Enzerrer-Kennlinie da anders?


Im Zweifel ausprobieren...
Zu erwarten wäre ein nicht viel lauterer aber extrem dumpfer Ton. Grund dafür: der Tonabnehmer hat einen Gleichstromwiderstand im Bereich 1000 Ohm plusminus in Verbindung mit einer extrem hohen Induktivität, was den Betrag der Impedanz zu hohen Frequenzen hin extrem ansteigen läßt.
Wenn Du das dann hintenraus mit gerade mal 100 Ohm (wie es MC-typisch ist) abschließt, dann bleiben >95% der induzierten Spannung im Tonabnehmer und kommt gar nicht erst raus. Technisch ausgedrückt: frequenzabhängiger Spannungsteiler... Und wo es nichts zu verstärken gibt, nützt Dir ein hoher Verstärkungsfaktor auch nicht viel.

Gruß
Andreas
Burkie
Inventar
#7 erstellt: 21. Feb 2015, 15:45
Wieso?
Das Problem lag ja an der nicht richtig aufgestecken Nadel.
Der Phono-Vorverstärker ist ja OK.


[Beitrag von Burkie am 21. Feb 2015, 17:25 bearbeitet]
volvo740tius
Inventar
#8 erstellt: 21. Feb 2015, 16:05
Und das Ganze halb so laut, wie der CD Player. Wahnsinn

Gruß Thomas
Dr._Seltsam
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 21. Feb 2015, 19:16
also der ELV AD1209 ist auf alle Fälle schon mal eine große Enttäuschung. Selbst in der Wahlschalterstellung MC ist er noch etwas leiser als der analogis. Wenn ich den ELV auf MM stelle, muss ich den Verstärker bis auf -15 dB hochdrehen, um die gleiche Lautstärke zu bekommen, wie bei CD auf -40dB. Leider schweigt sich ELV in der Bedienungsanleitung über die Pegelwerte aus.

Wahrscheinlich werde ich den analogis behalten. Wenn ich dann noch am AV-Receiver die Eingangsanpassung auf +6dB regle, habe ich bei -35dB akzeptable Lautstärke.

Immerhin kann ich vermelden, dass mein Ubuntu 14.04 den ADV1209 erkennt:

[ 661.741736] usb 3-2.1.1: new full-speed USB device number 8 using xhci_hcd
[ 661.842988] usb 3-2.1.1: New USB device found, idVendor=0d8c, idProduct=0121
[ 661.842991] usb 3-2.1.1: New USB device strings: Mfr=3, Product=1, SerialNumber=0
[ 661.842993] usb 3-2.1.1: Product: USB PREAMP
[ 661.842994] usb 3-2.1.1: Manufacturer: C-Media Electronics Inc.
[ 661.844061] input: C-Media Electronics Inc. USB PREAMP as /devices/pci0000:00/0000:00:14.0/usb3/3-2/3-2.1/3-2.1.1/3-2.1.1:1.2/0003:0D8C:0121.0004/input/input17
[ 661.844199] hid-generic 0003:0D8C:0121.0004: input,hidraw3: USB HID v1.00 Device [C-Media Electronics Inc. USB PREAMP] on usb-0000:00:14.0-2.1.1/input2
[ 661.864189] usbcore: registered new interface driver snd-usb-audio

Da der ADV1209 auch einen Line-In-Eingang hat, habe ich mal den Ausgang des analogis in den Line-IN des ADV1209 geführt und eine Aufnahme auf dem PC gestartet. Das Ergebnis überzeugt voll.

Bin trotzdem noch unschlüssig, ob ich den ELV nur wegen der Digitalisierungsfunktion behalten soll. Am liebsten hätte ich eine externe Soundkarte, die nicht nur von Linux unterstützt wird, sondern auch einen Digitaleingang (SPDIF koaxial oder optisch) hat. Und die -ganz wichtig- kein Resampling macht. Aber sowas suche ich schon seit Jahren vergeblich...

Zum Thema Geiz: ich habe nur sehr wenige Platten, deshalb soll es eine bezahlbare Lösung sein. Dreistellige Beträge wollte ich für einen Vorverstärker nicht ausgeben. Meines Erachtens haben Pegel und Preis nur bedingt etwas miteinader zu sein, jedenfall sehe ich da keine zwingende Kausalität. In meiner Jugend hatte ich einen Phono-Vorverstärker, der war auch günstig und hatte einen höheren Pegel. Schade, dass ich den nicht behalten habe.
Burkie
Inventar
#10 erstellt: 21. Feb 2015, 20:30
Hmm, externe Soundkarte, hmm...

Wenn es auch gebraucht sein darf...
Eine Terratec Phase 26 USB wäre geeignet, zumindest bis Windows 7 (mit Treiberupdate...)

Wenn du's noch (gebraucht) bekommen kannst: Prosonar IPU-1100, ein echte Phonovorverstärker mit USB-Funktion.

Funktioniert mit meinen Tonabnehmern (Nagaoka, Ortofon) ohne Probleme, auch nicht zu leise.

Gruß


[Beitrag von Burkie am 21. Feb 2015, 20:36 bearbeitet]
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