Hochwirkungsgradlautsprecher voll digital

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42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 27. Nov 2017, 12:16
Hallo Leute,

das hier vorgestellte Projekt basiert auf der Idee, Lautsprecher haben zu wollen, die einen guten Wirkungsgrad und eine möglichst gute Impulstreue haben sollen. Durch die einschlägigen Zeitschriften inspiriert, entschied ich mich für Systeme der Firma 18 Sound. Technisch auf dem neuesten Stand, hoch belastbar, geringe Verzerrungen und sehr schnell, so kommen diese Komponenten daher. Die leichte Bassschwäche wird digital behoben, indem die Reflexabstimmung eigentlich etwas zu tief liegt und dann mittels Verstärkung der Pegel angepasst wird. Gegenüber der Original-Konstruktion verwende ich zwei Tieftöner in Paralellschaltung, dadurch wird der Pegel auch bereits einige Db höher.

Ich stelle diesmal ziemlich viele Bilder vom Bau rein, da ich solche Dokus selber sehr mag:


Zeichnung

DSC_0048a

DSC_0053a

DSC_0054a

DSC_0161a

DSC_0166a

DSC_0182a

DSC_0184a

DSC_0192a

DSC_0202a

DSC_0231a

DSC_0250a

DSC_0256a

DSC_0259a

DSC_0274a

DSC_1406

DSC_1420

DSC_1425

Über Kommentare würde ich mich sehr freuen ...

lizzard
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 27. Nov 2017, 12:52
well done, @42_hertz

Ich liebe zierliche Lautsprecher einfach
kinodehemm
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 27. Nov 2017, 13:49
In jedem Fall mal ganz meine Richtung!

Welcher O-Bausatz liegt denn zugrunde? (du schreibst ja von 'angepasst'..)
/OMEGA/
Inventar
#4 erstellt: 27. Nov 2017, 13:57
@42_Herz, die sehen sehr schön aus, gefällt mir.
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 27. Nov 2017, 14:15
Ich meinte keinen Bausatz, sondern die Unison Hifi MAX-1 Lautsprecher.
quecksel
Inventar
#6 erstellt: 27. Nov 2017, 14:27
Was hast du dir denn für die Trennung überlegt? Das Horn kommt wahrscheinlich nicht tief genug als das d'Appo funktionieren würde. 2,5-Wege würde sich wohl anbieten.
Big_Määääc
Inventar
#7 erstellt: 27. Nov 2017, 15:47
ufff, da hätt ich aber erstmal nen OSB Proto für zusammengeschraubt .
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 27. Nov 2017, 15:57
@quecksel: Du hast völlig Recht die d'Appo Frequenz meines Systemes wäre ca. 412Hz ( 2c/3d ) dabei handelt es sich also nur um ein optisches d'Appo. Interferenzen zwischen 500-1500 Hz wären unausweichlich. Probiert habe ich es trotzdem und es war gar nicht so übel, da die Effekte in der Vertikalen stattfinden gab es in meiner Sitzposition trotzdem recht guten Sound (die Systeme sind leicht angewinkelt und die Tweeter zeigen vertikal mit 0° auf meine Position).
Aber nach einiger Zeit habe ich den unteren TT mit 6db/Oct bei 180Hz rausgenommen. der obere darf bis ca.1500Hz ran, was mit diesem 10' durchaus machbar ist. Der Sound ist etwas klarer (bilde ich mir zumindest ein). Digital kann man halt experimentieren ohne den Lötkolben benutzen zu müssen.
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 27. Nov 2017, 19:08
Hallo nochmal,
der TT ist natürlich kein 10' sondern ein 12'.
Und zwar der 18 Sound 12 NLW 9300.
Sorry.
quecksel
Inventar
#11 erstellt: 28. Nov 2017, 12:42
Mal eine andere Frage, wie siehts denn in dem Gehäuse mit Stehwellen aus? Die Bedämpfung ist ja recht spärlich und die TT haben auch keine eigenen Kammern wenn ich das richtig sehe.
P@Freak
Inventar
#12 erstellt: 28. Nov 2017, 19:28
Hallo,

eigene Kammern sind hier auch nicht nötig weil eh symmetrischer Grundaufbau ...
Was allerdings sehr ungeschickt ist ist dann die Bassreflex Ports mechanisch UNsymmetrisch zu den Kammern / Lautsprechern aus zu legen.
Wenn macht man das ALLES spiegelsymmetrisch !!!

