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Ausrichten des Plattenspielers

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Autor
Beitrag
Bueller...Bueller...
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 06. Apr 2008, 09:23
Nachdem ich mit einigem Erfolg meinen Plattenspieler optimiert habe, nagte die Frage nach der Präzision der Ausrichtung und deren Auswirkung bei jedem Hörgenuss an mir.

Vorab meine Erfahrung: Selbst ein halbes Grad Abweichung bei der Tonarmhöhe ist im Vergleich wahrnehmbar.

Die Justage-Aufgabenstellung bei einem Subchassis-Plattenspiele war für mich:
1. Chassis ausrichten
2. Subchassis ausrichten
3. Tonarmhöhe einstellen
4. Headshell ausrichten
4. Auflagekraft einstellen
5. System ausrichten
6. Anti-Skating einstellen
7. Alles nochmal prüfen, korrigieren und nochmal prüfen

Tja, irgendwie kam ich mit der Wasserwaage an mein Limit und habe als engagierter Heimwerker nochmals unter Zuhilfenahme einer Kreuzlaserwaage die Justage vorgenommen.
Feststellung: Chassis minimal nachjustieren, Subchassis passte, Tonarmhöhe musste korrigiert werden (war etwas zu tief), Headshell passte.

Ergebnis: Im Vergleich ein allgemein etwas differenzierteres und räumlicheres Klangbild mit klarer Bassdarstellung.

Durch die Lichtspaltprüfung (die untere Hälfte des Strahles trifft das Prüfstück, die obere Hälfte wird auf ein Fläche projeziert, wobei der Projektionsstrahl immer die gleiche Dicke haben muss) ist die Waage von Chassis, Subchassis und Tonarm (Headshellausrichtung ist aufgrund der kurzen Projektionlinie nicht viel genauer) exakt und leicht zu erreichen.

Es hört sich schon allein deshalb besser an, weil ich ein gutes Hörgewissen habe ...
http://img230.imageshack.us/my.php?image=pslaserwaageqz6.jpg
Eigentlich sollte hier eine kleine Bildvorschau zu sehen sein, aber das ist hier wohl kompliziert ...


[Beitrag von Bueller...Bueller... am 06. Apr 2008, 09:40 bearbeitet]
Acurus_
Inventar
#2 erstellt: 06. Apr 2008, 10:05
hmm, ja, also: was willst Du uns jetzt damit sagen?
pet2
Inventar
#3 erstellt: 06. Apr 2008, 10:14
Und um was für einen Plattenspieler handelt es sich überhaupt?
Bei einem Dual mit dynamischer Auflagekraft und Antiskatingkrafterzeugung kann man sich so etwas nämlich eigentlich sparen .

Gruß

pet
jopetz
Inventar
#4 erstellt: 06. Apr 2008, 10:19
Gratuliere zum optimal justierten Plattenspieler!


Bueller...Bueller... schrieb:
Vorab meine Erfahrung: Selbst ein halbes Grad Abweichung bei der Tonarmhöhe ist im Vergleich wahrnehmbar.


Ich will und kann deine Wahrnehmung nicht in Frage stellen, habe aber Zweifel: Bei einer leicht welligen Platte höre ich zumindest keine Veränderungen der Klangqualität -- und da kommt zum 'falschen' Winkel ja noch die dynamische Auslenkung (Masseträgheit!) hinzu. Und das ganze passiert als linearer Prozess, ohne dass ich mir den 'alten' Klang merken muss, um ihn mit dem 'neuen' zu vergleichen. Ein halbes Grad dürfte im übrigen schon die unterschiedliche Dicke verschiedener Platten ausmachen...

Damit will ich nicht sagen, dass du deinen Plattenspieler nicht möglichst gut ausrichten solltest -- aber die Kirche darf bei einem so 'unperfekten' System wie der Schallplatte und deren Abtastung m.E. auch gerne im Dorf bleiben.

