Violectric V200: Mit DAC-Extension oder V800?

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oldpasha
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 25. Sep 2018, 09:05
Hallo,

ich trage mich mit dem Gedanken einen Violectric V200 zu kaufen. Ich benötige dafür definitiv einen digitalen Zugang (USB, Coax oder Optical) mit 24/192. Nun gibt es diese Extensions als Option vom Hersteller. Ich habe jedoch kritische Anmerkungen gelesen, dass die Extension Card "weniger gut" klingen soll. Eine Alternative wäre natürlich der V800 als vorgeschalteter DAC. Damit ist die Mobilität des V200 aber fast schon dahin. Hat jemand einen direkten Vergleich zwischen den beiden machen können? Klingt die Lösung mit dem V800 - abzüglich des Hifi-Voodoo-Faktors - wirklich HÖRBAR BESSER oder nur ein wenig ANDERS?

Vielen Dank für eure Hinweise.
Jakari
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 25. Sep 2018, 10:58
Ich fürchte die Frage musst Du dir mittels Test selbst beantworten. Jeder empfindet/bewertet Klangqualität anders. Ich besitze den DAC rs 06 von Lake People und bin sehr zufrieden. Die Unterschiede bei den DACs sind in aller Regel sehr gering...
Im Vergleich zum CD Player Ausgang (Marantz CD 6002) empfinde ich den Klang in erster Linie besser aufgelöst. Mehr möchte ich nicht sagen, da dies jeder anders wahr nimmt.
Hier im Forum bewerten viele Klangunterschiede bei DACs als Vodoo. Teste deswegen selbst. Im Zweifelsfall würde ich auf den externen DAC verzichten und lieber in den KH oder Musik investieren.
oldpasha
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 25. Sep 2018, 17:19
Das mit dem Testen beim Händler finde ich leider immer ziemlich schwierig. Ich habe immer das Problem, dass mir kleinere Soundunterschiede erst auf lange Sicht auffallen, meist zuhause mit viel Ruhe. Wenn dann in relativ kurzer Zeit KHs, KHVs und DACs gegeneinander getauscht werden vergeht oft so viel Zeit mit Umstecken, Lautstärkeanpassung etc, dass der Höreindruck des der vorigen Kombination schon wieder passé ist. :-)
Theoretisch bin ich auch der Meinung, dass ein DAC, der vernünftig rechnet, (fast) genauso klingen müsste wie jeder andere. Ich bin mir eher unsicher, ob sich das Umfeld, wie Verbau in einem engen KHV-Gehäuse oder das Teilen der Stromversorgung ungünstig auswirkt...
Jakari
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 25. Sep 2018, 19:01
Bestell doch einfach einen DAC wenn Du dich mit dem Violectric mittels des analogen Eingangs "eingehört" hast. Und vergleiche mit der Quelle am analogen Eingang. Innerhalb der Widerufsfrist ist eine Rückgabe ohne Problem (sowohl bei CMA audio wie auch Thomann) möglich. Gute Händler leihen Geräte übers WE aus...die interne DAC Platine lässt sich auch im nachhinein einbauen/bestellen.
oneforall
Stammgast
#5 erstellt: 25. Sep 2018, 19:12
Klingen tut die Karte nicht schlechter als andere Wandler, es sind ja auch nicht 0815 Bauteile da verbaut. Rate aber trotzdem davon ab, da der Spannungschip auf der Platine extrem heiß wird und sich durch die Kühlvariante auf die gesamte DA Platine überträgt. Im übrigen hat auch das gemeinsame Netzteil
mächtig Temperatur.
Gemessen habe ich an der Oberfläche des Chips über 80°.
Vermutlich stört das nicht weiter aber ob das auf Dauer gut ist kann ich nicht beurteilen.
Ich habe die Platine wieder entfernt.
Der Klang selber war aber top.


[Beitrag von oneforall am 25. Sep 2018, 19:19 bearbeitet]
oldpasha
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 25. Sep 2018, 20:02
@Jakari:
Vielleicht keine schlechte Idee. Bräuchte nur ne vernünftige analoge Quelle. Um die wollte ich mich eigentlich erst später kümmern. Momentan steht hier nur ein Yamaha CD-S 300...

