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HiFi Käufer - HiFi Händler -wer hat welches berechtigte Interesse

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Autor
Beitrag
Plüschus
Stammgast
#1 erstellt: 16. Dez 2004, 22:14
Angeregt durch einen kleinen Streit im Forum über die Beratung von einem HiFi Kunden möchte ich Euch folgendes fragen:

Was erwartet Ihr von einer guten Beratung im Fachhandel ?

Welchen Service glaubt Ihr sollte der Fachhandel bieten ?

Wie sollte sich ein "guter" Verkäufer verhalten ?


Und für unsere gewerblichen Mitglieder im Forum:


Was meint Ihr ist eine gute Beratung ?

Wieviel Fachkenntniss muß ein "guter" Verkäufer haben ?

Welche "Kundenmacken" nerven Euch am meisten ?
Colt23
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 17. Dez 2004, 08:22
Hallo Plüschus,
dann werde ich mal meinen Senf dazu abgeben.

Plüschus schrieb:

Was erwartet Ihr von einer guten Beratung im Fachhandel ?
Welchen Service glaubt Ihr sollte der Fachhandel bieten ?


- Lautsprecher und Elektronik zum Testen in den eigenen vier Wänden zur Verfügung stellen
- auch nach dem Kauf ein offenes Ohr für den Kunden zu haben z.B. bei Problemen ohne Kaufabsicht
- genügend Zeit - keine Schnellberatung
- Kompetenz
- gute Auswahl in verschiedenen Preissegmenten
- gute Menschenkenntnisse Nicht jeder Kunde kann und will nach dem 0815 Prinzip beraten werden.
etc.


Plüschus schrieb:

Wie sollte sich ein "guter" Verkäufer verhalten ?


Er sollte seriös wirken und auf die Kundenbedürfnisse eingehen, und nicht umgegehrt. Bei manchen Fachhändler hat man das Gefühl, dass die Lautsprecher bzw. Elektronik nach den Bedürfnissen und Erwartungen des Händler zusammengestellt werden, und die Bedürdnisse des Kunden als zweitrangig betrachtet werden.

Meiner Meinung sollte der Fachhändler dem Kunden nicht umbedidingt die ganz teuren Kabel auf die Nase drücken. Bevor der Kunde Kabel im Wert von €500 mitnimmt, kann er das Geld in die Lautsprecher/Elektronik investieren. Das ist natürlich Ansichtssache. Verfechter des Kabel-Tuning sehen das wieder anders - das ist aber nicht das Thema. Ich persönlich finde, dass ein teures Kabel auf Kundenwunsch gerne kostenlos zum Testen mitgeben werden kann, damit sich der Kunde selbst und vorallem objektiv davon überzeugen kann. (machen auch die meisten Händler, die ich kenne)

Zu guter letzt ist die »Ehrlichkeit« gefragt. Jeder, der seine Brötchen im Verkauf verdient, möchte an jedem Geschäft verdienen. Das ist natürlich vollkomen in Ordnung.
Dennoch sollte jeder Verkäufer genügend Courage aufbringen, den Kunden nicht über den Tisch ziehen.

Ich persönlich habe überwiegend gute Erfahrungen mit Fachhändler gemacht. Sollte ich dennoch mal das Gefühl haben, ungerecht und bevormundet behandelt zu werden, lasse ich die Beratung so schnell wie möchlich beenden, und suche einen anderen Händler auf.

Falls ich etwas vergessen habe zu erwähnen, reiche ich das noch nach.

Gruß Thomas

PS: Wenn du ein ganz spezielles Thema ansprichst, kannt Du es ja posten, dann kann ich nochmal speziell dazu äußern.


[Beitrag von Colt23 am 17. Dez 2004, 08:30 bearbeitet]
Toppers
Stammgast
#3 erstellt: 17. Dez 2004, 09:30
Moin!
Auch Fachhändler sind nur Menschen!
Sie sollten dennoch nett und zuvorkommend sein, sowie Fachwissen besitzen. Wissenslücken sind in Ordnung, solange sie so ehrlich sind und diese auch zugeben!
In einem anderen Bereich(meinem größten Hobby), bei dem es m.E. wesentlich mehr "Fachgeschäfte" gibt, bin ich als armer Student doch immer der besser Informierte(Nein, es hat nix mit meinem Fachgebiet zu tun! ). Aber selten glauben mir die Verkäufer und erzählen mir Geschichten vom Pferd. Nur wenige haben die Chuzpe zu sagen, dass sie wenig von der Materie verstehen.

MfG

Tobias
MusikGurke
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 17. Dez 2004, 14:46
Was auch mal ganz nett währe... Der absolute audio laie der sich seine erste anständige anlage kaufen will kauft meist nach dem gleichen prinzip ein.

1. er guckt was eine preiswerte bose anlage kostet und kauft sie. Beim probehören gibt es das:" rauscht nich, ist also gut" urteil.

2. Wenn er schritt eins nicht gemacht hat: Er kauft sich eine möglichst bunte zeitschrift. (audio)

3. Er guckt was die höchste klangbewertung hat und kauft sich die box. Eine box mit 73 klangpunkten muss ja einfach besser seine als eine mit 72. Das die konkurenz zeitschriften die boxen anders bewertet haben interessiert keinen, "meine zeitschrift ist bunter, also ist sie besser"
Den eigenen ohren trauen im laden so oder so nur wenige.

Währe nicht schlecht, wenn der händler es schaft den unerfahrenen kunden von diesem irrweg abbringen kann.
Bei den händlerrgewinnen bei bose anlagen, und dem ohne probehöhren kaufen bei günstigen online händlern ...
Plüschus
Stammgast
#5 erstellt: 17. Dez 2004, 22:20
Hallo Colt/Thomas /Namensvetter

Ich fragte nach einer guten Beratung und gutem Service im Fachhandel.

Du hast mir geantwortet:

-
Lautsprecher und Elektronik zum Testen in den eigenen vier Wänden zur Verfügung stellen
- auch nach dem Kauf ein offenes Ohr für den Kunden zu haben z.B. bei Problemen ohne Kaufabsicht
- genügend Zeit - keine Schnellberatung
- Kompetenz
- gute Auswahl in verschiedenen Preissegmenten
- gute Menschenkenntnisse Nicht jeder Kunde kann und will nach dem 0815 Prinzip beraten werden.
etc.


Sehe ich auch so - bloß ist die gute Auswahl, bei uns im Norden zumindest, oft eingeschränkt und der Händler muß aus gesundem wirtschaftlichen Eigeninteresse auf seine "Marken" hinberaten/umberaten.

Ich fragte nach einem "guten Verkäufer"


Er sollte seriös wirken

klar

und auf die Kundenbedürfnisse eingehen, und nicht umgegehrt


Stimmt - lernt man in jedem Verkaufstraining.
Und hast Du schon einen kennengelernt ? Ich nicht !


Bei manchen Fachhändler hat man das Gefühl, dass die Lautsprecher bzw. Elektronik nach den Bedürfnissen und Erwartungen des Händler zusammengestellt werden, und die Bedürdnisse des Kunden als zweitrangig betrachtet werden.


Das Erlebnis hatte ich auch schon. Etwas länger her, aber noch immer eindrucksvoll in meiner Erinnerung:
Der Versuch eines Linn Händlers (mir)einen LP 12 zu verkaufen - fast wie in einem Umerziehungslager - wurden Produkte von Mitbewerbern (Thorens) "kaputtvorgeführt" O-ton des Verkäufers( typisch 126er kein Bass, also ich hör' im Nebenzimmer ob der LP 12 läuft)
Ähm .. ich damals nicht..


Meiner Meinung sollte der Fachhändler dem Kunden nicht umbedidingt die ganz teuren Kabel auf die Nase drücken. Bevor der Kunde Kabel im Wert von €500 mitnimmt, kann er das Geld in die Lautsprecher/Elektronik investieren.


Exakt auch meine Meinung !


Das ist natürlich Ansichtssache. Verfechter des Kabel-Tuning sehen das wieder anders - das ist aber nicht das Thema.


Stimmt, ich find's, sagen wir einmal ... ga ga.


Ich persönlich finde, dass ein teures Kabel auf Kundenwunsch gerne kostenlos zum Testen mitgeben werden kann, damit sich der Kunde selbst und vorallem objektiv davon überzeugen kann. (machen auch die meisten Händler, die ich kenne)


Wie sonst sollte der Kunde auf die Idee gebracht werden für ein Stück ( meistens zu langes) Draht mit Isolierung drumm 'rumm soviel Geld auszueben? Auf der anderen Seite hilft es dem Händler die nachweislich schlechte Handelsspannen von HiFi Geräten zum positiven hin im Sinne einer Mischkalkulation auszugleichen.


Zu guter letzt ist die »Ehrlichkeit« gefragt. Jeder, der seine Brötchen im Verkauf verdient, möchte an jedem Geschäft verdienen. Das ist natürlich vollkomen in Ordnung
.

