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OCOS Dynaudio Lautsprecherkabel

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Beitrag
ecker98
Stammgast
#1 erstellt: 01. Dez 2004, 13:17
Hallo Freunde des Forums

Kann mir jemand das Geheimnis dieser Lautsprecherkabel veraten.
Technik, Material und Aufbau würden mich interessieren.

Gruß
Uwe
Mr.Stereo
Inventar
#2 erstellt: 01. Dez 2004, 13:50
Hallo Uwe,
OCOS steht für Optimal Connection System.
Es wurde in der Schweiz entwickelt und von Dynaudio exklusiv vertrieben. Es ist ähnlich einem Antennenkabel coaxial aufgebaut. Es gibt keine elektrische Abschirmung, sondern nur einen Innen- und Außenmantel + Isolierung.
Angeblich ist es mit carbon angereichert... An den jeweiligen Enden wird ein RCF-Filter aufgesteckt, der gleichzeitig als Adapter für die LS-Stecker dient.
Bei manchen Dynaudiomodellen gab es zusätzlich zum LS-Terminal, eine Buchse, um das OCOS-Kabel direkt einzuklinken, der RFC-Filter war dann eingebaut.
Davon ist Dynaudio später aber wieder abgegangen.
Das Kabel soll angeblich kaum einen Wiederstand haben und zusätzlich durch die RFC-Filter optimiert werden (was immer das heißt).
Die Kabellänge sollte angeblich keinen Einfluss mehr auf den Klang haben, wodurch es angeblich egal war, ob man auf der einen Seite 1 Meter und auf der anderen 20 Meter verlegte.
Das Kabel kostete "nackt" ca 15 DM/Meter, dazu kam aber die Steckerkonfektionierung und die jeweiligen RFC-Filter mi Anschlüssen.
Ein so konfektioniertes Kabel mit z.B. 2x3 Metern, kam schnell mal auf 250-300 DM.
Im Zusammenhang mit Dynaudio klang es ganz OK.
Mit anderen LS gefiel es mir nicht so gut, ich bevorzugte damals ein Naim LS-Kabel mit ca 25 DM/Meter.
Wer aber wirklich lange Wege mit dem dezenten, dünnen OCOS verlegen wollte, und dabei nicht auf unterschiedliche Längen achten wollte, kam mit dem OCOS ganz gut klar.
Ich besitze noch 2 OCOS RFC-Filter mit Spreizbananas, wer also welche braucht....
Was sich in den RFC-Filtern genau befindet, oder ob sie lediglich als Adapter dienen, würde ich auch mal gerne wissen. Dafür müsste ich sie aufschneiden, was ich mir aber verkneife.
UweM
Moderator
#3 erstellt: 01. Dez 2004, 13:52
OCOS ist ein koaxiales Kabel, dessen Wellenwiderstand über den über den gesamten relevanten Frequenzbereich konstant ist (ca. 7 Ohm). Das Ganze basiert auf dem aus der Übertragungstechnik bekannten Prinzip der Leitungsanpassung bzw. auf der Behauptung, dass die bei einer nicht idealen Anpassung entstehenden Reflexionen und Echos entgegen der theoretischen Vorhersage hörbar sind.

Auf die Verbindung zwischen (End-)Verstärker und Lautsprecher angewandt setzt eine ideale Anpassung somit voraus, dass der Ausgangswiderstand des Verstärkers, der Wellenwiderstand des Kabels und der Abschlusswiderstand d.h. die Impdanz des Lautsprechers gleich, und über den hörbaren Frequenzbereich konstant sind. Im Fall von OCOS also ebenfalls 7 Ohm.

Tatsächlich gibt es keinen Verstärker mit einem derart hohen Ausgangswiderstand und wenn doch, läge damit an der o.g. Box der Dämpfungsfaktor nur noch bei eins!

Auch gibt es keinen Lautsprecher, nicht einmal von Dynaudio, welcher eine konstante Impedanz von 7Ohm hat.

Die proklamierte Wellenwiderstandsanpassung funktioniert also bei keiner Verstärker-Lautsprecher-Kombination der Welt. Aber das macht auch nichts, denn die Betrachtung des Wellenwiderstandes bei Kabeln, deren Länge deutlich unter einem Viertel der Wellenlänge liegt, macht ohnehin keinen Sinn. l/4 bei 20kHz und einer Dielektrizitätskonstante des Kabels von e=2,5 beträgt aber knapp 2,5 km!

OCOS ist also eine Lösung für ein nicht existierendes Problem.

