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Messungen der von Hifi-Jenny/hifi-emotionen gepimpten Dynavox MS-2626,

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Autor
Beitrag
ton-feile
Inventar
#1 erstellt: 20. Mai 2011, 22:34
Hallo Zusammen,

Einer der von Hifi-Jenny gepimpten Dynavox MS-2626 ist heute bei mir eingetroffen.

Leider ist der Hochtöner kaputt (kein Durchgang).

Wenn das beim anderen Lautsprecher auch so ist, kann es leider keine aussagekräftigen Messungen des Pimps geben.

Gruß
Rainer
ton-feile
Inventar
#2 erstellt: 21. Mai 2011, 12:26
Hi,

So, der zweite Lautsprecher ist auch da und hier ist der Hochtöner in Ordnung.

Mal hören...

Gruß
Rainer
ergoben
Neuling
#3 erstellt: 21. Mai 2011, 13:35
Das einzige Mal, an dem die Lautsprecher an ihre Grenzen gebracht wurden war während der Vorführung!

Wie schon gesagt, viel spaß beim messen und ein schönes Wochenende!

Gruzz vomm Bernd
weimaraner
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 21. Mai 2011, 14:43

ton-feile schrieb:
Leider ist der Hochtöner kaputt (kein Durchgang).


Womit die Aussage "klingt wie durch nen Vorhang gesungen" etwas erklärt sein sollte.

Bin gespannt.

Gruss
ton-feile
Inventar
#5 erstellt: 21. Mai 2011, 15:15
Hallo Zusammen,

Noch mal kurz zur Vorgeschichte.

Hifi-Jenny vertreibt auf Ebay Lautsprecher.
Sie und Ihre Entwicklungen/Umbauten waren im HF schon oft Diskussionsthema.
Der User "ergoben" hat mir dankenswerterweise seine von Hifi-Jenny gekauften Lautsprecher zum Testen/Messen überlassen.

Dadurch hat sich die Gelegenheit ergeben, diese mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
------------------------------------------------------------


Es handelt sich augenscheinlich um veränderte Sintron/Dynavox MS-2626

Im Bassmittelton sind zwei "Rockwood 16 DYA 610-68" (Link)(ca. 20€ für private Endabnehmer) verbaut.

Hifi-Jenny, MS-2626, TT-Membranbeschichtung

Hifi-Jenny beschichtet die Membranen. Davon erhofft sie sich vermutlich eine gewisse Bedämpfung der Membranresonanzen, die Chassis mit Hartmembranen für gewöhnlich plagen. Hier ist es Aluminium und das fängt mit steigender Tonhöhe richtiggehend an zu "klingeln".

------------------------------------------------------------

Den Hochtöner kenne ich nicht, aber es handelt sich wohl um ein eher preiswertes Modell.
Hifi-Jenny, MS-2626, Hochtöner

Eine 25mm Kalotte ohne Ferrofluid im Luftspalt.
Membrane und Sicke sind aus einem Stück metallisch beschichtetem Kunststoff (evtl. Mylar) gefertigt.
Der Schwingspulenträger ist aus Aluminium.


Hier sind Bilder des defekten Exemplars:
MS-2626_HT_zerlegt
Frontplatte und Butterfly sind mit dem Magnetsystem verschraubt.

Der defekte HT hat keine durchgebrannte Schwingspule. Es sieht eher so aus, als wäre die Verbindung zwischen Zuleitung und Schwingspulendraht oxydiert.
Leider nicht reparabel.
MS-2626_VC
(Sorry, das Foto ist unscharf.)


------------------------------------------------------------

Hier ist noch ein schlampiger Blick durch den Hochtönerausschnitt ins fast unbedämpfte Gehäuse:
MS-2626, Blick auf Weiche

Unten rechts auf der Weichenplatine ist "MS-2626" zu lesen. Das könnte also die Originalweiche sein. Luftspulen, ein Folien-C für den HT.
Das schaut auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus.

Mal ins Blaue getippt, würde ich denken, der HT ist mit einem 12dB Hochpass und einem Spannungsteiler, oder nur einem Vorwiderstand beschaltet.

Die Bassmitteltöner haben entweder einen 12dB Tiefpass, oder einen 6dB Tiefpass mit RC-Glied parallel zu den Chassis. Das sehe ich aber erst genau, wenn ich mir die Weichenunterseite anschauen kann.