Ein gesundes Geschäftsinteresse ist völlig legitim.


Dennoch sollte jeder Verkäufer genügend Courage aufbringen, den Kunden nicht über den Tisch ziehen.


Ich glaube ein Verkäufer sollte seinem Vorgesetztem gegenüber häufiger die Courage aufbringen auf ein Geschäft zu verzichten, um den Kunden nicht zu besch.... !


Ich persönlich habe überwiegend gute Erfahrungen mit Fachhändler gemacht.


Ich auch, aber nicht im HiFi Bereich.


Sollte ich dennoch mal das Gefühl haben, ungerecht und bevormundet behandelt zu werden, lasse ich die Beratung so schnell wie möchlich beenden, und suche einen anderen Händler auf.


Nix wie wech..


Falls ich etwas vergessen habe zu erwähnen, reiche ich das noch nach.


Ja, mir fallen da noch die physikalischen Entdeckungen eines HiFi Händler/Verkäufer ein, als ich mir jüngst einen neuen LS mir im F(l)achhandel anhörte. Auf meinen Einwand hin, daß der LS doch etwas dunkel töne, sagte mir der geschmeidige Verkäufer, daß das LS-Kabel noch nicht eingespielt sei..........

Nix wie wech !

Das wäre fast ein Grund gewesen, doch im "Blöd" oder "Geiz ist geil" Markt zu kaufen, da weiß man ja was man hat..... oder nicht?

Gruß Thomas


[Beitrag von Plüschus am 17. Dez 2004, 23:56 bearbeitet]
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#6 erstellt: 17. Dez 2004, 23:21

Colt23 schrieb:
Zu guter letzt ist die »Ehrlichkeit« gefragt. Jeder, der seine Brötchen im Verkauf verdient, möchte an jedem Geschäft verdienen. Das ist natürlich vollkomen in Ordnung.
Dennoch sollte jeder Verkäufer genügend Courage aufbringen, den Kunden nicht über den Tisch ziehen.


Ehrlichkeit? Hah!

Ich habe 2 Jahre als Aushilfe, um mir mein Studium zu finanzieren, als Verkäufer bei einem Fernseh-/Radio-/HiFi-/Computer-/Waschmaschinen-Dealer (nein, kein MediaMarkt, sondern ein "Fachhandel").
Eines kann ich von mir behaupten: ich war immer ehrlich. Und wenn ein Kunde mir komisch kam und Geschichten aus der Gruft erzählt hat, dann habe ich ihn freundlich, aber bestimmt darüber aufgeklärt.
Außer bei meinen speziellen Athleten war ich auch recht beliebt. Aber verkauft? Nicht viel, meistens nur Kleinigkeiten.

Verkauft haben meine Kollegen, der eine HiFi und Fernseher, der andere Computergedöns. Und ich kann sagen, ich habe in beiden Bereichen definitiv mehr Ahnung als die beiden.
O-Ton HiFi-Verkäufer: "Ein Lautsprecher muss so groß und aus Holz sein, denn denken Sie daran, eine Gitarre hat auch einen Resonanzkörper aus Holz." Das beste: der Typ ist wirklich davon überzeugt, was er sagt.
Der PC-Verticker war noch schlimmer, aber die Erlebnisse habe ich bisher verdrängt.
Dummschwätzerei, Lügerei (ja, teilweise absichtlich), Unwissenheit. Und die Kunden haben denen das abgekauft. Die beiden haben einige Verkaufstrainings hinter sich, lernt man da so etwas?

Bevor ich da arbeitete, konnte ich mir durchaus vorstellen, selber in der Branche tätig zu werden. Aber das habe ich mir abgeschminkt. Wenn ich mich verbiegen muss, um zu verkaufen, dann ist das nichts für mich. Ich könnte so nicht leben.

Und noch eines habe ich gelernt: die Leute kaufen lieber billig statt gut. Ein weiterer Grund für mich, nicht HiFi-Händler zu werden.

Gruß
Cpt.
Plüschus
Stammgast
#7 erstellt: 17. Dez 2004, 23:52
Hallo Cpt._Baseballbatboy

hörst Du auch (nicht)?

die Händler in unseren Reihen im Forum sind auf einmal so leise.....

Gruß Thomas
ukw
Inventar
#8 erstellt: 18. Dez 2004, 05:05
Aye Thomas,
Ich finde Du hättest jeden Poster des Threads auffordern sollen sich zunächst einmal zu outen: Kunde oder Verkäufer.

Dann fand ich im Beitrag von Colt23 folgende Äußerung:

- Lautsprecher und Elektronik zum Testen in den eigenen vier Wänden zur Verfügung stellen
- auch nach dem Kauf ein offenes Ohr für den Kunden zu haben z.B. bei Problemen ohne Kaufabsicht
- genügend Zeit - keine Schnellberatung

das ich hier die Zitate von Colt23 verwende möge er mir verzeihen . Es geht nicht um Colt23 persönlich, sondern nur
um die Erwartungshaltung eines Otto Normal Kunden, die Colt23 hier perfekt auf den Punkt gebracht hat.


Der Kunde ist König.
Ein guter König handelt zum Wohle seiner Untertanen.
Dafür sind die Untertanen loyal dem König gegenüber.

Ich selbst bin Untertan und Produzent (nicht in der Hifi Branche)
- also ein wirklicher Wertschöpfer - keine Zecke, die sich an den Leistungen der Produzenten bereichert (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Beamter, Lehrer, ...Hifi-Verkäufer)

Fordert mich ein König in einem bestimmten Ton dazu auf: "... Erstellen Sie doch mal ein Angebot..." kann (m)ein Verkaufsgespräch schon zu Ende sein.
Ein Angebot, Planung Beratung ist - wenn sie gut sein soll - aufwändig und teuer.
Wer glaubt das es soetwas bei mir geschenkt gibt, darf mich zuerst beschenken und mich davon überzeugen, daß es bei ihm auch Geschenke gibt.
Nach zahllosen Stunden und Nächten am Zeichenbrett, die gute Ideen lieferten und
dann bei Mitbewerbern umgesetzt wurden (nach meinen exacten Zeichnungen ein Kinderspiel)
habe ich definitiv nichts mehr zu verschenken.

Warum sind nur so wenige Kunden schlau genug vor dem Kauf einen Beratungsvertrag zu schließen?
Habt Ihr einen guten Berater ist sein Honorar bares Geld wert. Egal ob ich
- ein Haus kaufen oder bauen will
- ob ich einen Kreditvertrag abschließe
- einen Laden/Praxis einrichten will
- oder eine noch schönere Nase als Michael Jackson haben möchte...

Ärzte, Architekten Anwälte - da wird selbstverständlich für eine Beratung gezahlt / bezahlt.

Übrigens: Seid Ihr schon mal von einer Bank gut beraten worden? Und habt Ihr mal nachgesehen, was Ihr für jede Überweisung und jeden Kontoauszug bezahlt???
Die armen Schlucker "kaufen" sich Geld für 1,13 % ein.
Schaut mal auf einem eurer Kontoauszüge des laufenden Kontos nach, wieviel Ihr momentan dafür bezahlen müsst...

Den Auktuellen Einkaufspreis für's liebe Geld erfahrt Ihr hier: http://www.bundesbank.de/presse/presse_zinssaetze.php

colt23 schrieb:
Dennoch sollte jeder Verkäufer genügend Courage aufbringen, den Kunden nicht über den Tisch ziehen.


wie wahr! Aber:

Bei dieser "mageren" Gewinnspanne ist es also notwendig Kontoführungsgebühren, Überweisungsgebühren, Bereitstellungszinsen, Überziehungszinsen, Konto-Auszugsgebühren ect. pp zu berechnen.



...erstellen Sie doch mal ein Angebot...beraten Sie mich doch mal... und ich möchte folgende Teile in aller Ruhe 3 Wochen zu Hause testen...

Danke für die Nachfrage, was bieten sie mir denn?
Plüschus
Stammgast
#9 erstellt: 18. Dez 2004, 11:58
Hallo Uwe,

prima auf den Punkt gebracht

(alle markierten Zitate sind UKW)

Der Kunde ist König.
Ein guter König handelt zum Wohle seiner Untertanen.
Dafür sind die Untertanen loyal dem König gegenüber.


diese Medaille hat tatsächlich zwei Seiten.


Fordert mich ein König in einem bestimmten Ton dazu auf: "... Erstellen Sie doch mal ein Angebot..." kann (m)ein Verkaufsgespräch schon zu Ende sein.
Ein Angebot, Planung Beratung ist - wenn sie gut sein soll - aufwändig und teuer.


eben... was spricht eigentlich dagegen,wenn ein Händler für eine technisch fundierte Beratung eine Gebühr erhebt, die er beim Kauf auch wieder verrechnen und erstatten kann. Möglicherweise könnte er dann auch einen Verkäufer einstellen, der die Ware kennt und vorallem auch davon etwas mehr versteht, als die HiFi Gazetten auswendig zulernen und zu zitieren.


