Nordmende Röhrenradio kein Empfang mehr

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Nobbixxx
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 14. Feb 2008, 16:49
Habe von einem Onkel ein schönes altes Röhrenradio geschenkt bekommen, ein "Nordmende Phono Super", gekauft angeblich 1962.(z.Zt. auch in der Bucht zu bewundern, Artikelnummer 330210220965)
Er hatte das Teil jahrelang in seinem Werkraum stehen und als er es mir vorführte funktionierte es wunderbar.
Nachdem ich es zu mir transportiert habe aber leider nicht mehr :-(

Der Fehler ist, er empfängt einfach keinen Sender mehr, weder auf UKW noch auf einem anderen Band. Auch bei voll aufgedrehtem Lautstärkeregler hört man nur ein leichtes (Verstärker-?)rauschen aus den Lautsprechern. Antenne ist übrigens angeschlossen, der Verstärkerteil kann nicht defekt sein, denn die Soundkarte des Laptops an den TA-Eingang angeschlossen wird einwandfrei wiedergegeben.

Woran kann der Fehler liegen bzw. was kann ich tun?
Das wahrscheinlichste ist ja, daß bei der Fahrt durch die Erschütterungen irgendetwas kaputt gegangen ist. Vielleicht eine Röhre, aber wenn ja welche? Das Teil hat 8 Stück davon: ECC 85, ECH 81, EF 89, EABC 80, EBC 81, EL 84, EL 84, EM 84

Bin leider völlig hilflos und dankbar für jeden Hinweis wo und wie ich mit der Fehlersuche anfangen soll.......


Herzliche Grüße
Norbert
hf500
Moderator
#2 erstellt: 14. Feb 2008, 21:21
Moin,
schick, sogar mit Gegentaktendstufe, die fuer 12W gut sein duerfte.
(Wenn man sich Muehe gibt, kann man mit 2x EL84 15-17W erreichen, aber das war in Radios seltener.)

Die verwendeten Novalroehren sind ziemlich robust, eine Fahrt im Auto muessen die ueberleben, wenn sie
ansonsten mechanisch fehlerfrei sind.
Eher scheint mir, dass irgendwas keinen Strom mehr bekommt. Das Radio muss also untersucht werden.
In der Regel ist ohnehin eine Ueberholung notwendig, 1962 wurden noch Papierkondensatoren verwendet,
die mit der Zeit Feuchtigkeit ziehen und Isolationsfehler zeigen, die besonders den Lautsprecherroehren gefaehrlich werden.

73
Peter
3rd_Ear
Inventar
#3 erstellt: 14. Feb 2008, 21:59
Damit nun alle wissen, von welchen pösen Papierwickel-Kondensatoren die Rede ist, habe ich die pösen Puben auf dem Pild unten von allen Seiten umzingelt und eingekreist:



Die betreffenden Kondensatoren tragen die Aufschrift "ERO". Das war damals die gängige Bauform von Roederstein.

Darüberhinaus sind bei dem abgebildeten Gerät ausserhalb des eingekreisten Bereiches schon ein paar nagelneue axiale ERO-Kunststoff-Folienkondensatoren eingelötet. Die bekannten roten WIMAs für Printmontage gehen aber auch als Ersatz.


[Beitrag von 3rd_Ear am 14. Feb 2008, 22:00 bearbeitet]
3rd_Ear
Inventar
#4 erstellt: 14. Feb 2008, 22:43

Nobbixxx schrieb:

... denn die Soundkarte des Laptops an den TA-Eingang angeschlossen wird einwandfrei wiedergegeben.


Beim nochmaligen Lesen ist mir die Fehlerursache wie Schuppen aus den Haaren gefallen!


Ganz klar! Ein Kulturschock hat Dein Radio verstummen lassen!

Du mußt jetzt nur einfach mal das Radio auf eine Couch legen und zur Therapie diesen zeitgemässen Röhren-Computer am TA-Eingang anschliessen:







Nobbixxx
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 15. Feb 2008, 08:19
Ojeoje - das kommt davon wenn man so sorglos mit modernen Geräten durch die Gegend jongliert.
Vielleicht hätte ich besser getestet, indem ich eine schöne LP mit 50-er Jazz über den eingebauten Plattenspieler abgespielt hätte. Aber womöglich wäre dann mein TD2001 beleidigt gewesen.....

Doch Spaß beiseite: Das mit den Kondensatoren ist schon mal ein guter Tipp. Aber können die denn die Ursache sein wenn kein Radio empfangen wird, der Verstärker aber einwandfrei funktioniert?

An eine fachmännische Überholung hatte ich auch schon gedacht, werde ich wohl auch machen lassen. Aber vorher hätte ich gerne die prinzipielle Funktionsfähigkeit sichergestellt damit keine exorbitanten Kosten auf mich zukommen.
WinfriedB
Inventar
#6 erstellt: 15. Feb 2008, 09:39
Überprüf erst mal alle Röhren. In allen muß ein Heizfaden rötlich glimmen (manchmal nur als kleiner Punkt von schräg oben sichtbar). Die Röhren dürfen silbrigen, aber keinen weißen Belag an der Spitze haben.

Dann kannst du auch mal alle Röhren des Radioteils rausziehen, die Fassungskontakte mit Kontaktspray besprühen und die Röhren wieder einsetzen.

Durchgeschlagene Kondensatoren können auch zum Radioteil-Ausfall führen, wenn sie z.B. an der Anodenleitung einer Röhre liegen und diese dann wg. Durchschlag keine oder viel zu niedrige Spannung hat. Totalausfälle liegen häufig daran, daß eine der Versorgungsspannungen einer der Röhren nicht stimmt.

