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Ihr werdet alle Amok laufen

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Autor
Beitrag
K3
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 08. Dez 2006, 00:38
Klaus Miehling, Doktor der Musikwissenschaften in Freiburg nennt alle Musikrichtungen bis auf Klassik "Gewaltmusik".
Laut seiner Meinung macht diese "Gewaltmusik" alle ihre Hörer zu potienzellen Straftätern.
Deshalb sollte man, wie Miehling meint, sämtliche "Gewaltmusik" verbieten und durch Klassik ersetzen.

Seinen geistigen Dünnschiss hat er nun auch in seinem Buch "Gewaltmusik - Musikgewalt" zusammengefasst und auf den Markt geworfen.

Hier noch ein Interview mit ihm: http://fudder.de/artikel/2006/12/07/achtung-gewaltmusik/

Ich leg jetzt mal Abba auf und schlage meinem Nachbarn den Schädel ein.
sigma6
Inventar
#2 erstellt: 08. Dez 2006, 00:42
Hihihihier kommt Alex
a'ndY
Inventar
#3 erstellt: 08. Dez 2006, 00:57
Loool, wird in Deutschland jetzt nach Gewaltspielen (hoffentlich kommts nie so weit) auch Gewaltmusik verboten??? Mwuahahahahahhahaaa

So nebenbei, mit etwas Glück liege ich auch in einer Grauzone, die Definition von Trance ist der von Klassik sehr ähnlich (leider hab ich den Link dazu nicht mehr, aber da gabs mal eine sehr interessante Aufzählung, Trance und Klassik folgen der Harmonielehre, und so weiter und so fort; im Endeffekt kam man zu dem Schluss dass die Definition von Trance nahe an der von Klassik ist). Lieber Herr Miehling, habe ich eine Chance nicht als Amokläufer zu enden? Bitte antworten sie mir!

roflmao


[Beitrag von a'ndY am 08. Dez 2006, 00:58 bearbeitet]
Observer01
Inventar
#4 erstellt: 08. Dez 2006, 00:58
na ja, es gibt da ja schon so ein paar "Bands" die ihre Instrumente mehr wie Waffen benutzen.
Aber Grundsätzlich ist das schon ausgemachter Blödsinn.
Ich ziehe mir jetzt noch eine Ambient Scheibe von Brain Eno rein und gehe danach meine Frau im Schlaf...

Gruß
Andreas
Observer01
Inventar
#5 erstellt: 08. Dez 2006, 01:03

...Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen.


und Paucken und Becken sind also keine Schlaginstrumente?
Der sollte sich mal Strawinsky anhören, da knallt es auch des öfteren.

Gruß
Andreas
savra
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 08. Dez 2006, 02:53
Nun ja, immer noch besser, so ein Buch zu schreiben, als arbeitslos zu sein. Es dürfte recht lange dauern, Argumente zu suchen und sich Dinge so zu drehen und auszulegen, bis man solch ein Buch darüber schreiben kann.

Das Interview reicht interessanterweise aus, um zu erkennen, daß der Autor keine Ahnung hat – oder sich und seine Ansicht in Interviews verdammt schlecht verkauft. Im Gegensatz zur Musik von beispielsweise Dighom, Marsen Yules oder DAC Crowell ist Klassik Gewalt pur. Auch in Jason Corders Projekt Off the Sky fällt es mir schwer, Gewalt zu erkennen.

Was den Ausdruck anbelangt, so sei an dieser Stelle beispielsweise Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch genannt, dessen Musik viele Kriegsgeschehen als Hintergrund haben. Namen wie Stalingrad, 7. Sinfonie, oder Babi Jar, 13. Sinfonie, sprechen für sich.

Respektlos ist Miehlings Aussage auch gegenüber der traditionellen Musik ferner Länder. Gagaku, japanische Musik, die am Kaiserhof gespielt wurde, trug bereits zur Weltkultur bei, als man in Europa nicht einmal wußte, was Klassik ist.

Schön, daß der gute Mann auch noch die Begriffe E- und U-Musik untergebracht hat, doch unter E-Musik scheint er nur Klassik zu verstehen. Nun, mir fällt da etwa ein Dutzend anderer Richtungen ein, die unter E-Musik fallen, so beispielsweise diverse Genre aus der experimentellen Musik oder auch, wie schon erwähnt, Gagaku. Karlheinz Stockhausen, der selbst zwar Klassik komponierte, experimentierte sehr früh mit elektronischer Musik – er war einer der Pioniere –, die durchweg von hohem, ja, von höchstem Anspruch ist, weshalb Stockhausen auch als einer der bedeutensten Komponisten des 20. Jahrhundert gilt. Selbst Fraktalmusik und algorithmisch erzeugte Musik kann durchaus ernste Musik mit Anspruch sein – deren Grundlage im übrigen Fraktale oder Algorithmen sind, nicht aber Gewalt, Kriminalität oder Waffen.

Normalerweise spare ich mir solche Bewertungen, aber in diesem Fall traue ich mich zu behaupten, daß Miehling ein Idiot ist. Vielleicht ist er aber auch Komiker, und in dem Fall nehme ich meine Behauptung zurück und gratuliere ihm zu seinem witzigen Interview, inbesondere dem letzten Absatz.

