Omnes Audio BB 4 black EA

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MBU
Inventar
#1 erstellt: 22. Mrz 2018, 17:12
Hi zusammen,

heute möchte ich meinen gerade gemessenen Neuzugang Omnes Audio BB 4 black vorstellen. Dabei handelt es sich um eine OEM-Variante des Tang Band W4-1320.

Unterschiede:
- schwarz gefärbte Membrane und Phaseplug
- 4 anstatt 8 Ohm
- ca. 8 Euro preiswerter

Zunächst einmal zwei Bilder:

010 020

Die vergleichende Impedanzmessung zeigt eine gute Serienkonstanz:

imp

Die ermittelten T/S-Parameter:

1_TSP 2_TSP

Der Treiber fühlt sich, je nach gewünschtem Maximalpegel und -3 dB-Punkt, in Baßreflexgehäusen zwischen 4 und 6 Litern wohl.

Gehäuse_4_6_ltr


[Beitrag von MBU am 22. Mrz 2018, 17:14 bearbeitet]
ennokin
Stammgast
#2 erstellt: 22. Mrz 2018, 19:38
Bald hast du alle 4 Zoll Breitbänder durch
Den finde ich allerdings auch sehr interessant, er könnte ein wirklich gutes P/L-Verhältnis haben.
totü
Stammgast
#3 erstellt: 23. Mrz 2018, 21:49
moin Michael,

die Optik der "Black Version" spricht mich sehr an. Ich bin gespannt, ob er deine Erwartungen erfüllt und bleibe neugierig dabei. Einen herzlichen Dank schon mal vorab für die kommende Berichterstattung.

Leider habe ich die aktuelle HH noch nicht. Wie hat denn BT den BB4Black getestet? Er soll doch lt. Inhaltsangabe der Ausgabe 3/18 mit von der Partie des Testparcours gewesen sein.

Schöne Grüße


[Beitrag von totü am 23. Mrz 2018, 23:48 bearbeitet]
totü
Stammgast
#4 erstellt: 24. Mrz 2018, 18:03
Bzgl Test des Chassis in HH hat sich meine Anfrage erledigt, habe mir die Ausgabe heute besorgt.
MBU
Inventar
#5 erstellt: 25. Mrz 2018, 03:57
Ich lese kein HH. Was hat denn BT geschrieben?
totü
Stammgast
#6 erstellt: 25. Mrz 2018, 09:23
Zitat HH:

"Der akustische FG verläuft vorbildlich ausgewogen, nicht so perfekt wie beim 1320 SIF, aber dafür im HT Bereich zwischen 5 und 20 KHz ausgewogener und ohne ausgeprägte Resonanzstörung ... auf überzeugend niedrigem Niveau verlaufen alle Klirrkurven - mit Ausnahme einer unkritischen K2-Klirrspitze bei 2000 Hz."

TSP: Re 3,4; Le 0,09; Fs 61; Qms 1,8; Qes 0,44; Qts 0,35; Sd 49; Vas 6,2; Cms 1,8; Mms 3,7; Rms 0,81; Bxl 3,3; Z 1Khz 4,5; Z 10Khz 6,2

Gehäuseempfehlung:

bei 0,2 Ohm 6 l, Abstimmfrequenz 55 Hz, untere Grenzfrequenz 51 Hz bei -3 dB, BR Rohr 50 mm und -länge 250 mm

bei 0,5 Ohm 6,5 l, 53 Hz, 48 Hz, 50 mm und 250 mm

schöne Grüße
MBU
Inventar
#7 erstellt: 25. Mrz 2018, 12:45

totü (Beitrag #6) schrieb:
BR Rohr 50 mm und -länge 250 mm


... und das in 6 umbauten Litern. Timmi halt mal wieder ...

Ansonsten kommt er im Endeffekt zu ähnlichen Ergebnissen (6 Liter Gehäuse) wie ich.
totü
Stammgast
#8 erstellt: 25. Mrz 2018, 14:04

MBU (Beitrag #7) schrieb:


... und das in 6 umbauten Litern. Timmi halt mal wieder ...