------------------------------------------------------------

Bei einem mir unbekannten Lautsprecher fange ich immer mit einer Impedanzmessung an, um eine Gefährdung der Endstufe auszuschließen.

Die poste ich aber später, denn jetzt möchte ich noch ein wenig in den Garten.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 21. Mai 2011, 15:17 bearbeitet]
ALUFOLIE
Inventar
#6 erstellt: 21. Mai 2011, 15:26
Coole Sache Rainer,

ich finde es immer sehr interessant, wenn Jemand, der Ahnung von der Materie hat, so zwielichtige Produkte auf Herz und Nieren testet.
ton-feile
Inventar
#7 erstellt: 21. Mai 2011, 16:41
Hallo Zusammen,

@Marco:
Dank Dir für das positive Feedback.

Trotzdem hat sich hier noch nichts ergeben, was den Lautsprecher in irgend einer Weise "zwielichtig" erscheinen lässt. Gut, die Langzeitstabilität des Hochtöners hätte wohl besser sein können.

------------------------------------------------------------

@All:
Beiträge, die auf die Seriosität des Entwicklers/ der Entwicklerin abzielen, haben in diesem Thread absolut nichts verloren.

Meinen eigenen Standpunkt habe ich im Hifi-Jenny Thread schon klar gemacht. Weitere Statements können dort gepostet werden.

Ich werde mich hier nur mit einem Lautsprecher beschäftigen und bitte alle Mitlesenden, wenn sie etwas schreiben möchten, on topic zu bleiben.

Sonst kann so ein Thread nicht funktionieren.

Danke für Euer Verständnis und Gruß
Rainer
ton-feile
Inventar
#8 erstellt: 21. Mai 2011, 16:44
Hi,


weimaraner schrieb:

ton-feile schrieb:
Leider ist der Hochtöner kaputt (kein Durchgang).


Womit die Aussage "klingt wie durch nen Vorhang gesungen" etwas erklärt sein sollte.

Da hast Du wohl recht.

Gruß
Rainer
yahoohu
Inventar
#9 erstellt: 21. Mai 2011, 17:20
Moin,
wenn man die Preise ( ab 138 Euro/Paar)für die "normalen" MS-2626 sieht, ist das Preis/Leistungs Verhältnis nach meiner Ansicht gar nicht mal schlecht.
Versucht mal für das Geld 2 Gehäuse in dieser Form zu bauen.

Hallo Rainer,
vielleicht gibt es von Deiner Seite aus Tipps für eine richtige Modifikation? Ich habe die Dinger nicht, es könnte aber doch für einige Leute interessant sein, die für kleines Geld einen schönen LS haben wollen.

Hast Du mal an der Beschichtung gerochen? Sieht von der Struktur aus wie Latex bzw Dispersionsfarbe. Für Olfarbe ist es zu matt.

Gruß Yahoohu
ton-feile
Inventar
#10 erstellt: 21. Mai 2011, 18:03
Hallo Zusammen,

Hier sind die Impedanzmessungen.

Rot ist der Lautsprecher mit dem defekten Hochtöner, Blau dann der gute:
Hifi-Jenny, gepimpte MS-2626, Impedanzgang über alles
Beim blauen Graphen liegt das Impedanzminimum bei 7,6kHz um 6,4 Ohm. Damit ist das ein reinrassiger "Achtöhmer".

Die Spitze um 200Hz deutet auf eine Stehwelle hin, die gut zu dem rund 85cm hohen (Innen-)Gehäuse und der kaum vorhandenen Bedämpfung passt.

Der rote Graph zeigt, was passiert, wenn der Hochtonzweig der Weiche ohne Chassie läuft. Es entsteht ein Impedanzminimum bei 5kHz, das bei 2 Ohm liegt (und auf einen 12dB Hochpass hindeutet).
Es kann also je nach Weichenschaltung gut sein, dass es für einen Verstärker erst dann gefährlich wird, wenn ein Chassis defekt ist.

Besonders übel wäre das im Tieftonbereich, aber da brennen die Schwingspulen zum Glück seltener durch.
------------------------------------------------------------

Das Tal im Bassbereich zwischen den beiden Spitzen bei 30Hz und 80Hz markiert die Frequenz, auf die das Bassreflexrohr abgestimmt ist. Das sind ca.42Hz.

Hier ist der Tieftonbereich gespreizt dargestellt:
MS-2626, Tieftonbereich, Impedanz, BR vs CB.
Rot habe ich mit offenem Bassreflexrohr gemessen, Blau mit dicht verschlossenem.