Wer glaubt das es soetwas bei mir geschenkt gibt, darf mich zuerst beschenken und mich davon überzeugen, daß es bei ihm auch Geschenke gibt.


"Geiz ist geil" - "Ich bin doch nicht blöd"

Oder doch ?

Es gibt ein paar ernstzunehmende Zeitgenossen, die behaupten, daß in den Läden und den Schaufenstern eines Landes deutlicher der kulturelle Zustand eben dieses Landes sich zeigt, als in seinen Kirchen und Museen! "Verkaufen" findet seit Ende der achtziger Jahre immer mehr über den Preis statt und nicht mehr über die Qualität der Waren. Seit sich immer mehr Großverkaufsformen in der HiFi Branche "breitmachen" ,suchen sich kleinere Händler immer häufiger esoterische , zum Teil haarsträubende , ( z.B. Klanglack)Nischenprodukte um wirtschaftlich zu überleben. Manche mit Erfolg.....





Ärzte, Architekten Anwälte - da wird selbstverständlich für eine Beratung gezahlt / bezahlt.


Die haben aber häufig eine bessere Ausbildung als HiFi Händler....und lassen sich das auch bezahlen.




...erstellen Sie doch mal ein Angebot...beraten Sie mich doch mal... und ich möchte folgende Teile in aller Ruhe 3 Wochen zu Hause testen...


Habe ich persönlich erlebt als ich noch aktiver Verkäufer/Händler war: Ein freudenstrahlender, mir gut bekannter Kunde - durch Stunden dauernde Beratungen - , betritt den Laden und eröffnet mir , daß er sich genau die Anlage gekauft habe, auf die ich ihn beraten hatte. Wo ? Ja in Kiel - da war's billiger. Er hätte da aber noch eine Frage wie man den Verstärker anschließt.....

Erwürgen hätte ich ihn können , auf der Stelle.

Gruß Thomas
Boriz
Stammgast
#10 erstellt: 18. Dez 2004, 13:13
da ich heute morgen 3 stunden bei meinem händler verbracht habe muss ich da noch fast mal meinen senf dazugeben:

Ich bin 21 Jahre alt und noch Student (elektronik, Fachhochschule) und habe somit kein super auto und natürlich auch keine edlen klamotten, was aber nicht heisst dass ich nicht 700.- für nen Amp zahlen kann, ich arbeite jedes wochenende und jeden zweiten abend.
Aber bisher wurde ich in fast allen läden müde belächelt wenn ich mit dem Bus vorfahre und gerne nen guten Amp kaufen möchte. da heissts dann "ja schauen sie mal hier, aber die sind euch eh zu teuer", absolut keine kontaktmöglichkeit. Da hilft dann nur ein nettes "Auf Wiedersehen" und weg

Ich erwarte dass ich mich mit dem verkäufer normal unterhalten kann, keinen der mir seine theorien anwirft und wenn ich es aber lieber anders haben will besserwisserisch anlächelt und davonläuft.
Jetzt hab ich einen gefunden mit dem ich wunderbar diskutieren kann und der auch auf meine wünsche hört, mittlerweile krieg ich sogar alles zum ankaufspreis und unterhalte als gegenleistung seine EDV anlagen

DAS IST EIN VERKÄUFER wies mehr geben sollte (naja das mit dem einkaufspreis kann man natürlich nicht erwarten )
A2driver
Stammgast
#11 erstellt: 18. Dez 2004, 13:45
Ich finde dieses anpreisen "das ist das beste".
"Bis 3000€ gibts nichts besseres" z.B. bei der Vorführung einer Phonar40
ist genau das was ich nicht will. Über die Qualität möchte ich mir selbst ein Urteil bilden vor allem wenn wie z.B die Phonar die Ware überhaupt nicht meinen Geschmack trifft.

Wenn ich mir ein Urteil gebildet haben kann der Verkäufer dieses gerne unterstützen durch solche Äusserungen um mich zum Kauf zu bewegen aber vorher sollte er sich Neutral verhalten.

Am liebsten wäre mir ein Hörtermin ohne Verkäufer am besten Sonntags wo ich die Sachen anschliessen und probieren kann wie ich will.
georgy
Inventar
#12 erstellt: 18. Dez 2004, 14:05
@ A2driver

Im Prinzip stimme ich dir zu, nur wird dir wohl keiner am Sontag den Laden überlassen damit du probehören kannst, verkauft werden darf dir da sowieso nichts.
Schili
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 18. Dez 2004, 14:16
Hi UKW,
prinzipiell nett geschriebener Beitrag. Du solltest jedoch die Contenance besitzen, Deinen latent bis offenen Hass auf bestimmte Berufsgruppen


ich selbst bin Untertan und Produzent (nicht in der Hifi Branche)
- also ein wirklicher Wertschöpfer - keine Zecke, die sich an den Leistungen der Produzenten bereichert (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Beamter, Lehrer, ...Hifi-Verkäufer)


schön am Stammtisch zu lassen. Wertet Deinen ansonsten eloquent geschriebenen Beitrag maßlos ab. Schade.

Gruß, Schili


[Beitrag von Schili am 18. Dez 2004, 14:16 bearbeitet]
A2driver
Stammgast
#14 erstellt: 18. Dez 2004, 14:19

georgy schrieb:
@ A2driver

Im Prinzip stimme ich dir zu, nur wird dir wohl keiner am Sontag den Laden überlassen damit du probehören kannst, verkauft werden darf dir da sowieso nichts.



Ja ich weiss ist wohl eher auch ein Traum von mir.
Plüschus
Stammgast
#15 erstellt: 18. Dez 2004, 14:42
Hallo A2driver,

Du hast geschrieben:


Ich finde dieses anpreisen "das ist das beste".
"Bis 3000€ gibts nichts besseres" z.B. bei der Vorführung einer Phonar40
ist genau das was ich nicht will. Über die Qualität möchte ich mir selbst ein Urteil bilden vor allem wenn wie z.B die Phonar die Ware überhaupt nicht meinen Geschmack trifft.


Es geht ja beim verkaufen darum, das zu verkaufen was auf Lager ist. Denk nur einmal an die Dispo , die im August für Dezember gemacht wurde !
Ein "guter" Verkäufer schaft es, Dich das, was er verkaufen will, glauben zu lassen, es wäre das, was was Du eigentlich immer schon haben wolltest.
(komplizierter Satz)


Wenn ich mir ein Urteil gebildet haben kann der Verkäufer dieses gerne unterstützen durch solche Äusserungen um mich zum Kauf zu bewegen aber vorher sollte er sich Neutral verhalten
.

Ach was... ein bißchen drücken (aktives Verkaufen) . "Wer schreibt, der bleibt" - heißt es unter den Verkäufern.

Gruß Thomas


[Beitrag von Plüschus am 18. Dez 2004, 14:45 bearbeitet]
A2driver
Stammgast
#16 erstellt: 18. Dez 2004, 14:59
Genau diese "Was muss raus" Verkaufsberatung ist das was mich stört allerdings zieht das bei mir nicht sondern ich würde bei so einem Typen gar nichts kaufen.

Natürlich merkt man es wohl nicht immer.
Plüschus
Stammgast
#17 erstellt: 18. Dez 2004, 15:00

Schili schrieb:
Hi UKW,
prinzipiell nett geschriebener Beitrag. Du solltest jedoch die Contenance besitzen, Deinen latent bis offenen Hass auf bestimmte Berufsgruppen


ich selbst bin Untertan und Produzent (nicht in der Hifi Branche)
- also ein wirklicher Wertschöpfer - keine Zecke, die sich an den Leistungen der Produzenten bereichert (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Beamter, Lehrer, ...Hifi-Verkäufer)


schön am Stammtisch zu lassen. Wertet Deinen ansonsten eloquent geschriebenen Beitrag maßlos ab. Schade.

Gruß, Schili :prost


Hallo Schili ,
Uwe hat nur versucht, so glaube ich, die Diskussion etwas anzuregen !
siehe...HiFi - Verkäufer.

Gruß Thomas
Schili
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 18. Dez 2004, 15:11
@ Plüschus:
Hi,
mag sein - das Problem bei einem geschriebenen Beitrag ist, dass wir nicht alle Max Goldt sind...-ergo Satire o. Sarkasmus nicht unzweifelhaft ersichtlich ist......HiFi-Forum bleibt HiFi-Forum - und nicht TITANIC...

Gruß, Schili
ukw
Inventar
#19 erstellt: 18. Dez 2004, 19:07
@ Schilli : Muß jetzt los und kann das nicht weiter erklären, hole das morgen aber noch mit den Berufsgruppen und dem "latenten bis offenen Hass gegen bestimmte Berufsgruppen" nach.

Der Haß ist nämlich nicht vorhanden.
Nur habe ich eine Idee warum einiges krankt in unserer Gesellschaft...

