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Marktübersicht: Geschlossene Kopfhörer - ein Review - Round - Up

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m00hk00h
Moderator
#1 erstellt: 12. Nov 2008, 21:14
Die Portablen

Was macht einen Hörer zu einem "Portablen"? Keine übermäßige Größe, ein guter Wirkungsgrad, Portabilität
(Klappmechanismus, Transportzubehör) und ein gewisser Grad an Isolation. Die Hörer dieser Kategorie sind "ausgewachsenen"
Hörern der selben Preisklasse im Allgemeinen unterlegen, zahlt man doch zum Teil die oben genannten Merkmale
mit. Was aber auf der anderen Seite nicht heißt, dass man nicht auch zu Hause mit ihnen glücklich werden
könnte. Oder gar anders herum: mit einem "großen" Kopfhörer unterwegs.



Die Studio-Hörer

Für den "Otto-Normal-Verbraucher" ist alles, was "Studio" im Namen trägt, fast schon eine heilige Kuh,
was die Musikwiedergabe betrifft. So trifft man oft auf die Meinung, dass Studiohörer ja unglaublich klangneutral
sein müssten und daher von vorn herein jedem "hifi"-Hörer überlegen seien, was durch aggressives Marketing
(z.B. Zitat:"extrem linear daher ideal f. Mix und Monitoring") noch unterstützt wird.
Die kleine Aufstellung hier soll zeigen, dass dem nicht nur so ist. Kopfhörer werden äußerst selten zum Mischen / Mastern
verwendet! Und wenn, dann trifft man in der Rolle eher Hifi-Kopfhörer, als "Studio"-Hörer, wie z.B. Sennheisers
HD600, beyerdynamics DT880 oder AKGs K701. Der ist sogar so erfolgreich in (Heim-)Studios eingesetzt worden,
dass AKG ihn als K702 in die "Pro"-Schiene aufgenommen hat. Auch vom DT880 findet man eine "Pro"-Version
(diese nur Exemplarisch). In der Tat tragen die meisten Studiokopfhörer das Beiwort "Monitor" nicht umsonst,
denn das heißt nichts weiter als "Überwachung". Kopfhörer werden im Studio verwendet, um nach zu schauen
(in dem Fall: hören), ob "das hier" und "dies da" überhaupt läuft. Die Hauptaufgabe ist, den Musikern,
Sängern und Instrumentalisten sich a) selbst und b) den Beat, die Instrumentierung, das Metronom etc. hören zu lassen.
Der Klang ist dabei fast schon zweitrangig, wichtig ist hier, dass der Klang aus den Kopfhörern nicht
ins Mikrofon dringt. Isolation ist also gefragt. Außerdem eine lange Lebensdauer auch bei dauerhaftem,
harten Einsatz. Eine gute Ersatzteilpolitik des Herstellers und einfacher Austausch dieser sind jederzeit
gern gesehen. Das ist der Grund, weshalb viele "Studio"-Hörer mit eben diesen Features aufwarten. Was
nicht heißt, dass der Klang schlecht ist! Aber er ist meist zweitrangig. Was Studio-Hörer trotzdem (oder
gerade deswegen?) können, soll hier an einer kleinen Auswahl gezeigt werden.



Die Hi-Fi-Hörer

"Hi-Fi" - "High Fidelity", "hohe Wiedergabetreue". Diese Hörer versuchen auf ihre Art, diesem Ideal nahe
zu kommen. Nur wie so oft bei Idealen, gibt es nicht "den Hörer", der alles richtig macht und für jeden
passend ist. Der persönliche Geschmack spielt immer eine Rolle, schon bei der Entwicklung der Hörer. In
dem Fall natürlich der Geschmack der Entwickler. Denn bei aller Korrektheit, der Hörer muss gefallen -
die Musikalische Komponente ist also genauso wichtig, wie das rein Technische. Im Prinzip ist also die
Frage, wer seine technische Perfektion für den Hörer-Suchenden am ansprechendsten verpackt. Daher möchte
werden hier ein paar Hörer der hifi-Klasse vorgestellt und so eine grobe Richtung vorgeben, an der
man sich orientieren kann. Wie immer gilt hier auch (um so mehr!): selber hören macht schlau.



Und schließlich der Link zur Diskussion, in dem Anmerkungen jederzeit gern gesehen sind!

m00h


[Beitrag von m00hk00h am 09. Mai 2012, 12:20 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#4 erstellt: 18. Nov 2008, 18:28
beyerdynamic DT 1350:

hard facts:
Polster: ohraufliegend, "Soft-Skin"
Kabel: 1,5m gerade, einseitig geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel und sehr dünn
Systeme: 80 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 174g
Zubehör: Tasche, Flugzeugadapter, Klinkenadapter, "Kabelbündler"

Der DT1350 kommt in einer Kartonbox, in der sich der Hörer in der Trage- bzw. Transporttasche sicher
an Ort und Stelle verwahrt befindet.

Design:
Dass man ihm seine Verwandtschaft zum kleinen Bruder ansieht, ist sicher nichts Schlechtes. Ist doch
der T50p bereits einerseits hübsch anzuschauen, andererseits ebenso stabil gebaut, wie er aussieht. Geändert
haben sich im wesentlichen die Farbgebung einiger Teile, die Umstellung auf die einseitige Kabelführung
und einige Funktionsmerkmale, die auf den Pro-Bereich zielen, aber auch dem einfachen Musikhörer durchaus
zu Gute kommen können. Dazu zählt einerseits der spreizbare Bügel (bis knapp 90°), andererseits die Möglichkeit,
die Muscheln zu klappen. Auch neu ist neben den schwarz gefärbten Muschelrückseiten (mit nun hell- statt
dunkelgrauem Logo) eine Hartgummi/Plastikummantelung der Bügel, die gleichzeitig als Kabeldurchführung
dienen, sowie neue Ohrpolster aus Softskin. Der DT1350 verzichtet auch auf die silbernen Streifen, die
beim T50p um die Hörmuscheln laufen, die bei ihm auch aus Kunststoff sind. Das Kabel wiederum ist etwas
dicker geworden, ist allerdings immer noch in "portablen" Dimensionen.
Alles in allem versprüht der DT1350 damit einen hohen Grad an "Seriosität" und wirkt damit noch unverwüstlicher,
als es der T50p eh schon war. Mit einer kleinen Ausnahme: Der Austritt der Kabelüberführung von der rechten
zur linken Muschel kann an der Bügelaufhängung schleifen. Zwar ist die Zugentlastung aus sehr weichem
Gummi und die Metallkanten sind vorbildlich entgratet, aber sowas möchte man als Kunde bei einem Hörer
dieser Preisklasse nicht vorfinden.

Verarbeitung:
Kurz und schmerzlos: man bekommt, was man erwartet (und bezahlt). Es klappert nichts, es wackelt nichts,
minimale Spaltmaße, perfekte Entgratung der vielen Metallteile, saubere Aufdrucke.

Klang:
Der DT1350 in einem Wort: "Zwei Herzen schlagen in einer Brust". Oder auch: "Was der T50p hätte sein
sollen".
Bei keinem anderen Hörer ist es bisher so stark aufgefallen, wie beim DT1350: die Position des Hörers
auf dem Kopf ist klangentscheidend wie bei keinem zweitem. Das mag daran liegen, dass es kaum Kopfhörer
gibt, die einen spreizbaren Bügel haben. Dieser verändert nämlich den Anpressdruck, je nach Stellung,
und je nach Kopf- und Ohrform ändert sich das Klangbild des DT1350 beträchtlich. Ich versuche dem gerecht
zu werden, in dem ich zwei Beschreibungen liefere: für den perfekten, 100%-igen Sitz und für einen suboptimalen.
Im Teil zum "Komfort" ist eine Beschreibung, wie der perfekte Sitz erreicht werden kann. Dies ist wohl
nicht auf allen Köpfen möglich, sollte aber zumindest von jedem probiert werden. Es lohnt sich!
Vielleicht erst einmal ein paar grundsätzliche Dinge, bevor es ins Detail geht:
Der Unterschied zwischen "so lala" und "perfekt" ist groß. Wenn man es nicht wüsste, könnte man die Klangbilder
zwei verschiedenen Hörern zuordnen: von leicht auf der warmen Seite, mit vollem und druckvollem Bass und
augewogenen Mitten bis hin zu einem hellen, bassarmen und mittigen Klang ist alles drin. Wobei der DT1350
technisch dadurch natürlich nicht schlechter wird: brillante Hochtonauflösung, differenzierte Mitten,
harte Transienten. Nicht nur für einen geschlossenen Hörer bietet der DT1350 exzellente technische Fertigkeiten.
Für viele steht und fällt die Entscheidung für oder gegen einen Schallwandler jedoch mit der tonalen Abstimmung
- und damit sind wir beim Problem. Wie der T50p vor ihm, leidet der DT1350 mit subotpimalem Sitz an einer
Mittigkeit im Klang, die dem Hörer im Vergleich quäkig klingen lässt. Analogien zu einem Telefon sind
schon des oft gefallen - nicht komplett abwegig. Die Symptomatik ist zwar gegenüber dem T50p dank diverser
Verbesserungen stark zurück gegangen, aber dennoch noch präsent:
Kaum Tiefbass, wenig Kickbass. Dass der Bass dadurch präzise wird, verwundert wohl keinen. Schlimmer
ist allerdings, dass der Grundton auch dünner wird, es fehlt dem Klangbild damit an Wärme. Das Wort "quäkig"
drängt sich fast auf. Weiß man, was der DT1350 im Stande ist zu leisten, kann man fast nicht glauben,
den selben Hörer auf dem Kopf zu haben.
Im besten Fall liefert der DT1350 nämlich ein volles Tieftonfundament mit präzisem, nicht überzogenem
Kickbass. Im Tiefbass geht ihm zwar die etwas die Puste aus und im oberen Bereich neigt er auch mal zur
leichter Übertreibung. Aber: bei perfektem Sitz hat der Hörer einen vollen Grundton, der dem gesamten
Klangbild einen Hauch von Wärme bei ansonsten schöner Ausgewogenheit beschert. Tiefe Männerstimmen klingen
voll und bauchig, hohe Frauenstimmen werden nie zu dünn dargestellt – aber auch nicht zu dunkel. Bassinstrumente
haben Substanz und glaubwürdige Resonanzkörper bei gleichzeitig hoher Präzision im Klang. Unter dem voluminösem
Klang leidet auch der tolle Punch des DT1350 nicht, knackige Snardrum-Attacken, plastische Fingerschnippser
oder schlicht das schnelle Gitarrensolo, bei dem man keinen Saitenanriss verpasst: Transienten schleudert
der DT1350 mit Leichtigkeit ins Gesamtklangbild und lässt so auch das kleinste Detail nicht vermissen,
auch wenn man es wegen der wärmeren Abstimmung nicht direkt aufs Ohr serviert bekommt – es ist alles da.

Der Grundton geht bruchlos in den völlig unauffälligen Präsenzbereich über, der bei nicht optimalem Sitz
schon mal leicht in den Vordergrund treten kann und so das Klangbild ins helle zieht. Je nach Sitz könnte
der einzige Kritikpunkt sein, dass die Durchhörbarkeit etwas leidet. Gerade, wer von hell oder gar kühl
abgestimmten Hörern kommt, wird hier im ersten Moment Pegel vermissen. Bemerkbar macht sich das in erster
Linie in fehlender Luftigkeit im Klang. Stimmen und Instrumente atmen nicht so stark, wie man es von helleren
Hörern kennt, da sich das Obertonspektrum nicht so stark ausbildet. Wer dagegen von der warmen oder gar
dunklen Seite der Macht kommt, wird sich beim DT1350 sofort wohl fühlen - vorausgesetzt natürlich, dass
der Sitz passt!
In jedem Fall schließen sich die Höhen bruchlos an. Und was für Höhen: Dass sie wirklich exzellent auflösen,
wurde bereits erwähnt. Aber dass sie auch auf jegliche Effekthascherei verzichten, kann dem DT1350 nur
zu Gute gehalten werden. Die Höhen machen einfach nicht auf sich aufmerksam. Böse Zungen könnten ihm
ein kleines Bisschen zu wenig Energie im Hochton unterstellen und hätten damit wohl sogar recht. Andererseits
sind sie dadurch niemals scharf oder spitz, nie zu hart oder übermäßig metallisch. Ein wohl gelungener
Kompromiss, denn es klingt glaubhaft. Egal ob Becken, S-Laute oder Effekte/Geräusche, alles klingt zumindest
nie falsch und gut integriert in das Gesamtklangbild.
Das ändert sich prinzipiell auch mit schlechtem Sitz nicht. Allerdings scheinen die Höhen stärker hervorzutreten,
wenn die Isolation nachlässt, da sie von selbiger nicht direkt beeinflusst werden. Unterm Strich eine
absolut hochwertige Hochtonwidergabe, an der sich auch so mancher "große Bruder" eine Scheibe abschneiden
kann.
Der einzige Wehrmutstropfen beim guten Sitz ist die Bühnendarstellung. Bei optimalem Sitz ist der Raum
eher klein, die Bühne gedrängt und der Fokus verwaschen. Scharfe Umrisse verschmelzen in einander und
einzelne Schallquellen zu lokalisieren ist eher schwer, es scheint etwas in sich zu verschwimmen, auch
in der Tiefe. Je geringer der DT1350 jedoch isoliert, desto besser wird die Bühne. Breiter, offener, tiefer
gestaffelt, schärfer umrissen.
In Anbetracht der Gesamtpräsentation ist das allerdings sicher ein Nachteil, mit dem die meisten leben
werden können. Immerhin kommt nichts im Leben umsonst daher, oder?

Isolation:
Wie bereits im letzten Abschnitt klar geworden sein sollte, ist hier alles drin. Von "Hm, so lala..."
bis "WAS HAST DU GESAGT? ICH VERSTEH DICH NICHT!" ist im Grunde alles möglich. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Tragekomfort:
In diesem Abschnitt möchte ich als erstes darauf eingehen, wie man den DT1350 aufsetzt, um ihn bestmöglich
zu positionieren.

1. Bügel spreizen! Durch das Spreizen der Bügel erhöht sich der Anpressdruck etwas, was der Isolation
zu Gute kommt. Aber bitte nur so weit, wie es der Komfort erlaubt, denn es kann passieren, dass bei großen
Winkeln nicht mehr die Polster, sondern die Kunststoffummantelungen der Bügel auf dem Kopf aufliegen.

2. Hörer nach vorn rotieren! Der erste Impuls ist oft den Hörer nun so aufzusetzen, dass der vordere Bügel
oben auf dem Kopf und der hintere auf dem Hinterkopf auf liegt. Das ist nicht ideal. Der Hörer sollte
nun so weit um die „Ohrachse“ rotiert werden, dass der vordere Bügel auf dem vorderen Bereich des Kopfes
und der hintere eher mittig zum liegen kommt.

3. Das "Dreieck" anpassen durch Rotation der Muschelaufhängung! Auch wenn es beim ersten Mal etwas schwer
geht, lassen sich die Aufhängungen der Muscheln rotieren. Das sollte auch passieren, denn die meisten
Köpfe werden eher so auslegt sein, dass eine Seite des "Dreiecks" (Bügel vorn, Bügel hinten, Ohrmuscheln)
nicht da ist, wo sie sein soll. Passt es vorn und auf den Ohren, aber steht der Bügel hinten ab, lässt
sich das durch Rotation beheben, so dass alle 4 Kontaktpunkte auch Kontakt mit dem Kopf und den Ohren
haben.

4. Einstellung der Größe! Durch das Abknicken könnte es sein, dass die Muscheln nicht mehr perfekt auf
den Ohren sitzen. Die Größeneinstellung sollte so gewählt werden, dass die Muscheln möglichst nicht über
den Rand des Ohres hinaus reichen.

5. Feinschliff an der Position! Prinzipiell sollte der Hörer so sitzen, dass die Muscheln eher nach vorn
und unten auf dem Ohr orientiert sind. Die Muschel sollte also nicht komplett auf dem Außenohr, sondern
eher zwischen "auf dem Ohr" und "vor dem Ohr" positioniert werden.

6. Die Muscheln sollten nach dem Positionieren noch einmal eingedrückt werden. Sowohl das Andrücken nur
vorn, nur hinten oder zentral mittig kann jeweils noch einmal eine Verbesserung bringen.

7. Ausprobieren! ...lohnt sich. Einfach mal am Hörer wackeln, an den Muscheln drehen, die Winkel alle
ein bisschen ändern - und immer wieder hören. Auch schön: der Brumm bzw. Summtest. Ursprünglich aus der
IEM-Szene kommend, kann er auch für Bügelhörer schön benutzt werden, um die Isolation zu überprüfen. Einfach
aufsetzen und summen! Das Summen sollte in beiden Ohren gleich laut sein, je lauter es ist, desto besser
ist die Isolation!

MP3/Anlage:
Der DT1350 ist zwar ziemlich empfindlich geht noch "gut" an portablen Geräten, aber mit EU-Lautstärkebegrenzung,
leisem Mix oder Bedarf nach sehr viel Lautstärke sind schnell Grenzen erreicht. Für den einen oder anderen
könnte das den portablen Hörspaß schmälern.
An normalen höherohmigen Ausgängen (um 150Ohm) macht sich der DT1350 generell nicht schlecht. Unterschiede
sind minimal, erst bei absurd hohen Ausgangsimpedanzen stellt man eine Verschiebung des Klangbildes ins
helle fest - zur Abwechslung mal keinen Bassboost!

Fazit:
Aus klanglicher Sicht ist der DT1350 sehr gut - wenn er entsprechend sitzt. Er klingt glaubhaft und erwachsen,
"aus einem Stück" und nie anstrengend ohne dabei langweilig zu sein. Tonal zwar nicht 100% neutral, aber
immerhin sehr ausgewogen. In Kombination mit der potentiell sehr guten Isolation und dem bekannten Fakt,
dass die Klangqualität oft mit der Isolation abnimmt, ist der DT1350 nicht weniger als einer der besten,
derzeit erhältlichen, geschlossenen Kopfhörer. Bezieht man die superbe Verarbeitungsqualität und Materialwahl
mit in die Bewertung, ist der DT1350 trotz seines sicherlich nicht geringen Preises einer der wenigen
Hörer in dieser Zusammenstellung, der im Wortsinne "preiswert" ist!

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:37 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#7 erstellt: 26. Nov 2008, 19:47
AKG K81 DJ / K518 DJ:

hard facts:
Polster: ohraufliegend, Kunstleder
Kabel: 2,5m gerade, beidseitig geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel und dünn
Systeme: 32 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 150 g
Zubehör: Tasche

Ich hatte zum Testen den K81 DJ hier, der neue K518 DJ unterscheidet sich jedoch lediglich optisch vom
K81.

Der K518 kommt in einer edlen, schwarzen Kartonbox.

Design:
Der K518/81 DJ ist ursprünglich, wie es der Name sagt, für DJs konzipiert worden und ist daher sehr stabil.
Der Spannung gebende Teil des Kopfbügels hat einen Metallstreifen, die ausziehbaren Teile sind aus Plastik.
Ebenso die Gelenke, die sowohl eine 270°-Rotation, als auch das Einklappen der Hörmuscheln zulassen. Der
K518 unterscheidet sich vom K81 durch die auf Klavierlack-getrimmten Designelemente in den Muscheln, die
beim K81 ebenso wie die Gelenke noch silber sind. Letztere sind beim K518 schwarz.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung des K81 ist wirklich gut und mehr als der Preisklasse angemessen. Man muss schon wirklich
genau hinschauen, um Gussgrate oder Materialfehler zu entdecken. Der größte Teil der Oberfläche ist gummiert,
was zwar einer Seits der Haptik zuträglich ist, auf der anderen Seite aber Kratzer auffallen lässt, da
sich die Gummierung verfärbt. Die Kunstlederpolster sind weich und weisen sonst auch keine Schwächen auf
(z.B. Nähte).

Klang:
Der K81 in einem Wort: gewaltig. Tatsächlich ist es ziemlich unerwartet, was einem da beim ersten Aufsetzen
entgegen kommt, erst Recht, wenn man den Preis im Hinterkopf behält.
Der K81 rollt das gesamte Klangbild von unten auf. Der Bass ist, DJ-Kopfhörer typisch, stark ausgeprägt,
in allen Lagen, könnte dabei aber deutlich differenzierter zu Werke gehen. Durch den Starken Kickbass
und die schieren Menge spielt der Bass immer im Vordergrund mit.
Was dem K81 beim Bass jedoch angerechnet werden muss, ist dass er trotz des Volumens nicht die Mitten
negativ beeinflusst. Diese sind wiederum erstaunlich ausgewogen, mit ganz leichter Tendenz in's Kühle
mit einem Tick Nasalität. Dabei jedoch nie aufdringlich, im Gegenteil, aggressive Snaredrums werden entschärft
und sanfte Konsonanten (d, p, b, th) werden schon mal verschluckt.
Auflösung und Detailgrad in den Mitten ist daher auch eher mittelmäßig. Die Höhen spielen zwar ständig
mit, drängen sich aber nie in den Vordergrund, vom einen oder anderen scharfen Sibilanten (s, f, t) mal
abgesehen. Insgesamt sind auch sie eher weich und unaufdringlich. Mit den Transienten nimmt es der K81
nicht ganz so genau, auch haben die Höhen eine merkwürdige Betonung, die eine leichte Tendenz zum "Gleichklingen"
verschiedener Hats und Becken verursacht. Es besteht die Möglichkeit, dem Präsenzbereich und den Höhen
durch entfernen der Dämpfung/Polsterung unter den eigentlich Ohrpolstern auf die Sprünge zu helfen.
Die Bühnenarbeit des K81 ist auch eher Mittelmaß. Der Raum ist nicht gerade groß (aber auch nicht wirklich
klein), die Bühne verläuft daher durch den Kopf und die Positionen der Ereignisse auf der Bühne werden,
gerade in den unteren Klanglagen, verschmiert. In den höheren Registern gibt es wenigstens Positionen
zwischen der Mitte, links und rechts, allerdings auch noch nahe am Kopf.
Der K81 kann durchaus als langzeittauglich eingestuft werden, wenn man mit dem starken Bass klar kommt.

Isolation:
Ausgezeichnet, in beide Richtungen. Schon bei leiser Musik ist die Umgebung stark ausgeblendet, während
die Umgebung selbst bei lauter Musik keinen Ton hört. Biegt man den Bügel für mehr Komfort, leidet die
Isolation etwas.

Tragekomfort:
Die Achilles-Verse des K81/518. Der Anpressdruck ist gerade am Anfang ziemlich groß, warme Ohren sind
vorprogrammiert. Der Bügel ist für große Köpfe nur bedingt geeignet, ist vielen auf auf größter Stufe
zu klein. Der Kopfbügel ist ungepolstert und kann daher gerade bei Personen, die den Bügel maximal ausziehen,
drücken.
Das lange, dünne Kabel (DJ-Kopfhörer, ihr erinnert euch) stört beim Einsatz unterwegs und läuft Gefahr,
auf Grund des Verschlingens an der einen oder anderen Stelle zu brechen. Die Tasche, die AKG zum K518
dazu gibt, ist ein guter Schutz der Oberflächen, der K518 passt nur zusammengefaltet hinein.

MP3/Anlage:
Am MP3-Player fühlt sich der K81 sehr wohl. Der Bass nimmt etwas ab (es ist immer noch mehr als genug
vorhanden), Stimmen werden etwas in den Vordergrund gerückt, die Bühne leidet kaum. Lautstärke: 11/25.
Hochohmige Ausgänge nimmt der kleine AKG übel, der Bass wird überwältigend, der Grundton nimmt stark zu
und die Höhen werden scharf. Lieber niederohmig anfahren!

