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Impedanzentzerrung fuer KEF R900

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Autor
Beitrag
Traktrix
Neuling
#1 erstellt: 16. Jul 2012, 13:37
Fuer meine KEF R900 habe ich eine Impedanzentzerrung entwickelt.

Da das Netzwerk vergleichsweise einfach und preiswert ausfaellt und die Impedanz des Lautsprechers dadurch bei Bassreflexbetrieb (BR-Oeffnungen NICHT mit den mitgelieferten Schaumstoffteilen verstopft) oberhalb von ca. 30Hz kaum von einem Betrag von 4Ohm und einem phi->0 abweicht, stelle ich das Schaltbild gerne den KEF-R900-Nutzern in der community zur Verfuegung.

KEF R900 Impedanzentzerrung

Herr Schueller von der TESTfactory hat mir die Nutzung seiner Messung fuer den stereoplay-Test als Illustration fuer das Schaltbild dankenswerter Weise genehmigt!

Gruss Jens
trilos
Stammgast
#2 erstellt: 12. Apr 2014, 11:44
Hallo Traktrix,

ich weiß, Dein Beitrag ist schon ein "paar Tage alt".

Seit einiger Zeit nutze ich ein Paar R 900 und würde gerne die Impedanzentzerrung ausprobieren.

Wenn ich es richtig verstehe, schließe ich hierzu von "+" nach "-" an den LS-Klemmen außen an der Box eine Spule, einen Widerstand und einen Kondensator.

Fragen:

Von "+" nach "-" bei den Hochtonanschlussklemmen?
Oder evtl. schon am Verstärkerausgang von "+" nach "-"?
Ich nutze das Bi-wiring Terminal und führe von einem Verstärker-LS-Ausgang kommend ein Kabel zur den HT-Anschlüssen und ein Kabel zu den TT-Anschlüssen bei der R 900.

Welchen Wert muss die Spule (mH? max. R der Spule?), der Kondensator und der Widerstand haben (R des Widerstands und seine Belastbarkeit in W?).
Aus Deinem Schaubild, auf dem weit mehr Bauteile als nur ein Widerstand/Spule/Kondensator angegeben sind, wurde ich als technisch interessierter Laie leider nicht "schlau"....

Danke für Deine Hilfe oder die eines anderen Forummitglieds, was mir helfen könnte.

Beste Grüsse,
Alexander

P.S.:
Über ein vollständiges Frequenzweichendiagramm der R 900 wäre ich -so das jemand hat und zur Verfügung stellen kann- auch sehr dankbar.
detegg
Administrator
#3 erstellt: 12. Apr 2014, 12:34
Hallo Alexander,

nimm die Schaltung mit in einen Elektronikladen Deines Vertrauens und lasse Dir die Bauteile 2-fach zusammenstellen. Alternativ bestellst Du online, z.B. bei Reichelt.

R1 = 3R9 / 10 Watt Keramik- oder Zementwiderstand
R2 = (1R8 - Ri) / 5 Watt Keramik- oder Zementwiderstand (Ri = Innenwiderstand der Spule, ca. 0R3, ausmessen)
L = 0,28 mH / Kern- oder Luftspule
C1 = 330 nF Folienkondensator / >= 63V
C2 = 20 µF / Tonfrequenz-Elektrolytkondensator (ungepolter Elko) / >=63V

Ein kleines Problem ist, das R2 und C2 Werte haben, die in den Normreihen nicht enthalten sind. Einen 20µF C musst Du also aus 2x 10µF zusammensetzen. Gleiches gilt wahrscheinlich für R2.

Und dann frickelst Du die Teile zusammen, installierst die "unsäglichen" Bi-Wiring Brücken und schließt die Impedanzkorrektur am Lautsprecher zw. +/- an.

R900


Detlef


[Beitrag von detegg am 12. Apr 2014, 12:42 bearbeitet]
thewas
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 12. Apr 2014, 21:20
Du hast sicher den aktuellen Stereoplay Artikel gelesen, oder? Hast du einen Röhrenverstärker? Wenn nicht, spar dir die Arbeit, es macht keinen hörbaren Unterschied.
trilos
Stammgast
#5 erstellt: 13. Apr 2014, 20:35
Hallo Detlef,

vielen lieben Dank für die ausführliche und für mich gut verständliche Erläuterung.
Ende der Woche werde ich mal bei Conrad Electronic vorbeischauen und mir die nötigen Teile besorgen.
Werde dann hier noch meine Eindrücke posten (kann aber etwas dauern ===> Osterfeiertage).