Die Spitze des blauen Graphen steht für die Resonanzfrequenz der Bassmitteltöner im Gehäuse.
Wie stark die Resonanz ist, drückt sich über die Güte Q aus und die ist hier ganz schön hoch, nämlich bei 1,3.
Das Ergebnis ist nicht ganz korrekt, weil ich mit Weiche gemessen habe, aber in jedem Fall sind das keine guten Voraussetzungen für eine Bassreflexkonstruktion.

Der Lautsprecher wäre wohl sinnvoller als geschlossene Konstruktion zu betreiben. Das ist aber kein großes Problem, denn man kann das BR-Rohr ja einfach verschließen.
------------------------------------------------------------
Heute werde ich nicht mehr viel schaffen, aber morgen mache ich dann mal ein paar akustische Messungen, wenn ich von der HighEnd wieder zu Hause bin.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 21. Mai 2011, 18:06 bearbeitet]
ton-feile
Inventar
#11 erstellt: 21. Mai 2011, 18:14
Hi,


yahoohu schrieb:

Hast Du mal an der Beschichtung gerochen?

Gerade erledigt.
Es riecht irgendwie nach gar nichts.

Meine Vermutung war, dass es irgend ein dämmender Anstrich aus dem Automobilbereich ist.

Bin gespannt, wie gut er die Membranresonanzen unterdrückt.
Es wäre natürlich besser, ein unbehandeltes Exemplar zum Vergleichen zu haben.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 21. Mai 2011, 18:19 bearbeitet]
detegg
Administrator
#12 erstellt: 21. Mai 2011, 18:19

ton-feile schrieb:
Bin gespannt, wie gut er die Membranresonanzen unterdrückt.

... ein Vergleich mit der ungepimmten Version wäre jetzt optimal.
Bin auf weitere Messungen gespannt ...

;-) Detlef
ton-feile
Inventar
#13 erstellt: 21. Mai 2011, 18:21
Hallo Detlef,


detegg schrieb:

... ein Vergleich mit der ungepimmten Version wäre jetzt optimal.

Das wäre es.

Gruß
Rainer
ton-feile
Inventar
#14 erstellt: 22. Mai 2011, 20:02
Hallo Zusammen,

So, ich hatte noch etwas Zeit, mir den Lautsprecher genauer anzuschauen und habe beim Zerlegen der Box mit dem defekten Hochtöner ein paar neue Erkenntnisse gewonnen.


------------------------------------------------------------


Front und Rückwand des Gehäuses bestehen aus 16mm MDF, die Seitenwände aus 22mm MDF.


------------------------------------------------------------


Die Bassmitteltöner haben keine Alu- sondern Zellulosemembranen. Das Fabrikat ist mir unbekannt.
MS-2626_Bassmitteltöner_Rückseite
MS-2626, Rueckseite_nah



------------------------------------------------------------




Die Weiche:
MS-2626, Weiche

Schaltung:
Dynavox MS-2626, Weichenschaltung
Der Hochtonzweig besteht aus einem 12dB-Hochpass und einem Vorwiderstand.
Der Tieftonzweig aus einem 6dB-Tiefpass und einem RC-Glied. Die beiden Bassmitteltöner sind in Reihe geschaltet.

Es handelt sich bei dem Lautsprecher also nicht um eine 2,5 Wege Konstruktion, sondern um einen Zweiwegerich.



------------------------------------------------------------



Akustische Messungen:

Die meisten Messungen habe ich in einem Meter Abstand mit 2,83V gemacht.
1m-Messung_Setup
(Sorry, ist leider etwas zu dunkel geworden.)


------------------------------------------------------------


Als erstes hat mich interessiert, wie sich der Lautsprecher auf der Hochtönerachse verhält und wo die Trennfrequenz zum HT liegt.

MS-2626, Weichenzweige und Summe, auf Achse
Die Trennfrequenz liegt um 5kHz. Zwischen 4kHz und 5kHz zeigt der Bassmitteltöner eine kräftige Störung.

Beim blauen Graphen ist der Hochtöner richtig gepolt. Es ergibt sich eine leichte Auslöschung oberhalb der Trennfrequenz, während unterhalb davon ein Pegelgewinn zu verzeichnen ist.
Mit verpoltem Hochtöner (Ocker) kehrt sich der Effekt dann um.