Damit könnte es gehen.
MBU
Inventar
#9 erstellt: 25. Mrz 2018, 14:54
Natürlich kann man da tricksen, aber einen Kanal mit fünf Zentimetern Durchmesser macht man einfach nicht 25 Zentimeter lang. Wir bauen hier schließlich Boxen und keine Orgeln.

Ein 3,5 Zentimeter-Kanal ist BT wohl zu einfach. Für einen Treiber mit so einer kleinen Membranfläche und Belastbarkeit reicht so ein dünner Kanal üppig.


[Beitrag von MBU am 25. Mrz 2018, 15:25 bearbeitet]
MBU
Inventar
#10 erstellt: 07. Apr 2018, 15:20
Langsam gehts auch an dieser Baustelle weiter.

oa
totü
Stammgast
#11 erstellt: 07. Apr 2018, 15:59
hi Michael,

hast du die Möglichkeit, klanglich die Black Version direkt mit dem 1320 SIF zu vergleichen?

Schöne Grüße ims Forum
MBU
Inventar
#12 erstellt: 08. Apr 2018, 01:44

totü (Beitrag #11) schrieb:

hast du die Möglichkeit, klanglich die Black Version direkt mit dem 1320 SIF zu vergleichen?


Nein!

Wie nahezu alle hier bin ich Privatmann und verfüge nur über eine begrenzte Auswahl an Chassis, welche ich vorstellen kann. Ich kann nur mit bei mir vorhandenen vergleichen.


[Beitrag von MBU am 08. Apr 2018, 01:48 bearbeitet]
totü
Stammgast
#13 erstellt: 08. Apr 2018, 05:36
schade - danke für die Antwort.
MBU
Inventar
#14 erstellt: 09. Apr 2018, 21:22
Hier die abschließenden Messungen:

Impedanz Treiber im Gehäuse:

6ltr_Impedanz

DSP-Einstellungen:

DSP_3

Frequenzgang auf Achse mit gefügter Nahfeldmessung im Bassbereich:

winkel_1

Frequenzgang 0, 15, 30, 45 und 60 Grad mit gefügter Nahfeldmessung im Bassbereich:

winkel_3

Normiertes Sonogramm:

Sonogramm
ennokin
Stammgast
#15 erstellt: 10. Apr 2018, 08:49
Ein Vergleich zu deinen anderen Breitbändern würde mich sehr interessieren. Was ist besser / schlechter. Alles subjektiv betrachtet.

Gruß
Enno
MBU
Inventar
#16 erstellt: 10. Apr 2018, 11:00
Meine Breitbänder ...

Im Bass sind die 4-Zöller im Prinzip alle ziemlich gleich. Ansonsten würde ich an erster Stelle Tinuviêl einordnen und Rang zwei teilen sich W4-655 EA und OA BB4 black EA. Beim OA geht im Hochton mehr, aber in Frequenzbereichen die mir nicht wirklich wichtig sind.


[Beitrag von MBU am 10. Apr 2018, 11:17 bearbeitet]
totü
Stammgast
#17 erstellt: 10. Apr 2018, 18:58
Ich glaube, ich muss mal zu dir kommen und Nachhilfeunterricht nehmen - einsame Klasse! Danke
MBU
Inventar
#18 erstellt: 17. Apr 2018, 19:50
Haben fertig: Den Bauplan gibt es jetzt in übersichtlicher Form inkl. der Einstellungen für Equalizer APO auf meiner Website.

bild_600
quecksel
Inventar
#19 erstellt: 01. Dez 2019, 14:35
Hallo Michael,

könntest du noch den Frequenzgang der nicht entzerrten Box einstellen?
MBU
Inventar
#20 erstellt: 01. Dez 2019, 20:28
nicht entzerrt:

bb4-nicht-entzerrt
quecksel
Inventar
#21 erstellt: 01. Dez 2019, 21:00
Vielen Dank. Das sieht so aus aus als ob passiv ein glatter Verlauf eher schwer zu realisieren ist, aber ich werde es mal probieren.

