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Mivoc System 740 Wartung/Tuning

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loewe_1010
Stammgast
#1 erstellt: 11. Jul 2015, 10:03
Moin,
vor einigen Wochen sind mehr sehr günstig Mivoc System 740 (von 1991) zugeflogen. Kein Bausatz, sondern die Fertigbox aus Sandwichmaterial. Sie sehen aus wie aus dem Laden.
$_72 (2)$_72 (3)$_72 (4)

Der Klang ist absolut fantastisch, im Bassbereich kann ich mir absolut nix Besseres mehr vorstellen. Göttlich !
Der Hochton klingt etwas zurückgenommen im Vergleich zu meinen Capella 208 ( mit Mivoc KFT 130 M Magnetostat).

Was sollte ich tun oder nicht tun, um noch lange Spaß daran zu haben ?

Die Sicken irgendwie pflegen ? Das Gummi ist tiefschwarz, keine Risse zu sehen. Fühlen sich aber etwas(!) spröde an.

Die Hochtöner erneuern ? Gibt es noch neu für 30 €/ Stück (mivoc HGP 258 ).

Die Frequenzweiche prüfen (lassen) ? Oder mit hochwertigeren Bauteilen "tunen" (lassen) ?

Oder einfach genießen und gar nix machen ?


[Beitrag von loewe_1010 am 11. Jul 2015, 16:45 bearbeitet]
Mwf
Inventar
#2 erstellt: 11. Jul 2015, 12:20
Hi,
loewe_1010 (Beitrag #1) schrieb:
...Oder einfach genießen und gar nix machen ?

Genau

Gruss,
Michael
loewe_1010
Stammgast
#3 erstellt: 11. Jul 2015, 16:40
Jo, das sagt ja auch der Verstand.
Aber es bleibt das Teufelchen, das mir ins Ohr flüstert: " Da geht bestimmt noch mehr..."

Zum Thema Sicken findet sich ja auch einiges, aber es macht mich nicht schlauer. Dazu gibt es wohl keinen Tenor.
Mwf
Inventar
#4 erstellt: 11. Jul 2015, 17:09

loewe_1010 (Beitrag #3) schrieb:
...Zum Thema Sicken findet sich ja auch einiges, aber es macht mich nicht schlauer. Dazu gibt es wohl keinen Tenor.

Sicken aus Gummi (-ähnlichem Material, "NBR", wie hier) bereiten zu >95% keine Probleme mit dem Alter ...

Wo liest du etwas anderes ?
loewe_1010
Stammgast
#5 erstellt: 11. Jul 2015, 17:45
Was ist NBR ?

Wenn man in der SuFu "Sicken pflegen" eingibt, erhält man viel kontroverses zum Thema. Von "die beste Pflege ist keine Pflege" bis zum "Silikonspray - Tutorial" findet sich da alles.
Ein Fachverkäufer empfahl mir mal Talkum alle paar Jahre zu verwenden.
Die Mivocs sind jetzt 25 Jahre alt und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass ich sie noch weitere 25 Jahre oder länger betreiben möchte. Daher soll ihnen die bestmögliche Behandlung zu Teil werden.
loewe_1010
Stammgast
#6 erstellt: 14. Jul 2015, 17:46
N'abend,
also was NBR ist, habe ich selbst gegoogelt.
Mivoc hat mir netterweise einen Schaltplan zur Verfügung gestellt :

Frequenzweiche System 740

Welche Bauteile könnte man hier verbessern/erneuern ?

Würde mir jemand bei der Auswahl der richtigen Bauteile helfen um eventuell die ganze Weiche neu zu bauen und Bi - Wiring oder Bi - Amping tauglich zu machen. Eine Regelmöglichkeit für den HT wäre auch interessant.

Wer hilft einem Newbie ?
Mwf
Inventar
#7 erstellt: 14. Jul 2015, 18:59

loewe_1010 (Beitrag #6) schrieb:
...Welche Bauteile könnte man hier verbessern/erneuern ?...

