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VINCENT Standlautsprecher (älteres Modell).Erfahrungen?

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atss
Stammgast
#1 erstellt: 09. Jun 2008, 14:21
Hallo Leute,

ich bin heute über ein älteres Laustsprecher-Modell von Vincent gestolpert, es stammt aus der Zeit der Vincent "Ares".

Da ich die Ares zur Zeit hier betreibe, recht zufrieden damit bin und mich vergrößern möchte, an dieser Stelle die Frage, ob jemand von Euch diese Box hier kennt:

http://i160.photobuc...incent2x2028erHT.jpg
atss
Stammgast
#2 erstellt: 10. Jun 2008, 09:00
Hat denn wirklich NIEMAND hier diese Boxen schon mal gehört???

Ich könnte sie für einen IMHO fairen Preis bekommen und sie sind NOS (neu und unbenutzt...Restposten halt).
atss
Stammgast
#3 erstellt: 11. Jun 2008, 10:09
Habe gerade diesen Uralt-Beitrag zur selben Frage gefunden:

http://www.hifi-forum.de/viewthread-30-4561.html

Nun weiß ich wenigstens schon mal, dass die Boxen Vincent Caladan heißen, aber eine Antwort zu deren Qualität gab´s leider damals auch nicht.
atss
Stammgast
#4 erstellt: 18. Jun 2008, 20:15
ERLEDIGT, werde mir etwas VOLLKOMMEN anderes gönnen.
maytin01
Neuling
#5 erstellt: 30. Jun 2009, 09:49
Hallo Leute,
ich habe seinerzeit auch verzweifelt versucht Informationen über diese LS zu bekommen, da sie mir Privat angeboten wurden... wie ihr euch denken könnt ohne Erfolg! Bin aber nicht verzweifelt sondern, Dank Studententicket kostenlos, in den Zug nach Unna, da gab es einen der 3!!! Händler in Deutschland, die die Box angeboten haben und habe sie mir schlichtweg angehört.

Noch vorweg: Ich besitze sie nun seit 3-4 Jahren und bin "mit Einschränkungen" zufriden.

Bevor ich das ausführe jetzt mal zur Box:

Optich sehr eindrucksvoll, 120cm hoch, gut 40kg schwer, 2 Perless 22er TMT und ein SEAS HT, die Frequenzweiche ist mit sehr guten Beuteilen von Intertechnik bestückt und eher schlicht gehalten. Da wird nichts glattgebügelt sondern man lässt die guten Chassis spielen. Das sind übliche Bauteile der Boxen von 2500,- bis 4000,- Euro wie z.B. bei Audio Physic. Der Knaller ist die Innenverkabelung von Supra (Classic 1.6) was qualivativ auch bei Boxen der 5000,- Euro Liga kaum zu finden ist. Sehr Robuster Metallic-Lack, was ganz nebenbei die Box viel besser in Natura aussehen lässt, als es auf den standard Fotos im Netz zur geltung kommt. Sonnst ist die Verabeitung klassenüblich, kann mit einem perfekten Echtholzfurnier auf maximalem Industriestandard nicht mithalten, aber locker mit jeder Audiodata, Audioplan, Dynaudio usw...
Alles in Allem ist die Box optich nicht Jedermanns Sache, da schlicht ein Turm und eher extravagant designt, aber mir gefällt sie extrem!

Das Wichtige, der Klang:

Gewaltig, wie ihr Erscheinungsbild ist auch der Klang. Ich habe sie im Hörraum freistehend probegehört und es hat alles gestimmt, tonal aber eher wärmer mit mords Punch was sie zur perfekten Spielpartnerin Rock, Pop, Soul usw. macht, mit Electro ist sie sogar vernichtend! Die angegebenen 35Hz kauf ich den Erbauern locker auch auf +-0dB Achse ab.

Hier kommen aber auch schon die Einschränkungen:
Die Boxen sollten dringend frei aufgestellt werden und der Raum sollte im Optimalfall min. 30qm sein.
Kaum mit der Box zu Hause angekommen, habe ich geflucht, als ich sie in meinem 20qm Raum nur wandnah aufstellen konnte. Bei exakt 40Hz stehende Welle und Erdbeben! Ich habe viel getüftelt um den Zustand akzeptabel zu gestalten.

Zu meiner Vorzugsmusik hat sich nun aber der Jazz gemausert und da musste ich mir noch einiges mehr überlegen.
Den SEAS HT habe ich nach nach Proben durch einen VIVA xt300 ersetz und ihn mit hilfe von Audionet Carma (Einmessystem) entsprechend angepasst. Der xt300 ist ein WESENTLICH besserer Speilpartner für die Beiden TMTs und der Zugewinn an Auflösung und Deitailreichtum ist gewaltig.