@ thewas:
Danke für Deinen Hinweis.
Ja, ich sah den Artikel in der stereoplay.
Klar ist mir, dass an einem reinen Röhrenverstärker die Impedanzlinearisierung sich sehr stark auswirkt.
Etwas überrascht war ich, dass es bei der R 900 auch bei Benutzung des T&A-Transistor-Amps so deutlich positiv vom stereoplay-Hörpanel herausgehört wurde.
Daher möchte ich es auch testen.

Vor ein paar Jahren hatte ich bei einem Paar Tannoy System 1200 Studiomonitore ein L-C-R-Glied zur Impedanzkompensation (deutliche Impedanzspitze bei 1,66 kHz) ausprobiert.
Mein damaliger Händler sagte mir: Testen, es könnte besser sein, schlechter oder ohne nennenswerten Effekt.
Ich fand es deutlich besser, und das mit einem WBE Fusion 400 Hybridverstärker, der als sehr stabil gilt.

Den WBE Fusion 400 Hybridverstärker nutze ich jetzt an der KEF R 900.

Bin sehr gespannt,
beste Grüsse,
Alexander
thewas
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 13. Apr 2014, 20:48

trilos (Beitrag #5) schrieb:
Ja, ich sah den Artikel in der stereoplay.
Klar ist mir, dass an einem reinen Röhrenverstärker die Impedanzlinearisierung sich sehr stark auswirkt.
Etwas überrascht war ich, dass es bei der R 900 auch bei Benutzung des T&A-Transistor-Amps so deutlich positiv vom stereoplay-Hörpanel herausgehört wurde.

Die "hören" auch Unterschiede bei Kabel, Steckdosenleisten und jeglichem Gerät , beim echten Blindtest verschwindet "seltsamerweise" das alles. Wie gesagt, spar dir das Geld und Mühe, wenn du deinen Kopf paar Milimeter bewegst ändert sich der Frequenzgang viel signifikanter.
hormannaudio
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 14. Apr 2014, 08:21
Da gibt es nichts hinzuzufügen.

gruss R.H.
Traktrix
Neuling
#8 erstellt: 29. Apr 2014, 20:29
@trilos, @detegg

Detlef hat ja in der Tat schon alles wesentliche gesagt, vielen Dank! Die Impedanzkorrektur muss auf jeden Fall auf der Lautsprecherseite angeschlossen werden, hat den Vorteil, dass auch die Lautsprecherzuleitung eine rein ohmsche Last "sieht".

@alle anderen

Nicht nur am Roehrenverstaerker, auch am T&A, wie auch an weiteren Verstaerkern - sowohl klassischen Class-A- und Class-AB-Gegentakt-Verstaerkern, aber auch Class-D/-T-amps sind in verschiedenen Abhoersituationen jeweils tendenziell aehnliche Unterschiede deutlich wahrnehmbar. Ob der Unterschied den - m.E. finanziell vergleichsweise geringen - Aufwand rechtfertigt, muss natuerlich jeder selbst entscheiden.

Der Test bei der stereoplay ist im Jahr 2013 mit den beiden genannten Lautsprechern sowie dem T&A-amp und dem Lyric-Roehren-amp als "echter Blindtest" gelaufen.

Gruss Jens
thewas
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 29. Apr 2014, 21:02
Das würde ich auch erst mal behaupten, könntest du den Versuchsaufbau und Durchführung genau beschreiben, da es ja eine Bachelorarbeit war müsste ja alles dokumentiert und veröffentlicht sein.


[Beitrag von thewas am 29. Apr 2014, 21:05 bearbeitet]
Zweck0r
Moderator
#10 erstellt: 30. Apr 2014, 00:20

Traktrix (Beitrag #8) schrieb:
Nicht nur am Roehrenverstaerker, auch am T&A, wie auch an weiteren Verstaerkern - sowohl klassischen Class-A- und Class-AB-Gegentakt-Verstaerkern, aber auch Class-D/-T-amps sind in verschiedenen Abhoersituationen jeweils tendenziell aehnliche Unterschiede deutlich wahrnehmbar.