Frage nebenbei: Warum hast du den Peak bei 4-5 kHz stehengelassen?
Kay*
Inventar
#22 erstellt: 01. Dez 2019, 22:47

Das sieht so aus aus als ob passiv ein glatter Verlauf eher schwer zu realisieren ist

wieso das denn?
der BB macht 500Hz bis 10kHz innerhalb ±2,5dB.
Der Verlauf unter 500Hz ist der Messung geschuldet, bzw. ändert sich je nach Aufstellung.
quecksel
Inventar
#23 erstellt: 01. Dez 2019, 23:21
Stimmt, die Skalierung lässt das etwas zackeliger aussehen als es ist. Trotzdem sehe ich da drei bis vier Sperrkreise als notwendig an. Bin aber auch recht empfindlich gegen Unregelmäßigkeiten im Hochton. Mal sehen
MBU
Inventar
#24 erstellt: 02. Dez 2019, 15:46

quecksel (Beitrag #21) schrieb:
Warum hast du den Peak bei 4-5 kHz stehengelassen?


Der Einbruch unter Winkel wäre zu groß, wenn man diesen Peak korrigieren würde. Siehe Messungen unter #14
audio.novize
Schaut ab und zu mal vorbei
#25 erstellt: 03. Dez 2019, 00:46
Hallo zusammen,

so, ich habe fertig - die Omnes Audio BB4 black EA in der "Felsenbeißer-Version" sind vollendet. Warum Felsenbeißer? Dazu später mehr.

Die Vorgeschichte: Eigentlich waren die Lautsprecher für den Arbeitsplatz der Herzallerliebsten vorgesehen. Daher durfte es kein einfacher "schwarzer Block" werden. Der Plan war, bei den Schallwänden Multiplex (21 mm) zu verwenden und das Holz zu lasieren. Der Korpus sollte weiß lackiert werden.

So sollte es anfänglich von vorne aussehen (Teststück Schallwand):
Schallwand Teststück

Die Wendung: Nachdem ich den Korpus zusammengeleimt hatte, musste ich meiner besseren Hälfte allerdings zustimmen, dass die Ausmaße den Platz auf ihrem Schreibtisch doch übersteigen (bei einer Schreibtischtiefe von "nur" 60 cm; zumal sie auch aus optischen Gründen angewinkelte Lautsprecher im Einsatz hat, die lange nicht so "massiv" wirken).

Klein sind sie nicht:
Korpus roh

Also beschloss ich kurzerhand, die Lautsprecher an meinem zweiten Arbeitsplatz einzusetzen (mit einer Schreibtischtiefe von 80 cm). Eigentlich habe ich dort schon eine - wie ich finde - ausgezeichnete 2.1-Lösung, bestehend aus einem Braun Atelier SW2 Subwoofer, der dank 3-Wege-Verstärker die Satelliten in Form der KEF Q100 antreibt. Der Arbeitsplatz ist akustisch (leicht) optimiert, ebenso wie das Signal, das mittels Laptop per Equalizer APO über einen USB-Mixer (Yamaha AG03) an den Braun Atelier SW2 gegeben wird.

Allerdings nutze ich zwei getrennte Arbeitsplätze, wobei die Schreibtische in L-Form aufgestellt sind. Sprich: Wenn ich an dem einen Arbeitsplatz höre, spielt es einseitig hinter meinem Kopf. Das genügte mir als Rechtfertigung, um am zweiten Arbeitsplatz eigene Lautsprecher aufzustellen. Allerdings ist dort das "Farb-Setup" gänzlich anders, dort regieren Büro-bedingt dunkle Farben. Insbesondere sind die Schreibtischplatten schwarz. Daher musste nun eine andere Farb-Auswahl her.