Daß Miehling ein Idiot oder Komiker ist, bedeutet allerdings nicht, daß nicht in Fünkchen Wahrheit in seiner Ansicht steckt. In der Tat denke ich, daß Gangsterrap Jugend negativ beeinflussen kann, und Jugendliche im Bus ohne Benimm und Respekt, die von Bitches labern, gegenseitig behaupten, die Mutter des anderen gefickt zu haben, gerne mal ein Ey oder „halt die Fresse“ in ihre Sätze einbauen, könnten ein Anzeichen sein. Es gibt sie, die Menschen, die nachahmen, einen auf Gangster machen und sich verhalten, wie es ihnen Musik und Fernsehen vorsetzen; und es gibt mehr von ihnen als Amokläufer. Probleme in der Gesellschaft, eine schlechte Erziehung, die Kommerzialisierung, die Technik, der Sozialstaat, der vielleicht gar nicht so sozial ist, der Verfall oder die Verschiebung von Werten sind aber ebenso Faktoren. Das ändert aber nichts daran, daß man sich mit Musik identifizieren kann, sie Teil einer Szene ist und Menschen ihnen gar eine Lebensweise entnehmen. Wer das wie und in welchem Rahmen macht, hängt von seinem Wesen und seiner Umwelt ab und ist nicht ansatzweise pauschal verurteilbar; die Beraubung der Möglichkeit, sich Musik auszuwählen, sich mit Musik seiner Wahl zu identifizieren, die Vernichtung von Vielfalt, Neuheit und von Ausdruck, Entwicklung von Jugendkultur und Entfaltung, wie es Miehling mit einem „Gewaltmusikverbot“ fordert, kann ich aber mit gutem Gewissen pauschal und gänzlich verurteilen.


[Beitrag von savra am 08. Dez 2006, 03:26 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 08. Dez 2006, 03:10
Hallo!

@savra
Alles was recht ist, in einem irrst du dich ganz gewaltig, um ein solches Buch zu schreiben muß sich niemand Mühe geben, man nehme einfach die plattesten Vorurteile der letzten 50 Jahre vermische das ganze gut mit Sozialdarwinistischen Thesen und populärem Politunsinn und siehe da ein Buch über Musik ist geboren. Mir fehlt bloß noch Goebbels Tiraden gegen "Negermusik" dann wäre das Buch nur 70 Jahre zu spät erschienen um einen Förderpreis zu erhalten.

MFG Günther
savra
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 08. Dez 2006, 03:33
@Hörbert: Echt, ist das so einfach? Ich habe noch nie so ein Buch geschrieben, aber es hört sich verlockend einfach an. Mal schauen, ob ich ein schönes Thema finde. :>

Sein Buch hat jedenfalls fast 700 Seiten, und ich vermute – ich befürchte –, daß Miehling sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht und recherchiert hat. (Ich weiß, das mit den Gedanken klingt unglaubwürdig, denn diesen Arbeitsaufwand weiß er geschickt zu verstecken.) Mich interessiert jedenfalls mehr seine Kurzbiographie als „Gewaltmusik – Musikgewalt“.
MANFREDM
Stammgast
#9 erstellt: 08. Dez 2006, 09:09
Hallo zusammen,
wie schön, dass auf der gleichen Heimseite auch dieser Bericht verfügbar ist:

http://fudder.de/artikel/2006/10/27/rainer-truebys-kotztuetensammlung/

Gruß M.M.
Mr._Lovegrove
Inventar
#10 erstellt: 08. Dez 2006, 09:59
So einen unglaublichen sinnfreien und völlig bei den Harren herbeigezogenen Mist habe ich ja noch nie gelesen.
Der will uns doch für hirntot erklären, nur weil wir Slayer, 50 Cent und Monrose hören. Ich meine, ich höre das nicht, aber viele andere ziehen aus seiner "Gewaltmusik" ihren Lebenssaft.
Es mag sicherlich Grenzfälle geben, die auch ich als verstörend verurteile, z.B. den aufkommenden Pornorap (z.B Frauenarzt). Das ist wirklich krank und verherrlichend und gehört verklappt. Aber wenn es nach dem Typen geht, ist jeder Kuttenträger und jeder Baggypants- Käufer potenziell gewaltgefährdet.
Ich bilde mir mein Urteil jetzt zwar nur aufbauend auf dem Interview, aber das reicht mir schon, um das Buch NICHT zu lesen.
Hoffentlich erschießen ihn die Kanonen der 1812er Overtüre...


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 08. Dez 2006, 09:59 bearbeitet]
Dipak
Inventar
#11 erstellt: 08. Dez 2006, 10:43
das ist ja wohl nur


Hoffentlich erschießen ihn die Kanonen der 1812er Overtüre...

bunch
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 08. Dez 2006, 12:51
Ohgott. Peinlicher Mann.
Möge sich der Herr auf internationaler Bühne blamieren.

"Daß Miehling ein Idiot oder Komiker ist..."
DAS ist durchaus möglich, wer erinnert sich nicht gerne an: "Der Wolf, das Lamm - HURZ!"
Hörbert
Moderator
#13 erstellt: 08. Dez 2006, 13:59
Hallo!

Das geistige Umfeld des Autors ist bezeichnend, hier seine "Empfehlungen" (von seiner eigenen Seite wohlgemerkt): http://www.vioworld....3050211480093&mode=_ Der Mann lebt m.E. in einer Parallelwelt in der gewisse ereinisse offenbar nie stattgefunden haben, z.B. das ein nachweislicher Beethoven und Wagnerfan beinahe das gesamte Europa mit Krieg und Gewalt überzogen hat, zur gleichen Zeit hat derselbe Mann die "entartete Negermusik" in seinem Einflußbereich verbieten lassen. M. E. will hier nur jemand Reibach mit den Vorurteilen ewiggestriger Bildungsbürger machen.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 08. Dez 2006, 14:30 bearbeitet]
eltom
Inventar
#14 erstellt: 08. Dez 2006, 14:24
"seit 2004 Eurythmiebegleiter an der Freien Waldorfschule Freiburg-Wiehre."
Purplecoupe
Stammgast
#15 erstellt: 08. Dez 2006, 14:54
Hat einer von euch das Buch gelesen? Oder stützt ihr eure Aussagen alle nur auf Thesen die von Medien aufgegriffen wurden?

Auf 700 Seiten kann man weit mehr sagen, als das was hier verurteilt wird

Ich steh genauso wenig hinter dem Autor wie ihr, aber die Vorurteile die ihr ihr trefft sind nicht unbedingt schlauer als das was er in seinem Buch predigt

Gruß Nico
Dipak
Inventar
#16 erstellt: 08. Dez 2006, 17:15
hast du das interview gelesen..

ich meine sorry, aber bei den aussagen
eltom
Inventar
#17 erstellt: 08. Dez 2006, 17:33

Purplecoupe schrieb:
...aber die Vorurteile die ihr ihr trefft sind nicht unbedingt schlauer als das was er in seinem Buch predigt.