Grüße,

uwe
Mr.Stereo
Inventar
#4 erstellt: 01. Dez 2004, 13:53
Sorry, hab mich verschrieben, nicht "Innen und Außenmantel", sondern Leiter.
Im Querschnitt sieht es wie ein RG 214 aus, nur wesentlich dünner.
Mr.Stereo
Inventar
#5 erstellt: 01. Dez 2004, 14:03
Hi Uwe,
danke für edeine techniche Erleuterung. Warum ist denn dann ausgerechnet Dynaudio, die doch nun wirklich Ahnung von Impedanzen und Wellenwiederständen haben müssten, so auf dieses Kabel abgefahren, dass sie es nicht nur aufwendig vertrieben haben, sondern die Technik auch teiweise in ihre LS integriert haben.
Was bewirken eigentlich die RFC-Stecker, haben sie eine ähnliche Funktion und Inhalt wie die Zobelglieder und Enacoms?
Und entsteht der beabsichtigte techniche Effekt erst im Zusammenhang Kabel+RFC?
ecker98
Stammgast
#6 erstellt: 01. Dez 2004, 14:03
Hallo

Vielen Dank für die Infos.
Ich hatte den Beitrag zuerst unter Zubehör eingestellt, aber leider keine Antworten erhalten.

Danke
Uwe
Chris64
Stammgast
#7 erstellt: 01. Dez 2004, 14:22
Hallo,

Occos ist ein Kabel, das offensichtlich entweder geliebt oder gehasst wird. Nein, Spaß beiseite. Das Kabel polarisiert die HIFI-Welt offensichlich wie nur wenige andere. Von meinen eigenen Erfahrungen mit Occos kann ich persönlich eigentlich (fast) nur Positives berichten. In den Fällen, in denen ich es verwendet habe, hat es beinahe immer zur Beruhigung des Klangbildes beigetragen. Alles klang verzerrungsärmer und bei manchen Musikstücke hatte es den Eindurck, als spielten mehr Instrumente mit. Im Verhältnis zu Normalkabel (4 oder 6 qmm) war auch der Bass diferenzierter. Ich gestehe allerdings, dass dieses Kabel so richtig gut nur an Dynaudios und Scriptums funktioniert hat (die ja bekanntlich in der Mehrzahl auch mit Chassis von Dynaudio arbeiten). Mittlerweile ist das Kabel auch wesentlich flixibler geworden als es mal zu Anfang der Produktion war und die Adapter sind auch überflüssig geworden. Die RFC-Filter haben in meinen Ohren ohnehin nie so richtig gewirkt. An meinen Scriptums fand ich sie sogar "kontraproduktiv".

So long

Chris
GandRalf
Inventar
#8 erstellt: 01. Dez 2004, 14:46
Moin auch,

UweM schrieb:


OCOS ist ein koaxiales Kabel, dessen Wellenwiderstand über den über den gesamten relevanten Frequenzbereich konstant ist (ca. 7 Ohm). Das Ganze basiert auf dem aus der Übertragungstechnik bekannten Prinzip der Leitungsanpassung bzw. auf der Behauptung, dass die bei einer nicht idealen Anpassung entstehenden Reflexionen und Echos entgegen der theoretischen Vorhersage hörbar sind.


Das ist genau richtig, aber das Ganze funktionierte nur dann 100%ig, wenn auch der sogenannte Ocos Konverter eingesetzt wurde.
Diese "Black Box" war auf der einen Seite mit kurzen LS Kabelenden versehen, und belastete die Verstärkerausgänge mit ziemlich genau 4 ohm. Auf der anderen Seite waren die Buchsen für die Ocos Stecker. Diese Seite war dann optimal auf den Wellenwiderstand des Kabels angepasst.
Durch das RCF-Filter am anderen Ende des Kabels wurde dann der optimale Wellenwiderstand erreicht.

Das ist jetzt nur eine theoretische Erklärung. Messtechnisch habe ich keine Möglichkeit das zu beweisen.
UweM
Moderator
#9 erstellt: 01. Dez 2004, 14:48
Es wäre nicht das erste mal, dass technisch nicht haltbare Argumente mehr oder weniger erfolgreich für Marketingzwecke missbraucht werden.

Das Filter soll wohl wenigstens auf der Lautsprecherseite eine Anpassung besorgen. Die gesamte Theorie funktioniert trotzdem nicht, weil auf der Verstärkerseite nach wie vor Impedanzen im Milliohmbereich vorliegen.

