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Studiomonitore besser als Stand-LS, auch P/L besser?

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XphX
Inventar
#1 erstellt: 05. Jun 2010, 10:03
Hey Leute,
sobald ich einem Freund von irgendwelchen tollen Stand-LS erzähle, kommt sofort die Standardantwort, dass aktive Studiomonitore besser sind.

Er meint, bei 10.000 Euro pro Monitorpaar ist Schluss, darüber hinaus gibts nichts besseres und das muss seinen Grund haben (bei passiven kann man ja immer noch was teureres kaufen, nur sind die Verbesserungen dann nur noch marginal...). Die einzigen Gründe, warum sich zB das berühmteste Musikstudio der Welt LS von B&W reinstellt, wären Prestige und wenn nötig, schöne Wohnzimmeroptik.

Dazu kommt, dass aufgrund der geringen Größe weniger Interferenzen entstehen und aufgrund des eingebauten Verstärkers ist dieser perfekt an den Monitor angepasst.

Er kommt zu dem Schluss, dass ein Paar Monitore + evtl. Sub besser wären, als passive Stand-LS + Verstärker zu kaufen, weil da einfach mit wenig Geld das Maximum erreicht werden kann.

Ich weiß jetzt nicht, wie teuer Monitore sind, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Würfel bei einpaartausend Euro aufhören. Sonst könnte ja jeder normalsterbliche den Konzertsaal zuhause aufstellen. Es geht übrigens um Musikwiedergabe.

lg XphX
Fhtagn!
Inventar
#2 erstellt: 05. Jun 2010, 10:30

XphX schrieb:
Hey Leute,
Ich weiß jetzt nicht, wie teuer Monitore sind, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Würfel bei einpaartausend Euro aufhören.


Dein Freund hat im Grunde recht.
Monitore hören bei ca. 16.000€ auf sich zu steigern ( ), da liegt der Klein + Hummel O-500. Viel besser wirds nicht.

Für richtig amtliche Wiedergabe reicht ein K+H O-410 vollkommen aus, das Paar kostet da ca. 7500€. Wenn man bedenkt, dass man keinen Amp braucht, ist das schon ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Schon die Dynaudio BM-5A (und nicht nur die) bringen für unter 1000€ richtig viel Leistung.

Allerdings sind Monitore nur für kleine bis mittlere Hörentfernungen geeignet, riesige Räume sind nicht ihr Metier.


Sonst könnte ja jeder normalsterbliche den Konzertsaal zuhause aufstellen.


Ja, dass kann jeder, nur finden sich Monitore nicht in der HiFi und Voodoo Presse und kommen in keiner Bestenliste vor. K+H, ME Geithain, Adam und Co. verzichten nämlich auf ganzseitige Anzeigen, Geschwurbel und schicke Gehäuse mit Klavierlack-Finish.

MfG
HB
Irae
Stammgast
#3 erstellt: 05. Jun 2010, 10:30
Da es immer auf den persönlichen Geschmack ankommt sind solche Pauschalaussagen relativ kritisch. Oder geht es dir nur um die objektiven Aspekte ?

Es gibt halt auch Leute die ziemlich merkwürdigen Klang als "besser" empfinden.

Studiomonitore sind halt eine spezielle Ausprägung und können gefallen, müssen aber nicht.
Die einfachste Lösung wäre nun, dass Du dir mal welche anhörst und selber entscheidest.
Dein "Freund" kann ja wohl schlecht für dich entscheiden.
XphX
Inventar
#4 erstellt: 05. Jun 2010, 11:39
[quote="Irae"]Da es immer auf den persönlichen Geschmack ankommt sind solche Pauschalaussagen relativ kritisch. Oder geht es dir nur um die objektiven Aspekte ?[/QUOTE]
Naja, es geht darum, dass ein 10.000-Euro-Monitorpaar das kann, was zB große B&W um 40.000 Euro können.