Guck mal hier und bilde Dir dann Deine Meinung:
http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/mus/22759.html
Purplecoupe
Stammgast
#18 erstellt: 08. Dez 2006, 18:01
Hatte das Interview erst nicht gelesen, weil der Link nicht passte
Richtiger Link

Ist halt ein richtiger Hardliner.
Ich z.B. bekomme bei Atomic Kitten nicht unbedingt Lust jemanden zu töten

Meine persönliche Meinung zu allen fragwürdigen Medien die auf Menschen einwirken:
Fragwürdige Medien machen nicht den Menschen krank, sondern der (eine) Mensch ist schon vorher krank. Seine Neigung sich kranke dinge Dinge anzuschauen/anzuhören ist daher größer

Ganz einfach betrachtet: Die Wahrscheinlichkeit bei einem Attentäter Manson im CD-Player zu finden ist sehr hoch. Und zwar nicht deswegen weil Manson ihn Krank macht, sondern weil sich gewaltätige Leute wohl kein Bach anhören werden

Meine persönliche Meinung!

Wenn es keine "Gewaltmusik" mehr gibt dann sind es Computerspiele oder Horrorfilme...
Ich finde das allgemein ein bisschen naiv zu denken das es damit getan ist sowas abzuschaffen

Andersherum: Die Medien im 2. Weltkrieg haben mio. Menschen dazu bewegt sich gegenseitig umzubringen
Hat ein Medium vielleicht doch eine negative Wirkung auf uns?

Deswegen meine Einschränkung: Solange wir noch am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen, oder es noch andere Ausweichmedien gibt, wird es wohl keinen Einfluss auf uns haben

Ich hoffe meine Gedankengänge sind nicht falsch rüber gekommen

Ist ein kompliziertes Thema, vielleicht schreibe ich ein Buch

Gruß Nico
Dipak
Inventar
#19 erstellt: 08. Dez 2006, 18:06
im schon über 400 postst langen "killerspiele" thread (im off-topic) kamen schon ähnliche meinungen, ich wütde dir da auch zustimmen

Medoxx
Schaut ab und zu mal vorbei
#20 erstellt: 08. Dez 2006, 19:43
Ich möchte einmal anmerken, dass das Buch "Gewaltmusik - Musikgewalt" sage und schreibe 98,- EUR kostet. Sein "Handbuch für frühenglische Aussprache" ist sogar bereits für 108,- EUR zu haben. Wenn das kein Grund ist, sich das ganze doch einmal näher anzuschauen...
andisharp
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 08. Dez 2006, 19:54
Diese gequirlte Scheiße kauft eh niemand. Sollte eine Unibibliothek sich erdreisten, dieses Machwerk anzuschaffen, müsste der betreffenden Uni ntersagt werden, Studiengebühren zu erheben.
Hörbert
Moderator
#22 erstellt: 08. Dez 2006, 20:37
Hallo!

Ich denke nicht daß Uni- und oder andere Bibilotheken die Zielgruppe des Autors sind. Auch glaube ich nicht das zu diesem preis das Buch niemand kauft. Die entsprechende Zielgruppe ist m.E. der Teil des Bildungsbürgertums die sich in die Öko-Esoterikecke zurückgezogen haben und über den Verfall der "alten Werte" jammern, deren Konditionierung sie aber daran hindert zu erkennen daß hier Ursachen und Wirkungen vertauscht und das Pferd beim Schwanze aufgezäumt wird. Auch die sattsam bekannten Satanischen Rüchwärtstexte müssen bei dem Geschreibsel auch mal wieder herhalten.

Ein Teil der Gewaltmusik-Szene wird ganz offen vom Satanismus beherrscht. Das zeigen schon gewaltverherrlichende Texte. Aber auch Interpreten wie Alice Cooper, Jimi Morrison, Jimmy Page, die Gruppen ,,Kiss" oder ,,Black Sabbath" bekannten oder bekennen sich zum Satanismus. Satanische Symbole auf Plattenhüllen (umgedrehtes Kreuz, die Zahl 666) beweisen ein übriges. Es geht nicht darum, ob wir an einen Satan glauben oder nicht, sondern um die Erkenntnis, daß diese Musik ihre Hörer zum Bösen bekehren will. Zu diesem Zweck bedienen sich manche Interpreten auch der Methode des ,,backward-masking"; dabei werden Botschaften, die etwa zur Verehrung Satans oder zu kriminellen Handlungen auffordern, rückwärts gesprochen unter die Musik gemischt. Auf diese Weise sollen die Botschaften in das Unterbewußtsein der Hörer eindringen und um so wirksamer sein. Ob diese Methode funktioniert, ist wissenschaftlich umstritten. Vermutlich ist das, was man an dieser Musik bewußt wahrnehmen kann, weit gefährlicher. Aber auch hier zeigt allein schon der Versuch der Manipulation, welcher Gesinnung die Produzenten und Interpreten dieser Musik sind. Interpreten, die ,,backward-masking" verwendet haben oder verwenden sind z.B. Pink Floyd, Petra, Queen, Electric Light Orchestra, Black Oak Arkansas, Eagles, Led Zeppelin, Beatles, Kiss (,,Kings in Satanic Service"), Madonna, Kate Bush (diese Liste nach Buddemeier/Strube 1989, S. 41).