Fazit:
Seit langem die Standardempfehlung für portable mit Isolation für unter 100€. Zu Recht. Er ist bei weitem
nicht perfekt, aber das Preis-Leistungsverhältnis ist mehr als angemessen und echte Konkurrenz in der
Preisklasse hat er nicht.

zur Diskussion

m00h




[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:39 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#8 erstellt: 13. Jan 2009, 03:17
audio-technica ATH-ES7

hard facts:
Polster: ohraufliegend, Kunstleder
Kabel: 1,2m gerade, beidseitig geführt, Miniklinke, gummiert, flexibel und dünn
Systeme: 32 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 160 g
Zubehör: Velourtäschchen, Mikrofaserputztuch

Der ES7 kommt in einer schwarzen Kartonbox mit großem Sichtfenster.

Design:
In schwarz oder weiß, beide Versionen mit hochglänzenden Metallmuscheln. Der Bügel ist größten Teils
gummiert, der Rest ist Plastik. Die Gelenke erlauben ein Rotieren der Muscheln um 90°. Die Außenseiten
der Hörmuscheln sind auf Hochglanz poliert (Spiegel!) und der Bügel macht an der Stelle, an der man ihn
auszieht, einen charakteristischen Knick, der den Bügel recht weit vom Kopf abstehen lässt.

Verarbeitung:
Um Gussgrate zu finden, muss man beim ES7 nicht lange suchen. Allerdings sind diese nicht scharf oder
unangenehm, wenn man aus Versehen dort anfasst. Viele Teile sind miteinander verschraubt, die Nähte der
Polster sind vertrauenswürdig und die Kanten der großen Metallflächen sind sauber und stumpf. Das Plastik
könnte eine bessere Haptik aufweisen, ansonsten gibt's nicht viel zu mäkeln.

Klang:
Der ES7 in einem Wort: audio-technica auf europäisch. "Das geht?" werden einige fragen. Ja, das geht!
Noch kein Senn, beyer, oder AKG, aber nah dran. Der kleine audio-technica macht einiges anders, vieles
aber ähnlich wie seine großen Brüder. Z.B. der Bass, der wirklich sehr starken Kick hat. Allerdings auch
ziemlich viel Volumen! Er kann zu Weilen auch überresonant und unmotiviert klingen (z.B. gezupfte Kontrabässe).
Dann kann er aber, wenn auf der Aufnahme nur wenig Bass vorhanden ist, auch wieder anders, nämlich integriert
und differenziert. Im Vordergrund spielt der Bass aber immer mit. Der Übergang zum Grundton ist ziemlich
"steil", das heißt man merkt einen relativ krassen Bruch.
Der Mittelton ist eher europäisch angehaucht, mit vollmundigem Grundton und leichter Wärme, die sich
aber zuweilen auch durch eine Gewisse Belegtheit in Stimmen und Instrumenten äußert, vermutlich eine Senke
im Übergang zwischen Grundton und Präsenzbereich. Diese verschluckt auch einige Details im Mittelton und
nimmt Schlagzeugen die Aggressivität.
Der Hochton kann insgesamt mit der Performance von Bass und Mittelton nicht ganz mithalten. Er ist insgesamt
etwas zu leise, Sibilanten und einige Transienten gehen unter, wenn man nicht genau hinhört. Der Hochtoncharakter
ist audio-technica typisch hart, neben einer recht guten Differenzierung ist ein leichten Höhenabfall
(Brillanz!) zuhören, was dem Hörer das ätherische nimmt. Dadurch werden Kopf-Hörer auch gewisse Details
nicht "auf's Ohr gedrückt", was je nach Geschmack anders zu bewerten ist. Ganz ordentlich ist die Bühne. Sie
hat für mich eher Keulenform, das heißt nicht breit zu den Seiten, aber tief und nach vorne auch aus dem
Kopf heraus, ein Stück zumindest.
Langzeithörtauglich ist der ES7, da nichts wirklich nervt.

Isolation:
Hier war deutlich mehr zu erwarten. Obwohl die Polster recht groß sind, ist die Isolation ziemlich schwach.
Das Rauschen meines Rechners ist deutlich zu hören, Gespräche mit anderen sind auch mit Musik in normaler
Lautstärke kein Problem. Insgesamt hat man eher das Gefühl, dass die Umgebung eine andere Klangfarbe bekommt,
als wirklich gedämmt zu werden.

Tragekomfort:
Der ES7 trägt sich komisch. Zwar ist er leicht und die großen Polster verteilen den eher mittleren Anpressdruck
sehr gleichmäßig, aber der charakteristische Knick im Bügel sorgt für ein "schiefes" Tragegefühl. Besser
kann ich's nicht beschreiben, ist aber nichts, woran man sich nicht gewöhnen könnte. Das kurze Kabel mit
Miniklinke ist dem portablen Gebraucht sehr zuträglich, die Velourtasche schützt vor Kratzern.

MP3/Anlage:
Der ES7 ist nicht nur niederohmig, auch empfindlich. Auf 9/25 war bereits die gewünschte Hörlautstärke
erreicht, dabei gibt es zum Anschluss an den KHV kaum einen Unterschied. Maximal die Bühne ist etwas an
den Kopf herangerückt, der Bass minimal schwächer. An hochohmigen Ausgängen entwickelt der ES7 einen absolut
alles überwältigenden Tiefbassbereich.

Fazit:
Der Blickfang kann klanglich nicht ganz mit dem Versprechen, dass die Optik gibt, mithalten. Für einen
audio-technica allerdings ziemlich ausgewogen, warm mit viel Bass (Portabler!). Einzig der Hochton hinkt
etwas hinterher, was aber eventuelle Interessenten in der Preisklasse nicht vom Probehören abhalten sollte,
erst Recht, wenn man Wert auf den "street-style" legt.

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:40 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#9 erstellt: 23. Apr 2009, 23:59
beyerdynamic DT231/DT235

Polster: ohraufliegend/umschließend, Velour
Kabel: 2,5m gerade, einseitig geführt, Miniklinke, gummiert, flexibel
Systeme: 32 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 130 g
Zubehör: Klinkenadapter

DT231 und DT235 kommen in einer Kartonbox.

Ein Kurzes Wort zu den Unterschieden: Der DT231 ist ein langjähriger Dauerbrenner bei beyerdynamic, der
DT235 ist ein ganz leicht verbesserter Nachfolger. Der klangliche Unterschied ist allerdings nach Aussagen
von beyerdynamic sehr gering, weshalb mir erlaubt wurde, die Klangbeschreibung des DT231 auch auf den
DT235 zu beziehen.

Design:
Mit einem Wort: altbacken. Die Bügelkonstruktion mit dem unter dem festen Teil selbst einstellenden Kopfpolster
erinnert stark an die beyerdynamic Bügelkonstruktionen der 80er-Jahre. Das Plastik in graublau (DT235:
schwarz oder weiß) wirkt nicht wirklich hochwertig und irgendwie wie aus einer anderen Zeit. Die Polster
sind so eine Sache. Laut beyerdynamic sollen sie ohrumschließend sein, das sind sie bei mir nicht. Die
automatische Kopfgrößeneinstellung funktioniert tadellos und unauffällig, Reserve ist allerdings kaum
vorhanden. Für große Köpfe gilt: vor dem Kauf zur Probe aufsetzen! Das Kabel von links nach rechts verläuft
in einer Rille auf der Rückseite des Bügels, das Kabel selbst ist mit einer Miniklinke versehen.

Verarbeitung:
Beim DT231 finden sich mit Leichtigkeit die Stellen, an denen das Plastikmaterial in die Form gespritzt
bzw. gegossen wurde, weil sie nicht vollständig entgratet sind. Dieser Grat zieht sich über ganzen Bügel,
ist jedoch im offen sichtbaren Bereich gut versteckt. Die Nut, in der das Kabel verläuft, ist jedoch sehr
glatt und hat keine scharfen Kanten. Die Hörmuscheln geben dagegen keinen Grund zur Klage, ebenso wie
die Polster auf gewohnt hoher Qualität und das automatische Kopfpolster.

Klang:
Der DT231 in einem Wort: Klassisches Understatement. Oder: Wolf im Schafspelz. Wer den DT231 nach seinem
Äußeren beurteilt, tut ihm böses Unrecht! Denn schon in den ersten Sekunden nach dem Aufsetzen wird klar:
der kleine hat große Ambitionen. Im Detail heißt das: ein ziemlich ausgewogenes Klangbild, das von keinem
Frequenzbereich wirklich dominiert wird. Der Bass ist sehr groovig und kann auch mächtig kicken. Obwohl
er immer mitspielt, schafft er es, sich nicht in den Vordergrund zu drängen, wenn die Musik das nicht
gerade verlangt. Die Betonung liegt eindeutig eher im oberen Bassbereich zwischen 60 und 140 Hz, während
der Tiefbass etwas zu kurz kommt man die unterste Oktave wirklich vermisst, wenn sie das Quellmaterial
hergibt. Ansonsten hält sich der Bass brav aus den Mitten raus. Diese sind eher warm gehalten, der Grundton
ist voll und gegenüber dem Präsenzbereich ein wenig Dominant. Neben der Wärme ist diese kleine Grundtonsenke
dafür verantwortlich, dass die Mitten sehr unaggressiv sind. Details (Atemgeräusche etc) werden einem
nicht auf's Ohr gedrückt, sind aber da. Eine leichte Nasalität gerade bei tieferen männlichen Stimmen
kann auch mal auftreten. Ansonsten ist die Auflösung in den Mitten gar nicht schlecht, ebenso in den
Höhen. Diese schließen sich ohne Bruch an. Sie sind zwar ein wenig betont, allerdings nicht so stark,
wie man es von einem beyerdynamic denken würde. Scharfe Sibilanten findet man zwar nicht, aber wirklich
sauber sind sie auch nicht. Das kann auch an der nicht ganz so guten Darstellung der Transienten liegen,
die den Hochtonbereich eher weich erscheinen lassen. Ansonsten ist die Differenzierung im Hochton gut,
eine Neigung zu "Eintonhöhen" lässt sich nicht feststellen.
Für die Größe und Bauform baut der Hörer ein nette Bühne auf. Das Geschehen ist kaum neben dem Kopf,
Musiker und Ereignisse sind eher vor dem Kopf aufgestellt und gut getrennt, obwohl sowohl Breite als auch
Tiefe besser ausgeprägt sein könnten.

Isolation:
Der große Schwachpunkt des kleinen beyers. Zwar wird das Umfeld im Gesamten etwas abgeschwächt, aber
selbst mit lauter Musik ist man nicht allein. Ebenso ist die Isolation nach außen, schon auf geringen
Lautstärken hört die Umgebung mit.

Tragekomfort:
Der DT231 ist sehr leicht und verteilt dieses geringe Gewicht zusätzlich auf eine große Fläche über das
breite Kopfband. Die automatisch Einstellung funktioniert sehr gut und ist leichtgängig, über daher kaum
Druck auf den Kopf aus. Der seitliche Anpressdruck ist auch eher gering, so dass man keine heißen Ohren
fürchten muss, auch wenn die Ohren nicht komplett in die Polster passen wollen. Der Portabilität wäre
eine Klappfunktion und ein kürzeres Kabel zukömmlich...

MP3/Anlage:
Hochohmige Ausgänge erträgt der kleine beyer ohne jeglichen Klangverlust, was mich sehr überrascht hat
und für einen ziemlich linearen Impedanzverlauf spricht. Am MP3-Player begnügt er sich mit der Lautstärkestufe
10/25. Einbußen muss man lediglich bei der Bühnenarbeit hinnehmen, ansonsten ändert sich tonal am MP3-Player
nichts.

Fazit:
Für wirklich portable Zwecke auf Grund der schwachen Isolation eher ungeeignet, ist der DT231 eher als
"mitnehm"-Kopfhörer bzw. guten Einstieg in's "Kopfhören" zu sehen. Warm, detailliert, unaufdringlich und
langzeittauglich. Für den derzeitigen [Anm.: Anfang 2008] Preis des DT231 bekommt man nichts Besseres!
Selbst gestandene Standardempfehlungen aus höheren Preisklassen müssen sich warm anziehen.

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m00h




[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:40 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#10 erstellt: 23. Apr 2009, 23:59
beyerdynamic T50p

hard facts:
Polster: ohraufliegend, Kunstleder, rund
Kabel: 1,2m gerade, doppelseitig geführt, Miniklinke, gummiert, sehr flexibel und dünn
Systeme: 32 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 174 g
Zubehör: Nylon-Case, Flugzeug-Adapter, Klinkenadapter 6,3mm

Verpackung: Pappkarton

Design:
"Build to last". Wie alle hochwertigen beyerdynamics strahlt der T50p einen gewissen Hauch von "Unkaputtbarkeit"
aus und kombiniert dabei den Retroscharm von beyerdynamics ersten Hörern mit neuester Technik. Der T50p
ist zum größten Teil aus Metall, lediglich die Seitenteile der Muscheln, die Aufhängungspunkte der Größenverstellung
und deren Stopper sind aus Plastik, fassen sich aber dank Softtouch sehr hochwertig an. Die schwarzen
Teile harmonieren auch optisch gut mit dem anthrazit/silber der anderen Baugruppen.
Der Bügel ist aus einem Stück, allerdings teilt er sich direkt über den Aufhängungen für die Muscheln
auf. Über den Kopf laufen also zwei relativ dünne Streben, die beide jeweils ein Kopfpolster aus Kunstleder
drunter haben. Auf den Streben steht in grau "beyerdynamic Made in Germany". Aus Kunstleder sind auch
die runden Ohrpolster, die zwar relativ hart, aber dafür schön dick sind. Wehrmutstropfen: die Polster
sind geklebt.
Die Drehpunkte der Muscheln sind "einfache" Ösen, die eine Drehung von 90° nach vorn und hinten erlauben.
Optisch gewöhnungsbedürftig, ist diese Konstruktion vertrauenserweckend und passt vom Stil her zum Retrodesign.
Diese Ösen sind an einer Art Schild, das die Funktion der Gabeln, also die Muschelaufhängung, übernimmt
und dem Hörer ein ganz eigenes Aussehen verleiht. Die Muscheln können auch ausreichend weit gekippt werden,
um sich jedem Kopf anzupassen.
Außen auf den Muscheln ist das vom T1 bekannte Gewebemuster angedeutet, allerdings hier für die Optik,
da es sich um ein massives Teil handelt. Der Hörer ist schließlich geschlossen! Im selben grau wie auf
dem Bügel prangt hier das Firmenlogo, allerdings sehr dezent.
Die Kabelführung ist beidseitig, das Kabel selbst ist mit 1,2m Länge und seinem geringen Durchmesser
ideal für portable Zwecke. Dies wird durch die Terminierung in einem 90°-gewinkelten Miniklinkenstecker
noch verstärkt. Netter Detail: die Stelle, an der sich das Kabel spaltet, hat eine kleine Metalleinlage.

Verarbeitung:
Wer den vorigen Absatz nicht übersprungen hat, wird ahnen, dass sich beyer hier keinerlei Schnitzer erlaubt.
Und mit "keinerlei" meine ich genau das. Keine Gussgrate an den Plastikteilen, keine Oberflächenfehler
-weder im Plastik, noch Metall-, keine scharfen Kanten, keine Fehler in den Polster oder im Druck. Der
T50p fühlt sich an, wie aus einem Stück gegossen. Gleiches gilt für das Zubehör.

Klang:
Der T50p in einem Wort: Hoffnungsträger. Immerhin ist der T50p mit der Tesla-Technologie vom T1 ausgerüstet,
welche beyerdynamics nächste Evolutionsstufe des dynamischen Systems darstellt. Wenn der kleine Ableger
damit nur einen Bruchteil der Gene des T1 erbt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass der T50 einer der
besten portablen Kopfhörer ist. Also, dem T50p klanglich mal auf den Zahn gefühlt, um zu hören, ob er
hält, was er auf dem Papier verspricht.
Wie üblich, zuerst der Bass. Hier lauert auch schon die erste Überraschung, denn der Bass des T50 ist
so gar nicht "typisch" beyer. War bisher der größte Kritikpunkt eine subjektive "Langsamkeit" des Basses,
so scheint die Tesla-Technologie beyer da einen Schub gegeben zu haben. Denn der Bass ist des T50p ist
äußerst agil. Er kickt, wo er soll und dröhnt auch nicht, wo er nicht soll. Im Tiefbass gibt er richtig
Schub, mit viel Körper und Volumen, um sich im oberen Bereich etwas zurück zu halten. Die Originalklangfarben
bleiben dabei leider auf der Strecke. Untenrum hat er genau das zu viel, was oben rum fehlt. Insgesamt
passt die Charakteristik aber zu einem portablen Kopfhörer und ist durchaus hörbar, also nicht jenseits
von Gut und Böse.
Bei den Mitten sieht das schon ein wenig anders aus. Ist der Grundton an sich noch unauffällig, ist der
Übergang zum Präsenzbereich das Problem. Diesen Übergang ziert nämlich eine Betonung in Form eines Hügels.
Dieser ausgeprägte Hügel verfärbt die Mitten natürlich, Stimmen und Instrumente klingen hell und dünn,
ausgewachsene Instrumente mit viel Körper schrumpfen auf Größe von Kinderversionen. Selbiges gilt für
Stimmen! Richtung Präsenzbereich geht's dann vom Frequenzgang wieder "runter", der Präsenzbereich selbst
ist von der Verfärbung nicht mehr betroffen. Klar, dass der Präsenzbereich jedoch hinter einer solchen
Betonung hinterher bleibt. An sich unauffällig, ist der einzige Makel das bereits erwähnte Hinterherhinken
hinten den Mitten.
Die Höhen schließen sich ohne Bruch an den Präsenzbereich an, machen dann aber sofort auf sich aufmerksam.
Die Höhen spielen immer im Vordergrund und können dabei auch schon mal scharf oder spitz ausfallen, je
nach Aufnahme. Die Charakteristik ist hell, metallene Idiophone wie Becken oder Triangeln klingen schneidend
und präsent. Letztlich zieht die Höhenbetonung das gesamte Klangbild zusätzlich ins Helle, Oberwellen
aus den Mitten in diesem Beriech sei „Dank“.
Die Gesamtcharakteristik des Hörers ist also definitiv "hell" - mit einer ordentlichen Mittenbetonung
und präsenten Höhen.
Jetzt, da das „Ding“ mit der Tonalität geklärt ist, kann sich positiveren Dingen gewidmet werden: den
technischen Fähigkeiten. Der T50p hat in dieser Hinsicht nämlich einiges auf dem Kasten! Den Bass habe
ich ja bereits erwähnt. Allerdings zieht sich die erwähnte Knackigkeit durch das Gesamte (für diesen Test
gerade gebogene) Frequenzspektrum. Drums knallen, Gewehrschüsse (bei Filmen) klingen sehr plastisch, Egg-Shaker
sind präsent und klingen jedes Mal anders. Und sogar die Höhen haben eine sehr gute Transientenwiedergabe,
was klassisch bei beyerdynamic zumindest subjektiv eine leichte Schwäche ist. Diese hohe Impulstreue paart
sich mit einer exzellenten Auflösung - er steckt hier meinen DT880, obwohl geschlossen und obwohl "nur"
ein Portabler Hörer, locker in die Tasche. Sowohl im Mittel-, als auch im Hochton ist der T50 extrem akkurat,
was die Abbildung und das Umreißen von kleinsten Details geht. Der T50 verliert einfach niemals den Überblick
– sowohl über das Ganze, als auch das kleine Detail.
Und: Bühne! Endlich ein Portabler Hörer mit einer ausgeprägten Bühne. Der T50 rückt das Geschehen ein
gutes Stück vom Kopf weg und staffelt die Ereignisse gut auf der Bühne um den Kopf. Lediglich die einzelnen
virtuellen Quellen könnten schärfer umrissen sein, aber das ist-für einen Portablen- nörgeln auf hohem
Niveau.

Isolation:
Der T50p tritt in Konkurrenz zu den am besten abschirmenden portablen Hörern. Die Isolation kann also
als "vernünftig" bezeichnet werden, ich kann schon bei recht leiser Musik die Tastatur nicht mehr wirklich
hören, auf der ich das hier tippe.

Tragekomfort:
Auch hier wenig Anlass zur Kritik. Der T50p ist ein Leichtgewicht mit dicken Polstern und geringem Anpressdruck.
Das (geringe) Gewicht des Kabels verteilt sich dank beidseitiger Zuführung sehr gut. Und selbst ich mit
meinem Riesenschädel habe noch Reserven in der Größenverstellung.
Dass man den T50p dennoch nicht vergisst, liegt daran, dass die Polster recht hart sind. Wer jedoch mit
ohraufliegenden Hörern generell klar kommt, wird auch mit dem T50p keine Probleme haben.

MP3/Anlage:
An hochohmigen Ausgängen gibt es eine gute Portion Bassboost. Am MP3-Player fühlt er sich deutlich wohler.
Geringer Impedanz und sehr gutem Kennschalldruck sei Dank, dass die erzielbare Maximallautstärke sehr
hoch ist. Das bedeutet für die meisten Leute wohl: ausreichend Reserven. Auch von seinem technischen Fähigkeiten
verliert der T50p kaum etwas am MP3-Player.

Fazit:
Technisch gesehen ist der T50p einer der besten Portablen Hörer auf dem Markt. Leider leistet er sich
tonal ein grobes Faul, ausgewogen ist anders. Wer mit der Mittenbetonung klar kommt, bekommt beim beyer
ein stimmiges, konsequent auf den portablen Einsatz abgestimmtes Paket mit hervorragenden technischen
Eigenschaften, selbst für einen Portablen Hörer.
Was die tonale Balance betrifft: Nachbessern, bitte! Zu dem Preis der geneigte Käufer eine ausgewogene
Präsentation erwarten - oder?

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m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:41 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#11 erstellt: 23. Apr 2009, 23:59
Denon AH-D1001

hard facts:
Polster: Ohrumschließend (bei mir gerade so), Kunstleder
Kabel: 0,8m gerade, beidseitig geführt, 3,5mm Klinke, gummiert
Systeme: 32 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 180 g
Zubehör: 1,7m Verlängerungskabel, Klinkenadapter

Der kleine Denon kommt mit schwarzen oder silbernen Muscheln in einer Plastik-Blisterverpackung.

Design:
Der kleine Denon ist nicht faltbar. Das wäre für unterwegs natürlich ideal. Die Muscheln sind weit genug
drehbar, um sich an die Kopf- bzw. Ohrform anpassen zu können. Die Ohrpolster an sich sind bei mir gerade
so ohrumschließend, jemand mit großen Ohren könnte hier Schwierigkeiten bekommen. Der Bügel lässt sich
weit genug ausziehen.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung ist gut. Kein Knarzen, keine scharfen Kanten oder Grate. Einzig die Haptik des recht
billigen Plastik hätte besser gewählt werden können. Die Polster sind weiches Kunstleder, welches wiederum
deutlich wertiger als das Plastik wirkt. Der Bügel ist im Kern aus einem (Feder?)Stahlstreifen.