Die 0 Grad Messung als Wassserfalldiagramm dargestellt:
MS-2626, Wasserfall
Zwischen 4kHz und 5kHz, sowie um 14kHz sind deutliche Verzögerungen zu sehen.


------------------------------------------------------------



Als Nächstes habe ich dann gemessen, wie sich der Lautsprecher horizontal unter Winkel benimmt.

Dabei wird wieder in einem Meter Entfernung mit 2,83V gemessen und der Lautsprecher nach jeder Messung etwas weiter zur Seite gedreht.
Ich habe bei 0 Grad, also frontal vor dem Lautsprecher angefangen und dann in 15 Grad Schritten bis 90 Grad gemessen.
MS-2626, horiz. Winkelmessungen

Auch hier tritt die Störung zwischen 4kHz und 5kHz deutlich zu Tage. Im Brillanzbereich bis in die Höhen zwischen 5kHz und knapp über 10kHz ist der Lautsprecher ziemlich zurückhaltend.
Von den Mitten um 500Hz bis in den Präsenzbereich um 2kHz zeigt sich eine leichte tonale Betonung.


Das horizontale Abstrahlverhalten ist hier als auf 0 Grad normiertes Sonogramm zu sehen. Dabei wird die 0 Gradmessung einfach linear gezogen und alle anderen Messungen darauf bezogen.
MS2626, Horiz. Abstrahlverhalten, Sonogramm, auf 0 Grad normiert
Es ist gut zu sehen, wie die Bassmitteltöner mit steigender Frequenz immer stärker bündeln. Ab 5kHz übernimmt dann der sehr gut rundstrahlende Hochtöner.



------------------------------------------------------------



Das vertikale Abstrahlverhalten ist wichtig, weil man ja nicht immer genau auf der Hochtönerachse sitzen kann.
Ich habe wieder bei 0 Grad direkt vor dem Hochtöner angefangen und dann in 5 Grad Schritten bis 20 Grad gemessen.
MS-2626, Vertikale Winkelmessungen, 0 -20 Grad
Schon 10 Grad ober- oder unterhalb der Hochtönerachse bricht der Pegel im Präsenzbereich ein. Je größer der Winkel wird, umso tiefer rutscht der Einbruch.

Das ist ein Problem, welches alle Zweiwegeriche mit dieser Chassisanordnung zeigen.
Je höher sie getrennt werden und je größer dabei der Abstand zwischen den beiden Bassmitteltönern ist, umso schlimmer wird es.

Das ganze noch als auf 0 Grad normiertes Sonogramm:
MS-2626, vertikales Abstrahlverhalten, Sonogramm



------------------------------------------------------------



Danach habe ich die harmonischen Verzerrungen in einem Meter Abstand mit 90dB gemessen:
MS-2626, Klirr, K2 und K3
Das ist im grünen Bereich.



------------------------------------------------------------




Zu guter Letzt noch die Bassabstimmung:
In Ermangelung eines RARs messe ich den Bass im Nahfeld und setze dann den Gesamtamplitudengang aus den Einzelmessungen zusammen.

Nahfeldmessung Tieftöner
Nahfeldmessung, BR-Rohr

Damit das passt, müssen die Pegel der Messungen angepasst werden, sonst würde z.B. das Bassreflexrohr viel zu stark in das Gesamtergebnis einfliessen.

Bassreflexrohr offen:
MS-2626, Bassreflexabstimmung.
Lila ist der Gesamtfrequenzgang dargestellt, Grün das BR-Rohr und Blau bzw Rot die beiden Bassmitteltöner.

Der Lautsprecher hat einen kräftigen Oberbass und geht ungefähr bis 50Hz (-3dB).


Man kann das BR-Rohr auch dicht verschließen und den Lautsprecher geschlossen betreiben.
Rot=Bassreflex, Blau=Geschlossen:
MS-2626, BR vs CB
Die Bassreflexvariante bringt lauteren Oberbass, aber weniger Tiefbass. Interessant ist, dass die Stehwelle im Gehäuse stärker in Erscheinung tritt, wenn das Gehäuse geschlossen betrieben wird. Nachdem da aber nur eine homöopathische Menge Dämpfungsmaterial im Gehäuse steckt, lässt sich das leicht verbessern.


So, das war es fürs erste von mir.

Gruß und einen schönen Abend noch!
Rainer

Edit: Rechtschreibfehler.