Das Weltbild des Autors wird dann hier deutlich:

Gehen wir von den Interpreten zu den Hörern: Orte, die in besonderem Maße von Gewaltmusik geprägt sind, sind Diskotheken. Es ist bekannt, daß nicht wenige davon Umschlagplätze für Drogen sind. Es ist auch bekannt, daß besonders viele Autounfälle im Anschluß an Diskothekenbesuche passieren, wobei häufig noch im Auto Gewaltmusik gehört wurde. Auch werden Diskotheken von vielen Jugendlichen, wie schon vor zwanzig Jahren (vgl. Mezger 1980), so gewiß noch heute, als Orte für die Anbahnung erotischer oder gar sexueller Kontakte genutzt. Das gehört durchaus hierher, denn der heutigen veröffentlichten Meinung zum Trotz läßt sich doch nicht leugnen, daß die heute als veraltet geltende Sexualmoral unserer Großeltern durchaus einen Sinn hat, der übrigens auch ihren Verächtern zugute käme: die Verhinderung von unerwünschten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten nämlich; ganz zu schweigen von den psychischen Schäden, wenn der eine Partner eine dauerhafte Beziehung, der andere nur ein schnelles Abenteuer sucht. Frith stellt 1981 fest (S. 25): ,,Ein Aspekt des Rhythmus der schwarzen Musik - wofür Disco des jüngste Beispiel liefert - ist die eindeutige Äußerung solcher [sc. sexueller] Spannungen und Bedürfnisse. Im Gegensatz zu den westlichen Tanzformen [...] wird in der schwarzen Musik der Körper und damit die Sexualität durch einen direkten körperlichen Beat und einen intensiven emotionellen Sound unmittelbar angesprochen ...". Auch die Art des Tanzens, die in Diskotheken zu beobachten ist, zeigt den Charakter von Enthemmung, Regellosigkeit und Aggression. Schon 1929 erkannte ein Tanzkritiker im Tanz der ,,schwarzen Musik" Amerikas, aus der später die Rockmusik hervorging (nach Frith 1981, S. 30): ,,Männer und Frauen, die so tanzen, haben auch die Fähigkeit zur Gewalt". Sogar der Pop- und Rockmusik im weiteren Sinne positiv zugewandte Autoren leugnen den aggressiven Charakter nicht (vgl.o. zur Reihe ,,Idole"). Paul Garon beschreibt den Blues als ,,aggressive und kompromißlose Durchsetzung der Allmacht von Begierde und Phantasie im Angesicht aller Unterdrückungen" (Frith 1981, S. 25).


Wie wäre es da mit der These klassische Musik macht Sexualfeindlich und Duckmäuserisch? das wäre ebenso legitim wie die Auslassungen des Autors zur Popmusik, und selbstverständlich ebenso hirnrissig. Allerhöchstens sagt das schließlich etwas über die Sexualängste des Autors aus.

MFG Günther
andisharp
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 08. Dez 2006, 20:40
Wahrscheinlich hat er in der Disco nie eine abbekommen.
Hörbert
Moderator
#24 erstellt: 08. Dez 2006, 20:43
Hallo!

@andisharp

Meine Rede! Der war selbst den Gehsteigpanzern zu schräg.

MFG Günther
savra
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 08. Dez 2006, 22:20

bunch schrieb:
"Daß Miehling ein Idiot oder Komiker ist..."
DAS ist durchaus möglich, wer erinnert sich nicht gerne an: "Der Wolf, das Lamm - HURZ!"

Dein Das ist ein hinweisendes Fürwort, mein Daß ist eine Konjunktion. Du willst mir nicht ernsthaft erzählen, da müßte ein hinweisendes Fürwort hin – hinweisend auf was, bitte sehr? Das sehe ich nicht ein, tut mir leid.


Hörbert schrieb:

Das geistige Umfeld des Autors ist bezeichnend, hier seine "Empfehlungen" (von seiner eigenen Seite wohlgemerkt): http://www.vioworld....3050211480093&mode=_

Vielen Dank, genau so etwas habe ich gesucht. Der Verein „Lautsprecher aus!“, auf den er verweist, scheint mir aber gar nicht so schlecht zu sein und zumindest auf den ersten Blick meine Meinung widerzuspiegeln.


Purplecoupe schrieb:
Ich steh genauso wenig hinter dem Autor wie ihr, aber die Vorurteile die ihr ihr trefft sind nicht unbedingt schlauer als das was er in seinem Buch predigt

Da ich zu ihr gehöre, weise ich auf meinen folgenden Satz hin:
„Das Interview reicht interessanterweise aus, um zu erkennen, daß der Autor keine Ahnung hat – oder sich und seine Ansicht in Interviews verdammt schlecht verkauft.“

Wenn er in dem Interview Interesse für seine Meinung schaffen und sein Buch schmackhaft machen wollte, dann ist ihm das kräftig mißlungen. Wer in einem Interview nicht einmal das schafft, dem traue ich nicht zu, in einem Buch, das komplexer als ein kurzes Interview ist, besser abzuschneiden. Vielleicht tue ich ihm damit unrecht, aber das hat er sich durch das Interview selbst zuzuschreiben. So läuft das Leben nunmal, und kaum einer lernt einen Menschen erst gut kennen, bevor er urteilt, sondern urteilt und entscheidet sich dann, ob er ihn gut kennenlernen will. In diesem Fall urteile ich und entscheide, daß Miehlings Buch nichts für mich ist, weil sein Interview mehr nach Idiotie klingt als allem anderen.


andisharp schrieb:
Wahrscheinlich hat er in der Disco nie eine abbekommen. :*

Er schreibt selbst, daß er beim Hören von Gewaltmusik Panikattacken bekäme, geht also folglich nur in Klassik-Discos.
andisharp
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 08. Dez 2006, 22:31
Panikattacken, also auch noch Angst vor Frauen, bedenklich. Aus diesem Holz sind Triebtäter geschnitzt, da muss man heutzutage ja gewaltig aufpassen. Erst schreibt er nur abseitige Bücher, die komischerweise auch noch einen Verlag finden und mit fortschreitender Krankheit nimmt er die Sache selbst in die Hand.
Hörbert
Moderator
#27 erstellt: 08. Dez 2006, 22:55
Hallo!

Ich sehe ihn schon wie er mit vorgehaltener Waffe den DJ zwingt ein Hayden Menuett abzuspielen -und alle müssen Mittanzen. Oder doch eher Händel?

