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Spaltart Lautsprecher

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buayadarat
Stammgast
#1 erstellt: 18. Okt 2016, 11:05
Am Wochenende durfte ich an einer Messe mal etwas ganz neues im Lautsprecherbau entdecken. Hier im Forum habe ich noch nichts dazu gefunden.

Normalerweise gibt es ja in einem Lautsprecher irgendwelche Vibratoren (Magnetspulen oder sowas, ich bin da nicht der Spezialist, darum hängt mich bitte nicht wegen falschen Fachausdrücken auf), die eine Membran aus verschiedensten Materialien zum Schwingen bringen. Das Gehäuse hingegen soll möglichst gar nicht schwingen.

Bei den Klangobjekten von http://www.spaltart.de/klangobjekte.htm ist das ganz anders, die Vibratoren sind direkt auf das Gehäuse montiert und es schwingt das ganze Gehäuse, Es gibt keine eigentlichen Chassis und als Breitbänder auch keine Frequenzweiche. Das Gehäuse hat ähnlich wie ein Holzinstrument Schlitze und wird entsprechend von Hand gestimmt. Bei der Vorstellung wurden die "Holzschränke" mit einem gewöhnlichen Vollverstärker angetrieben.

Diese Teile sind der Albtraum jedes technik-affinen Lautsprecher-Freaks, der möglichst viele Chassis mit grossen Hüben in Bewegung sehen will und der Traum für jeden, der Klang haben will, ohne ihn zu sehen.

Und wie klingt das? Ich bin nicht der Richtige, um da in Details zu gehen. Ich schreibe hier auch, weil ich gespannt bin, was Spezialisten dazu meinen. In meinen Ohren hat das fantastisch geklungen, ähnlich wie High-End-Lautsprecher. Was speziell aufgefallen ist, es gab im Raum gefühlt gar keine Lautsprecher, der Klang war einfach so natürlich in der Luft, er hatte keine Quelle.

Es wurden hauptsächlich akustische Instrumente, Stimmen und Klassik gespielt. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Schränke auch elektronische Musik oder Heavy Metal gut klingen lassen, aber ich weiss es nicht - irgendwie passt das für mich nicht zusammen.

Insgesamt war das für mich die Überraschung und der Höhepunkt der Messe.

Kennt das sonst noch jemand? Kann das jemand beurteilen? Gibt es schon Messungen dazu?

Mit meinem Kumpel haben wir gelästert, dass bei diesen Schränken, das Klantuning gemacht wird, indem man je nach Geschmack, die Winter- oder Sommergarderobe reinhängt.

Für Holzliebhaber wie mich, lassen sich diese Teile trotz der Grösse auch in ein normales Wohnzimmer einpassen. Ich weiss aber nicht, wie kritisch die Aufstellung ist.


[Beitrag von buayadarat am 18. Okt 2016, 11:07 bearbeitet]
Anro1
Inventar
#2 erstellt: 18. Okt 2016, 11:29
Das ist denke ich im wesentlichen nix Neues.

Ahnliche, ich nenn es jetzt mal "Schall Flächen Akuatoren" für jegliche Art von unsichtbarer
Panel Montage gibts schon seit Jahren von z.B. AER
AER BBX

Denke diese Art von unsichtbaren Panel-Schallquellen findet man in Shops, Restaurants,
Hotel-/ KonferenzCenter Lobbies etc.

Es sind im wesentlichen DSP korregierte kleine montierbare Schallquellen welche zum
einen mit einem DSP korregierten Signal das Schall-Panel anregen und zum anderen einen Teil
Direktschall erzeugen.

Habe jetzt die Spaltholz Kunst Teile noch nie gehört noch gesehen, aber das
wäre jetzt nichts für mich, wenn aber jemand eine unsichtbare Schallquelle sucht, warum nicht.

Vielleicht täusche ich mich ja auch in Bezug auf die dahinterliegende Technik, würde mich aber
wundern
buayadarat
Stammgast
#3 erstellt: 18. Okt 2016, 11:42
DSP-korrigiert war da nichts.

Ein wichtiger Aspekt ist aber das Massivholz selber. Holz lebt und verändert sich. Würde das heissen, ich habe in der trockenen Winterluft einen anderen Frequenzgang als im feuchten Sommer? Jetzt erscheint plötzlich das Tunen mit den Kledern gar nicht mehr so als Scherz...

Eine Geige muss ja auch öfters neu gestimmt werden, wobei man da nichts am Gehäuse verändert, aber vielleicht aufgrund einer Veränderung am Gehäuse. Ich kenne mich da nicht aus.
Anro1
Inventar
#4 erstellt: 18. Okt 2016, 12:25

Modernste Technik stellt einen homogenen Frequenzgang sicher. Für die Charakteristik des Klangs sorgt das gespaltene Tonholz. Ihm verdankt sie seine natürliche Färbung und exzellente Wiedergabe der Musik.