Morgen mehr
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#20 erstellt: 18. Dez 2004, 20:02

Boriz schrieb:
Ich bin 21 Jahre alt und noch Student (elektronik, Fachhochschule)



Jawollja Unsereins muss zusammenhalten!

Dem Alter nach zu urteilen grad erst angefangen. Na, da kommt noch was auf Dich zu. Wo biste denn?


was aber nicht heisst dass ich nicht 700.- für nen Amp zahlen kann, ich arbeite jedes wochenende und jeden zweiten abend.


Den Trick verrate mir mal. Wahrscheinlich haue ich zu viel für Wein, Weib und Gesang raus (Gesang lassen wir lieber, hört sich an wie zwei Raben die in ner Blechtonne sitzen).


Aber bisher wurde ich in fast allen läden müde belächelt wenn ich mit dem Bus vorfahre ;)


Das belächelt werden kenn ich auch. Wie um alles in der Welt kommt scheinbar jeder Händler auf der Welt auf die absurde Idee, ihm steht ein vollkommener Idiot gegenüber? Nur weil ich Ausschau wie ein Wikinger?
Das würde ich mir wünschen, und ich habe es in meinen paar Jahren auch immer versucht, den Kunden nicht für dumm zu halten. Am Anfang bin ich nämlich ganz schön auf die Schnauze gefallen. Ich habe mir dann angewöhnt, den erstmal reden zu lassen und dann wusste ich ja woran ich bin.
Und wenn der Kunde Ahnung hatte, dann entwickelte sich auch meist ein ganz gutes Gespräch. Das waren dann die besten Verkäufe. Weil der Kunde auch wiederkam. (Und nach mir gefragt hat, was ich nicht ganz ohne Stolz erzähle ).

@Plüschus:

Hallo Cpt._Baseballbatboy

hörst Du auch (nicht)?

die Händler in unseren Reihen im Forum sind auf einmal so leise.....

Gruß Thomas


Tut mir leid, ich verstehe wirklich nicht was Du mir damit sagen willst. Ich steh da auf dem Schlauch.

Gruß
Cpt.
Plüschus
Stammgast
#21 erstellt: 18. Dez 2004, 20:41
High Captain,

ich hoffte damit die Händler in unseren Reihen zu einem Kommentar zu animieren.
Bislang hat sich immer noch keiner geäußert....

Gruß Thomas
Duncan_Idaho
Inventar
#22 erstellt: 18. Dez 2004, 21:39
Fuer die Steuerberater und andere muss ich aber jetzt ne Lanze brechen....

Es gibt in der Wirtschaft so etwas wie Arbeitsteilung und genau fuer bestimmte Leistungen sind diese Berufgruppen besser geeignet als reine Produzenten..... nicht jeder hat das Geld zum Produzenten und nicht jeder Produzent ist ein Engel......bitte solche Pauschalkommentare fuer sich behalten...

Zum Thema....
Ein gegenseitiges Geben und Nehmen zwischen Haendler und Kunde duerfte wohl den idealen Zustand darstellen.....
Plüschus
Stammgast
#23 erstellt: 18. Dez 2004, 22:29
Hallo Duncan

naja...


Es gibt in der Wirtschaft so etwas wie Arbeitsteilung und genau fuer bestimmte Leistungen sind diese Berufgruppen besser geeignet als reine Produzenten..... nicht jeder hat das Geld zum Produzenten und nicht jeder Produzent ist ein Engel......bitte solche Pauschalkommentare fuer sich behalten...


es gibt kleine und große ( Produzenten ) und die kleinen sagen den großen doch nicht... oder ?


Zum Thema....
Ein gegenseitiges Geben und Nehmen zwischen Haendler und Kunde duerfte wohl den idealen Zustand darstellen.....


na klar , bloß warum werd' ich das Gefühl nicht los, daß mit mir etwas gemacht wird sowohl als Händler wie auch als Kunde, statt etwas machen zu können.

Gruß Thomas
Duncan_Idaho
Inventar
#24 erstellt: 18. Dez 2004, 22:31
Weil viele gerne umsorgt werden wollen anstatt selber zu agieren?
Plüschus
Stammgast
#25 erstellt: 18. Dez 2004, 22:39
Klar, aber vielleicht läßt man sie ja auch nicht ?
ukw
Inventar
#26 erstellt: 19. Dez 2004, 04:14

Duncan_Idaho schrieb: Fuer die Steuerberater und andere muss ich aber jetzt ne Lanze brechen....


Was meinst Du wie der Anwalt geguckt hat, dem ich einen Widerspruch mit angehängter Kostennote nach Brago geschrieben habe...

Wenn er in dien Taseten haut ist das abrechnungswürdig. Bei mir aber nicht???

Das ist es was ich meine. Wenn man mit Verwaltung tatsächlich Geld verdienen kann, ist meine Verwaltungstätigkeit auch bares Geld wert.

Sind Umsatzsteuermeldungen und Lohnsteuermeldungen eine selbstverständliche und kostenlose Tätigkeit??
hifiaktiv
Inventar
#27 erstellt: 19. Dez 2004, 09:36
Hallo!
Geht einmal auf meine HP www.hifiaktiv.at und nach der Startseite auf den Übersichtsblock "Das Geschäft" und dann links auf den Button "Warum bei HiFi Aktiv kaufen". Dort habe ich aus meiner Erfahrung alles zu diesem Thema geschrieben.
Gruß
David
Plüschus
Stammgast
#28 erstellt: 19. Dez 2004, 10:41
Hallo David,
gut gemacht Deine homepage!

Besonders die Aussagen unter den Punkten

... weil wir mit viel Fachwissen beraten
... weil wir ehrlich beraten
... weil wir nicht freakig beraten


sprechen mir aus der Seele !

Gruß Thomas

P.S. Wenn ich das nächste Mal in Wien bin, komm' ich als Kunde 'mal vorbei und guck' ob's stimmt, was Du schreibst.


[Beitrag von Plüschus am 19. Dez 2004, 12:29 bearbeitet]
Toppers
Stammgast
#29 erstellt: 19. Dez 2004, 12:14
Jaja, Wertschöpfung: Ich "produziere" in Zukunft Lehr- und evtl auch studierfähige Jugendliche. Leider ist es ja nicht materiell was ich mache und somit nichts wert? Über einen Kamm scheren kann man sicher nicht alles...

Zu dem Thema "Beratung und Fremdkaufen": Beispiel Reisebüros, die hatten nämlich ein ähnliches Problem, und seitdem muss man für die Beratung bezahlen. Den Betrag bekommt man aber dann bei der Buchung wieder angerechnet, also wer kauft zahlt nix. Im Hifi Bereich ist es vielleicht schwierig, aber eine evtl. Leihgebühr wenn man zu Hause testen will, einen eigenen Beratungstermin bei dem sich der Verkäufer auch Zeit nimmt gegen Gebühr. Das wäre doch eine Möglichkeit Kunden zu binden, "Schmarotzer" etwas im Zaum zu halten, und die "richtigen" Kunden dennoch nicht zu verlieren. Nur ob es sich druchsetzt? Wer weiss...

MfG

Tobias
Plüschus
Stammgast
#30 erstellt: 19. Dez 2004, 12:24
Hi Uwe,
Du schaffst mit Deinen realen Produkten auch einen realen (Mehr)wert . Die "Werte", die ein Steuerberater, HiFi Händler... schafft sind abhängig von unseren politisch-gesellschaftlichen Umständen. Ich könnte mir Umstände vorstellen, unter denen fast alle Steuerberater arbeitslos wären. Weil die Umstände aber nun 'mal sind wie sie sind, sind die Dienstleistungen eines Architekten , Steuerberater usw. für den Diensleistungsnehmer auch etwas "wert". Die Frage ist doch bloß, warum und vorallem mit welcher Berechtigung der Stundensatz/Honorar der obengenannten Berufsgruppen soviel höher liegt, als der Stundenlohn/satz eines erfahrenen Tischlers, Mauerers, Schlossers,Bäckers u.Ä.
Ich weiß etwas vom Ausgangsthema abgewichen , war mir aber wichtig das in diesem Zusammenhang zu sagen.

Gruß Thomas
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#31 erstellt: 19. Dez 2004, 14:14

Toppers schrieb:
Das wäre doch eine Möglichkeit Kunden zu binden, "Schmarotzer" etwas im Zaum zu halten, und die "richtigen" Kunden dennoch nicht zu verlieren. Nur ob es sich druchsetzt? Wer weiss...


Das ließe sich auch erreichen, wenn man auf die Marken verzichtet, die es im Internet oder den Großmärkten zu kaufen gibt.

Die wenigsten, die sich einen A/V-Receiver von Yamaha für 300€ kaufen gehen in ein Fachgeschäft. Die orientieren sich an Testberichten und schauen dann im Internet, wer den günstigsten Preis hat.
Scheiß auf Service, hauptsache billig. Das ist eine der Sachen, die einen Händler an den Rand des Wahnsinns bringen können.