MFG Günther
HiFi-Frank
Moderator
#28 erstellt: 08. Dez 2006, 23:15
Hab mir das Interview auch gerade mal zu Gemüte geführt.
Ich verstehe nicht, wie so ein Schwachkopf einen Verlag finden kann. Wer soll so ein Pamphlet eines krankhaften Eiferers kaufen
Die gleichen Thesen könnte man auch über klassische Musik, Toastbrotesser oder meinetwegen auch noch Linksträger aufstellen


Panikattacken, also auch noch Angst vor Frauen, bedenklich. Aus diesem Holz sind Triebtäter geschnitzt, da muss man heutzutage ja gewaltig aufpassen. Erst schreibt er nur abseitige Bücher, die komischerweise auch noch einen Verlag finden und mit fortschreitender Krankheit nimmt er die Sache selbst in die Hand


Dem kann ich nur zustimmen
Lapinkul
Inventar
#29 erstellt: 08. Dez 2006, 23:52
Passt hier vielleicht ganz gut rein
Mal ein Link, über "Sittenverfallene" Musik

AOL
HiFi_Addicted
Inventar
#30 erstellt: 09. Dez 2006, 01:40
Wenn ich mir das so durchlese was über das Pamphlet und den Schmierf... so geschrieben wird dürften wir vermutlich nur noch die E Nomine - Das Testament höhren oder die wird wegen Gotteslästerung verbannt

Vom Sittenverfallen Hip Hop halte ich auch ziemlich wenig. Ich hab hier auch sittenverfallene Punk Musik laufen und veranstalte nicht jedes Wochenende Chaos Tage wobei es eigentlich wieder mal Notwendig würde.

Nur ist die Frage ob der Author im Hip Hop bereich zwischen Musik wie Flipsyde und Fler, Sido und Co unterscheiden kann. Oder aber auch die verschiedensten Punk Spielarten auseinander halten kann.

MfG Christoph
isc-mangusta
Inventar
#31 erstellt: 09. Dez 2006, 02:35


Im Ernst Mann, DAS sind die Leute vor denen ich Angst habe.
Verkappte potentielle Täter alles Möglichen.
Man stelle sich vor, ihm würde die Klassik genommen; das Einzige was ihn im Zaum hält... beängstigend

Wenn da auch nur ein Millardstel Bruchteil von wahr wäre, würden die Straßen mit Leichen gepflastert sein.
andisharp
Hat sich gelöscht
#32 erstellt: 09. Dez 2006, 02:44
Nicht gerade der große Discoheld, mehr ein Fall für die Forensik
chilman
Inventar
#33 erstellt: 09. Dez 2006, 13:28
man sollte ihn mal dazu zwingen clockwork orange zu kucken...

Vielleicht wird am Ende tatsächlichein Verbot stehen, wie es dies auch schon für andere Drogen gibt.

na klar und weile alle anderen drogen verboten sind konsumiert die auch keiner und den junkies die in die illegalität getrieben wurden gehts richtig prima..and pigs can fly...
(is mir nur grad so aufgefallen)


[Beitrag von chilman am 09. Dez 2006, 13:30 bearbeitet]
dan!el
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 09. Dez 2006, 13:59
oha man iss der derbe Pssychoooooooooo!


yo seht ihr, jezz werde ich auch schon agressiv von meiner musik gg ^^ lol
Sebastian_K
Stammgast
#35 erstellt: 10. Dez 2006, 03:17

andisharp schrieb:
Diese gequirlte Scheiße kauft eh niemand. Sollte eine Unibibliothek sich erdreisten, dieses Machwerk anzuschaffen, müsste der betreffenden Uni ntersagt werden, Studiengebühren zu erheben. :cut


Die Uni-bibliothek Würzburg hats

Wenn ich mehr Zeit hätte würd ichs mir mal ausleihen. Hebt sicher die Stimmung (wenn mich meine Gewaltmusik wieder so runtergezogen hat).

Sebastian
twinky
Ist häufiger hier
#36 erstellt: 10. Dez 2006, 07:05
hab mal gelesen, das die wohltemperierte Stimmung der Tonleiter einen erheblichen Einfluß auf das Denken der alten Welt hatte und hat / werd mich mal umschaun.

hier mal ein paar links dazu auf die schnelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wohltemperierte_Stimmung

http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelt%C3%B6nige_Stimmung

grz


ohoh, bei mir läuft grad oldschool-jungle, herrliche anarchistische Musik, (bzw. grober Unfug^^), die ich dem Autor gerne nahe bringen würde
Dr._Klaus_Miehling
Schaut ab und zu mal vorbei
#37 erstellt: 16. Dez 2006, 00:03
zu „savra":
„Respektlos ist Miehlings Aussage auch gegenüber der traditionellen Musik ferner Länder. Gagaku, japanische Musik, die am Kaiserhof gespielt wurde, trug bereits zur Weltkultur bei, als man in Europa nicht einmal wußte, was Klassik ist."
Zu dieser Musik habe ich keine Aussage gemacht.
„Normalerweise spare ich mir solche Bewertungen, aber in diesem Fall traue ich mich zu behaupten, daß Miehling ein Idiot ist."
Wie billig und feige, anonym andere Leute zu beleidigen! Damit bestätigen Sie meine Auffassung vom typischen Gewaltmusikhörer ebenso wie es die meisten anderen unqualifizierten und beleidigenden Beiträge dieses Forums tun.

zu demselben:
„Ich habe noch nie so ein Buch geschrieben, aber es hört sich verlockend einfach an.!"
und zu „Hörbert":
„M. E. will hier nur jemand Reibach mit den Vorurteilen ewiggestriger Bildungsbürger machen."
Sie haben beide keine Ahnung von den Bedingungen, unter denen wissenschaftliche Bücher geschrieben und veröffentlicht werden. Ich habe gewiß gegen dreitausend Arbeitsstunden und ebensoviele Euro Druckkostenzuschuß (+ Mwst.) in das Buch investieren müssen. Ein Honorar erhalte ich für die erste Auflage nicht.

