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effektive Tonarmmasse?

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Arminschen
Stammgast
#1 erstellt: 19. Jan 2004, 10:47
Hallo!

Frage an alle Analog-Profis
was ist die effektive Tonarmmasse??

Noch ne Frage: logisch wären doch schwere Tonarme mit Abnehmern, die eine hohe nadelnachgiebigkeit haben, oder??
Theoretisch ist das system Nadel/Tonarm ein gekoppeltes pendel, d.h. auch bei der geringen schwingung des Nadelträgers muss ein leichter tonarm da eigendlich auch mitschwingen (Resonanz) oder hab ich blödsinn geschrieben?

Arminschen
Albus
Inventar
#2 erstellt: 19. Jan 2004, 12:19
Tag Arminschen,

statt vieler Worte - die Formel für die Berechnung der Frequenz der Tiefenresonanz einer Kombination aus Tonabnehmer und Tonarm, die Formel lautet:

1000 dividiert durch: 2Pi multipliziert mit Wurzel aus (C x M);
mit C = Compliance/Nadelnachgiebigkeit in mm/N (typisch Werte zwischen min. 5 und max. 40), M = Summe aus effektiver bewegter Masse des Tonarms plus Gewicht des Tonabnehmers plus Gewicht des Befestigungsmaterials.

Manche Abnehmer haben vertikal eine geringere Nachgiebigeit als horizontal (die Schneidamplitude von Platten beträgt vertikal max. 50 µ, horizontal kommen gelegentlich 100 µ vor). Die Welligkeit von Schallplatten ist eine Anregung in vertikaler Richtung, typisch im Bereich von 5 Hz. Die Tiefenresonanz einer Kombination sollte - günstig - im Bereich 8-12 Hz liegen, dem Bereich der geringsten Welligkeiten von Schallplatten - nach empirischen Untersuchungen. Zu verhindern ist auch, dass die Tiefenresonanz in den Bereich der unteren Bassfrequenzen gerät.

Formelmäßig ergibt sich für eine Kombination eines schweren Tonarmes mit einem Tonabnehmer hoher Nadelnachgiebigkeit eine Tiefenresonanz im Bereich der häufigsten Plattenwelligkeit; zB: FR 64 (eff. M 20 g) mit Ortofon OMB 30 = 5,8 Hz.
Dagegen ein abgestimmtes Paar, wie Rega RB 300 (11 g) mit Ortofon MC Nr. 2 = 9,4 Hz. Davon ist zu schweigen, dass über die uU stark ausgeprägte Tiefenresonanz heutzutage kein Wort mehr verloren wird (man denke an die Dämpfungseinrichtungen in Nadelnähe der Shure V 15-Typen und separate der Firma Stax).

Soweit. Deine Überlegungen sind geeignet Dich in die Irre zu führen.

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 19. Jan 2004, 12:55 bearbeitet]
Arminschen
Stammgast
#3 erstellt: 19. Jan 2004, 12:52
Hallo Albus!

Dank erstmal für die Info, bin etwas verwirrter als vorher
mmN also millimeter mal newton?!? wasndas für ne einheit,
auslenkung mal kraft?!?

OK, soweit kapiert, die Resonanzfrequenz eines Tonarms ist weit ausserhalb der Frequenz der musik, das einzige was da mitspielen könnte sind Wellen in der LP.

Entweder es steht zwischen den Zeilen oder ich bin zu doof ums zu kapieren: effektive Tonarmmasse kann nicht die Masse der einzelnen Bauteile sein, die sind doch viel schwerer!

Arminschen
Albus
Inventar
#4 erstellt: 19. Jan 2004, 13:02
Tag erneut Arminschen,

ich habe den Ausdruck für die Dimension der Nadelnachgiebigkeit jetzt korrigiert, richtig geschrieben: mm/N, also Millimeter je Newton. Die effektive bewegte Masse des Tonarms ist Bestandteil des Formelelementes M. Effektive Tonarmmasse ist eben diese effektive bewegte Masse, richtig: nicht etwa das Gewicht des Tonarms. Es gibt noch eine weitere bewegte Masse, die des Nadelträgers mit dem Diamanten, deren Resonanz liegt üblich im Bereich 17-25 KHz.
Nachtrag: Die Formel ist sehr gut brauchbar zu Bestimmung des Erwartungswertes der Tiefenresonanz einer Arm+Abnehmer-Kombination. Die Verifikation mittels einer Testplatte mit Resonanztest ist immer wieder erfolgreich.