Ggfs.(*) die 4 Cs 35 VAC im Mitteltonzweig, sonst nichts.

-----------------
(*) = zuerst würde ich die Bauteile auf einem scharfen pic in Augenschein nehmen wollen
Giustolisi
Inventar
#8 erstellt: 15. Jul 2015, 09:24

Was sollte ich tun oder nicht tun, um noch lange Spaß daran zu haben ?

Nicht an der Grenze der Belastbarkeit quälen, UV Strahlung vermeiden und eben pfleglich behandeln. Dann hast du schon die optimalen Bedingungen geschaffen.

Die Sicken irgendwie pflegen ? Das Gummi ist tiefschwarz, keine Risse zu sehen. Fühlen sich aber etwas(!) spröde an.

UV Strahlung ist der Feind von Gummi. Wenn die Lautsprecher hin und wieder Sonne abbekommen, verwende besser Frontabdeckungen aus Stoff. Von irgendwelchen Mittelchen rate ich ab, die können die Eigenschaften des Gummis unter Umständen verändern.

Die Hochtöner erneuern ? Gibt es noch neu für 30 €/ Stück (mivoc HGP 258 ).

Wozu? Die sind doch nicht kaputt, oder?

Die Frequenzweiche prüfen (lassen) ? Oder mit hochwertigeren Bauteilen "tunen" (lassen) ?

Prüfen ja, tunen eher nicht.
Du kannst prüfen (lassen), ob die Elektrolytkondensatoren noch alle innerhalb ihrer Toleranz sind. Die können nach einigen jahren austrocknen, halten aber normalerweise über Jahrzehnte. Zu tunen gibt es da nicht viel.
Am ehesten kann man noch was gewinnen, wenn man die Kernspulen gegen Luftspulen mit den gleichen Werten austauscht. Das macht sich aber wenn überhaupt erst bei höheren Pegeln bemerkbar und auch nur dann, wenn die originalen Spulen unterdimensioniert sind, wovon nicht auszugehen ist.
Bei den Kondensatoren ist nichts zu holen, so lange deren Werte noch stimmen.
Vin Bi-wiring und Bi-Amping würde ich die Finger lassen, das bringt nichts.
loewe_1010
Stammgast
#9 erstellt: 15. Jul 2015, 09:50
Danke Euch beiden !

Werde dann die Frequenzweiche mal ablichten.
Die Boxen stehen im Schatten und der Optik nach taten sie es wohl die letzten 25 Jahre auch schon. Also mache ich an den Sicken nix.

Bevor ich an die Grenzen der Belastbarkeit komme, haben meine Nachbarn mich erschlagen.....

Wenn ich die Werte der Elekrtolytkondensatoren prüfen (lassen) möchte, müßte ich sie auslöten, oder?
Da ich leider niemanden an der Hand habe, der mir das machen würde, wären neue doch wahrscheinlich günstiger für mich ?

Befeuert werden die Boxen vom Yamaha AS 2100. Der hat auch eine extra Bi-Wiring Einstellung. Voodoo ?
Außerdem habe ich noch eine Rotel RB 850 Endstufe, damit wäre ja auch Bi Amping möglich. Auch Voodoo ?
Don_Tomaso
Inventar
#10 erstellt: 15. Jul 2015, 10:19

loewe_1010 (Beitrag #9) schrieb:
...
Wenn ich die Werte der Elekrtolytkondensatoren prüfen (lassen) möchte, müßte ich sie auslöten, oder?
Da ich leider niemanden an der Hand habe, der mir das machen würde, wären neue doch wahrscheinlich günstiger für mich ?

Befeuert werden die Boxen vom Yamaha AS 2100. Der hat auch eine extra Bi-Wiring Einstellung. Voodoo ?
Außerdem habe ich noch eine Rotel RB 850 Endstufe, damit wäre ja auch Bi Amping möglich. Auch Voodoo ?