Der Korpus sollte nun "eins mit dem Schreibtisch" werden, sprich in schwarz lackiert werden. Tja, eigentlich. Denn nachdem ich den Korpus (insgesamt 4 Mal) grau grundiert und geschliffen hatte, gefiel mir das vom Prinzip eigentlich schon ganz gut. Jedenfalls besser als zwei komplett schwarze "Klötze" (die auch etwas ins Fenster hineinragen).

Grau passt grundsätzlich schon (zum sonstigen "Büro-Ambiente"):
Lautsprecher grau grundiert

Die Qual der Wahl: Aber so ganz grau in grau? Irgendwie fehlte da was. So bin ich auf die Granit-Idee gekommen: auch grau, aber anders. Ich wollte ohnehin gerne auch mal etwas neues ausprobieren. Und ehrlicherweise war ich vom Grundieren und Schleifen nach vier Durchgängen auch etwas müde. Warum nicht mit der Dose lackieren? Also ab ins Bauhaus - und auf Empfehlung vor Ort je zwei Dosen Granit-Effekt-Lackspray samt Klarlack mitgenommen (auf Wasser-, nicht Acryl-Basis wg. Ausdünstungen).

Tja, was soll ich sagen? Das Lackieren war denkbar einfach: Im Abstand von ca. 2 - 5 Minuten habe ich gemäß Verarbeitungshinweisen jeweils eine dünne Farbschicht aufgesprüht, was gut und gleichmäßig funktioniert hat. Von dem Granit-Effekt-Spray habe ich ca. 1,5 Dosen für beide Lautsprecher verbraucht, von dem Klarlack ca. 1,25 Dosen. Damit bin ich auf ca. 5 Farbschichten auf allen Seiten gekommen (beim Boden war ich nicht ganz so großzügig ...). Angenehm war dabei, dass man mehr oder weniger in einem Arbeitsgang durcharbeitet. Dann gilt es nur noch (je) 24 Stunden zu warten.

Ergebnis: Im Ergebnis gefällt mir der Granit-Look sowohl im Hinblick auf die Musterung als auch bzgl. der Struktur, wobei es auf mich wie gewünscht neutral wirkt (und nicht zu langweilig oder zu dunkel):
Habe fertig - im Granit-Look

Erwähnenswert sind eventuell noch folgende Kleinigkeiten, die ich gegenüber dem Bauvorschlag angepasst habe:

Bananen-Buchsen: Da die Materialstärke 19 mm beträgt, war es bei den Bananenbuchsen schon etwas eng vom Anschluss her. Also habe ich selbige etwas versenkt eingesetzt:
Versenkte Bananen-Buchsen
(Bananen-Buchsen: https://www.amazon.de/gp/product/B07RQXZ8JM/)

Kabelschuhe: Die Kabel von den Bananen-Buchsen zu den Chassis habe ich nicht gelötet, sondern per Kabelschuh verbunden. Hintergrund ist, dass man mit demselben Gehäuse ja auch die hochwertigere Chassis-Variante in Form des Tang Band W4-1879 verwenden kann - da wollte ich im Zweifel einfach und bequem vorbereitet sein (verlötet ist allerdings der "Anschlussring" für die Bananen-Buchsen):
Kabelschuhe

Abdichtung: Ich weiß nicht, ob es erforderlich ist, unter dem Chassis Dichtungsband anzubringen. Jedenfalls hatte ich keins, dafür aber noch Tesa-Moll im Haus. Also zurechtgeschnitten und selbiges verwendet, was sehr gut funktioniert hat:
Chassis Abdichtung

Anwinkelung: Die Lautsprecher sind zwar nicht gerade klein, aber auch nicht groß genug, um sie einfach so aufzustellen. Denn dann spielen sie nicht auf Ohrhöhe. Also habe ich sie angewinkelt aufgestellt (auf 2 cm Waschmaschinenmatten und einem "Gummi-Untersteller", der bei den KEF Q100 dabei war). Dadurch wirken die Lautsprecher meiner Meinung optisch etwas weniger massiv.