Gruß
Cpt.
Heinrich
Inventar
#32 erstellt: 19. Dez 2004, 14:28
Hallo,

eine Leihgebühr, die beim Kauf angerechnet wird, finde ich völlig in Ordnung. Ich habe - lang ist's her - selbst einmal aushilfsweise in einem HiFi-Laden gearbeitet. Nach diversen schlechten Erfahrungen (Kunden, die sich bei uns beraten lassen, bei uns die Ware ausgeliehen haben, aber woanders kauften) haben wir dann die Leihgebühr eingeführt. Der Clou allerdings war: Der Laden hatte auch LPs. Und so konnte man bei Nichtkauf des Geräts sich auch einfach mit Platten bedienen. Da das Sortiment ganz gut war, blieb es in der Regel nicht nur beim Gegenwert der Leihgebühr, zudem haben wir über diesen Umweg einige von den "Fremdgängern" sogar als Dauerkunden gewonnen.

Ich persönlich würde mir sowieso mehr HiFi-Läden mit LPs/CDs wünschen - allerdings ist das für kleine Läden heute nicht mehr einfach, da sie zum Teil einen Einkaufspreis auf Tonträger haben, der ÜBER dem Verkaufspreis der Großmärkte liegt...

Mein Fazit, daß mir noch nie geschadet hat (und in Summe sogar viel Geld gespart hat): support your local dealer!

Gruß aus Wien,

Heinrich
Plüschus
Stammgast
#33 erstellt: 19. Dez 2004, 16:00
Hi Captain,
da hast Du etwas angesprochen!


Cpt._Baseballbatboy schrieb:

Toppers schrieb:
Das wäre doch eine Möglichkeit Kunden zu binden, "Schmarotzer" etwas im Zaum zu halten, und die "richtigen" Kunden dennoch nicht zu verlieren. Nur ob es sich druchsetzt? Wer weiss...


Das ließe sich auch erreichen, wenn man auf die Marken verzichtet, die es im Internet oder den Großmärkten zu kaufen gibt.

Die wenigsten, die sich einen A/V-Receiver von Yamaha für 300€ kaufen gehen in ein Fachgeschäft. Die orientieren sich an Testberichten und schauen dann im Internet, wer den günstigsten Preis hat.
Scheiß auf Service, hauptsache billig. Das ist eine der Sachen, die einen Händler an den Rand des Wahnsinns bringen können.

Gruß
Cpt.



Mitte der achtziger Jahre war es auch bei der oben genannten Firma und anderen noch üblich , daß der Vertrieb " Marktpflege" betrieben hat. Sehr zum Seegen der Händler und Verbraucher/Kunden ! Man schloss nämlich Vertriebsbindungsverträge miteinander (Händler und Vertrieb).
Es bedeutete schlicht , daß ein Händler der Produkte dieser Marke weit unter der UVP offen bewarb und auch verkaufte , gewaltigen Ärger mit dem Vertrieb bekam bis hin zur Nichtbelieferung. Das ist meines Erachtens eine Vertriebspolitik gewesen , die allen (Kunden, Händler, Produzenten) nützte:

Weil
1. Der Kunde konnte, da das gleiche Produkt bei allen Händlern das annähernd gleiche kostete, seine Kaufentscheidung an dem Service des Händlers, seiner Beratungsqualität, dem Erscheinungsbild des Ladens/Verkäufer orientieren.

2. Der Produktwechsel fand nicht in der Frequenz statt, wie der Sockenwechsel eines Mitteleuropäers (wie er eben heute stattfindet).

3. Die Ware wurde nicht über den Preis verkauft.

4. Die Dichte der Markenhändler war angemessen. (Was oder wem nützt es wenn in einer Kleinstadt z.B. mehrere Händler die gleiche Marke "beackern")

Wenn heute sich ein Produkt ersteinmal in der Preisspirale nach unten bewegt, Dumpingpreise ,"Ich bin doch nicht blöd"- Preise usw., dann ist das Produkt innerhalb kurzer Zeit "tot" , einfach weil es wirtschaftlich uninteressant ist Produkte zu verkaufen an denen keiner mehr etwas verdient. Folglich müssen ständig "neue" Produkte die alten Preisklassen besetzen, oder anders ausgedrückt der neue CDP z.B. muß natürlich "viel mehr können" als der alte, der im Preisverriss war. Logischerweise bleibt dabei nicht nur die Qualität der Produkte auf der Strecke, sondern auch die Qualität im Verkauf. Dieser Produktwechsel hat nichts mit technischem Fortschritt zu tun , aber alles mit "Marktdynamik"!

Die Befürworter dieses System behaupten nun, daß dies unumgänglich sei ,gewissermaßen ein Naturgesetz, und ja auch so gut für den Kunden sei, weil er ständig neue Produkte zu immer niedrigeren Preisen bekommt.
Da der " Markt" ja nun doch von Menschen gemacht und belebt wird , muß es doch auch "Verantwortliche" geben, so frage ich mich .

Die Industrie etwa ?
Segensreich erfindet sie ständig Neues . Lauter interessante neue Digitalformate - auf die wir ja alle auch händeringend gewartet haben - und liefert gleich die neuen Geräte dazu.
Ein schönes Beispiel dazu:
Die SACD Miles Davis "Kind of blue" Wunderschöne Musik von 1962! Das die Aufnahme über 40 Jahre alt ist , ist nicht zu überhören. Weder SACD , noch CD ändern daran etwas ! Da ist mir meine LP doch noch wesentlich sympatischer - da rauscht es wenigstens noch authentisch !

Ein derartiger Fortschritt ( ich meine damit nicht nur das SACD Beispiel) ist meiner Meinung nach so überflüssig wie ein Kropf !

Gruß Thomas

P.S. Gibt's hier eigentlich auch Vertriebler/Außendienstler unter uns ?


[Beitrag von Plüschus am 19. Dez 2004, 16:27 bearbeitet]
ukw
Inventar
#34 erstellt: 19. Dez 2004, 16:08
Man stelle sich vor wir sind eine perfekte Dienstleistungsgeselschaft geworden. Alle arbeiten in Verwaltungen Büros und Kanzeleien.
Es gäbe nur noch einen einzigen produzierenden Arbeiter in der Bundesrepublik. Auf dessen Arbeitsstunde müssten dann alle Kosten für die 48,385 Mio hoch Qualifizierten (und damit sehr teuren) Arbeitnehmer/Freiberufler/Selbstständige im Verwaltungs und Dienstleistungssektor aufgeschlagen werden und es müsste Kunden geben, die diese Leistung dann noch kaufen können und wollen.

Was meint ihr, wie teuer eine Arbeitsstunde dieses letzten Produzenten wohl ist?
Was würde passieren, wenn diese letzte Arbeitskraft aus Kostengründen gestrichen würde?

Kann ein Lehrer von einem Steuerberater leben und umgekehrt?
Beide sind auf den Produzenten angewiesen.
Das Verhältnis von Produktion zu Verwaltung muß stimmen.
Wenn wir mehr Produktion als Verwaltung haben, dann funktioniert's.
Wenn wir mehr Verwaltung als Produktion haben, dann kann die Verwaltung nicht wertvoller sein als die Produktion.
Oder wir drucken wertloses Geld (Inflation).

Merkwürdiger weise schaffen die Verwaltungen immer mehr Gesetze und Verordnungen, die wiederum noch mehr Verwaltung und Kontrolle notwendig machen.
Wuchernder Wildwuchs udn Selbstzweck. Volkswirtschaftlich sehr ungesund.
Verwalter und Dienstleister duckt Euch - ich komme8)

Um - von meiner Seite aus - wieder auf das Thema zurück zu kommen:

Die Beratung ist beim Kauf einer guten Wiedergabekette enorm wichtig. Es gibt Verkäufer die haben einerseits die Erfahrung und das Fachwissen
andererseits aber auch die Fähigkeit dieses Wissen einem großen Kreis von Menschen zu vermitteln.
Dazu braucht der Verkäufer Einfühlungsvemögen und die Fähigkeit den anderen "dort abzuholen wo er steht"
d.h. eine Begegnung zu schaffen und dann eine gemeinsamen Weg zu gehen...

Diese Schlüsselqualifikationen machen den guten Verkäufer aus.

Betrachte ich den wirtschaftlichen Aspekt, so muß ich eingestehen das die kostenlose Beratung eine Leistung ist, die Käufer gerne fordern aber Händler nur so lange erbringen können, wie sie diese nicht vergütete Tätigkeit durch Verkaufserlöse kompensieren können.

Durch die Doppelfunktion von Beratung und Verkauf, die Jahrelang gut nebeneinander betrieben werden konnten ist es für uns "Kunden" selbstverständlich geworden beides zu bekommen, aber nur den Kauf zu vergüten.
Die gute Beratung trage ich aus dem Geschäft ohne zu bezahlen, die gute Ware trage ich nach dem Bezahlen aus dem Geschäft. So war's bisher.