Die Kondensatoren einfach lassen, wie sie sind. Und zum Voodoo: Ja!
Giustolisi
Inventar
#11 erstellt: 15. Jul 2015, 10:30

Wenn ich die Werte der Elekrtolytkondensatoren prüfen (lassen) möchte, müßte ich sie auslöten, oder?

Ja

Da ich leider niemanden an der Hand habe, der mir das machen würde, wären neue doch wahrscheinlich günstiger für mich ?

So ein Elko kostet nicht viel, da kann man schon mal auf Verdacht tauschen.
Aber in beiden Weichen kommen schon 16 Stück zusammen, das summiert sich.
Der Schritt will also gut überlegt sein. Ich würde es so lassen, wenn sich beide Lautsprecher gleich anhören und es am Klang nichts auszusetzen gibt.

Befeuert werden die Boxen vom Yamaha AS 2100. Der hat auch eine extra Bi-Wiring Einstellung. Voodoo ?
Außerdem habe ich noch eine Rotel RB 850 Endstufe, damit wäre ja auch Bi Amping möglich. Auch Voodoo ?

Ja, Voodoo.


[Beitrag von Giustolisi am 15. Jul 2015, 10:30 bearbeitet]
loewe_1010
Stammgast
#12 erstellt: 15. Jul 2015, 21:17
Verdammte Hacke, jetzt gibt es womöglich nix mehr zu verbessern.

Wenn meine rechte Hand nächste Woche kein Verband mehr ziert, mach ich mal auf die Suche nach den FWn und poste erstmal Fotos. Wenn alles tutti ist, wunderbar.
Vom gesparten Geld kauf ich mir einen schönen Single Malt. Oder Zwei.
Giustolisi
Inventar
#13 erstellt: 16. Jul 2015, 08:28
Ich denke, dass du für eine wirkliche Steigerung schon in neue Lautsprecher investieren müsstest. Wenn dir die Mivoc gefallen, behalte sie einfach. Die sind nicht übel.
loewe_1010
Stammgast
#14 erstellt: 16. Jul 2015, 10:34
Nein, ich will keine anderen LS. Ich bin ja sehr sehr glücklich damit. Da sie halt 25 Jahre alt sind, dachte ich mit einer "Generalüberholung" etwas sehr gutes noch besser machen zu können.
Es ist einfach so, dass im Vergleich zur unglaublich druckvollen präzisen knackigen Basswiedergabe (mit echtem Tiefbass) die Hoch- Und Mitteltonwiedergabe minimal abfällt. Trotzdem habe ich noch nichts vergleichbares in meinem Wohnzimmer gehört. Gerade die geschlossene Bauweise scheint mir hier (in meinem Raum) das bestmögliche Ergebnis zu liefern.
loewe_1010
Stammgast
#15 erstellt: 16. Jul 2015, 10:58
Eine doofe Frage hätt ich noch.
Die Trennfrequenzen passen doch gar nicht zum Schaltplan (4/3,5 Wege?), oder ?

Datenblatt 740
Mwf
Inventar
#16 erstellt: 16. Jul 2015, 13:25

loewe_1010 (Beitrag #15) schrieb:
...Die Trennfrequenzen passen doch gar nicht zum Schaltplan (4/3,5 Wege?), oder ?...

die 80 Hz gelten wohl für den Übergang zum BR-Output
Ansonsten passen die Filter ~
...die Akustik der Treiber plus Effekt der endlichen Schallwand addieren sich zu den (elektrischen) Filterkurven ...
loewe_1010
Stammgast
#17 erstellt: 16. Jul 2015, 13:49
Da gibts aber gar keinen BR -Output.
Mwf
Inventar
#18 erstellt: 16. Jul 2015, 14:20

loewe_1010 (Beitrag #17) schrieb:
Da gibts aber gar keinen BR -Output. ;)

oooooops, man muss sich schon genau mit den Sachen beschäftigen

...dann vermute ich unterschiedlich große Gehäusevolumina für die beiden TTs, z.B. ein kleineres mit fu 80 Hz...
oder schlicht einen Fehler ...
loewe_1010
Stammgast
#19 erstellt: 16. Jul 2015, 16:58