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 28. Nov 2017, 19:28 bearbeitet]
quecksel
Inventar
#13 erstellt: 28. Nov 2017, 22:46
Guter Punkt, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Wenn aber wie hier im relevanten Bereich die Filterfunktion für die TT unterschiedlich ist dann ist ja die Symmetrie auch wieder gebrochen.
Big_Määääc
Inventar
#14 erstellt: 28. Nov 2017, 22:55
mit asymetrischem Aufbau lassen sich Resonanzpeaks vermeide/verschmieren,
und die Hochtonkammer in dieser Kiste steht auch schon mal der Resonanz im Wege.

oben ist die Kiste im Innern breiter als unten,
wo die BR Kanäle seitlich laufen.

Dämpfung tut übriges.

sieht so schlimm nicht aus.

aber Neodym in einer Standbox,
wo bleibt da die moderne werbewirksame Nachhaltigkeit ?)
P@Freak
Inventar
#15 erstellt: 28. Nov 2017, 23:21
@ quecksel :

Wenn aber wie hier im relevanten Bereich die Filterfunktion für die TT unterschiedlich ist dann ist ja die Symmetrie auch wieder gebrochen.

Oben steht das die TT parallel laufen.
WENN unterschiedlich angesteuert wird DANN müssen die TT natürlich auch in abgetrennte Kammern.
Die MAX1 als "Vorlage" für solche Projekte zu nehmen muß auch keine gute Idee sein

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 28. Nov 2017, 23:33 bearbeitet]
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 29. Nov 2017, 08:35
Hallo an Alle,
und zunächst einmal vielen Dank für euer Feedback und eure Anregungen.
@P@Freak: Auf welchem pysikalischen Gesetzt oder pysikalischem Prinzip fußt Deine Kritik bezüglich der Symetrischen Anordnung der BR Kanäle?
Ich denke zumindest, das ich mich mit meinen Konstruktionsprinzipien (2 TT vertikal angeordnet, im gemeinsamen Gehäuse, mit Downfire BR mit asymetrischem Abstand TT1,TT2 zum Porteingang) in ziemlich prominenter Gesellschaft befinde z.B.: Bowers & Wilkins 800 D3. Ich glaube nach meinem Hörerlebnis mit diesen Boxen auf der High-End kann man diesen Leuten keine Fehlkonstruktion vorwerfen. Es handelt sich bei dieser Konstruktion ja auch nicht um eine PA die gestacked oder in einem Line-Array Dienst tun soll, dort wäre unsymetrisches Abstrahlverhalten tatsächlich ein KO Kriterium.
Zu dem zweiten Punkt mit den unterschiedlichen Kammern kann ich sagen, daß ein TT Gehäuse zum größten Teil für tiefe Töne abgestimmt wird und nur dort ist die Reflexabstimmung das Volumen etc. relevant und in diesem Bereich arbeiten die TT parallel. Um bei meiner Argumentation von oben zu bleiben auch die Leute bei JBL wissen was sie tun. In der JBL Everest 66000/67000 arbeiten zwei TT in einer Kammer mit unterschiedlichen Trennfrequenzen 150Hz (6dB getrennt um die Addition hinzubekommen) und 800Hz. Ist das eine Fehlkonstruktion?
Zum dritten Punkt die Max1 mag einem gefallen oder nicht, das ist sicher Geschmakssache mir gefällt die Schnelligkeit und Klirrfreiheit. Der Bass ist in der Tat etwas lau, daher meine TT Ergänzung.
@quecksel: Mir gefällt Deine genaue Beobachtung.
Stehende Wellen in einem parallel-wandigen Gehäuse sind natürlich ein Problem und mit Noppenschaum an den Wänden kann man das nur partiell bekämpfen. Um ehrlich zu sein habe ich bisher nicht genügend an dieser Schraube gedreht (Minimal Bedämpfung dem Wirkungsgrad zu Liebe). 'try and error' ist die Methode, die ich am wenigsten mag, aber in diesem Fall wahrscheinlich die einzig mögliche. Hier gibt es sicher noch Potential nach oben.
Kyumps
Inventar
#17 erstellt: 29. Nov 2017, 08:44
Zur Bekämpfung der stehwellen könnten sich der Röhrenresonator nach Tonfeile bewähren,
Abstimmung dessen über die Impedanzmessung.