[quote="Irae"]Studiomonitore sind halt eine spezielle Ausprägung und können gefallen, müssen aber nicht[/quote]
Soweit ich weiß, sind die ja neutral (mag icht nicht). Allerdings soll es ja extra welche geben, die nicht zum Produzieren gebaut werden, sondern zum Abhören und da soll es eben auch warme Varianten geben etc. (wobei warm gesoundet ja eigentlich eher bei günstigen zu finden ist).

Viele Monitore habe ich nicht gehört, aber einen Direktvergleich kann ich selbst machen. Er hat die kleinsten KRK Rokit, günstige Nahfeldmonitore um 300 Euro/Paar. Ich hab LS von B&W, mit Verstärker sind das knapp 2000 Euro. Defakto klingen seine genauso wie meine, mit einem kleinen Unterschied: Sie haben keinen Tiefbass und gehen nicht so laut, außerdem bündeln sie stark. Aber wenn man sich direkt davor setzt, kommts schon stark ran.

Die größeren von KRK sollen 20qm gut beschallen können und kosten immer noch unter 1000 Euro (wegen Tiefbass weiß ich jetzt nicht bescheid). Deswegen wundere ich mich, ob ich nicht unter 1000 Euro weggekommen wäre, wenn ich einfach kompakte Monitore genommen hätte. Deswegen verstehe ich nicht ganz, wieso hier im Forum nicht andauernd zu Monitoren geraten wird. Wo ist der Haken?

[quote="Fhtagn!"]Ja, dass kann jeder, nur finden sich Monitore nicht in der HiFi und Voodoo Presse und kommen in keiner Bestenliste vor. K+H, ME Geithain, Adam und Co. verzichten nämlich auf ganzseitige Anzeigen, Geschwurbel und schicke Gehäuse mit Klavierlack-Finish.[/quote]
Okay, wieso wird dann hier eigentlich immer zu Regal/Stand-LS mit Verstärker geraten, eigentlich? Bei geringem Budget empfehle ich zwar die KRK, aber dann nicht mehr...


[Beitrag von XphX am 05. Jun 2010, 11:40 bearbeitet]
Fhtagn!
Inventar
#5 erstellt: 05. Jun 2010, 12:23
Naja,
allein hier gibts mittlerweile 111 Seiten zu dem Thema....
XphX
Inventar
#6 erstellt: 05. Jun 2010, 12:29
Oh, der Eingangspost liest sich ja schon genau wie meine Fragestellung... dankeschön, ich les mal durch.
Dr.Who
Inventar
#7 erstellt: 05. Jun 2010, 14:00
Hallo,


"Monitore sind besser" kann man nicht pauschalisieren, dafür hängt einfach zu viel von den persönlichen Vorlieben ab. Schluss ist auch nicht bei 16Riesen sondern irgendwo bei 34.000€, siehe Geithain. Hier gibts also genauso Klangsteigerungen wie anderswo. Es müssen doch auch nicht unbedingt Monitore sein, die meist eher klein sind und relativ früh in die Knie gehen wenns mal lauter wird. Ausserdem gibt es "genügend" Aktivboxen die nicht zur Gruppe sog. Monitoren zählen und mindestens genauso gut spielen, wenn nicht gar besser.

Also hören gehen und schauen was zu einem passt, es gibt kein Einheitsrezept.

Utopische Grüße


[Beitrag von Dr.Who am 05. Jun 2010, 14:03 bearbeitet]
XphX
Inventar
#8 erstellt: 05. Jun 2010, 14:08

Dr.Who schrieb:
Ausserdem gibt es "genügend" Aktivboxen die nicht zur Gruppe sog. Monitoren zählen und mindestens genauso gut spielen, wenn nicht gar besser

Was gibt es denn da? Ich kenne nur einen Bericht von einem Bastler hier im Forum, der hat sich 2-Meter-Türme gebaut, die glaub ich aktiv sind.