Klang:
Der Denon in einem Wort: brauchbar. Er hat eine leichte Tendenz zur Badewanne, wobei gerade der Tiefbass
betont ist. Für unterwegs natürlich angemessen, geht der Bass hier doch gern mal "flöten". Die Höhen sind
auch leicht betont, was in Kombination mit dem sich leicht zurückhaltenden Grundton insgesamt eine kühle
Präsentation verursacht. Stimmen und Instrumente klingen dadurch einer Seits sehr hell, andererseits
aber durch Nichtlinearitäten im Frequenzgang leicht belegt und damit eher unaufdringlich. Leider sind
hier und da scharfe Sibilanten zu vernehmen, die den Hörgenuss gerade auf leicht gehobener Lautstärke
schon mal trüben können. Oder in Kombination mit dem immer mitspielenden Kickbass richtig rocken. Bei
nicht ganz so anspruchsvollen Musikstücken neuerer Produktion blüht der Denon auf. Hier fällt auch der
kleine Raum nicht ganz so stark in's Gewicht, ebenso wie die eher mittelmäßige Auflösung im gesamten Spektrum.
Der Hochton klingt leicht kratzig und der Brillanzbereich hält sich sehr bedenkt, so dass es zu einer
insgesamt harten Hochtonwiedergabe kommt.

Isolation:
Sie ist eher am unteren Ende des Machbaren anzusiedeln. Will man die Außenwelt ausblenden, so muss man
laut aufdrehen, wodurch sich jedoch letztere wieder gestört fühlen könnte. Wer jedoch Angst hat, das herannahende
Auto nicht mehr zu hören, könnte beim Denon gut aufgehoben sein.

Tragekomfort:
Er wiederum könnte dafür kaum besser sein. Leicht, großzügig gepolstert und an den Kopf anpassbar. Das
kurze, bei Bedarf durch die mitgelieferte Verlängerung erweiterbare, Kabel ist ein deutliches Plus unterwegs.
Die beidseitige Führung ist Geschmackssache.

MP3/Anlage:
Für meine gewohnte Hörlautstärke am MP3-Player reicht eine Lautstärke von 11/25 einstellen. An hochohmigen
Ausgängen entwickelt er eine wirklich starke Badewanne mit wabernden Bässen und nadelspitzen Höhen. Eher
am Porti als an der Anlage betreiben!

Fazit:
Alles im Allem ist der Denon ein guter Hörer. Klanglich punktet er nicht ganz oben, gleicht das
jedoch durch Tragekomfort, gute Optik und Verarbeitung und den Lieferumfang wieder aus.
Bei Modernem, rockigen und poppigen Sachen schlägt er sich gut, was auch zur optischen Erscheinung passt.

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m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:42 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#14 erstellt: 24. Apr 2009, 00:06
Sennheiser HD25-1

hard facts:
Polster: ohraufliegend, Kunstleder
Kabel: 1,5 m gerade, einseitig (rechts!) geführt, 6,3mm Klinke, gummiert, flexibel und dünn
Systeme: 70 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 140 g
Zubehör: unterschiedlich, je nach Ausstattungsmodell

Der HD25 kommt in einer Pappbox und, je nach Ausführung, mit diversem Zubehör.

Design:
Komplett in schwarz gehalten und aus sehr widerstandsfähigem Plastik würde dieser Hörer den nächsten
Weltkrieg überleben. Die Muscheln sind am unteren Ende des Bügels über ein Rastsystem aufgehängt, was
eine großzügige Größeneinstellung ermöglicht. Die Muscheln sind mit Pleather gepolstert, ebenso der zweiteilige,
spreizbare Bügel. Die linke Ohrmuschel lässt sich abklappen, die Kabel an den Muscheln sind steckbar,
die "Überleitung" von rechts nach links (ja, das Kabel ist rechts geführt!) geschieht auf der Innenseite
des spreizbaren Bügels.

Verarbeitung:
Um die Verarbeitung besser bewerten zu können, zerlege ich den HD25 gedanklich in zwei Teile: Den Bügel
und die Hörmuscheln. Die Hörmuscheln an sich sind nämlich perfekt verarbeitet. Keine weitere Ausführung
notwendig. Der Bügel ist eine etwas andere Geschichte. Zwar hat auch er keine scharfen Kanten, Grate oder
extreme Materialfehler, aber Ansätze davon lassen sich finden. So sind die Kanten der Innenseiten des
spreizbaren Bügels nicht so sauber verarbeitet, wie die Außenseite. Auch an der Unterseite des Bügels
finden sich Materialfehler. Alles nichts großes, soll aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

Klang:
Der HD25 in einem Wort: "In your face!".
Was wirklich sofort auffällt und ziemlich Vordergründig ist: Der Bass. Der Bassbereich ist wirklich stark
geboostet, spielt also immer im Vordergrund mit. Starker Kick mit viel Körper und ausgeprägter Tiefbassbereich.
Die letzte Oktave könnte man allerdings bei entsprechender Musik vermissen. Trotz des wirklich starken
Bassbereichs (wir erinnern uns: für den Betrieb unterwegs nicht von vorn herein etwas schlechtes) gibt
es keine Einmischung in den Grundton. Der ist Studiohörer-Typisch eher etwas dünner ausgefallen, um eine
gute Durchhörbarkeit der Mitten zu erreichen. Der Präsenzbereich ist unauffällig, lediglich eine kleine
Senke sorgt für ab und an verloren gegangene weiche Konsonanten (f, d, th, b). Die Mitten an sich ansonsten
eher farb-, aber nicht leblos mit guter Detaildarstellung und ordentlicher Auflösung. Die Höhen schließen
sich ebenfalls unauffällig an, keine scharfen Sibilanten, keine fiesen Spitzen, gute Mischung aus Härte
(Stichwort Transienten!) und Ätherik. Der große Kritikpunkt ist jedoch die Bühne. Oder besser: die nicht
vorhandene Bühne. Der HD25 spielt sehr direkt und ziemlich im Kopf. In Kombination durch ziemlich hohen
PRaT-Faktor kann das Klangbild fast schon zu anspringend sein und nervend wirkend. Oder aber zu fordernd,
um nebenbei damit zu hören. An dieser Stelle sei daher auf die Velourpolster hingewiesen, die einiges
im klanglichen Sinn wieder gerade biegen können. Der Bassbereich wird entschlackt und der Kopfhörer baut
eine kleine Bühne auf. Mir gefällt er mit Velourpolstern besser, also ausprobieren!

Isolation:
Der HD25 isoliert mit den Pleatherpolstern wirklich gut. Nicht extrem, aber schon mit leiser Musik ist
man faktisch allein. Mit Velourpolstern lässt die Isolation nach, ist aber immer noch ordentlich, auch
wenn man jetzt z.B. Durchsagen in Zügen oder Gespräche andere Fahrgäste bei gleicher Hörlautstärke stärker
wahrnimmt.

Tragekomfort:
Am Anfang wird vor allem der seitliche Druck auf die Ohren stören. Warme Ohren sind daher vorprogrammiert,
ohne Gewöhnung oder Aufbiegen des Bügels schwierig, ihn lange zu tragen. Die intelligente Bügelkonstruktion
nimmt den Druck von der empfindlichen Oberseite und verteilt das Gewicht mehr nach vorn und hinten - und
dabei ist der HD25 wirklich nicht schwer. Sobald also der Anpressdruck nachgelassen hat, lässt er sich
hervorragend auch lange tragen.
Das Kabel könnte für unterwegs kürzer sein und eine Klappfunktion wäre der Portabilität auch zuträglich.

MP3/Anlage:
Am MP3-Player lässt der Bass etwas nach, allerdings auch die allgemeine Kontrolle. Trotz (oder gerade?)
seiner 70Ohm ist er sehr empfindlich, 9/25 reichen bereits für die gewohnte Lautstärke aus, 11/25 ist
bereits laut. An hochohmigen Ausgängen ist der Klang auch nicht wirklich anders. Der Bass legt ein klein
wenig zu und verliert (scheinbar?) an Kontrolle, der Grundton kommt einen Tick mehr raus. Aber wie gesagt,
die Änderung ist nicht groß. Der HD25 ist also ziemlich universell einsetzbar und macht im Grunde nie
eine schlechte Figur.

Fazit:
Schon lange einer der meist genutzen Hörer bei den Tontechnikern von Kamerateams, sehr beliebt bei DJs
und in (Home)Recording-Studios, entwickelte sich der HD25-1 vor ein paar Jahren zum Geheimtipp für portable
Zwecke audiophiler Kreise. Ein Geheimtipp ist er zwar nicht mehr wirklich, aber nach wie vor empfehlenswert.
Der HD25 ist einer der besten Kompromisse aus Portabilität und Klang - allerdings zu einem entsprechenden
Preis.

Anmerkung: Es gibt mittlerweile den HD 25-1 II, welcher mit einem größeren und je nach Version
unterschiedlichem Lieferumfang kommt.

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m00h




[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:45 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#15 erstellt: 24. Apr 2009, 00:07
Shure SRH240

hard facts:
Polster: ohrumschließend, Kunstleder, oval
Kabel: 2m gerade, beidseitig geführt, Kombiklinke, gummiert, sehr flexibel und dünn
Systeme: 38 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 181g
Zubehör: /

Der SRH240 kommt in einer Pappbox mit Plastikeinschub.

Design:
Ganz in schwarz kommt der kleinste Shure-Kopfhörer daher. Dabei komplett aus Plastik, welches eines Klavierlack-artigen
Glanz hat. Einzige Akzente sind das Shure-Logo und die Modellnummer auf der Rückseite der Muscheln. Diese
sind in silbern lackiert und leicht erhaben von der Oberfläche. Das Shure-Logo prangt auch groß oben auf
dem Kopfpolster aus Kunstleder, hier allerdings nur gedruckt. Aus Kunstleder sind auch die Ohrpolster,
die vollständig ohrumschließend sind. Die Aufhängung der Muscheln erlaubt lediglich ein Kippen der Ohrmuscheln,
bis auf das Ausziehen des Bügels ist dies die einzige Möglich für den Kopfhörer, sich an den Kopf des
Hörenden anzupassen.
Die Kabelführung ist beidseitig, das Kabel selbst ist ziemlich dünn, sehr flexibel und nur 2m lang.

Verarbeitung:
Einziger Kritikpunkt ist die Lackierung des Logos bei meinem Testexemplar. Hier scheint nicht überall
Lack hingekommen zu sein, weshalb kleine schwarze Punkte die Chromoptik ein wenig stören.
Davon jedoch abgesehen gibt es keinen Anlass zur Kritik. Über die Qualität des Kunststoffes kann man
sicher streiten, Gussgrate, große Spaltmaße oder Fehler findet man jedoch nicht. Die Hauptkomponenten
werden durch Schrauben zusammen gehalten, die Polster machen einen sehr guten Eindruck. Sie sind, wie
üblich, mit einer Lippe am Polster über eine Kante an den Muscheln gezogen. Dazu sollte auch noch erwähnt
werden, dass bei Shure diese Lippe am Rand sogar noch mal vernäht wurde, um das Einreißen zu verhindern.
Vorbildlich!

Klang:
Der Shure SRH240 in einem Wort: "Das kleine Schwarze, Schatz?". Das so bezeichnete und heute noch beliebte
Kleid verspricht schlichte Eleganz für eine Vielzahl von Anlässen. Und da findet sich der Shure SRH240
wieder, denn er ist nicht nur optisch elegant, sondern auch klanglich ausgewogen genug, um keine musikalische
Präferenz zu besitzen. Viel mehr ist er ein kleiner Alleskönner.
Das fängt bereits im Bassbereich an. Dieser scheint die "magische" Eigenschaft zu haben, sich den Bedürfnissen
der Musik anzupassen. OK, vielleicht sollte man besser sagen: "Er ist abhängig von der Aufnahme". Aber
magisch klingt...nun ja..."magischer". Bei Moderner Pop- oder Dance-Musik, Hip-Hop, Rock oder Metal
begeistert der kleine mit einem profunden, satten Fundament. Die Luft geht ihm erst in den untersten Oktaven
aus, dafür sind die oberen Bassanteile sehr punchy. Wird es musikalisch etwas zurückhaltender mit kleinem
Jazz, Singer-Songwriter oder bluesigem Pop ist vom leicht vordergründigen Bass nichts mehr zu merken.
Er hält sich etwas zurück und sorgt für genau das richtige Volumen, um einen gezupften Kontrabass noch
realistisch in den Raum zu stellen. Egal welche Musik gerade spielt, komplett in den Vordergrund spielt
sich der Bass nie. Und hält sich außerdem brav aus den Mitten raus. Der Übergang zum Grundton ist daher
unauffällig, kein Bruch zu vernehmen. Der Grundton an sich ist eher dünn, eine leichte Betonung im Übergang
zum Präsenzbereich sorgt für den kühlen Charakter. Ja sogar ansatzweise eine leichte Quäkigkeit. Die ist
aber lediglich eine leichte Tendenz, Instrumente und Stimmen sind dennoch klar als die "bekannten" zu
identifizieren. Durch diese Betonung profitieren allerdings diverse Instrumente. Schlagzeug, Blechbläser,
kleinere Streicher oder auch E-Gitarren und Keyboards, werden etwas aus dem Mix gehoben, jedoch ohne völlig
aus dem Zusammenhang zu geraten. Wo der Shure etwas Probleme bekommt, sind hohe Männerstimmen. Diese können,
je nach Aufnahme, auch schon mal zu dünn klingen.
Der sich anschließende Präsenzbereich geht etwas hinter dieser Betonung unter. Das sorgt für eine ganz
leichte „Belegtheit“ in den Mitten, feine Details wie Klappengeräusche, Atem oder Lippengeräusche verstecken
sich etwas. Auch weiche Konsonanten wie "f" oder das englische "th" sind davon betroffen. Sie sind keinesfalls
weg, aber man muss schon genau hinhören. Insgesamt sind die mitten also nicht komplett frei von Verfärbungen,
aber im Großen und Ganzen ist da nichts, dass zu sehr heraus sticht oder komplett untergeht.
Die Höhen schließen sich wiederum ohne merklichen Bruch an. Sie sind von der Art her eher weich und fügen
sich von der Menge gut in's Klanggeschehen ein. Tonal sind sie ausgewogen und gut differenziert, selbst
schnelle Beckenanschläge gehen im Obertonrauschen nicht unter. Dass es ihnen deutlich an Auflösungsvermögen
fehlt, machen sie durch ihre gute Integration wieder weg. Scharfe S-Laute sind sehr selten, obwohl es
je nach Aufnahme manchmal hart an der Grenze ist, und auch mit Transienten gibt es keine echten Probleme.

Alles in allem ist der Shure gut genug, um schlechte Aufnahmen zu entlarven. Wirklich gute Aufnahmen zeigen
ihm aber schnell die Grenzen auf, er skaliert mit besseren aufnahmen kaum nach oben mit.
Die Bühnendarstellung ist eher "so lala". Einen wirklich großen Raum baut der Shure nicht auf und auch
das Gefühl von räumlicher Tiefe kann er kaum vermitteln. Immerhin sind die Schallereignisse auf der virtuellen
Bühne recht präzise platziert.
Alles in allem eine relativ ausgewogene Präsentation, die zwar ihre Schwächen hat, diese dem Hörenden
aber nicht sofort auf die Ohren drückt.

Isolation:
Mit tieffrequenten Geräuschen hat der Shure Probleme. Die Isolation nimmt jedoch mit steigender Frequenz
zu. Insgesamt unteres Mittelmaß, hier ist deutlich mehr möglich. Für einen portablen aber ausreichend.

Tragekomfort:
Sehr bequem. Zwar ist das Kopfpolster auch mehr zum Alibi gepolstert, aber da der Hörer quasi "nichts"
wiegt, geht sich das mit der recht großen Auflagefläche sehr gut aus. Der Anpressdruck ist sehr gering,
was in Kombination mit den weichen Polstern zu einem wohligen Gefühl um die Ohren sorgt. Dazu kommt, dass
die Größenverstellung des Bügels selbst auf meinem Quadratschädel sogar noch Reserven bereit hält. Aber
Achtung! Die Anpassungsmöglichkeiten an den Kopf sind stark begrenzt. Die Muscheln lassen sich lediglich
kippen, dazu ist der Einstellbereich durch die Bügelkonstruktion stark eingeschränkt. Der Plastikbügel
erlaubt zwar im gewissen Rahmen eine Drehung der Muschel auf Grund der Elastizität des Materials. Vor
dem Kauf wenn möglich Probetragen!

MP3/Anlage:
Niedrige Impedanz, sehr gute Empfindlichkeit. Erwartungsgemäß ist die Leistung am MP3-Player sehr gut
und im Vergleich zum Kopfhörerverstärker muss man nur minimalste Abstriche in allen Bereichen machen.

Am hochohmigen Verstärker hat man einen leichten Bassboost. Und, entgegen der allgemeinen Tendenz, vergrößert
sich die Bühne etwas beim Betrieb an Hochohmigen Ausgängen. Zur Abwechslung mal ein Ergebnis, mit dem
man auch am Vollverstärker gut leben könnte.

Fazit:
Was gibt's da noch groß zu sagen? Recht kompakt, klanglich einigermaßen ausgewogen, bequem, ein gewisses
Maß an Isolation und an wirklich jeder Quelle sehr gute Leistungen machen den SRH240 zu einer klaren Empfehlung
in seiner Preisklasse - für alle Musikrichtungen.

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m00h






[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:54 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#16 erstellt: 24. Apr 2009, 00:07
Sennheiser PX200

hard facts:
Polster: ohraufliegend, Kunstleder
Kabel: 1,4 m gerade, beidseitig geführt, Miniklinke, gummiert, flexibel und dünn
Systeme: 32 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 60 g
Zubehör: Transportbox

Über diesen Kopfhörer möchte ich nicht viele Worte verlieren, weil er es meiner Sich nicht Wert ist.
Er kommt in einer Blisterverpackung, die die Transportbox beinhaltet, die den Hörer im Zusammengeklappten Zustand aufnimmt und schützt und gleichzeitig als Kabeltrommel zum Aufwickeln des Kabels dient. Wie bereits erwähnt, ist er über zwei Scharniere am metallenen Kopfbügel klappbar. Eine Kerbe im Plastik an jedem Seitenteil des Bügels lässt die Konstruktion so einrasten, dass der Hörer in die Transportbox passt. Der Hörer ist sehr, sehr leicht. Die kleinen Kopfpolster am Bügel hätte Sennheiser meiner Meinung auch weglassen können. Der Anpressdruck ist auch so gut wie nicht vorhanden, was zwar dem Tragekomfort zukömmlich ist, aber dem Sound schadet. Und hier liegt auch schon das Hauptproblem. Der Klang. Nun ja, als ersten solltet ihr wissen, dass der Klang extrem sitzabhängig ist. Das ist auf die kleinen Hörmuscheln zurückzuführen, die mit noch kleineren Polstern "glänzen", nicht einfach nicht groß genug sind, um die Unebenheiten der Ohren auszugleichen. Dadurch gibt es keinen Luftabschluss, ein wichtiges Kriterium für geschlossere Hörer, um gut zu klingen. Selbst wenn ich den Hörer andrücke, ist der Klang alles andere als das gelbe vom Ei. Am Ehesten fühlte ich mich ohne Andrücken an ein Telefon erinnert. Das klingt Hart, aber so ist es. Bass? Fehlanzeige. Mitten? Erahnbar. Das Andrücken brachte Bass (kein Tiefbass!) und Grundton hervor, aber der Frequenzgang ist vom Grundton an abfallend. Dumpfe Mitten, kaum Höhen. Keine Details, alles klingt merkwürdig, keine Bühne. Dass der PX200 nicht Isoliert, setzt dem ganzen die Krone auf. Selbst die Wollmütze, die ich im Winter über die Ohren ziehe, isoliert stärker!

Was soll ich sagen? Keine Isolation, schlechter Klang. Für "uns" Hifi-Forumsianer sicher kein brauchbarer Hörer. Wer aber besseren Klang sucht, als die MP3-Player Standardstöpsel liefern, dazu größtmögliche Portabilität, eine schlanke Silhouette und ein Mindestmaß an Isolation, kann sich den PX200 anschauen. Es sollte jedoch klar sein, dass man den Höhen Preis eben für die Portabilität zahlt, nicht für den Klang.

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m00h




[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:57 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#17 erstellt: 24. Apr 2009, 00:07
AKG K181 DJ

hard facts:
Polster: ohraufliegend (!), Kunstleder, rund
Kabel: 3m gerade, einseitig links geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel und etwas dünner...nudelartig

Systeme: 42 0hm
Gewicht ohne Kabel: 280 g
Zubehör/Besonderheiten: Bassboost, Monoschalter, Transporttasche

Der K181 ist zwar kein "Studiohörer", richtet sich aber dennoch eher an eine (semi)professionelle Käuferschicht
und wird daher in die "Studio"-Riege gepackt.

Der K181 DJ kommt in einer großen, transparenten Blisterverpackung.

Design:
Der K181 DJ ist ein großer full-size Kopfhörer, der mit runden Ohrmuscheln und dicken, ohraufliegenden
Kunstlederpolster ausgestattet ist. Das Material ist zum großen Teil graues Plastik, welches silber lackiert
wurde, sowie schwarzes Plastik und einem schwarzen Hartgummi, wie er auch beim K81 Verwendung findet.
Der Kopfbügel ist unten mit einem kleinen Kunstlederstreifen gepolstert. Die Muscheln sind so aufgehängt,
dass sie sowohl gedreht, als auch nach innen geklappt werden können. AKG nennt das "3D-Axis". Positiv
fällt auch das steckbare Kabel mit mini-XLR-Stecker auf. Ungewöhnlich ist auch der Mono-Schalter sowie
die "Clubgrößen"-Einstellung an den Muscheln - die nichts weiter als ein Bassboost ist.

Zum Bassboost: hinter den sehr schwer gängigen Schaltern an der Seite der Ohrmuscheln verbirgt sich nichts
weiter als ein Bassreflexsystem, dass mit einer Resonanzfrequnz zwischen 80 und 100 Hz dem Midbass mächtig
auf die Sprünge hilft. Das erklärt auch, warum diese Schalter so schwer gehen. Neben dem Schutz vor versehentlichem
Verstellen sollten die Bassreflexlöcher natürlich möglichst luftdicht verschlossen sein, wenn sie nicht gebraucht werden.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung des K181 ist durchwachsen. Zwar sind viele Teile verschraubt und die Passgenauigkeit
gut, aber an vielen Stellen sieht und spürt man Grate. Außerdem löst sich die silbrige Lackierung sehr
leicht. Schon frisch aus der Packung war diese teilweise an den Stellen, an denen der Hörer in der Packung
aufliegt, abgerieben und gibt den grauen Kunststoff darunter frei. Die Nähte der Polster sind vertrauenerweckend,
alle Schalter sind schwergänig und rasten sauber ein.

Klang:
Der K181 in einem Wort: Überraaaaaaschuuuung! "DJ-Kopfhörer? Wo denn? Der kann doch viel mehr!" - so
könnte die Antwort eines Blindtest des K181 ausgefallen sein, der in der Erwartung eines "typischen" DJ-Kopfhörers
stattgefunden hat. In der Tat. Bis auf den recht lahmen, resonanten und leicht vordergründigen Bassbereich,
den man durchaus auch bei anderen nicht-DJ-Hörern findet, erinnert kaum etwas daran. Der Bass ist im gesamten
Bereich betont, also auch der Tief- und Kickbass, wobei letzterer nicht sehr schnell erscheint. Aus den
Mitten hält sich der Bass aber brav und zu meiner Überraschung heraus. Tatsächlich leidet der Grundton
eher etwas an zu wenig Volumen und Wärme, die Mitten sind daher kühl und durchhörbar. Dadurch atmen Instrumente und
Stimmen allerdings auch ausreichend und klingen nicht belegt.
Zwar sind durchaus Details vernehmbar, aber die Auflösung ist gerade so untere
Mittelklasse. Dazu kommt eine gewisse Halligkeit, als ob AKG den rückwärtigen Schall nicht komplett im
Griff hätte. Die Höhen sind definitiv da, stechen aber nicht als sonderlich betont heraus. Auch scheinen
sie weit hinauf zu reichen und dabei einen recht glatten verlauf zu haben, jedenfalls klingen Hihats und
Becken so, wie man es gewohnt ist. Allerdings wiederum mit nur mit mittelmäßiger Auflösung, gut aufgenommene
S-Laute scheinen eine unüberwindbare Hürde zu sein. Die Transientenwiedergabe ist OK, ebenso wie PRaT
im gesamten Frequenzbereich, vom Bass mal etwas abgesehen. Die Darstellung von Raum und Bühne fällt mager
aus. Vielleicht liegt es daran, dass der Hörer nicht das Außenohr mit einbezieht, aber das Raum ist weder
groß noch in irgendeiner Weise gestaffelt. Wenigstens gibt es Schallereignisse zwischen links, rechts
und Mitte. Immerhin.
Bassboost an: Boom! Ja, das trifft's. Der Bass wird überresonant und überlagert alles mit lahmen rumgematsche
im Tiefton und Volumenorgien. Zum Musikhören auslassen!
Die Mono-Funktion erklärt sich fast selbst: Beide Kanäle werden gemischt und auf beiden Seiten wiedergegeben,
um immer den gesamten Mix hören zu können. Auch wenn nur eine Seite zum Abhören verwendet wird.