Anschluss an PC: Der Anschluss erfolgt über einen externen USB-Mixer (Yamaha AG03), mit dem ich sehr zufrieden bin. Der kann bspw. 24-bit in 192 kHz verarbeiten. Insbesondere aber hat der USB-Mixer einen in der Lautstärke regelbaren Kopfhörerausgang. Den habe ich genutzt, um per Klinken- auf Cinch-Anschluss einen kleinen Verstärker anzusteuern, an dem die Lautsprecher hängen. Da nach Auskunft des Entwicklers bereits 5 Watt zum Betrieb ausreichen, habe ich hier bewusst "tiefgestapelt" und diesen hier - gerade auch unter Platzgesichtspunkten - geholt:
- Miniverstärker: https://www.amazon.de/gp/product/B06VWT6C14/
- USB-Mixer AG03: https://www.thomann.de/de/yamaha_ag03.htm

Lautsprecherkabel: Da ich am Schreibtisch notwendigerweise schon einiges an Kabeln unterbringen muss, wollte ich die nun zusätzlich erforderlichen Lautsprecherkabel möglichst einfach, flexibel und nicht auch noch auf der Rückseite unterbringen. Ganz simpel ging das mit Kabelhaltern, so dass ich die Lautsprecherkabel einfach unter dem Tisch verlegt habe, ohne die Kabel festzurren zu müssen:
08
(Kabelhalter: https://www.amazon.de/gp/product/B075YQDZF8/)

Jetzt zum eigentlich wichtigen Teil - dem Höreindruck:

Wow, ich bin schwer begeistert!

Was dieser "PC-Lautsprecher", insbesondere auch im unteren Frequenzbereich an Musikwiedergabe leistet, ist wirklich erstaunlich. Dazu muss ich sagen, dass ich musikalisch in Richtung "Beats & Vocals" tendiere (dazu gleich noch). Meine Sorge war daher, dass ein "PC-Lautsprecher" - zumal als 4-Zöller - hier eigentlich unterdimensioniert ist.

Beim ersten (Probe-)Hören schien sich das zunächst auch zu bestätigen: Enge Bühne, kaum Volumen, wenig Räumlichkeit und nach unten weder besonders tief noch genau. Gut, das war alles noch im Testaufbau (z.B. Bassreflexrohr nur leicht eingesteckt, Schrauben nur leicht angezogen, nicht genau aufgestellt etc.). Es klang vom Frequenzspektrum zwar schon "vollständig", aber eben irgendwie "klein" und "flach".

Nach einiger Einspielzeit und im finalen Aufbau aber hat sich meine Sorge nicht nur in Wohlgefallen, sondern in Begeisterung aufgelöst. Das betrifft zunächst die Tiefe der Bässe. Nach (absolut laienhaftem) Test der Tiefbass-Wiedergabe per Youtube-Video fangen die Lautsprecher ab 34 Hz zu spielen an und haben bei 38 Hz schon das volle Potenzial entfacht. Und das bei einem "PC-Lautsprecher".

Laien-Test: Tiefbass-Wiedergabe per Youtube-Video (und Gehör):
- https://www.youtube.com/watch?v=Su-pYZYAljM
- https://www.youtube.com/watch?v=qNf9nzvnd1k
- https://www.youtube.com/watch?v=ShzA3Nip2Do

Unbewusst haben meine Ohren schon den Subwoofer gesucht, insbesondere weil der Bassdruck offensichtlich nach unten abgeleitet wird. Unterstützt wird das wohl durch die angewinkelte Aufstellung und die rückseitige (vollflächige) Schaumstoff-Dämmung im unteren Bereich des Fensterelements. So fühlt es sich jedenfalls an. Genauso wie beim Braun Atelier SW2 spüre ich den Bassdruck um die Beine bis in den Bauch. Das hätte ich nicht erwartet - bei 4 Zoll?!