Ich bin ja jetzt nicht aktiv auf der Suche, es hat mich nur interessiert, inwiefern die Aussage gestimmt hat, dass aktive Monitore > passive LS.
Dr.Who
Inventar
#9 erstellt: 05. Jun 2010, 14:17
Hallo,

um nur zwei zu nennen : ADAM (Home Audio) und Backes & Müller
XphX
Inventar
#10 erstellt: 05. Jun 2010, 14:27
Okay, dankeschön.
Siffkowitsch
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 05. Jun 2010, 15:30
Es ist aber auch ein gänzlicher Anwendungsunterschied.
Studiomonitore sollen ehrlich klingen, ohne irgendwelche Wärme oder Kälte, halt eben so wie die Musik aufgenommen wurde.
Damit will ich nicht sagen das Standboxen die Musik verfärben oder so, aber 1 Lied hört sich bei Standboxen vielleicht noch gut an, bei Studioboxen graust es dir einfach.
Auf Studioboxen soll Musik auch abgemischt werden, nicht auf Standboxen.
Aber das Monitore meistens fürs Nahfeld sind ist schon richtig.
Monitore können aber extremst Spaß machen beim musikhören, finde ich zumindest (wenn man denn dann vernünftige hat, und da mein Vadda Tontechniker ist hat er die auch).
Zweck0r
Moderator
#12 erstellt: 05. Jun 2010, 23:01

Dr.Who schrieb:
Es müssen doch auch nicht unbedingt Monitore sein, die meist eher klein sind und relativ früh in die Knie gehen wenns mal lauter wird.


Probier's mal hiermit: http://www.genelec.com/products/2-way-monitors/1036a/

Grüße,

Zweck
DiPe2009
Stammgast
#13 erstellt: 05. Jun 2010, 23:56

Siffkowitsch schrieb:
Es ist aber auch ein gänzlicher Anwendungsunterschied.
Studiomonitore sollen ehrlich klingen, ohne irgendwelche Wärme oder Kälte, halt eben so wie die Musik aufgenommen wurde.
Damit will ich nicht sagen das Standboxen die Musik verfärben oder so, aber 1 Lied hört sich bei Standboxen vielleicht noch gut an, bei Studioboxen graust es dir einfach.
Auf Studioboxen soll Musik auch abgemischt werden, nicht auf Standboxen.
Aber das Monitore meistens fürs Nahfeld sind ist schon richtig.
Monitore können aber extremst Spaß machen beim musikhören, finde ich zumindest (wenn man denn dann vernünftige hat, und da mein Vadda Tontechniker ist hat er die auch).


Eine der beliebtesten Abhören aller Zeiten waren bzw. sind immer noch die Yamaha NS-10. Deren Beliebtheit resultiert aber massgeblich aus deren "schlechtem" Klang. Eine Mischung, die darauf gut klang, klang halt vom Transistorradio über den Fernsehlautsprecher bis zur günstigen Stereanlage auch gut.
Und genau das ist ja die Aufgabe von Monitoren beim Abmischen und Produzieren.
Oder um es einmal umzukehren: Auf Standboxen klang eine mit den NS-10 gemachte Produktion "besser" als aus den NS-10. Hätte man aber auf den Standboxen die Mischung gemacht, hätte sie aus zig anderen Brüllwürfeln schlechter bzw. "falsch" geklungen. Falsch meint z.B. die Stereortung oder z.B. die Überbetonung oder das Verschwinden einzelner Frequenzbereiche.

Ich halte dieses verquere Weltbild für falsch: als gäbe es einen "Profibereich", wo die wirklich gute Technik benutzt wird, und die armen Consumer werden mit "schlechter" Technik bedient.

Es gibt ja einige Hersteller, die beide Märkte bedienen, oft sogar in den gleichen Preissegmenten. Warum etwa sollte sich Hersteller A die Mühe machen, einen Studiomonitor anzubieten und einen Hifi-Lautsprecher für den Consumer-Bereich, die ähnliche Leistungsdaten haben und ähnlich viel kosten. Es wäre doch viel einfacher und sparte Entwicklungskosten, das gleiche Modell an beide Käuferkreise zu verkaufen. Manchmal ist das so, als würde man mit einem Tour de France Rennrad einkaufen fahren.

