Kunstkopfaufnahmen

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MAC666
Inventar
#1 erstellt: 10. Aug 2004, 09:35
Ich schreibe das mal hier bei die Klassiker, denn das war ja eigendlich eine Sache der 60er und vieleicht noch der 70er... Ausserdem fühle ich mich hier im Forumsbereich am wohlsten...

Was wisst Ihr genaueres darüber?

Ich komme darauf, weil ich mich gerade mit meinem Arbeitskollegen über die gute alte Zeit unterhalten habe, und wir uns noch daran erinnern, wie wir als Buben von vllt. 13 oder 14 das Tonbandgerät seines Vaters vom Speicher geholt haben und uns ein altes, mit der Kunstkopfmethode aufgenommenes Stück angehört haben und begeistert waren. 3D Aufnahmen in Stereo quasi, die allerdings nur mit Kopfhörern gut rüberkommen.

Wie es funktioniert: In etwa so: ein künstlicher Kopf mit den Mikrofonen in den Ohren wird zur Aufnahme genutzt.

Ich habe mir damals aus einem Frisierkopf meiner Schwester (sie war sauer!!!) so ein Ding gebastelt, hat sogar funktioniert.

Vor ein paar Jahren, als mp3 aufkam, habe ich festgestellt, dass mp3 die dreidimensionalität tötet, also geht bei mp3 doch was indirekt hörbares verloren... nur bei sehr hoher Bitrate hatte es funktioniert. Leider habe ich meine Aufnahmen nicht mehr, waren auf irgendeiner Kassette und die mp3 Dateien sind auch weg (Gott sei dank, was hat man als 14 Jähriger schon für tolle Sachen aufzunehmen )

Warum wird diese technik eigendlich heute nicht mehr eingesetzt, böte sich doch für fast alle bereiche an: Auch über normle Stereo Boxen ist noh etwas Pseudodreidimensionalität hörbar.

Habt Ihr noch alte Aufnahmen?


[Beitrag von MAC666 am 10. Aug 2004, 09:36 bearbeitet]
Oliver67
Inventar
#2 erstellt: 10. Aug 2004, 09:42
Welch Zufall

Ich habe für meine Abiturfacharbeit auch einen Kunstkopf gebastelt, allerdings den Styrokopf im Friseurladen gekauft

Warum Kunstkopf wieder verschwunden ist? Meiner These nach, weil man dafür Quasi-Liveaufnahmen braucht. Man kann verschiedene Instrumente nicht zeitlich getrennt aufnehmen und zusammenmixen. Auch Stützmikros sind nicht möglich. Es gibt ja immer nur den einen Kunstkopf. Die mangelnde Kompatibilität mit Lautsprechern ist auch ein Grund, wer will schon dauernd über Kopfhörer hören.

KK-Mikrophone gibt es aber immer noch. Entweder mit Kopf, oder zum in die eigenen Ohren stecken.

Und Hörspiele in KK-Technik werden hin und wieder auch noch gesendet (alte).

Oliver
baltasar
Stammgast
#3 erstellt: 10. Aug 2004, 09:43
hallo,
die "pseudodreidimensionalität" bei stereohören liegt aber vielleicht an der abhöranlage,oder?ich habe eine cd mit kunstkopfaufnahmen,der vorteil hat sich mir noch nicht erschlossen,vielleicht ein grund für das verschwinden dieser aufnahmetechnik.
Oliver67
Inventar
#4 erstellt: 10. Aug 2004, 09:52
Es funktioniert nur mit Kopfhörern wirklich. Aber mit LS gibt es nicht wirklich Probleme, nur eben nicht den Effekt.

Oliver
TBS-47-AUDIOCLUB
Stammgast
#5 erstellt: 10. Aug 2004, 11:21
Hallo "MAC666",


Warum wird diese technik eigendlich heute nicht mehr eingesetzt...

Habt Ihr noch alte Aufnahmen?

melde Dich bitte per E-mail bei uns, wir haben diverse KK-Aufnahmen - auch eigene Produktionen mit dem SENNHEISER-KK aufgenommen.

Gruß, Euer Gunther
MAC666
Inventar
#6 erstellt: 10. Aug 2004, 12:05
jo, aba erst heute abend, wenn ich zu Hause bin...
wolfi
Inventar
#7 erstellt: 10. Aug 2004, 12:32
Hallo,
als Hinweis für das Machen eigener Erfahrungen sei an einen alten Vorschlag von Heinz Bluthard erinnert: Man nehme als " Kunstkopfmikro " einen offenen Kopfhörer wie HD 414 oder ähnliche und benutze statt des Kopfhörerausgangs den Mikrofoneingang des Aufnahmegerätes. Für erste Versuche ( u.U. kostenfrei ) durchaus geeignet ( aber u.U. Brummprobleme ).
Oliver67
Inventar
#8 erstellt: 10. Aug 2004, 14:54
Das kann doch nicht funktionieren? Kunstkopf bezieht ja nicht nur die Abschattung des Kopfes ein (macht eine OSS-Scheibe auch) sondern auch die Ohrmuscheln.

Und der Kopfhörer sitzt ja auf den Ohren?