Mwf (Beitrag #18) schrieb:

...dann vermute ich unterschiedlich große Gehäusevolumina für die beiden TTs, z.B. ein kleineres mit fu 80 Hz...


Ah, o.k. das klingt plausibel. Danke ! Ich dachte schon, der Weichenplan wäre der falsche.
Klarheit gibt es wohl erst, wenn die rechte Hand wieder einen Schraubendreher halten darf und ich mal die Weiche ans Licht zerre.
Giustolisi
Inventar
#20 erstellt: 16. Jul 2015, 18:43

...dann vermute ich unterschiedlich große Gehäusevolumina für die beiden TTs, z.B. ein kleineres mit fu 80 Hz...

So ist es bei der Visaton clou zum Beispiel
loewe_1010
Stammgast
#21 erstellt: 22. Jul 2015, 14:17
So, hier also ein Bild der Frequenzweiche:
Ich kann keine Verfärbungen oder irgendwelche optischen "Auffälligkeiten" mit meinem Laienblick erkennen:

CIMG9994


Was sagen die Fachleute ?
Mwf
Inventar
#22 erstellt: 22. Jul 2015, 15:04

loewe_1010 (Beitrag #21) schrieb:
...Ich kann keine Verfärbungen oder irgendwelche optischen "Auffälligkeiten" mit meinem Laienblick erkennen...

...ich auch nicht,
trotzdem ist nicht alles gut

Die Glattfolienelkos der Serien Wego ALR/U und TFZ/TM aus diesem Bauzeitraum (späte 80s, frühe 90s) sind nicht langzeitstabil.
Etwas besser, aber auch nicht perfekt die entsprechenden Roederstein (hier der Serie 40 V~).
Es wurde schon öfter festgestellt, dass ihre Kapazität mit den Jahren deutlich steigt
auf z.B. +20 % (andere noch schlechtere auch 50%), ebenso die Verluste (tan d) z.B. verdoppelt (*),
dann ist auch die Spannungsfestigkeit nicht mehr wie im frischen Zustand (= nicht PA-tauglich).

Ich bleibe also dabei (s.o.), alle 4 Mittelton-Cs tauschen, sonst nix :

-- 68 µF /35 VAC in 68 µF oder 2 x 33 µF />=100 V- MKT (übereinander wg. begrenztem Platz),
dazu einen kleinen Widerstand 0.47 Ohm /5W in Reihe löten (um den Klang nah am ehemaligen Original zu halten)

-- 100 µF /35 VAC tauschen in 100 µF 63 od. 100 V- Elko rau (ist unkritisch)

-- 22 µF /35 VAC in 22 µF MKT >=100 V-, evtl. auch Elko rau 100 V- (ist unkritisch wg. 6.8 Ohm in Reihe und wesentlich Platz- und Preis-günstiger)

-- 6.8 µF /40 VAC in 6.8 µF />=100 V- MKT (oder MKP),
dazu einen kleinen Widerstand 0.47 Ohm /5W in Reihe löten (um den Klang nah am ehemaligen Original zu halten)

(-- die beiden 100 µF /63V- Roe EGT sind robuste Elkos Rauh und brauchen erfahrungsgemäß nicht ersetzt zu werden)

-------------------
(*) = die bipolar Glattfolien-Eigenschaften gehen verloren = höhere Kapazität,
über die Ursachen hüllen sich die Hersteller in Schweigen ...