LG,
Dirk
Nick11
Inventar
#14 erstellt: 06. Jun 2010, 06:14
P/L-Verhältnis ist bei aktiver Studiotechnik tendenziell besser als im passiven Hifi-Segment, siehe oben B&W. Das heißt nich, dass B&W nicht zu gebrauchen wäre... Aber du hast es ja schon selbst erfahren.

Außerdem gibt es im Studiobereich weniger "Ausreißer". Was im "HighEnd"-Bereich mit teils horrenden Preisen manchmal angeboten wird, natürlich immer unterlegt durch irgendeine hauseigene "Philosophie", da graust mir schon hin und wieder. Der Studiobereich funktioniert da m.E. wesentlich seriöser.
Bergamo
Stammgast
#15 erstellt: 07. Jun 2010, 11:31
Hallo,

ich schließe mich meinem Vorredner an.
Diese Seriösität und die verschwindend geringe Werbung führen m.M. nach auch weiterhin dazu, das Aktive LS im Allgemeinen nicht sehr bekannt / gefragt / beliebt... sind.

Meiner Erfahrung nach ist das P/L-Verhältnis von den Monitoren eigentlich immer "unschlagbar", wenn man einmal technische Daten und/oder die Qualität der Musikwiedergabe vergleicht. Vor allem bei den von dir genannten günstigen Modellen...

Au deinem Eingangspost:

... kleinen Unterschied: Sie haben keinen Tiefbass und gehen nicht so laut, außerdem bündeln sie stark. Aber wenn man sich direkt davor setzt, kommts schon stark ran.


Da gibts auch viele Modelle, welchen echten Tiefgang bieten, selbst aus relativ kompakten Gehäusen. Vielleicht ist der maximale Pegel dann begrenzt, aber oft spielen die kleinen tiefer als große Stand-LS. Bassärmer kann evtl. auch bedeuten, das dir der Vergleichs-LS nur den Bass vorgaukelt, indem der Oberbass betont wird - das macht an relativ gern und ist eben genau das Gegenteil von der linearen, neutralen Wiedergabe.

Und zur Bündelung: Diese gefällt vielen Nutzern nicht, weil eben wie von Dir angesprochen nicht der ganze Raum beschallt wird, es eben kleiner klingt, bzw. man muss genau an der richtigen Stelle sitzen.
Vorteil ist allerdings das der stets gegenwärtige, negative Einfluss deines Raumes auf die Wiedergabe nun deutlich geringer ausfällt. Das heißt, im Gegnteil zu vielen LS, welcher sehr breit und groß abstrahlen, wird der bündelnde LS in den verschiedensten Räumen eher gleich und / oder besser klingen als ein nicht bündelnder LS.

Gruß
XphX
Inventar
#16 erstellt: 07. Jun 2010, 11:52
Ja, ich hab eine Oberbassbetonung gemeint. Die haben sowohl meine B&W als auch meine Inears, ohne klingts irgendwie fad (Tiefbass soll aber nicht angehoben sein). Deswegen war auch die Frage, ob ich das dazuregeln kann...

Ah, jetzt verstehe ich, warum man das bündelt... wobei der Raum bei mir eher größer ist, das ist eher weniger gefragt.

Naja, ich mags nicht neutral, eben lieber mit Oberbassanhebung. Dazu warmer Klang, damit auch nicht alle Schwächen sofort aufgedeckt werden. Meine Musikbibliothek beinhaltet leider viel Zeug, das nicht gut abgemischt wurde. Meine B&W 683 sind da eh sehr vergebend...
Murray
Inventar
#17 erstellt: 07. Jun 2010, 11:56
Hi,


P/L-Verhältnis ist bei aktiver Studiotechnik tendenziell besser als im passiven Hifi-Segment


nö. Ergänze das um ein "Kommt immer darauf an" und man kann diskutieren. Eine dicke B&W hat eine gänzlich andere Käuferklientel als ein 08/15-Monitor mit Einfachstgehäuse und Technik....