Sehr schön finde ich hierzu die Bedienungsanleitung des Rega-Tonarms RB700 (ich hoffe das Englisch ist hier verzeihlich):

Further adjustments for neurotic/paranoid enthusiast
There are many hypotheses and theories regarding the accurate setting of bias compensation, cartridge alignment and V.T.A.
All these theories exist because these adjustments are only approximations or compromises. There is no one 100% correct answer.
[...]
However, care must be taken when using test records as these are generally designed for professional use. They are only relevant as a comparison between different products and can lead to hi-fi paranoia if used in isolation.
[...]
So experiment if you wish, but you are likely to gain more pleasure from listening to music.

Insbesondere den letzten Satz finde ich einfach herrlich!

Aber das Hifi-Gewissen will natürlich beruhigt sein, und jetzt kannst du dich dem angemahnten Musikgenuss ja (hoffentlich) 100%ig zufrieden hingeben.


Jochen
Bueller...Bueller...
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 06. Apr 2008, 10:20
@pet2:
Ich kenn' mich mit den Typen nicht so aus, Dual-Plattenspieler stellen die Tonarmhöhe automatisch ein und gleichen einen unebenen Untergrund aus?

Bei mir ist es Thorens, wie sollte es anders sein ...

Meinst du ich sollte mir lieber einen Dual-Spieler kaufen?

@jopetz:
Danke für die Blumen, ich habe so das dumpfe Gefühl, dass Du dich in meinen Beitrag gut reinversetzen konntest.

Wenn mir mein Gehirn jede Nacht etwas vorgaukeln kann, wie kann ich mir dann sicher sein, dass sich zwei Wahrnehmungen entsprechen?

Wenn in Japan Löcher buddeln zum Wettbewerb erhoben wird, könnte man es ja mit der größten Präzision beim Ausrichten eines Plattenspielers auch mal versuchen ...

Ohne Flachs und Krümel: Wenn ich jetzt das Gefühl hätte, es klänge blöd, könnte ich es nicht mehr auf die Justage schieben. Allerdings könnte es ja sein, dass sich schief besser anhört. Mist! Das klang schon wieder etwas albern!


[Beitrag von Bueller...Bueller... am 06. Apr 2008, 10:27 bearbeitet]
pet2
Inventar
#6 erstellt: 06. Apr 2008, 11:00
Ach Dual Plattenspieler können so einiges.
ZB so etwas hier:



Ok, sie können den Tonarm nicht selbsttätig höhenverstellen.
Halte ich jetzt aber auch nicht wirklich für notwendig.
Man möge einmal berechnen wieviel Grad VTA Abweichungen entstehen, wenn man den Tonarm an seiner Basis um 1 mm in der Höhe verstellt.
Ist sicher nicht die Welt.
Ich habe mal einen 1246 zu diesem Experiment mißbraucht, weil man bei diesem auch noch so einen schönen Drehknopf an der Systemhalterung findet .

Aber ich sollte mir wohl wirklich mal wieder einen Thorens zulegen.
Als gelernter Vermessungstechniker sollte ich die Aufstellungsprobleme schon in den Griff kriegen .

Gruß

pet
rorenoren
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 06. Apr 2008, 11:47
Moin,

auch wenn etwas off Topic, Duals können noch mehr:



Sorry!

Gruss, Jens
Passat
Moderator
#8 erstellt: 06. Apr 2008, 12:18

Bueller...Bueller... schrieb:
@pet2:
Ich kenn' mich mit den Typen nicht so aus, Dual-Plattenspieler stellen die Tonarmhöhe automatisch ein und gleichen einen unebenen Untergrund aus?


Nein, aber bei Plattenspielern mit masselos erzeugter Auflagekraft und Antiskating ist die genaue Ausrichtung unnötig, da auf den Tonarm keine Massekräfte wirken. Und fast alle Duals gehören dazu.
Einen Dual kannst du auch auf die Seite oder sogar auf den Kopf stellen, er wird die Platte trotzdem einwandfrei abspielen (vorrausgesetzt, man klemmt den Plattenteller und die Platte fest, so das die nicht herunterfallen können).

Dual hat das früher oft auf Messen gezeigt: Einen Plattenspieler in ein Gestell eingespannt, das den Plattenspieler in allen Achsen dreht, während der Plattenspieler eine Platte abspielt.