Dadurch, daß immer mehr Kunden das alte Loyalitätsprinzip untergraben haben, muß ein neues Gefüge geschaffen werden, welches beide Aspekte berücksichtigt.

Ich denke, daß uns eine gute Beratungsleistung mehr wert sein sollte als ein "Dankeschön". Den geldlichen Wert der Beratung von der vorher notwendigen Ausbildung/Studium abhängig zu machen finde ich absurd.
Plüschus
Stammgast
#35 erstellt: 19. Dez 2004, 16:23
Hi Uwe ,
das mit dem Lehrer ist kein gutes Beispiel. Sonst gibt's bald keine klugen Maurer, Tischler usw. mehr und nur noch Steuerberater !

Gruß Thomas
P.S. Irgendwer muß ja uns etwas beibringen und wenn's keine Lehrer mehr gäbe, wer tut's dann, Stereoplay vielleicht ?


[Beitrag von Plüschus am 19. Dez 2004, 16:56 bearbeitet]
frusch
Stammgast
#36 erstellt: 19. Dez 2004, 16:46
Hallo,

ich habe diesen Thread durchgelesen und möchte meine Gedanken zu diversen Aussagen loswerden:
Auch eine Dienstleistung ist ein Produkt und beinhaltet Wertschöpfung. D.h. es müssen nicht nur körperliche Produkte produziert werden um Wertschöpfung zu erlangen.
Eine Preisbindung, wie das etwa wettbewerbsmüden Verkäufern vorschwebt ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss, siehe z.B. die ehemaligen Ostprodukte und Berater. Mein Händler hat jeden Sonntag Schautag! Ein fleißiger Händler hat doch eh die besten Chancen zur Kundenbindung als der Onlinehandel!
Eine Beratung ist normalerweise nie kostenlos, sondern als Investition in ein zu erwartendes Geschäft zu betrachten. Eine Beratung gegen Gebühr müsste konsequenterweise auch Produkte einschließen, welche vom Berater nicht vertreten werden, kann das gehen??? Jeder Händler preist eben seine Waren an!!!
Ein gescheiter Händler lässt seine Kunden leben und ein gescheiter Kunde seinen Händler und die anderen, sind das die Blöden und Geilen???
Es gibt in jedem der beiden Lager schwarze Schafe!!!
Solange ich z.B. sehe, dass mein Händler einen dickeren Wagen, ein teuereres Outfit und ein größeres Haus als ich habe hat, dann tut er mir nicht wirklich leid - sondern das spornt mich an ihm bei einem Geschäft so viele Euronen als möglich aus den Rippen zu schneiden!!! Ach ja, angeblich viel arbeiten für mein angeblich "sauer Verdiendes" soll sogar ich müssen!!!

Viele Grüße, Frusch


[Beitrag von frusch am 19. Dez 2004, 16:50 bearbeitet]
hifiaktiv
Inventar
#37 erstellt: 19. Dez 2004, 17:04
Hallo Thomas (Plüschus) - Du bist herzlichst eingeladen.
Ich als Händler wäre natürlich sofort für die Einführung eines Beratungshonorares. Aber die Sache würde nur dann funktionieren, wenn auch alle Händler mitmachen.
Der "Beratungsraub" ist schon eine böse Sache. Kein Händler kann sich davor schützen. Es gibt nur eine Marke, wo man als Händler recht gut abgesichert ist - B&W! Der "knallharte" Vertrag, den man hier unterschreiben muss, hat letztendlich nur Vorteile - auch für den Käufer. Wenn das nur alle Hersteller und Importeure so machen würden! Kontrolliert wird das alles durch anonyme Testkäufer. "Ein Schritt daneben" und der Händler wird nicht mehr beliefert - richtig so!!!
Hier ein Auszug zu dieser Marke aus meiner HP:
B&W Boxen werden nur über ausgesuchte Fachhändler angeboten, Versender und Märkte werden nicht beliefert. Auch muss jeder B&W Händler einen recht umfangreichen Vertrag unterzeichnen. Die Erfüllung der darin enthaltenen Punkte wird laufend kontrolliert. Sie dienen zur Aufrechterhaltung des Markenimages und schützen Händler sowie Endverbraucher vor unliebsamen Überraschungen.
Besonders streng erfolgt die Auswahl der Händler, welche für die 800 Serie autorisiert werden. In Österreich gibt es davon nur fünf und mehr sollen es auch nicht werden. B&W geht hier einen ungewöhnlichen Weg, der ursprünglich von den Mitbewerbern als "nicht durchführbar" bezeichnet wurde. Der weltweite Erfolg zeigt aber, dass dieser Weg sehr wohl funktionieren kann und genau genommen der einzig richtige ist. Die kritischen Stimmen der Mitbewerber sind längst verstummt und zwischenzeitlich neidvollen Aussagen gewichen.
Besitzer einer Box der 800 Serie können sicher sein, dass ihre Boxen etwas besonderes sind und hohe Wertbeständigkeit haben. Boxen aus dieser Serie werden nur an autorisierte Händler nach schriftlicher Bestellung ausgeliefert. Diese müssen gleichzeitig einen konkreten Käufer mit Name und Adresse nennen. Nach Auslieferung der Boxen erhält der Käufer die Registrierunterlagen mit den eingetragenen Seriennummern vom Europavertrieb zugesandt. Auch die 10 jährige Garantie tritt damit in Kraft. Die Seriennummern sind in diesen Boxen mehrfach magnetisch gespeichert, eine Entfernung oder Änderung ist ohne Zerstörung nicht möglich.
Dadurch dass kein Händler unverkaufte Boxen als Lagerware erhält, entsteht auch kein Verkaufsdruck, der negative Folgen mit sich bringen könnte. Auch ist der Kauf- oder Verkauf einer B&W Box über die Landesgrenzen hinaus wegen der notwendigen Registrierung weder einfach noch sinnvoll. Dem Händler droht die Liefersperre (Verletzung des Gebietsschutzes) und der Käufer hätte dadurch auch keinen Vorteil (absolute Preisstabilität), dafür aber Nachteile (falsche Registrierung, keine 10 jährige Garantie). Beispielhaft!!!
Also das Gegenteil von "Geiz ist Geil" Ramsch.
Gruß
David (Hallo Heinrich, spezielle Grüße an Dich!)
hifiaktiv
Inventar
#38 erstellt: 19. Dez 2004, 17:19

Solange ich z.B. sehe, dass mein Händler einen dickeren Wagen, ein teuereres Outfit und ein größeres Haus als ich habe hat, dann tut er mir nicht wirklich leid - sondern das spornt mich an ihm bei einem Geschäft so viele Euronen als möglich aus den Rippen zu schneiden!!!


Also ich bin mir recht sicher, dass so ein Händler das dafür notwendige Geld nicht mit seinem HiFi Geschäft verdient hat. Oder dass er das alles mit Leasing oder Kredit finanziert hat. Nicht nur Du "schneidest ihm dann möglichst viele Euronen aus den Rippen" sondern auch die Banken.
Plüschus
Stammgast
#39 erstellt: 19. Dez 2004, 17:43
Hallo Frusch,
hier fühl ich gefordert (schon wieder)



Eine Preisbindung, wie das etwa wettbewerbsmüden Verkäufern vorschwebt ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss,


Den Wettbewerb, den Du ansprichst, war auch in den Achtzigern vorhanden als noch Marktpflege von den Vertrieben betrieben wurde - und da gings zum Teil heftig zur Sache.
Wettbewerb muß, nicht nur meiner Meinung nach, fair für alle sein ! Nicht nur die großen marktbeherschenden Konzerne dürfen bestimmen was, wie, wieviel, wo und wann wir etwas kaufen . Wieviel kleine und mittlere Einzelhandels - Fachgeschäfte gibt es noch ? Täglich werden es weniger. Die "bunte Vielfalt", die einen offenen, liberalen Markt kennzeichnet, geht meiner Meinung in dem "grellen Leuchten" der großen Märkte völlig unter!


siehe z.B. die ehemaligen Ostprodukte und Berater
.

Ein vollkommen anderes Thema !


Mein Händler hat jeden Sonntag Schautag! Ein fleißiger Händler hat doch eh die besten Chancen zur Kundenbindung als der Onlinehandel!


Bloß Fleiß allein hat noch nie gereicht. Mein Exkollege, der noch immer standhaft die Fahne als Einzelhändler trägt,
bekommt fast täglich Anfragen von Kunden;
O -Ton von Kunden: Ich habe das Gerät im I-net für den Preis gesehen, was machen Sie mir für einen Preis ? Wohlgemerkt nach einer Beratung !
Nix von wegen wettbewerbsmüde - geht nicht ist angesagt !
Das Stichwort lautet Verdrängungswettbewerb ! Und das haben wir doch alle schon als Kind beim Monopoly - spielend - gelernt



Ein gescheiter Händler lässt seine Kunden leben und ein gescheiter Kunde seinen Händler


schön wär's

Gruß Thomas
Plüschus
Stammgast
#40 erstellt: 19. Dez 2004, 18:08
Hallo David,
Dynaudio machte früher auch solche Vertriebspolitik, heute glaube ich auch noch.
Accuphase / PIA ?
Das Problem in der Branche ist, daß der HiFi Markt sich immer mehr aufspaltet in auf der einen Seite hochpreisigen und exklusiven Produkten und den Billigprodukten in den Märkten anderseits. Die Mittelklasse wird immer kleiner. Nicht jedes Geschäft hat a) die Lage und b) das Einzugsgebiet, um auf Dauer erfolgreich und vorallem kostendeckend hochwertige Produkte zu verkaufen. In den großen Städten klappt's besser als auf dem flachen Land .