Exorbitant werden die Kosten nicht sein, so komplex ist die Schaltungstechnik der alten Geräte nicht, und Standardröhren lassen sich auch noch leicht beschaffen. Es sollte allerdings ein/e Fachmann/frau für alte Röhrenradios ran, die finden die Fehler auch oft ohne Schaltplan.
Nobbixxx
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 15. Feb 2008, 13:45
Danke für die Infos.
Eine Kontrolle der Röhren wäre wohl wirklich der sinnvolle erste Schritt. Aber bevor ich irgendetwas verschlimmbessere: Nach meinen bisherigen Recherchen ist die ECC85 zuständig für den UKW-Empfang, die EL84 für die Verstärkung. Die beiden (bzw. drei) kommen also nicht in Frage. Welche Röhre kommt denn als Verursacher für den beschriebenen Fehler in Frage?

Feuchtigkeit wäre übrigens durchaus eine mögliche Ursache. Im Werkraum meines Onkels, wo das Gerät jahrelang stand, war es recht feucht (Keller). Das erklärt zwar nicht, warum das Radio da funktionierte, bei mir im (trockenen)Arbeitszimmer aber nicht mehr....
Bertl100
Inventar
#8 erstellt: 15. Feb 2008, 13:53
Hallo!

nun, das kann alles mögliche sein!
ECC85 ist UKW-HF, EL84 ist Endstufe, richtig.

Hast du mal den Endverstärker getestet? Also mal was hinten an der Tonabnehmerbuchse anschließen (CD-Player o.ä.).

Was mir so an Fehlermöglichkeiten einfällt:

- Ein Kondensator ist durchgeschlagen. Passiert recht oft, wenn das Gerät vorher mal länger gestanden war. Es ist auch durchaus häufig, dass es danach noch einige Minuten oder Stunden geht, und erst dann....

- Eine Röhre hat einen Wackler im Sockel

Das magische Auge leuchtet noch?

Gruß
Bernhard
WinfriedB
Inventar
#9 erstellt: 15. Feb 2008, 14:07

Nobbixxx schrieb:
Danke für die Infos.
Eine Kontrolle der Röhren wäre wohl wirklich der sinnvolle erste Schritt. Aber bevor ich irgendetwas verschlimmbessere: Nach meinen bisherigen Recherchen ist die ECC85 zuständig für den UKW-Empfang, die EL84 für die Verstärkung. Die beiden (bzw. drei) kommen also nicht in Frage. Welche Röhre kommt denn als Verursacher für den beschriebenen Fehler in Frage?


ECH 81 (Oszillator/Mischstufe)
EF 89, (ZF-Verstärker)
EABC 80 (ist glaub ich für AM-Demodulator und UKW-Ratiodetektor, d.h. Erzeugung eines NF-Signals aus dem frequenzmodulierten UKW-Signal)
EBC 81 (NF-Vorstufe, Erzeugung Regelspannung für ZF-Verstärker, kommt eher nicht in Frage)


Nobbixxx schrieb:

Feuchtigkeit wäre übrigens durchaus eine mögliche Ursache. Im Werkraum meines Onkels, wo das Gerät jahrelang stand, war es recht feucht (Keller). Das erklärt zwar nicht, warum das Radio da funktionierte, bei mir im (trockenen)Arbeitszimmer aber nicht mehr....


Glaub ich nicht so. Aber ohne einige Fachkenntnisse würd ich da nicht rangehen, es wäre eher Zufall, wenn du da einen Fehler finden würdest. Bring es besser zu einem Radiofritzen, je älter, desto besser (d.h. desto eher sind noch Kenntnisse der Röhrenschaltungstechnik vorhanden, das lernt heute keiner mehr).
Nobbixxx
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 15. Feb 2008, 17:06
Also: Magisches Auge leuchtet, Signal über die TA-Buchse wird einwandfrei wiedergegeben.
Insgesamt scheinen also folgende vier Röhrern in Frage zu kommen: ECH 81, EF 89, EABC 80, EBC 81
Richtig?

Ich werde diese vier Röhren mal herausnehmen, vorsichtig mit Kontaktspray behandeln und sehen was passiert.
Falls das nicht hilft, wird das gute Stück zum Fachmann gebracht.

Ist das eine sinnvolle Vorgehensweise?
Bertl100
Inventar
#11 erstellt: 15. Feb 2008, 17:59
Hallo!

die EBC81 kann man ausschließen. Die ist im NF-Verstärker.
Die Diodenstrecken für die Regelspannungen können deinen Fehler nicht verursachen.

Ich tippe auf einen defekten Kondensator bei der ECH81 oder EF89. Damit fehlt dann die Anoden- oder Schirmgitterspannung der betreffenden Röhre -> ZF-Verstärkung weg.
Plötzliche Röhrenfehler bei ECH81 und EF89, dass gar nichts mehr geht sind sehr, sehr selten.

Gruß
Bernhard
hf500
Moderator
#12 erstellt: 15. Feb 2008, 19:25
Moin,
die Roehrenfassungen und -sockel _nicht_ mit Kontaktspray behandeln.
Das kann schwer erkennbare Feinschluesse geben.

Einfach mal bei eingeschaltetem Gaeraet alle Roehren (ausser EMxx) "durchwackeln", bis es nicht mehr kracht.
Oder jede Roehre einigemale ziehen und stecken.

Zur NF gehoert auch die EABC80, sie enthaelt neben den Dioden zur Demodulation auch das erste NF-Verstaerkersystem.
Die EBC81 duerfte die Phasenumkehrstufe sein.

Wenn kein Kontaktfehler an den Roehrenfassungen vorliegt, oder im Wellenschalter, dann muss nachgeforscht werden,
ob der Empfangsteil ueberhaupt Strom bekommt.

73
Peter
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