Harry
edin71
Inventar
#18 erstellt: 07. Jun 2010, 14:02

Nick11 schrieb:
P/L-Verhältnis ist bei aktiver Studiotechnik tendenziell besser als im passiven Hifi-Segment

so lange man nur eine Quelle direkt an die Aktiven anschließt sctimmt es schon.
Will man dagegen neben CD-Player, noch Plattenspieler, DVD-Player, Fernseher, usw. anschliessen muss man sich einen Vorverstärker kaufen. Und die sind unwesentlcih preiswerter als Vollverstärker (warum eigentlich)
Ist also relativ das mit PLV
Nick11
Inventar
#19 erstellt: 07. Jun 2010, 23:16

Murray schrieb:

P/L-Verhältnis ist bei aktiver Studiotechnik tendenziell besser als im passiven Hifi-Segment
nö. Ergänze das um ein "Kommt immer darauf an" und man kann diskutieren. Eine dicke B&W hat eine gänzlich andere Käuferklientel als ein 08/15-Monitor mit Einfachstgehäuse und Technik....

Ich sagte ja nicht "immer und überall", sondern "tendenziell". Dazu stehe ich aber.

Murray schrieb:
Eine dicke B&W hat eine gänzlich andere Käuferklientel als ein 08/15-Monitor mit Einfachstgehäuse und Technik....

Logisch. Es ändert aber nichts daran. Kann man auch ganz wunderbar vergleichen bei Herstellern wie Adam oder Focal, die beide Märkte bedienen.

Die vielen Erfahrungen hier im Forum sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache, der TE war nur ein Beispiel: Passivkombo klingt von Tiefbass und Pegel abgesehen nicht besser als Aktivtechnik für 300 €. Und wenn man noch ein paar € mehr ausgibt, wird man Aktivboxen bekommen, die gerade im Bassbereich ihre Vorteile durch maßgeschneiderte Entzerrung ausspielen.

Wenn das Klangbild im Übrigen nicht so ganz zusagen sollte, kann man bei den aktiven i.d.R. noch ganz gut "nachregeln". Geht ja recht einfach.
DasNarf
Inventar
#20 erstellt: 08. Jun 2010, 15:53

Siffkowitsch schrieb:
Es ist aber auch ein gänzlicher Anwendungsunterschied.
Studiomonitore sollen ehrlich klingen, ohne irgendwelche Wärme oder Kälte, halt eben so wie die Musik aufgenommen wurde.
Damit will ich nicht sagen das Standboxen die Musik verfärben oder so, aber 1 Lied hört sich bei Standboxen vielleicht noch gut an, bei Studioboxen graust es dir einfach.
Auf Studioboxen soll Musik auch abgemischt werden, nicht auf Standboxen.
Aber das Monitore meistens fürs Nahfeld sind ist schon richtig.
Monitore können aber extremst Spaß machen beim musikhören, finde ich zumindest (wenn man denn dann vernünftige hat, und da mein Vadda Tontechniker ist hat er die auch).


Stimme dir in deinem ersten Punkt nicht zu. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Monitore gefälliger klingen als viele Hifi-Boxen, bei denen nämlich oft durch Hochtonanhebungen das allerletzte Detail aus der Aufnahme gekitzelt werden soll, um dem Käufer einen besseren, klareren Klang zu suggerieren. Oder durch sehr unregelmäßiges Abstrahlverhalten, das zwar den Raum schön mit wild gefächerten Tönen füllt, aber weder homogen klingt noch die Bühne gut und stabil abbildet. Dies resultiert oft in einem aggressiven und wirren Klang, harte Rockmusik oder gar Metal ist auf den meisten Hifi-Lautsprechern die ich gehört habe (tendenziell wirds immer schlimmer, je teurer ein Lautsprecher ist, also Richtung "High-End", da gibts haufenweise Gurken, die kaum Bass haben und dich nur im Hochton einlullen), ein Unding. Mit Studiomonitoren geht das viel besser.
De facto ist meine Erfahrung, dass man mit neutraleren Lautsprechern wesentlich weniger "Ausreißer" bei den Aufnahmen hat, die richtig scheußlich klingen.

