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Wo liegt das akustische Zentrum einer Zweiwegebox?

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Antenne
Stammgast
#1 erstellt: 16. Feb 2005, 22:51
Hallo,

das akustische Zentrum einer Box ist ja bekanntlich nicht der Hochtöner, sondern die Mitte zwischen Hoch- und Mittel oder Tiefmitteltöner! Auch bei meinen kleinen Zweiwegeboxen ist das so.

Ich habe mir mal Gedanken darüber gemacht, was man eigentlich als Bezugspunkt nimmt:

1. Man nimmt den Chassisrand von Hoch- und Mitteltöner und setzt dazwischen die Mitte (im Bild unten der rote Punkt).

2. Oder man nimmt das Zentrum der beiden Membranen und setzt die Mitte dazwischen (im Bild unten der blaue Punkt). In diesem Fall läge das akustische Zentrum meiner Box am oberen Rand des relativ großen Tiefmitteltöners!



Was ist richtig?


Schöne Grüsse
Tantris
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 17. Feb 2005, 08:24
Hallo,

von der Theorie her die gedachte Mitte zwischen den beiden akustischen Zentren also in Deinem Bsp. Erklärung 2/blau.

Allerdings auch nur, wenn der Hersteller seine Hausaufgaben gemacht hat und der Schall der beiden Chassis sich im Übergangsbereich wirklich phasengleich addiert, ansonsten wird die Ebene idealer Addition verschoben. Davon abgesehen kommt es für die Praxis im Wohnzimmer nicht auf ein oder 2 cm an - ein guter Lautsprecher hat schon ein paar Grad vertikalen Sweet-Spot, solange man ungefähr mit der Hörhöhe zwischen den Chassis bleibt, sollte es funktionieren.

Gruß, T.
Antenne
Stammgast
#3 erstellt: 17. Feb 2005, 18:29
Hallo,

alles klar! Meine Vermutung ging auch Richtung blauer Punkt, war mir aber nicht völlig sicher.

Ich sitz zwar relativ nah an den LS (1.6 m etwa), aber trotzdem kommt es auch hier wohl nicht auf einige cm an. Meine Ständer sind ca. 70 cm hoch - damit liegt der Hochtöner etwa 2 cm über Ohrhöhe - sollte wohl in Ordnung sein. Das man dieses Zentrum per Weiche auch auf andere Höhen setzen kann, habe ich bei Nubert mal gelesen.

Was passiert eigentlich klangmäßig, wenn man den vertikalen Sweetspot verläßt? Sagen wir mal der Kopf des Hörers liegt etwa 10 Grad über dem Hochtöner. Hat man dann gar keinen Sweetspot mehr - auch nicht zwischen den Boxen, also keine richtige Mittenortung mehr?


Schöne Grüsse
Tantris
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 18. Feb 2005, 11:52
Hallo Antenne,

verläßt man den vertikalen Sweet-Spot nach oben, kommt man in den Bereich, wo sich der Schall von Mittel- und Hochtöner auslöschen, statt sich zu addieren. Man bekommt eine Senke im Frequenzgang rund um die Trennfrequenz, mehr oder minder breit, je nach Weichencharakteristik. Gehörmäßig äußert sich dies in einer Verfärbung, ein Einfluß auf die Ortung ist zunächst mal nicht damit verbunden.

Man kann dies mal ausprobieren, indem man Rosa Rauschen auf einem einzigen Lautsprecher abhört und den Kopf hoch und runter bewegt. Die Verfärbung sollten dann klar hörbar werden, ebenso wie jene, wenn man um den lautsprecher herumgeht.

Auf andere Höhen kann man die ideale Abstrahlebene leider nicht konkret legen, nur auf andere Winkel, d.h. die ideale Abstrahlachse verläuft dann schräg zur Schallwand und nicht senkrecht - womit wiederum es vom Hörabstand abhängt, in welcher Höhe eine ideale Schalladdition nun stattfindet - das ist also letztendlich Unsinn.

Gruß, T.

Gruß, T.
Antenne
Stammgast
#5 erstellt: 20. Feb 2005, 01:03
Hallo Tantris,

also ich hab den Test mal gemacht mit Rosarauschen auf einer Box - die Verfärbung ist gut hörbar. Sobald man deutlich über den Hochtöner kommt werden die Mitten und die Höhen weniger und das Klangbild etwas dunkler und hintergründiger. Kommt man weiter nach unten, also an den unteren Rand des Tiefmitteltöners, werden die Mitten mehr und die Höhen deutlich weniger. Auf Höhe zwischen den beiden Chassis fühlt sich das Ohr am wohlsten - hier halten sich Mitten und Höhen gut die Balance.

Verschiebt man den Kopf dagegen seitlich, so sind die Verfärbungen deutlich geringer und äußern sich vor allem dadurch, das bei zunehmenden seitlichen Winkel der Hochtöner nicht mehr so stark durchkommt. Im Mittenbereich gibt es kaum Veränderungen wenn man nicht gerade einen Seitenwinkel von 90 Grad hat. Den etwas zurückhaltenden Hochtöner unter z. B. 20 Grad Seitenwinkel empfinde ich aber als wesentlich angenehmer und vor allem natürlicher - gerade bei Orchestermusik. Auf Achse klingt es im oberen Hochtonbereich mehr schneidend und etwas verzischelt - die Musik wirkt dann mehr synthetisch.

Leider hab ich damals keine Frequenzgänge von Canton bekommen - die schreiben immer nur das der lineare Frequenzgang im gleichseitigen Dreieck bei gerader (paralleler) also nicht angewinkelter Aufstellung erreicht wird. Schade auch, da mich schon mal interessiert, wie der Frequenzgang auf Achse ist.


Schöne Grüsse


[Beitrag von Antenne am 20. Feb 2005, 01:05 bearbeitet]
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