Oliver
wolfi
Inventar
#9 erstellt: 10. Aug 2004, 15:06
Hallo Oliver,
das funktionierte erstaunlich gut mit den besagten offenen KH von Sennheiser. Dass ein "richtiger" Kunstkopf von Neumann, Sennheiser oder AKG bessere Ergebnisse bringt, steht außer Frage.
op111
Moderator
#10 erstellt: 10. Aug 2004, 16:37

Das kann doch nicht funktionieren? Kunstkopf bezieht ja nicht nur die Abschattung des Kopfes ein (macht eine OSS-Scheibe auch) sondern auch die Ohrmuscheln.


genau Oliver,
die akustischen Eigenschaften des Aussenohres spielen eine wichtige Rolle. Wichtig zur Wiedergabe ist vor allem ein korrekt Freifeldentzerrter (am besten offener) Kopfhörer, da ein verbogener Frequenzgang zu Ortungsproblemen führt. Alte Aufnahmen (Hörspiel "Demolition") waren mit dem HD414 ungemein eindrucksvoll.
Daß der auch als gutes Aufnahmemikro taugte, halte ich für fraglich.

Gruß, Franz


[Beitrag von op111 am 10. Aug 2004, 16:40 bearbeitet]
MAC666
Inventar
#11 erstellt: 10. Aug 2004, 16:46
Ja, genau, Demolition war das Hörspiel, welches wir uns angehört haben...

Mit der Synchronstimme von Capt. Kirk (wer is das eigendlich... Peer Augustinski?)
Oliver67
Inventar
#12 erstellt: 10. Aug 2004, 17:30
Meinst Du Hans-Peter Hallwachs?


"Demolition" ist die erste Kunstkopf-Produktion der Hörspielgeschichte und wurde auf der Funkausstellung in Berlin 1973 als Sensation gefeiert.
Anfang der 70er Jahre machte eine neue Aufnahmetechnik im Radio von sich reden, die inzwischen fast wieder in Vergessenheit geraten ist: die Kunstkopf-Stereophonie. Als herausragendes Demonstrationsprojekt wurde 1973 in den damaligen RIAS-Studios ein Science-Fiction-Krimi nach dem Roman "The demolished man" des bekannten amerikanischen Autors Alfred Bester produziert. Ziel war es, für ein Hörspiel sämtliche Wirkungsmöglichkeiten der neuen Aufnahmetechnik unter Einbeziehung von Mono-, Stereo- und Quadrophonie-Technik, optimal zur Geltung zu bringen.
Die Redaktion "TV Hören und Sehen" verlieh dem Realisationsteam des Hörspiels "Demolition" für die erfolgreiche Anwendung der Kunstkopf-Stereophonie im Hörfunk das GOLDENE MIKROPHON 1973. Die Produktion gehört inzwischen zum festen Bestand moderner Hörspielklassiker.
Mit: Ben Reich: Hans-Peter Hallwachs
Lincoln Parker: Gert Günther Hoffmann
Cray D'Courtney: Arnold Marquis
Barbara D'Courtney: Susanne Tremper
Maria Beaumont: Ingrid van Bergen


Infos über Kunstkopfhörspiele bekommt ihr unter http://www.hoerdat.de/.

Das Feld "Titel" freilassen, unter dem nächsten Feld "Kunstkopfstereo" markieren und "suchen"

Heraus kommen 162 Kunstkopfproduktionen.

Einen schönen Abend wünscht

Oliver
wolfi
Inventar
#13 erstellt: 11. Aug 2004, 07:21
Hallo,
es ging nicht um gute Aufnahmemikrofone, sondern um die Möglichkeit die Technik " kostenlos " auszuprobieren. Das es grundsätzlich funktionierte, kann man z.B. " Bluthard, 50 Experimente für Tonband "(?) aus den 70ern entnehmen.
Tobias_Claren
Gesperrt
#14 erstellt: 27. Sep 2004, 02:39
Hallo.

Die letzte richtig gute Stereofonie die ich gehört habe war ein Beitrag in der Sendung nano.

Den habe ich auch noch als MD-Aufnahme und noch auf DV-Band (zu der Zeit hatte ich noch keine digitale TV-Karte).
Muss ich mal auf die Platte bringen.

Zu den Ergebnissen auf der verlinkten Seite:
Die sollen alle Stereofon sein?

Da steht bei den Titeln nichts dabei, und da sind welche dabei, die sind schon recht alt. War der Anfang nicht dieses "Demolition"? Das müste so um 1973 gewesen sein.

Ob Styropor so ideal ist? Es gibt z.B. ein Betrieb die produzieren die Köpfe günstig aus aneinander gesetzten Holzscheiben (von der Mitte nach rechts und links gestuft durch die Scheiben).

Aber eigentlich sollte man den Kopf mit Ohrmuschel und Gehörgang so genau wie möglich nachbilden.
Also auch die Schalleigenschaften.
So ein "wässriger" Kopf schluckt sicher anders als das luftige Styropor.

Das eben genannte Holz hat hingegen recht gute Schallschluckende Eigenschaften. Daher müsste es auch gut für den bau eine PC-Gehäuses geeignet sein. Sieht sicher auch nicht schlecht aus (mit Naturoberfläche).

P.S.: Die Preise dieser "Echtkopfmikrofone" sind ja extrem .
Vom Aufbau her wie die billigen Knöpfe für ins Ohr.
Da hätte ich schon Angst, dass die kaputt gehen .
Wo ist da der Preis? Die Mikrofone? Voodoo-Kabel? Einfach so?

Als Mikro für die DV-Kamera auf Reisen sicher eine ideale Lösung. Denn wer will schon einen Kunstkopf mit sich führen. Theoretisch deckt man ja einen Teil der Umgebung ab, wenn man so ein Ding trägt.

Geht das nicht auch günstiger? So extrem wie der Preis liegt, kann der Qualitätsunterschied doch nicht liegen....., oder ?

So etwas könnte man z.B. den Eltern mit auf die Reise geben, um auch einen guten Ton zu bekommen.


Tobias Claren.....


[Beitrag von Tobias_Claren am 27. Sep 2004, 02:45 bearbeitet]
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