Auch dein Argument mit dem Nahfeld trifft auf die richtig guten Monitore nicht zu. Die bündeln viel stärker als das Gros der Hifi-LS, und sind daher gerade für größere Hörabstände viel besser geeignet. Mit meinem O410 klingt der Sound immer gleich, auch wenn man sich etwas aus dem Sweetspot bewegt. Zeig mit mal einen Hifi, der das genauso gut kann.

Grüße


[Beitrag von DasNarf am 08. Jun 2010, 16:04 bearbeitet]
Bergamo
Stammgast
#21 erstellt: 09. Jun 2010, 07:39
Ja stimmt, das ging etwas unter...

Es ist eben nicht so das die Monitore fast ausschließlich fürs Nahfeld (also für ca. < 2m) konzipiert wurden. Sicher gibt es hierfür aber das größte Angebot.

Wie DasNarf schon richtig gesagt hat, kann der optimale Hörabstand vom Hersteller vorgegeben werden. Dafür werden dann Parameter wie Chassisgröße, evtl. Schallführungen, Trennfrequenzen und Anzahl / Anordnung der Chassis usw. ausgewählt. Die Bündelung kann so stark sein, das auch Hörabstände von z.B. 8m in einem sehr präzisen Ergebnis resultieren! Das ist schon gigantisch wie ich finde.
Das geht allerdings nur, wenn das Abstrahlverhalten entsprechend optimal ausfällt...

In der Tat sollte man beim "richtigen" Auswählen eines Monitors zuerst den eigenen Hörabstand festlegen, dann hat man schonmal eine Kategorie. Der Rest ist dann nur noch gewünschte untere Grenzfrequenz und / oder Pegel (soweit machbar).

Und die Anpassbarkeit an den eigenen Geschmack via Bass-, Mitten- und Höhenregelung ist ja gerade das schöne dabei! Das ultimative kann m.M. nach in integrierten DSP's inkl. Raumkorrektur gefunden werden. Da geht dann nichts mehr schief.
edin71
Inventar
#22 erstellt: 09. Jun 2010, 08:52

hifisüchtig schrieb:

In der Tat sollte man beim "richtigen" Auswählen eines Monitors zuerst den eigenen Hörabstand festlegen, ....

Kannst Du ein Paar Beispiele, egal ob Monitore als auch HiFI Boxen, nennen ?
Bergamo
Stammgast
#23 erstellt: 09. Jun 2010, 10:16
Beispiele ?
Sorry, das ist wohl unverständlich formuliert gewesen:

Ich meinte, der Hörabstand ist ja in deinem Zimmer mehr oder weniger vorgegeben, oder?
Wenn es Dir nichts aus macht, das Setup so aufzubauen, dass Du dann max. 2m vor den LS sitzt, dann werden es eben Nahfelder.
Möchtest / musst Du einen größeren Hörabstand haben, dann fällt die Wahl natürlich auf Mittel- oder Fernfelder.

Das meinte ich mit der "richtigen" Auswahl der LS.
Hält man den vorgesehenen Hörabstand nicht ein, kommt auch nicht das Optimum heraus.

Grüße
Nick11
Inventar
#24 erstellt: 09. Jun 2010, 10:52

DasNarf schrieb:
Stimme dir in deinem ersten Punkt nicht zu. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Monitore gefälliger klingen als viele Hifi-Boxen, bei denen nämlich oft durch Hochtonanhebungen das allerletzte Detail aus der Aufnahme gekitzelt werden soll, um dem Käufer einen besseren, klareren Klang zu suggerieren.
.....De facto ist meine Erfahrung, dass man mit neutraleren Lautsprechern wesentlich weniger "Ausreißer" bei den Aufnahmen hat, die richtig scheußlich klingen.

Auch dein Argument mit dem Nahfeld trifft auf die richtig guten Monitore nicht zu. Die bündeln viel stärker als das Gros der Hifi-LS, und sind daher gerade für größere Hörabstände viel besser geeignet. Mit meinem O410 klingt der Sound immer gleich, auch wenn man sich etwas aus dem Sweetspot bewegt. Zeig mit mal einen Hifi, der das genauso gut kann.