Isolation:
Die Isolation bewegt sich definitiv am oberen Ende von dem, was machbar ist, mit "großen" Kopfhörern.
Angesichts des angedachten Einsatzzwecks aber auch keine wirkliche Überraschung.

Tragekomfort:
Der K181 trägt sich für jemanden, der ohrumschließende Hörer gewohnt ist, sehr merkwürdig, weil er mit
den großen Muscheln großflächig auf den Ohr aufliegt. Dass der Anpressdruck recht hoch ist, "hilft" da auch
nicht wirklich. Das Kopfpolster ist klein und konzentriert das Gewicht auf einem recht kleinen Fleck.
Die Mischung aus Gewicht auf dem Kopf und Verteilung über den Anpressdruck scheint aber gelungen, den K181
konnte ich lange tragen - allerdings mit schweißnassen Ohren.

MP3/Anlage:
An hochohmigen Ausgängen prägt sich der Bassbereich stärker aus, der Grundton wird
wärmer und voller. In den Höhen kaum eine Veränderung.
Am MP3-Player verschwindet eine ganze Menge Bassvolumen, der Bass bleibt aber sehr punchy. 11/25 ist
für die gewohnte Lautstärke ausreichend - sehr effizient also.

Fazit:
Tonal macht der K181 gar nicht so viel falsch. Erst recht, wenn man bedenkt, dass er ein DJ-Kopfhörer ist.
Die größten Schwächen sind die Auflösung und der Raum. Letzteren hätte man vielleicht mit anderen Polstern
in den Griff bekommen können, allerdings wahrscheinlich zu Lasten der exzellenten Isolation. Für den Preis
und den Isolationsgrad kein schlechter Hörer. Absolut betrachtet aber keine echte Empfehlung zum Musikhören.
Ein DJ-Kopfhörer eben, der aber nicht komplett unterschätzt werden sollte.

zur Diskussion

m00h






[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 17:59 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#18 erstellt: 24. Apr 2009, 00:07
audio-technica ATH-M50

Polster: ohrumschließend, Kunstleder
Kabel: 1,2m Wendelkabel, einseitig geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel
Systeme: 38 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 284 g
Zubehör: Tasche

Der M50 kommt, wie fast alle großen audio-technicas, in einer Papphülle mit Sichtfenster und Plastikeinschub.

Design:
Der M50 kommt wie ein Panzer daher. Groß, schwarz, schwer gebaut. Abwechslung für das Auge bieten gebürstete
Alu-Elemente am Hörer sowie das große Logo auf den Muscheln. Diese sind sowohl klapp als auch drehbar
und haben große, ovale, ohrumschließende, weiche Kunstlederpolster. Der Bügel, der einen Kern aus Federstahl
besitzt, ist großzügig und auf breiter Front mit einem dicken, mit Kunstleder bespannten Polster überzogen.
Der Verstellbereich für die Kopfgröße ist riesig, der Federstahlbügel verzeiht auch in der Breite einiges.
Das einseitig geführte Kabel ist ein 1,2m Wendelkabel mit der typischen audio-technica Kombiklinke.

Verarbeitung:
Der M50 glänzt mit absolut sauberer Verarbeitung. Zwar sieht man hier und da Nähte am Plastik (z.B. am
Bügel), aber diese sind nicht scharf oder sonst unangenehm beim Anfassen. Die Nähte der Polster sind vertrauenswürdig,
die Metallelemente sind sauber eingelassen. Die meisten Teile sind verschraubt, anstatt verklebt oder
"geklickt" zu sein.

Klang:
Der M50 in einem Wort: Spektakulär. Der hält klanglich, was er optisch verspricht. Dicker Bass, viel
Hochtonenergie und, wenn's sein muss, Lautstärke bis zum Gehörsturz. Im Detail heißt das:
Der Bass ist stark. Gerade der Tiefbass ist deutlich betont und resonant, wobei der Kickbass audio-technica
typisch stark ausgeprägt bleibt. Trotz deutlicher Übertreibung ist der Bassbereich durchaus straff und
schafft den Spagat zwischen Kontur und Körper. Auch wenn er sich gern in den Vordergrund drängt, wird
der Bass nicht zur dominierenden Macht, die alles andere verschluckt. Die Mitten sind mit Grundtonsenke
und Präsenzbetonung ganz klar kühl. Wer jetzt den Atem anhält und sich fragt, ob der M50 "quäkt", der
darf wieder weiteratmen: nein, das tut er nicht. Die Abstimmung hätt auch einem europäischen Hersteller
so "passieren" können. Entwarnung also! Die kühle Präsentation sorgt dafür, dass gerade weibliche Sänger
und hohe Instrumente dünn klingen. Auf der anderen Seite wird so unglaublich viel Detail und Atem vermittelt.
Interessant auch, dass es der M50 schafft, die tendenzielle Klangfarbe nicht mit seiner Kühle zu über..."frieren".
Normalerweise blasst eine kühle Abstimmung die Klangfarben stark aus und oft so stark, dass der Musik
die Seele fehlt. Passiert dem M50 aber nicht. Man könnte meinen, er täuscht etwas mehr Auflösung vor,
als wirklich da ist, durch die schiere Masse an Details in den Mitten. Wirklich hoch aufgelöstes Musikmaterial
überführt ihn aber. Ebenso in den Höhen. Mittelmäßige Auflösung mit starker Detailwidergabe "dank" Betonung
im Hochton. Leider neigt er dadurch zu Schärfe, nagelt auf der anderen Seite aber Transienten sehr scharf
auf den Punkt ins Klanggeschehen. Die Höhen sind eher hart, was in Kombination mit dem Hochtonpeak (/Plateau)
auf einen Abfall im Brillanzbereich schließen lässt. Zu dieser durchaus fordernden Abstimmung mit starkem
PRaT-Faktor passt die recht intime Bühne, die sich vor allem zu den Seiten auszubreiten scheint. Allerdings
kann von "groß" kaum die Rede sein: Erste Reihe, Rockkonzert im Club.

Isolation:
Hervorragend. Selbst ohne Musik ist man schon fast mit sich allein.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort ist OK. Er hält leider nicht ganz, was die großzügigen Polster versprechen. Der Hörer
ist schwer und das Kopfpolster etwas zu hart, um auf der großen Fläche wirklich nachgeben zu können. Der
Federstahlbügel erzeugt einen recht hohen Anpressdruck, den auch die großen Ohrpolster nicht komplett
verteilen können. Die Ohren passen zwar komplett in die Polster, aber warme Ohren sind vorprogrammiert.
Dazu das Wendelkabel, das zusammengezogen schwerer ist als normale Kabel, auf größere Distanzen aber ungemütlichen
Zug ausübt. Zumindest außerhalb von Europa ist eine Version mit geradem Kabel erhältlich, ob die nach
Deutschland kommt, wird sich zeigen.

Anm.: Die Version mit geradem Kabel gibt es jetzt als "M50s" - s für "straight"!

MP3/Anlage:
Am MP3-Player schlägt er sich mehr als passabel. Die Bühne bricht etwas zusammen und wird schwammig,
ebenso der Bass. Ansonsten wie am KHV. 9/25 ist dank starker Isolation völlig ausreichend für meine gewohnte
Hörlautstärke.
An hochohmigen Ausgängen entwickelt er, je nach Ausgangswiderstand, abartige Bässe, mit denen man sich
das Gehirn massieren könnte, auf höheren Lautstärken. Ein positiver Nebeneffekt ist jedoch, dass der Grundton
aufgefüllt wird, ohne dass sich die Höhen verändern. Wer also nichts gegen starken Bass hat, für den könnte
sich eventuell das Experimentieren mit Vorwiderständen lohnen.

Fazit:
Als alter Studio-Hase haben die audio-technica-Leute hier definitiv ihre Hausaufgaben gemacht! Ein Hörer,
für das "Team Treble", mit stimmigen Bässen und ordentlicher Gesamtperformance. Erst Recht für das Geld
und noch mehr für einen geschlossenen Hörer! Man kann ihn sich auch als Portablen vorstellen; Gute Isolation,
schlanke Silhouette und hohe Empfindlichkeit sind gute Voraussetzungen dafür.

zur Diskussion

m00h




[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:00 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#19 erstellt: 24. Apr 2009, 00:08
beyerdynamic DT250 / 250 und 80 Ohm

hard facts:
Polster: ohrumschließend, Velour, oval
Kabel: ca. 1,5m gewendelt, einseitig links geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel und normal dick
Systeme: 250/80 0hm
Gewicht ohne Kabel: 240 g
Zubehör: /

Der DT250 kommt in einer schlichten Kartonbox, das Kabel muss selbst angesteckt und mit der mitgelieferten
Schraube gesichert werden.

Design:
Der DT250 wirkt wie eine moderne Reinkarnatoin eines historischen beyerdynamics. Der Form nach erinnert
er an die alten beyerdynamics, allerdings sowohl optisch als auch materialtechnisch überarbeitet. So kommt
der beyer komplett in schwarzen Kunststoff, mit Pleather Kopfpolster und Ohrpolstern aus Velour. Das Kabel
ist steckbar und durch eine Schraube gesichert, leider ist der Stecker ein eigenes Ding von beyer. Aber
gut, dass es überhaupt wechselbar ist.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung ist weder schlecht noch großartig. Je nach dem, welches Teil man betrachtet, würde man
ein anderes Urteil fällen. Teilweise sind Gussgrate sehr deutlich sicht- und fühlbar. Die Polster überzeugen
allerdings.

Klang:
Der DT250 in einem Wort: Power. Energiegeladen von unten bis oben. Punchiger, körperhafter Bass, der
dazu noch tief und konturiert ist und ohne sich dabei aufzudrängen, immer im Vordergrund mitspielt. Die
Mitten sind ziemlich ausgewogen, für mein Empfinden nahe an "neutral", mit einem ganz leichten Schlag
in Richtung "kühl". Die Mitten stehen dem Bass ganz leicht nach, daher auch die bereits erwähnte leichte
Vordergründigkeit des Basses. Die Auflösung in den Mitten ist OK, die leichte Kühle fördert Details an
den Tag, ohne sie dem Hörer auf zu zwängen. Der Übergang vom Präsenzbereich zu den Höhen ist ohne Bruch,
allerdings fällt ein leichter Anstieg auf, der die Höhen betont. Zwar verzichtet der DT250 auf Peaks im
Hochton, je nach Aufnahme fördert er aber unangenehme Schärfen und harte Konsonanzen zu sehr zu Tage,
was aber auf der anderen Seite der Transientenwiedergabe hilft. Der Hochtoncharakter ist zwar nicht aufdringlich,
aber irgendwie doch immer im Vordergrund, dabei jedoch eher hart und trocken. Die Auflösung im Hochton
ist auch nicht großartig, die weiche Komponente fehlt. Die Höhen hinken daher der Qualität der Mitten
hinterher.
Die Bühnendarstellung ist schwierig. Die eher geringe Größe ist dabei gar nicht mal das Problem, alles
spielt sich mit ausreichend Abstand ab und auch die Verteilung der Schallquellen um den Kopf ist OK, allerdings
ist die Bühne nicht in der Tiefe gestaffelt.
Der hohe PRaT-Faktor dieses Hörers sollte auch erwähnt werden. Der DT250 ist, wie Eingangs schon erwähnt,
eine Powermaschine. Lautstärke leicht über normal und voll abrocken - kein Problem. Was natürlich nicht
heißt, dass er nicht auch die leisen Töne beherrscht. Die leichte Betonung der Frequenzextreme hilft gerade
bei leisem Hören und die ausgewogene Mittenwiedergabe hat Monitorqualitäten. Der DT250 ist insgesamt gut
genug, um mittelmäßigen Aufnahmen schonungslos aufzudecken.

Isolation:
Für einen geschlossenen Kopfhörer eher schlecht. Es werden nur bestimmte Frequenzbereiche gedämmt, Geräusche
von außen dringen auch bei lauterer Musik ein, welche allerdings auch von außen zu hören ist.

Tragekomfort:
Zwar ist er sehr leicht und am Kopf gut gepolstert, aber die Hörmuscheln sind zu klein. Offiziell ohrumschließend,
liegen die Polster bei mir auf den Ohrläppchen auf. Das kann allerdings auch daran liegen, dass für meine
Kopfgröße die Größenverstellung nur "gerade so" ausreicht. Der Anpressdruck ist eher gering, daher kann
der Hörer bei Bewegungen schon mal verrutschen. Die Aufhängung des Kabels ist weiter von Kopf entfernt
als bei anderen Hörern und zu dazu noch größer, solange das Wendelkabel also nicht irgendwo aufliegt,
zerrt es unangenehm am Hörer. Insgesamt aber ohne grobe Schnitzer, lässt sich auch länger tragen.

MP3/Anlage:
Zwei Überraschungen in diesem Bereich. Ein offensichtlich sehr glatter Impedanzverlauf sorgt für nur
minimale Klangverändeurng an hochohmigen Ausgängen. Lediglich die Frequenzextreme gewinnen etwas an Volumen
auf Kosten der Präzision. Aber wie bereits erwähnt: minimale Veränderung.
Am MP3-Player die zweite Überraschung. 250Ohm würde man bei der Performance am Portiplayer kaum vermuten.
13/25 in der Lautstärkeregelung sind ausreichend, Druck und PRaT wie am KHV und keine tonale Veränderung.
Lediglich bei der Bühne muss man Abstriche hinnehmen.

Fazit:
Zu dem Preis eine ganz klare Empfehlung, wenn man nicht vorrangig auf Isolation wert legt. Bequem, unabhängig
vom Quellgerät, klanglich allroundtauglich mit leicht betonten Frequenzextremen und Mitten in Monitorqualität.
Obwohl er eigentlich alles kann, sehe ich ihn vor allem bei Musik, die vom hohen PRaT-Faktor profitieren
kann.

Fazit zum DT250/80 mit 80 Ohm:

Hier möchte ich mich kurz fassen: Die 80Ohm-Version sollte von niemandem (!) gekauft werden. Sie hinkt
aus klanglicher Sicht eine ganze Klasse hinterher! Dazu kommt, dass die Performance der 250Ohm-Version
am MP3-Player gut genug ist, um den 80Ohm keinen entscheidenden Vorteil geben zu können. Jedenfalls keinen,
der den enormen Klangnachteil wert ist.

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:01 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#20 erstellt: 24. Apr 2009, 00:08
beyerdynamic DT770M

hard facts:
Polster: ohrumschließend, Kunstleder, rund
Kabel: 3m gerade, einseitig links geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel und normal dick
Systeme: 80 0hm
Gewicht ohne Kabel: 300 g
Zubehör: integrierter Lautstärkeregler

Der DT770M kommt in einer einfachen Kartonbox, in der eine große Textiltasche eingeschoben ist, in der
dann der DT770 liegt.

Design:
Schon auf den ersten Blick als DT770 zu erkennen, unterscheidet sich der DT770M vom DT770 Edition2005
in folgenden Dingen: PRO-Ohrmuscheln in schwarzem Kunststoff und schwarzen Gabeln, geschlossene Bassreflex-Löcher,
die 80Ohm-Systeme vom Pro und Kunstlederpolstern sowie durch das alte Kopfpolster mit Druckknöpfen. Am
Kabel findet sich recht nah am Hörer ein Lautstärkeregler, mit dem die Lautstärke unabhängig von der Quelle
geregelt werden kann.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung des DT770 ist auf gewohnt hohem Niveau, wie man es vom DT770 gewohnt ist. Über die Optik
kann man sicher streiten, aber Grate oder scharfe Ränder sucht man bei den Plastikohrmuscheln vergeblich.
Die Teile, die er sich mit dem "Hifi"-DT770 teilt, sind ausgezeichnet verarbeitet. Lediglich der im Kabel
integrierte Lautstärkeregler will sich nicht so recht in's Bild einfügen. Er wirkt klapprig und irgendwie
mehr wie ein Provisorium, als eine Dauerlösung.

Klang:
Der DT770M in einem Wort: *gähn*. Der DT770 ist ein langweilig und unspektakulär klingender Hörer. Nicht
unbedingt unmusikalisch im näheren Sinn, aber kaum mitreißend. Dabei produziert er kaum Tiefbass (die
BR-Löcher sind zu!), wobei der obere Bassbereich jedoch extrem durchhörbar ist. Kaum resonant, sehr trocken
und in in den oberen Lagen sehr punchy legt der DT770M Bassverläufe in höheren Lagen sehr plastisch frei.
Der Mittelton ergänzt den "laid-back"-Charakter. Zwar ist der Grundton für einen beyerdynamik stark ausgeprägt,
aber eine Senke im Präsenzbereich entschärft die Mitten gewaltig, dadurch werden sie fast schon dumpf.
Es fehlt an Atem und Brillanz in den Mitten, ebenso an Aggressivität. Anschläge von Instrumenten, Anrisse
von Saiten und Drumschlägen wird dadurch die Power genommen, auch Stimmen klingen belegt und irgendwie
wie durch einen Vorhang tönend. Ich bin nicht sicher, ob sich dadurch nur der Eindruck einer schlechten
Auflösung aufdrängt oder ob sie wirklich nicht gut ist, aber Auflösung und Detailgrad in den Mitten ist
eher unterdurchschnittlich (wobei ich den 80Ohm-Pro vom DT770 noch nicht gehört habe). Die Höhen versetzten
dem "Konzept 'laid-back'" den letzten Schliff. Sie drängen sich nicht auf, aber auf der anderen Seite
vermisst man sie nie wirklich. Die Höhen haben keinen Peak, scheinen aber im Brillanzspektrum abgerollt
zu sein. Dadurch erscheinen sie vordergründig hart, allerdings drängen sich weder Details noch Transienten
auf. Auch hier scheint die Auflösung nicht auf Höhe des "hifi"-DT770 zu sein, kann aber auch ein Effekt
der zurückgenommen und abgerollten Höhen zu sein. Die Bühne ist klein und gepresst, immerhin aber "vor
dem Kopf" anstatt drin.
"Monitor" trifft also in der Tat zu, der Kopfhörer kann ermüdungsfrei über einen langen Zeitraum gehört
werden, auch auf hoher Lautstärke. Und gerade mit der Bewerbung als "Drummer-Monitor" im Hinterkopf, kann
die Abstimmung gut nachvollzogen werden. Zum Musikhören ist er aber nur bedingt geeignet.

Isolation:
Die Isolation des DT770M kann nur mit "extrem" beschrieben werden. Da kann sich mancher Gehörschutz noch
eine Scheibe abschneiden!

Tragekomfort:
Hier wird's schon schwieriger. Hoher Anpressdruck und Kunstlederpolster führen fast zwangsläufig zu warmen
Ohren und Druck am Kopf, ansonsten ist der Bügel genug gepolstert um zumindest auf dem Kopf keinen Grund
zur Sorge zu geben. Mit ab und zu zurecht rücken und kurzen Pausen ist längeres Hören aber möglich.
Der Lautstärkeregler erlaubt unabhängig vom Quellgerät eine Regelung, allerdings ist der Gleichlauf des
Potis noch stark verbesserungswürdig, gerade im Bereich kurz vor "aus".

MP3/Anlage:
Wurde nicht getestet. Es gibt für weniger Geld bessere Hörer für "hifi"-Zwecke - und darum geht's mir
nun mal.

Fazit:
Zum Musikhören sollte der DT770M nicht verwendet werden. Dazu ist er für die gebotene Leistung zu teuer.
Allerdings hält er, was er als "Monitor" gerade für Schlagzeuger oder Live-Monitring/Mixing verspricht.
Langes, ermüdungsfreies Hören in lauter Umgebung ist genau sein Ding.
zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:02 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#21 erstellt: 24. Apr 2009, 00:09
Sennheiser HD280Pro

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Pleather
Kabel: 3m Wendelkabel, einseitig geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel, 1m Minimum
Systeme: 64 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 220 g
Zubehör: /

Der HD280 kommt in einem Pappkarton mit großem Sichtfenster und Kunststoffeinschub.

Design:
Ganz in schwarz, dafür aber in sehr angenehmer, softtouch-ähnlicher, rauer Oberfläche. Damit ist die
Anmutung deutlich höher als bei glattem Plastik. Leider verlässt sich Sennheiser auch auf Pleatherpolster,
dimensioniert dafür aber das Kopfpolster deutlich größer als "die anderen" mit diesem Kopfbügel. Obwohl
der Klappmechanismus anders aussieht, kann auch beim HD280Pro jede Ohrmuschel sowohl rotiert als auch
nach innen ein geklappt werden. Sennheiser denkt sogar an kleine Gummipuffer, die den direkten Kontakt
vom Plastik der Ohrmuscheln mit dem der Aufhängung vermeiden. Das Kabel ist ein einen Meter langes Wendelkabel,
das auf 3m ausgezogen werden kann und mit einem Kombiklinkenstecker versehen ist.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung des Sennheiser ist geradezu Spitze. Obwohl er den selben Kopfbügel verwendet, wie die
Ultrasones (und der DT660), ist der Bügel deutlich besser verarbeitet. Keine Grate, kleine Spaltmaße,
keine Materialfehler. Ebenso wie die Ohrmuscheln und Aufhängungen, lediglich zwei kleine Nute erinnern
an die Herkunft aus der Spritzgussmaschine. Die Gabeln sind zwar "von hinten" etwas unansehnlich, aber
auch dort absolut unscharf und "fingerfreundlich".

Klang:
Der Sennheiser in einem Wort: trocken. Das fängt beim Bass an, zieht sich durch die Mitten bis in die
Höhen fort. Was heißt das? Nun ja, der Bass z.B. hält sich ziemlich zurück. Er kickt nicht sehr stark
einerseits, baut aber auch nie ein dröhnendes Volumen auf. Weder im Mid-, noch im Tiefbass. Was der Bass
dafür kann: abgrundtiefe, schwarze Bässe mit sehr viel Kontur. Wenn es einem Hörer gibt, mit dem man 20Hz
tatsächlich noch hören kann, dann dieser! Der anschließende Mitteltonbereich ist unauffällig. Der
Grundton ist ausgeprägt, aber nie zu dominant. Der anschließende Präsenzbereich hält sich dezent zurück.
In der Konsequenz sind die Mitten tendenziell warm, je nach Aufnahme auch mal tendenziell dumpf, aber
immer klangfarbentreu. Es fehlt allgemein an Atem und Durchhörbarkeit, wie als läge ein leichter Schleier
auf Stimmen und Instrumenten. Gerade weiche Konsonanten sind schwer zu hören. Der Hochton ist auch nicht
Auffällig und drängt sich weder in den Vordergrund, noch verschwindet er hinter anderen Frequenzbereichen.
Die Auflösung und Differenzierung im Hochton sind sehr gut. Keine scharfen Sibilanten, sehr ausgewogenes
Verhältnis von Anschlägen zu Ausschwingen von metallischen Instrumenten. Soll heißen: weder zu hart, noch
zu weiche (ätherische Höhen), sondern so, wie man sie erwartet mit einer kleinen Schwäche bei den Transienten.
Die Bühnendarstellung ist allerdings ein Manko, zwar scheinen Stimmen von etwas weiter weg zu kommen als
als andere Instrumente, aber insgesamt ist die Halbkreisförmig Bühne nicht sehr groß. Die Positionen der
einzelnen Ereignisse sind auch sehr schwammig und scheinen teilweise sogar zu wandern. Insgesamt also
eher zurückhaltend, mit kaum PRaT, mit gelungener Gratwanderung zwischen Analytik und Musikalität, um
auch länger ermüdungsfrei damit hören zu können.

