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Wer kennt die Firma ATR

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Lenny_Bruce
Neuling
#1 erstellt: 06. Feb 2005, 15:37
Hallo, in einem alten Hobby Katalog HIFI 1983 fand ich 2 Plattenspieler der Firma ATR. Den TD 126 und den TD 160. Nun sehen diese Spieler genauso aus wie die von Thorens. Also der 126 ist auf den Bild eine Kopie des Thorens Spielers. Beim 160 bin ich mir nicht sicher. Was hat es mit der Firma ATR auf sich, wer kann näheres dazu sagen?
Superhirn
Stammgast
#2 erstellt: 06. Feb 2005, 19:38
Im Hifi-Jahrbuch von 1982 kommt der ATR - Laufwerk TD160 drin
Preis 890-2500DM je nach Ausstattung

Sei auf Basis des TD126 konstruiert.

Die Firma heißt Audio Trade, Koloniestr. 203, Duisburg.
die haben auch die zugehörigen Hadcock Tonarme mit vertrieben und zumindest ein highendiges TA-System "AC2" für 395DM und Röhrenverstärker von Michaelson&Aust für 3600-4500DM und last but not least die Lautsprecher ATR-Monitor und die Hornlautsprecher Celestron(7600-29200DM(p.Paar).
Das Laufwerk scheint tatsächlich das vom Thorens 160 zu sein.


[Beitrag von Superhirn am 07. Feb 2005, 10:37 bearbeitet]
finalvinyl
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 06. Feb 2005, 19:40
Hallo Lenny,

ATR steht für Audiotrade. Die haben damals schon Thorens Spieler optimiert. Es handelt sich also um original Thorens Geräte mit Modifikationen. Im welchem Bereich diese lagen weiß ich allerdings nicht.
Das müßten dir die Thorens-Jünger verraten können.

Grüße von der Lahn, finalvinyl
Michael-Otto
Stammgast
#4 erstellt: 07. Feb 2005, 11:35
Hallo,

Quelle: Audio Trade Prospekt, Sonderdruck Radio Fernseh Praxis 5/1978.

……… Audio Trade kombiniert das Laufwerk Thorens TD 160 mit Tonarmen von Mayware oder Hadcock. Der Schritt erscheint logisch: Das preiswerte Laufwerk läßt einen ausreichend großen Kalkulationsspielraum für einen hochwertigen Tonarm. Uns stand der atr-Thorens mit dem Tonarm Formula 4 Model PL S 4/D MK II von Mayware zu einer ausgiebigen Erprobung zur Verfügung.
ungefährer Ladenpreis 890 bis 2500 DM, je nach Ausstattung Besonderheiten: Laufwerk sehr hoher Qualität und Zuverlässigkeit bei ausgezeichnetem Preis-/Leistungsverhältnis. Äußerste Laufruhe. Durch spezielle Dreipunktaufhängung des Subchassis hervorragende Tritt- und Luftschalldämpfung. Schutz des Antriebsriemen gegen eventuelle Fehlbedienung oder Überlastung durch Rutschkupplung.

……….Auf Basis TD 126 MK III konstruiertes Laufwerk mit eingebautem Tonarm Hadcock 228 D-Type Mk II und elektronischer Endabschaltung ab August 1980 lieferbar. Preis inkl. Tonabnehmer ATR AC 1 u. Plattentellerauflage Spectra ca. 2050 DM. Lieferbar mit folgenden Tonarmen: Formula 4 Mk III, Hadcock D-Type Mk II, Mission 774, Woodless Lurne.

Gruß

Michael-Otto
andisharp
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 09. Feb 2005, 03:02
Übrigens, die Firma gibt es immer noch, sitzen jetzt aber in Mühlheim/Ruhr und sind unter www.audiotra.de erreichbar. Verkaufen jetzt aber Pro-Ject Plattenspieler.
Lenny_Bruce
Neuling
#6 erstellt: 10. Feb 2005, 20:08
Ein grosses Dankeschön an alle die auf meine Frage geantwortet haben. ---Len
Mr._Cosmo
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 20. Feb 2006, 13:10
Ich besitze seit dem 19. Juli 1980 einen ATR-Plattenspieler auf Basis des Thorens 126 Mk III mit Hadcock 228 D-Tonarm, ATR AC 1 (inzwischen durch ein Dynavector Karat ersetzt) und Spectra-Plattentellerauflage.

Die Modifikationen bezogen sich damals darauf, dass die elektronische Endabschaltung und der Tonarlift auch bei dem neuen Tonarm funktionierten - erkennbar an den drei quadratischen Tasten rechts (Motor aus/Tonarm hoch - Motor an/Tonarm hoch - Motor an/Tonarm unten). Die Endabschaltung wird durch einen kleinen Magneten ausgelöst, der durch die radiale Beschleunigung in der Endrille eine Spannung in einer kleinen Spule induziert.

Der Tonabnehmer ATR AC 1 entspricht dem AKG P8ES, dem eine Nadel mit PAROC-Schliff von Dr. Weintz (Idar-Oberstein, Anfang der 80er Jahre verstorben) verpasst wurde.

Nach wie vor ein wunderbares Gerät.

Schöne Grüße
Dirk

P.S. Das ist mein erstes Posting in diesem Forum, deshalb noch ein freundliches Hallo @all!
TD520-ATR
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 09. Jan 2009, 23:49
Nabend zusammen,

habe mich hier eingeloggt wegen Fehlern in diesem Uralt-Thread.

Besitze nämlich mit meinem TD520 eine ATR-Thorens-Modifikation mit SME.

Also: ATR gehörte mal zur Hermann Winters KG mit dem Stammgeschäft AUDIO FORUM in Duisburg auf der Kolonniestraße. Das wunderschöne Hifi-Studio AUDIO FORUM existiert dort auch immer noch.
Der Entwickler dieser Firma, Alfred Rudolph, der z. B. für so schöne Dinge steht wie den Kugelwellen-Ionenhochtöner, die Sphäron oder die Campanile u.v.m., hat sich vor vielen Jahren mit seiner Firma A Capella Audio Art und der Lautsprecherentwicklung dort herausentwickelt.
Inzwischen sind A. Rudolph und H. Winters unter A Capella zu finden, die Produkte beider wieder, sehr schön zu sehen auf der Homepage von AUDIO FORUM,Duisburg, dort.

ATR in Mühlheim hat, so wie ich das sehe, nicht mehr unbedingt mit der ursächlichen Firma zu tun.

Die Modifikation (s.o.) damals war, neben einer "sündschönen" weiß-perlmuttenen Mehrschichtlackierung, das Auslagern des Netzteils, völlig andere Tonkabel mit vergoldeten Cinch-Buchsen inkl. Überwurfmuffen und, wenn es mir richtig noch im Kopfe ist, anderer Möglichkeiten, die Dämpfer des Sub abzustimmen.(Diesen Vergleich hatte ich allerdings nie, da ich nur diesen 520er besitze.)