Zustimmung!
Die unsägliche Mär von dem zwar neutral, aber meist kalt, steril, unangenehm, emotionslos klingenden Studiolautsprecher wird immer noch gerne nacherzählt. Einfach schade, wie ich finde.
edin71
Inventar
#25 erstellt: 09. Jun 2010, 12:18

hifisüchtig schrieb:

Möchtest / musst Du einen größeren Hörabstand haben, dann fällt die Wahl natürlich auf Mittel- oder Fernfelder.


Kennst Du irgendein Beispiel eines Fernfelders ?
Konkret, also Marke, Model usw.

Bei HiFi heißt es Klipsch sei gut für größere Abstände ?
Bei Studio Technik ?
Bergamo
Stammgast
#26 erstellt: 09. Jun 2010, 12:43
Alles was stark bündelt ist gut für große Abstände:

Hörner wie die Klipsch haben da gute Voraussetzungen.
Das Bündelungsverhalten sollte aber insgesamt wenn möglich über das gesamte Frequenzspektrum hinweg ausgewogen sein, ich weiß nicht wie es bei den Klipsch darum steht.

Fernfelder gibt es z.B. bei ME Geithain. Die großen aus der RL Reihe, z.B. RL 901.
Oder auch die neuere 800er Serie, z.B. ME 800K.

Schön das der Hersteller auch das Bündelungsverhalten mit angibt, da kann man ein bißchen schauen was bei welchen Frequenzen passiert.
Der Hersteller verwendet z.B. sehr große Basschassis um deren Eigenbündelung auszunutzen. Im Hochton kommen bei einigen Modellen 3 übereinander angeordnete Kalotten zum Einsatz um eine gezielte Bündelung zu erreichen.
Das Ergebnis (sehr typisch für MEG) ist eine über einen großen Frequenzbereich relativ konstante Bündelung.

Große Fläche - starke Eigenbündelung... kann man auch bei Elektrostaten finden, wie z.B. MartinLogan. Außerhalb des Hörplatzes klingts da ziemlich dumpf, was die Arbeit an der Raumakustik zumindest etwas verringert.
Murray
Inventar
#27 erstellt: 09. Jun 2010, 12:53
Hi,


Alles was stark bündelt ist gut für große Abstände:


etwas sehr stark verallgemeinert. Deine Elektrostaten sind übrigens sehr raumkritisch.

Harry
XphX
Inventar
#28 erstellt: 09. Jun 2010, 13:03
Moment mal, ist eine starke Bündelung nicht dafür verantwortlich, dass aus größerer Entfernung viel verloren geht? Deswegen gibts ja Nahfeld-Monitore, damit man nah dran sitzt... wobei ich zugeben muss, dass die KRK Rokit auch aus größerer Entfernung gut klingen. Aber ich hab jetzt nicht drauf geachtet, ob das was verlorengeht.
DasNarf
Inventar
#29 erstellt: 09. Jun 2010, 13:11
Nein, das interpretierst du falsch. Mal so aus der Hüfte geschossen:

Nahfeldmonitore strahlen idealerweise besonders breit und gleichmäßig ab, damit man sich am Mischpult nach links und rechts bewegen kann, ohne dass plötzlich Klanganteile fehlen. Da es im Nahfeld viel weniger Raumeinflüsse gibt, ist diese Variante ideal für kurzen Hörabstand.

Fernfelder bündeln den Schall konstant, damit weniger Raumeinflüsse die lange Strecke vom Chassis zum Ohr beeinflussen können. Bündelung kannst du dir wie eine Taschenlampe oder einen Fokus vorstellen. Je größer der Winkel von 0 Grad abweicht, desto geringer wird der Wiedergabepegel. Bei konstanter Bündelung nimmt der Pegel über alle Frequenzen gleichmäßig ab.
Bei vielen 2.5-Wege Hifi-Boxen ist genau das der Pferdefuß, denn oft werden große Tiefmitteltöner eingesetzt (idr. 17cm), die dann bei 1000 Hz aufwärts zu bündeln beginnen, und dann viel zu hoch getrennt werden (2.5 khz aufwärts), wo ein breit abstrahlender Hochtöner ankoppelt. Das ergibt ein sehr unausgewogenes Abstrahlverhalten. Klein und Hummel oder Genelec verhindern dies, indem sie Schallführungen einsetzen (Waveguides), MEG macht das noch geschickter, indem sie die Eigenbündelung der Chassis ausnutzen.