[Beitrag von Mwf am 22. Jul 2015, 20:42 bearbeitet]
loewe_1010
Stammgast
#23 erstellt: 22. Jul 2015, 16:37
Hallo und Danke !
Erst muss ich mich wohl noch einlesen, denn zu den von Dir vorgeschlagenen Bauteilen finde ich sehr sehr viel mit gleichen Werten aber exorbitant unterschiedlichen Preisen.
Hast Du evtl. auch noch einen Tipp, welche Bauteile in welchem Shop ich nehmen sollte....
Nein, ich bin nicht zu faul zum Suchen, ich hab nur keine Ahnung.
loewe_1010
Stammgast
#24 erstellt: 20. Aug 2015, 11:19
Moin,
ich nehme gerne noch Spartips entgegen!
Wäre das hier denn schon mal richtig ? :

5439 MKT-A 68 µF 26,29 €
5443 MKT-A 100 µF 47,00 €
5433 MKT-A 22 µF 9,83 €
5229 MKP 6,8 µF 5,38 €


Wieso brauche ich noch Widerstände ?
Sorry für doofe Fragen......
Giustolisi
Inventar
#25 erstellt: 20. Aug 2015, 11:21
Du brauchst für deine Anwendung nicht die hohe Spannungsfestigkeit von teuren Folienkondensatoren.
Nimm bei den drei größeren einfach Elkos.
loewe_1010
Stammgast
#26 erstellt: 20. Aug 2015, 11:39
O,K.
Das waren in der Tat jetzt 250 V MKT von Visaton.

Wie wäre es denn mit Audyn 100 V MKTA, das wäre schon mal um mehr als die Hälfte billiger (alles zusammen um 80 €) . Toleranz 5 % ist egal ?
Giustolisi
Inventar
#27 erstellt: 20. Aug 2015, 14:43
Normale raue Elkos machen den Job genau so gut. 100V Spannungsfestigkeit reichen locker für deine Lautsprecher und selbst der 100µF Elko kostet nur etwa 2-3€.
loewe_1010
Stammgast
#28 erstellt: 30. Okt 2015, 18:20
N'abend,
Das Thema ist nicht vergessen, aber erstmal verschoben. Die Mivocs stehen jetzt gut verpackt auf dem Speicher und werden nach Fertigstellung des Hörraums da noch aufspielen. Im WoZi stehen jetzt Vento 890, die außer im Tiefbass tatsächlich den Mivocs deutlich überlegen sind (siehe auch hier). Da hilft wohl auch keine "Wartung".
Danke allen, die hier geholfen haben, ich habe viel gelernt !
dersegelaffe
Neuling
#29 erstellt: 10. Mai 2016, 20:15
Moin!

Ist zwar schon ein bisschen älter der Thread, aber ich will auch noch meinen Senf dazu geben.

Ich habe schon Frequenzweichen-Tuning bei den Mivoc Acapulco, 730er, 540er, 220er und bald auch bei den 740ern betrieben, nur so nebenbei.

Die Angabe 4-Wege Lautsprecher aus dem Katalog ist falsch. Mivoc weiß dazu auch nicht mehr. Das Freuquenzweichenschaltbild scheint richtig, zumindest habe ich dasselbe von Mivoc erhalten und in der damaligen K&T zu den 740ern ist ein falscher Weichenplan.

Was man auf alle Fälle tun sollte, ist, die beiden MKT Kondensatoren im Hochton durch MKP Kondensatoren(mindestens) oder höherwertigere Folienkondensatoren auszutauschen und mit Bypass Elko's zu versehen. Hier kann man auch nicht wirklich was falsch machen, weil die MKTs auch früher schon im angegebenen Toleranzbereich waren. Bei den 730ern hat das auf alle Fälle einen deutlichen Zugewinn an Spielfreude im HT bewirkt. Was die Seidenkalotte nicht so gut kann( wie andere HT) sind metallische Anschläge von z.B. Chemballo reproduzieren. Deshalb vielleicht mal über Zinnfolien-, Silber-Gold-Öl-Kondensatoren oder True Copper Caps nachdenken.

