Homöopathie oder Physik?

+A -A
Autor
Beitrag
Maxjonimus
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 12. Apr 2026, 10:04
Bin gerade auf einen "Testbericht" der Lautsprecherkabel AudioQuest Lone Ranger gestoßen, Listenpreis je nach Ausführung so um die 3.000 € für 1,5 Meter.

Ist das eher in den Bereich Homöopathie einzuordnen oder echte Physik?

https://www.lite-mag...her-und-verstaerker/

Hier ein Zitat aus dem Testbericht zu dem kleinen elektronischen "DBS-Aggregat:


Nun, das proprietäre DBS-Aggregat von AudioQuest generiert ein hochenergetisches, kohärentes elektrostatisches Potential zur dielektrischen Sättigung und Ausrichtung dipolarer Molekularstrukturen. Durch die Beaufschlagung mit einer Vorspannung von 72 Volt wird eine signifikante Reduktion des dielektrisch induzierten Rauschens sowie eine Linearisierung der Filtercharakteristik erzielt, was die breitbandige Dispersion parasitärer Störsignale effektiv minimiert.


In dem Kästchen ist eine Batterie eingesetzt, wie holt dieses Kästchen aus einer Knopfzelle 72 Volt her???


[Beitrag von Maxjonimus am 12. Apr 2026, 10:10 bearbeitet]
Sunlion
Inventar
#2 erstellt: 12. Apr 2026, 10:37
Ganz klar echte Physik. Vor allem die bislang wenig erforschte Disziplin der Kontodynamik: Je höher der Preis, desto schneller beschleunigt sich das Geld vom eigenen Konto in Richtung Hersteller. Akustisch wirkt das Kabel übrigens besonders stark im Bereich oberhalb von 20 kHz – also genau da, wo niemand mehr etwas hört, aber viele ganz fest daran glauben.

Für den optimalen Effekt sollte man es bei Vollmond anschließen und darauf achten, dass die Elektronen in Flussrichtung audiophil konditioniert sind. Den Elektronen-Konditionierer der Marke „DeoFlux Reference Series“ gibt's natürlich in der ozonfreien Sprayflasche. Die Behandlung sollte wöchentlich wiederholt werden, da sich die Elektronen sonst wieder „unkultiviert“ bewegen. Vor der Behandlung empfiehlt sich eine kurze Einspielphase bei Raumtemperatur, damit sich das Kabel emotional öffnen kann.

Beim Auftragen gilt: gleichmäßig in Elektronenflussrichtung sprühen, dabei leise audiophile Musik summen – das verbessert die Molekülkohärenz im Kupfer. Danach das Kabel mindestens 30 Minuten ruhen lassen, idealerweise auf einem schwingungsoptimierten Untergrund (Massivholz oder ein Stapel alter HiFi-Zeitschriften).

Für Fortgeschrittene: Ein zusätzlicher Leiterstrukturausrichter von Quantum Flow Essence (optional, ca. 800 €) hilft, die Kristallgitter im Kabel neu zu „ordnen“, falls der Klang nachlässt.

Ohne regelmäßige Pflege verlieren selbst High-End-Kabel schnell ihre … sagen wir mal … „Persönlichkeit“.

Und nicht überlesen: Laut Lite-Magazin ist das AudioQuest Lone Ranger „nur“ der „EINSTIEG ins High End“. Für die richtig fetzigen Klangverbesserungsdimensionen muss man schon das Zehnfache investieren. Man sollte von dem Kabel also nicht allzu viel erwarten.


[Beitrag von Sunlion am 12. Apr 2026, 10:45 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#3 erstellt: 12. Apr 2026, 10:58

In dem Kästchen ist eine Batterie eingesetzt, wie holt dieses Kästchen aus einer Knopfzelle 72 Volt her?


