Kleine vs. große Volumen

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HansPeter78
Neuling
#1 erstellt: 10. Nov 2016, 23:25
Hallo zusammen,

ich habe mir neulich die Frequenzgänge zweier vollkommen verschiedener Lautsprecher angeschaut.

Teufel T6 Hybrid
Teufel T6 Hybrid (Frontlautsprecher)

Teufel Consono 35
Teufel Consono 35

Unabhängig davon ob das nun tolle Boxen sind oder nicht, stellt sich mir die Frage, wie die 400€ Lautsprecher mit 1.000€ Lautsprechern dermaßen mithalten können. Für mich sieht es sogar fast so aus als ob die Consono ausgewogener wären. Klar, ich vergleiche hier Stereo vs. 5.1, trotzdem kann ich mir das ganze nicht erklären. Auch der Schalldruck ist bei den Lautsprechern mit geringerem Volumen höher als bei denen mit dem größeren Volumen.
Worin würde noch der Vorteil eines teureren -größeren- Systems liegen?

Vielen Dank für eure Hilfe

HansPeter
MasterKenobi
Inventar
#3 erstellt: 11. Nov 2016, 00:11
Ich kenne beide Lautsprecher zwar nicht, aber vorweg, solltest du dich gleich von diesem Denken, wie kann ein günstiger Lautsprecher nur besser sein wie ein teurer usw, verabschieden.

Ja, ein weit aus günstigerer Lautsprecher kann sich Viel besser messen und kann Viel sinnvoller Konstruiert sein und auch am Ende besser klingen, als ein teurer. In der Realität schon längst keine Seltenheit mehr.

Wenn du erstmal dieses teurer automatisch auch gleich besser vs billiger gleich schlechter abgelegt hast, dann kannst du neutral an andere Themen heran gehen.


[Beitrag von MasterKenobi am 11. Nov 2016, 00:13 bearbeitet]
captain_carot
Inventar
#5 erstellt: 11. Nov 2016, 00:46
Erstmal, beide MEssungen sind relativ stark geglättet und deswegen mäßig aussagekräftig.
Zweitens:
Die T6 zeigen im oberen Mittelton und unteren Hochton schon suboptimale Welligkeiten. Klingen kann das übrigens trotzdem.
Die Consono fallen sehr früh ab, ab 200Hz. Darunter greift hier der Subwoofer. Die Winkelfrequenzgänge zeigen ein für so kleine Chassis ungünstiges Bündelungsverhalten. Messung vom Centerspeaker? Liegt die Trennfrequenz evtl sehr hoch? Die Trennfrequenz zum Sub liegt jedenfalls so hoch dass man entweder ein Bassloch haben wird oder der Sub ortbar sein wird.

Eine ganze Reihe wichtiger Messungen fehlen. Klirr harmonisch und unharmonisch und Wasserfall.
Die T6 haben jeweils einen Aktivsub. Alleine das ist schon ein gewisser Kostenpunkt.

Ja, ein günstiger Lautsprecher kann sehr wohl besser sein als ein teurer. Das erkennt man nur anhand des Amplitudenfrequenzgangs aber eher schlecht und an zu sehr geglätteten Messungen noch weniger. Und ein kleiner Brüllwürfel kann die gleiche Empfindlichkeit haben, hier 88dB. Dafür ist aber notwendig, dass der kleinere nicht so tief spielt. Die Physik ist halt ein Arschloch.

Ich hab hier zwei Paar Koaxlautsprecher die jeweils sauber bis 60Hz spielen. Einmal mit einem 4" in 3,5L und 81dB Empfindlichkeit. Einmal mit 10" in 35L und ca. 94dB Empfindlichkeit. Der 10er kann ganz nebenbei natürlich auch viel mehr Maximalpegel und verzerrt auch praktisch nicht bei Lautstärken wo der kleine Koax längst am Ende ist.

Es gibt vieles was für die eine oder andere Richtung spricht.
freak61
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 11. Nov 2016, 13:46
Wenn Du nicht auf maximale Lautstärke aus bist,

kann ein Kompaktlautsprecher durchaus den besseren Klang besitzen.
Das findest Du im Regelfall nur durch Probehören in Deinem Musikzimmer heraus.

Es gibt Durchaus hervorragende Lautsprecher im Regalformat
Und mit Subwoofer ist es ja wieder ein Großer.
Slatibartfass
Inventar
#7 erstellt: 11. Nov 2016, 14:06
Man sollte auch bedenken, dass theoretische Messergebnisse und tatsächliche Klangeigenschaften zwei paar Schuhe sind.
I.d.R. läßt sich die klangliche Qualität eines Lautsprechers nur sehr eingeschrängt auf der Basis seines theoretischen Frequenzganges beurteilen.