[Beitrag von ton-feile am 22. Mai 2011, 21:03 bearbeitet]
ergoben
Neuling
#15 erstellt: 23. Mai 2011, 13:32
Hallo Rainer,

vielen Dank für deine gemachte Mühe!!
Ich bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht als ich deinen Bericht las.
Jetzt sitze ich hier natürlich ehrfürchtig auf meinem Sofa und freue mich an einen so fachkundigen Hififreund geraten zu sein.

Natürlich müssen die Hochtöner getauscht werden (da ja einer schon defekt ist).
Habe mich mal auf hifisounds.de rumgetrieben und zwei interessante HT rausgesucht:
1.Swans HiVi RT1c für 49€
Den habe ich schon mal in einem anderen Lautsprecher gehört und ich war fasziniert. Ist also mein Favorit, hat allerdings einen Aussendurchmesser von 12cm. Weiss nicht ob der passt.

2. Seas Noferro900 für 32,90€
Könnte mit Aussendurchmesser von 10,3cm vielleicht besser passen, habe ich aber leider noch nicht selbst gehört und hat nicht den Charme des Bändchens.

Für weitere Vorschläge bin ich natürlich dankbar.

Dann die Frage der Frequenzweichenänderung. Da kann ich aber glaube ich nur alles verkehrt machen wenn es um Vorschläge geht.

Die Auswirkungen von Dämmaterial und Verschluß der Bassreflexöffnungen interessiert mich natürlich auch.

Ich freue mich wie ein kleines Kind und bin gespannt auf weitere Ausführungen von dir!!

Lieben Gruß aud LG

Bernd
tiefton
Inventar
#16 erstellt: 23. Mai 2011, 16:20
Hallo Rainer,

jetzt weiß ich was Du gestern gemacht hast...

hast nicht viel verpasst, auf der Messe war gestern die Luft raus, außer ein paar netten Anregungen nichts neues. Holger & Co waren auch alle unterwegs.

Zu deinen Messungen.
Ich finde es spannend die stehende Box mal in Sitz/Kopfhöhe zu messen, also nicht auf HT Höhe sondern drüber.

Der Vergleich zu einer "ungepimpten" wäre interessant, mal sehen ob sich in München nicht auch eine solche auftreiben lassen kann.
Ich schaue mich zu dem Basschassis mal um, aber ich glaube Hammenser (Marko vom Technic-Outlet-Hamm) aus dem DIY Forum kann da weiterhelfen.


[Beitrag von tiefton am 23. Mai 2011, 16:27 bearbeitet]
ton-feile
Inventar
#17 erstellt: 23. Mai 2011, 17:05
Hi Thomas,

Sorry, bei mir war gestern einfach die Luft raus. In Zukunft wird mir ein Tag HighEnd reichen, denke ich.

Zum Topic:
Schau doch noch mal in mein Posting. Da sind Messungen des vertikalen Abstrahlverhaltens bis 20 Grad aus der Hochtönerachse dabei.
Das entspricht Messungen in Sitz/Kopfhöhe und darüber.

Den Lautsprecher auf dem Boden stehend zu messen, macht aus meiner Sicht nicht viel Sinn, weil das Kammfilter ergibt, die je nach Ohrhöhe, Entfernung zum Lautsprecher und Bodenbelag variieren.

Es sieht so aus, als wäre der Anstrich der Tieftonmembranen die einzige Pimp-Maßnahme bei diesem Lautsprecher gewesen.

Als erstes werde ich mir mal den Originalhochtöner vornehmen. Danach ist dann die Weiche dran.

Wenn das fertig ist, wird der originale Hochtöner voraussichtlich gegen ein Modell von Seas getauscht, das tiefer einsetzbar ist.

Gruß
Rainer

Edit: Die blöde MAC-Tastatur spinnt manchmal und schreibt dann z.B. Kammmfilter.


[Beitrag von ton-feile am 23. Mai 2011, 17:55 bearbeitet]
tiefton
Inventar
#18 erstellt: 23. Mai 2011, 17:12
Ah, die Messung hab ich übersehen.
Mmmm, das ist ja recht durchwachsen...
ton-feile
Inventar
#19 erstellt: 23. Mai 2011, 17:49
Hi,


tiefton schrieb:
Ah, die Messung hab ich übersehen.
Mmmm, das ist ja recht durchwachsen...

Ja, da gibt es Handlungsbedarf.

Auch gegen die Membranreso des Bassmitteltöners zwischen 4kHz und 5kHz sollte man etwas tun.

Mal sehen...