Gruß Thomas
Matze81479
Stammgast
#41 erstellt: 19. Dez 2004, 18:21
Hallo zusammen,

ich habe für die Zusammenstellung meines derzeitigen Equipments von ca. 15 TEUR insgesamt ca. 20 TEUR ausgegeben, wobei ich die Differenz von 5 TEUR für den Austausch von Fehlkäufen fast ausschließlich darauf schiebe, dass die mich beratenden Händler zwar gut qualifiziert waren, jedoch nicht auf meinen Wissensstand (damals Hifi-Neuling) und auch nicht auf meine Klangwünsche eingegangen bzw. diese fachmännisch verifiziert haben.

Wer bisher ein Küchenradio zur Wiedergabe benutzt hatte und nun von 0 auf 100 in Highend investieren möchte, ohne dabei Erfahrungen mit Mid-End Systemen zu sammeln, hat es meiner Ansicht nach verdammt schwer. Was in anderen Bereichen wohl einfacher ist: Wer im Lotto gewinnt und von nem Trabbi auf ein 100 TEUR Geschoss aufrüsten will, steht zwar vor der Wahl ob Luxus-, Sport- oder Gelände-Ausführung. Aber er dürfte recht schnell eine Auswahl zu ihm passendender Fahrzeuge finden können, mit denen er nach Kauf auch noch nach mehreren Monaten zufrieden sein wird ...

Im Highend ist das anders: Als absoluter Neuling erwarte ich vom gut sortierten Fachgeschäft erst mal eine Einstiegs-Beratung: Vorstellung unterschiedlicher LS-Prinzipien (Punkt-/Rundumstrahler, Satelliten/Subwoofer- oder Stereo-LS) mit Vor- und Nachteilen, Vorstellung unterschiedlicher Klangrichtungen (warm abgestimmte gegen analytisch klingende Ketten), Eignung bestimmter Kombinationen für unterschiedliche Musikrichtungen, usw.). Dabei könnten z.B. schon 2 oder 3 permanent aufgestellte Ketten gut helfen, am jeweiligen Klangbild verschiedene Grundbegriffe zu erklären und erst mal aus fachmännischer Sicht zu ermitteln, was der Kunde möchte - denn dem fehlen zu diesem Zeitpunkt meist noch die richtigen Fachbegriffe oder schlichtweg die Höreindrücke!!! "Dynamik" z.B. mal am eigenen Leib zu "spüren" und dann an einer eher weniger dynamischen Kette gegen zu hören, muss man einfach erlebt haben. Wie sollte man sonst den Wunsch nach einem "dynamischen Klangbild" überhaupt beschreiben können?! Ähnliches gilt für den besonderen Charme von Röhrensystemen, usw. ...

Erst wenn sich Händler und Kunde einig sind, eine gemeinsame Sprache zu sprechen, sollte der Kunde nach seinen Wünschen gefragt werden. Und auch erst dann sollte der Fachhändler nach für diesen Kunden geeigneten Lösungen suchen ...

Meine Erfahrungen sind leider vollkommen anders: Der Kunde kommt ins Geschäft, versucht (!) auzudrücken was er möchte, und ab Sekunde 1 läuft beim Händler die Suchmaschinerie los, welches Produkt bzw. welche Produktkombination er dem Kunden als erstes als Lösung für sein (hoffentlich verstandenes) Problem nahelegen könnte. Hinterfragt wird selten was, man möchte dem Kunden ja schließlich nicht den Eindruck vermitteln, er könne vielleicht sein eigenes Problem nicht korrekt beschreiben ... Und so landet der Kunde vielleicht schon am Anfang in einer Richtung, die zwar gegenüber dem (noch aktuellen) Küchenradio phantastisch klingt, die sich aber zu Hause nach einer steilen highendigen Lernkurve und Gewöhnung schon nach wenigen Wochen zwar als highendig herausstellt, doch genau das Gegenteil von dem ist, was der Kunde eigentlich wollte ...

...

Auf das Thema "Preisgestaltung" von Beratungs- und Produkt-Leistungen gehe ich lieber nicht mehr ein. Bin hier im Forum schon genügend verbal verprügelt worden ;-)

Viele Grüße
Matthias
frusch
Stammgast
#42 erstellt: 19. Dez 2004, 19:51
Ach der Ärmste muss seine teueren Sachen finanzieren? Also weist du, wenn er tatsächlich so ein armer Mensch wäre, dann könnte er sich ja auch mit mittelmäßigen Habitus umgeben.
Ich bleibe dabei, der Händler versucht natürlich einen guten Verkaufspreis zu erzielen und der Kunde muß eben ausloten was da geht. Das sehe ich wirklich sportlich! Firmen wie die hier gelobten B&W, welche scheinbar durch ihre zweifelhaften Vertriebsmethoden den Wettbewerb aushebeln können sind mir schon suspekt. Aber solange sie sich das leisten können, muss man das ebenfalls mit einer gehörigen Portion Respekt anerkennen, das sind halt die Früchte des Erfolges!



hifiaktiv schrieb:

Solange ich z.B. sehe, dass mein Händler einen dickeren Wagen, ein teuereres Outfit und ein größeres Haus als ich habe hat, dann tut er mir nicht wirklich leid - sondern das spornt mich an ihm bei einem Geschäft so viele Euronen als möglich aus den Rippen zu schneiden!!!


Also ich bin mir recht sicher, dass so ein Händler das dafür notwendige Geld nicht mit seinem HiFi Geschäft verdient hat. Oder dass er das alles mit Leasing oder Kredit finanziert hat. Nicht nur Du "schneidest ihm dann möglichst viele Euronen aus den Rippen" sondern auch die Banken.
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#43 erstellt: 19. Dez 2004, 20:29

Plüschus schrieb:
Mitte der achtziger Jahre war es auch bei der oben genannten Firma und anderen noch üblich , daß der Vertrieb " Marktpflege" betrieben hat. Sehr zum Seegen der Händler und Verbraucher/Kunden ! Man schloss nämlich Vertriebsbindungsverträge miteinander (Händler und Vertrieb).
Es bedeutete schlicht , daß ein Händler der Produkte dieser Marke weit unter der UVP offen bewarb und auch verkaufte , gewaltigen Ärger mit dem Vertrieb bekam bis hin zur Nichtbelieferung. Das ist meines Erachtens eine Vertriebspolitik gewesen , die allen (Kunden, Händler, Produzenten) nützte:


Denke ich auch. Aber hat B&W nicht mal deswegen eine Klage der EU angehängt bekommen?
Das sind so Sachen, die ich nicht verstehe. Da wird darauf gepocht, das sich der Markt selber reguliert. Und vernichtet damit Arbeitsplätze.
Wie soll sich der Markt auch von allein regulieren, wenn in vielen Bereichen durch Staatswirtschaft (die ich inzwischen häufiger begrüßen würde) ein Monopol geschaffen wurde?

Vielleicht verstehe ich das auch nur falsch, ich bin Laie auf dem Gebiet. Mein Verstand sagt mir aber, dass dort irgendwas falsch läuft.

Gruß
Cpt.
Plüschus
Stammgast
#44 erstellt: 19. Dez 2004, 20:52
Hallo Frusch,
sauberes Vermarkten kommt allen und vorallem dem Kunden zu erst zu gute !


Ich bleibe dabei, der Händler versucht natürlich einen guten Verkaufspreis zu erzielen und der Kunde muß eben ausloten was da geht. Das sehe ich wirklich sportlich!

Sind wir im Basar ? Mir liegt wirklich nichts mehr daran die Händlerschaft zu verteidigen, aber es gibt einen Preis für eine Ware (egal welche) der funktioniert, daß heißt der Kunde kann damit leben, der Händler und der Produzent. Was Du propagierst geht eindeutig zu Lasten der Händler ! Wenn das Produkt zu teuer für Dich ist, mußt Du halt ein billigeres Produkt nehmen oder sparen, so einfach ist das.


Firmen wie die hier gelobten B&W, welche scheinbar durch ihre zweifelhaften Vertriebsmethoden den Wettbewerb aushebeln können sind mir schon suspekt


Denon, Onkyo, Kenwood, Yamaha, Elac, T+A.und viele deren Namen hier sehr bekannt sind , haben genau das ( Vertriebsverträge) gemacht (und machen sie noch immer zum Teil ?)
Aber nach dem die Vertriebe die kurzfristigen Umsatzsteigerungen in den Märkten entdeckten, gab man sich liberal und "marktoffen" hat die Ware zum Abschuss in den großen Märkten freigegeben! Und da bekommt man auch das beste Firmenimage kaputt und wird zum Billigheimer und produziert ( läßt produzieren) irgendwann nur noch Billigware in China.