Obiges von der Hersteller Seite.
Modernste Technik wird jetzt nicht gerade der Stechbeitel sein
Klar ist das Signal korregiert sonst geht bei so einem Holzobjekt gar nix.

Wenn ich dann lese "Natürliche Färbung" ??? das ist ja schon in sich ein Wiederspruch.
Natürlich so gut es geht wird ein Instrument/Stimme etc aufgrund bester Microphonierung, Aufnahmetechnik, MixDown und Mastering auf die Konserve gebracht.
Färbung jeglicher Art will man ausser vom Künstler so vorgetragen vermeiden.

Warum sollte ich dann bei der Wiedergabe zusätzlich eine "Charakteristik" des Spaltholzes oder eine
natürliche Ver-Färbung brauchen
Als nächstes wird dann berichtet dass an Regentagen das Kangholz besonders saftig klingt.

Sorry, ähnelt den vor Jahren mit viel BlaBla vorgestellten Bösendorfer Lautsprechern.
Die sollten mit den seitlich angebrachten Resonanz Panelen einen Bösendorfer Flügel
besonders realistisch darbieten. Mehrfach gehört, IMHO war der Lautsprecher
einfach eine klare Fehlentwicklung.


[Beitrag von Anro1 am 18. Okt 2016, 12:46 bearbeitet]
buayadarat
Stammgast
#5 erstellt: 18. Okt 2016, 12:34
Okay, danke. Dann war der DSP gut versteckt.

An der High-End in München wurden die Teile ja auch ausgestellt. Hat da keiner von euch ein Ohr rangehängt?
schlusenbach
Inventar
#6 erstellt: 18. Okt 2016, 19:55
Hallo

Ich war Samstag auch auf der Swiss High End in Regensdorf und haben den Holz-Lautsprechern gelauscht.
War schon erstaunlich, das dort recht verständlich Töne und "Musik" über diesen grossen "Klangkörper" wiedergegeben wurde.

Ich könnte mir sowas zur nebenherberieslung beim Kochen oder bei der Büroarbeit gut vorstellen, wenn es darum geht, einfach Gedudel zu haben.
Zum aktiv hören ist das (zu dem Preis) für mich nichts. Aber ich bin auch erst mitte 30. Vielleicht sind meine Ohren noch zu Gut für sowas.
Ich war etwas später unten im Hotel bei Backes&Müller. Dort sind 20.000 CHF sicher besser investiert als in 20.000 CHF Schwingholz.

AER hat dort ja auch ausgestellt. Die Vorführung und die Kommentare des "Vertrieblers" dort haben mich doch innerlich viel Lachen lassen.


[Beitrag von schlusenbach am 18. Okt 2016, 19:59 bearbeitet]
Flumme
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 20. Okt 2016, 20:08
Hi,

Die Erregung der Abstrahlfläche erfolgt über Biegewellen-Schallwandler. Modernste Technik stellt einen homogenen Frequenzgang sicher.


Also keine wirkliche Neuentwicklung. Aber sicher ein Designstück. Waren diese Designboxen hinten offen?
Eine schwingende Schallwand verbiegt letztendlich den Frequenzgang, welcher wieder über ein dsp korriegiert werden muss, bzw. ein bestimmter sound implementiert wird. Das kann für bestimmte Hörer sehr reizvoll sein.
buayadarat
Stammgast
#8 erstellt: 20. Okt 2016, 20:17

schlusenbach (Beitrag #6) schrieb:

War schon erstaunlich, das dort recht verständlich Töne und "Musik" über diesen grossen "Klangkörper" wiedergegeben wurde.


Dir hat der Klang also nicht gefallen. Als ich drin war, waren die meisten begeistert. Vielleicht waren das alles Klangbanausen wie ich...
Anro1
Inventar
#9 erstellt: 21. Okt 2016, 08:30
Mit solch "Modernster Technik" Helferchen kann man unbedarfte Zitat "Klangbanausen" schon
ganz schön beeindrucken
buayadarat
Stammgast
#10 erstellt: 21. Okt 2016, 08:49
Also nehmen wir an, dass da irgendwo ein DSP drin sitzt. Was ist denn daran schlecht, wenn das Schlussergebnis passt? In "normalen" Boxen kommt ja auch "modernste Technik" zum Zug.

Passt das Schlussergenbis nur in speziellen Bereichen, z.B. nur bei gewissen Frequenzen?
Anro1
Inventar
#11 erstellt: 21. Okt 2016, 08:53
Da ist jetzt nix schlecht dran.
Kann man so machen muss man aber nicht.
Wenn der Käufer das Ton-Brett in seinem Raum einmessen und per DSP korregieren kann, und diese spezielle Abstrahl-Charakteristik eben mag. So what, go for it.
Jedem Tierchen eben sein Pläsierchen.
Mwf
Inventar
#12 erstellt: 21. Okt 2016, 10:41
Hi,
buayadarat (Beitrag #10) schrieb:
... Passt das Schlussergenbis nur in speziellen Bereichen, z.B. nur bei gewissen Frequenzen?