[Beitrag von DasNarf am 09. Jun 2010, 13:18 bearbeitet]
Bergamo
Stammgast
#30 erstellt: 09. Jun 2010, 13:15

Murray schrieb:

... etwas sehr stark verallgemeinert. Deine Elektrostaten sind übrigens sehr raumkritisch.

Harry


Hi Harry,

wäre eigentlich schön wenn es meine wären...
OK, vielleicht ist eine starke Bündelung alleine nicht unbedingt ausreichend... - was also noch? Das interessiert mich, oder wird es jetzt schnell zu umfangreich?

Das mit den raumkritischen Elektrostaten habe ich schon so oft gehört... doch deren Eigenbündelung ist m.M. nach dennoch auch ein Vorteil. Raumkritisch in Hinblick darauf, dass sie auch nach hinten Schall abstrahlen?

Der Wandabstand darf nicht zu klein ausfallen (wie für viele andere LS auch) und die Rückwand nicht mit Absorbern zustopfen. Natürlich muss man die Dinger exakt ausrichten und genau in der Mitte sitzen, ansonsten bricht das Klangbild schnell zusammen.

Falls Du das meintest ? Finde ich nicht eigentlich nicht soooo viel kritischer als andere LS.

Gruß
Murray
Inventar
#31 erstellt: 09. Jun 2010, 13:27
Hi,


Raumkritisch in Hinblick darauf, dass sie auch nach hinten Schall abstrahlen?


jau. Zum Hörabstand: Die eigentlich doch recht gute Raumakustik eines sinnig eingerichten Wohnzimmers (Ich meine also nichts aus dem Hochglanzprospekt...) wird immer verteufelt und da werden Faustformeln aufgestellt: Bei drei Metern Hörabstand brauchst man unbedingt(!) einen Monitor mit starker Bündlung... Es gibt da keine allgemeingültige Lösung.

Harry
XphX
Inventar
#32 erstellt: 09. Jun 2010, 14:17

DasNarf schrieb:
oft werden große Tiefmitteltöner eingesetzt (idr. 17cm), die dann bei 1000 Hz aufwärts zu bündeln beginnen, und dann viel zu hoch getrennt werden (2.5 khz aufwärts), wo ein breit abstrahlender Hochtöner ankoppelt

Damit hast du meine LS gut beschrieben

Jetzt versteh ich das mit Nahfeld.
DasNarf
Inventar
#33 erstellt: 09. Jun 2010, 14:24

Murray schrieb:
Hi,


Raumkritisch in Hinblick darauf, dass sie auch nach hinten Schall abstrahlen?


jau. Zum Hörabstand: Die eigentlich doch recht gute Raumakustik eines sinnig eingerichten Wohnzimmers (Ich meine also nichts aus dem Hochglanzprospekt...) wird immer verteufelt und da werden Faustformeln aufgestellt: Bei drei Metern Hörabstand brauchst man unbedingt(!) einen Monitor mit starker Bündlung... Es gibt da keine allgemeingültige Lösung.

Harry


Das hat ja auch niemand behauptet, es geht ja hier nur um Prinzipien.
Bei mir jedenfalls bringt viel Bündelung schon bei 2m Hörabstand sehr viel. Vor allem deshalb, weil der Raum recht klein ist.
Murray
Inventar
#34 erstellt: 09. Jun 2010, 14:27
Hi,

wie Du selber schon schreibst:


Etwa 30% aller Zahlen und Fakten, die man im Internet liest, stimmen nicht.




Harry
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