Isolation:
Der HD280Pro ist ein Isolationsmonster. Schon ohne Musik sind Geräusche stark gedämpft und wirken entfernt,
mit leiser Musik sind Türklingeln und Telefon nicht mehr zu hören.

Tragekomfort:
Der Sennheiser ist kein Leichtgewicht, das Gewicht verteilt sich allerdings durch (im Vergleich) große
Kopfpolster und recht hohen Anpressdruck an den Ohren. Aber dank ovaler Ohrpolster spürt man den Anpressdruck
kaum, obwohl warme und schwitzende Ohren vorprogrammiert sind. Die Ohren berühren zwar bei mir nicht
die Innenseite, aber den hohen Druck spürt man nach einer Weile. Unangenehm fällt das Kabel auf: es ist
schwer, wenn es im zusammengezogenen Zustand herunter hängt und zieht schon auf kurze Distanzen unangenehm
am Hörer.

MP3/Anlage:
An hochohmigen Ausgängen wird der Bass deutlich voluminöser, die Höhen gewinnen ein klein wenig an Brillanz.
Bühnentechnisch passiert kaum etwas. Am MP3-Player würde den den HD280 nicht betreiben. Obwohl 13/25 von
der Lautstärke her ausreichen, wird der Bass noch dünner und in den Mitten verfärbt irgend etwas.

Fazit:
"Man bekommt, wofür man bezahlt". In dem Fall allerdings positiv zu bewerten, der HD280 ist sein Geld
wert. Ein gediegenes Arbeitstier mit unaufdringlichem Sound ohne grobe Schnitzer, aber andererseits auch
kein HiEnd. Je nach dem, was man sucht, eine Empfehlung wert.

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:02 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#22 erstellt: 24. Apr 2009, 00:09
Shure SRH440

hard facts:
Polster: ohrumschließend, Kunstleder, oval
Kabel: 3m gewendelt, links geführt, Kombiklinke, gummiert, normal dick, steckbar
Systeme: 44 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 272g
Zubehör: Transporttasche

Der Shure kommt in einer Kartonbox, die mit einer Form aus einer Art Eierpackungs-Pappe ausgefüllt ist.

Design:
Als ausgewachsener, ohrumschließender Kopfhörer kommt der mittlere Shure -typisch Studiohörer- in mattem,
schwarzem Kunststoff daher. Die einzigen Farbtupfer sind die Markierungen für den die linke und rechte
Seite. Diese sind in die Gabel des ansonsten unauffälligen Bügels eingelassen und in einem matten Ton
gehalten. Rot für rechts, blau für links. Davon abgesehen gibt es den grauen Shure-Logo-Druck auf dem
Kopfpolster, das aus Kunstleder ist und den größten Teil des Bügels bedeckt. Kunstleder sind auch die
ovalen Ohrpolster, die wie üblich mit einer Lippe über eine Kante gezogen sind.
Die Ohrmuscheln sind auch aus Plastik, besitzen jedoch auf der Rückseite eine Einlassung aus schwarzem
Aluminium, auf dem sich leicht erhaben das Shure-Logo und die Modellnummer befinden. Bei diesen ist die
schwarze Oberfläche abgefräst, so dass das darunter liegende Metall zum Vorschein kommt.
Das Wendelkabel ist steckbar. Es hat eine 2,5mm (!)-Klinke mit Bajonettverschluss, für diesen gibt es
kleines gedrucktes Symbol, welches die Verriegelungsrichtung verrät. Die Kabelführung von der linken zur
rechten Seite verläuft extern. Lediglich beim Kopfpolster verschwindet das Kabel im Bügel, um dann auf
der anderen Seite wieder zum Vorschein zu kommen. Damit's keinen Salat gibt, befinden sich an den Gabeln
kleine Ösen, durch die jeweils das Kabel durchgeführt ist.
Die Bügelkonstruktion erlaubt ein Kippen, Drehen und Klappen der Muscheln.

Verarbeitung:
Alles in allem sehr ordentlich. Keine Materialfehler, kleine Spaltmaße und nur minimale Gussgrate an
Teilen mit schwierigen Formen. Die Alu-Inlays sind sauber in zentriert eingelassen. Andere tragende Teile
sind geschraubt. Das Kopfpolster ist großzügig an der Unterseite vernäht, auch die Ohrpolster machen einen
guten Eindruck. Besonderheit ist auch hier, dass die Lippe noch ein mal separat vernäht wurde, um
vor dem Einreißen geschützt zu sein.

Klang:
Der SRH440 in einem Wort: Mitarbeiter des Monats. Er verrichtet er seine Arbeit, beschwert sich nicht,
ist bei den Kollegen beliebt, stets unauffällig und dennoch immer da, wenn man ihn braucht.
Tugenden, die ohne Weiteres auch auf den Shure SRH440 passen. Ein Arbeitstier im besten Sinn, ohne jedoch
den Spaß mit ihm vermissen zu lassen. Im Detail heißt das folgendes:
Der Bass. Um mal mit den negativen Seiten anzufangen, um diese abgearbeitet zu haben: Tiefbass kann er
nicht. Die untersten Lagen kommen gar nicht, unter 30Hz ist fast Stille, erst ab 50Hz legt er los, wobei
auch hier noch recht dünn. Dröhnorgien und "Magengrubenmassagen"-Simulation sollte man nicht erwarten.
Und obwohl ziemlich antrittstark und punchy, spielt sich auch der Midbass nie in den Vordergrund. Das
klingt jetzt fast schon nach "bäh, noch so ein anämisches tönendes Teil". Aber in der Tat habe ich selten
Bass vermisst, selbst bei Dancehall und Elektronica macht er noch eine gute Figur, erst eine Orgel zeigt
die größere Tiefbassschwäche auf, wenn nur noch das Zischen der Luft, nicht aber der Ton zu hören ist.
Für die meiste Musik sollte also genug Bass da sein. Für das etwas geringe Volumen revanchiert sich der
SRH440 mit ausgezeichneter Definition, klaren, unverfälschten Klangfarben und einem hohem Grad an Resonanzfreiheit.
Ebenso setzte es sich im Grundton fort, der sich ohne jeglichen Bruch anschließt. Schlank zwar und vom
Charakter daher eher hell, sind die Mitten nicht so stark ausgedünnt, dass sie Klangfarben zu blass darstellen
oder Stimmen und Instrumenten nicht genug Körper ließen. Dafür sorgt ein leichter Abfall in Richtung Präsenzbereich,
der ein wenig übermäßige Aggression heraus nimmt und so verhindert, dass die Mitten blechern oder gar
kreischend werden. Insgesamt ist der Mitteltonbereich als ausgewogen zu bezeichnen, wobei die Tendenz
in's Kühle bei der Darstellung von Details hilft, die dem Hörenden allerdings nicht auf's Ohr gedrückt
werden. Detailliert setzt es sich auch im Hochton fort, was allerdings eine Folge von einer leichten Betonung
ist. In Kombination mit der nur mittelmäßigen Auflösung kann es hier schon mal zu scharfen S-Lauten kommen,
insgesamt sind die Höhen immer präsent. Immerhin schlampen sie bei Transienten kaum, könnten von
der Charakteristik aber ein bisschen weicher sein, um bei höheren Lautstärken nicht zu vorlaut zu werden.
Die Bühnendarstellung ist neben der Tiefbassschwäche eine weitere Achillesferse des Shures. Nicht breit,
nicht tief. Alles spielt sich unmittelbar vor/um dem Kopf herum ab, kommt aber aus nur einer Tiefe. Wie
im letzten Satz bereits angedeutet, sind die Schallquellen wenigstens in der Horizontalen gut aufgestellt.
Von der Tiefbassschwäche und den leicht vorlauten Höhen abgesehen ein ausgewogener Hörer, der trotz Monitorqualitäten
auch den Hörspaß nicht zu kurz kommen lässt.

Isolation:
Unteres Mittelfeld. Mit etwas lauterer Musik ist man allein, mit nur dem Hörer auf dem Kopf bekommt noch
viel von der Umgebung mit.

Tragekomfort:
Gut, aber verbesserungswürdig. Das Kopfpolster ist kaum gepolstert, daher spürt man das Gewicht des Hörers
jeder Zeit auf dem Kopf - und ein echtes Leichtgewicht ist er ja nicht mehr gerade. Dazu kommt das Wendelkabel,
das seinerseits mit unangenehmen Zug aufwartet, wenn die Quelle zu weit entfernt steht. Auch die Ohrpolster
könnten weicher sein um den anatomischen Besonderheiten besser anpassen zu können und den etwas strafferen
Anpressdruck besser zu verteilen.
Das alles ist aber "maulen auf hohem Niveau".

MP3/Anlage:
An hochohmigen Ausgängen gibt's einen leichten Midbass-Boost, was auch nur auffällt, weil der Shure nicht
allzu viel davon hat. Am MP3-Player schlägt er sich sehr gut und muss sich seinem kleinen Bruder nur knapp
geschlagen geben, dafür isoliert er besser. Abstriche in Sachen Qualität muss am MP3-Player nicht fürchten.

Fazit:
Insgesamt ausgewogen, mit Schwächen im Tiefbass und etwas vorlauten Höhen, überzeugt er als Monitor genauso
wie zum Musikhören. Nicht zuletzt durch seinen Punch und, trotz der kühlen Abstimmung, erhaltenen Musikalität.

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m00h






[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:04 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#24 erstellt: 24. Apr 2009, 00:10
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[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:05 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#25 erstellt: 24. Apr 2009, 00:11
audio-technica ATH-A900

hard facts:
Polster: ohrumschließend, pleather, rund mit ovalen Öffnungen
Kabel: 3m gerade, einseitig links geführt, Kombiklinke, Gewebe, normal dünn.
Systeme: 40 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 350 g
Zubehör:/

Der audio-technica ATH-A900 kommt in einer Kartonbox mit aufklappbarem Sichtfenster, auf einem Plastikeinschub.

Design:
Optisch eher zurückhaltend, kommt der audio-technica ATH-A900 in dunkelgrauem (soft-touch) Plastik mit
Metalliceffekt, sowie mit dunkelblauen Ohrmuschelabdeckungen, die auch einen Metallic ähnlichen Farbeffekt
haben. Der gelbe Logo- und Typenaufdruck hebt sich deutlich vom blauen Untergrund ab und sagt uns in großen
Lettern, dass wir einen "Art Monitor" in der Hand haten. Was auch immer audio-technica darunter versteht.
Klar sollte jedoch sein: es ist ein Hifi-Hörer und wird auch als solcher Beworben.
Das Polsterkonzept umfasst die bei audio-technica typischen 3D-Wings, beim A900 in einer großflächigen
Ausführung (entgegen der Ringausführung des W1000), die mit Stoff bezogen sind. Die Aufhängung der Wings
unterscheidet sich jedoch grundlegend von seinem großen Bruder dem W1000, bei dem die Wings eher aus dem
Bügel kommen, während sie beim A900 eher aufgesetzt sind.
Als Ohrpolster kommen große, dicke, runde Pleatherpolster mit ovalem Ausschnitt zum Einsatz.
Das mit einem Gewebe ummantelte und links geführte Kabel und wird über eine der Bögen, die die beiden
Hörmuscheln verbinden, zur rechten Seite geführt. Auch audio-technica typisch ist der als Sichtblende
verwendete Gummischlauch, der sowohl das Kabel, als auch die Metallstreben dieser Bügel verbirgt.
Der Stecker ist derselbe wie der des M50 (bzw. andersrum, denn der M50 ist der neuere Hörer) bzw. ein
Familienbauteil, das man an vielen audio-technicas findet. Aluminium mit einer schraubbaren, vergoldeten
Kombiklinke. Zugentlastung sowohl am Kabel als auch am Stecker aus einem harten Gummi.
Auch sei noch die farbige Markierung der linken und rechten Hörmuschel erwähnt.

Verarbeitung:
hnlich wie bei den anderen Hörern von audio-technica, leistet sich der A900 hier
keine groben Schnitzer. Der Kunststoff ist frei von Unebenheiten und Graten, die Teile passen ohne großen
Versatz. Viele Teile sind verschraubt. Die Beschichtung der Ohrmuschelabdeckungen aus Aluminium ist gleichmäßig,
der Druck gestochen scharf. Die Gewebe von Kabel und Wings machen einen guten und haltbaren Eindruck,
einzig um die Langlebigkeit der Pleatherpolster könnte man bangen.

Klang:
er A900 in einem Wort: "Boah - knackisch!" - und zwar von oben bis unten. Das fängt beim
Bass an. audio-technica typisch Punchig und antrittsstark, präsentiert er vor allem Kickbässe sehr plastisch.
Tiefbass und Oberbass kommen dabei auch nicht zu kurz, insgesamt ist der Bassbereich damit betont, aber
auch nicht aufdringlich. Ihm gelingt es nicht so gut wie seinen großen Brüdern, die Klangfarben im Bass
zu erhalten bzw. darzustellen. Gerade Naturinstrumente wie Kontrabässe oder Orgeln bekommen damit schon
mal einen sythetischen Touch, obwohl der A900 ein ausgeglichenes Verhältnis von Anschlag zu Ausschwingen
hinbekommt (obwohl objektiv beides ein bisschen zu stark ist). Der Bass wird subjektiv von eine Grundtonsenke
verstärkt, die den Mitten einen kühlen Charakter verleiht. Einerseits verlieren damit Stimmen und viele
Instrumente bzw. Effekte ihre eigentliche Klangfarbe, es klingt alles bisschen blass, auf der anderen
Seite kommt es der Verständlichkeit sowie dem Detailgrad in den Mitten sehr entgegen. So leben Saiteninstrumente
durch die gewonnene Schärfe auf, auch Blechbläser klingen wesentlich lebendiger - als Beispiel. Und keine
Angst, der A900 gehört nicht zu den quäkenden audio-technicas...Die Auflösung in den Mitten ist dabei
OK - leider kann man das vom Hochton nicht mehr behaupten. Der A900 schafft es zwar, sämtliche Informationen
darzustellen und auch die Eigenschaften beizubehalten, allerdings verpasst er der Hochtonwiedergabe einen
recht harschen und vordergründigen Charakter. Das klingt dann, mit ein wenig Übertreibung, wie Clipping
von der Aufnahme - "krsch-krsch" statt "tsch-tsch". In meinen Aufzeichnungen steht, wort-wörtlich, "grainy".
Das passt eigentlich am besten.
Und so können auch mal S-Laute spitz rüberkommen, wenn die Aufnahme kritisch ist. Davon abgesehen bewahrt
er sich ein gutes Verhältnis von metallischem Charakter der Anschläge zu den ätherischen Obertönen des
Ausschwingens von z.B. Becken. Mit leichter Betonung auf dem Anschlag.
Was der A900 jedoch fantastisch beherrscht, ist einen großen Raum zu schaffen. Keinen übertrieben großen,
endlosen Raum ohne Wände, sondern ein gefühlsmäßig sehr natürlicher Raum. Die Staffelung des Geschehens
in der Breits ist sehr gut, die virtuelle Bühne wird dabei in Gänze ausgenutzt, es gibt kein Loch. Die
Tiefenstaffelung könnte jedoch deutlich besser ausgeprägt sein. Ebenso der Fokus, Ereignisse sind wenig
klar umrissen.
Und so kann es schon mal passieren, dass er auch je nach Aufnahme schon mal nach Dose klingt - hallig
und leer, metallisch und dünn. Und dabei ist er alles andere als uninvolvierend, dank hervorragendem PRaT
ist der Fusswipp- und Kopfnick-Faktor stets hoch.
Und so trug es sich dann auch zu, dass der A900 bei uns hier im Forum schnell zu einer der Standardempfehlungen
für Rock, Metall und alles was in diese Richtung geht, wurde. Vermutlich nicht zu unrecht, gibt es heute
noch viele zufriedene Besitzer, die in dieser Richtung zu Hause sind. Dennoch halte ich den A900 auch
in anderen Genres für einen guten Allrounder. Natürlich muss man ihn mögen, aber das gilt für alle Hörer!

Isolation:
Der A900 ist ein geschlossener Kopfhörer, ja. Aber isoliert leider nicht so stark, wie man es ihm ansehen
könnte. Schon bei mittleren Lautstärken dringt Musik nach außen, ebenso werden Geräusche zwar Gedämmt,
sind aber noch gut hörbar.

Tragekomfort:
Hier mache ich es mir einfach, siehe W1000! Die einzigen wirklich spürbaren Unterschiede sind die deutlich
größeren Polster der Wings, die den Druck noch angenehmer verteilen sowie die deutlich größere Auflagefläche
der Ohrpolster, die den Anpressdruck noch stärker verteilen.
Es waren bisher auch vereinzelt Beschwerden von Brillenträgern zu vernehmen!

MP3/Anlage:
An Ausgängen mit hoher Impedanz fühlt sich der A900 nicht wohl. Die Bässe nehmen überhand, ja ersticken
geradezu das Klangbild mit Billig-Subwoofer-Bässen. Die Bühne bricht etwas zusammen und die Präzision
im Ganzen nimmt stark ab.
Am MP3-Player sieht die Sache schon wieder anders auch. Zwar leidet hier auch die Bühne, aber rein tonal
ist der A900 sehr nah der Performance am KHV dran. Die Stärke der Bässe nicht etwas ab, davon abgesehen
ist er sehr laut. 9 bis 19 von 25 auf der Lautstärkeskala reichen mit vollkommen aus!

Fazit:
Schon aus dem MP3-Player sehr ordentliche Leistung. Vor allem in Genres zu Hause, die vom hohem PRaT-Faktor
profitieren einerseits, auch sonst guter Allrounder andererseits. Allerdings ist der in Deutschland aufgerufene
Preis ein ziemlicher Brocken, gegenüber der tatsächlichen erzielten Leistung...

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:06 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#26 erstellt: 24. Apr 2009, 00:11
audio-technica ATH-W1000

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Kunstleder
Kabel: 3m gerade, einseitig geführt, 6,3mm Klinke, gewebeummantelt
Systeme: 40 Ohm
Gewicht: 350 g
Zubehör: /

Der audio-technica ATH-W1000 kommt in einer Kartonbox mit aufklappbarem Sichtfenster, auf einem Plastikeinschub,
der mit Samt bedeckt ist.

Design:
Der W1000 ist ein Hingucker, keine Frage. Goldener "soft-touch"-Kunststoff paar sich mit rotem, japanischem
Kirschholz und grauen Bügeln, wobei sich das Gold in den Beschriftungen der Ohrmuscheln wiederfindet.
Die Polster sind alle schwarz, die Ohrpolster aus Kunstleder, die Polster unter den Wings aus schwarzem
Stoff. Apropos "Wings". Diese sind audio-technicas intelligente Umsetzung einer automatischen Kopfgrößenanpassung.
Der Vorteil: Die Wings lassen die empfindlichste Stelle, ganz oben auf dem Kopf, unbelastet. Die Muscheln
sind drehbar gelagert, allerding stark begrenzt. Eine Anpassung an die Kopfneigung ist leider nicht möglich.
Die Führung des stoffummantelten Kabels ist einseitig, das Kabel endet in einer 6,3mm-Klinke, die wiederum
mit dem selben Kirschholz verziert ist.

Verarbeitung:
Der W1000 ist nicht schlecht verarbeitet. Spaltmaße und Passformen sind OK, viele Teile sind geschraubt,
hier und da findet man Gussgrate. Das hält sich zwar in Grenzen, in der Preisklasse darf man aber Besseres
erwarten. Die Metallbügel werden von grauem Gummi ummantelt, welcher gern mal aus den Halterungen an den
Muscheln springt. Die Polster geben keinen Grund zur Beunruhigung, ebenso das Kabel. Einzig eine Kombiklinke
wäre wünschenswert gewesen.

Klang:
Der W1000 in einem Wort: ganz anders! Wer noch keinen Kontakt zu audio-technica hatte, wird überrascht
sein. Der W1000 hat klanglich kein Pendant im europäischen Raum. Er klingt insgesamt irgendwie wie eine
Mischung aus "dünn" und "luftig", allerdings nicht quäkig, mit schönem Bass und hoher Auflösung. Aber
eins nach dem anderen.
Der Bass ist eines der herausragendsten Merkmale dieses Hörers. Er kombiniert den audio-technica typischen
Punch mit einem sehr ausgewogenen Volumen im gesamten Bassbereich und ist dabei extrem präzise. Er scheint
nichts hinzu zu dichten, lässt aber auch nichts weg. Gerade Naturinstrumente zeigt der audio-technica
seht strukturiert, gibt jede Klangfarbennuance im Tiefton akkurat wieder, auf einem sehr gelungenen Mittelweg
zwischen knorriger Trockenheit und körperhafter Fülle. Er schafft also ein ausgewogenes Verhältnis von
Kickbass zum Schwing- bzw. Klangkörper. Einziger Wermutstropfen: dem W1000 geht unter 40Hz schnell die
Luft aus.
Der Übergang zum Mitteltonbereich ist ohne Bruch, allerdings fällt sofort auf, dass der Grundton deutlich
im Volumen hinter Bass und Präsenzbereich abfällt. Stimmen und Instrumente klingen distanziert, sehnig
und heiser, mit starker Präsenz. Konsonanten, Atemgeräusche oder Klappengeräusche, Anrisse von Saiten
etc. werden stark betont. Leider neigt der W1000 in diesem Bereich hin und wieder zur Schärfe. Der Hochton
drängt sich zwar nicht auf, ist aber doch irgendwie immer da. Wobei auch hier die saubere und detailierte
Linie fortgesetzt wird. Trotz des bereits erwähnten leichten Hangs zur Schärfe ist die Hochtonwiedergabe
sehr präzise, Anschläge werden sehr gut getrennt und feinste Klangnuancen werden korrekt wiedergegeben.
Der Charakter ist eher hart, wobei man auch in den höchsten Registern nichts vermisst. Die Auflösung ist
auch im Hochton sehr gut und wächst mit der Aufnahmequalität.
Die Raumdarstellung ist beim W1000 etwas ganz besonderes, weil er wirklich sehr groß ist. Dabei jedoch
nicht unendlich groß, sondern ziemlich stark begrenzt. Die Positionierung der Ereignisse auf der virtuellen
Bühne ist dabei sehr akkurat, sowohl in Breite, als auch Tiefe. Was ihm nicht so gut gelingt, ist der
exakte Umriss der Ereignisse.
Eine Merkwürdigkeit möchte ich nicht unerwähnt lassen: Während der gesamten Hörzeit störte mich eine
Art Verzerrung im Mittel-Hochton, die ich nicht näher benennen kann. Beschreiben fällt mir auch schwer,
es ist, als würde eine bestimmte Frequenz immer herausstechen, wenn sie wiedergegeben werden soll. Dieses
Phänomen störte mich auch schon bei meinem eigenen W1000, es lag also nicht am Testmodell, welches aus
diesem Grund einen extra langen Burn-In durchlaufen musste.