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 23. Mai 2011, 17:49 bearbeitet]
Waermeleitpaste
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 24. Mai 2011, 06:44
Sehr schöner Thread. Bin auch sehr gespannt auf einen Vergleich zum Original.
yahoohu
Inventar
#21 erstellt: 24. Mai 2011, 07:16
Wäre doch ne schöne Möglichkeit für Sintron nur die Gehäuse zu verkaufen. Wenn ein entsprechender Bauvorschlag das ist, könnte man ja aus diesem gar nicht schlecht aussehenden Teil auch ein klanglich Gutes machen.
Gruß Yahoohu
rolltroll
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 24. Mai 2011, 07:35

ton-feile schrieb:


Auch gegen die Membranreso des Bassmitteltöners zwischen 4kHz und 5kHz sollte man etwas tun.

Mal sehen...

Gruß
Rainer


hallo Rainer,
schon Wahnsinn was du dir mit so manchen LS für eine Arbeit machst, aber gut das es läute wie dich gibt.
Hast nen uneingeschränkten Respekt verdient

bin echt gespannt
was du aus diesen LS noch so rausholst
rolltroll
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 26. Mai 2011, 18:50
hallo Rainer,
kannst du bitte mal die Abmessung ( durchmesser ) vom HT senden
ton-feile
Inventar
#29 erstellt: 28. Mai 2011, 18:42
Hallo Zusammen,

Meine Pimpaktion könnt Ihr bei Interesse im DIY-Bereich des Forums lesen.

Pimp my "Hifi-Jenny Dynavox MS-2626 Pimp" .


rolltroll schrieb:
hallo Rainer,
kannst du bitte mal die Abmessung ( durchmesser ) vom HT senden :hail

Der HT hat 103mm Durchmesser.

Gruß
Rainer

Edit:
Hier ist noch eine Zusammenfassung der aus den Messungen ableitbaren technischen Daten.



Hifi-Jenny, Standlautsprecher (Dynavox MS-2626)

Prinzip:
2-Wege, Bassreflex

Bestückung:
2x 17cm Bassmitteltöner mit Zellulosemembranen in Pseudo-Dappolito Anordnung, 1x 25mm Hochtonkalotte mit metallisierter Kunststoffmembrane.

Nennimpedanz:
8 Ohm (Impedanzminimum= 6,4 Ohm/7,6kHz)

Trennfrequenz:
ca. 5kHz

Tieftonumfang bezogen auf Grundtonpegel um 300Hz:
Bassreflex im 2Pi-Raum: -3dB/51Hz, -10dB/36Hz

Geschlossen im 2Pi-Raum: -3dB/53Hz, -10dB/36Hz

Hochtonumfang:
-3dB/20kHz

Kennschalldruck (2,83V/1m) bezogen auf Grundtonpegel um 300Hz:
84dBSPL (bei der 4,3kHz Überhöhung sind es 94dB)


[Beitrag von ton-feile am 29. Mai 2011, 10:38 bearbeitet]
ton-feile
Inventar
#30 erstellt: 01. Jun 2011, 07:27
Hallo Zusammen,

Noch eine Info der Vollständigkeit halber.

Wie es scheint, wurden die Standlautsprecher von Hifi-Jenny auch mit unbemalten Bassmitteltönermembranen verkauft.

Es ging gerade eine Ebay Auktion zu Ende, in der das auf den Fotos des Lautsprechers deutlich zu sehen war.
Der Verkäufer schrieb explizit, seine Lautsprecher von Hifi-Jenny bezogen zu haben.

Link zur Auktion!

Es drängt sich dann schon die Frage auf, was an diesen Lautsprechern im Vergleich zum Dynavox-Original geändert/gepimpt worden sein soll.

Abgesehen von der Membranbeschichtung, deutet bei dem Pärchen, an dem ich mich gerade verlustiere, jedenfalls nichts darauf hin, dass es weitere Überarbeitungen gab.

Natürlich ist es möglich, dass die Version mit den Silbermembranen eine geänderte Weiche hat und dies dann nach der Membranbeschichtung nicht mehr nötig zu sein schien.

Dann wäre die Silbervariante MK-I und die mit angemalten Membranen MK-II.