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 19. Jan 2004, 13:07 bearbeitet]
Arminschen
Stammgast
#5 erstellt: 19. Jan 2004, 13:03
Nochmal Hallo!

Habe derzeit ein AT OC 5 laufen, hab jetzt aber gelesen das ginge nur ab mittelschweren Tonarmen, ich hab nen TP 16
der ist doch mit 12,5 gr. eff. Tonarmmasse eher leicht einzustufen, oder????

helft mir aus dem dunklen tal

Gibts da vielleicht ein Buch mit geballtem Plattenspieler/Schallplatten/Tonarm..... wissen???

Arminschen
Arminschen
Stammgast
#6 erstellt: 19. Jan 2004, 13:10
Hallo ALbus!

das macht sinn!! mm auslenkung je N kraft!
Ist das so wie "trägheit" enzustufen, höhere Masse Tonarm, höhere kraft zum auslenken notwendig??
Tut mir leid wenn ich euch auf die nerven gehe mit Anfängerfragen!
Ich war immer nur Konsument (kritikloser)und will jetzt wissen warum ich das höre was ich höre!
Albus
Inventar
#7 erstellt: 19. Jan 2004, 13:15
Tag,

ich verwende aus Erfahrung diese Klassifikation:
Leicht = 5-7 g; mittelschwer = 10 +/-3 g; schwer = 15 +/-2 g; sehr schwer = mehr als 18 g. Die Grenzbereiche entstehen durch den Einfluß der Position des Gegengewichtes im Verhältnis zum Drehpunkt, dicht am Lagerpunkt bedeutet geringerer Wert der bewegten Masse, weit entferntes Gegengewicht erhöht die bewegte Masse. Es ist ein Hebel mit variablen Masseverhältnissen, kein Pendel.

Leicht war zB der S-förmige SME aus einem dünnen Titanrohr. Wirkliche Leichttonarme waren und sind selten.

MfG
Albus
cr
Moderator
#8 erstellt: 19. Jan 2004, 13:18
Die effektive Masse der DUAL-Spitzenmodelle war auch ziemlich niedrig (allein schon wegen des leichten ULM-Tonkopfs und dessen Befestigung)


[Beitrag von cr am 19. Jan 2004, 13:19 bearbeitet]
Albus
Inventar
#9 erstellt: 19. Jan 2004, 13:35
Arminschen,

die Nadelnachgiebigkeit bezeichnet die Beweglichkeit des Schwingsystems Nadelträger mit Diamant im Nadellager. Der Tonarm hat die Aufgabe, den Abnehmer störungsfrei auf der Spur zu halten, wobei die Spurführungskräfte von der Platte stammen, so genannte Führungsfähigkeit des Arms, die Lagerreibung hat entscheidenden Einfluß; der Arm muß der Grundbewegung der Rillensteigung leicht folgen, einschließlich Antiskating, aber nicht der Mikrobewegung der Schneidamplitude in den Rillenflanken.

Lesbares? Von Franz Schöler gab es einst zweibändig Rowohlt Taschenbücher zum gesamten Gegenstandsbereich der Stereophonie (so Nr. 71xx), sehr ausführlich zur Schallplatten- und Tonabnehmer-Technologie. Glücklich dran, wer das Werk noch besitzt. Vielleicht antiquarisch? In Michael Dickreiter, Handbuch der Tonstudiotechnik, 2 Bände, kommt die Schallplattentechnik in Band 2 mit einem Kapitel dran, mit weiterführenden Literaturhinweisen in die Spezialistenregion.

MfG
Albus
Arminschen
Stammgast
#10 erstellt: 19. Jan 2004, 13:41
Die Grenzbereiche entstehen durch den Einfluß der Position des Gegengewichtes im Verhältnis zum Drehpunkt, dicht am Lagerpunkt bedeutet geringerer Wert der bewegten Masse, weit entferntes Gegengewicht erhöht die bewegte Masse.

Aber Hallo!

wenn die entfernung des Gewichtes einfluß auf die eff. Tonarmmasse hat müsste sich das in der Einheit wiederspiegeln (moment???)

Arminschen
Arminschen
Stammgast
#11 erstellt: 19. Jan 2004, 13:49
Hallo!

Habe gerade beide von Dir(Albus) empfohlenen Bücher bei einem Internetbuchladen gebracuht für 3,2 Euro gekauft!