Apropos Messung...
Gibt's dazu auch was


[Beitrag von Kyumps am 29. Nov 2017, 08:45 bearbeitet]
quecksel
Inventar
#18 erstellt: 29. Nov 2017, 10:22

Big_Määääc (Beitrag #14) schrieb:
mit asymetrischem Aufbau lassen sich Resonanzpeaks vermeide/verschmieren,
und die Hochtonkammer in dieser Kiste steht auch schon mal der Resonanz im Wege.

oben ist die Kiste im Innern breiter als unten,
wo die BR Kanäle seitlich laufen.

Dämpfung tut übriges.

sieht so schlimm nicht aus.


Aus Hifigründen vollkommen unzulässig! So muss das aussehen:
user7027_pic31610_1504363485


@42Hz: Basotect wäre noch eine Möglichkeit zur Bedämpfung, klaut wenig Bass und reduziert die Stehwellen trotzdem gut.
Big_Määääc
Inventar
#19 erstellt: 29. Nov 2017, 10:54
ist zulässig wenn die Optik nichts anderes zulässt

Praktikabilität ist halt nicht immer mess- und theoriekomform.
und glücklicherweise sind die menschlichen Sinne viel schlechter
als lumpige Messtechnik es nicht schon überbieten kann

in diesem Fall hier heißt es erstmal drübermessen und schauen wo und ob überhaupt Störstellen da sind,
die über die Wahrnehmungsschwelle hinweg kommen.
quecksel
Inventar
#20 erstellt: 30. Nov 2017, 11:37

Big_Määääc (Beitrag #19) schrieb:

in diesem Fall hier heißt es erstmal drübermessen und schauen wo und ob überhaupt Störstellen da sind,
die über die Wahrnehmungsschwelle hinweg kommen.


Richtig, wir wollen Messungen sehen!
P@Freak
Inventar
#21 erstellt: 30. Nov 2017, 18:37
Hallo,

beim Fredstarter scheint sich ja eh vieles über den *Glauben* daran das ANDERE "tolle" Lautsprecher bauen zu ergeben ...

P@Freak
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#22 erstellt: 03. Dez 2017, 10:37
Hallo Leute,

nach Berechnung und Messung des Stehwellenspektrums folgender Plan für die Weihnachtsferien:

1.) Weitere Bedämpfung des Gehäuses an exponierten Stellen (Messung Beschleuninigungsaufnehmer).
2.) Weitere Versteifung des Gehäuses mit gleichem Ziel
(vor allem im Deckel und Bodenbereich ist die 1/10 Regel
Dicke (24mm) zu Versteifungsabstand nicht eingehalten).
3.) Erneute Messung des Stehwellenpeaks (zur Zeit bei ca 176 Hz ca 3dB)
4.) Gegebenenfalls Einbau eines IHR nach Timmermann siehe HH1/03

Leider habe ich bis dahin noch sehr viel zu arbeiten, also bis dann.
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#23 erstellt: 03. Dez 2017, 12:06
Hallo nochmal,

