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Tonarmkabel Cardas 33 AWG Umbau am Thorens TD-160

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Pilotcutter
Administrator
#1 erstellt: 30. Jun 2011, 10:49
Servus zusammen,


seit längerem juckte es mir unter den Nägeln, 'mal bei meinem alten Thorens TD-160 die Tonarminnenkabel zu erneueren und die Durchverkabelung vom Tonabnehmer zur Pre zu realisieren. Zumindest so konsequent als möglich, denn beim Übergang vom Tonarmkabel zum Cinch muss dann doch gelötet werden. Da dacht' ich, ich mach es 'mal, dann hat die liebe Seele Ruh'.

Ich habe mich so audiophil wie nur irgend möglich - aber preislich noch alles im Rahmen - eingedeckt und habe folgende Zutaten genommen:

1. WBT Lötzinn - Qualitätslot mit 4% Feinsilberanteil
2. Das sagenumwobene Tonarmkabel Cardas 33 AWG (40 cm)
3. Goldene Cardas Tonarmstecker
4. Schrumpfschlauch in verschiedenen Stärken und Farben
5. Das Oehlbach NF-1 Cinchkabel mit einer recht niedrigen Kapazität von nur 59 pF/m

Der Thorens kann in der Zarge verbleiben, wenn man ein kratzfreies und sauberes Umfeld hat und auch die Möglichkeit ihn sicher und standfest in die Vertikale zu bringen:


20062011362
Abb: 1


Den Dreher stand- und kratzfest in der Senkrechten, lötet man unten alle Tonarmkabel ab.

Dann kommt der gefährlichste aller Vorgänge. Die Lösung des Tonarms aus dem Vertikal-Lager:


20062011367
Abb: 2


Beim TD-160 mit dem TP16Mk1 handelt es sich um Schlitzschrauben mit einer umliegenden flachen Sicherungsmuitter. Man löst am besten nur eine Schraube und zwar die, die man am besten erreicht.

Die Lager sind super empfindlich und wenn man da mit der Lagerspitze zuviel drinherum stochert, rollen einem die Kügelchen entgegen wie Lotperlen und dann hat man verloren. Die Lager der Thorens TP16 Tonarme sind wirklich gute Präzisionslager. Hier im Bild rechts ist ein Micro-Kugellager der Tonarmlagerung TP16 und links ist das spätere Spitzlager der einfachereren Tonarm Vertikal-Lager.


28062011457
Abb: 3


Man sieht hier deutlich, dass der Tonarm im TP16 vertikal in einem Micro-Kugellager seine auf und ab Bewegungen macht, während in späteren (hier TP-28) die Lagerspitze nur noch in einer entsprechenden Bohrung lagert.

Die Sicherungsmutter kurz mit einer Telefonzange lösen und dann die Lagerbuchse herausdrehen - nicht ganz - nur soweit bis der Tonarm frei ist. Die Lagerschrauben auf keinen Fall irgendwie behandeln. Auch nicht ölen! Bei diesen Micro-Kugellager bedämpft normales Öl höchstens den Freilauf und/oder vermischt sich mit Staub zu einer hemmenden Suppe.
Solche Lager werden bestenfalls mit einem besonderen Öl - das so dünn ist wie Wasser - behandelt.
Gar nichts machen! Das höchste der Gefühle, links und recht einige Stöße mit der Druckluftdose.

Wenn der Tonarm frei ist, zieht man ihn gaaaanz vorsichtig aus der hinteren Gewichtseinheit und sichert auch diese, dass der Faden für die Auflagekraft nicht reisst:


abb4
Abb: 4


Dann zieht man die Kabel langsam aus der Basis und beschäftigt sich mit der Verschraubung und Kabelführung in Richtung Headshell. Den Stift durchtreiben und den Kunstoffeinsatz möglichst heile lassen, weil der der Verschraubung Stabilität liefert.


20062011375
Abb: 5


Man kann mit einem dünnen Bohrer die Klemmen herausbohren. Ist nicht so angenehm aber anders geht's kaum. Man muss die 4 Löcher frei haben um das neue Kabel durchführen zu können:


abb6
Abb: 6


Wenn das geschehen ist, geht's zum Headshell. Hier auch wieder den Kunstoffträger raus


20062011378
Abb: 7


und in diesem Fall kann man den nicht weiterverwenden, weil das Headshell ja abnehmbar bleiben muss, wegen der Verschraubung unten. Bei Systemverschraubungen von unten muss ja irgendetwas abnehmbar sein an Tonarm oder Headshell. Bei Verschraubung von oben (was zur Not hier auch geht) kann ja Tonarm und Headshell statisch sein.

