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unverfärbt hören - die Betriebsschallpegelkurve

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AH.
Inventar
#1 erstellt: 07. Dez 2014, 22:08
Hallo,

neulich habe ich wieder einen Freund besucht und wir hörten Schuberts neunte Sinfonie mit Günter Wand am Pult des NDR-Sinfonieorchesters. Der Klang war ziemlich furchtbar, da der Klang der Canton-Boxen stark verfärbt war, eine Beobachtung, die man bei Heimwiedergabebedingungen sicher öfter machen kann. Woran liegt das?

1. Der Freifeld-Frequenzgang von Heimlautsprechern ist nicht immer besonders linear

2. Der Diffusfeld-Frequenzgang von Heimlautsprechern ist oft sehr wenig linear. Bis in den Grundtonbereich sind es Kugelstrahler mit einem Bündelungsmaß von 0dB (klein gegen die Wellenlänge), im Mitteltonbereich Halbraumstrahler (Bündelungsmaß 3dB), eventuell haben sie auch eine Senke im Diffusfeld-Frequenzgang im Mitteltonbereich, wenn ein großer z.B. 17cm Mitteltöner eingesetzt wird. Im Hochtonbereich sind es wieder Halbraumstrahler, während die typischerweise 25mm messende Hochtonkalotte oberhalb ca. 6kHz recht stark zu bündeln anfängt.

3. Der Nachhall im Wohnraum als Funktion der Frequenz ist auch nicht linear.

Was kann man tun? Man kauft sich einen Studio-Hauptregielautsprecher mit frequenzlinearem Bündelungsmaß (ca. 10.000 € pro Stück) und baut einen Raum mit einer frequenzlinearen Nachhallzeit von z.B. 0,25s und ausreichend Diffusoren (ca. 80.000 €). Der Frequenzgang am Hörplatz ist linear und das klingt überwältigend. Darin möchte man aber nicht mehr wohnen. Schlecht.

Eine einfachere Lösung: Man verwendet die vorhandenen Lautsprecher, verringert die Stereo-Basisbreite auf ca. 1,5m bis 2m und entzerrt die Betriebsschallpegelkurve (Amplitudenfrequenzgang am Hörplatz) elektrisch. Das ist nicht so gut wie die erste Lösung, aber für viele sicher sehr erhellend. Dann kann man z.B. auch Klassik mit Freude hören (die wird meist einfach mit neutralen Mikrofonen aufgenommen und klingt bei einer linearen Betriebsschallpegelkurve einfach "richtig", wenn man mal in Konzerte gegangen ist. Der Hörabstand darf nicht zu groß werden, da das Gehör zwischen Diffusschall und Direktschall trennen kann und diesen aufgrund der HRTF auch unterschiedlich gefärbt wahrnimmt. Deswegen die kleinen Basisbreiten und geringen Hörabstände.

Als Werkzeug geeignet ist ein einfacher Terzbandequalizer von Behringer, der mit Meßmikrofon für 269 € erhältlich ist.
http://www.thomann.de/de/behringer_deq2496_ultracurve_bundle.htm

Laut www.hifi-selbstbau.de sind die Behringer-Mirkofone im Mitteltonbereich relativ zuverlässig. Es ist aber empfehlenswert, sich dieses sehr preiswerte Mikrofon für einige Euro kalibrieren zu lassen.

Man benötigt allerdings einen Vorverstärker und einen Endverstärker. Dann drückt man einfach auf "AutoQ" und der Amplitudenfrequenzgang am Hörplatz, wo das Mikrofon aufgestellt wird, wird automatisch linearisiert. Verstopft man das Baßreflexrohr des Heimlautsprechers, können diese sogar oft bis auf 20Hz im Raum linearisiert werden (der Equalizer reicht bis 20Hz). Echter Tiefbaß. Das würde ich bei Heimlautsprechern mit einer Membranfläche, die 2 17cm-Tieftönern entspricht, empfehlen. Mini-Boxen mit einem 130er Tiefmitteltöner sollte man eher auf 50Hz linearisieren.
Nun kann man auch Klassik unverfärbt genießen. Da gibt es sehr emotionales, z.B. das Lied "Der Doppelgänger" von Franz Schubert mit José van Dam und Valery Afanassiev. Dafür braucht man keine gesoundeten Lautsprecher, die eine falsche Emotion übermitteln. Aber auch Pop und Rock klingt oft überzeugend, wenn während der Mischung richtig (nämlich linear) abgehört wurde. Erscheint einem das eine oder andere Musikstück nun zu dünn, hat man ja einen Equalizer. In den kann man viele verschiedene Setups einprogrammieren, so daß man auch z.B. voluminösere Klangbilder mit stärkerem Grundtonbereich und stärkerem Baß realisieren kann.

Liebe Grüße

Andreas


[Beitrag von AH. am 07. Dez 2014, 22:11 bearbeitet]
thewas
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 08. Dez 2014, 00:48
Hallo Andreas,

im großen und ganzen Stimme ich dir zu, viele Hifi Nutzer hier machen das schon auch mit anderer Hardware wie z.B. Anti-Mode 2.0, Audyssey, Trinnov usw. oder Software wie Dirac, Acourate oder REW/EQ Apo, zu dem manche dieser sogar inzwischen zusätzlich auch im Zeitbereich agieren und somit sogar Gruppenlaufzeit und erste Bassmoden reduzieren können. Für das übliche Abstrahlverhalten von den meisten Lautsprechern und die üblichen Hörraume haben sich zu den Höhen leicht abfallende Betriebsschallkurven als günstig erweisen, siehe auch Zielkurven z.B. von B&K 1974! (Fig .5) http://www.bksv.com/doc/17-197.pdf , Dirac, REW oder auch Prof. Goertz bei seinen Monitor Tests.

Schöne Grüße,
Theo
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