eben beim Frühstück ist mir noch eine Idee gekommen.
Dank des Beitrags #14.
Erzeugung einer Fuzzy Ebene zur Verbreiterung des Peaks
und dem damit verbundenen Energieentzug pro Frequenzband.
Ich könnte den Boden und den Deckel mit verschieden lagen und
verschieden abgeschrägten z.B. 4x4 cm Hölzern bekleben.
Diese Hölzer müssten in einer Random Konfiguration eingebracht werden.
Damit würden sich n unterschiedliche Reflexionswege ergeben, die nicht nur den
einen Peak verschmieren würden, sondern auch alle anderen höherer Ordnung.
Das Resultat wäre eine Energieverteilung über die Freuenz die dann nicht mehr
ausreichen würde die 24 mm Platte zum schwingen zu bringen.
Ein interner Helmholz Resonator könnte ja nur die erste Ordnung bekämpfen.
Was haltet ihr von dieser Idee ?
quecksel
Inventar
#24 erstellt: 03. Dez 2017, 12:19
Ich vermute mal dass die Tiefe der Hölzer recht groß sein müsste, evtl bis 1/3 der Gehäusetiefe. Das kommt mir recht unpraktisch vor, dann schon lieber IHR/IRR plus Bedämpfung.
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#25 erstellt: 03. Dez 2017, 13:41
Ok die Idee ist gestorben:
Du hast Recht bei spiegelnder Reflexionen an "kleinen" Flächen gilt:
Wenn Schallwellenlängen viel größer sind als die Strukturen
(größer als das 5-fache der Abmessungen), bleiben diese unwirksam und
die Reflexionsrichtung wird von der Grundfläche bestimmt.
Kyumps
Inventar
#26 erstellt: 04. Dez 2017, 08:30
Der interne Helmholzabsorber lässt sich wohl schwieriger in den Gehäuse einbringen als die Rohrresonatoren, oder sehe ich das falsch?
elchupacabre
Inventar
#27 erstellt: 15. Feb 2018, 07:27
Tut sich hier noch etwas?
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#28 erstellt: 11. Apr 2018, 15:02
Hallo an Alle,

ich habe etwas länger gebraucht als erwartet um die Umbaumaßnahmen durch zu führen.
Ihr wisst ja zu viel Arbeit zu wenig Hobby...
Die Verstrebung des Deckels sollte wie folgt aufgebaut werden:

Teil_1

Der Einbau der Verstrebung:

EinbauVerstrebung

Dann habe ich für mehr Dämpfung (Seiten, Deckel und Boden) gesorgt:

Bedaempfung

Als nächstes sieht man den H-Resonator wie er gerade eingebaut wird:

H-Resonator

Vor dem Einbau des H-Resonators sah die Gehäuse - Resonanz so aus:

Resonanzmessung am Gehäuse

Nach dem Einbau sieht die Resonaz so aus:

Resonanzmessung am Gehäuse nach Umbau

Der Frequenzgang im Wohnzimmer sieht natürlich ohne Korrektur furchtbar aus:

FGang unkorrigiert

Nach der Korrektur (ohne zuviel zu tun):

FGang korrigiert

So das war das noch ausstehende Update.
elchupacabre
Inventar
#29 erstellt: 11. Apr 2018, 16:44
Bleibe weiter gespannt, solltest du noch weiter tüfteln, bitte hier schreiben
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#30 erstellt: 30. Sep 2018, 08:28
Hallo mal wieder ein Update ...

Digitale Optimierung:

Nach der Beseitigung der Gehäuse Stehwelle habe ich mich in der Folezeit mit dem Frequenzgang eingehender beschäftigt.
In diesem Zusammenhang bin ich von der sogenannten 'Housecurve' ausgegeangen, die einen optimalen Frequenzgang in einem Wohnzimmer beschreiben soll. Mit dieser Funktion wird der gemessene Frequenzgang verglichen. Dabei gibt es Bereiche, die liegen oberhalb der Zielfunktion und andere Bereiche, die liegen unterhalb der Zielfunktion.
Wie bewertet man aber die Über und Unterschreitungen ?
Geht man von der Amplitude der Abweichung aus oder von der Breite der jeweiligen Fehlstelle?
Ich habe mich für das Integral entschieden. Das bedeutet die Fläche der Abweichungsstelle wird berechnet.
Für mein Optimierungsverfahren stellt dieses Integral das wichtigste Kriterium dar.
Da das Gehirn stärker auf Überhöhungen im Frequenzgang reagiert als auf Unterschreitungen (in diesem Fall ergänzt das Gehirn einfach den fehlenden Bereich) habe ich zwei einstellbare Faktoren eingeführt, die die Überschreitung- und Unterschreitungs-Integrale bewerten.
Im ersten Schritt sucht das Verfahren nun in einem vorgegebenen Bereich nach der 'schlimmsten' Fehlstelle (Integral mal Faktor). Im zweiten Schritt sucht das Verfahren mittells Gradientensuche (mehrdimensionale Optimierung mit Aussicht auf zumindest ein lokales Minimum/Maximum) mach dem besten IIR Filter zur Bekämpfung dieser Fehlstelle.
Da man nicht beliebig viele IIR Filter zur Verfügung hat macht es Sinn diese möglichst optimal einzusetzen. Ich habe vor der Entwicklung dieser Software versucht die IIRs von Hand optimal zu nutzen. Es hat sich aber gezeigt, dass man sehr weit weg ist von einer optimalen Lösung und das man Jahre brauchen würde 10 IIRs im mehrdimensionalen Suchraum optimal einzustellen. Mein Computer erledigt das in wenigen Minuten.