Die Klassiker verdrehen wahrscheinlich hier die Augen, und die Zerstörung des Orignal Headshells ist auch etwas ungünstig - muss aber der konsequenten Kabelführung unterliegen - weil dadurch der Headshell-Verschraubung auch die Stabilität genommen werden könnte. Ich habe - um den Sicherungsstift noch etwas Halt zu geben, eine Hülse aus einem Kfz Kabel-Quetschverbinder gebastelt, durch die gibt etwas Halt wenn man die Bohrung für den Stift schön eng macht und man kann die Kabel mit Steckern später noch das Headshell abnehmen und die Kabel samt Tonarmstecker durchziehen.


20062011387
Abb: 8


Wenn man die Vorbereitungen soweit hat, kommt man zur Verkabelung. Man lötet die Tonarmstecker an und zieht das Kabel bis zur Durchführung der Tonarmbasis durch:


27062011440
Abb: 9


Kleiner Exkurs: Man könnte sich fragen, wie man diese Häärchen von Tonarmkabeln auch noch passend abisolieren soll? Mit normalen Mitteln geht das kaum. Ich wollte sie erst komplett mit Isolierung anlöten, in der Hoffnung die Isolierung brennt passend weg, kam dann aber drauf die mit dem Lötkolben abzuisolieren. Ich habe für solche schmutzigen Experimente immer einen alten Lötkolben:

Man legt das Kabel auf einen hitzbeständigen festen Untergrund (bei mir Schraubstock) und drückt mit der heißen Lötspitze an den Beginn der abzuisolierenden Stelle, wartet 1 Sekunde und zieht dann das Kabel langsam unter der Lötspitze weg. Dadurch zutzelt man die Isolierung ab, wie die Profis unter den Bayern die Weißwurst zutzeln.

Dann platziert man den Tonarm so ungefähr an seinem Platz in der Nähe der Kabeldurchführung nach unten. Weil man schätzungsweise jetzt zum Durchfriemeln des Kabels beide Hände braucht, sichert/befestigt man den Arm mit Spaghettis (im Bild auch die hintere Eingeit mit Spaghettis gesichert). Spaghettis machen sich immer gut als "dritte Hand". Alles gut gesichert, geht der Dreher nun wieder in die Senkrechte.


27062011443
Abb: 10


Dann mit einem Draht ode sonstigen Tricks den "Kabelbaum" von unten durchziehen:


abb11
Abb: 11


Dann ist es noch wichtig von unten das Kabel nicht stramm zu ziehen um möglichst viel Länge zu haben, sondern oben muss eine schöne Schlaufe gelegt werden.

Man kann den Tonarm soweit wieder zusammenbauen, oben, muss aber eben aussen eine Schleife irgendwie im Uhrzeigersinn, oder so lassen um dem Tonarm volle Bewegeungsfreiheit zu gewähren. Der Arm muss absolut freigängig sein, ansonsten holt man sich da Hemmungen oder schon ein "Kabel-Antiskating" rein.


27062011448
Abb: 12

Wenn man oben alles befesttigt hat, geht's wieder in die Senkrechte und man verlötet unten die Signal und Masseleiter mit denen des Cinchkabels (wo man, wenn nötig, vorher(!) die Cinchstecker angelötet hat.


27062011453
Abb: 13


Schrumpfen und isolieren und schrumpfen und isolieren, bis es nicht mehr geht. Dann denkt man sich noch mind. eine geeignete Zugsicherung aus (am besten sind ja die Schraubsockel für Kabelbinder).

Rot=Signal rechts
Grün-Masse rechts
Weiß-Signal links
Blau-Masse links

Normaaaaal haben die Thorens Geräte eine komplette Erdung aller Komponenten. Bei TP62/63 ist im Headshell das grüne Kabel schon doppelt, beim TD-160 geht das grüne unten an der Lötbrücke mit an die Chassis Erdung. Das habe ich jetzt nicht gemacht. Ich habe noch nie in meinem Vinylleben Brummprobleme gehabt [klopf auf Holz] und dachte mir, eine Erdung des Tonabnehmers nur über Schirm an Cinch muss reichen. Der Tonarm an sich hat aber ein eigenes Erdungskabel zum Chassis. Das habe ich original und alt gelassen, weil ich dort kaum Klangeinfluss vermutete.


