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Platten-Verschleiß

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Dualist
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 20. Okt 2004, 23:39
Hallo,

Vinyl-Fans wissen, dass man vom optischen Zustand einer gebrauchten Platte nicht automatisch auf deren Klangqualitäten schließen darf. So gibt es Platten, die zwar außerlich wie neu aussehen, aber dennoch völlig hinüber, sprich: verschlissen sind. Auch umgekehrte Fälle gibt's: Zerkratzte LPs, die (relativ) ordentlich klingen.

Man steckt halt nicht drin...

Nun kaufe ich meine Platten heutzutage ausnahmslos auf Flohmärkten und in Plattenläden (second hand) und erlebe es immer wieder mal, dass die scheinbar so gut erhaltene Platte keine Freude bereitet, weil sie verzerrt - vor allem bei den lauteren Pasagen.
Wie kommt es eigentlich zu solchen Abnutzungserscheinungen?
Liegt's an der zu hohen Auflagekraft? Spielt die Form der Nadelspitze eine Rolle? Oder die Art des Tonabnehmers (Kristall-, Magnet, Moving-Coil-)? Oder sind solche Platten einfach nur 10.000 Mal abgespielt worden?

Bei meinen neu gekauften Platten - mittlerweile auch schon 10 bis 20 Jahre alt - habe ich jedenfalls solche Mängel noch nier feststellen können...

Grüße,
Dualist
Zidane
Inventar
#2 erstellt: 21. Okt 2004, 04:38
Hi..

Vielleicht hilft es gebrauchte Platten einmal zu reinigen, es gibt für ca 40 Eur so eine Plattenwaschmaschine, die werden mit eine Art Alkoholmischung gereinigt, entfernt Schmutz etc, beseitigt statische Aufladungen etc. Vielleicht hilft das Zeug, bei diesen Problemplatten. Man weiß ja nicht was mit denen gemacht worden ist, oder ob sie sorgar Naß abgespielt worden sind.
gdy_vintagefan
Inventar
#3 erstellt: 21. Okt 2004, 05:46
Es mag auch zum Teil an den damals verwendeten Tonabnehmern liegen. Ich denke da gerade an die Laufwerke, die man in den 50er Jahren so hatte: schwere Tonarme und einfachste Kristallsysteme.

Ich hatte mal eine Klassik-LP aus der Zeit, die sah wirklich neuwertig aus, knisterte dann aber extrem.

Anderes Beispiel: ein früherer Bekannter hatte mal einen alten PE Rex Plattenspieler und kaufte dafür noch neue Platten. Diese klangen dann auf einem modernen HiFi-Plattenspieler schon nach kurzer Zeit recht verzerrt.

Und wie der Vorredner schon sagt, vielleicht sind auch welche mal nass abgespielt worden? Einige noch gut aussehende Platten hatten auch schon mal "Schleifgeräusche" in leisen Passagen.

Anders herum kenne ich auch Platten, die sehr "mitgenommen" aussehen, aber noch ordentlich spielen. Vor allem fiel mir das bei Maxi-Singles auf.

Meine neu gekauften Platten (teils auch schon 10 bis 20 Jahre alt, in der Zeit hatte ich zwei HiFi-Plattenspieler, einen relativ guten und ein Einstiegsmodell), sind auch alle noch top erhalten und ohne "Begleitgeräusche".

Man braucht jedenfalls immer Glück, wenn man gebrauchte Platten kauft.
Wolfgang_K.
Inventar
#4 erstellt: 21. Okt 2004, 07:48
Ich habe mir schon auf dem Flohmarkt Platten erstanden, die waren praktisch wie neu. Ich muß die Dinger auspacken und kurz anschauen (gegen das Licht), bis jetzt habe ich mit dieser Methode kaum daneben gegriffen. Auch der Zustand einer Plattenhülle läßt auch Rückschlüsse auf die Platte selber zu, sollte man vielleicht beachten.

Aber ich muß den Vorredner recht geben, diese sogenannten Kristallsysteme haben viel dazu beigetragen gute Vinyls zu verhunzen. Eigentlich schade.
Django8
Inventar
#5 erstellt: 21. Okt 2004, 09:44
Habe zuhause eine Platte (auch auf dem Flohmarkt gekauft), die zwar insgesamt ordentlich klingt, bei der aber der "Hauptsong" (d.h. der beste/bekannteste Song des Albums), der vermutlich am meisten gehört wurde, bei den lauten Tönen unheimlich laut knistert. Bei den leisen Passagen ist es okay. Ich kann damit leben – aber: Woran liegt das? Ist die Platte bei diesem Song nur sehr verschmutzt oder ist sie effektiv abgenutzt (d.h. kaputt)? Warum ist das Knistern besonders bei lauten Passagen sehr stark?
Arminschen
Stammgast
#6 erstellt: 21. Okt 2004, 10:25
Hallo Django8

Das kenne Ich auch, Wahrscheinlich miserable Tonarme und Systeme die die stärksten modulationen (je lauter, je grösser die Auslenkung)einfach abgeschliffen haben,

oder

zuwenig Auflagegewicht, die Nadel schleudert hin und her und zerstört dadurch die rille, besonders bei, s.o.