Slati
JasonD
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 11. Nov 2016, 14:28
Als ich mir vor 3 Jahren auch endlich mal etwas "teurere" Lautsprecher (vorher hatte ich nur Brüllwürfel..) zugelegt hatte (und zwar die Dali Zensor 3) , war ich von der Präzision und Klarheit des Klangs ziemlich beeindruckt. Und ein besseres Hörerlebnis hatte ich auch bei Freunden mit wahnsinnig teuren Standboxen nicht, zumindest was normale Lautstärken anbelangt.
Für mich als Ottonormalhörer hat sich das Thema teure Standboxen > 1000€ daher auch erledigt, denn mit dem was ich jetzt habe, bin ich super zufrieden.
ingo74
Inventar
#9 erstellt: 11. Nov 2016, 14:35

Slatibartfass (Beitrag #7) schrieb:
Man sollte auch bedenken, dass theoretische Messergebnisse und tatsächliche Klangeigenschaften zwei paar Schuhe sind.
I.d.R. läßt sich die klangliche Qualität eines Lautsprechers nur sehr eingeschrängt auf der Basis seines theoretischen Frequenzganges beurteilen.

Die Messung der Frequenzgangs (ohne Raumeinfluss) zeigt, wie laut der Lautsprecher an sich die einzelnen Frequenzen wiedergibt, dh die Tonalität des Lautsprechers auf Achse und genau die kann man mit dieser Messung beurteilen.
Daneben gibt es - wie captain_carot schon angedeutet hat - noch diverse andere Messungen, wie Winkelmessungen, Klirr, Impedanz etc. und diese weiteren Informationen helfen dabei, den Lautsprecher umfassender beurteilen zu können.
Wie es dann durch die Interaktion mit dem Raum am Hörplatz klingt, steht wiederrum auf nem anderen, weiteren Blatt
captain_carot
Inventar
#10 erstellt: 11. Nov 2016, 14:49
Der reine Amplitudenfrequenzgang zeigt z.B. wenig bis nix über eine mögliche Resonanz (z.B. lange nachschwingende Membranresonanz) oder ggf. hörbare Klirrspitzen. Wenn dann ggf. noch Winkelmessungen fehlen sagt der Frequenzgang fast nix mehr aus.

Das ist übrigens u.a. beim Klang im Raum durchaus mitentscheidend. Wenig bedämpfter Raum und sehr ausgeprägtes Rundstrahlverhalten passen z.B. gar nicht so supertoll zusammen.

So kann man mit etwas Erfahrung übrigens sehr wohl ableiten ob ein Lautsprecher raumakustisch überhaupt passt.
Danzig
Inventar
#11 erstellt: 13. Nov 2016, 14:22

Der reine Amplitudenfrequenzgang zeigt z.B. wenig bis nix über eine mögliche Resonanz (z.B. lange nachschwingende Membranresonanz) oder ggf. hörbare Klirrspitzen. Wenn dann ggf. noch Winkelmessungen fehlen sagt der Frequenzgang fast nix mehr aus.

Das ist übrigens u.a. beim Klang im Raum durchaus mitentscheidend. Wenig bedämpfter Raum und sehr ausgeprägtes Rundstrahlverhalten passen z.B. gar nicht so supertoll zusammen.


Die viel zu selten erwähnte und von den Theoretikern oft nicht verstandene Wahrheit! Dazu kann man noch sagen wenn ein ausgeprägtes Rundstrahlverhalten vorhanden ist, ist es auch nicht unbedingt sinnvoll einen solchen zu wählen, wenn die Lautsprecher etwas kritischer aufgestellt werden müssen (z.B ein Lautsprecher mehr an der Wand/Ecke als der andere). Da heißt es dann, lieber ein kleinerer Sweetspot als andere Probleme.


Slatibartfass (Beitrag #7) schrieb:
Man sollte auch bedenken, dass theoretische Messergebnisse und tatsächliche Klangeigenschaften zwei paar Schuhe sind.
I.d.R. läßt sich die klangliche Qualität eines Lautsprechers nur sehr eingeschrängt auf der Basis seines theoretischen Frequenzganges beurteilen.


So sieht es aus! Außerdem kommt es darauf an wie ein Lautsprecher im eigenen Raum klingt. Und wenn das der teurere ist, dann ist das der teurere und umgekehrt. Und wenns ein ganz anderer ist, dann ists ein anderer. Nach persönlichem Geschmack natürlich und der hat vor allem anderen den Vorrang.
captain_carot
Inventar
#12 erstellt: 13. Nov 2016, 15:38
Dafür muss ein Lautsprecher aber schon ziemlich in der Ecke stehen. Allgemeine Bedämpfung des Raumes ist hier ggf. deutlich wichtiger.
Ich hab hier z.B. gar keine Probleme obwohl ein sehr gut rundstrahlender Koax nicht so weit von der Ecke entfernt steht und beide wandnah.

Dazu kommt eben dass man eben schon vieles durch Messwerte sagen kann sofern man eben auch die relevanten Daten hat.
Danzig
Inventar
#13 erstellt: 13. Nov 2016, 15:55
Glaube ich dir, ist ja auch von Lautsprecher zu Lautsprecher und von Raum zu Raum verschieden.

Ich hatte im alten Wohnzimmer massiv Probleme damit, mit den Uni-Q Chassis. Denke das kommt auch auf die Sitzentfernung dann an.
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