NIKKO Alpha II - SEHR heiß (Ruhestrom)?

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Maliq
Inventar
#1 erstellt: 18. Aug 2007, 19:10
Guten Tach!


Meine betagte Endstufe NIKKO Alpha II wird schon nach

kurzer Zeit im Leerlauf SEHR heiß. Bis jetzt verrichtet sie immer anstandslos ihren Dienst.

Ich denke jedoch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendwann mal was schmort.

Wiegesagt im Leerlauf wird's schon ziemlich heiß, bei Belastung noch ein bißchen

mehr - zudem heißt es in einem alten Stereobläh Testbericht:


Großzügig auch die Kühlrippen, die sich nicht einmal bei Dauerbetrieb

übermäßig erwärmten.



Wenn bei denen Dauerbetrieb 5 Minuten ist und keine Musik spielt, geb ich ihnen Recht.

Aber nur dann. Aber nach ner Stunde hören, ist mein Zimmer deutlich wärmer als der

Rest der Wohnung. Man kann auch hinten nicht mehr anfassen, ohne sich zu verbrennen.

Meine LS sind solide 8 Ohm'er, an denen wird's nicht liegen.

Vor allen Dingen tritt der Effekt bei jedem angeschlossenem LS auf.

Warscheinlich ist also der Ruhestrom nicht richtig eingestellt.

In solch speziellen Elektronikdingen bin ich ne absolute 0 - deswegen nehmt mir meine laienhaften

Ausführungen nicht übel.

Welche Bauteile sind denn eigentlich zuständig für den Ruhestrom - kann man da

was reparieren (lassen)? Oder ist dat Dingen verloren - ich hab nämlich auch kein Service-Manual.

Zur Info - die Endstufe ist voll diskret aufgebaut und hat 2 Netzteile.


nun ja.....


und vielen Dank schonmal..

hier noch n heißes bildchen:


http://img249.imageshack.us/img249/1333/nikko5gj4pp7.jpg
oldiefan1
Inventar
#2 erstellt: 18. Aug 2007, 20:53
Den Ruhestrom einzustellen ist keine grosse Sache. Sollte jede gute HiFi Wekstatt machen können. Hast Du einen Schaltplan oder Service-Unterlagen? Das würde die Sache sehr vereinfachen. Kannst Du evtl. vom Schaltungsdienst Lange in Berlin ordern. Dort steht genau, wie der Ruhestrom bei Deinem Gerät gemessen und eingestellt wird.

Auf Deinem Bild sieht man das nicht genau - es gibt auf jeder der beiden senkrecht stehenden Platinen der beiden Endstufen wahrscheinlich je zwei Potentiometer. Eines der beiden ist für die Ruhestromeinstellung ("bias"), das andere für die "Symmetrie" des Differentialverstärkers ("offset").

Für die Ruhesstromeinstellung gibt es pro Kanal entweder zwei bezeichnete Messpunkte, zwischen die man ein Millivoltmeter hängt und dann mit dem Bias-Poti den im Service-Manual den vogegebenen Wert einstellt, ohne dass ein Signal am Verstärkereingang anliegt - oder man misst den Spannungsabfall über einem Emitterwiderstand, das ist einer der grossen Keramikwiderstände. Man lässt den Verstärker vorher ca. 15 Minuten warm werden.

Das ander Poti reguliert den Offset. Dafür schaltet man das Millivoltmeter zwischen die beiden (+/-) Anschlüsse eines Lautsprecherausgangs eines Kanals und gleicht mit dem Offset Poti die Gleichspannung auf 0 Millivolt ab. Beim anderen Kanal dann entsprechend.

Wenn Du kein Servicemanual hast oder bekommen kannst, kann man sich meist so helfen:

Identifiziere einen der grossen Keramik-Emitterwiderstände an der Endstufe. Dieser Widerständ hat meist 0,22 Ohm oder 0,33 Ohm (ggf. bis ca. 0,82 Ohm). Es gibt so viele Emitterwiderstände wie Endtransistoren. Bei Deinem Gerät wahrscheinlich 4 pro Kanal. An einen der Emitterwiderstände klemmst Du ein Millivoltmeter, Einstellbereich bis 50 oder bis 100 mV (DC). Identifiziere vorher die Grösse des Widerstands (ist aufgedruckt). Keine anderen Teile berühren! Dann Gerät einschalten (Vorsicht, ggf. im Inneren Teile, die lebensgefährliche Spannungen führen!). Ca. 15 Minuten warm werden lassen, ohne Eingangssignal, Lautstärke auf Minimum, keine Lautsprecher angeschlossen. Mit Poti Ruhestrom durch den Emitterwiderstand auf ca. 35 mA einstellen. Der Spannungsabfall, der am Multimeter dafür angezeigt werden muss, lässt sich nach dem Ohmschen Gesetz so berechnen:

U= I x R

Wenn also der Emitterwiderstand 0,22 Ohm hat, muss mit dem Poti ein Spannungsabfall von U = 35 mA x 0,22 Ohm = 7,7 mV eingestellt werden. Konstruktionsbedingt kommt man aber bei manchen Verstärkern nicht an beide Seiten eines Emitterwiderstandes heran, sondern muss den Spannungsabfall über zwei in Serie liegende Emitterwiderstände einstellen, also im Beispielfall dann 15,4 mV. Auch die Messpunkte (wenn welche angegeben sind), erfordern manchmal Einstellung anderer Werte.

Anhand eines Schaltplanes kann man meist sofort sehen, wie es geht. Oder Du bringst das Gerät zu einem Fachmann. Wenn Du wenig Erfahrung hast würde ich das sowieso raten. Wie schon gesagt, man muss die Einstellungen am offenen Gerät und unter Spannung machen. Es gibt dort meist Teile die bloss liegen und Netzspannung führen - also besteht bei Berührung Lebensgefahr. Unabhängig davon, kann ein Abrutschen beim Messen und zufälliger Kontakt mit anderen Bauteilen den Verstärker (Endstufe) zerstören. Bei einem so guten Gerät also nichts für Bastelversuche!

Grüsse,
Reinhard
Maliq
Inventar
#3 erstellt: 18. Aug 2007, 21:02
Hey,

vielen Dank für deine Erläuterungen! Ja, das ist auf jeden Fall ein Patient für den Spezialisten.

Aber da ich aus Berlin komme, sollte sich hier schon jemand finden lassen,

der da was machen kann.

Noch mal dankeschön...

oldiefan1
Inventar
#4 erstellt: 19. Aug 2007, 01:08
Das ist gut!

Wenn Du keine Werkstatt des Vertrauens hast, kannst Du Dich an Forumsmitglied armin777 wenden, er macht das in einer Werkstatt in Berlin professionell und gut (und wohl auch nicht zu teuer).

Grüsse,
Reinhard
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