Nun ein schönes 2009

und liebe Grüße

Ralph

PS.: Der Schliff beim modifizierten AKG P8ES, dem AC-1(ein wunderbares System damals!!!) nannte sich System van den Hul. Sehr übel der Schliff, denn, so der Vorredner richtig, nicht richtig eingestellt, weil geschliffen wie ein Schneidstichel, "fräste es die Rille nach", resp. die Information heraus!


[Beitrag von TD520-ATR am 09. Jan 2009, 23:53 bearbeitet]
GSX1200
Neuling
#9 erstellt: 22. Nov 2010, 19:10
Hallo

ich bin Thoma saus Würzburg Ich habe zwei ATR Monitor Boxen von der Fa. Rudolpf in Duisburg. Die Dinger haben ca 30 Jahre ihren guten Dienst getan gehen jetzt aber aus Altersgründen hinüber. Da ich handwerklich begabt bin baue ich mir die Boxen einfach nach. wer kann mir zum Beispiel bei der Frequenzweiche helfen Spulen etc. Wo bekomme ich preißwert die Lautsprecher. Fotos und Zeichnungen folgen die Boxen sind wirklich der Hammer gewesen. Diesmal will ich 4 stück. Wäre schön wenn sich jemand melden würde der sie kennt oder welche hat.

Thomas aus Würzburg
tubesaurus
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 05. Jan 2011, 10:47
Hallo Thomas

ja ich habe ATR Monitore.
Habe sie vor 2 Monaten geschenkt bekommen, leider sind beide
Hochtöner defekt, habe dann erstmal Seas no ferro Kalotten mit 92dB
da eingebaut, funktioniert gut, und die machen wirklich Spaß,so wie früher.ob ich die originalen Hochtöner reparieren lasse weiß ich jetzt noch nicht.
sach bescheid wenn du noch Info brauchst,
email ist tubesaurusaddarcor.de
Gruß Armin
TD520-ATR
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 09. Mai 2011, 15:32
Hallo Thomas,

gerade erst gelesen, weil ich in dem Forum nur sporadisch unterwegs bin.

Wenn Du Fragen zu den ATR-Monitoren hast, frag doch direkt den Entwickler, den Herrn Rudolph.

Heute ist er unter " A Capella Audio Art" in Krefeld zu finden. Geht aber auch über das Stammgeschäft "Audio Forum" auf der Koloniestraße in Duisburg.

Bitte nichts mit den Mühlheimern verwechseln.

Gruß Ralph
klangsucht
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 03. Dez 2011, 08:51
hallo thomas,
habe beim stöbern deine anfrage entdeckt und kann dir hoffentlich ein wenig weiter helfen. bin stolzer besitzer von 4 der atr monitoren, habe mal reingeschaut und dir ein foto der weiche gemacht. und dabei entdeckt das in den zwei paaren unterschiedliche weichen verbaut wurden!!!
was mich doch sehr verwundert hat, da nach mehreren probehör duchläufen kein klanglicher unterschied zu vernehmen ist. ich kann dir nur eins sagen, 4 von den Lautsprechen ist ein absoluter hör genus. bin nur durch zufall auf die atr's gekommen,das erste paar standen vor einem trödlladen im regen, haben mir leidgetan und ohne probe hören für 30€ den besitzer gewechselt.eine wahre offenbahrung als ich sie zum ersten mal laufen ließ, klar war auch ein 2tes paar muß sein!!!
hier die bilder
weiche 1.1
weich 1.2
weiche 2
weich 2
rotereie beschriftung 0,35/400 WINA/MKS

vielleicht weiß ja einer von euch was das mit den weichen auf sich hat???

gruß
ronin53B
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 05. Jan 2012, 19:06
ich spiel auch mal Totengräber, habe die Celesta hier stehen, bei den Weichen scheint Herr Rudolph immer solche Kondensatorengräber gebaut zu haben. Er hat aber immer auf den Weichen unterschrieben. schau mal darauf nach...

Ich schau mal in meinen , ob die gleich aussehen.
klangsucht
Schaut ab und zu mal vorbei
#14 erstellt: 08. Jan 2012, 21:11
ja unterschriften sind auf den weichen mit den kondensatorengräber (haha) ist eine unterschrift und herstellungsdatum auf den anderen steht garnichts! kann das nicht verstehen mit den verschiedenen weichen, ist mir ein rätzel. villeicht baujahr abhängig? habe es schon beim hersteller versucht in erfahrung zu bringen, habe aber keine antwort bekommen! wäre super wenn du das tun würdest mit dem nachschaun!!!
gruß
ronin53B
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 09. Jan 2012, 14:45
Rein optisch ist die obere nachgebaut. Bei mir sehen die Weichen beide wie die untere auf deinem Bild aus. Der Herr Rudolph hat wohl damals schon immer MKP/MKT Kondensatoren verbaut und die auf dem oberen Bild sind wohl El-Kos...
Wuhduh
Inventar
#16 erstellt: 11. Jan 2012, 06:56
Moin !

Die Becher-Elkos habe ich rausgeschmissen und moderne, enger tolerierte eingelötet. Ggfs. kann man ja mehrere parallel schalten.

Da auch bei mir 1 HT defekt war, versuchte ich es - bis dato erfolgreich - mit den Seas NoFerro900 mit dezent angepasster Weiche, means: niedrigere Ü-Frequenz zum recht grossen Tiefdröhner sowie weniger Pegel.

BÖHSE Kisten ... im positiven Sinne !

MfG,
Erik
klangsucht
Schaut ab und zu mal vorbei
#17 erstellt: 11. Jan 2012, 09:24
habe die ls vom erst besitzer bekommen. der sie wegen seiner größe (frau) verkauft hat. war fast am heulen der arme! habe mich mit dem netten herren in den 60gern fast 1 stunde über die ls unterhalten und berichtet das ich schon ein paar besitze. er hätte es bestimmt erwähnt,wenn er ein umbau oder so vorgenommen hätte!
der klang ist ja bei beiden paaren gleich.
die Celesta legen klanglich ja bestimmt noch einen drauf, da ich sie noch nicht gehört habe bin ich mal mit meinem soundsystem zufrieden grins. danke für`s schrauben!
ronin53B
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 15. Jan 2012, 11:02
Na ja, ich hab ja die Monitore noch nicht gehört. Stell doch mal ein Bild ein, die Celesta ist ja eine TML oder TQWT. So richtig konnte mir das noch keiner sagen, und Herr Rudolph hat über die alten Schätzchen wohl auch nichts mehr an Unterlagen.