Isolation:
Mehr schlecht als recht. Der audio-technica nutzt das geschlossene Prinzip nicht in erster Linie um zu
isolieren. Er ist also schon auf mittleren Pegeln nicht mehr nach außen dicht, nach innen kann auch "etwas
lauter drehen" die Situation nicht wesentlich verbessern. Angemerkt sollte auch werden, dass die Isolation
sitzabhängig ist, siehe unten.

Tragekomfort:
Der W1000 trägt sich gewöhnungsbedürftig, wenn man noch keinen audio-technica auf dem Kopf hatte, aber
auf keinen Fall unbequem. Die Wings z.B. stellen sich sofort auf die richtige Größe ein, aberziehen danach
den Hörer nicht in die Höhe, sondern halten ihn in der gewünschten Position. Prinzip bedingt üben sie
keinen Druck auf die empfindliche Stelle ganz oben am Kopf aus, was ein großer Vorteil sein kann. In jedem
Fall aber ist es von der Bedienung bequem.
Die Ohrpolster sind ohrumschließend und hinten dicker als vorn, was sehr ergonomisch ist - schließlich
verjüngt sich der Kopf hinter den Ohren wieder. Zusammen mit den schräg eingebauten Treibern ergibt sich
eine Mulde, in der das Ohr locker zur Ruhe kommt. Leider wird diese für die meisten Leute nicht tief genug
sein, um keinen Kontakt mit den metallenen Treiberabdeckungen zu bekommen.
Die Muscheln lassen sich zwar weit genug in horizontaler Richtung rotieren, es fehlt jedoch ein Gelenkt,
um die Muscheln in vertikaler Richtung justieren zu können. Bei vielen Europäischen Köpfen wird der Hörer
daher nicht auf Anhieb optimal sitzen, sondern z.B. über dem Ohr nicht richtig anliegen. Isolation und
Klang leiden darunter. Warum audio-technica keine Kombiklinke einsetzt, ist fragwürdig, zeigen doch die
auf Innenseite der Klappe der Verpackung abgebildeten Vorgänger, dass audio-technica dazu durchaus in
der Lage wäre. So ist leider ein Adapter für kleine Klinken notwendig, deren Buchsen oft wesentlich fragiler
sind. Das Kabel hat übrigens einen Memory-Effekt und will immer wieder in die Position zurück, in der
es länger gelagert wurde.

MP3/Anlage:
Wie bei dem hohen Empfindlichkeit und der niedrigen Impedanz zu erwarten war, schlägt sich der W1000
am MP3-Player echt gut. 12/25 auf der Lautstärkeskala sind meine gewohnte Hörlautstärke, Abstriche muss
man lediglich bei der Bühne und der Basspräzision hinnehmen.
An hohen Ausgangsimpedanzen dagegen fühlt sich der W1000 gar nicht wohl, das Klangbild ertrinkt in unkontrolliertem,
vor sich hin wummerndem Bass.

Fazit:
Technisch weit vorn mit hohem Blickfang-Faktor, leider für europäische Ohren etwas schief abgestimmt.
Für Liebhaber, Detailfreaks und...Asiaten - oder solche, die es werden wollen. Wobei der Anfängerkurs
mit Namen "W1000" teuer bezahlt werden muss.

zur Diskussion

m00h





Hinweis: die nächsten Bilder sind von meinem W100(0) und sollen nur noch mal eine andere Holzmusterung zeigen.



[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:07 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#27 erstellt: 24. Apr 2009, 00:11
audio-technica ATH-W5000

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Kunstleder
Kabel: 3m gerade, beidseitig geführt, 6,3mm Klinke, gummiert
Systeme: 40 Ohm
Gewicht: 340 g
Zubehör: flightcase

Der audio-technica ATH-W5000 kommt in einem stabilen, schönen, in rotem Samt ausgekleidetem Flightcase.

Design:
Dunkelgrauer "soft-touch"-Kunststoff mit Metallic-Effekt, gepaart mit titan farbenen Bügeln mit stark
ovalem Profil, in Ergänzung zu (rot)braun-schwarz gestreiften Ebenholzmuscheln vermitteln auf dem ersten
Blick einen wirklich edlen Eindruck! Allerdings nur auf den ersten. Wie und warum, kann ich nicht sagen,
aber irgendwie hat es audio-technica geschafft, das Holz wie Plastik wirken zu lassen. Auch würde ich
mir bei einem Kopfhörer dieser Preisklasse weniger Kuststoff wünschen, erst recht, wenn dasselbe Material
auch bei den Einsteigerhörern verwendet wird.
Die gesamte Rahmenkonstruktion erinnert im ersten Moment an die des W1000 und dessen Vorgängern, allerdings
liegen die Änderungen nicht nur im Detail. So ist der Rahmen, welcher die Holzschalen trägt, deutlich
breiter, die Aufhängung des selbigen er folgt Mittig am Rahmen, aus dem auch die Kopfbügel entspringen.
Diese sind, anders als bei den "kleineren" audio-technicas, nicht rund und mit Gummi ummantelt, sondern
aus flachem Metall. Weil die Kabelführung beidseitig ist, besteht auch keine Notwendigkeit, das überleitende
Kabel unter Gummi verstecken zu müssen. Das Kabel selbst ist gummiert und endet in einer 6,3mm-Klinke.
Der Stecker selbst ist aus Metall (Aluminium?) und hat eine großzügige Zugentlastung. Warum audio-technica
hier nicht die Design-Idee der Vorgänger aufgreift und noch einmal das Holz der Holzmuscheln verwendet,
weiß ich nicht.
Wie beim W1000 sind die Muscheln lediglich in der Horizontalen drehbar gelagert, eine Anpassung in der
Vertikalen ist praktisch nicht möglich. Die Kopfgrößeneinstellung übernimmt wieder audio-technicas Wing-System,
welches zum W1000 deutlich größere Polster verwendet.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung ist etwas besser als die vom W1000. Kleinere Spaltmaße, Gussgrate muss man schon wirklich
suchen und die wichtigsten Teile sind verschraubt. Der Druck auf den Ohrmuscheln ist sehr scharf, die
Metallbügel sind vorbildlich entgratet und einheitlich. Der Stecker ist massiv und alle Kabeleingänge
sind ausreichend zugentlastet.

Klang:
Der W5000 in einem Wort: schönfärbende Quäke? Das klingt im ersten Moment voreingenommen und Vorverurteilend,
aber schauen wir uns das näher an und fangen direkt mit dem bestem an: dem Bass. Der ist im positivsten
Sinne des Wortes "unauffällig". Er ist grundehrlich und scheint sich dabei der Aufnahme anzupassen. Ist
viel Volumen mit Druck gefragt, kein Problem, das meistert er genauso wie die vornehmen Zurückhaltung,
wenn sie gefragt ist. Tendenziell ist der Bass schon eher knackig und hat dabei die typische audio-technica
Punchigkeit aufweist. Der Bassbereich hält also eine gute Mischung aus Anschlag und Ausschwingen mit realistischem
Körper und Klangfarben bereit. Das einzige, was man ihm ankreiden könnte ist, dass er eine kleine Tiefbassschwäche
hat, hier geht ihm die Luft aus und der Bass wird dünn. Der sich anschließende Grundton hält ebenfalls
keine größeren Überraschungen bereit, jedenfalls in Anbetracht dessen, was "danach" beim Übergang zum
Präsenzbereich kommt: eine deutliche Anhebung im Frequenzgangs, ein kleiner Hügel mit großer Wirkung.
Stimmen und Instrumente werden quäkig und ansatzweise nasal. Stimmen und Instrumente klingen in der Klangfarbe
verzerrt und spielen sehr vordergründig, drängen sich gerade auf, ebenso wie perkusive Instrumente. Gerade
hohe Stimmenlagen und Instrumente sind davon betroffen, wobei es durchaus Stimmenlagen und Soloinstrumente
gibt, bei denen diese Verfärbung attraktiv sein kann. Ich kann es selbst nicht besser beschreiben, am
besten andere Erfahrungsberichte hinzuziehen!
Kommen wir zum eigentlichen Präsenzbereich. Im Pegel hinter dem "Hügel" im Frequenzgang zurück genommen
(wodurch die Betonung ja erst zum Hügel wird), gibt dieser in Relation zu der Betonung diesen leichten
Hang zur Nasalität in den Mitten. Der Übergang zu den Höhen ist Bruchlos.
Ab hier gibt es wieder Positives zu berichten. Die Hochtonwiedergabe ist butterweich, schon fast seidig
und der Frequenzgang reicht sehr hoch, also auch im Brillanzbereich noch ausreichend Pegel. Trotz sehr
weicher und unangestrengter Hochtonwiedergabe händelt der W5000 Transienten sehr gut, hält verschiedene
(gern auch schnelle) Anschläge auseinander und löst gut auf. Ich bin bis heute den Verdacht nicht losgeworden,
dass audio-technica im Hochtonbereich schummelt, um diesen sowohl hochauflösenden als auch musikalischen
Charakter zu erzeugen. Aber warum auch nicht, wenn das Ergebnis gefällt.
Der Hörer ist insgesamt sehr auf Zack und bricht auch hier nicht mit audio-technicas PRaT-Tradition.
Wenn man mit der Mittenverfärbung leben kann, schafft der W5000 trotzdem eine gelungene Mischung aus Musikalität
und Aufmerksamkeitsforderung. Nebenbei-Hören geht, der W5000 nervt nicht.
Die Raumdarstellung ist geradezu eine Paradedisziplin des W5000, sehr großer Raum mit breiter und gestaffelter
Bühne. Einzig an der Präzision bzw. Ortung könnte man etwas aussetzen, aber das ist Nörgeln auf hohem
Niveau. Ein leichter hall-artiger Charakter kann ihm jedoch nicht abgesprochen werden.

Isolation:
Siehe W1000!

Tragekomfort:
Auch hier mache ich es mir einfach, siehe W1000! Der einzige wirklich spürbare Unterschied sind die deutlich
größeren Polster der Wings, die den Druck noch angenehmer verteilen. Die Passage mit dem widerspenstigen
Kabel entfällt beim W5000.

MP3/Anlage:
Hohe Empfindlichkeit, niedrige Impedanz: Lautstärkereglung bei 11/25 auf dem MP3-Player, insgesamt muss
man wenig Einbußen hinnehmen beim direktbetrieb. Wie üblich leidet die Basspräzision und, wer hätte es
gedacht, die Bühne. Tonal ändert sich nichts.
An hochohmigen Ausgängen geht der W5000 besser als der W1000, was auf einen flachen Impedanzverlauf deutet.
Vor allem der Midbass wird voluminöser, ebenso wie der Grundton, was paradoxer Weise sogar helfen kann,
den Mittenhügel im Frequenzgang auszugleichen.

Fazit:
Wer mit der Mittenverfärbung leben kann, erhält einen optisch gelungenen, technisch weit oben angesiedelten
Hörer. Details, die gut aufgelöst und völlig selbstverständlich im Raum stehen sollten allerdings, genau
wie das Flightcase, in der Preisklasse auch zu erwarten sein. Die Materialwahl hätte jedoch, trotz Holz,
hochwertiger ausfallen können. Nicht ungehört kaufen!
zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:07 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#28 erstellt: 24. Apr 2009, 00:12
beyerdynamic DT660

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Velour
Kabel: 3m gerade, einseitig geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel
Systeme: 32 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 350 g
Zubehör: /

Der DT660 kommt in einer recht einfachen Kartonbox.

Design:
Schwarzer und silberner Kunststoff dominieren bei diesen Kopfhörer. Das Silber welches sich als mattes
Chrom herausstellt, findet sich an den Rändern der Ohrmuscheln. Hier ist im unteren Bereich auch die Kennzeichnung
für links und rechts sowie an der linken Muschel der Kabeleingang, an den Seiten befindet sich die Kennzeichnung
noch mal in Brailleschrift für Blinde oder schwer sehbehinderte Menschen. Der innere Teil der Außenschale
ist aus mattem, schwarzem Kunststoff, der den Namensschriftzug trägt. Die Gabeln sind auch aus schwarzem
Kunststoff, ebenso wie der Bügel, der bereits ein alter Bekannter von den Ultrasones sowie dem HD280Pro
ist. Ebenso wie bei diesen Modellen erlaubt er dem DT660 das Rotieren und Abklappen der Hörmuscheln. Auf
dem gummierten oberen Teil ist das Firmenlogo gedruckt.

Verarbeitung:
Zu dem Bügel habe ich mich oft genug geäußert, schaut am besten beim Pro650 in die Beschreibung. Von
den Problemen des Bügels abgesehen, ist die Verarbeitung gut. Die Gabeln in die Innenteile der äußeren
Schalen sind aus auf gut verarbeiteten Kunststoff. Keine Grate, keine scharfen Ränder, keine Fehler in
der Oberfläche. Diese sucht man auch bei den verchromten Rändern vergeblich. Die Polster sind auf bekannt
hohem Niveau. Mehr ist an diesem recht einfachen Hörer auch nicht dran, das man sehen und an dem man sich
stören könnte.

Klang:
Der DT660 in einem Wort: "Brrr! Wer hat den Kühlschrank offen gelassen?" Ich bin mir der Tatsache bewusst,
dass das physikalisch wenig Sinn macht. Aber es ist eine angemessene Analogie, die den DT660 ganz gut
beschreibt. Zur Abwechslung ist das nämlich mal ein Hörer, der das Geschehen von oben aufzieht! Der gefühlte
Frequenzgang ist von den Höhen zum Bass stetig abfallend. Ganz klarer Fall von Hell, je nach dem, was
man vorher gehört hat, kann der DT660 auch anämisch und zu dünn klingen. Die Höhen drängen sich dabei
schon fast auf, schmeißen dem Zuhörer Details im die Ohren und können auch schon mal ein wenig scharf
und spitz werden. Der Charakter ist eher hart, Transienten und schnelle Anschläge bekommt er ganz gut
hin. Die Auflösung ist OK, nichts besonderes, aber auch kein wirkliches mid-fi. Über den sich anschließende
Präsenzbereich lässt nicht so viel sagen, nur dass er in der Lautstärke weniger Ausgeprägt ist als die
Höhen und mehr als der Grundton. Die Auswirkungen sind eine dünne Stimmen- und Instrumentenwiedergabe,
mit viel Atem und Präsenz und ebenso vielen Details. Auch hier ist die Auflösung wieder OK. Interessanter
Weise betont der DT660 eine kratzige Komponente in Stimmen Instrumenten, was ich bisher bei keinem anderen
Hörer gehört habe. Der Bass ist sehr trocken, auf Englisch gibt es ein schönes Wort, das hier passt: "shy".
Das Volumen ist also gering, Klangkörper werden kleiner und die Betonung liegt im Anschlag bzw. Anreißen
als im Nach- bzw. Ausschwingen. Sitzt der Kopfhörer aber richtig auf dem Kopf, ist der Bass sehr punchy,
dazu sehr konturenscharf und durchhörbar. Die letzte Oktave geht etwas unter, aber trotz geringen Volumens
macht der DT660 ganz gut Druck untenrum.
Überhaupt ist der DT660 ein ziemliches Energiebündel, im gesamten Frequenzband. Etas "nebenbei" mit ihm
zu hören ist schwer, er fordert jederzeit die Aufmerksamkeit des Zuhörers. Die Bühne bzw. der Raum war
eine kleine Überraschung. Sie ist relativ groß, vor allem in die Tiefe nach von, hat also eher ein Keulenform.
Der Raum ist dabei stets fassbar, ist nicht unendlich groß.
Ich vermute, dass Echo- und Hallinformationen auf Grund der Abstimmung deutlich mehr vom Gehirn genutzt
werden. Die Abbildungsschärfe könnte dabei jedoch größer sein. Übrigens soll der DT660 ein Bassreflex-Hörer
sein. Zumindest an 0 Ohm merkt man davon nicht viel, was aber auch daran liegen kann, dass beyerdynamic
seine Hörer für 100 Ohm Ausgangsimpedanz auslegt. Somit klingen sie an 0 Ohm nicht wie von beyerdynamic
gedacht, aber ob das gut ist, oder schlecht...davon sollte man sich selbst überzeugen.

Isolation:
Der DT660 zählt zu den besser isolierenden Hörern. Allerdings ist der erreichte Wert stark von der Position
auf dem Kopf abhängig, aber leise Musik solle fast immer reichen, um ziemlich allein zu sein.

Tragekomfort:
Schwierig. Oder schwer? Das ist der DT660 jedenfalls und das spürt man "dank" des kleinen Kopfpolsters
auch ganz gut. Dazu kommt ein hoher Anpressdruck in Kombination mit recht harten Polstern. Ich konnte
den DT660 zwar länger tragen, aber irgendwie war das Abnehmen nach einer längeren Session schon irgendwie
befreiend.

MP3/Anlage:
"Huch! Wer hat den Player so laut gelassen?" - Aber Fehlanzeigt, der DT660 ist einfach so empfindlich.
8/25 auf der Lautstärkeskala meines Players und dazu eine Präsentation, die kaum vom der am KHV zu unterscheiden
ist. An hochohmigen Ausgängen reagiert er sehr stark, je nach Widerstand mit starken Bässen, legt dabei
auch im Grundton ganz gut zu. Er bleibt auf der kühlen Seite des Spektrums, wird aber ausgeglichener.
Versuche mit Vorwiderständen könnten durchaus Sinn machen!

Fazit:
Für Detailfetischisten, die es geschlossen brauchen. Ist ein guter Kandidat für den sonst ungenutzten
120 Ohm-Ausgang (hehe), ansonsten ein Kandidat, bei dem es sich lohnen könnte, mal mit Vorwiderständen
zu arbeiten. Die technische Grundlage jedenfalls stimmt für den Preis.

zur Diskussion

m00h




[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:08 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#29 erstellt: 24. Apr 2009, 00:12
beyerdynamic DT770 Edition

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Velour
Kabel: 3m gerade, einseitig geführt, Kombiklinke, gummiert
Systeme: 250 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 290 g
Zubehör: Verlängerungskabel, Transporttasche aus Kunstleder

Der DT770 kommt einer Pappschachtel, in die die den DT770 beherbergende Transportasche eingeschoben ist.

Design:
"Build to resist", könnte man meinen. Im Forum gibt es ein Sprichwort: "Wenn es etwas gibt, dass den
nächsten Weltkrieg übersteht, dann Kopfhörer von beyerdynamic!". Der Kopfbügel ist aus Federstahl, die
Gabeln aus Aluminium und die Ohrmuscheln aus graublauem Kunststoff, geschmückt mir einem Zierring aus
Aluminium. Der Kopfbügel wird von einem überdimensioniertem schwarzem Kunstlederpolster umschlossen, die
Ohrmuscheln finden den Kontakt mit den Kopf über die fast schon legendären silbernen Velourpolster. Neu
bei der Edition2005 sind die kleinen "Flügel" am Kopfpolster, auf die in der Manufaktur ein personalisierter
Text gedruckt werden lassen kann. Interessantes Detail: beyerdynamic hat neben der üblichen Kennzeichnung
der Seiten mit "L" und "R" auch an Brailleschrift für Blinde oder schwer sehbehinderte Menschen gedacht.

Verarbeitung:
Hier muss ich nicht viele Worte verschwenden. Die Verarbeitung ist hervorragend. Wo Plastikteile miteinander
verbunden werden, kommen schrauben zum Einsatz, die Kanten sind sauber entgratet und die Spaltmaße überall
gleichmäßig. Die Kanten der Aluminiumgabeln sind ebenfalls nicht scharf.

Klang:
Der DT770 in einem Wort: "Bummsbeyer, ade!". War Der DT770 bisher im Forum als eben dieser verschrien,
räumt der "neue" DT770 damit auf. Das "Bumms" bezieht sich dabei hauptsächlich auf den stark ausgeprägten
Bassbereich, der den Rest des Spektrums gerne mal überdeckte. Aber wie bereits angedeutet, diese Zeiten
sind vorbei! Was bleibt ist eine wahrnehmbare Tiefbassbetonung, der Midbass hält sich aber eher vornehm
zurück - damit auch keine Überdeckungsgefahr. Der Kickbass ist je nach Abstimmung vordergründig oder schön
integriert. Insgesamt schafft der Bass eine schöne Balance zwischen Körper und Kontur und erhält die Klangfarben.
Kontrabässe klingen nach Kontrabässen, man spürt die Luft quasi im Korpus vibrieren - ohne jedoch, dass
das Anzupfen der Saiten untergehen würde. Nur um ein mal ein Beispiel zu nennen. Das einzige Problem,
dass der Bass hat: er ist regelrecht lahm. Zwar können Kickbässe schon im Vordergrund spielen, aber ihnen
fehlt das Aggressive. Auch scheint der Bass oft zu resonant zu sein. Zumindest mehr, als es notwendig
gewesen wäre. Im Verdacht steht hier ganz klar die Bassreflexabstimmung.
Die Mitten sind ganz klar auf der kühlen Seite. Der Grundton hat sich den Midbass zum Vorbild genommen
und hält sich zurück, während der Frequenzgang vom Präsenzbereich zu den Höhen ansteigt. Ergebnis sind
präsente Stimmen und Instrumente, die immer einen Tick heller klingen, als man es in Erinnerung hatte.
Vorteil dabei ist, dass es schlicht keine Details gibt, die man nicht hören kann. Jedes Atmen, Klappengeräusche,
Schnippen, Rasseln...alles da. Auch perkusiven Instrumenten tut der entschlackte Mittelton gut. Der Hochton
hinkt dem leider etwas hinterher. Er ist betont, was ja prinzipiell erstmal nichts schlechtes ist. Aber
hin und wieder neigt er zur Schärfe, Sibilanten gehen gerade auf höheren Lautstärken schon mal durch Mark
und Bein und Hihats spielen im Grunde immer im Vordergrund. Der Hochtoncharakter ist dabei eher samtig
weich als unangenehm hart, was zwar der gefühlten Transientenwiedergabe schadet, aber auf der anderen
Seite die Musikalität dieses kühlen Hörers erhält. Die Auflösung bewegt sich dabei steht's auf hohem Niveau,
wenn man vom langsamen Bass mal absieht.
Der Raum, den der DT770 zeichnet, ist ziemlich groß. Sicher ist daran auch eine psychoakustische Komponente
auf Grund des schwachen Grundtones beteiligt, aber das Ergebnis zählt. Dabei ist der Raum nicht undifferenziert.
Er hat eine klare Struktur, und wenn es die Aufnahme hergibt, platziert der DT770 alle Schallereignisse
sowohl in breite als auch Tiefe klar umrissen auf der virtuellen Bühne. Und das alles, wie bereits erwähnt,
mit ausreichend Platz zum Kopf.
Als Anmerkung sei noch angemerkt, dass der DT770 von beyerdynamic für ca.100 Ohm Ausgangsimpedanz ausgelegt
ist. An meinem Amp klingt er also nicht so, wie von beyerdynamic ursprünglich vorgesehen. Das spielt aber
zumindest für mich keine Rolle, denn das Ergebnis überzeugt!

Isolation:
Der DT770 isoliert gut. Wären die Polster etwas weicher und würden sich der Kopfform etwas besser anpassen,
wäre hier noch mehr drin, auch mit mehr Anpressdruck. Das ist aber sicher ein Zuspruch an den Tragekomfort.
Mit leiser Musik ist man zuhause noch geradeso ansprechbar.