Da man im Wohnzimmer unter 150 Hz eh nicht viel Vernünftiges messen kann, habe ich den Optimizer-Bereich auf 150 Hz - 18000 Hz festgelegt. Darüber höre ich wahrscheinlich sowieso nix.
Als erstes habe ich den Frequenzgang gemessen und in den Optimizer eingelesen.
Dann habe ich die Housecurve drüber gelegt ...

In der Praxis sieht das dann so aus:

Ausgangssituation

Der Optimizer hat folgendes möglichen Ergebniss berechnet ( 10 IIRs )
Die Ergebniskurve ist die Hellblaue:

Optimizer bei der Arbeit

Dann die neue Frequenzgangmessung :

Nach der Optimierung

Ich glaube das Ergebnis spricht für sich selbst.

Als nächstes hat mich die leichte Schärfe im Hochtonbereich gestört, das kann man digital aber nicht bekämpfen. Also was tun ?
Die Situation akzeptieren ? Oder doch weitermachen ?
Ihr ahnt es, weitermachen natürlich ...
Kyumps
Inventar
#31 erstellt: 30. Sep 2018, 10:44
Scharfer hochton ist oft eine Überhöhung unter Winkel,
Wie sieht es da bei dir aus?
quecksel
Inventar
#32 erstellt: 30. Sep 2018, 11:27
Moin,

der Optimizer klingt interessant, ich glaube etwas ähnliches habe ich schonmal für die automatische Einmessung bei AVR gesehen. Das Ergebnis sieht schonmal nicht schlecht aus, trotzdem glaube ich dass es von Hand besser gehen würde. Der Algorithmus findet zwar hochpräzise den inversen IIR zur entsprechenden Nichtlinearität, ob der wirklich gesetzt werden sollte ist eine andere Frage...

Aber von vorne, was würde ich persönlich anders machen:

-Die Messdiagramme haben eine Skalierung von 90 dB und sind dazu noch ziemlich breit gestreckt, da sieht einiges glatt aus was in Wirklichkeit gar nicht so glatt ist. Übliche Skalierung: 50 dB.
-Wie, und mit was misst du? Ist das Mikro ausreichend linear oder kalibriert? Welches Smoothing wird hier verwendet?
-Für die Korrektur im Raum benutze ich meistens eine Mittelung aus mehreren Messungen in der Nähe des Hörplatzes, das hilft stark lokalisierte Variationen der Übertragungsfunktion auszublenden.
-Zum Frequenzgang/ zur Korrektur:
Du hast zwischen 60 und 120 Hz eine Überhöhung von ca 10 dB. Die würde ich wegfiltern.
Hast du eine Ahnung woher der Einbruch bei 200 Hz kommt? Könnte es sein dass das eine Auslöschung durch die Rückwand ist?
Kann es sein dass du mittlerweile bei ~1 kHz trennst? Die Stelle sieht auf jeden Fall merkwürdig aus.
Die Anhebung ab ~8 kHz würde ich unterlassen, eventuell hat es sich dann auch mit der Schärfe im Hochtonbereich.

Aber wie gesagt, meine Meinung
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#33 erstellt: 30. Sep 2018, 12:27
Hallo nochmal,

@Kyumps: Ich habe mich bisher nur um die Hörposition gekümmert. Daher müsste ich unter Winkeln nachmessen. Ich befürchte aber die Schärfe/Härte ist systemimmanent, daher werde ich wohl einen anderen Hochtöner probieren.