Bei einem Plattenspieler ohne masselos erzeugter Auflagekraft und Antiskating wirken bei schiefer Aufstellung Massekräfte auf den Tonarm. Das hat den Effekt, das sich die eingestellten Werte in Abhängigkeit von der Tonarmposition verändern. Deshalb ist da eine genaue Ausrichtung wichtig.

Grüsse
Roman
raphael.t
Inventar
#9 erstellt: 06. Apr 2008, 13:02
Hallo Jens!

Schaut gut aus, ist aber fürs Tellerlager wahrscheinlich nicht so gut wie die exakt waagrechte Einstellung.
Also, meine Duale stehen auch waagrecht.

Grüße Raphael
Rillenohr
Inventar
#10 erstellt: 06. Apr 2008, 14:48

jopetz schrieb:
...aber die Kirche darf bei einem so 'unperfekten' System wie der Schallplatte und deren Abtastung m.E. auch gerne im Dorf bleiben.


Ein wahres Wort. Schallplatte und Präzision ist leider ein Widerspruch.

Bueller...Bueller...
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 07. Apr 2008, 08:56
Wow! Man mag ja denken was man will, aber Dual-Besitzer haben definitiv mehr Spaß!

Leider ist es schon so, dass mein Thorens ein nicht fummelig justiertes Antiskating mit räumlicher Verschiebung quittiert. Im wesentlichen sicher bloß für aussen positionierte Klänge, aber immerhin. Daraufhin befiel mich der Justage-Wahn ...

Wobei ich schon glaube, dass ein entsprechendes Augenmerk insofern nicht falsch ist, weil die Summe aller Justagen dann eben doch etwas ausmachen kann. Das steht nach meinem Empfinden nicht im Widerspruch zu den Statements der Further adjustments for neurotic/paranoid enthusiast
Es geht wohl eher nicht darum, dass Justage egal ist, sondern darum, dass es keine absoluten Werte gibt.
Von daher entsprang mein Drang der Mitteilsamkeit weniger der Aufforderung nur rechtwinklig zum Erdmittelpunkt ausgerichtete Plattenspieler und Tonarme zu betreiben, sondern der Möglichkeit gewünschte Abweichungen exakter zu fassen. Abweichungen in der Tonarmhöhe halte ich im Vergleichsverfahren für wahrnehmbar, absolut selbstverständlich nicht. Und so kann ich eben mit der Tonarmhöhe leichter experimentieren. Naja, und ich vermute, dass es einfacher ist eine Headshell auf einem waagrechten Spieler auzurichten und das eine zur Platte parallel ausgerichtete Headshell auch nix Grundverkehrtes sein könnte.

Ich fand es halt gar nicht schlecht, dass die Feststellung jedweder Ausrichtung so berührungslos und mit bestimmbarer, reproduzierbarer Abweichung erfolgen kann ...

Aber diese Dual-Geschichte... TssTss... wie machen die das ... schwarze Magie?
pet2
Inventar
#12 erstellt: 07. Apr 2008, 11:39
Hallo,

ich denke schon, daß Deine Maßnahmen bei eienm Thorens Plattenspieler mit Subchassis ihre Berechtigung haben.
Ich hatte nur vermißt, daß der Plattenspielertyp auch erwähnt wird, sonst meint halt jeder Leser, daß dies bei jedm Plattenspieler so nötig sei.
Gedacht habe ich es mir ja schon, ich hatte auch mal einen TD 145 .