@oneforall:
80 Grad? Himmel! Ist das normal oder war bei Dir irgendwas defekt? Geplant war einen LCD 3 daran zu betreiben. Bin mir nicht sicher wieviel Leistung der frisst...
Jakari
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 25. Sep 2018, 20:45
Meiner Meinung nach ist der Yamaha CD Player (zumindest für erste Vergleiche) eine vernünftige Quelle.
Violectric V100/200 sind sehr leistungsstark und treiben die Audeze LCDs problemlos an. Kenne die Kombo und finde die großartig.
hazel-itv
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 25. Sep 2018, 20:58
Ich habe den LCD2C und den Violectric V200. Das ist wirklich eine klasse Kombi! Außerdem besitze ich den Fostex HP-A3 (DAC/KHV).

Zwischen den beiden KHVs gibt es schon einen Unterschied, der V200 öffnet das Klangbild noch etwas, schafft Transparenz und seperiert die Instrumente noch etwas besser und der Bass ist minimal konturierter. Der Unterschied ist allerdings wirklich sehr gering und fiel mir erst nach langem Hören und vielen AB-Vergleichen mit beiden Geräten auf. Manch einer würde das wohl schon in das Voodoo-Gebiet abtun und mich zu einem Blindtest herausfordern....

Wenn ich allerdings nur den DAC des HP-A3 benutze (der laut Testberichten angeblich weit oberhalb seiner Preisklasse spielt) und über die analogen Ausgänge in den Violectric gehe, merke ich trotz vieler und langer Hörabende wirklich keinen Unterschied zu dem DAC meiner Standard PC-Soundkarte, der normalerweise den Violectric speist...

Bin zwar auch schon am Überlegen gewesen, mir das Modul für den V200 zu holen, einfach weil man dann alles in einem Gerät hat, aber ob das soundmäßig wirklich Not tut, sei mal dahingestellt.

Andererseits gibt es natürlich auch immer Menschen, die ein besseres Gehör haben als ich...
oldpasha
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 26. Sep 2018, 08:57
OK, die LCD3/V200-Kombi scheint also nicht nur meinen Geschmack zu treffen. Mich würde aber das Temperaturthema noch mal interessieren: Kann man das allgemein bestätigen, oder betrifft das vielleicht nur hochohmige KH? Der V200 macht mit internem digitalen Interface eigentlich mehr Sinn, da ich oft in Hotels unterwegs bin und nicht unbedingt einen externen DAC dort hinschleppen will. Der V800 wäre eher eine zusätzliche Überlegung für zuhause - für den Fall, dass er nochmal viel besser klingen sollte als die Erweiterungskarte...
hazel-itv
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 26. Sep 2018, 09:05
Mich überrascht das mit der Temperatur auch, zumal ich wie gesagt auch schon überlegt habe, mir das Modul zu holen... ich hab bisher noch nie etwas derartiges gelesen.

Nun haben wahrscheinlich nicht Nutzer viele diese Kombi. Vielleicht müsste man einfach mal Violectric anschreiben. Wäre mal interessant, wie die sich dazu äußern.
Jakari
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 26. Sep 2018, 16:59
Meiner Erfahrung nach werden alle Amps auf V100/200 Basis warm. Am Gehäuse gefühlte 50-60 Grad. An der Platine kanns dann schon mehr werden...
Im Zweifelsfall bei Lake People anfragen.
oneforall
Stammgast
#12 erstellt: 27. Sep 2018, 19:45
Das mit der Temperatur muss nicht unbedingt negativ sein, wollte das nur mal angesprochen haben.
Vielleicht können das andere Besitzer auch bestätigen.
Die erhöhten Temperaturen bleiben auch wenn kein Signal anliegt. Da auch das Netzteil ohne DAC wesentlich kühler bleibt, vermute ich das es mit DAC etwas an seine Leistungsgrenzen gerät.
Denn so groß ist es ja nicht wirklich.


[Beitrag von oneforall am 27. Sep 2018, 19:46 bearbeitet]
j!more
Inventar
#13 erstellt: 28. Sep 2018, 16:38
Mein V200 ist schon eine ganze Weile her. Ja, er wurde warm, aber nicht heiss. Der Lake People G99 wurde deutlich wärmer. 50 bis 60 Grad am Gehäuse erscheinen mir zu hoch, 80 Grad an dem für die Spannungsstabiliserung zuständigen Chip auch. Ich würde bei LP/Violectric nachfragen, ob das so sein soll. Wenn ja, wäre das ja auch ok, weil die wissen, was sie tun. Wenn nein, reparieren die sicher gerne.

Ich hatte seinerzeit das USB-DAC-Modul (24/96, damals) und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Ich würde den V200 mit USB-DAC kaufen und bei Bedarf einen externen DAC dazunehmen. Dass es den wirklich braucht, glaube ich nicht.