Arminschen
Albus
Inventar
#12 erstellt: 19. Jan 2004, 13:55
Tag,

man kann einen als mit 14 g effektiver bewegter Masse spezifizierten Arm durch geschickte Wahl des Tonabnehmers, zB 4 g schwer statt 9,5 g, und passende Wahl eines Gegengewichtes, zB 90 g statt 60 g, in dieser Form der Realisierung zu einem 13g oder gar 12 g Arm machen = effektive bewegte Masse im Einzelfall der Realisierung. Es gibt auch Arme, die mit Teilung des Gewichtes die bewegte Masse reduzieren, größere Hauptmasse fix an den Drehpunkt, kleinere Nebenmasse nur beweglich - bei eingeschränktem zulässigen Gewichtsbereich der Tonabnehmer - versteht sich.

MfG
Albus
Albus
Inventar
#13 erstellt: 19. Jan 2004, 13:58
Gratuliere, Arminschen,

da bin ich baff.

Freundliche Grüße!
Albus
Arminschen
Stammgast
#14 erstellt: 19. Jan 2004, 14:16
Hallo!

eigendlich dachte ich ich hätte es kapiert, aber nö!

Das mit der Masse geht mir nicht aus dem kopf!
grösseres gewicht näher am drehpunkt ist nicht gleich kleineres Gewicht weiter entfernt??? Kraft mal Weg nicht mehr gültig???

Arminschen
Albus
Inventar
#15 erstellt: 19. Jan 2004, 14:29
Arminschen,

die Veränderung ist hier eine Folge der Verschiebung des Schwerpunktes aus dem Drehpunkt heraus.

MfG
Albus
Arminschen
Stammgast
#16 erstellt: 19. Jan 2004, 14:36
Hallo Albus!

wenn die Nadel sich auf die Platte senken soll
muß der Schwerpunkt des gesamten systems in Richtung nadel liegen (vom Drehpunkt aus)

Arminschen
Albus
Inventar
#17 erstellt: 19. Jan 2004, 14:55
Arminschen,

das Absinken, d.h. schlicht Kippen, auf die Platte bei statisch balancierten Armen, Masseverhältnisse, infolge in Richtung Drehlager verschobenem Gegengewicht, aus der Balance heraus, oder infolge Reitergewicht auf dem vorderen Armstück, in Richtung Abnehmer, Auflagekraft jeweils durch Veränderung der stabilen Lage (Ausbalancieren der Massen und Nullstellung des Arms) aus dem Drehpunkt heraus. - Bei dynamisch balancierten Tonarmen, Auflagekraft per Federzug oder per Magnetkraft, Erhaltung der stabilen Ausgangslage der Massenverhältnisse des Arms, Ansatz der Druckerzeugung am Drehpunkt unmittelbar. Der Drehpunkt ist idealerweise der Schwerpunkt des Arms, als Konstellation größter Stabilität.

MfG
Albus
Arminschen
Stammgast
#18 erstellt: 19. Jan 2004, 15:36
Albus,

ich werde mich erstmal ein bischen schlau machen bevor ich weiterhin das Forum belaste!

Arminschen
Albus
Inventar
#19 erstellt: 20. Jan 2004, 10:53
Tag,

nachgetragen, die mechanisch komplexen Verhältnisse sind im dtv-Atlas zur Physik, Band 1, Seite 48 und 49 verständlich angedeutet.

MfG
Albus
wolfi
Inventar
#20 erstellt: 20. Jan 2004, 12:12
Hallo,
auch im Franzis-Verlag gab es ein nettes Taschenbuch zu diesem Thema: Loos, Tonabnehmer für die Schallplattenwiedergabe,RPB 187. Als Ergänzung zum Problemkreis sei an die Bedeutung der Tiefenresonanz für die Belastbarkeit ventilierter Gehäuse erinnert.
Hagbard^C
Neuling
#21 erstellt: 28. Mai 2004, 10:19
Ich bin ein Neuling was Nadelnachgiebigkeit angeht. Kann mir mal jemand die Formel korrekt nach C umstellen ?
Ich bekomme immer werte unter 1 zB 0,27.

Kann das stimmen ?? ich denke nicht

bitte helft mir !

Hagbard^C
prachtbursch
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 28. Mai 2004, 13:32
umgeformt:

c= (1/m)*(1000/(f*2*pi))²

f=[Hz]
m=[g]
c=[µm/mN]

mfg Clemens
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