Zum Dual:
Damals war ein Plattenspieler halt ein ganz normaler Alltagsgegenstand.
Dieser wurde üblicherweise nicht besonders dekorativ auf ein Rack oder eine Wandhalterung gestellt, sondern einfach dorthin, wo er am wenigsten störte.
Bis etwa Mitte der 70er Jahre war es durchaus nicht ungewöhnlich, ihn zb. in das Barfach des Wohnzimmerschranks einzubauen.
Unter anderem deshalb, konnte man bis zu dieser Zeit auch so gut wie jeden Dual als reines Chassis kaufen.
Die Forderungen an einen Plattenspieler waren eben auch etwas anders.
So erwartete man, daß man ihn möglichst komfortabel bedienen konnte und keinen Lehrgang absolvieren mußte, um ihn aufzustellen und zu betreiben.
Und da bot es sich halt auch an, die Auflagekraft + Antiskatingkrafterzeugung per Feder, masselos zu realisieren.
Beide Kräfte sind frei von Schwerkrafteinflüssen.
Man könnte einen solchen Dual auch problemlos im Weltall betreiben.
Darüberhinaus hat die dynamische Auflagekrafterzeugung auch durchaus noch andere Vorteile.
Ich stelle meine Dual allerdings schon alleine aus optischen Gründen gerade auf.
Bei anderen Plattenspielern gebe ich mir beim ausrichten allerdings schon etwas mehr Mühe.
Bei einem Lenco L78 in einer Selbstbauzarge habe ich zb. 3 höhenverstellbare Füsse unter die Zarge gebaut.
Bei diesem Lenco orientiere ich mich nur nach dem Plattenteller.
Dazu benutze ich einen gewöhnliche kleine Wasserwaage, die ich zuvor mal mit einer größeren, genaueren Wasserwaage kalibriert hatte.

Für einen Thorens würde ich aber vermutlich mein Nivilierinstrument aufbauen :D.

Gruß

pet
Rillenohr
Inventar
#13 erstellt: 07. Apr 2008, 12:46

pet2 schrieb:

Damals war ein Plattenspieler halt ein ganz normaler Alltagsgegenstand.


Ich bin von gestern. Das ist bei mir heute noch so.



pet2 schrieb:

Dieser wurde üblicherweise nicht besonders dekorativ auf ein Rack oder eine Wandhalterung gestellt, sondern einfach dorthin, wo er am wenigsten störte.


Ach so, ihr habt eure Dreher v. a. zum Angucken... naja... Den Verdacht habe ich bei einigen sowieso schon lange...



pet2 schrieb:

Die Forderungen an einen Plattenspieler waren eben auch etwas anders.
So erwartete man, daß man ihn möglichst komfortabel bedienen konnte und keinen Lehrgang absolvieren mußte, um ihn aufzustellen und zu betreiben.


Das kann auch nur ein Jungspunt so formulieren. Damals war man umständliche Bedienung eher gewohnt als heute. Wenn ich die Beiträge vieler junger Vinyl-Erstmalseinsteiger hier ansehe, dann möchten gerade diese eine einfache Bedienung. Einen Thorens kann man denen guten Gewissens gar nicht empfehlen.



pet2
Inventar
#14 erstellt: 07. Apr 2008, 12:59
Hallo,

Jungspund .
Danke schön .
Ich habe 1975 meinen ersten Dual 1228 gekauft.
Selbstverständlich existiert der immer noch.
Die längste Zeit seines Plattenspielerlebens hat er auf einem eher wackligen Regal Platz genommen .

Das man einen Thorens nicht jedem empfehlen sollte, da gebe ich Dir absolut recht.
War damals aber auch schon nicht viel anders .

Gruß

pet
Rillenohr
Inventar
#15 erstellt: 07. Apr 2008, 13:08

pet2 schrieb:

Jungspund .
Danke schön .



Das war selbstverständlich ironisch gemeint.

Bueller...Bueller...
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 07. Apr 2008, 18:14
Naja, von alleine spielen ja schon alle anderen Geräte, da freue ich mich über etwas Abwechslung ... äh, muss ich mich über Abwechslung freuen ...

Da war die "Kompaktanlage" doch noch komfortabler. Eine Ebene, ein vollautomatischer Plattenspieler, ein Kassettenfach und eine ewig lange Bandskala des Radios versteckt unter einer gigantischen Haube.

Mit dem Thorens (übrigens die Massenkarambolage TD320MKIII) verhält es sich eher wie mit meinem VW Käfer damals, frisiert, nicht gepimpt oder getuned. Mit 80PS, viel Plastik auf damals unglaublich breiten 195ern gab's Aufmerksamkeit, mehr Spaß und immer was zu tun.
Nach den umfangreichen Frickeleien ist das akustische Ergebnis ganz zufriedenstellend und zwar eben nur wegen der eigenen Arbeitszeit. Das verbindet, den Käfer hab' ich nämlich nicht mehr ...
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