In meiner "Vocal & Beats"-Welt heißt Bass z.B. (nachfolgend Youtube-Videos, bessere Qualität bieten die einschlägigen Streaming-Dienste):
- Plus de temps von Poupie (ab 0:37): https://www.youtube.com/watch?v=rfi_A5qWc1E
- I like that von Janelle Monáe (ab 0:14): https://www.youtube.com/watch?v=uovntV3ZMDc
- Richtig "auf die 12" gibt's bei Ritual von Memba (ab 0:51): https://www.youtube.com/watch?v=JonvuD9GDmc

Natürlich ist der Bass nur ein Teil der Frequenzen. In den anderen Frequenzbereichen können die Lautsprecher aber ebenso überzeugen: Die Mitten spielen präsent, "punchy" und differenziert. Die Höhen spielen dabei ganz unangestrengt mit, ohne ansatzweise scharf zu klingen. Dabei bilden die Lautsprecher (wie gesagt: nach einiger Einspielzeit) eine breite Bühne, in die sich insbesondere Stimmen sehr harmonisch einbetten. Stimmen werden dabei von "voll" bis "zart" und, egal ob Männer-, Frauen- oder Chorstimmen, sehr authentisch wiedergegeben. Insgesamt erzeugen die Lautsprecher ein sehr homogenes Musikbild - sozusagen von unten nach oben im Frequenzgang, von links nach rechts auf der Bühne und (leicht eingeschränkt) von vorne nach hinten im Raum.

Im Bereich "Vocals" haben mich die Lautsprecher z.B. bei folgenden Stücken überzeugt (auch hier "nur" Youtube-Videos):
- I can't make you love me von Teddy Swims: https://www.youtube.com/watch?v=_Bm14Bv1DKU
- Get it together von India Arie: https://www.youtube.com/watch?v=QpiWkSa19eI
- Outnumbered von Dermont Kennedy: https://www.youtube.com/watch?v=A48hOToMuRE

Fazit: Im Ergebnis kann ich die Lautsprecher - sowohl klangtechnisch als auch im Hinblick auf den verhältnismäßig einfachen Bau - nur wärmstens empfehlen. Dabei trifft die Kurzbeschreibung als "ein audiophiler PC-Lautsprecher" den Nagel auf den Kopf. Im Vergleich zu sonstigen käuflich erwerbbaren Lautsprechern kann ich noch ergänzen, dass die Lautsprecher z.B. die Polk S15E, die Dali Alteco C-1 oder auch die JBL Control X Wireless locker hinter sich lassen.

Zu guter Letzt auch noch einmal ein großes Lob und eine Verneigung vor dem Entwickler, der seine Ergebnisse vorbehaltlos mit der Community teilt - super! Hier gilt dann glücklicherweise die alte Weisheit: Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, wenn man sie teilt.


Stellt sich abschließend nur noch die Frage, warum es sich nun um die "Felsenbeißer-Edition" handelt. Nun, ein Felsenbeißer ist ein Fabelwesen aus der Unendlichen Geschichte von Michael Ende:
https://de.wikipedia...endlichen_Geschichte

Angesichts der Gestaltung im Granit-Look liegt die optische Nähe der Lautsprecher zum Felsenbeißer ja fast schon auf der Hand. Die Referenz geht aber über das Optische hinaus. Denn die gesamte Bauaktion hat sich deutlich länger hingezogen als ursprünglich geplant - fast wäre sie auch in einer Unendlichen Geschichte ausgeartet.

Denn vor dem Entschluss, die Lautsprecher im Granit-Look zu behandeln, hatte ich zunächst den Versuch gestartet, die Front zu beizen:
Schallwand gebeizt

Das hat zwar gut funktioniert, allerdings hatte ich dann zur Versiegelung Treppen- und Parkett-Versiegler verwendet, den ich eh noch da hatte. Das war ein Fehler: Der Versiegler war sehr dick- und zähflüssig. Während ich beim Auftrag noch dachte bzw. hoffte, dass sich die Oberfläche beim Trocknen spannen bzw. glatt ziehen würde, war das Ergebnis einfach nur schrecklich. Also alles wieder abgeschliffen und erneut gebeizt.