Gruß
Rainer
yahoohu
Inventar
#31 erstellt: 01. Jun 2011, 08:51
Hallo Rainer,
stimmt, am Anfang wurden die Dinger so verkauft. Ich glaube das die "Beschichtung" nur wegen der Wiedererkennung zu Dynavox aufgetragen wurde. Und ich glaube, das der Messgeräte-Park der Tante lediglich aus Zollstock, Maßband und ggf. Zirkel besteht.
Noch was, hättest Du Interesse, eine normale, neue Dynavox zu pimpen? Ich hab da noch zwei Bel-Amt´s von Lohmann rumliegen. Wäre ja nett, wenn´s was bringen würde.
Gruß - Yahoohu
ton-feile
Inventar
#32 erstellt: 01. Jun 2011, 11:58
Hi,


yahoohu schrieb:

Noch was, hättest Du Interesse, eine normale, neue Dynavox zu pimpen? Ich hab da noch zwei Bel-Amt´s von Lohmann rumliegen.

Zwei bel-AMTs habe ich hier auch noch.

Diese Pimp-Aktionen mache ich nur mal so zwischendurch, wenn ich "Schreibblockade" habe und mit meinen eigenen Sachen nicht recht weiterkomme.

Seit der Entwicklung meiner Tafal habe ich nur "fremde" Lautsprecher abgestimmt.
Wenn diese Sache hier abgeschlossen ist, kommt erst mal mein Midfield-Moni dran.

Gruß
Rainer
ton-feile
Inventar
#33 erstellt: 25. Sep 2011, 15:19
Hallo Zusammen,

Habe den Threadtitel angepasst.
Raider heißt jetzt Twix und "hifi-emutionen-2011" jetzt "hifi-emotionen".

Gruß
Rainer
RocknRollCowboy
Inventar
#34 erstellt: 04. Mai 2012, 16:46
Hier wünscht jemand Beratung.

Link

Schönen Gruß
Georg
woro
Neuling
#35 erstellt: 30. Jun 2012, 14:44
super Bericht. die Messungen unterstreichen meine gehörmäßigen Feststellungen. Gemessen am Preis darf man eigentlich gar nicht meckern. Für das Geld bekommt man normalerweise nicht einmal die Gehäuse.
Bei Frauenstimmen und bei Trompeten neigt der LS allerdings zur Schärfe. Gut hörbar ist auch ein gewisses "Näseln" bei Geigen, Tompeten, hohen Männerstimmen ...
Für die Missklänge waren die TMTs verantwortlich und nicht, wie erst vermutet, die HTs. Mit einem parametrischen Equalizer wurde als Ursache der Bereich um 4,2 kHz ermittelt - offenbar eine Resonanz.
Dagegen einen RCL-Filter gebaut - 0,4mH, 3,3µF und 3,3Ohm, in Reihe geschaltet - das ganze an den TMT Ausgang der Weiche parallel angeschlossen (die TMTs sind übrigens in Reihe und nicht wie üblich parallel angeschlossen). Die Stimmen und Instrumente klangen jetzt klar. Die Höhen wurden seidenweich - trotz der damals noch verwendeten Metallkalotte (?). (War immer schon meine Vermutung, dass das Membranmaterial nicht unbedingt nach demselben klingen muss).
Jetzt war nur noch der Bassbereich etwas vorlaut und undeutlich. Habe das durch eine Impedanzabsenkung des gesamten TMT-Bereichs mittels eines 15 Ohm-Widerstands gelöst, der zusätzlich am TMT-Ausgang der Weiche auch parallel angeschlossen wurde. Die Resonanzspitzen im Bassbereich wurden dadurch stark abgesenkt (bass schön knackig) und als Nebeneffekt die Trennfrequenz etwas tiefergesetzt (Mitteltonbereich klingt noch etwas fülliger,die Höhen noch seidiger).
Die Kosten für die zusätzlichen Teile liegen unter 10,- €.
Die LS sind jetzt sogar klassiktauglich geworden.
Mit Messtechnik lässt sich bestimmt alles noch genauer abstimmen. Bei verschiedenen Musikstilen habe ich aber nichts gefunden, was sich "völlig daneben" anhört.

woro
ton-feile
Inventar
#36 erstellt: 30. Jun 2012, 18:31
Hallo woro,

Vielen Dank für Dein positives Feedback.

Es gibt auch einen Pimp-Thread für den Lautsprecher.
Link!

Die Membranreso bei ca. 4,4kHz hast Du gut gehört, aber Dein Saugkreis senkt lediglich den Bereich ziemlich breitbandig ab.
Das ist eine Membranresonanz mit hoher Güte.