Das wäre für mich ein Anlass, eine Differenzmessung vorzunehmen (ein Verstärkerkanal mit 8-Ohm-Lastwiderstand, einer mit Lautsprecher, beide Signale voneinander subtrahieren), und bei nennenswerten Unterschieden den Verstärker auszutauschen gegen einen ohne solche Konstruktionsmängel.
thewas
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 30. Apr 2014, 06:19
Die haben ja sogar die Frequenzgänge geplottet, bei der Röhre ist im Impedanzbuckel der Unterschied signifikant und leicht hörbar, aber beim Transistor ist er wie erwartet minimalst (weniger als 1dB) und ob man das raushört bezweifle ich stark
Traktrix
Neuling
#12 erstellt: 30. Apr 2014, 09:39
Ich bitte doch sehr um Verstaendnis, dass ich hier weder Details aus der Bachelor Thesis noch stereoplay-Interna ausplaudern werde. Ob, wann und in welchem Umfang das passiert, ist ausschliesslich Sache der Berechtigten. Dass ich 2012 bei stereoplay quasi "Tippgeber" war, dabei allerdings bei Peter Schueller "offene Tueren eingerannt" habe, bringt mich nicht in diese Position.

Abgesehen davon wuerde mir fuer eine von Dir natuerlich nachvollziehbar gewuenschte, auch nur halbwegs vollstaendige Darstellung des Sachverhaltes auch die Zeit fehlen - fuer Euch hoffentlich schon an der sehr ueberschaubaren Anzahl meiner posts nachvollziehbar.

Inhaltlich habe ich meinen Ausfuehrungen grundsaetzlich nichts hinzuzufuegen, bestenfalls vielleicht, dass die Unterschiede mit und ohne Impedanzkorrektur natuerlich unterschiedlich ausfallen, aber - auch fuer mich - erstaunlicher Weise auch bei amps wahrnehmbar waren, wo die Frequenzgangunterschiede gering(st) waren und ich selbst zuvor vermutlich auch jede sprichwoertliche "Wette eingegangen" waere, dass da definitiv keine hoerbaren Unterschiede existieren duerften. Und, da es sich um einen "echten Blindtest" handelte


Das würde ich auch erst mal behaupten


- ich "behaupte" das jetzt noch einmal, stereoplay, inbesondere die testfactory, arbeitet hochprofessionell -, ist da auf jeden Fall noch echter Handlungsbedarf fuer weitere wissenschaftliche Untersuchungen.

Ich hoffe bezueglich meines Zeitbudgets auf Euer Verstaendnis und klinke mich an dieser Stelle aus der Diskussion aus.

Gruss Jens
thewas
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 30. Apr 2014, 10:43

Traktrix (Beitrag #12) schrieb:
Abgesehen davon wuerde mir fuer eine von Dir natuerlich nachvollziehbar gewuenschte, auch nur halbwegs vollstaendige Darstellung des Sachverhaltes auch die Zeit fehlen - fuer Euch hoffentlich schon an der sehr ueberschaubaren Anzahl meiner posts nachvollziehbar.

Natürlich, wobei es hätte ja ein Link zu der Arbeit oder Fakultät gereicht, heutzutage sind in vielen Hochschulen solche Arbeiten frei online zugänglich.

Inhaltlich habe ich meinen Ausfuehrungen grundsaetzlich nichts hinzuzufuegen, bestenfalls vielleicht, dass die Unterschiede mit und ohne Impedanzkorrektur natuerlich unterschiedlich ausfallen, aber - auch fuer mich - erstaunlicher Weise auch bei amps wahrnehmbar waren, wo die Frequenzgangunterschiede gering(st) waren und ich selbst zuvor vermutlich auch jede sprichwoertliche "Wette eingegangen" waere, dass da definitiv keine hoerbaren Unterschiede existieren duerften. Und, da es sich um einen "echten Blindtest" handelte

Das Problem ist dass man tendiert immer Unterschiede zu hören, auch wenn nichts geändert wurde, darum wäre die Dokumentation wichtig wie dagegen abgesichert wurde, meine Vermutung ist gar nicht.

- ich "behaupte" das jetzt noch einmal, stereoplay, inbesondere die testfactory, arbeitet hochprofessionell -, ist da auf jeden Fall noch echter Handlungsbedarf fuer weitere wissenschaftliche Untersuchungen.

Meine Erfahrung bezüglich der "Blauen Seiten" war bisher gegenteilig, vielleicht sind sie im Vergleich zu der üblichen aktuellen Flachpresse "professioneller", kommen aber noch bei weitem nicht an eine korrekte wissenschaftliche Methodik an, auch nicht an der von der Hifi Presse vor 30 Jahren, leider. Hier nur exemplarisch paar Beispiele dazu:
http://pelmazosblog....faust-aufs-auge.html
http://pelmazosblog....d-gegenkopplung.html
http://pelmazosblog....nsation-versuch.html
http://pelmazosblog....ssungen-funfter.html
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