zu letzterem:
„Ich denke nicht daß Uni- und oder andere Bibilotheken die Zielgruppe des Autors sind. Auch glaube ich nicht das zu diesem preis das Buch niemand kauft. Die entsprechende Zielgruppe ist m.E. der Teil des Bildungsbürgertums die sich in die Öko-Esoterikecke zurückgezogen haben und über den Verfall der „alten Werte" jammern, deren Konditionierung sie aber daran hindert zu erkennen daß hier Ursachen und Wirkungen vertauscht und das Pferd beim Schwanze aufgezäumt wird."
Den Preis ist wegen der kleinen Auflage so hoch; beides bestimmt der Verlag. Mir ist klar, daß zu diesem Preis die Verbreitung vor allem über die Bibliotheken erfolgen wird. Zur Zielgruppe gehört aber praktisch jeder, denn praktisch jeder ist vom Thema betroffen: Entweder als freiwilliger oder als unfreiwilliger Hörer, denn mit Gewaltmusik wird man in unserer Gesellschaft auch unfreiwillig beschallt.

zu „Purplecoupe":
Beides trifft zu: Gewaltmusik zieht kriminelle Menschen an, aber sie macht auch viele kriminell.
„Wenn es keine 'Gewaltmusik' mehr gibt dann sind es Computerspiele oder Horrorfilme...
Ich finde das allgemein ein bisschen naiv zu denken das es damit getan ist sowas abzuschaffen"
Ich habe nirgends behauptet, daß „es damit getan ist". Aber weil viele so argumentieren wie Sie, geht es in unserem Land so langsam voran!
a'ndY
Inventar
#38 erstellt: 16. Dez 2006, 00:17
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie war mir klar dass der Autor hier früher oder später aufkreuzt... ich bin Hellseher


Dr._Klaus_Miehling schrieb:
zu „savra":
[...]
Wie billig und feige, anonym andere Leute zu beleidigen! Damit bestätigen Sie meine Auffassung vom typischen Gewaltmusikhörer ebenso wie es die meisten anderen unqualifizierten und beleidigenden Beiträge dieses Forums tun.


Was würde es Ihnen denn bringen, wenn die Person ihren Namen nennen würde???


Observer01 schrieb:

...Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen.


und Paucken und Becken sind also keine Schlaginstrumente?
Der sollte sich mal Strawinsky anhören, da knallt es auch des öfteren.


Lieber Herr Mieling, ein Statement zu obiger Aussage? Ich bitte darum


Allerdings muss schon sagen, dass ich es sehr löblich finde, dass Sie sich hier anmelden, und quasi mit den Leuten die Sie in Ihrem Buch als Kriminelle bezeichnen, diskutieren

Daher noch ein paar Fragen (seien Sie nicht voreingenommen von meinem Nickname, der stammt noch aus frühen Jahren ):

Wenn Sie meinen Kommentar so lesen, mache ich den Eindruck eines Kriminellen? (ich höre Trance, falls Ihnen das hilft)

Was für Musik würden Sie Ihre Kinder hören lassen, und wie würden Sie reagieren falls diese plötzlich HipHop oder sonstige kriminelle Musik hörten?

Haben Sie mit Leuten gesprochen die die von Ihnen als Gewaltmusik bezeichnete Musik hören? Was für einen Eindruck hatten Sie von denen? Wie sieht es mit Ihren Freunden, Kollegen aus? Das sind ja wohl kaum reine Klassik-Fans, oder etwa doch?

Sehen Sie sich etwas in dem Forum um (abgesehen von diesem Thema natürlich ), ich wette dass weniger als 5 % Nicht-Kriminelle-Musik hören... machen wir auf Sie den Eindruck von Verbrechern?


[Beitrag von a'ndY am 16. Dez 2006, 00:27 bearbeitet]
HiFi_Addicted
Inventar
#39 erstellt: 16. Dez 2006, 00:37
@ Dr._Klaus_Miehling

Ich hätte da auch noch einige Fälle die sich zwar wie "Gewaltmusik" anhöhren und auch teilweise Kraftausdrücke verwenden allerdings vom sinn her eher sehr nachdenklich und melancholisch und depressiv sind.

Die Videos (I'm Not Okay) zeigen demütigungen und die Ausgrenzung einer Person bzw erinnern stark an die Landung in der Normandie 1945 (The Ghost Of You)

Ach ja die Songs sind auf der Three Cheers For A Sweet Revenge von der Band My Chemical Romance zu finden.

Was mir allerdings aufgefallen ist je härte die Musik umso weniger Probleme gibts mit dem Publikum auf konzerten. Bei pop onzerten herscht meistens ein grösseres Chaos als bei Punk Konzerten. (Mosh Pit ausgenommen)

Mach ich den eindruck eines Kriminellen? Höhre Haupsächlich Punk bevorzugt aber die unterarten Emo, Scremo (Emo mit mehr Geschrei) Pop Punk und Hardcore Punk. Gelegentlich auch noch Pop, Metal und etwas großorchestrale schwere Klassik.

MfG Christoph
shiosai
Stammgast
#40 erstellt: 16. Dez 2006, 02:15
Euch ist schon klar, dass sich jeder Dr._Klaus_Miehling nennen kann? Wieso sollte er sich hier vor einem "unwissendem Laienmob" rechtfertigen wollen?

Mal angenommen seine Aussagen wären korrekt, Gewaltmusik fördert nachweisbar zB Kriminalität, dann müsste man das trotzdem im Verhältniss zum Gesamtbild unserer komplexen (Um)Welt sehen um Forderungen stellen zu können.