Der 15 Ohm Widerstand hat auf den Amplitudengang praktisch keine Auswirkung.
Der Bass könnte allenfalls dann ein wenig beeinflusst werden, wenn Du mit einer Röhre hörst, die einen extrem niedrigen Dämpfungsfaktor hat.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 30. Jun 2012, 18:34 bearbeitet]
woro
Neuling
#37 erstellt: 30. Jun 2012, 21:20
Hallo Rainer,

inzwischen habe ich auch den Link gelesen. Sehr aufschlussreich. Ganz große Klasse.

Habe die ganze Schaltung mit meinem Zusatz in Boxsim eingegeben. Allerdings mit Visaton LSn (W170S 4 Ohm). Danach war der Resonanzkreis gar nicht mal sooo breitbandig .

Den 15 Ohm Widerstand bemerkt man bei Simulationsprogrammen frequenzgangmäßig nicht. Bei einer Halbleiterendstufe mit ihrem hohen Dämpfungsfaktor sollte der auch nichts ausmachen – eigentlich. Wenn man so eine Schaltung nachmisst, ergibt sich allerdings auf den Impedanzmaxima schon eine mehr oder weniger hohe db-Dämpfung. Meiner Erfahrung nach: je höher der QTS, desto stärker die Wirkung. Können ein paar db sein. Ob das mit der Gegenkopplung der Endstufe zusammenhängt? Der LS induziert ja eine Spannung, die auf den LS-Ausgang der Endstufe trifft. Ist nur eine Überlegung von mir
In diesem Fall ist der Bass jedenfalls gut hörbar knackiger bzw deutlicher.
Durch die niedrigere Impedanz wird außerdem der Hoch-, Mitteltonbereich, den die TMTs wiedergeben, noch stärker gedämpft. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. . Eleganter ist natürlich ein auf die fs abgestimmter RCL Kreis. Die Impedanz bleibt höher. ist bei mir aber noch unkritisch.

Deine Weiche habe ich auch mal simuliert. Liege mit der meinigen vom Frequenzgang gar nicht mal so weit davon entfernt. Mittelton zu laut. Steigt von ca 500 Hz bis auf 4db bei 1kHz an, um dann bis 2,5 kHz wieder abzufallen. Um 4 kHz ca 3 db leiser.
Meine Idee war aber auch, das ganze als 2,5-Wege LS auszulegen, wegen der vertikalen Abstrahlung und die Trennfrequenz tieferzulegen.
Werde wohl deine Schaltung nachbauen – evtl. mit dem 15 Ohm-Widerstand. Dann müsste nur die Bassspule verkleinert werden so auf 0,9 mH und der Kondensator müsste so um die 10 µF liegen. Wäre zu probieren. Der Rest wird Geschmacksache sein.

Gruß
Wolfgang
ton-feile
Inventar
#38 erstellt: 08. Jul 2012, 19:20
Hallo Wolfgang,

freut mich, wenn Du zufrieden bist und der Widerstand schadet ja auch nicht, weil Du den Tiefpass entsprechend angepasst hast.
Deine Version meiner Schaltung weicht maximal um 0,5dB vom Original ab.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 08. Jul 2012, 19:40 bearbeitet]
woro
Neuling
#39 erstellt: 07. Jan 2015, 02:41
ich weiß nicht, ob hier noch jemand liest. hoffe es mal.
habe von dem unteren tmt die beschichtung abgelöst. oben waren nur gummipads angeklebt. auch entfernt. jetzt sind die chasis wieder so einigermaßen original. silbern lackierter weißer kunsstoff kam zum vorschein.
die rück- und seitenwände sind mit polyesterwatte bedämpft worden (stimmen sind um klassen deutlicher). das bassreflexrohr um 45 mm verlängert (entschärft den bass-bumms). die weiche angepasst (gehörmäßig, zum vergleich einen guten sennheiser kopfhörer herangezogen - lautstärke abgeglichen)

weiche jenny-box


[Beitrag von woro am 07. Jan 2015, 03:10 bearbeitet]
woro
Neuling
#40 erstellt: 07. Jan 2015, 03:20
klingt in allen musikrichtungen (auch klassik) sehr angenehm - ohne analytische schärfe, aber nicht dumpf. der bass ist sehr deutlich.
störende resonanzen konnte ich gehörmäßig nicht feststellen - auch nicht mit einem tongenerator (alle frequenzen langsam durchlaufen lassen).
mit meinen alten avm monoblöcken klang alles noch entspannter. die haben die speaker wohl noch besser im griff als die sac igel *fg
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