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Empfindlichkeit menschliches Gehör bei zeitlicher Verschiebung

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Beitrag
conic
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 03. Dez 2011, 12:09
Hallo an alle Spezialisten!

Ich hab mal eine generelle Frage zum menschlichen Gehör

Hintergrund:
Ich programmiere gerade einen mp3 Player, welcher es ermöglichen wird, ein Lied auf beliebig vielen Rechnern im Netzwerk "gleichzeitig" abzuspielen (ich wohne in einer WG mit 7 Anlagen an 7 Rechnern und an Silvester wollen wir mal überall gleichzeitig Musik hören )

Daher meine Frage:
Wann ist etwas für das menschliche Ohr "gleichzeitig"?
Welchen Wert muss der zeitliche Unterschied zwischen den beiden akustischen Signalen unterschreiten, damit man es als ein homogenes Signal wahrnimmt und es sich "gleichzeitig" anhört?

Eine Angabe in Millisekunden oder so würde mich sehr freuen, denke hier gibt's genug Leute die sich da auskennen


Gruß und vielen Dank,
Conic
Hörschnecke
Inventar
#2 erstellt: 03. Dez 2011, 12:20
Bei elektronischen Tasteninstrumenten sollte die Latenz etwa unterhalb 15 ms liegen. Ich vermute mal, das kann man in etwa auf Deine Situation übertragen.
conic
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 03. Dez 2011, 13:07
Danke schonmal!
15ms bezieht sich da aber auf die Differenz Tastenanschlag->Signalausgabe oder? Damit's sich halt gleichzeitig "anfühlt"...
Ich schätze mal schon, dass die Differenz der Ausgabe zweier Audiosignale da noch geringer sein muss...?
bsaudio
Neuling
#4 erstellt: 03. Dez 2011, 13:15
Hi
Ich habe meine (ansonsten sehr guten) Behringer Ultramizer aus dem Studio entfernen müssen, weil sie eine deutlich hörbare Verzögerung von 4 Millisekunden haben! Das hört man natürlich nur dann, wenn das unverzögerte Originalsignal parallel dazu mitläuft.
Ich meine also, daß die Verzögerung in deinem Fall bei höchstens 2 Millisekunden liegen sollte.
Gruß Benny
mousewalker
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 03. Dez 2011, 13:42
Da alle Rechner ja auch nicht 100% zeitgleich arbeiten werden wegen der Leistung würde ich mir da nicht unbedingt so große Sorgen drum machen. Gerade wenn 7 Anlagen in einer Wohnung gleichzeitig laufen hast du ja schon Laufzeit unterschiede. Auch 50ms die du draufgibts erzeugen leichten Hall. Das Menschliche Gehör nimmt zeitunterschiede sehr genau wahr.
Ich würde auch eher dann alle 7 Anlagen einfach vom gleichen Signal abgreifen statt dafür 7 Rechner extra zu laufen lassen.
conic
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 03. Dez 2011, 14:12
Oho, 4ms sind ja schonmal ne Hausnummer
Kannst du also bestätigen dass 4ms Differenz stören und 2ms nicht? Mit der Info könnt ich schonmal viel anfangen!

Bzgl der Laufzeitunterschiede und der Latenz im Netzwerk:
die werd ich auch dauerhaft synchronisieren müssen, allerdings stellt sich dabei eben die Frage, unter welchem Schwellenwert ich die zeitliche Verschiebung als "synchron" einstufe.

Und was das abgreifen der Anlagen vom selben Signal angeht: das wäre ja ein alternativer Lösungsansatz für mein Problem und mir geht's bei dem Topic wirklich nur um die Frage, ab wann sich etwas "gleichzeitig" anhört und nicht darum wie ich mein Problem sonst noch lösen könnte (auch wenn's andere Lösungen gibt)
bsaudio
Neuling
#7 erstellt: 03. Dez 2011, 15:28
Ich habe es ausprobiert und nachgemessen. Ich hatte die Ultramizer (Kompressor mit Lookahead-Funktion, daher die 4 ms Verzögerung) in 8 Multitrack-Spuren zwischengeschaltet, die anderen 8 Spuren durchliefen analoge Geräte ohne Delay. Es war deutlich zu hören, daß das Schlagzeug und die soundtechnisch bearbeiteten (verzögerten) Instrumente leicht aus dem Takt waren.
Also habe ich, weil es mich interessiert hat, die Sache mal nachgemessen.
Ich habe ein Musiksignal aufgesplittet, einmal unverzögert und einmal über ein digitales Delay mit exakt definierter, einstellbarer Verzögerung weitergeleitet, und beide Signale, additiv wieder zusammengemischt, über die Stereoanlage hörbar gemacht.
Bei Verzögerungen unterhalb 2 ms wurde das Signal zwar als ganz leicht "unsauber" empfunden, aber die Verzögerung als solche war nicht mehr wahrnehmbar. Bei ca. 3 ms wurde es langsam deutlicher, abhängig vom Musikinhalt. Bei 4 ms liegt in etwa die Schwelle, bei der es rhythmisch wirklich stört. Bei noch höheren Verzögerungswerten wird es dann nach und nach zum ausgeprägten Echo.
Hannes2k2
Stammgast
#8 erstellt: 03. Dez 2011, 16:43
Ich denke mal für die Beschallung einer Party kann man da schon etwas großzügiger sein. Sollen denn alle sieben Anlagen einen Raum beschallen oder jede einen eigenen Raum?

Um die Zeitangaben mal etwas anschaulich zu machen:
Steht ein Lautsprecher einen Meter näher am Hörer als ein anderer (auf einer Party ja durchaus denkbar ;)) erreichen den Hörer diese beiden Signale mit ca 3ms Zeitversatz.

Allein durch die Aufstellung der Anlagen dürften also "Ungenauigkeiten" von 10ms und mehr üblich sein. Solange die Wiedergabe in einem ähnlichen Rahmen synchron (oder eben nicht) läuft, sollte das schon irgendwie passen.
conic
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 03. Dez 2011, 16:47
Wow, danke für die ausführliche Beschreibung!
Hatte zwar nicht mit einem so engen Zeitfenster gerechnet, aber das sollte trotzdem erreichbar sein (unter guten Netzwerk- und Hardwarebedingungen, die ich bei mir nahezu sicherstellen kann)

Edit: die Erklärung mit der Schallgeschwindigkeit erscheint mir ausgesprochen sinnvoll
Dann könnte ja doch noch deutlich mehr Zeitversatz tolerierbar sein

Die Anlagen befinden sich übrigens jeweils im nächsten Raum, s.h. die Signale sind nur in der Nähe geöffneter Türen annähern gleich laut. Direkt innerhalb eines Raumes ist die jeweils dortige Anlage immer am lautesten.

[wieso kann ich hier eigentlich nicht "danke" drücken? ]


[Beitrag von conic am 03. Dez 2011, 16:52 bearbeitet]
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