Tragekomfort:
Insgesamt gut. Die Ohrpolster könnten weicher sein, um das "Fremdkörpergefühl" etwas zu reduzieren und
sich besser anzuschmiegen. Das große, breite Kopfpolster verteilt das relativ hohe Gewicht sehr gut auf
dem Kopf, der Anpressdruck ist gering. Schon bei kleinen Kopfbewegungen kann der Hörer verrutschen. Warme
Ohren gab's erst nach sehr langem Hören, kurzes Lüften reichte danach, um weiterhören zu können. Wahrscheinlich
ein positiver Effekt aus Velourpolstern mit wenig Anpressdruck und viel Platz für die Ohren (meine berühren
die Treiberabdeckungen nicht), obwohl die Innenseite noch mal gepolstert ist. Die Größeneinstellung des
Kopfbügels ist sehr großzügig und sollte auch für sehr große Köpfe ausreichen.

MP3/Anlage:
Für MP3-Player-Betrieb ist der DT770 sicher nicht gemacht. Auf Lautstärke 20/25 ist endlich meine gewohnte
Lautstärke erreicht, allerdings klingt das ganze sehr kraftlos. Kaum Bässe, kaum PRaT, wenig Raum.
Interessanter wird's bei höheren Ausgangsimpedanzen: Der Bass wird sehr Groovig, auch im oberen Bassbereich
des Midbasses, gleichzeitig wird der Grundton voller. Dadurch schafft es der Bass nach wie vor nicht,
den Mittelton zu überdecken oder zu verschmieren. Was man allerdings jetzt auch im Midbass hört, ist diese
Art von Langsamkeit, die man vorher auf Grund des geringen Volumens nicht so stark vernahm. Die Größe
des Raumes bleibt relativ konstant, allerdings ist die Platzierung stark verschmiert. Das KANN aber auch
an dem recht einfachen Verstärker in meinem CDP liegen.

Fazit:
"Bumsbeyer ade!" - das trifft's. Der DT770 ist definitiv "hifi", wenn auch nicht "hiend". Er bewahrt
sich trotz kühlen Charakters eine interessante Art der Musikalität und lässt trotzdem kein Detail aus.
Wenn man es zu Hause geschlossen braucht und mit der Abstimmung klar kommt, ist der DT770 sein Geld wert
und auch eine Empfehlung.

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:09 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#30 erstellt: 28. Apr 2009, 17:10
Denon AH-D2000

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Leder
Kabel: 3m gerade, zweiseitig geführt, Kombiklinke, gewebeummantelt, störrisch
Systeme: 25 Ohm
Gewicht: 350 g
Zubehör: /

Der AH-D2000 kommt in einer Blister ähnlichen Verpackung mit Papphülle und großen Sichtfenstern.

Design:
Der Denon gibt sich nach außen eher dezent. Schwarze Polster, dunkelgraue Muscheln und silberne Kleinteile
dominieren die Optik. Die Polster sind aus Kunstleder, wobei man das Kopfpolster kaum als solches bezeichnen
kann, denn Polsterstoff ist unter dem Leder nur eine sehr dünne Schicht. Dafür sind die Ohrpolster deutlich
größer. Außen zwar rund, ist der Ausschnitt innen oval und die Rückseite der Polster deutlich dicker,
um der Anatomie des Menschen Rechnung zu tragen und sorgt so auch für ausreichend Platz für die Ohren.

Tragende Teile wie der Bügel oder die Gelenke sind aus Metall (Magnesium), der Rest aus Kunststoff, wie
z.B. die Abdeckungen der Ohrmuscheln. Der Hörer kann sich in allen relevanten Richtungen der individuellen
Kopfform anpassen. Der Spielraum ist zwar begrenzt, sollte jedoch für die Mehrzahl der Menschen locker
ausreichen. Die Kabelführung des Stoffummantelten und leicht störrischem Kabels ist beidseitig, das Kabel
selbst endet in einem massiven Alustecker mit Schraubadapter.
Zum Denon sollte man noch sagen, dass er kein echter Vertreter der geschlossenen Kopfhörer ist. Denn
zwischen Rahmen und Abdeckung ein Schlitz ist, der der Einstellung der "Schalldruckbalance" dient.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung des Denons ist durchaus als "gut" zu bezeichnen. Grundsätzlich findet man weder an Plastik-
noch an den Metallteilen scharfe Kanten, Guss- oder Fräsränder. Wenn überhaupt vorhanden, befinden sie
sich in nicht sichtbaren Bereichen. Die Teile werden von Schrauben zusammen gehalten. Auch die Nähter
der Polster an Ohren und Kopf sind großzügig ausgelegt und halten das weiche Leder zuverlässig zusammen.

Klang:
Der Denon AH-D2000 in einem Wort: "bumm-zisch", auf hohem Niveau. Damit ist in der Tat schon eine Menge
gesagt, aber der Teufel liegt wie im Immer im Detail. Zwar kleckert der D2000 im Bass nicht, im Gegenteil,
hier gibt's ordentlich Druck bis in die untertesten Oktaven. Deutlich betont ist dabei vor allem der Tiefbassbereich,
im oberen Bassbereich und Grundton hält er sich eher etwas zurück. Dass das Klangbild dennoch nicht ins
übermäßig helle abrutscht, verdankt der Denon einer kleinen Präsenzsenke. Insgesamt ist der Mitteltonbereich
recht gut ausgewogen, tonal klingt alles so, wie man es kennt. Die Präsenzsenke enthält einem dann aber
doch das eine oder Detail vor, die Durchhörbarkeit im Mittelton leidet dadurch etwas. Instrumente, Stimmen
und Drums atmen nicht genug und klingen ganz leicht belegt - dadurch aber auch nie nervig. Leider ist
der Bruch zum Hochton die vorhergehende leichte Senke recht groß, denn der Hochton ist wiederum leicht
betont. Der Bruch ist recht offensichtlich, weil der Anschlagston von Hihats, Becken, Splashes/Crashes
im Bereich der Präsenzsenke liegen und somit der harte Anschlag etwas ausgeblendet wird. Übrig bleibt
der eher weiche Obertonanteil des Ausschwingens, wodurch die Höhen in der Tendenz zu sanft klingen (Stichwort:
Transienten). S-Laute sind zwar präsent, aber selten scharf. Auffälliger ist da eher eine Verzerrung anderer
Art, die sich wie ein leichtes Rauschen auf den Hochton legt und so etwas die Präzision schlägt.
Immerhin bleibt der Denon seiner Linie treu, denn wie bereits erwähnt ist auch der Mittelton nicht aggressiv,
Schlagzeuge bzw. perkusive Sounds im Allgemeinen werden einem nicht gerade auf's Ohr gedrückt. Dazu kommt,
dass der Bass eher langsam ist. Vielleicht auch nicht subjektiv durch die Tiefbassbetonung, aber der Kickanteil
ist nicht sehr hoch.
Unterstützend dazu wirkt die gute Räumlichkeit des Denons. Das Geschehen spielt sich ausreichend weit
außerhalb des Kopfes ab, dazu schon fast in einer 3D-Umgebung um den ganzen Kopf, mit sehr genauer Positionierung
auf der Bühne. Hier also vorbildlich, aber man sollte auch nicht aus dem Hinterkopf verlieren, dass der
Denon kein echter Geschlossener ist.
Insgesamt klingt Denon aber in sich schlüssig und spielt auf hohem Niveau. Er skaliert auch bei hochwertigen
Aufnahmen noch zufriedenstellend mit und ist dank ausgewogener Abstimmung in vielen Genres zuhause.

Isolation:
Wie auch schon eingangs geschrieben, ist der Denon kein echter geschlossener Kopfhörer. Da allerdings
auch das Plastikgehäuse wenig Gedämpft ist, dringt doch noch recht viel Lautstärke sowohl nach innen,
als auch nach außen. Zwar kann man mit ausreichend Lautstärke Außengeräusche überdecken, allerdings ist
der Hörer dann nach außen schon auffällig.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort ist auf keinen Fall schlecht. Wirklich vergessen werden die meisten den Denon jedoch
nicht. Schuld daran ist vor allem der Bügel, der nicht wirklich gepolstert ist. Sollte da tatsächlich
eine dünne Polsterung sein, wird diese von den harten Nähten an der Unterseite des Bügels zu Nichte gemacht.
Dass der Kopfhörer dabei kaum Anpressdruck hat, ist zwar an sich gut, hilft allerdings auch nicht, etwas
Gewicht von der empfindlichen Kopfhaut zu nehmen. Wer empfindlich auf warme Ohren reagiert, könnte unten
den dicken Lederpolstern auch Probleme bekommen.

MP3/Anlage:
Absolute Überraschung! An einem hochohmigen Ausgang war für mich rein tonal kein Unterschied zu meinen
KHV festzustellen, was für einen sehr flachen Impedanzverlauf spricht. Am MP3-Player schlägt er sich erwartungsgemäß
gut, bei einer Einstellung von 8-9 von 25 Auf der Lautstärkeskala erreiche ich "meine" Hörlautstärke.
In beiden Fällen sind Abstriche bei der Präzision, vor allem Bass, sowie der Räumlichkeit zu verzeichnen.

Fazit:
Ein solider Hörer mit ebenso soliden Wiedergabeeigenschaften, der seine Lücke am Markt bereits gefunden
hat. Nüchtern betrachtet für seine Leistung jedoch etwas zu teuer.

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:10 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#31 erstellt: 03. Aug 2009, 17:16
Denon AH-D5000

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Leder
Kabel: 3m gerade, beidseitig geführt, Kombiklinke, gewebeummantelt, sehr störrisch
Systeme: 25 Ohm
Gewicht: 350 g
Zubehör: /

Der AH-D5000 kommt in einer Blister ähnlichen Verpackung mit Papphülle und großen Sichtfenstern, ähnlich
seinem kleinen Bruder.

Design:
Der AH-D5000 ähnelt sehr dem D2000 (bitte dort lesen!). Auffälligster Unterschied: der D5000 kommt mit
hölzernen Muschelabdeckungen daher. Ob einem die gefallen, ist sicher Geschmacksfrage. Sicher ist jedoch,
dass die Bügelkonstruktion und die Polster identisch sind. Dann ist da noch das Kabel, welches beim D5000
zwar auch mit Gewebe ummantelt ist, aber deutlich dicker und störrischer ausfällt.

Verarbeitung:
Siehe D2000, da identisch.

Klang:
Der Denon AH-D5000 in einem Wort: "Sennheiser...am Werk?" Provokativ, ja. Aber durchaus nicht unpassend,
auch wenn wiederum nicht wirklich passend. Der Mittlere Denon zeichnet sich einerseits zwar durch eine
sonst eher von Sennheiser bekannte Wärme aus, klingt aber deutlich lebendiger, als der "typische Klischee-Sennheiser",
wie er in diesem Forum existiert.
Die Lebendigkeit nimmt der Denon vor allem aus dem Bassbereich. Dem D2000 nicht unähnlich und in den
Tieferen Lagen noch ein kleines Stück mehr betont, setzt der D5000 diese Betonung bis in den Grundtonbereich
fort. Ebenso wie bei seinem kleinem Bruder, ist der Bassbereich nicht der schnellste und im Grunde überbetont.
Dabei ist irgendwo die Präzision auf der Strecke geblieben.
Die bereits erwähnte Wärme rührt aus der Kombination aus betontem Grundton mit leicht zurückgenommenem
Präsenzbereich. Das äußert sich in vollen, kräftigen Singstimmen sowie warm und farbenfroh klingenden
Holzinstrumenten. Blechinstrumenten und solche mit angeschlagenen/gezupften Metallsaiten wird etwas der
Glanz genommen. Die Durchhörbarkeit leidet jedoch nicht, wie beim D2000, da die Zurückhaltung im Präsenzbereich
nicht so stark ausgeprägt ist. Dem entsprechend ist auch der Bruch zu den Höhen nicht so markant wie bei
seinem kleinen Bruder, obwohl die Höhen ähnlich betont sind, was allerdings genau deswegen nicht so stark
auffällt. Und hier sind wir wieder bei der provokativen Eingangsthese. Denn Dank dieser leichten Höhenbetonung
rutscht der Hörer nichts ins "Mumpfige" ab, klingt nie dumpf oder undifferenziert. Die Höhen bilden eine
Art Gegenpol zum sonstigen warmen Charakter, fügen sich aber trotz leichter Betonung gut ein. Prinzipiell
an denselben Symptomen leidend wie die Höhen des kleinen Bruders, ist es der anderen Abstimmung zu verdanken,
dass das nicht so stark ins Gewicht fällt. So sucht man dann auch scharfe S-Laute vergebens.
Bühnentechnisch ähnlich wie der D2000, allerdings der wärmerer Abstimmung geschuldet, spielt sich alles
etwas näher am Kopf ab.

Isolation:
Siehe D2000, da identisch.

Tragekomfort:
Siehe D2000, da ähnlich. Unterschied: Das Kabel ist deutlich schwerer. Liegt es nicht irgendwo auf, kann
es schon mal an der Ohrmuschel ziehen. Auch ist es sehr, sehr störrisch und neigt zur Rebellion gegen
den Willen des Besitzers.

MP3/Anlage:
Siehe D2000, da identisch.

Fazit:
Technisch hebt sich der D5000 kaum von seinem kleinen Bruder ab. Ledigleich Holzschalen und eine andere,
deutlich wärmere und weniger auf Spaß betonte Abstimmung, lassen den aufgerufenen Preis etwas in Frage
stellen.

zur Diskussion

m00h

Hinweis: beim Presseexemplar von Denon war die Schrift bereits abgerieben. So sieht er richtig aus.




[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:10 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#32 erstellt: 15. Nov 2009, 23:10
Denon AH-D7000 (Achtung - altes Modell! Der Kopfhörer wurde mittlerweile überarbeitet und klingt nun anders!)

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Kunstleder
Kabel: 3m gerade, beidseitig geführt, 6,3mm-Klinke, gewebeummantelt, störrisch
Systeme: 25 Ohm
Gewicht: 370 g
Zubehör: Mikrofasertuch

Der D7000 kommt in einer mit braunem Samt ausgeschlagenen Kartonbox, deren das Denon-Logo tragende Oberseite
mit Leder bespannt und leicht gepolstert ist. Die anderen Seiten sind, dazu passend, in Lederoptik gehalten.
Diese Kiste wird durch eine Kunststoffhülle geschützt, bis der Kunde die durchaus edel anmutende Box dann
in den Händen hält.

Design:
Auch hier wieder sehr ähnlich seinen kleinen Brüdern, teilt er sich mit denen doch die gesamte Bügelkonstruktion
und die Polster. Trotz Muschelabdeckungen aus (Mahagoni-) Holz unterscheidet er sich hier vom D5000, denn
seine Ohrmuscheln sind lackiert und glänzen entsprechend. Gut, dass Denon ein kleines Putztuch beilegt,
Fingerabdrücke lassen nämlich schnell grüßen.
Ansonsten unterscheidet er sich weder innen, noch außen von seinen kleinen Brüdern, wenn man vom eigentlichen
Treiber mal absieht.

Verarbeitung:
Auch hier weder identisch zu seinen kleinen Brüdern. Das ist allerdings nicht negativ zu verstehen, wie
man beim D2000 nachlesen kann.

Klang:
Der Denon in einem Wort: lebendig. Ich denke das passt am besten. Der Denon spielt insgesamt auf hohem
Niveau, hat aber keine Ambitionen, in die "absolute Wahrheit"-Kerbe zu schlagen. Der geneigte HiEnder
wird ein wenig tonale Balance...nennen wir es "Trockenheit", vermissen. Der Frequenzgang ist zwar wellig,
aber in sich stimmig. So stimmig, dass ich zugegebener Maßen Schwierigkeiten hatte, diesen Hörer zu "analysieren",
weil er zufällig in einem breiten Bereich meine Hörgewohnheiten trifft. Aber gehen wir ins Detail.
Ich fange ja ganz gern beim Bassbereich an. Und auch der D7000 verhält sich hier wie seine kleinen Brüder
und streitet somit seine Abstammung nicht ab. Konkret heißt das, dass er vor allem im Tiefbassbereich
ordentlich Druck macht. Tiefe Bassgitarren, Bassdrums, Synthesizer oder andere Effekte können sich, je
nach Aufnahme, geradezu in den Vordergrund drängen. Der Denon produziert hier also zu viel Druck, aus
objektiver Sicht. Mit der richtigen Musik und Stimmung kann der Bassbereich aber durchaus auch für nicht-Bassköpfe
zum Motor der Musik werden und das Geschehen von unten heraus vorantreiben.
Der obere Bassbereich dagegen hält sich dagegen etwas zurück und kommt dadurch wesentlich trockener daher.
Er verhindert damit auch eine Beeinflussung des Mitteltons, wie es z.B. beim D5000 der Fall ist. Die eher
"träge" Basswiedergabe teilt er mit seinen kleinen Brüdern, hier rächt sich das Konstruktionsprinzip mit
unangenehmen Nachschwingen und zu viel Resonanz, was dem Bassbereich seine Knackigkeit nimmt. Bestes Anzeichen
für mich ist hierbei eine gute Aufnahme eines Doublebassdrum-Schlagzeugs, bei dem bei schnellem Spiel
die einzelnen Anschläge zu verschwimmen scheinen. Auch scheinen die Anschlaggeräusche vom Körper der nachschwingenden
Luft überlagert zu werden. Klangfarben im Bass behält der Denon jedoch bei, was er nicht zuletzt der relativ
trockenen Oberbasswiedergabe verdankt.
Eine leichte Grundtonsenke, die psychoakustisch auch aus der Tiefbassbassbetonung herrühren könnte, sorgt
für einen tendenziell ins Kühle bzw. Helle gehenden Mitteltoncharakter, bei dem der eine oder andere etwas
Wärme vermissen könnte. Eh schon dünne Aufnahmen können sehnig klingen, während eher warme bzw. neutrale
Werke von der leichten Präsenzbetonung durch gesteigerte Detailwiedergabe im Mittelton profitieren. Dabei
schafft es der Denon, auch schlechten Aufnahmen gegenüber noch relativ gnädig zu sein und dem Zuhörer
nicht gleich alle Fehler aufs Ohr zu drücken. Dass der Hörer trotz Präsenzbetonung niemals mit übertriebener
Schärfe oder künstlichem Detailreichtum nervt, verdankt er dem sanften Hochtoncharakter. Eine kleine Senke
im Frequenzbereich, in dem sich z.B. Sibilanten, Anschläge an Becken oder Anreiß- bzw. Anblasgeräusche
ausprägen, sorgt für diese gewisse Sänfte. Wer bisher eher eine Betonung in diesem Bereich gewohnt war,
wird dem Denon eventuell einen gewissen "dumpfen" Charakter attestieren wollen. Denn in diesem Frequenzbereich
befinden sich auch Obertöne von Stimmen und Instrumenten, denen damit auch die Aggressivität genommen
wird. Deutlich wird das z.B. bei guten und dynamischen Aufnahmen von Snare-Drums, die gerade mit Metallkesseln
ein stark ausgeprägtes Obertonspektrum haben. Und genau hier war für mich eine Schwierigkeit. Einerseits
sorgt eine kleine Grundtonsenke für helle/kühle Wiedergabe in den Mitten, gleichzeitig sorgt aber eine
leichte Obertondämpfung für einen eher sanften Charakter. Der D7000 zeigt hier aber doch ziemlich eindrucksvoll,
dass sich das nicht ausschließen muss, wie man es bisher bei anderen Herstellern beobachten konnte. Klangfarbentreu
ist der Denon daher im Mittelton nicht unbedingt, aber seine Interpretation ist weder näher, noch ferner
von der Realität entfernt, als es bei anderen Top-Kopfhörern der Fall ist.
Der restliche Hochton ist absolut unauffällig und fügt sich harmonisch in's Gesamtklangbild ein. Es gibt
keine Betonung oder Peaks, der Charakter ist sehr ausgewogen. Keine übertriebene Härte, aber doch akkurat
genug, um mit Transienten kein echtes Problem zu haben. Es gibt zwar einen leichten Roll-Off, aber dieser
stimmt überein mit der restlichen Philosophie des Hörers, denn er erspart dem Zuhörer Ermüdungserscheinungen
bei längerem Hören. Die noch bei D2000 und D5000 angeprangerte Symptomatik des 'Verwaschens' der Höhen,
sucht man beim D7000 vergeblich. Das ist dem Auflösungsvermögen enorm zuträglich, hier steckt er seine
kleinen Brüder mit links in die Tasche.
Tatsächlich würde ich dem D7000 eine große Langzeittauglichkeit attestieren, wenn man mit dem starken
Tiefbassbereich zu Recht kommt. Denn es sticht sonst nichts weiter heraus und die Darstellung ist insgesamt
eine gute Mischung aus Akkuratesse und Sanftheit.
Damit geht auch die Bühnendarstellung des Denon einher, die wirklich ausgezeichnet ist. Schon bei dem
"kleinen" AH-D2000 konnte die gewisse Dreidimensionalität gefallen, die die Denons bei guten Aufnahmen
bieten. Der D7000 macht das sogar noch besser. Der Raum ist groß, aber nicht endlos. Bei guten Aufnahmen
spürt man z.B. die Studiowände. Die Bühne ist exakt ausgeleuchtet und die Platzierung der Ereignisse sehr
definiert und sehr schön über die gesamte Breite und Tiefe der Bühne verteilt, also kein "links-rechts-Mitte",
wie man das bei anderen Hörern findet. Luft bleibt dabei trotzdem genug, um allen Ereignissen genug Platz
zur Entfaltung zu geben, wodurch man sich trotz der Größe der Bühne niemals 'verlassen' fühlt. Einziger
Kritikpunkt in dieser Kategorie ist, dass die Größe des Raumes auch wieder zu Kosten der Aggressivität
geht.
Dadurch wäre der AH-D7000 nicht meine erste Wahl für z.B. Metal, liegen ihm die ruhigeren bzw. akustischeren
Genres doch mehr. Dennoch macht er sich auch bei schnellen und harten Sachen nicht wirklich schlecht,
so wie im Grunde bei keinem Genre. Auch wenn der D7000 zwar nicht alles kann, kann er zumindest alles
gut genug, um als Allrounder gelten zu dürfen. Aber wehe, wenn man 'sein' Genre erstmal entdeckt hat.
Dann kann der D7000 zu Tränen rühren, Gänsehaut verursachen und einfach nichts vermissen lassen.

Isolation:
Mir fehlt der direkte Vergleich zu den anderen beiden, aber aus der Erinnerung verhält sich da auch der
große Denon wie die kleineren und isoliert mehr schlecht als Recht, auch hier bitte beim D2000 nachlesen.

Tragekomfort:
Siehe D2000. Der D7000 ist zwar 20g schwerer, die machen sich jedoch praktisch nicht weiter bemerkbar.

MP3/Anlage:
Am MP3 Player gefällt er mir sehr gut. Der Lautstärkeunterschied zum Schlachtschiff-Amp ist gering, 10/25
auf der Lautstärkeskala sind völlig ausreichend für meine gewohnte Lautstärke. Am MP3-Player büßt er allerdings
viel Präzision ein, auch wenn sich rein tonal nicht viel tut. Auch der Raum verkleinert sich und die Bühne
bricht zusammen.
Auch hochohmigen Ausgängen gegenüber ist er gnädig und verpasst seinem Spiel lediglich einen Hauch mehr
Bass, was wiederum für einen recht linearen Impedanzverlauf spricht. Allerdings vermisst man auch hier
die Kontrolle bzw. Präzision und Kraft, die er an einem guten KHV ausstrahlen kann. Der Bühnenverlust
hier allerdings nicht ganz so krass, wie am MP3-Player.