Es war dann aber kein wirklich homogener Beizauftrag mehr möglich (einige Stellen waren deutlich dunkler, fast schon schwarz).



Irgendwann war klar: Entweder bastel ich hier noch "ewig und drei Tage" rum - oder es wird ein neuer Plan gefasst. Zum Glück habe ich mich für letzteres entschieden, was bei DIY kein Problem ist.

Ach, und von meinem "Unfall" mit dem Kreisschneider fange ich erst gar nicht an - ich sag nur: Kinder, passt mit dem Werkzeug auf! Ich werde zukünftig auf einen Einsatz - jedenfalls freihändig und ohne Schutzhaube - verzichten. Und aus schmerzvoller Erfahrung kann ich sagen, dass Multiplex deutlich härter ist als MDF:
Aua

P.S.
Parallel ist übrigens auch ein selbstgebauter Center für die Küche entstanden - aber das ist dann wirklich eine andere Geschichte ...


[Beitrag von audio.novize am 03. Dez 2019, 00:56 bearbeitet]
Kay*
Inventar
#26 erstellt: 03. Dez 2019, 04:36
ot

Granit-Effekt-Spray

ich habe immer vorlackiert, gerne in sw,
so sieht man irgendwelche Unsauberkeiten, die sich durchzeichnen könnten,
und ...
man braucht weniger Effekt-Lack ...
MBU
Inventar
#27 erstellt: 03. Dez 2019, 16:58
Hi audio.novice,

einen sehr schönen Nachbau hast du da hinbekommen und alleine für das Posting hier hast du wohl mehr Zeit aufgewendet als ich für die Konstruktion der Boxen.


[Beitrag von MBU am 03. Dez 2019, 22:48 bearbeitet]
audio.novize
Schaut ab und zu mal vorbei
#28 erstellt: 04. Dez 2019, 00:27

so sieht man irgendwelche Unsauberkeiten


Ja, das würde ich beim nächsten Mal auch eher so machen. Als Laie hatte ich einen ganz anderen Gedanken: Am "Besten" gleich grau grundieren, dann passt es im Zweifel schon vom Farbton, selbst wenn etwas durchscheint. Aber genau das verhindert auch, dass man Unsauberkeiten überhaupt erst sieht ...

Naja, wie mein Benutzername zum Ausdruck bringt: Als Novize hat man einiges zu lernen ...


einen sehr schönen Nachbau hast du da hinbekommen


Danke!

Hat ja auch lang genug gedauert - aber es hat auch super viel Spaß gemacht, weil ich (wieder) sehr viel gelernt habe. Auch und insbesondere über mich selbst - ich sage nur: Geduld haben, sauber vorplanen, ordentlich vorbereiten etc. pp.


wohl mehr Zeit aufgewendet als ich für die Konstruktion der Boxen


Hahaha, ja wer weiß ... andererseits: Schreiben und Dokumentieren ist sozusagen mein täglich (berufliches) Brot, das fließt sozusagen von alleine. Genau deswegen bin ich wahrscheinlich auch vom Selbstbau so begeistert: Anstatt nur zu "labern" und maximal seine Finger über die Tastatur schnellen zu lassen, schafft man etwas. Und dieses etwas kann man hinterher sogar anfassen (im Gegensatz zur digitalen Arbeit) und dann auch noch Musik damit genießen ...
audio.novize
Schaut ab und zu mal vorbei
#29 erstellt: 04. Dez 2019, 12:25
Im Nachgang und zum Abschluss noch einige - etwas bessere - Fotos (immer noch leicht verzerrt und nicht wirklich farbecht, aber immerhin ...):

Frontansicht Schrägansicht Schrägaufsicht Aufsicht Aufsicht Chassis Close-up Bananen-Buchsen Close-up
MBU
Inventar
#30 erstellt: Gestern, 01:45
Hallo audio.novize,

dein Gehäusefinish gefällt mir sehr gut! Würdest du noch die Produktbezeichnungen von Granit- und Klarlack posten?
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