Eine populistische, pauschale Aussage ala "zurück zur Klassik" ist auf jeden Fall sehr dumm; da les ich mir doch lieber die Scientology Webseite durch


[Beitrag von shiosai am 16. Dez 2006, 02:16 bearbeitet]
Dr._Klaus_Miehling
Schaut ab und zu mal vorbei
#41 erstellt: 16. Dez 2006, 02:32
zu Bonehunter22:
„und Paucken und Becken sind also keine Schlaginstrumente?
Der sollte sich mal Strawinsky anhören, da knallt es auch des öfteren."
Es kommt immer auf das Maß an! Außerdem ist Schlagzeug nicht das einzige aggressive Merkmal von Musik. Strawinsky mag manchmal grenzwertig sein.
„Allerdings muss schon sagen, dass ich es sehr löblich finde, dass Sie sich hier anmelden, und quasi mit den Leuten die Sie in Ihrem Buch als Kriminelle bezeichnen, diskutieren"
Haben Sie das Buch gelesen? In dem Interview auf fudder.de (ich nehme an, das haben Sie gelesen), sage ich gleich zu Beginn, daß es wie mit dem Rauchen ist: Rauchen ist eine Gefahr, aber nicht jeder Raucher bekommt Lungenkrebs. Dennoch ist es wohl legitim, vor dem Rauchen zu warnen.
„Was für Musik würden Sie Ihre Kinder hören lassen, und wie würden Sie reagieren falls diese plötzlich HipHop oder sonstige kriminelle Musik hörten?"
Als Kinderloser bin ich froh, mich mit solchen Problemen nicht herumschlagen zu müssen. Einige pädagogische Überlegungen gibt's im Buch, S. 603 - 610; es gibt aber gewiß Fachleute, denen mehr dazu einfällt.
„Haben Sie mit Leuten gesprochen die die von Ihnen als Gewaltmusik bezeichnete Musik hören? Was für einen Eindruck hatten Sie von denen? Wie sieht es mit Ihren Freunden, Kollegen aus? Das sind ja wohl kaum reine Klassik-Fans, oder etwa doch?"
Ich selbst habe keine Umfragen veranstaltet, sondern Umfragen von Soziologen und Psychologen ausgewertet. Mein Bekanntenkreis besteht in erster Linie aus Klassikhörern. Der eine oder andere hat wohl auch mal Gewaltmusik gehört oder tut es bei Gelegenheit noch immer. Der Begriff „Gewaltmusik" bezieht sich übrigens in erster Linie auf den Charakter der Musik. (Körperliche) Gewalt ist nur EINE Sache, die sie auslösen kann. Deshalb ist natürlich nicht jeder Gewaltmusikhörer auch ein Gewalttäter.

zu „HiFi Addicted"
„Ich hätte da auch noch einige Fälle die sich zwar wie „Gewaltmusik" anhöhren und auch teilweise Kraftausdrücke verwenden allerdings vom sinn her eher sehr nachdenklich und melancholisch und depressiv sind."
Das Entscheidende ist: „die sich wie Gewaltmusik anhören"! Ich betone in meinem Buch immer wieder, daß es weniger auf die Texte als auf die Musik ankommt. Wenn die Texte aggressiv oder vulgär sind, ist es natürlich um so schlimmer.
„Was mir allerdings aufgefallen ist je härte die Musik umso weniger Probleme gibts mit dem Publikum auf konzerten. Bei pop onzerten herscht meistens ein grösseres Chaos als bei Punk Konzerten. (Mosh Pit ausgenommen)"
Hm, das würde immerhin beweisen, daß Popmusik, die man bisher für harmlos hielt, ein Gewaltpotential besitzt. Die meisten Probleme mit dem Publikum scheint es bei Rap-Konzerten zu geben. Die wenigsten ganz bestimmt bei Klassik-Konzerten!
a'ndY
Inventar
#42 erstellt: 16. Dez 2006, 02:51

shiosai schrieb:
Euch ist schon klar, dass sich jeder Dr._Klaus_Miehling nennen kann? Wieso sollte er sich hier vor einem "unwissendem Laienmob" rechtfertigen wollen?


Ähhmmm... du glaubst wirklich dass irgendwem sooooo langweilig ist, dass er nichts besseres zu tun hat, als hier ein paar Leute zu veräppeln? Also ich hab mit meiner Zeit was besseres anzufangen...


Ich bedanke mich für Ihre Antworten Herr Miehling
chilman
Inventar
#43 erstellt: 16. Dez 2006, 02:57
wer sagt denn dass gewaltmusik automatisch gewalt auslöst, es macht auf mich eher andersrum den eindruck..was wäre denn zb. wenn jetzt alle verbrecher beschliessen die oper zu besuchen, dann ist ja nicht die klassik dran schuld dass die zu verbrechern geworden sind (egal welcher art, ob im geiste, praktisch, körperlich oder verbal..)
und dass klassik-konzerte total friedlich ablaufen liegt auch einfach daran dass da überwiegend ältere, gebildete leute hingehen...ich war mit meiner klasse letztes jahr zb. auch in einem klassischen konzert, da haben einige nix als scheisse gemacht, ich will mir nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn nicht nebenan das ältere ehepaar gesessen hätte, das ab und zu "pscht" gemacht hat, sondern der ganze saal mit jugendlichen, die sich gelangweilt fühlen, von der musik und vom leben..., das wäre ein lustiges gewalttätiges konzert geworden und hätte glatt die theorie widerlegt..wenn dann noch ein personen oder meinetwegen auch musikkult in der klassik entsteht wirds ganz lustich..
oder wie siehts denn zb. mit epischer rockmusik aus, wie wäre die denn einzuordnen? zb. pink floyds atomheart mother suite1, das hat für mich durchaus klassische züge ist zt. ruhig, aber dennoch in meiner vorstellung eine art erstarrte tragödie, die sich im hirn ausbreitet, sc hwer zu beschreiben, das is rein subjektiv...
oder bachsche musik, zumindest die kirchlichen werke süpiegeln sher oft das leiden christi und seine vefolgung und somit übertragen leiden und gewalt in der menschheit wieder, zumindest wäre meine interpretation so, damit wäre diese msuik auch gewaltmusik...
vollkommen gewaltfreie musik wäre für mich diverse etüden oder zb. hanons fingerübungen, da ist null aussagekraft drin und kann somit auch nicht negativ beeinflussen, nur ob es noch musik ist ist ne andere frage...
andisharp
Hat sich gelöscht
#44 erstellt: 16. Dez 2006, 06:34
Ich finde es nur noch drollig

Muss man auf eine solche geballte Ladung Schwachsinn reagieren? Ich finde, die Texte des Herren Miehling disqualifizieren sich selbst.