Ansonsten ist OCOS ein Kabel wie viele andere auch. Wenn vielleicht auch etwas teurer als es bei diesem Aufbau ohne die "beindruckende" Theorie sein müsste.

Grüße,

Uwe
Chris64
Stammgast
#10 erstellt: 01. Dez 2004, 17:08
Hallo,

natürlich hat ecker 98 nach den technischen Hintergründen des Kabels gefragt. Mich würde aber nun trotzdem noch interessieren wie diejenigen, die es einmal selbst ausprobiert haben (ob nun mit oder ohne Filter) dieses Kabel gehörmäßig eingestuft haben. Hört (und ich meine Hören, nicht Glauben)ihr deutlich reproduzierbare Unterschiede - und wenn ja, an welchen Lautsprechern - oder nicht? Oder habt ihr es gar nicht ausprobiert?

Chris
Mr.Stereo
Inventar
#11 erstellt: 01. Dez 2004, 17:28
Ich hab es damals (ca 1990) an diversen LS ausprobiert, gegenüber einem Naim-Kabel, oder einem Straightwire, klang es an normalen Boxen, (ich hab es an Datakustik, Infinity, Ecouton, Audiolabor, Rogers gehört) irgendwie "langweilig".
Obwohl ich die entsprechenden Adapter und RFC-Filter (wie funktionieren die jetzt eigentlich?!) benutzt habe, klangen die genannten Kabel wesentlich feindynamischer und durchsichtiger.
An den Dynaudios (hatte damals die 1.3 und die Special One)war der Unterschied etwas geringer, was aber auch daran liegen konnte, dass diese mit solchen Tugenden eh nicht besonders glänzten.
Chris64
Stammgast
#12 erstellt: 01. Dez 2004, 22:00
Hallo Mr.Stereo,

finde deine Beobachtungen (oder besser gesagt Höreindrücke) sehr interessant. Meine Contour 1 spielte seinerzeit (1989) mit Occos erst so richtig auf. Die etwas überbetont wirkenden Höhen des Lautsprechers verschwanden und trotzdem gab es mehr Details zu hören als vorher. Das verblüffendste war allerdings die Räumlichkeit, die sich dadurch verbesserte. Sämtliche Kabelexperimente, die ich damals gemacht habe, konnte ich deshalb damit (und für meine Ohren) zu den Akten legen. Ich habe das Kabel seinerzeit ohne die RFC-Glieder benutzt, angeschlossen an Denon-Elektronik.

Chris


[Beitrag von Chris64 am 01. Dez 2004, 22:02 bearbeitet]
Mr.Stereo
Inventar
#13 erstellt: 01. Dez 2004, 22:11
Hi Chris,
wollte der Marke Dynaudio jetzt nicht auf den Schlips treten, schätze diese Manufaktur sehr.
Ich fand damals andere LS einfach spannender, trotzdem habe ich über ca 3 jahre hinweg welche besessen und sehr viele ausführlich gehört.
Wie aber hast du das Ocos-Kabel angeschlossen, ohne die entsprechenden RFC-Glieder zu benutzen, die ja gleichzeitig auch die Anschlussadapter waren?
vielleicht klangen die Dynaudios mit den Kabeln manchmal sogar stimmiger, ich stand damals auf Auflösung und Detailreichtum, und da schien mir das OCOS etwas verhangen und nüchtern.
verkauft hab ich es übrigens trotzdem, die Leute standen drauf, wegen der Technik, und weil's schick aussah.
Chris64
Stammgast
#14 erstellt: 02. Dez 2004, 13:47
Hallo Mr.Stereo,

die Contoeur 1 hatte eine eigene Ocos-Anschlussbuchse. Aber auch andere Lautsprecher ging das Occos ohne die RFCs anzuschließen. Es gab ganz einfache Adapter, die an der einen Seite eine einfache Occos-Buchse besaßen, am anderen Ende zwei Kabel, die ganz normal an den Lautsprecher anzuschließen waren. Genauso wurde es auch verstärkerseitig gehandhabt. Für die heutigen Ocos-Kabel - die es auch als verdrillte Dreierstrippe gibt - benötigt man allerdings keine Adapter mehr, da sie ohnehin in "normalen" Kabelenden auslaufen. Die gewünschte Kabellänge muss bei Bestellung angegeben werden - so sagte mir zumindest unlängst ein Händler. Das mit den RFC-Gliedern scheint wohl Vergangenheit zu sein.

Gruß

Chris
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