Fazit:
Tonal zwischen seinen beiden Brüdern angesiedelt, ist der D7000 zum D5000 ein deutlich größerer Sprung,
als der D5000 zum D2000. Er beschränkt sich bei der Wiedergabe weder auf puren Spaß, noch auf nüchterne
Analytik sondern schafft den Spagat zwischen beidem mit seiner nicht ganz neutralen, aber sehr detaillierten
und auflösungstarken Darstellung sehr gut. Einzig der (zu?) starke Tiefbass trübt die Bilanz ein wenig.

zur Diskussion

m00h






[Beitrag von m00hk00h am 21. Mai 2012, 14:32 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#33 erstellt: 15. Nov 2009, 23:10
German Maestro (ehemals MB Quart) GMP450 Pro

hard facts:
Polster: Ohrumschließend, Kunstleder
Kabel: 3m gerade mit kurzem Spiralstück, zweiseitig geführt, Kombiklinke, gummiert, flexibel
Systeme: 300 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 240 g
Zubehör: /

Kurzes Vorwort:
Die Firma MB Quart verlor nach der letzten Insolvenz das Recht, den Namen weiter zu verwenden und heißt
nun "German Maestro". Neuer Name, selbe Firma und gleiche Produkte. Der GMP450 Pro ist also nichts anders
als der QP450 Pro mit neuem Namen.

Der Hörer kommt in einer stabilen Kartonbox.

Design:
Bei German Maestro hat das Kopfbügeldesign der 80er Jahre bis heute überlebt - was ja an sich nichts
Schlechtes ist. Der Hörer hat einen durchgängigen Kunststoffbügel, an dessen Enden jeweils ein starrer
Ring sitzt. Eine intelligente Aufhängung ("kardamatisch") Der Ohrmuscheln mit Hilfe von mehreren Gummibändern
erlaubt die Anpassung an die Kopfform, obwohl der Bügel selbst das nicht zulassen würde. Die Ohrmuscheln
haben also keinen direkten Kontakt mit dem Bügel. Sie selbst bestehen auch aus Kunststoff, in die Rückseiten
sind jeweils zwei Aluminiumelemente Eingelassen. Die Polsterung übernehmen an den Ohrmuscheln jeweils
außen runde, innen Ovale Kunstlederpolster. Am Kopfbügel ist die Polsterung gleichzeitig die Größenverstellung.
Dazu sind zwei Schieben, die sich an den unteren Enden des Kopfbügels befinden, durch ein Textilband (ähnlich
Fleeze) miteinander verbunden.
Neben der kardamatischen Aufhängung gibt es eine weitere Besonderheit, nämlich ein kurzes Spiralstück
im sonst geraden Kabel. Die hilft in Extremsituationen die Belastung der Geräteklinke und des Hörer zu
reduzieren.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung ist alles in allem OK. Zwar sieht man gerade am Bügel einige Grate, sind diese aber
nicht scharf. Die Nähte am Stoffpolster sind gut, die Aluminiumelemente sind sauber eingelassen. Lediglich
die Kunstlederpolster wirken nicht sehr hochwertig.

Klang:
Der GMP450 Pro in einem Wort: Grundsolide. Ich fang am besten, wie gewohnt, wieder beim Bass an: Tief,
trocken, punchy, kaum resonant aber in vollkommen ausreichendem Volumen vorhanden. Er dichtet nichts hinzu,
was auf der Aufnahme nicht drauf ist, lässt auch nichts weg. Klangfarben im Bass könnte er etwas besser
rüberbringen, in der Tendenz ist alles etwas zu trocken. Dadurch aber auch wieder sehr durchhörbar.
Der Mittelton ist ein wenig verfärbt, in der Tendenz kühl durch eine kleine Senke im Grundtonbereich.
Allerdings gibt es auch im Präsenzbereich eine schmalbandige Senke, die einem Halleffekt oder zu dünnen
Mitten entgegenwirkt. Mit den Klangfarben hat es der GMP auch in den Mitten nicht so, er zeichnet hier
oft ein wenig zu hell. Das kommt, wie so oft, dem Detailgrad und auch perkusiven Instrumenten zu Gute.
Tatsächlich ist der PRaT-Faktor in den Mitten ziemlich hoch, jedoch ohne dem Zuhörer etwas aufzuzwingen.
Die Höhen sind gut integriert und folgen ohne großen Bruch und ohne großartige Betonung oder Spitzen dem
Präsenzbereich. In den höchsten Tönen leicht abgerollt ist der Hochtoncharakter sehr ausgeglichen zwischen
Härte und Weichheit, Transienten meistert der GMP450 ohne Probleme und kann auch gut zwischen verschiedenen
Anschlägen gleicher Instrumente differenzieren. Die Auflösung ist zwar OK um nicht unbedingt etwas zu
vermissen, aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Gerade S-Laute, die auch schon mal einen leichten
Ansatz von Schärfe haben können, entlarven den Hörer. Die Raum ist groß, aber schon fast unbegrenzt und
die tatsächlichen Dimensionen sind wenig greifbar, fast wie bei einem offenen Hörer (angesichts der geringen
Isolation auch nicht so verwunderlich). Dafür ist die Tiefe und Breite gut gestaffelt, wobei die Forum
der Bühne eher einem Hufeisen gleicht: sie ist in der Mitte weiter vom Kopf entfernt als an den Seiten.
Die einzelnen Schallereignisse wiederum könnten schärfer umrissen sein.
Alles in allem eine Grundsolide Performance, die lediglich im PRaT-Bereich deutlich höher als beim Durchschnittshörer
liegt. Durch die Verfärbung in den Mitten ist die Wiedergabe im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, hat
man sich dran gewöhnt bleibt ein ziemlich entspanntes Klangbild übrig, das zum längeren Musikhören einlädt.

Isolation:
Nope. Der GMP ist war auf den Papier geschlossen, Isolation bietet er allerdings kaum. Es ist mehr eine
leichte Dämpfung, einen kompletten Ausschluss der Umgebung bekommt man nicht hin und bei lauterer Musikwiedergabe
höre die Umgebung mit.

Tragekomfort:
Hier wird's für große Köpfe eng. Die größtmögliche Einstellung wird durch den durchgehende Kopfbügel
begrenzt - leider immer noch einen Tick zu klein für mich. Durch Umpositionierung war mir das Hören dennoch
möglich. Der Hörer ist sehr leicht und das Stoffpolster sehr breit, dazu kommt der geringe Anpressdruck
auf die großflächigen Ohrpolster. Der GMP450 lässt sich ohne Probleme länger tragen - sofern er denn passt.
Probleme mit zu warmen Ohren hatte ich nie.

MP3/Anlage:
An hochohmigen Ausgängen entwickelt der GMP einen sehr groovigen Bass, allerdings auf Kosten der gefühlten
Präzision. Auch der Raum rückt deutlich näher an den Zuhörer heran.
Am MP3-Player geht der GMP relativ gut für einen hochohmigen Hörer. Zwar nimmt die Bassperformance etwas
ab, wodurch auch der Grundton etwas leidet, aber bei 17/25 ist die gewohnte Lautstärke erreicht.

Fazit:
Der GMP450 Pro leistet sich keine echten Schwächen, würde man etwas ankreiden, wäre das Nörgeln auf hohem
Niveau. Eher gewisse "Eigenheiten", die sicher den einen oder anderen Liebhaber finden könnten. Seine
Isolation beschränkt ihn auf die Benutzung in Ruhiger Umgebung, was allerdings zur entspannten Abstimmung
passt - was nicht heißt, dass er nicht auch total abrocken könnte. Das Potenzial ist dank gutem PRaT-Faktor
da.
Leider ist er angesichts der Konkurrenz sowohl was Klang als auch Materialwahl angeht, ein klein wenig
zu teuer. Vielleicht würde eine weitere Verbreitung am Markt helfen? Ich würde es ihm wünschen.

zur Diskussion

m00h

Hinweis: die Verpackung ist eine "umgekrempelte" MB Quart, daher ist das Motiv innen.
Die German Maestro-Verpackung ist aber bis auf das Motiv identisch.





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:11 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#34 erstellt: 15. Nov 2009, 23:10
Shure SRH840

hard facts:
Polster: ohrumschließend, Kunstleder, oval
Kabel: 3m gewendelt, links geführt, Kombiklinke, gummiert, normal dick, steckbar
Systeme: 44 Ohm
Gewicht ohne Kabel: 318g
Zubehör: Transporttasche, 1 Paar Ersatzohrpolster

Der Shure kommt in einer Kartonbox, die mit einer Form aus einer Art Eierpackungs-Pappe ausgefüllt ist.

Design:
Auf den ersten Blick ähnelt er seinem kleinen Bruder in nicht unerheblichem Maße. Ähnliche Bügelkonstruktion,
ähnliche Ohrmuscheln, schwarz und ohrumschließend. Die Unterschiede liegen, wie so oft, im Detail: so
ist der Bügel ein anderer. Im Vergleich zum Bügel des SRH440 läuft er oben nicht rum, sondern leicht spitz
zu und wird erst baum aufsetzen rund. Außerdem ist er großzügiger gepolstert und hat auf der Unterseite
ein Stoffgewebe, dass sich besser anschmiegt und mehr Atmen der Kopfhaut erlaubt, als ein (Kunst)Lederpolster.
Ebenso sind die Markierungen für links und rechts an den Gabeln nicht farblich markiert, sondern schimmern
in einer Art Verchromung. Dafür sind die Einlagen in den Gelenken zum Abklappen der Muscheln eingefärbt,
allerdings nur auf der dem Zuhörer zugewandten Seite.
Dabei wirken nicht nur die Gabeln selbst massiver als bei seinem kleinen Bruder, der ganze Hörer wirkt
bulliger. Sein höheres Gewicht trägt dabei sicherlich zu dem massiven Eindruck bei.
Das Aluminium-Inlay in den Hörmuscheln ziert ein gefräster Rand, der das blanke Metall freilegt und so
noch einen optischen Akzent setzt. Ebenso das geprägt Shure-Logo auf dem Kopfbügel.

Verarbeitung:
Im Vergleich zu seinem kleinen Bruder wächst nicht nur die Nummer im Namen, leider auch die Anzahl der
Grate. Gerade am Bügel und hier im Bereich der Gelenke ganz besonders, finden sich so einige Grate - und
das nicht nur mit dem Auge, auch mit den Fingern. Ebenso an der externen Kabelführung.
Davon abgesehen ist alles wie gehabt. Tragende Teile sind verschraubt, das Kopf- und Ohrpolster ordentlich
vernäht und die Alu-Inlays in den Hörmuscheln sauber eingelassen.
Besonderheit ist auch hier, dass die Lippe der Ohrpolster noch separat vernäht wurde, um
vor dem Einreißen geschützt zu sein.

Klang:
Der SRH840 in einem Wort: Kuschelig. Das scheint mir zur Gesamtpräsentation durchaus zu passen, auch
wenn man im ersten Moment auch Negatives damit assoziieren könnte. Die Gesamttendenz des SRH840 geht nämlich
schon in die warme, relaxte, etwas entfernte Präsentation, mit reichlich Klangfarben und ordentlich Körper.
Das geht schon beim Bass los, davon ist nämlich reichlich vorhanden. Vor allem im Tiefbass gibt's richtig
Druck, der sich langsam in Richtung Grundton abbaut. Bass ist also reichlich vorhanden. Die Kehrseite
der Medaille ist jedoch, dass der Bass echt lahm ist. Kickbässe wollen irgendwie so gar nicht wirklich
aus den Startlöchern kommen, schnelle Bassläufe scheinen zu verschmieren. Der Körper übertönt leicht den
Anschlag, sei es das Anreißen der Seite bei Kontrabass oder Bassgitarren, oder Anblasgeräusche von Orgeln.
Damit ist allerdings der Hauptkritikpunkt am SRH840 schon abgearbeitet.
Der Abfall im Frequenzgang vom Bass zum Grundton setzt sich in den Mitten weiter fort, über den Grundton
hinaus. Dieser ist also relativ stark ausgeprägt, was Instrumenten und Stimmen zu vollen Körpern und kräftigen
Klangfarben verhilft. Dabei schafft es der Shure trotz leicht zurück genommen Präsenzbereich niemals zu
dick, zu warm oder gar dumpf zu klingen. Alle Informationen in der Musik, die man erwarten würde, stellt
der Shure dar. Nur serviert er diese nicht auf dem Silbertablett, sondern erwartet eine Gewisse Eigeninitiative
des Hörenden, um diese zu finden. Diese ruhige Selbstverständlichkeit ist ein Hinweis auf ein gutes Auflösungsvermögen
in den Mitten, welches sich allerdings auch in den Höhen fortsetzt. Diese haben zwar eine kleine Betonung
in Form eines Peaks, allerdings ist das nicht negativ zu bewerten, da keinerlei Härte oder gar Schärfe
auftritt. Die durch den Peak verursachte Präsenz dagegen sorgt für einen schönen Gegenpol zur sonstigen
Abstimmung und sorgt so auch dafür, dass der SRH840 trotz sanftem Charakter nicht langweilig klingt.
Die Bühnenpräsentation unterstreicht die Abstimmung. Zwar klingt der SRh840 nicht sehr luftig, aber er
rückt das Geschehen schon ein gutes Stück aus dem Kopf und platziert die Schallereignisse recht präzise
auf der virtuellen Bühne. Leider leidet auch er, wie seine kleinen Brüder, an einer kaum ausgeprägten
Tiefenstaffelung.
PRaT sollte man lieber nicht zu viel erwarten, wie schon mehrmals geschrieben nimmt sich der Shure eher
etwas zurück.

Isolation:
Der SR840 isoliert sehr ordentlich und ist in der Disziplin in der Oberklasse anzusiedeln gilt zu Recht
als "geschlossen". Bereits mit sehr leiser Musik ist man praktisch von seiner Umgebung isoliert.

Tragekomfort:
Kurz: ausgezeichnet. Der SRH840 trägt sich super. Gut gepolsterter, breiter Kopfbügel verteilt das Gewicht
sehr gut auf dem Kopf, weiche, tiefe Ohrpolster mit Samteinlage schmeicheln den Ohren. Einzig Wärmestau
könnte problematisch werden. Der Anpressdruck ist etwas höher als gewöhnlich, für die gute Isolation ist
das allerdings unabdingbar und die weichen Ohrpolster gleichen das schön aus.
Punktabzug gibt's für das Wendelkabel, das bei zu weit entfernter Quelle unangenehm zieht.

MP3/Anlage:
Obwohl auf dem Papier 3dB/mW empfindlicher, ist der SRH840 etwas leiser bei selber Einstellung, als der
SRH440, aber immer noch sehr gut für das Hören direkt aus dem Porti geeignet. Der Kopfhörer hat so schon
viel Bass, so dass der winzige Boost an hochohmigen Ausgängen kaum auffällt.

Fazit:
Universal einsetzbarer, musikalisch-warmer Hörer, mit guter Isolation und tollem Tragekomfort, der als
geschlossener irgendwie nicht so wirklich geschlossen klingt.
Wenn man mit der Soundsignatur kompatibel ist, bekommt man beim SRH840 einen sehr guten geschlossenen
Hörer.

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:12 bearbeitet]
m00hk00h
Moderator
#35 erstellt: 13. Jul 2010, 20:47
Ultrasone Edition9

hard facts:
Polster: ohrumschließend, echtes Schafsleder
Kabel: 3m gerade, beidseitig geführt, 6,35mm-Klinke, gummiert, flexibel und normal dick
Systeme: 30 0hm
Gewicht ohne Kabel: 310 g
Zubehör: Klinkenadapter, Transportbox

Die Ultrasone Edition9 kommt in einer eigens angefertigten Transportbox.

Design:
Die Edition9 kommt in schwarzem Kunststoff und metallbeschichteten Ohrmuscheln. Beschichtet sind die
Ohrmuscheln außen mit Ruthenium, das Firmenlogo ist eine verchromte Messingplatte. Das Metall ist überall
blank poliert und in die Messingplatte ist das Logo eingefräst. Zum durchaus edlen Erscheinungsbild passen
die Polster, sie sind allesamt aus weichem Schafsleder (äthiopisches Langhaarschaf). Der Bügel ist derselbe
wie bei den vielen anderen Ultrasones (sowie DT660 und HD280Pro) und kämpft zum Teil mit denselben Problemen.
Die Ohrmuscheln lassen sich drehen und klappen, wie bei den meisten Kopfhörern mit diesem Bügel. Die Kabelführung
ist beidseitig, das Kabel ist mit einer großen 6,35mm-Klinke terminiert.

Verarbeitung:
Obwohl er sich ein wenig wertiger anfühl als der Bügel des Pro650, kämpft die Edition9 zum Teil mit denselben
Problemen von sichtbaren Gussrändern und größeren Spaltmaßen. Das obere Ende ist, wie beim Pro650 auch,
gummiert. Das darunterliegende, schmale Polster aus Schafsleder ist sauber eingelassen und weich. Unterhalb
der Gelenke zum Drehen und Klappen nimmt die Qualität deutlich zu, bereits die Gabeln sind deutlich hochwertiger
als der Bügel. Dies setzt sich in den Ohrmuscheln fort, das Metall ist auf Hochglanz poliert und die verchromten
Messingplaketten mit dem Firmenlogo sauber eingelassen. Die Nähte der Lederohrpolster sind vertrauenserregend,
die Polster selbst sehr weich. Die Ausgänge der Kabel sind zugentlastet, wobei man sich eventuell eine
optisch weniger aufdringliche Lösung wünschen könnte.

Klang:
Vorwort: Ultrasone setzt auf eigene Art von Technologie, die in den Foren sehr kontrovers diskutiert
wird: S-Logic. Allerdings hat sich mittlerweile herausgestellt, dass diese Technik an einem Großteil von
Menschen vorbei entwickelt wurde. Ein nicht unerheblicher Teil von (nicht nur deutschen) Forenteilnehmern
hat bei Ultrasone-Kopfhörern keinen 3D-Bühnenklang oder gesteigerte Räumlichkeit. Im Gegenteil, viele
Empfinden Ultrasone-Kopfhörer sogar als klaustrophobisch. Viele merken auch nichts von der "Gehörschonung",
sondern erleben bei vielen Ultrasones eher einen typischen Badewannenklang (eine Art von "eingebauter
Loudness"), der gerade beim leisen Hören für ein erfüllendes Klangbild hilfreich sein kann. Ultrasone-Kopfhörer
scheinen also mehr als andere abhängig von den HRTF des Hörenden abzuhängen.
Aus diesem Grund dieser kleine Absatz, um zu verdeutlichen, dass bei Ultrasones noch mehr als bei allen
anderen Kopfhörer gilt: Selber hören
Dieser kleine Absatz soll damit auch das nun folgende etwas grade rücken; denn ich gehöre zu der Gruppe,
bei der S-Logic nicht im Geringsten funktioniert. Es könnte also für jemanden, bei dem es funktioniert,
der Eindruck entstehen, dass ich ungerecht bin. Aber so, wie hier beschrieben, stellt es sich mir dar.

Die Edition9 in einem Wort: Rund. Die Edition9 ist einer der Hörer, die das Klangbild "von unten her"
aufrollen. Der Bass spielt dabei immer im Vordergrund, bewahrt aber meistens die Kontenance und bleibt
präzise anstatt unmotiviert und überresonant dahin zu wabern. Dabei geht der Bass wirklich tief hinab,
was ihn aber nicht davon abhält sehr punchig zu sein und den Kickbass zu betonen. Der schnellste scheint
er aber nicht zu sein, bei sehr schnellem Geschehen im Bass geht die Übersicht verloren. Trotz alle dem
ist die Bassbetonung obwohl in schon mehr als reichlichen Mengen vorhanden, in einem angenehmen Frequenzbereich.
Denn der Grundton ist praktisch von dieser Betonung völlig unabhängig. Letzterer ist gegenüber seiner
Umgebung leicht zurückgenommen, geht aber, wie erwähnt, nicht im Bass unter. Eine leichte Präsenzbetonung
sorgt für eine winzige Tendenz in's Kühle, je nach Person könnte hier auch das Wort "neutral" fallen.
Dabei wird kein Detail ausgelassen, egal ob im Grundton oder Präsenzbereich. Diese Details werden dem
Hörer aber nicht entgegengeworfen, die Integration fühlt sich sehr natürlich an. Mit dieser Tendenz geht's
im Hochton weiter. Dieser ist nicht betont und verzichtet gänzlich auf Peaks, folgt dem Präsenzbereich
ohne Bruch und integriert sich daher sehr angehm in's Geschehen. Der Charakter ist eine ausgewogene Mischung
aus Härte und Ätherik mit leichter Tendenz zum Metallischen, was gerade metallischen Instrumenten den
winzigen Extra-Schuss an Lebendigkeit verleiht, der Spaß macht ohne zu nerven. Scharfe S-Laute sucht man
vergebens und ebenso wie in den Mitten integrieren sich die sehr gut aufgelösten Details sehr gut in das
Gesamtgeschehen. Differenzierung und Transientendarstellung sind einwandfrei, Becken kommen explosiv und
kein Anschlag klingt wie der vorherige. Bis auf den etwas überdimensionierten, etwas zu langsamen Bass
störte mich lediglich eine nicht näher identifizierbare Verfärbung, die ein klein wenig Energie aus Snaredrums
und tiefen Becken nahm, die menschliche Stimme aber kaum beeinträchtige. Das war aber nach ein paar Minuten
Eingewöhnung nicht mehr wirklich störend, ich möchte es der Vollständigkeit halber aber noch erwähnen.

Kommen wir nun zum Raum/ zur Bühne. Wie auch schon beim Pro650, tut sich bei mir nicht viel. Der Klang
klebt in den Ohrmuscheln, Sänger und Instrumente sind auf einer Perlenkette im Kopf aufgereiht. Wenigsten
sind die Positionen der Schallereignisse klar umrissen. Weger der Problematik verweise ich noch einmal
auf den S-Logic-Absatz.

Isolation:
Die Isolation der Edition9 ist für einen Hörer der "Hifi"-Klasse hervorragend - in beide Richtungen.


Tragekomfort:
Wirklich bequem finde ich die Edition9 nicht. Die Ohrmuscheln sind ziemlich klein und gerade so eben
ohrumschließend, innen aber auch zur Schallwand nicht gepolstert. Dadurch bekommt man nicht nur schwitzige
Ohren, sondern eine zusätzliche Reizung durch Berührung der Schallwand. Der Anpressdruck ist recht hoch,
so dass auch der Bereich um die Ohren durch die recht kleinen Polster stark belastet wird. In Kombination
mit dem nur kleinen Kopfpolster fühlte ich mich gezwungen, oft eine Hörpause einzulegen oder zumindest
den Hörer mal zu verrücken.

MP3/Anlage:
An hochohmigen Ausgängen wird die Edition9 regelrecht zum Bassmonster. Resonant und voluminös, je nach
größe des Widerstands auch die Mitten erdrückend. Am MP3-Player geht die Edion9 sehr gut, tonal klingt's
wie man es gewohnt ist, der PRaT-Faktor leidet ein bisschen, ebenso die eh schon nicht tolle Bühne. Aus
S-Logic-Gründen schenke ich mir, wie beim Pro650, die Angabe der Lautstärke. Die Edition9 sollte aber
an jedem Player laut genug gehen und dabei noch Reserve haben.

Fazit:
Trotz kleiner Bühne und seines unbequemen Komforts kann er mit seinen Stärken punkten: Tonal ausgewogen
(mit Bassbetonung) bei starker Isolation, sogar noch stärkerer Auflösung und Detaillierung kann die Edition9
so manchem offenen Hörer das fürchten lehren. Aber zu welchen Preis?

zur Diskussion

m00h





[Beitrag von m00hk00h am 10. Apr 2012, 18:12 bearbeitet]
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