Die Hochtöner (soweit vielleicht mit der Celesta identisch?) gibts noch bei Acapella. Mein Vorbesitzer hat die Teile 2008 bei Acapella überholen lassen, dabei wurde auch ein neuer HT verbaut... Kann übrigends doch sein, dass deine Elkos orginal sind, bei mir ist die Weiche vom Tief- zum Mitteltöner auch mit Elkos geregelt. Hier das Bild, bei mir sind beide Weichen identisch...

IMAG0141


[Beitrag von ronin53B am 15. Jan 2012, 12:30 bearbeitet]
klangsucht
Schaut ab und zu mal vorbei
#19 erstellt: 20. Jan 2012, 10:21
so hier nen bild von dem monitor, ht ist nach meiner kenntnis der gleiche!


atr monitor baujahr 1981
ronin53B
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 01. Feb 2012, 16:27
Hier ein Bild von der Celesta. HT scheint wirklich identisch zu sein... Mich würde eh mal interessieren was da orginal für eine Bestückung drin ist, Audiotrade hat ja alle Herstellerhinweise mit Aufklebern abgedeckt...

IMG_1622

Hersteller soll wohl Dynaudio gewesen sein...


[Beitrag von ronin53B am 01. Feb 2012, 16:28 bearbeitet]
Hüb'
Inventar
#21 erstellt: 01. Feb 2012, 16:28

HT scheint wirklich identisch zu sein...

Mit dem Bild oben? Das wäre dann aber wohl kein Dynaudio-HT.
Der TT und die MT-Kalotte könnten allerdings von den Dänen stammen.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 01. Feb 2012, 16:29 bearbeitet]
ronin53B
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 02. Feb 2012, 15:42
Mag sein. Die Abdeckung wurde wohl für ATR gefertigt. Schraubt man den auf hat man Membran und Magnet jeweils einzeln in der Hand. Beides zusammen schraubt man mit den drei Schrauben in die Blende...

Was hab ich mich erschrocken als mir plötzlich beide Teile einzeln entgegen kamen, zum Glück wird die Membran zwangszentriert....
kempi
Inventar
#23 erstellt: 02. Feb 2012, 16:03
Hallo Forenten,

ich bin noch stolzer Besitzer von 2 atr-Monitoren. Sie waren fast 30 jahre bei mir in betrieb und lange glaubte ich keinen besseren Lautsprecher im Rahmen meiner Preisvorstellungen zu finden.

Meine sind Baujahr 1979 und alle Bauteile sind original. Nur das Gehäuse ist im Laufe der Jahre verratzt und deshalb habe ich mich doch irgendwann entschlossen sie auszutauschen gegen B&W DMC7NT, die die Musik tatsächlich ein bisschen detaillierter wiedergeben als die atr.

Ich konnte mich bisher nicht von den alten Schätzchen trennen, aber wenn ich sie in gute Hände geben könnte, würde ich mir das überlegen.

Hier noch ein Link zum atr-Monitor und den anderen Lautsprecher, die damals entwickelt und gebaut wurden: http://www.acapella.de/de/klassiker/

klangsucht
Schaut ab und zu mal vorbei
#24 erstellt: 03. Feb 2012, 22:59
hier noch ne totale vom ht! also bei meinen ht & tt steht garnichts drauf, geschweigeden irgend welche aufkleber, nicht mal die ohm zahl.
was da verbaut wurde interresiert mich auch! ist nicht wirklich rauszufinden habe schon viele stunden im wirwa des netzes geforscht und nichts rein garnichts entdeckt!!!

die ht auseinander zu baun ist ja mal echt mutig, dafür daumen hoch.

@ kempi
wie sehen die weichen in deine atr ls aus? bilder bitte!!!
und was willst du für die ls haben?


DSC03552
kempi
Inventar
#25 erstellt: 04. Feb 2012, 08:43
Ich meine mich zu erinnern, dass Herr Winter damals von modifizierten Isophon-Treibern sprach, die Kalotte des HT habe man selbst entwickelt.
Sorry, aber bei den Temperaturen werde ich nicht in den Keller gehen um die Boxen zu öffnen und die Weichen zu fotografieren.
Zum Wert meiner atr habe ich keine Vorstellung -- ich sag mal 100€. Standort ist Frankfurt a.M.


[Beitrag von kempi am 04. Feb 2012, 08:44 bearbeitet]
J_e_s_s_e
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 02. Jun 2012, 14:33

kempi schrieb:
Ich meine mich zu erinnern, dass Herr Winter damals von modifizierten Isophon-Treibern sprach, die Kalotte des HT habe man selbst entwickelt.
Sorry, aber bei den Temperaturen werde ich nicht in den Keller gehen um die Boxen zu öffnen und die Weichen zu fotografieren.
Zum Wert meiner atr habe ich keine Vorstellung -- ich sag mal 100€. Standort ist Frankfurt a.M.
8)




kempi schrieb:
Ich meine mich zu erinnern, dass Herr Winter damals von modifizierten Isophon-Treibern sprach...

Die Hochtöner wurden tatsächlich von Isophon gefertigt. Gutes Zeug.
Wer näheres zu möglichen Bezugsquellen wissen möchte kann mich danach per PN fragen.
nonaim69
Stammgast
#27 erstellt: 16. Jun 2012, 07:53
Hatte in den 80ern auch mal die ATR Boxen, richtige Spaßboxen gewesen. Ehrlicherweise muß man aber dazu sagen, das sie im Baß überpräsent waren, was natürlich vielen Horern mit entsprechendem Musikgeschmack entgegenkam..Im Mittenbereich war doch ziemlich ein Loch, und der wurde mir im Laufe meines Hifi Lebens immer wichtiger Dennoch, so manches mal sehne ich mich wieder richtig nach dem Sound der Boxen: Klare Höhen, satte Bässe...
Konrad
glag
Neuling
#28 erstellt: 10. Dez 2012, 21:07
Hallo Kempi,

sind die ATR Boxen immer noch varkant, oder haben sie schon den Besitzer gewechselt?
kempi
Inventar
#29 erstellt: 10. Dez 2012, 21:48
Hallo

Die atr-Monitore habe ich noch.
Standort ist Frankfurt a.M.
Ich würde sie immer noch verkaufen.
Was wären sie Dir wert?

Antwort bitte per Mail an d.kempiak@web.de
Wuhduh
Inventar
#30 erstellt: 11. Dez 2012, 21:01
Nabend !

Konrad's Bemerkung zum Mittenbereich war auch zu meinen Tröten berechtigt und hat mich letztendlich dazu bewogen, nur die TT zu verkaufen. Die HT waren sowieso gehimmelt durch Vorbesitzer.