@quecksel: Ich messe mit einem Behringer ECM8000 mit Korrekturkurve + MPA 102 Mikrofon Verstärker.
Smoothing 1/6 Oktave. Mittelung nur in der Nähe des Hörplatzes (3 Messungen).
Im Bereich unter 150 Herz glaube ich meiner eigenen Messung nicht. Hier kann man im Wohnzimmer höchstens im Nearfield messen (was ich an anderer Stelle getan habe mit wesentlich lineareren Resultaten). Diese Messungen habe ich aber nicht miteinander verbunden. Die Effekte um 200/1000Hz kann ich mir auch (noch) nicht erklären. Die Trennfrequenz liegt nach wie vor bei 1500Hz. Die Anhebung ab 8kHz hat dazu geführt, dass sich z.B. Becken wesentlich realistischer anhören ebenso Pikolo Flöten etc. Deshalb werde ich an dieser Stelle nicht zurück schrauben. Was natürlich völlig richtig ist, dass man nicht jede mögliche Korrektur auch machen sollte. Trotzdem wollte ich wissen, ob es prinzipiell möglich ist durch reine Datenauswertung ein besseres Klangbild zu erzeugen. Dieses Ziel habe ich erreicht, aber bestimmt ist auch dieses Ergebnis nicht aus jeder Sicht optimal (Timing duch neue Phasenverschiebungen, optimaler Frequenzgang an möglichst vielen Positionen, etc.). Wenn alle Parameter verbessert wären, könnte ich wahrscheinlich sehr viel Geld damit verdiehnen. Von daher stehen meine Versuche noch am Anfang...
Trotzdem hat sich der Klang verbessert und ich wüsste zur Zeit nicht, wie ich die Einstellungen manuell verbessern könnte.
lonelybabe69
Inventar
#34 erstellt: 30. Sep 2018, 12:31
Eine Frage an dich quecksel!
Sollten man jetzt eine Senke bzw. Einbruch überhaupt nicht auffüllen? Oder bis zu welcher Schmerzgrenze "könnte man"?

Wenn ich manchmal sehe bis zu wie viel dB Dirac häufig anhebt, wird einem ja Angst und Bange.
Zimmermanns hat bei seinem Eckhorn 18 Mk2 auch bis zu +12dB angehoben und zwar ohne mit der Wimper zu zucken!
Link hier ausm Forum
Daher die Frage



[Beitrag von lonelybabe69 am 30. Sep 2018, 12:34 bearbeitet]
quecksel
Inventar
#35 erstellt: 30. Sep 2018, 17:07
@42_Hertz: Es geht bei der Messung im Raum ja um die kombinierten Übertragungsfunktionen aus Lautsprecher und Raum. Zumindest im Bassbereich, denn da unterscheidet das Ohr nicht mehr zwischen direktem und reflektiertem Schall. Insofern ist die Messung für den Hörplatz in dem Raum durchaus gültig. Für eine Linearisierung des Freifeldfrequenzgangs natürlich nicht. Aber um den gehts hier ja nicht.

Bezüglich Hochton: So große Hörner bündeln natürlich etwas, da kann ich die Anhebung schon nachvollziehen. Bezüglich Schärfe ist meine Erfahrung dass schmalbandige Überhöhungen im Energiefrequenzgang den Eindruck hervorrufen können. Der "Buckel" bei 12kHz könnte da ein Kandidat sein.

@lonelybabe69: Ich würd mal sagen das kommt drauf an. Im Tiefbassbereich würd ich einfach auf Zielpegel vs Maximalpegel schauen, wo sich die beiden Kurven schneiden ist halt ein linearer Fgang nicht mehr möglich. Wieviel dB das dann sind ist halt individuell verscieden. Und so ein Eckhorn sollte den Boost schon aushalten. Wenns um Einbrüche durch Sickenresonanzen etc weiter oben im Frequenzgang geht wäre ich vorsichtiger, bzw würde schauen wie das klingt.
Wenns eher um raumakustische Effekte geht: Oberhalb von 500 Hz würfe ich quasi keine Senken mehr auffüllen, das hat bei jedem meiner Versuche Probleme gemacht.
P@Freak
Inventar
#36 erstellt: 30. Sep 2018, 18:16
Hallo,