Wenn es kein V200 sein muss, würde ich mir den ADI-2 DAC von RME anschauen und anhören. Der treibt auch alles sehr (sehr) ordentlich an und ist wandlermässig top.


[Beitrag von j!more am 29. Sep 2018, 08:17 bearbeitet]
hazel-itv
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 28. Sep 2018, 19:43
Meiner wird definitiv auch keine 50 Grad heiß am Gehäuse, gerade mal leicht lauwarm bis handwarm, je nach Last und Dauer. Wenn kein Signal anliegt, ist er nahezu kalt...
Jakari
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 28. Sep 2018, 22:13
Kann auch sein, dass mein GEFÜHLTER Temperaturbereich zu hoch ist. Was ich mit Sicherheit sagen kann, dass es warm wird...
Jakari
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 29. Sep 2018, 09:29
Sorry! Ich hätte subjektive Temperatur-Zahlenwerte weg lassen sollen. Ich ordne Temperaturen bei Amps im genannten Bereich nicht als negativ ein...deswegen bin ich zu leichtfertig mit der Angabe umgegangen.
oldpasha
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 30. Sep 2018, 15:20
So, ich habe Jakaris Tipp mal ernst genommen und den V200 analog an den internen 24/192-AKM Wandler eines Onkyo C755 gehangen, um mich "einzuhören". Das Ensemble an einem geliehenen LCD 3 ist schon eine Macht. Wenn die Violectric XMOS DAC-Extension vergleichbar klingt, würde mich das völlig zufrieden stellen. Der Händler hat die USB-Version der Platine nun bestellt. Näheres erfahren wir Ende der Woche. Derweil ist wirklich beeindruckend, was so ein KVH schon bei deutlich günstigeren KH in der Lage ist herauszuholen. DT 770 oder 880 klingen schon recht ordentlich (wennauch nach der typischen Sennheiser-Badewanne), beim Oppo PM 3 ist die Steigerung schon regelrecht krass (wennauch die sehr gedrungene Bühne konstruktionsbedingt erhalten bleibt)...
oldpasha
Ist häufiger hier
#18 erstellt: Heute, 11:14
Zwischenbericht:
Am WE wurde die 24/192 DAC-XMOS-Platine von Violectric in den V200 eingebaut und gegen den Stino-DAC eines CD-Players verglichen. Setup war also ONKYO C-755 über analog Cinch in den V200 gegen MacBook Pro über USB auf internen DAC des V200. Kopfhörer war ein Audeze LCD 3. Es wurden mehrere (meist Remastered-) CDs, wie Peter Gabriels "So", Genesis "Invisible Touch", DireStraits "Brothers in Arms", oder Elton Johns "Ice On Fire" zu ihren WAV-Rips parallel abgespielt und währenddessen zwischen analoger und digitaler Quelle hin- und hergewechselt. Nach Feinjustierung des Pre-Gains am V200 waren die Pegel beider Quellen nahezu identisch. Zwei parallel hörende Personen stellten dasselbe fest: Der Violectric DAC klingt, gemessen am analogen Signal des Onkyo viel kälter, da aggressiver und heller. In Stimmen fehlt die charakteristische Zeichnung in den Mitten, leise Klavierpassagen sind zu spitz und dünn, die Musik ist deutlich weniger dynamisch, Echos und Halls sind weniger wahrnehmbar. Alles wirkt eher kalt und analytisch, als warm, tiefengestaffelt und mitreißend. Im ganzen hat man eher den Eindruck von 2D als von 3D, eher wie ein Foto der Musik. Je voller die Aufnahme ist, desto deutlicher werden die Eindrücke. Auch leichte Anpassungen des Pegels nach oben helfen dem DAC-Signal nicht. Zufriedenstellend ist das nicht wirklich, angesichts dessen, dass eine 300€-Platine von einem 350-€-CDPlayer geschlagen wird. Ich will nicht sagen, dass die DAC-Platine unbrauchbar ist, aber wenn man den Analogeingang bei jeder Aufnahme deutlich besser findet, ist das doof.

Mich würde ja sehr interessieren welche technischen Ursachen das haben kann, denn man sagt ja im allgemeinen, dass an der Algorithmik zur Decodierung eines 44KHz-Signals kaum mehr etwas zu verbessern ist. Was also kann im Post-Processing des berechneten Schallwellensignals noch solche Unterschiede produzieren? Kapazität des Netzteils? Spezielles Equalizing? Bewusste herstellertypische Färbung? Gerade bei letzterem ist dann die Frage, ob ein Weitertesten in Richtung des V800 überhaupt Sinn macht.
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