Aber dieses Posting sollte sich bitte nicht negativ auf ein evtl. Geschäft auswirken.

MfG,
Erik
Rolakust
Schaut ab und zu mal vorbei
#31 erstellt: 03. Apr 2013, 09:46
Ein Hallo an die Leser dieses Beitrags,

Dieses ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Ich habe in den 1970igern in Duisburg gelebt und war mit den Herren Winters und Rudolf befreundet und habe auch im Audioforum mitgearbeitet.

Zum Monitor:
Dieser 2-Weg Lautsprecher war komplett mit Isophon-Chassis bestückt. Die Hochtonkalotte in 8 Ohm Impedanz war ein Abkömmling der hervorragenden Hochtonkalotte KK10. Die Originalblende von Isophon war rund und man konnte die Blenden untereinander tauschen. Da die Kalotte samt Schwingspule ebenfalls tauschbar war, konnte man auf Isophon-Ersatzteile zurückgreifen, falls ein defekt eingetreten war. Die Modifikationen am Atr-Hochtöner waren minimal, der Frequenzgang oberhalb 12 khz war linearer und er klang nicht so scharf wie der KK10. Der TT war auch eine Sonderanfertigung und wurde in vergleichbarer Ausführung von Isophon nie in den Handel gebracht!

Frequenzweiche:
Es handelt sich um eine Kombination von 6db und 18db. Der TT war nur über eine Induktivität von ca. 1,4 mH angeschlossen. Dieser Wert kompensierte den axialen Schalldruckanstieg von 6db, den jeder Konus-Tieftöner dieser Größe (Durchmesser 245mm) im Mitteltonbereich besitzt. Ansonsten wurde das Chassis nach oben nicht begrenzt. Oberhalb von ca. 3 Khz ist die Hochtonkalotte mit 18db Flankensteilheit angekoppelt. Für die Verbindung der Bauteile wurde übrigens versilberter massiver Kupferdraht verwendet mit mindestens 1 - 1,5 mm Durchmesser.

Kondensatoren:
Es wurden nie Elektrolyt-Kondensatoren verarbeitet!!! Die großen Kondensatoren im runden Metallbecher sind MP (Metall/Papier) Kondensatoren, die zum Beispiel in Waschmaschinen eingebaut wurden. Dieser Kondensatortyp hatte ein hervorragendes Impulsverhalten. Später wurden hochwertige metallisierte Kunststofffolienkondensatoren verbaut.

Falls ihr noch mehr Fragen habt zu dieser frühen Pionierzeit der Highend HiFi Technik, einfach die Frage stellen, ich werde dann mein Hirn anschmeißen und nachschauen, was noch so abgespeichert ist.

Winterliche Grüße aus der Oberlausitz
Rolakust
klangsucht
Schaut ab und zu mal vorbei
#32 erstellt: 08. Apr 2013, 11:21
hallo rolakust,
toll das du so viele schöne infos zu den 2 wege lautspechen hast geben können, da sich die suche ja ziehmlich komplieziert gestalltet...!
vielen dank und gruß
Rolakust
Schaut ab und zu mal vorbei
#33 erstellt: 08. Apr 2013, 16:41
Hallo Klangsucht,

danke für dein Feedback. Es ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Es handelt sich bei der Hochtonkalotte um einen modifizierten SKK10 und nicht um den älteren KK 10. Ich war übrigens ziemlich erstaunt, als ich heute nach dem SKK 10 gegoogelt habe und einen deutschen Anbieter von neuwertigen Chassis gefunden habe!!??
Das Teil wird als Isophon SKK 10 OEM in 4 und 8 Ohm angeboten. Ich bin etwas irritiert, da meines Wissens dieser HT schon seit vielen Jahren nicht mehr produziert wird. Es wäre interessant zu wissen, ob die eigentliche Produktionsstätte der Isophon-Lautsprecher in Berlin noch existiert und wer heute für die Produktion verantwortlich sein könnte.
Es ist auch eine Schalldruckkurve mit Impedanzverlauf abgebildet, aus dem die Resonanzfrequenz von 950 Hz abzulesen ist. Die angegebenen Daten sind meines Wissens auch korrekt.
Demnach müssten Besitzer des Atr-Monitors mit defekten Hochtönern eventuell eine Reparatur vornehmen können. Wenn sich keine baulichen Veränderungen ergeben haben, müsste man die Kalotte samt Schwingspule (beides als Einheit auf einem Plastikträger montiert) ausbauen und in den Atr-Hochtöner einbauen können.
Wenn der TT noch einwandfrei funktioniert, würde sich eine Reparatur auf jeden Fall lohnen.

Zur klanglichen Qualität:
Die Basswiedergabe ist präzise, verträgt hohe Pegel und ist etwas überbetont, aber nicht verfälschend. Der TT kann einen enormen Hub ausüben, ohne das der Schwingspulenträger an die hintere Polplatte anschlagen kann!!! Dieses Merkmal ist sehr wichtig, falls jemand einen Ersatz für einen defekten TT sucht. Die Membran muss sich bis zur Begrenzung durch die Gummisicke eindrücken lassen, ohne das ein mechanisches Anschlagen auftritt.
Der Mitteltonbereich lässt sich übrigens leicht etwas anheben (oder absenken). Es muss nur die Induktivität in Reihe zum TT etwas verkleinert oder vergrößert werden (zwischen ca 1,1mH und 1,6mH). Im Originalzustand ist der Mitteltonbereich leicht zurückgenommen, was zu einem klaren, luftigen Klangeindruck führt.
Ich werde mir im Sommer diesen Atr-Monitor nochmals vor die Brust nehmen und mit modernen Chassis einen Nachbau wagen. Ich bin schon sehr gespannt, welche Chassis sich als geeignet erweisen werden.

Audiophile Grüße
Rolakust
Wuhduh
Inventar
#34 erstellt: 08. Apr 2013, 18:28
Nabend !

Eresburgstraße ist geschlossen. Wer jetzt die Chassis zu üppigen Preisen produziert, weiß ich nicht.

Die Seas NoFerro 900 laufen prima mit den Tieftönern : Ansatzpunkt max. 6,8 µF + 0,33mH + Pegelreduzierung um 1,5 dB.

Dennoch reichte ich die Kisten weiter an einen jetzt Glücklichen.

MfG,
Erik
XS500
Stammgast
#35 erstellt: 09. Apr 2013, 13:47
Damit das hier nicht noch länger falsch drin steht: Die verbauten Becherkondensatoren sind keine Elkos,
sondern MP-Kondensatoren, die lange Zeit als das Nonplusultra für Frequenzweichen angesehen wurden.
Hier mehr Info: MP-Kondensator
Die Dinger sind nicht billig, und wer die ausbaut und durch andere ersetzt, hat wohl mit Zitronen gehandelt..