Intertechnik - Audyn scheint mir dafür der Preis-Leistungsmäßig beste Anbieter zu sein. Einen Vergleich mit allen anderen HiFi Kondensator Herstellern findet man unter -> www.humblehomemadehifi...

Mein weiteres Vorgehen wäre, auch im Mitteltonzweig die Elkos durch MKP Folienkondensatoren zu ersätzen. Warum MKT, wenn man zum gleichen oder niedrigeren Preis auch MKP haben kann?
Und hier wird es spannend:
Zu den Elkos kann ich erfahrungsgemäß sagen, egal ob man sie neu kauft oder aus alten Weichen ausbaut, sie haben alle eine Toleranz weit oberhalb der angegebenen Toleranz. Also 47µF haben dann mal 55µF oder 68µF haben 88µF oder 100µF haben 110µF oder 6,8µF haben 7,39µF...oder schlimmer.
Da hilft auch kein Tipp auf Roederstein!
Zufälligerweise deckten sich aber die erhöhten Toleranzen genau mit den angegebenen Trennfrequenzen.
Möge jeder selber seine Schlüsse daraus ziehen.

Als letztes würde ich empfehlen, die Frequenzweiche neu aufzubauen, da alle Spulen zu dicht beieinander liegen. Eine ist um 90° gekippt und beeinflusst damit nicht die Induktivität der anderen. Alle anderen Spulen sollten mindestens 25cm( besser 30cm) Abstand voneinander haben.

PS: Um das Sandwichgehäuse beneide ich ihn ein wenig. So etwas gibt es doch heute gar nicht mehr.
Mwf
Inventar
#30 erstellt: 10. Mai 2016, 22:40

dersegelaffe (Beitrag #29) schrieb:
...Zu den Elkos kann ich erfahrungsgemäß sagen, egal ob man sie neu kauft oder aus alten Weichen ausbaut, sie haben alle eine Toleranz weit oberhalb der angegebenen Toleranz. Also 47µF haben dann mal 55µF oder 68µF haben 88µF oder 100µF haben 110µF oder 6,8µF haben 7,39µF...oder schlimmer.
Da hilft auch kein Tipp auf Roederstein!...

Beruhen deine Erfahrungen auf Messungen der DC (= 0 Hz) -Kapazität,
oder benutzt du eine "richtige" Wechselstrombrücke, die z.B. mit 1 kHz (*) misst. ?
Dies macht bei Elkos schon mal >=5 % aus, egal ob frisch formiert oder Jahrzehnte alt.

Das von mir oben beschriebene Abdriften mit den Jahren kommt noch oben drauf, , das zeigen auch deine Werte, z.B.
dersegelaffe (Beitrag #29) schrieb:
...oder 68µF haben 88µF...
= +30 % !

btw.:
dersegelaffe (Beitrag #29) schrieb:
...oder höherwertigere Folienkondensatoren auszutauschen und mit Bypass Elko's zu versehen....

Das mit den Bypass-Elkos meist du aber nicht ernst ?

-----------------------
(*) = für Audio-Filter sinnvolle Frequenz
dersegelaffe
Neuling
#31 erstellt: 11. Mai 2016, 19:56
Hallo Mwf!

"Beruhen deine Erfahrungen auf Messungen der DC (= 0 Hz) -Kapazität,
oder benutzt du eine "richtige" Wechselstrombrücke, die z.B. mit 1 kHz (*) misst. ?"

Ich sag mal so, ich kauf mir ganz gern mal bei intertechnik oder Mundorf einen Folienkondensator und bin dann ganz froh, wenn bei einem 6,8µF MKP auf meinem Messgerät 6,79µF angezeigt werden oder bei dem Mundorf Supreme 1µF ein Wert von 1,001 µF steht.