also ich kann immer net ganz nachvollziehen warum man Lautsprecher so abstimmt das sie sich am angeblichen Hörplatz linear MESSEN lassen ...
die Grundtheorie ist erst mal so das man ein Setup erstellt in dem der Lautsprecher , und das möglichst fast überall wo man ihn hin stellt , Tonal und über Frequenz Linear und KLANGRICHTIG wiedergibt ... tut er das erst mal NICHT ist alles Andere hinter her wie im dunkeln rum stochern ...
Letztlich soll ein Lautsprecher möglichst auch an unterschiedlichen Abhörpositionen gescheit klingen und nicht nur da wo man sich den Kopf fest nageln muß weil genau DA mal das Messmikro stand ... vielen ist die Funktion der klangrichtigen Wiedergabe auch in Kombination dann mit dem Raum völlig fremd ... solche Leute können dann natürlich keine Lautsprecher abstimmen wie die Praxis zeigt ... weil sie auch nicht in der Lage sind Klangrichtig zu hören !!!

Da ja das HT-Horn schon erwähnt wurde ... das ist für HiFi schon SEHR gut wie kaum ein anderes.
Das sehr gute Abstrahlverhalten ist auch im Datenblatt schon gut sichtbar.
Nur sollte man sich auch nicht wundern das wenn man aus heutiger Sicht 3. Klassige Blechdeckeltreiber nutzt diese auch nur 3. Klassig klingen !!
Das die gesamte Chassisauswahl bei der Max1 ja abgeschaut wurde , also auch der TT eine SEHR schlechte Wahl war erwähnte ich auch schon.
Jeder Entwickler der was von der Matere versteht hätte grundlegend andere Chassis genommen.
Ob hier 2 T.T.s gut sind ist auch die Frage ...
Und wer die Chassis ( und gerade den TT ) schon benützt sollte sich erst mal mit den Grundlegenden Eigenschaften beschäftigen was das Chassis schon für Fehler macht die zu korrigieren bevor man den Raum da gleich mit ein bezieht.
Hier werden doch auch schon bei der aktiven Grundfilterung der Box im Übernahmebereich massive elementare Fehler gemacht.

P@Freak
quecksel
Inventar
#37 erstellt: 30. Sep 2018, 19:22
Naja, das sind halt Hörplatzmessungen und die sollten auch nicht flach aussehen. Siehe hier.

Freifeldmessungen wären hier erstmal sinnvoller ,klar. Sollte via Fensterung sogar im Raum bis ~500 Hz runter funktionieren.


Jeder Entwickler der was von der Matere versteht hätte grundlegend andere Chassis genommen.


Mal interessehalber, welche und warum?


Hier werden doch auch schon bei der aktiven Grundfilterung der Box im Übernahmebereich massive elementare Fehler gemacht.


Welche, und woran erkennst du das?
P@Freak
Inventar
#38 erstellt: 30. Sep 2018, 20:23
Hallo,


Mal interessehalber, welche und warum?


Warum ?? Weil es nicht nur 3. Klassige sondern auch 1. Klassige HT Treiber gibt z.b. ...
Der Bass ist zu Antriebsstark für gescheite ( tiefere ) Bassabstimmung ( Gehäuse ) (( Die Grundsätze dazu kann man problemlos in vergilbten Geschichtsbüchern nachlese )) und ist eher ein reiner Nutzbass der außer dem NIX richtig kann und macht ... auch keine richtigen MITTEN ... zudem noch eine 800Hz Auffälligkeit die beim Filtern zu berücksichtigen ist und passives Filtern z.b. aufwändig macht.


Welche, und woran erkennst du das?


Also meine eigene Erfahrung sagt mir das ein NICHT Lautsprecherentwickler das halt NICHT kann ...
Zudem wird hier über Frequenzgangabweichungen im Bezug "Raumabstimmung" gesprochen die man hätte schon bei der Grundabstimmung berücksichtigen müssen. Das hier akustische Flankensteilheiten und Korrekturen im Übernahmebereich passen ist also SEHR unwahrscheinlich.
"Lautsprecher in einen Holzkasten zu bauen" und den "irgend wie" mit einem DSP zu Filtern hat wenig mit Sinniger ENTWICKLUNGSARBEIT zu tun.

