Reinkarnation des Telefunken Plattenspielers

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vivatobst
Neuling
#1 erstellt: 10. Sep 2021, 16:53
Hallo zusammen!

Ich habe mal den alten Plattenspieler meines Vaters aus dem feuchten Keller geholt, der da ca 25-30 Jahre stand. Es handelt sich um den Telefunken HS650 in Kombination mit dem HR650 und dem HC650. Nach dieser ganzen Zeit hatte das Schätzchen natürlicherweise ein paar Macken. Den gerissenen Riemen und die abgebrochene Nadel konnte ich bereits wechseln. Die erste Platte habe ich bereits aufgelegt und funktioniert auch. Trotzdem sind mir noch zweierlei Sachen aufgefallen:
1) Man hört, dass die Schallplatten viel zu langsam laufen. Bei eingestellten 33 Umdrehungen macht der nur ca. 30, bei eingestellten 45 macht der nur ca. 42. An den Klemmen von Motor liegen bei Betrieb fast 12V an, ausgeschaltet ca. 14V. Ich denke, dass da also alles im grünen Bereich liegt. Nun habe ich gelesen, dass man die ganze Sache schmieren muss (Altes Öl entfernen, neues Öl rein). Problem ist dabei, dass ich nicht weiß, wie zu öffnen und wo zu schmieren; das andere nicht welches Öl zu verwenden ist.
2) Mir ist ein sehr lautes Brummen aufgefallen. Typisches 50Hz-Brummen. Es wird stärker sobald man auch nur die Cinch-Kabel vom Spieler oder den Tonabnehmer berührt. Geerdet ist der Plattenspieler, wird aber ein bisschen besser, wenn ich ihn direkt mit der Erde in der Steckdose verbinde. Was können die Gründe dafür sein?

Danke für die Antworten im Voraus! Wenn ich im falschen Thread gelandet bin, gerne verschieben
LG, Tobias
Burkie
Inventar
#2 erstellt: 11. Sep 2021, 10:44
Hallo,

schau mal in der Vinylengine rein, ob es dort Service-Manuals für den Plattenspieler gibt.

Schließ mal lieber nichts direkt an die Steckdose an, wenn du nicht wirklich weißt was du da machst.


Grüße
8erberg
Inventar
#3 erstellt: 12. Sep 2021, 09:13
Hallo,

der Telefunken wurde in St. Georgen bei Dual gebaut. Er entspricht im Großen und Ganzen dem Dual CS 511.

Neuer Riemen, reinigen der Laufflächen, etwas Öl an Tellerlagers wie unterhalb des Abtriebs am Motor wird helfen.

Siehe auch http://www.hifi-arch...0CS%20511/index.html

und

http://www.hifi-arch...20Service/index.html

Öffnen des Geräts siehe Dual Board https://www.dual-boa...25q-2235q-anleitung/

Peter


[Beitrag von 8erberg am 12. Sep 2021, 09:17 bearbeitet]
akem
Inventar
#4 erstellt: 12. Sep 2021, 17:47
Vermutlich war das ursprünglich ein Gerät mit DIN-Stecker statt Cinch. Und vermutlich wurde dann einfach das Signalkabel gekappt und Cinchstecker angelötet und halt irgendwo eine Erdungsleitung angedübelt. Was viele nicht machen: im Plattenspieler die Massen trennen. Bei DIN waren Signalminus und Gerätemasse verbunden zu einem gemeinsamen Masseleiter - und diese Verbindung muß aufgetrennt werden! In der Nähe des Tonarmsockels ist meistens eine kleine Platine, bei der man dann Leiterbahnen ritzen muß, damit diese Verbindung getrennt wird.
(Info: ein Tonabnehmer kennt keine Masse - das ist eine symmetrisch-erdfreie Signalquelle; wenn, dann wird dem TA eine Masse vom Verstärker auf seine Minusanschlüsse aufgezwungen...)

Gruß
Andreas
vivatobst
Neuling
#5 erstellt: 12. Sep 2021, 18:23
Die Links waren schon sehr hilfreich und ich konnte das Problem mit der falschen Drehzahl lösen. Der kleine DC-Motor ist auf einer Platine aufgelötet, auf der sich auch ein Poti pro Drehzahl befindet. Mithilfe von Stroboskopscheiben konnte ich die Drehzahlen anpassen.

Das Brummen konnte ich als Kabelbruch im Cinch-Stecker identifizieren.
Vermutlich war das ursprünglich ein Gerät mit DIN-Stecker statt Cinch.
Das kann ich verneinen. Der Plattenspieler kam als Komplettsystem und wurde nie verändert.

Für alle die das in Zukunft lesen:
Handbuch: https://www.manualsc...-service-manual.html
Stroboskopscheibe: http://galerie.ig-ftf.de/details.php?image_id=4145
Den DC-Motor muss man nicht ausbauen, um die Drehzahl anzupassen. Im Schirmblech gibt es extra zwei Löcher, durch die man mit dem Schraubendreher durch kann. Dabei empfiehlt sich dieses Schraubendreher-Set von ifixit: https://store.ifixit...it-64-precision-bits


[Beitrag von vivatobst am 12. Sep 2021, 18:27 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#6 erstellt: 13. Sep 2021, 07:21
Hallo,

jo, die technische Verwandtschaft zum Dual ist eindeutig.
Auch Telefunken setzte da auf RCA.

Peter
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