[Beitrag von XS500 am 09. Apr 2013, 13:53 bearbeitet]
Rolakust
Schaut ab und zu mal vorbei
#36 erstellt: 20. Mai 2013, 15:13
Hallo,

am 29.04.13 bekam ich eine E-Mail "es wurde eine neue Antwort im Thread "Wer kennt die Firma ATR" erstellt!"
Ich schaute mir den neuen Beitrag mit der #36 an, konnte aber nicht mehr antworten, da ich plötzlich in eine Klinik musste und erst seit gestern wieder zu Hause bin.
Als ich heute antworten wollte, ist als letzter Beitrag nur noch die #35 zu finden!
Wieso wurde dieser Beitrag entfernt? Oder leide ich an Halluzinationen und bilde mir das nur ein? Kann mir das jemand erklären (Erklärungen zu meinem Geisteszustand brauche ich nicht, da kenne ich schon gute Leute...)?

Noch einen schönen Pfingstmontag
Rolakust
emax
Schaut ab und zu mal vorbei
#37 erstellt: 18. Okt 2013, 14:33

Rolakust (Beitrag #31) schrieb:
Dieses ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Ich habe in den 1970igern in Duisburg gelebt und war mit den Herren Winters und Rudolf befreundet und habe auch im Audioforum mitgearbeitet.
...


Hallo Rolakust,

schön, dass ich diesen Thread und Deinen Beitrag gefunden habe. Bei meinen Monitoren ist ein Hochtöner defekt, und nun suche ich Ersatz. Es handel sich um soclche Boxen wie in #19 und den HT in #24.

Wo bekomme ich sowas noch, und: Sollte ich wenn, dann beide tauschen?

Freue mich über jede Antwort!

Grüße
Edgar
elchupacabre
Inventar
#38 erstellt: 18. Okt 2013, 14:34
Ich würde, falls noch nicht getan, dem User eine Mail senden, er ist nicht sonderlich aktiv hier im Forum
Wuhduh
Inventar
#39 erstellt: 19. Okt 2013, 01:39
Moin !

@ Edgar:

Im Alter scheinen sich aus unbekannten Gründen die HT öfters zu verabschieden. Die Geschwister werden somit auch irgendwann Kummer machen.

Optisch sehr gut passenden Ersatz ist kaum zu finden, weil die Abmessungen der Montageblenden sehr speziell sind und nicht typisch " 8 x 12 " , wie bei Anbietern von Monacor oder auch Visaton angegeben.

Evtl. passen Audax TW025 oder so aus Frankreich. sind recht teuer.

Meßtechnisch wird es wie immer schwieriger. Erfolg hatte ich zumindest nach einer Weichenmodifikation mit den SEAS Noferro 900, die leider befremdlich aussehen werden, obwohl subjektiv akustisch sehr gefällig.

Die Boxen habe ich nicht mehr. Kann keine weiteren Tipps geben.

Reste verkaufen bringt mehr als die Ersatzsuche.

MfG,
Erik
emax
Schaut ab und zu mal vorbei
#40 erstellt: 19. Okt 2013, 15:00
Danke für die Tipps.

Ich habe nun ATR angeschrieben, mal schauen, was sich ergibt. Wenn das zu aufwändig wird, schaffe ich mir wohl ein Paar nuLine84 an.
Rolakust
Schaut ab und zu mal vorbei
#41 erstellt: 19. Okt 2013, 19:15
Hallo Edgar,

entschuldige meine späte Antwort, aber ich bin gerade in München und renoviere meine alte Wohnung. Nach im Schnitt 12 Stunden schwerer Arbeit am Tag bin ich zu kaputt um mich mit meinem sicherlich schönen Hobby zu beschäftigen, anderes ist manchmal wichtiger (leider).

1. Wenn du keinen identischen HT irgendwo auftreiben kannst und auf ein anderes Produkt umsteigen musst, selbstverständlich beide austauschen.

2. Kontaktiere Hermann Winters und frage nach einem Ersatzteil. Es gibt die Kallotte mit Schwingspule auf einem Kunststoffträger. Wenn die Frontblende abgeschraubt wird, kannst du dieses Teil (sofern du es bekommst), leicht tauschen. Es passte auch das entsprechende Ersatzteil vom Hersteller Isophon. Noch vor ein paar Monaten hat ein Händler den kompletten Isophon HT und auch die Ersatzkalotte angeboten, allerdings sehr teuer. Hierzu habe ich früher schon etwas gesagt.

3. Der Vorschlag von Erik ist von mir früher getestet worden und ist o.k. Ich bin aber nicht zu 100 % sicher, ob es der von ihm angegebene Seas-Typ gewesen ist oder eine abgewandelte Industrie-Type. Ich bin erst in 2 Wochen wieder in meiner Hauptwohnung und kann dann nachschauen. Es war auf jeden Fall eine Kalotte von SEAS ohne Ferrofluid, die brauchbar war (nach Weichenmodifikation). Sie war etwas leiser und auch etwas weichzeichnender. Ein sehr guter Ersatz war die alte KO10DT von Peerless, die aber ebenfalls schon lange nicht mehr hergestellt wird.

HT von Audax habe ich zur damaligen Zeit auch getestet und fand keinen wirklich gut geeigneten Ersatz aus den verschiedensten Gründen. Das kann heute natürlich anders aussehen, immerhin sind schon mehr als 35 Jahre vergangen.

In ein paar Monaten habe ich in meinem neuen Domizil wieder eine Holz- und Elektronik-Werkstatt mit Akustik-Labor und werde dann mal wieder eine Hochtöner-Testreihe machen und vielleicht mehr zu einem guten Ersatz für den Atr-HT sagen können.

Ob es allerdings wirklich Sinn macht, sich mit diesen in die Jahre gekommenen Lautsprechern intensiv zu beschäftigen, möchte ich nicht beurteilen. Vielleicht wäre das Projekt "hochwertige, hochbelastbare und aus aktuellen preiswerten Chassis gefertigte 2-Wege-Box" sinnvoller, aber das wäre dann nicht mehr dieser Thread, in dem es um Atr (und deren Produkten) geht.

Herzliche Grüße in die Runde
Roland
Rolakust
Schaut ab und zu mal vorbei
#42 erstellt: 20. Okt 2013, 09:48
Hallo Edgar,

ein kurzer Nachtrag zur Beschaffung von Ersatzteilen. Google nach den Begriffen "isophon skk10/8 ersatz preis" und du findest einen Händler, der eine Ersatzschwingspule für den SKK10 für 29,- € anbietet. Die Verschraubung der Runden Frontplatte des SKK10 mit 3 Schrauben ist übrigens in den Massen identisch mit dem Atr-HT und man konnte sie gegeneinander austauschen. Nur der kurze Hornansatz und die akustische Linse sind etwas anders geformt, was zu dem klanglichen Unterschied zwischen SKK10 und Atr-HT führt.
Ich habe bei den ersten Atr-Monitoren die Schwingspulen gegeneinander austauschen können, ob in späteren Serien die Masse des Schwingspulenträgers verändert wurden, weiß ich nicht.
Also keine Gewähr für diesen Tip.
Vielleicht hat noch jemand beide Modelle defekt herumliegen und kann dies kurz überprüfen?