Ohne diesem ganzen "Blabla" und dem "Gerät" selbst jetzt irgendeine technisch-wirkungsvolle Funktion zu zuschreiben, ist dies durch eine ganz simple Kaskadenschaltung (Dioden+Kondensatoren) aus der "Dinosaurierzeit" umsetzbar. Man erinnere sich an die alten Röhren-TV worin mit so einer Kaskade aus 1 kV gute 30 kV erzeugt wurden.
Heutzutage werden zur Spannungserhöhung auch gerne sogenannte "Step-Up"- Wandler eingesetzt.
hifi_raptor
Inventar
#4 erstellt: 12. Apr 2026, 12:27
Morgähn
Mit solchen Beschreibungen wie im „Testbericht“ kann eigentlich niemand etwas anfangen.
Wenn ich eine Anlage habe wo der Kaufpreis im Verhältnis zum Kabelpreis steht……..warum nicht!
Muss doch jeder selber wissen was er tut.
Was von Holzohren so jemand nicht zugestanden wird.
Und als Goldohr mache ich auch keinen Blindtest zur Baumarkt Strippe. Das Geld kann ich mir sparen. Liegt nachher nur rum - die Baumarktstrippe
Das Kästchen zur „Vorspannung“ finde ich geil! Das hat was. Endlich mal ein geiles Feature. Hoffentlich kann man das dann sichtbar platzieren.
Schade das man solche Kabel nicht mal an der heimischen Anlage hören kann. Oder doch besser Musik hören?
Obwohl wenn ich in so ein Kabel investieren würde kann ich mir keine dazugehörige Anlage mehr leisten.
Von daher bin ich automatisch geschützt.
Ah und Musik will ich mir ja auch noch kaufen können.

Schönen Restsonntag

Neuer Maßstab für eine Stereoanlage: Preis/Hörminute


[Beitrag von hifi_raptor am 12. Apr 2026, 12:38 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#5 erstellt: 12. Apr 2026, 12:47

Rabia_sorda (Beitrag #3) schrieb:

In dem Kästchen ist eine Batterie eingesetzt, wie holt dieses Kästchen aus einer Knopfzelle 72 Volt her?


Ohne diesem ganzen "Blabla" und dem "Gerät" selbst jetzt irgendeine technisch-wirkungsvolle Funktion zuzuschreiben, ist dies durch eine ganz simple Kaskadenschaltung (Dioden + Kondensatoren) aus der "Dinosaurierzeit" umsetzbar. Man erinnere sich an die alten Röhren-TVs, in denen mit so einer Kaskade aus 1 kV gute 30 kV erzeugt wurden.
Heutzutage werden zur Spannungserhöhung auch gerne sogenannte "Step-Up"-Wandler eingesetzt.


Mittlerweile Alltagskram. Resonanztrafo, 1 Transistor und etwas Fliegendreck fertig.
Die kleinen Lichtbogenanzünder, die machen aus 3V etliche kV.



stoske
Inventar
#6 erstellt: 12. Apr 2026, 12:57
Passend zum Thema, aus dem Bereich Humor und anderer Schwachsinn…

https://www.analog-f...ell-klingt/&pageNo=1
Yamahaphilist
Stammgast
#7 erstellt: 12. Apr 2026, 12:59
Unlängst las ich mal, dass insbesondere Neodyn Magnete, die von der Größe her auch fürs Schrottangeln geeignet wären, um Kabel herum platziert hervorragende Klangverbesserungen hervorrufen können.
Maxjonimus
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 12. Apr 2026, 13:03
[quote="ZeeeM (Beitrag #5)"][quote="Rabia_sorda (Beitrag #3)"][quote]In dem Kästchen ist eine Batterie eingesetzt, wie holt dieses Kästchen aus einer Knopfzelle 72 Volt her?[/quote]

Mittlerweile Alltagskram. Resonanztrafo, 1 Transistor und etwas Fliegendreck fertig.
Die kleinen Lichtbogenanzünder, die machen aus 3V etliche kV.

:prost[/quote]

Ja, aber da reden wir über eine Wechselspannung, nicht über 72 V DC. Und ob es dem Klang so gut tut, eine hochfrequente Spannung zu erzeugen, um Voodoo-Kräfte zu besänftigen???

Ja, das mit dem StepUp-awandlern hatte ich nicht berücksichtigt.
Movedder
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 12. Apr 2026, 13:04
Meiner Erfahrung nach hat es vom AQ R33 auf das R88 funktioniert, habe letzteres daher behalten. Das Lone Ranger wird mein nächstes AQ Kabel.