Zusätzlich habe ich dank Receiver EQ die Vincent als small laufen und lasse sie nur bis 50Hz laufen, was aber mit der betonung bei 40Hz durch die Raumakustik schon "fast" perfekt ist. Als rear und center laufen übrigens DALI Piano Noble und Vocal.
Die empfohlene Elektronik für die Vincent ist ganz klar etwas analytisches und ein Verstärker o. Endstufe mit viel Kontrolle damit die großen TMTs knackiger agieren.

Ich konnte die LS z.B. im Verglich zur B&W N803 ausgiebig hören und kann nur sagen dass die Box klar über ihrer Preisklasse spielt. Die Vincent hat nicht ganz die Monitoreigenschaften der N803, was schon allein an den größeren TTs liegt, die sie etwas weicher machen, und der fehlende MT, der bei der N803 ja wirklich phäneomenal ist, macht sich leicht bei Männerstimmen bemerkbar, wo sie nicht ganz so natürlich agiert (wohlgemerkt nur im direkten Vergleich, sonnst fällt das nicht auf!). Bei Detailreichtum und Auflösung kann sie mit der N803 mithalten und deklassiert sie förmlich in Sachen Räumlichkeit und Bühnentiefe.

Wenn wir uns mal nur auf Aufnahmen von Toplabels wie Stockfish, ECM, BlueNote usw. beschränken (Cassandra Wilson, Sara K., Manu Katche ...), kann ich sagen, dass ich noch keine Box gehört habe, die mich so in die Klangkulisse hineingezogen hat, wobei ich sagen muss, dass dass sicherlich mit einer Box wie KEF207 o.ä. auch geht, oder vielleicht noch besser, aber die kostet ja auch 9mal so viel. Das Live-Feeling ist toll und ich gehe den minimalen Kompromiss in Sachen Natürlichkeit und Monitoreigenschaften gerne ein, um in des Klanggeschehen versinken zu können und zu genießen. Die LS spielen extrem losgelöst und sind kaum zu orten! Ist halt Geschmackssache und jeder sollte nach Möglchkeit die Boxen sowiso hören, ob sie seinen Vorlieben genügen.

Der Standard SEAS HT ist zwar gut, aber wenn man Jazz und Klassik auch auf sehr hohem Level hören möchte, ist ein Upgrade dringend zu empfehlen!

Meine Elektronik ist ein Pioneer DV868ai mit i-Lnk an den Pioneer vsx-AX5i verbunden. Ich höre Musik direkt ohne EQ oder Surround. Alle CD-Aufpolierer am DV sind an und da steht er klanglich z.B. dem DENON DVD3910 o.3930 in nichts nach. Der VSX 5 ist, entgegen vieler "Tests" und meinungen z.B. dem DENON 3805-o.06 klanglich in jeder Hinsicht mit den Vincents um Welten überlegen, da er nicht kalt, sondern sehr gut auflösend und detailtreich spielt. Weiterhin dient als Kabel ein Audiodata LS4 und die Blechbrücken sind durch SUPRA classic 6.0 ersetzt.

Abschließend muss ich sagen, dass die Vincent noch deutlich mehr Potenzial haben. Eine freie Aufstellung in einem großen Raum ist Pflicht und der Betrieb an einer guten Endstufe sollte auch sein. Ebenfalls konnte ich mit bi-Amping-Betrieb auch noch minimal was rausholen.
Die Endstufe kommt sicherlich bald und das Musikzimmer muss leider noch etwas auf sich warten... ;-)

Tja, ich höre mal auf... hat alles sowiso schon viel zu lange gedauert und wenn man sieht, wie interessiert die Leute an den LS sind, war das wohl sowiso für die Katz.

Einen Tipp Kann ich noch geben:
ZUM GLÜCK wurden die Ls nie getestet und sind extrem unbekannt, da kann man sie wirklich günstig bekommen. Für alle, die ihr Heimkino auf ein Level heben wollen, dass auch ohne Subwoofer jedes Cinemaxx alt aussehen lässt, ist die Box dringend zu empfehlen.
Für alle, die auch audiophil unterwegs sind und handwerklich nicht auf den Kopf gefallen sind, können mit einem Mehraufwand von ca. 100,- Euro und einer kleinen Modifikation die klanglichen Qualitäten locker in den Bereich von Boxen für 4000,- Euro und mehr heben!!! Mit der Investition von Unsummen in Elektronik kann man da auch noch was rausholen, aber wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen...

Gruß


[Beitrag von maytin01 am 30. Jun 2009, 14:13 bearbeitet]
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