@ Erik
Die Gründe für das Hochtönersterben sind nicht ganz so unbekannt. In einem Mehrwegsystem ist immer der HT das schwächste Glied und bei Ansteuerung mit einem schwächeren Verstärker, der in den Clipping-Bereich aufgesteuert wurde, entstehen energiehaltige Harmonische, die voll auf den Hochtöner gehen und dessen thermische Maximalbelastung von z.B. 10 Watt in einem 100 Watt-System weit überschreiten können, das bedeutet früher oder später den Exitus. U.a. war das auch der Grund für die Einführung von Ferrofluid. Die Energiespitzen in Form von Wärme musste abgeleitet werden, dafür war Ferrofluid die ideale Kühlflüssigkeit. Leider waren damit akustische Verschlechterungen verbunden,...blah, blah, blah, ein anderes Thema.

Jetzt muss ich einen Lokus montieren, ein Tschüss in die Runde
Roland
emax
Schaut ab und zu mal vorbei
#43 erstellt: 20. Okt 2013, 13:34
Supernette Antwort, toll!

Vielen Dank für Deine präzisen und ausführlichen Erläuterungen. Deine Ratschläge befolge ich gerne. Sollte es aber in Änderungen bis hin zur Weiche ausarten, überlege ich tatsächlich, mir ein Paar Nuberts oder Dynaudio zu kaufen.

Die teczhnik geht weiter, und so sehr ich die ATR immer geliebt habe: Wer weiß, ob die Kondensatoren der Weiche noch das sind, was sie sein sollen. Ich überlegs mir, danke jedenfalls!
Wuhduh
Inventar
#44 erstellt: 21. Okt 2013, 18:33
Das Weichenmodding ist zwingend erforderlich. Löten kann man mit einer ruhigen Hand, der richtigen Temperatur und Schaltplanlesenkönnen.

MfG,
Erik
emax
Schaut ab und zu mal vorbei
#45 erstellt: 21. Okt 2013, 19:49
Stand der Dinge: ATR hat mich an

Firma
Audio Forum, Hermann Winters KG
Koloniestr. 203
47057 Duisburg

weiter verwiesen, die sitzen offenkundig doch nicht im gleichen Büro. Jedenfalls habe ich von dort auch schon Antwort erhalten:

"Wir können noch helfen, bitte den Hochtöner ausbauen und uns zusenden (3 Varanten) und wir suchen den richtigen Typ heraus. ..."

Soweit hört sich das gut an. Die großen Chassis gehen noch gut, es sind keine Auflösungserscheinungen an den Sicken feststellbar. Aber das hier

> Das Weichenmodding ist zwingend erforderlich

macht mir jetzt doch Kummer. Deshalb meine Frage: Inwiefern ?


[Beitrag von emax am 21. Okt 2013, 19:51 bearbeitet]
Rolakust
Schaut ab und zu mal vorbei
#46 erstellt: 21. Okt 2013, 23:03
Hallo Edgar,

Der Ursprung von dat janze ist das Audio Forum in Duisburg! Wenn ich mich richtig erinnere, war es 1976, als Hermann Winters und Alfred Rudolph mit der Hilfe einiger Freunde und auch meiner Person das Audio Forum in den Räumen einer ehemaligen Metzgerei ins Leben gerufen haben.
Atr als Vertriebsorganisation ist erst später gegründet worden.
Die technischen Entwicklungen entstammen Alfreds und Hermanns Kreativität gepaart mit einem enormen Fachwissen für die damalige Zeit. Sie fanden Unterstützung von einer Gruppe HiFi-begeisterter Techniker, Ingenieure und Musiker. Ich musste einige Jahre später aus beruflichen Gründen Duisburg verlassen und habe die weitere Entwicklung dieser kleinen, aber höchstmotivierten Truppe nur noch aus der Ferne verfolgen können.

Es freut mich, dass das Audio Forum noch Ersatzteile hat. Dass es verschiedene Versionen geben könnte, hatte ich vermutet. Jetzt erübrigt sich der mit beträchtlichem Aufwand verbundene Umbau bzw. der Einsatz von Ersatzteilen aus der SKK10-Linie von Isophon-Nachbauten.

Wieso Erik ein Frequenzweichenmodding als zwingend erforderlich ansieht, kann ich jetzt nicht nachvollziehen.
Wenn du ein Original-Ersatzteil bekommst, musst du an der Weiche nichts verändern. Die vom Audio Forum verwendeten Kondensatoren waren nie Billigware (wie z.B. ungepolte NF-Elektrolythkondensatoren, wie sie damals von allen renommierten Herstellern von Lautsprecherboxen verwendet wurden), es handelte sich entweder um MP-Kondensatoren oder später um hochwertige Kunststofffolienkondensatoren. Diese Kondensatoren zeichnet eine extrem geringe Alterung aus und sie sind selbstheilend (zumindest die MP´s). Ich sehe also keinen Grund für eine Änderung.

Es würde mich freuen, wenn du hier mitteilen würdest, wie hoch die Kosten sein werden.

Hast du eigentlich einen Schaltplan der bei dir verbauten Frequenzweiche aufgenommen? Auch als Berufsfremder ist das kein Problem. Die Weiche ist sehr einfach aufgebaut und es würde mich sehr interessieren, ob sie mit meinen Unterlagen noch übereinstimmt.

Falls du jedoch irgendetwas an der Abstimmung ändern möchtest, kann ich dir jederzeit helfen.

Grüße
Roland
emax
Schaut ab und zu mal vorbei
#47 erstellt: 22. Okt 2013, 10:33
Hallo Roland,

ich finde es sehr schön, dass sich hier so ein Dialog entwickelt. Und dann direkt mit jemanden kommunzieren zu können, der aktiv in die Entstehung dieser Komponenten eingebunden war, ist eine der Segnungen des Internets, ohne das das wohl kaum in dieser Form möglich wäre.

Die Kosten für einen Hochtöner liegen bei 115.- Euro plus Versand. Das scheint mir angemessen zu sein.