Beste Grüße
hifi_raptor
Inventar
#10 erstellt: 12. Apr 2026, 13:28
Morgen
Was ich als Nichtwissender natürlich nicht verstehe, muss denn dann das Nutzsignal von dem Signal aus der "Vorspannung" nicht wieder getrennt werden, bevor es die LS erreicht
Gruß
ZeeeM
Inventar
#11 erstellt: 12. Apr 2026, 13:51
Ja, aber da reden wir über eine Wechselspannung, nicht über 72 V DC. Und ob es dem Klang so gut tut, eine hochfrequente Spannung zu erzeugen, um Voodoo-Kräfte zu besänftigen???.[/quote]

Diode, Kondensator. Ich mach dir mit einer CR3032 etliche kV DC.
Fette Lichtbögen werden dabei aber nicht herauskommen.

flexiJazzfan
Inventar
#12 erstellt: 12. Apr 2026, 17:41
Wo kann ich diese Spannung denn abgreifen? An den Leiter eines LS Kabels kann natürlich keine Vorspannung angelegt werden, also geht es um das Dielektrikum sprich die Kabelisolierung. Welche Dipole sollen denn ausgerichtet werden ?
Wenn man die (winzige) Polarisierbarkeit des billigen dicken PVC Mantels fürchtet, kann man einfach unpolares Material wie PP oder Teflon verwenden. Da gerät man dann schon messtechnisch in Schwierigkeiten, den Verlustfaktor im LS Kabel irgendwo in den hintersten Kommastellen unterzubringen. Der Rest ist Geschwafel. Gegen "parasitäre Störsignale" hilft ein geerdeter Schirm ... aber das ist ja alles zu einfach, schon bekannt - und ohne jeden Effekt.

Gruß
Rainer
BassTrap
Inventar
#13 erstellt: 12. Apr 2026, 22:09
Wie ist das zu verstehen? Das sind Lautsprecherkabel, haben keinen Schirm, keine Erdung, brauchen auch keinen. Daher ist schon AudioQuests Bezeichnung "dielectric" falsch, die für eine Isolierung nicht verwendet wird.
Die "4% silver shield drain wires" (4% Silber-Abschirmungsdrähte) sind mangels Erdung wirkungslos.
Oder was soll diese Abschirmung bei der vergleichsweise hohen Spannung der Lautsprecherversorgung bewirken? Um die 72V außen rum anzulegen?
Nostril
Stammgast
#14 erstellt: 13. Apr 2026, 15:00
Audioholics haben mal ein Audioquest-Kabel unter die Lupe genommen, nicht das Lone Ranger aber auch eins mit 72V DBS:

https://www.youtube.com/watch?v=KzwAdwvy9l4
Suche:
Das könnte Dich auch interessieren:
Audio Physik Yara/Spark
Horus am 30.05.2004  –  Letzte Antwort am 31.05.2004  –  9 Beiträge
Audio physik Tempo
wertstoff am 25.04.2005  –  Letzte Antwort am 26.04.2005  –  5 Beiträge
Audio Physik Virgo 5
Heimai am 26.12.2014  –  Letzte Antwort am 26.12.2014  –  2 Beiträge
audio Physik Spark mit welchem Verstärker?
bredi am 11.12.2006  –  Letzte Antwort am 12.12.2006  –  10 Beiträge
Welches ist das unter anbetracht der Physik beste Wandlerkonzept?
Joerg_Bohne am 06.02.2011  –  Letzte Antwort am 18.03.2011  –  106 Beiträge
Audio Physic Scorpio Oder Phonar Credo S 100?
dk850 am 14.10.2008  –  Letzte Antwort am 17.10.2008  –  4 Beiträge
Lautsprechern mit einem Logo wie ein Atom in der Physik mit einem klein e in der Mitte
Flo1986L am 24.03.2019  –  Letzte Antwort am 25.03.2019  –  12 Beiträge
Audiodata
d-fens am 07.08.2008  –  Letzte Antwort am 07.07.2015  –  195 Beiträge
Hat einer die Dali Grand Diva gehört, oder besitzt die irgendwer???
lischper am 19.04.2004  –  Letzte Antwort am 14.07.2004  –  3 Beiträge
Wieviel Watt vertragen die Lautsprecher?
SamB am 01.09.2008  –  Letzte Antwort am 02.09.2008  –  11 Beiträge
Foren Archiv
2026

Anzeige

Aktuelle Aktion

Partner Widget schließen

  • beyerdynamic Logo
  • DALI Logo
  • SAMSUNG Logo
  • TCL Logo

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder931.035 ( Heute: 5 )
  • Neuestes Mitgliedflixi.bz
  • Gesamtzahl an Themen1.564.494
  • Gesamtzahl an Beiträgen21.855.559