Klingt nach Stammtischrunde - erstes Bier- ich weiß!

Das B+W jetzt gut da steht, liegt genau daran , daß geschaut wird wer und wie und vorallem für wieviel ihre Produkte verkauft werden.
Nimm' mir bitte nicht übel und vorallem nicht persönlich,aber dieser pseudoliberale Denkansatz ( ich meine hier ganz konkret Deine Aussage "zweifelhafte Vertriebspolitik" ) der hinter solchen Aussagen steht, geht schlicht mir auf den Wecker ! Ist klar ? nicht Du, sondern die Denkweise geht mir auf den Wecker!
Und wir werden ja ständig angehalten besonders verbraucherkritisch uns zu verhalten - wem das wohl was nutzt.

Gruß Thomas
Plüschus
Stammgast
#45 erstellt: 19. Dez 2004, 21:02
Hi Captain,
die soziale Marktwirtschaft meinst Du doch ?
Hatten wir schon 'mal bei uns und hat auch gut funktioniert! Bloß da waren einige, die meinten, das Wachstum müsse mit steigender Tendenz unendlich weitergehen, und nur so ginge unser Wirschaftsleben weiter.
Bin vom Ursprungsthema weggekommen, ist klar, aber Diskussionen entwickeln sich .

Gruß Thomas
Peter_H
Inventar
#46 erstellt: 19. Dez 2004, 21:08
Vor Jahren gab es ja auch im Hifi-Bereich so etwas ähnliches wie "Buchpreisbindung", d.h. wenn man hier von einem Händler zum anderen ging, waren die PReise nicht so weit auseinander, wie jetzt, zu Zeiten des Internets.

Fairness ist schon der richtige Ansatz für beide PArteien, aber ich halte es für legitim, einen Händler auch NACH Beratung, darauf hinzuweisen, daß ich dieses Gerät woanders (und sei es eben im Internet zu einem genannten, günstigeren Preis gesehen habe).

Als "fairer" Kunde werde ich dem Händler sehr wohl eine gewisse "Spanne" für seine Beratung zugestehen; allerdings wird er als "fairer" Händler dagegen auch seinen Preis begründen müssen.

Aber wie gesagt, wenn ich Geräte woanders für den HALBEN Preis bekomme, wird es wenig Argumente geben, die er mir einleuchtend erklären kann!

Meist werden einem dann (wie meinem Stiefvater neulich geschehen) die "üblichen Horrorstories" übers Internet erzählt, daß dies ja eh IMMER Ware sei, die vom Laster gefallen wäre, man ja keine vernünftige Garantie hätte, etc.
aufgetischt, womit sich bei mir jeder Verkäufer ins Aus schießt.

Fakt ist (von einem identischen Gerät ausgehend):
-Auch über's Internet ist Qualität zu bekommen.
-Die Garantieansprüche sind ebenfalls genausogut, wenn's ein "rennomierter" Händler/Versand ist; ob ich das Paket nun selbst zur Post birnge oder erst zum Händler, der es dann selbst wiederum verschickt, ist mir letztlich wurscht.
-Auch ein I-Net-Händler verdient noch Geld mit dem Ding.
(Allerdings werde ich dann nervös, was die Gerätequalität anbelangt: Beispiel: UVP 800 Euro > Händler 550 Euro > Internet-Händler 300 Euro. Gesetzt den fAll, der Interenthändler verdient noch daran, was ist dann das Gerät WRIKLICH noch wert? Und da kann man ruhig auch mal bei sogenannten "ECHTEN" Hifi-Herstellern hinterfragen)

Wenn mir ein Händler/Verkäufer im Laden diese Punkte eingesteht, dann bekommt er mir auch eben ein paar Euros mehr für das Teil, wegen der Beratung. Ich sehe das letztlich wie ein "großzügiges Trinkgeld"; also werde ich ihm bis 10% oder 20% Mehrpreis, die er sich somit "erhandelt" sicherlich nicht davonrennen, denn zu diesem Händler werde ich wieder gehen.

Bekomme ich aber nur Horrorstories und Märchen vom Bösen Internet- und/oder Großhändler aufgetischt, dann hat er Pech gehabt. Leider ist letzteres derzeit eher die Regel, als die Ausnahme...
Duncan_Idaho
Inventar
#47 erstellt: 19. Dez 2004, 21:17
Bestes Beispiel fuer die Preisbindung und Marktkontrolle is ja Apple und als einziges Unternehmen von damals hat es bis heute ueberlebt...bei den meisten anderen ist es nur noch ein Hinterherjagen hinter dem neusten Margenbringern....

Es ist nicht nur wichtig, dass ich was guenstig bekomme, sondern dass mir die Marke auch noch nach dem Verkauf hilft...sprich Reparaturen.... Von B&W bekomme ich noch in 20 Jahren Ersatzteile fuer meine CDM7 oder zumindest bieten sie mir eine Reparatur an...bei anderen Marken werde ich auf die kurze Produktlaufzeit von 6 Monaten verwiesen und dann mit einem mitleidigem Laecheln abgekanzelt......

Neoliberalismus statt sozialem Miteinander duerfte viele der heutigen Probleme geschaffen haben. Ich wage sogar zu behaupten, dass wenn vernunftiger mit Afrika und Asien umgegangen worden waere der Terrorismus heute nicht so bedrohlich waere....wie ich in den Wald rufe schlaegt es zurueck....
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#48 erstellt: 19. Dez 2004, 21:24

Plüschus schrieb:
Hi Captain,
die soziale Marktwirtschaft meinst Du doch ?
Hatten wir schon 'mal bei uns und hat auch gut funktioniert! Bloß da waren einige, die meinten, das Wachstum müsse mit steigender Tendenz unendlich weitergehen, und nur so ginge unser Wirschaftsleben weiter.
Bin vom Ursprungsthema weggekommen, ist klar, aber Diskussionen entwickeln sich .


Ja, genau, die gab es früher mal bei uns. Inzwischen ist man aber eher auf Liberalisierung des Marktes aus.

Freihandel ist nicht schlecht. Die Theorie von Adam Smith ist bestechend. Unbeschränkter Freihandel, aber mit verantwortungsbewussten (gegenüber den Menschen, die sie groß gemacht haben) Industriellen.
Scheitert aber an den gleichen Vorraussetzungen wie die von Marx und seinen Freunden: er geht von dem Guten im Menschen aus.
Meine Erfahrungen im Leben - und ich bin erst 24 - sprechen eine ganz andere Sprache. Da wird sich gegenseitig beschissen, wo es nur geht. Nicht nur in der HiFi-Branche.

Leider.

Gruß
Cpt.
Duncan_Idaho
Inventar
#49 erstellt: 19. Dez 2004, 21:26
Dazu kann ich nur Noam Chomsky: Profit over People empfehlen....
Boriz
Stammgast
#50 erstellt: 19. Dez 2004, 21:32

Cpt._Baseballbatboy schrieb:

Boriz schrieb:
Ich bin 21 Jahre alt und noch Student (elektronik, Fachhochschule)


Jawollja Unsereins muss zusammenhalten!

Dem Alter nach zu urteilen grad erst angefangen. Na, da kommt noch was auf Dich zu. Wo biste denn?

Ich bin in der fachhochschule in Fribourg, in der schweiz. gerade an der sprachgrenze (die schule ist franz)


Cpt._Baseballbatboy schrieb:


was aber nicht heisst dass ich nicht 700.- für nen Amp zahlen kann, ich arbeite jedes wochenende und jeden zweiten abend.


Den Trick verrate mir mal. Wahrscheinlich haue ich zu viel für Wein, Weib und Gesang raus (Gesang lassen wir lieber, hört sich an wie zwei Raben die in ner Blechtonne sitzen).

Na auf Wein, Weib und gesang verzichte ich schon nicht arbeite aber nebst dem studium privat als PC-Supporter, vorallem für kleinere Firmen was sich sehr gut auszahlt, verdiene so an die 1500 SFR im monat
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#51 erstellt: 19. Dez 2004, 22:01

Boriz schrieb:
verdiene so an die 1500 SFR im monat


*hintenüberkipp*

Na, vielleicht herrscht bei den Firmen in der Schweiz eine etwas andere Mentalität als hier.
So etwas habe ich ständig versucht, und trotz umfassendere Kenntnisse auf den Gebieten Hardware, Windows und *nix, Netzwerke, kam es nie dazu. Lieber zu nem Händler gehen, der besser schwatzen kann und einem nicht die Wahrheit ins Gesicht sagt (zugegeben: die tut meistens weh).

Gruß
Cpt.
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