Da ich, wie jeder HiFi-Freund, nach so vielen Jahren natürlich auch mal Lust auf "was Neues" hätte, überlege ich noch, ob etwa ein paar Nubert Lautsprecher (konkret die nuLine 84) mir im Vergleich zu den ATR einen Gewinn bringen könnten. Die Technik und die Möglichkeiten zur Berechnung eben dieser haben sich dramatisch verändert, so dass ich denke, dass die Oberklasse von heute vielleicht die Spitzenklasse von damals schon eingeholt hat.

Hintergrund ist, dass ich eben einfach wieder Lust aufs Ausprobieren bekommen habe, und die ATR, die ja nun mal auch Einrichtungsgegenstände sind, rein optisch nicht mehr ganz so gut in mein heutiges Umfeld passen.

Andererseits kann ich schlecht abschätzen, ob die Nubert-Boxen mit den ATR überhaupt in der gleichen Liga spielen.

Reparieren werde ich die ATR auf jeden Fall, das sind sie wert. Aber die Frage einer Neuorientierung zwickt mich aktuell doch ganz schön. Vielleicht hast Du (oder gerne auch jeder andere hier) dazu ein paar Statements, insbesondere was Deine/Eure Einschätzung zur allgemeinen akustischen Qualität heutiger Systeme im Vergleich zu früheren Entwicklungen (z.B. mit Blick auf solche Kaliber wie die ATR) ist.

Viele Grüße,
Edgar


[Beitrag von emax am 22. Okt 2013, 10:35 bearbeitet]
Rolakust
Schaut ab und zu mal vorbei
#48 erstellt: 22. Okt 2013, 18:35
Hallo Edgar,

nach einem erfolgreichen Renovierungstag (der Einsatz der Kreissäge war nicht mit dem Verlust irgendwelcher Extremitäten verbunden und Spüle, Waschmaschine und Geschirrspüler sind tatsächlich dicht) gönne ich mir wieder etwas hifidelisieren.

115,- € sind ein stolzer Preis, aber wahrscheinlich angemessen für ein Oldtimer-Ersatzteil. Normale Maßstäbe passen halt nicht zu diesem Lautsprecher.

Ich habe von der NuLine 84 im Internet sehr gute Fotos und einige Tests gefunden und möchte mal den Versuch starten, ohne sie gehört zu haben, anhand dieser gefundenen Informationen eine vorsichtig bewertende Aussage zu machen.

Den Fotos vom Innenleben und der Frequenzweiche entnehme ich einen vollkommen unterschiedlichen Ansatz in der Philosophie, die hinter der Konstruktion der Lautsprecher steckt.
Der Monitor ist von der Komplexizität der Frequenzweiche viel einfacher aufgebaut, gleichzeitig viel kompromissloser und viel konsequenter auf höchste klangliche Qualität ausgerichtet (im Rahmen dessen, was das verwendete Material hergeben kann).
Es beginnt mit dem Querschnitt der zur Verdrahtung verwendeten Kabel, den verwendeten Weichenmaterialien (Luftspulen im Monitor, Ferritkerninduktivitäten in der NuLine; dicker, versilberter Kupferdraht zur Verbindung der Bauteile im Monitor, eine kupferkaschierte Epoxydharzplatine in der NuLine, der Verzicht auf Bauteile im Signalweg, die über das unbedingt notwendige hinausgehen im Monitor (also keine Pegelanpassung des HT im Monitor, denn die üblichen Wege über Ohmsche Widerstände eine Anpassung vorzunehmen, ist immer mit einer Verschlechterung - wenn auch nur minimalst, aber definitiv hörbar - verbunden).

Die NuLine 84 ist ein hervorragender Kompromiss auf einer anderen Ebene, in der der Kostenfaktor wahrscheinlich einen höheren Stellenwert erhält. Ein hervorragend verarbeitetes Gehäuse mit tollen Oberflächen, hoher Komfort im Anschluss, eingebaute Schutzschaltung gegen Überlastung des HT, qualitativ hochwertige Chassis usw....für ca. 500 € pro Teil muss Kompromisse beinhalten, die Alfred Rudolf nie eingegangen wäre. Mit den gleichen Chassis wäre unter seinen Händen ein anderer und wahrscheinlich auch teurer Lautsprecher entstanden, der mit Sicherheit noch eine Spur besser geklungen hätte.

Dennoch kann die NuLine 84 im direkten Vergleich vielleicht insgesamt stimmiger sein. Der Monitor ist von der Physik her betrachtet mit mehr potentiellen Problemquellen behaftet (einen 245er TT bis 2kHz oder sogar noch etwas höher laufen zu lassen, geht, wenn überhaupt, nur mit sehr, sehr wenigen Chassis und die Kunst liegt hier in der richtigen Auswahl).

Eine Hochtonkalotte so niedrig anzukoppeln, war damals viel schwieriger als heute, denn sehr gut auflösende Teile mit hohem Schalldruck, hoher Belastbarkeit und niedriger Resonanzfrequenz gab es nur sehr wenig. Ich weiß ein Lied davon zu singen, wenn ich mich an die Testreihen erinnere, die ich damals eigenständig durchführte (nach meiner Zeit mit dem Audio Forum).

Die NuLine kann hier aus dem Vollen schöpfen (HT mit angekoppeltem Volumen und niedriger Fres, TT mit tiefgezogener hinteren Polplatte um einen extremen Hub zu realisiern, Polypropylen-Membran usw). Der 180er Tief-Mitteltöner dürfte um 2 kHz sauberer arbeiten (weniger Partialschwingungen, kein so großer axialer Schalldruckanstieg in dem Bereich, deshalb in diesem Bereich etwas weniger gerichtet abstrahlend.

Aber auch der TT im Monitor hat einen extrem großen linearen Hub und die Resonanzfrequenz dürfte niedriger liegen als bei den TTs der NuLine 84, ebenso die untere Grenzfrequenz.

Lange Rede, kurzer Sinn, "muttu hören!". Kennst du einen guten Händler wo du beides im direkten Vergleich hören kannst? Dann wird sich sehr schnell herausstellen, wo die Stärken und Schwächen der Kontrahenten liegen und ob der Monitor vielleicht doch schon in die Jahre gekommen ist-oder vielleicht doch nicht... und du musst dich eventuell nach oben korrigieren, um dich zu verbessern? Spannend!

Noch etwas zur Messtechnik... etwas besseres als das (geschulte) Ohr gibt es (wahrscheinlich) noch nicht. Sehr früh überkam mich damals die Erkenntnis, dass Entwicklungen mit meinen fürchterlich teuren Messgeräten von Bruel & Kjaer, die auf dem Frequenzgangschrieb hervorragend aussahen, manchmal besch...klangen. Aber umgekehrt gab es auch Resultate, die wirklich gut klangen, aber auf dem Schrieb schlecht aussahen.