Ein schönes Weihnachtsfest allen.
GlobalPlayer
Stammgast
#45 erstellt: 16. Dez 2006, 10:19
Hallo,
muss man/frau das jetzt alles lesen, oder darf man/frau einfach sagen:
wayne
oder
was juckt's den deutschen Christbaum wenn sich eine Ameise dran kratzt oder so ähnlich

mfG und frohe Ostern
a'ndY
Inventar
#46 erstellt: 16. Dez 2006, 12:18

andisharp schrieb:
Ich finde es nur noch drollig

Muss man auf eine solche geballte Ladung Schwachsinn reagieren? Ich finde, die Texte des Herren Miehling disqualifizieren sich selbst.

Ein schönes Weihnachtsfest allen. :prost


Naja, ich höre mir gerne so viele verschieden Meinungen wie möglich an, man erfährt Beweggründe und Standpunke anderer Menschen... man merkt sich deren Argumente, und so weiter.

masterofpuppets103
Ist häufiger hier
#47 erstellt: 16. Dez 2006, 16:53
Hi

Mir ist eigentlich ziemlich egal, was irgendein Professor über meine Musik schreibt. Ich hör trotzdem weiterhin Metal und das wird sich so schnell auch nich ändern! Desweiteren spiel ich meine Musik doch nich rückwärts ab, das klingt doch total schlecht, oder??^^


Frohe Weihnachten euch allen ,)

Gruß Julian
a'ndY
Inventar
#48 erstellt: 16. Dez 2006, 17:38

masterofpuppets103 schrieb:
Hi

Mir ist eigentlich ziemlich egal, was irgendein Professor über meine Musik schreibt. Ich hör trotzdem weiterhin Metal und das wird sich so schnell auch nich ändern! Desweiteren spiel ich meine Musik doch nich rückwärts ab, das klingt doch total schlecht, oder??^^


Frohe Weihnachten euch allen ,)

Gruß Julian


word!

Und was habt ihr alle auf einmal mit eurem Frohe Weihnachten, ist doch eh noch über ne Woche hin!!!
Anbeck
Inventar
#49 erstellt: 16. Dez 2006, 18:23
Hallo
es ist mir zu müsig auf das Buch oder das Thema einzugehen!
(Habe es nicht gelesen)


[Beitrag von Anbeck am 16. Dez 2006, 18:25 bearbeitet]
Dr._Klaus_Miehling
Schaut ab und zu mal vorbei
#50 erstellt: 16. Dez 2006, 20:59
zu chillman:
„was wäre denn zb. wenn jetzt alle verbrecher beschliessen die oper zu besuchen, dann ist ja nicht die klassik dran schuld dass die zu verbrechern geworden sind"
Was soll denn das für ein Argument sein? Sie beschließen es eben nicht!
„ich war mit meiner klasse letztes jahr zb. auch in einem klassischen konzert, da haben einige nix als scheisse gemacht, ich will mir nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn nicht nebenan das ältere ehepaar gesessen hätte, das ab und zu „pscht" gemacht hat, sondern der ganze saal mit jugendlichen, die sich gelangweilt fühlen, von der musik und vom leben.."
Wieder ein seltsamer Gedankengang. Ihre Klasse ist doch offenbar in das Konzert gegangen, weil der Lehrer oder die Schule das so bestimmt hat; Sie schreiben ja selbst: „jugendlichen, die sich gelangweilt fühlen, von der musik". Im Normalfall gehen Leute freiwillig in ein Konzert! Diejenigen Ihrer Klasse, die gestört haben, waren offenbar solche, die normalerweise Gewaltmusik hören. Das bestätigt doch meine Thesen!
„oder bachsche musik, zumindest die kirchlichen werke süpiegeln sher oft das leiden christi und seine vefolgung und somit übertragen leiden und gewalt in der menschheit wieder, zumindest wäre meine interpretation so, damit wäre diese msuik auch gewaltmusik..."
Die Darstellung von Leid alleine ist es ja nicht. Es kommt darauf an, in welchem Kontext und mit welcher Bewertung das Leid gezeigt wird - und mit welchen musikalischen Mitteln es ausgedrückt wird. Die Musik der Bachschen Passionen soll beim Hörer Mitleid und Reue erwecken, soll ihn bessern. Das mag nicht bei jedem funktionieren, aber Sie werden mir wohl zustimmen, daß Bachs Musik nicht aggressiv ist und die Hörer davon nicht angeregt werden, die Gewalt toll zu finden und Gewalt als Problemlösung zu akzeptieren. Klassische Musik stellt Aggression dar (wenn überhaupt), Gewaltmusik ist selbst aggressiv. Das ist der entscheidende Unterschied.
a'ndY
Inventar
#51 erstellt: 16. Dez 2006, 21:28
Darf ichs wagen Sie zu fragen ob Sie schon was von Trance gehört haben? Keine Ahnung warum sich das jetzt reimt, aber egal...

Also mich würde interessieren ob Sie schonmal etwas von dem Genre Trance gehört haben, es ist ein Subgenre der elektronischen Musik, und in vielen Kreisen nicht sehr bekannt, da die Präsenz in den Medien absolut nicht vorhanden ist, quasi Null.

Ich habe Ihnen zu diesem Zweck sogar einen Ausschnitt aus einem Lied, das, wie ich finde, recht melancholisch ist, zum Download bereitgestellt.

KlickMich

Dass Sie das aufgrund des hämmernden Basses im 4/4 Takt als Gewaltmusik bezeichnen werden ist vermutlich unausweichlich, aber mich würde interessieren, was Sie über die ersten 60 Sekunden denken. Hier gibt es ja keinen Bass, lediglich eine wunderschöne, verträumte, melancholische Melodie.
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