Nachdem alles fertig war, schauten diese neuen goldenen Stecker aus dem alten Headshell, schön farbig geschrumpft. Eine Augenweide.


27062011449
Abb: 14


Die komplette Signalleitung, vom ersten bis zum letzten Kontakt, war nun nagelneu und nicht mehr aus den Siebzigern!

Mein Goldring Eroica LX wieder angeschlossen, den halben Abend gefummelt und justiert. Meine blitzsaubere Toto VI Platte aufgelegt, ins Stereodreieck gesetzt und festgestellt, dass alles so klang wie letzte Woche.

Da stand ich nun, ich armer Tor und war so klug als wie zuvor. Obwohl ich etwas klüger geworden bin: Ich lasse ab jetzt die Klassiker unter den Geräten so wie sie sind!

Also nochmal, ich habe keinen Unterschied gehört. Ich hätte sehr, sehr gerne einen gehört. Habe aber keinen gehört. Mein Gehör ist eigentlich auch noch recht intakt, altersmäßig habe ich vorne auch noch eine "3". Nach der Arbeit hätte ich gerne eine Verbesserung erlebt - obwohl ich mich schon vorher gefragt habe, bei dem Dreher und dem System, was soll da besser werden - aber es trat keine ein. Auch nichtmal der Bass wurde straffer, oder tiefer wie auch immer. Obwohl ich vor dem Umbau schon ein anderes Phonokabel hinten dran hatte. Auch das Oehlbach NF-1.

OK, der Dreher klingt auf keinen Fall schlechter, die Kabel sind neu, was ja vielleicht auch von irgendeinem Vorteil sein mag.

Als Fazit kann ich letztendlich nur vor solchen Aktionen warnen. Durch das Auseinanderreissen der Komponenten schwächt man manche Verbindung sehr. Die Verbindung am Ende des Tonarmrohrs zur Buchse für die Headshell-Aufnahme war trotz Verbleib des inwendigen Kunstoff-Einsatzes wackelig und ich musste sie mit starkem Kleber kleben und dann den Sicherungsstift durchtreiben. Sie ist dadurch unlösbar geworden.

Es gibt schon Tuningmaßnahmen für Plattenspieler - besonders für diese Thorens Baureihe - die Massenerhöhung von Zarge und Bodenplatte beispielsweise. Die Neuverkabelung des Tonarms gehört - meiner bescheidenen Meinung und meines Versuchs nach - nicht dazu!

Das beste Tuning für Plattenspieler ist immer noch die Investition in ein geiles System.

Danke und Gruß.

Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 01. Jul 2011, 16:20 bearbeitet]
ThatsSoul
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 30. Jun 2011, 13:19
Guten Tag,

Wundervolle Arbeit und wundervoller Bericht! Meine absolute Hochachtung für so eine Arbeit
Und Danke für die Erkenntnis, dass die Schrauberei am Ende doch für die Katz war.
Die enorme Zeit, die diese Arbeit sicherlich gekostet hat, höre ich lieber Vinyl auf einen meiner Dual .
Zur Zeit: Peter Green, " Little Dreamer " auf meinem 704 er.
( Grado Gold Prestige )

Die liebevolle Anleitung wird sicherlich vielen bei einer (erforderlichen!) Neuverkabelung weiterhelfen.

Grüsse

Hartmut
rorenoren
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 30. Jun 2011, 13:38
Moin Olaf,

am Anfang des Berichtes habe ich noch gedacht "Hä? Was soll der Blödsinn, das schöne Gerät zu zerpflücken, nur um ein "VooDoo-Kabel" einzuziehen?"

Ich habe mich gefreut, als ich das Fazit las!
Nicht dass ich Schadenfreude empfinde, das ist es nicht, aber es hilft vielleicht Anderen, solche Experimente auszulassen.

Daumen hoch für dein ehrliches Statement!

Gruss, Jens
Pilotcutter
Administrator
#4 erstellt: 30. Jun 2011, 14:22

rorenoren schrieb:

Ich habe mich gefreut, als ich das Fazit las!
Nicht dass ich Schadenfreude empfinde, das ist es nicht, aber es hilft vielleicht Anderen, solche Experimente auszulassen.