"Das mit den Bypass-[b]Elkos[b] meist du aber nicht ernst ?"

Ah, jetzt verstehe ich den Hinweis. Natürlich sind für den Bypass keine schnöden Elkos=Elektrolytkondensatoren gemeint, sondern schon bessere Kondensatoren.

Sonst doch! Ich glaube sowas mal ganz gerne. Wenn man bei intertechnik ein bisschen stöbert, findet man auch die entsprechende Erklärung dazu. Ob der Preis dafür gerechtfertigt ist( 45,20€ das Stück ), ist eine andere Frage. Ausprobieren!

Habe schnell mal den Text kopiert:
"Um eine maximale Auflösung zu erreichen, müssen Lautsprecher dem Musiksignal auch bei feinsten Details zeitrichtig folgen können. Da aber jeder Kondensator für seine Aufladung eine endliche Zeit benötigt, die sich proportional zu seiner Kapazitat verhält, kann man die Physik überlisten, in dem der großen Kapazität eine kleine Kapazität, auch Bypass.-Kondensator genannt, parallel zugeschaltet wird. Dieser kleine hochwertige Bypass- Kondensator heftet sich an die Fersen jedes einzelnen Peaks und deckt feinste Verastelungen im Audio-Signal auf. In der Literatur ist diese Schaltungsvariante auch als Impuls- Kondensator beschrieben. Der hochwertigste Kondensator für diese Anwendung ist der Glimmerkondensator MICA. Diese Tuning- Variante lasst sich problemlos in bestehende Frequenzweichen integrieren, da der Wert 0,010 µF sehr klein ist und die Filtercharakteristik nicht verandert, jedoch massgeblich die Impulsqualitat verbessert."

So, und schnell nochmal alle anderen Aussagen, Spekulationen aufgegriffen:
Beide Bässe arbeiten in ein und dem selben Gehäuse, haben also keine getrennten Kammern.
Wenn man sich über Elektrolytkondensatoren beliest, erfährt man, dass die austrocknen können, dabei aber dann an Kapazität VERLIEREN! Das Ganze ist stark temperaturabhängig und wird für einen 105°C Elko für eine Temparatur von 45°C mit 15 Jahren Lebensdauer angegeben, bei 35°C wären es schon 30 Jahre und bei realistischen 25°C dann 60 Jahre.

Weiterhin möchte ich zu bedenken geben, dass Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre eher weniger irgendein Computerprogramm die Freuquenzweiche ausgespuckt hat, sondern eher auf die Erfahrungen des Entwicklers, in dem Fall Jörg Schulz, und dessen gut geschultes Gehör, verwiesen werden muss und
der Weichenaufbau oft nach dem Try And Error Prinzip erfolgte. Dass man damals keine Kapazitätsmessgeräte zu Hand gehabt hat, daran glaube ich nicht aber wenn man bedenkt, dass in der angesprochenen K&T Ausgabe zu den 740ern auch wieder ein falsches Weichenschaltbild abgedruckt war, schafft alles zusammen genug Verwirrung.

Nochmal zum Gehör. In den 80er/90er Jahren war der Maßstab für's "gute" Musik hören Klassik und Jazz, danach erst alles andere. Wer sich Boxen solch enormer Größe heutzutage noch in seine Wohnung stellt, dem empfehle ich erstmal ein Orgelkonzert o.ä. aufzulegen, die Augen zu schließen, und sich danach zu fragen, ob der Mitten- und Höhenbereich wirklich zu dünn, hintergründig,...war.

Als letztes möchte ich Ioewe 1010 anbieten, die "notwendigen" Arbeiten an seinen Freuquenzweichen zu übernehmen. D.h., wenn er es überhaupt noch machen lassen möchte. Alles andere könnte man dann am Telefon bequatschen.

LG an alle!


[Beitrag von dersegelaffe am 12. Mai 2016, 13:51 bearbeitet]
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