P@Freak
quecksel
Inventar
#39 erstellt: 30. Sep 2018, 20:57
Mit HT-Treibern kenne ich mich nicht aus, da kann ich nichts zu sagen. Die Bassabstimmung lässt sich dank aktiver Filterung ja gut anpassen, und der gemessene Fgang sieht ja schonmal ausreichend tiefgängig aus. Ansonsten, Abstimmung im Raum finde ich auch nicht optimal andererseits würde ich die Kisten nicht großartig rumwuchten wollen.

Mal sehen wie sich das Projekt noch entwickelt
42_Herz
Schaut ab und zu mal vorbei
#40 erstellt: 04. Okt 2018, 04:51
Hallo,

@P@Freak:
Ich weiß nicht warum du schon fast zwanghaft versuchst mein Projekt schlecht schreiben zu wollen oder woher du das Recht nimmst über meine Kenntnisse oder meine Fähigkeiten urteilen zu können, jedenfalls werde ich nur auf die Teile deiner Äußerungen eingehen, die noch irgendwie Sinn ergeben.
Im ersten Teil deiner Äußerungen legst du völlig zu Recht dar, das ein Lautsprecher zunächst unabhängig von dem Raum funktionieren soll in dem er später verwendet wird. Dann deutest du an, dass man keine schlechte Konstruktion mittels was auch immer in eine Gute verwandeln kann.
Stimmt.
Du behauptest das jeder Entwickler der etwas von der Sache verstünde andere Chassis verwendet hätte. Das widerspricht aber der Tatsache das ich die Chassiswahl abgeschaut habe. Also was jetzt ?
Immerhin habe ich mir die Mühe gemacht bevor ich angefangen habe die Systeme anzuhören und nicht nach Datenlage mir irgend etwas zusammen zu suchen. Bei der Zusammenstellung von Systemen ohne vorheriges probieren und hören werden ja bereits die ersten Fehler bei der Entwicklung gemacht. Die von mir wahrgenommene Bassschwäche der Max1 hat mich ja gerade erst dazu gebracht in meinem Konzept 2 TTs einzusetzen und das ganze als 2,5 Wege zu betreiben.
Der Mittenbereich dieses Systems ist völlig in Ordnung und klingt hervorragend.
Schnell und wenig Klirr.
Des weiteren habe ich aufgrund des niedrigen Qts das Gehäuse vergrößert mit dem zu erwartenden Bassabfall aber verbunden mit einer F-Gang Erweiterung nach unten.
Das wurde durch die Simulation bestätigt.
Damit stand am Anfang lediglich eine digitale Verstärkung des untersten Bassbereiches auf der Agenda, was im übrigen auch schon alleine ohne weitere PEQs zu einem sehr überzeugendem Sound führt und durch die hohe Belastbarkeit der Systeme und einem XMax von 8mm zu keinerlei Problemen führt. Diese Technik wird von fast allen Subwoofern, die heute verfügbar sind genau so praktiziert, egal was für ein Preisschild dranhängt. Ein Besucher sagte erst kürzlich zu mir nachdem wir eine Zeit lang Musik gehört hatten '... das klingt doch perfekt, was willst du eigentlich noch ?'.
Deiner letzten Äußerung Lautsprecher in einen Holzkasten einzubauen und den irgend wie mit einem DSP zu filtern sei keine sinnige Entwicklungsarbeit stimme ich voll zu.
Du verwechselst leider in deinen Statements Korrektur einer schlechten Konstruktion mit der Optimierung einer Guten. Warum darf man nicht versuchen etwas Gutes noch ein wenig besser zu machen ?
Für mich heißt Entwicklung nicht nur Reproduktion gelernten Wissens, sondern selber etwas zu riskieren, vernünftige Ansätze in eigene einzubeziehen, etwas neues zu probieren, vielleicht sogar neues Wissen zu finden auch mal Rückschläge einzustecken aber auf jeden Fall seinen Ideen freien Lauf zu lassen.
Wer das nicht versteht, der sollte sich nicht mit der Entwicklung von was auch immer
beschäftigen.

@quecksel
Vielen Dank für deinen Versuch die Sache sachlich zu halten.
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