Nein.

Ein wenig Background:
Du bist hier im "HiFi"-Forum, da gibts viele User für die ausschließlich ein Stereo-Dreieck mit (leicht) gerichtet abstrahlenden LS das Maß der Dinge ist.
Zu "Baden in Musik" via Rundumstrahler oder generell diffusem Raumklang, wie er von vielen "Normalhörern" als vollkommen befriedigend, ja sogar ideal empfunden wird, kommen dann häufig Kommentare mit zumindest skeptischem Unterton ...

Gruss,
Michael
buayadarat
Stammgast
#13 erstellt: 21. Okt 2016, 11:18
"Baden in Musik" passt ziemlich gut zu diesen Lautsprechern.

Ist das also der Hauptkritikpunkt?

Ich war dort von den schönen Klängen dermassen eingelullt, dass ich nicht auf Ortbarkeit geachtet habe. Wobei ich damit sowieso Mühe habe, auch dort wo andere genau hören, wo welche Geige steht. Bei einzelnen Tönen kann ich durchaus Tiefe und Breite hören. Ich habe das mal mit einer Test-CD erlebt, wo der Sprecher durch den Raum gelaufen ist, da konnte ich recht gut nachvollziehen, wo er gerade steht. Bei vielen Instrumenten miteinander kann ich schon rechts, links oder Mitte raushören, aber mehr nicht.

Darum ist mir das vielleicht auch nicht so wichtig. Ich nehme an, das ist besonders bei Klassik wichtig. Bei Rockmusik steht ja der Gitarrist bei der Aufnahme nicht unbedingt rechts, sondern er wird nachträglich vom Tonmeister dorthin gestellt. Konzerte sind oft sowieso nahe an Mono dran.

Darf ich also sagen, dass jemand, dem diese Holzschränke nicht gefallen, auch mit anderen Rundstrahlern wie MBL oder Duevel nicht glücklich wäre?


[Beitrag von buayadarat am 21. Okt 2016, 11:19 bearbeitet]
Flumme
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 21. Okt 2016, 11:25

Darf ich also sagen, dass jemand, dem diese Holzschränke nicht gefallen, auch mit anderen Rundstrahlern wie MBL oder Duevel nicht glücklich wäre?


Ja genau ! Und German Physics DDD-Wandler nicht vergessen. Es ist halt alles Geschmackssache und von den Hörgewohnheiten abhängig (und Raum natürlich). Rundstrahler haben ein eigene Faszination sowie Hornlautsprecher oder Breitbänder.
Aber neu erfunden wurde hier wirklich nichts. Es sieht vom Design halt ganz anders aus und das kann ja passen.


[Beitrag von Flumme am 21. Okt 2016, 11:26 bearbeitet]
schlusenbach
Inventar
#15 erstellt: 22. Okt 2016, 07:33

buayadarat (Beitrag #8) schrieb:

schlusenbach (Beitrag #6) schrieb:

War schon erstaunlich, das dort recht verständlich Töne und "Musik" über diesen grossen "Klangkörper" wiedergegeben wurde.


Dir hat der Klang also nicht gefallen. Als ich drin war, waren die meisten begeistert. Vielleicht waren das alles Klangbanausen wie ich...


Naja, was heisst gefallen... Ich habe bisher nur mit klassischen 3-Wege-Lautsprechern gehört und höre immernoch mit Diesen.
Es wurden zu dem Zeitpunkt wo ich da war, keine nennenswerte "Musik" gespielt sondern eher esotherische Klänge.

Ich könnte mir vorstellen, das je komplexer die Musik wird, deso schwieriger wird die Wiedergabe.
Sowas z.B.:
https://www.youtube.com/watch?v=Kp2cOUb_Wgo

Bei MBL einige Räume weiter war ich auch. Dort wurden ja auch Biegewellenwandler gespielt. Klang ganz gut.
Hier sehe ich durch die angepassten grössen der einzelnen Wandler ( Hohe Töne, kleiner Wandler) technisch hinsichtlich Wiedergabe im Vergleich zu den Spaltart einige Vorteile. Jedoch bin ich Diesbezüglich nur "belesener Leihe" und habe kein Physikstudium absolviert um das Fachlich zu begründen.
buayadarat
Stammgast
#16 erstellt: 22. Okt 2016, 10:26
MBL habe ich dort auch gehört, auch das hat mir ausgezeichnet gefallen, ausser bei Heavy-Metal.

Bei Spaltart waren es bei mir akustische Gitarre und Klassik, und das "klang dann auch richtig akustisch". Ich hätte die gerne mal mit elektronischer Musik gehört.
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