Arminschen
gdy_vintagefan
Inventar
#7 erstellt: 21. Okt 2004, 10:27

Wolfgang_K. schrieb:
Ich muß die Dinger auspacken und kurz anschauen (gegen das Licht), bis jetzt habe ich mit dieser Methode kaum daneben gegriffen. Auch der Zustand einer Plattenhülle läßt auch Rückschlüsse auf die Platte selber zu, sollte man vielleicht beachten.


So halte ich es auch immer, was den ersten Eindruck angeht. Vor allem unter eine gute Lampe gehalten, sieht man besonders den optischen Zustand des Vinyls, wobei das ja nicht immer so gut möglich ist im Laden oder auf dem Flohmarkt (hängt von den Beleuchtungsverhältnissen ab).

Hilfreich kann es auch sein, das Mittelloch zu betrachten. Sind in der Nähe des Mittellochs Zentrierspuren (verursacht durch nicht genaues Treffen der Tellerachse beim Auflegen), dann deutet das auf eine (häufiger) gespielte LP hin.

Jedoch hatte ich auch schon LPs, die nach den Zentrierspuren zu urteilen wohl schon 100x gelaufen sind, aber ansonsten noch fast wie neu waren. Da hatte der Vorbesitzer sicher einen guten Tonabnehmer und ging "ordnungsgemäß" mit dem Vinyl um.


[Beitrag von gdy_vintagefan am 21. Okt 2004, 10:28 bearbeitet]
Holger
Inventar
#8 erstellt: 21. Okt 2004, 10:43
Und natürlich kommt es auch darauf an, womit man diese Platten heute abspielt.

Wenn man noch auf ultra-geringe Auflagekräfte und superscharfe Nadelschliffe steht, dann handelt man sich mit älteren und alten Platten - die NATÜRLICH meist schon häufiger abgespielt wurden - praktisch automatisch einen höheren Nebengeräusche-Pegel ein.
Ich persönlich spiele meine Platten am liebsten mit den DL-103-Modellen R und GL oder dem Ortofon SPU GM/E ab, erstere mit Rundnadel und 27 mN Auflagekraft, das SPU mit elliptischer Nadel und 40 mN Auflagekraft, und habe so gut wie keine Probleme mit Nebengeräuschen, obwohl ich auch fast ausschließlich gebrauchte Platten kaufe.
Ehemals nassgespielte LPs sind aber ein anderes Problem, um die macht man besser einen großen Bogen. Zum Glück kann man sie normalerweise leicht erkennen.
Django8
Inventar
#9 erstellt: 21. Okt 2004, 11:13

Zum Glück kann man sie normalerweise leicht erkennen

Wie denn?
Holger
Inventar
#10 erstellt: 21. Okt 2004, 11:51
Im Gegenlicht - man erkennt dann normalerweise gut die typischen Schlierenn der getrockneten Lencoclean-Flüssigkeit.

Knistert höllisch und ist nur sehr schwer wieder anhörbar zu machen (und wenn, dann auch nur einigermaßen) - kommt natürlich drauf an, wie oft die Platte nass abgespielt wurde.
DOSORDIE
Inventar
#11 erstellt: 21. Okt 2004, 19:25
So Pressungen aus den 60er/70er Jahren sehen oft stumpf und uneben aus (alte DECCA Platten z.B.), klingen aber oft um Längen besser als die aus den 80ern, selbst wenn sie weiße oberflächliche Kratzer haben hört man das kaum, ich habe auch das Gefühl, dass das Vinyl viel härter und schwerer ist als neueres, meine alte Les Humphreys Platte höre ich ab und an mal noch, die Musik ist toll, ich habe sie für 2 Euro in nem Second Hand Laden gekauft, total zerkratzt und sicher 100 mal mit einem Kristallsystem abgespielt, aber selbst in der Innenrille kann man sie noch gut hören, die ersten paar male hat es ein bisschen geknistert, aber je öfter ich sie höre umso sauberer klingt es. In den 80ern ging es rapide bergab mit den Pressungen, schon als in den 70ern die ganzen Arcade und K-Tel Sampler kamen, die klingen zwar stumpf und leise, aber haben meist keine Verzerrungen, Ende der 70er kam dann Ariola mit ihrem Hansa Label, die Platten fühlen sich teilweise an wie Gummi Matten, sind aber qualitativ erträglich, Mitte bis Ende der 80er sind Platten gepresst worden, die selbst im Neuzustand nur noch furchtbar klingen, man denkt schon beim ersten abspielen teilweise sie sind kaputt, so auch in der DDR, die weinroten AMIGA Platten bis Anfang der 80er sind gut, und auch die dunkelblauen die es kurze Zeit gab, aber dann wurden sie hellblau und die Platten hatten plötzlich eine furchtbare statische Aufladung, sie glänzten zwar mehr, als die alten, klangen aber umso schlechter. Meiner Meinung nach liegt es nicht immer am Vorbesitzer oder am System, oft ist es die Pressung an sich, vor allem Mainstream 80er Geschichten kann man sich manchmal garnicht anhören, schade um die schöne Musik, bei vielen Sachen wär ich glücklicher wenn ich sie auf CD hätte.

CU Tobi
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