Einige Jahre später erzielte ich mit Messungen in der Gating-Technik bessere Ergebnisse. Heutige Computergestützte Messungen basieren alle auf der FFT und sind nochmals viel aussagekräftiger, viel preiswerter und sehr schnell, dir Entwicklungszeit verkürzt sich deutlich, aber das Ohr...

Dass du dich zur Reparatur entschlossen hast, freut mich, vielleicht lässt sich tatsächlich mal ein Hörvergleich mit neuen und in die Jahre gekommenen Konstruktionen durchführen, an interessierten Forenmitgliedern wird es sicherlich nicht mangeln.

in diesem Sinne
Roland
emax
Schaut ab und zu mal vorbei
#49 erstellt: 22. Okt 2013, 19:51
Hallo Roland,

sehr solide und fundierte Ansage, da spricht der Insider. Freut mich sehr, das so differenziert zu lesen.

Ich kann zwar nicht auf Deinem Niveau analysieren, aber trotzdem kann ich Vieles nachvollziehen. Vielleicht gibt es auch kein plattes 'besser' oder 'schlechter'. Diese Erfahrung habe ich bereits mit Frickes LQL 150 gemacht.

Diese Boxen sind sowas von präzise und neutral, dass ich mich fast schäme, sie aktuell nicht einzusetzen. Das aber hat seinen guten Grund: Sie sind einfach _zu_ präzise. Und zwar in der Art, dass sie in ihrer -von mir subjektiv wahrgenommenen- Neutralität nicht das Klangerlebnis präsentieren, das meinem Geschmack entspricht. Einfach ausgedrückt: Es fehlt an 'Bumms'.

Wenn man sich aber darauf einlässt, 'präzise' zuzuhören, sind sie dennoch kaum zu übertreffen, weil alles so fein und genau herauskommt, ohne Eindruck schinden zu wollen.

Und das macht die Sache dann schwierig, und veranlasst mich zu o.g. Aussage, dass 'besser' oder 'schlechter' manchmal wohl einfach die falschen Kategorien sind.

Die ATR dagegen haben mich zu jeder Zeit fasziniert. Sie können bei niedrigen Pegeln schon beeindrucken, es mangelt an nichts, keine Lücke im Repertoire, jede Lage ist präsent. Und bei hohen Pegeln reisst es einen schlichtweg vom Stuhl. Tolle Lautsprecher eben.

Du hast natürlich Recht: Anhören!

Nubert kann man nur bei Nubert kaufen und anhören, oder sich bestellen und vier Wochen lang testen, bei voller Rückgabemöglichkeit. Das ist natürlich toll, und man mag sich fragen "warum bestellt der dann nicht einfach welche". Stimmt natürlich.

Aber ich scheue den Aufwand doch ein wenig, und vor allem war mir auch daran gelegen, andere Meinungen zum Stand der Technik und den Konzepten zu hören. Da sind Deine Beiträge ein wahrer Glücksfall, mit solch profunder Analyse hatte ich gar nicht gerechnet.

Du hast mir in wohltuender Weise dargelegt, dass ich mir hinsichtlich der Frage, ob die ATR mittlerweile durch die schlichte Weiterentwicklung vielleicht längst 'abgehängt' sind, wenig Gedanken machen muss.

Ich denke, ich werde mir mal an einem freien Tag die Zeit nehmen, und nach Schwäbisch Gmünd zu Nubert fahren, um mir neben den NuLine auch mal die NuVero anzuhören. Bis dahin freue ich mich weiter am Vollwert-Sound der ATR.

Was ich auf den ATR zu gerne höre:

- Stanley Clarkes 'Schooldays', zum Beipiel. Der E-Bass haut einen einfach weg.
- Oder Joshua Redmans 'Moodswing'. Auf den ATR ein geradezu unverschämt präsentes Saxophon.
- Und ab und zu Sigi Schwab und Chris Hinze, 'Rondo a Tre' und 'Backstage'.

Das sind alles phantastische Aufnahmen, die eine impotente Box teilweise schon bei normalen und natürlich erst recht bei höheren Pegeln in Schwierigkeiten bringen. Aber die ATR sind dabei immer zur Höchstfrom aufgelaufen.

Und genau diese Sachen werde ich dann wohl auch mal mit nach Nubert nehmen.

Danke noch mal, es war mir ein ausgeprochenes Vergnügen!


PS: Sollte es hier tatsächlich irgend jemanden geben, der 'Schooldays' nicht kennt, dem empfehle ich diese CD: http://www.youtube.com/watch?v=hrnI7TQ44U0


[Beitrag von emax am 25. Okt 2013, 14:08 bearbeitet]
tubesaurus
Ist häufiger hier
#50 erstellt: 28. Feb 2014, 10:34
hallo!
Ich habe die ATR Monitore mit der Seas noferro Kalotte immer noch in Betrieb, allerdings habe ich das Vorgängermodell der Noferro900, mit 92dB/1W, 6 ohm.
Seit ein paar Tagen, habe ich endlich meine craftsmen 500 fertig repariert, und sie laufen sehr ruhig , ich habe neue Elkos und 100Ohm potis da eingebaut, alles abgeglichen, und 5R4G Gleichrichter da eingebaut.
An einem großen "oconus" Trafo 230V> 110V werden sie betrieben, nur zur Info.
Jedenfalls, es macht wieder richtig Spass damit, der Bass vorallem, aber auch gute Hochton Auflösung, und
gute laute Mitten, erstaunlicherweise. Habe gestern Robert Cray Schallplatten gespielt, an einem
Röhrenvorverstärker ohne Klangregelung, die braucht man gar nicht, So wie es kommt ist es genau richtig.
Danach 80er Jahre Maxis , ist das gut! Demnächst mache ich mal ne 80er Jahre dance Party damit..
und je lauter, desto mehr Spass machen die.
Ich denke, es kommt gar nicht so genau darauf an, ob ich jetzt einen 8ohm oder 6ohm Hochtöner da anschließe.Wichtig ist doch, was dabei rauskommt, und das gefällt mir.
OK, die originalen Hochtöner sind defekt. Es wäre ja interressant, mal den Unterschied zwischen original und
seas noferro zu testen. Mal sehen, wenn ich diese Skk10 finden kann, probiere ich es mal aus.
Grüsse
Wuhduh
Inventar
#51 erstellt: 28. Feb 2014, 18:53
Nabend !

Du wirst mit den SKK10 akustisch und meßtechnisch nicht zufrieden sein bzw. werden, weil diese nicht so tief angekoppelt werden können wie die NoFerro900. Du " befreist " nicht den trägen Isophon-TMT vom oberen Mittenbereich.

Interessant und finanziell nicht sooo belastend wäre u. U. ein Vergleich mit den NoFerro650.

MfG,
Erik
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