Ich habe einige Berichte (meist auf anderen Plattformen) gelesen, die recht schwärmend von dem Cardas berichteten. Ich hab's mir extra aus England bestellt. Ich habe noch einen Satz Tonarmkabel mit Silberinnenleiter, den hatte ich - wenn der obige Test besser ausgefallen wäre - für meinen anderen TD-160 MkII vorgesehen.

Fakt ist und wenn nichts defekt ist, verkabel ich die Thorens nicht wieder. Das Problem bei den Geräten ist ja, dass die guten Thorens TP-16 Arme immer Kupplungen irgendwo haben. Eben wegen der Headshellverschraubungen von unten, muss das Rohr ja irgendwo abnhembar sein. Und diese Kupplungen muss man bei Neuverkabelung zerstören. Und das ist die Sache nicht wert. Die ganze Aktion lag unter 20 Euro und war somit kein finanzieller Klimmzug.

Bei durchgehenden Rohren ist das eigentlich kein Problem, so wie bei dem späten

TP-16Mk4


Bildquelle: thorens-info.de

Der hat ein festes Rohr und offene Langlöcher. Da geht das ohne Probleme und in kürzester Zeit. Da würde ich sogar nichteinmal die Vertikallager öffnen, sondern die neuen Kabel vorne an die alten anlöten und von unten einmal ordentlich ziehen

Dieser Thread möge Anleitung und Warnung zugleich sein. Letztendlich muss es jeder selber wissen. Manchmal - und bei mir war eine große Portion davon vorhanden - ist es einfach die Lust an der Bastelei und man ist dann wieder etwas mehr auf Du und Du mit seinem Dreher.
wastelqastel
Inventar
#5 erstellt: 30. Jun 2011, 15:58
Ist das Cardas steifer wie die Originalverkabelung?
Hatte mal selbiges da war es so und der Arm war etwas schwergängiger
Grüße Peter
PS: Toller ausführlicher Bericht mit nüchternem Fazit
Fhtagn!
Inventar
#6 erstellt: 30. Jun 2011, 16:11
Poste diesen Bericht doch mal im Analog-Forum. Ich wäre äußerst gespannt auf die Reaktionen dort .

Gruß
Haakon
Frank_13
Stammgast
#7 erstellt: 30. Jun 2011, 20:59

Fhtagn! schrieb:
Poste diesen Bericht doch mal im Analog-Forum. Ich wäre äußerst gespannt auf die Reaktionen dort .

Gruß
Haakon

Nein, mach das nicht.
Die werden dich dort zerreißen. Tu Dir das nicht an.
Toller bericht, toll gestylt.
Allgemein wird immer gesagt das solange das Kabel nicht defekt ist sollte man es drinn lassen. Du hast es bestätigt.
Archibald
Inventar
#8 erstellt: 01. Jul 2011, 04:47
Hallo Olaf,

auch von mir ein Dankeschön für den detaillierten Bericht.

Gruß Archibald
majordiesel
Stammgast
#9 erstellt: 01. Jul 2011, 06:52
Toller Bericht, meinen Glückwunsch!
Allerdings hier eine allgemeingültige Aussage zu treffen, halte ich für zumindest fragwürdig. Zum einen da so viele Faktoren mit einbezogen werden sollten, die hier nicht aufgeführt werden (Phonopre, Boxen, verschiedene Musik, Raumakustik usw.)und zum anderen, dass es genug Leute gibt, die andere Erfahrungen gemacht haben, mich eingeschlossen.
Also bevor ihr "Eureka!!" schreit, lieber genauer gucken ;)!!
Gruß
Markus
Archibald
Inventar
#10 erstellt: 01. Jul 2011, 10:22
Hallo Markus,

wenn ich das richtig gelesen habe, dann hat Olaf für sich weitere Basteleien ausgeschlossen. Er hat von seiner Meinung nach nicht erforderlichen Tuningmaßnahmen bei Kabeln gesprochen, das erhebt für mich ganz klar nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit und ist seine persönliche Meinung. Wenn er sagt :

Das beste Tuning für Plattenspieler ist immer noch die Investition in ein geiles System.

so kann man sich über die Ausdrucksweise streiten, dass diese Aussage richtig ist, ist, so wie ich das sehe, hier im Forum anerkannte Sicht. Des weiteren wurde der Plattenspieler nach dem Umbau an derselben Anlage betrieben, so dass die Aussagen unter Berücksichtigung des akustischen Gedächtnisses und seiner Schwächen vergleichbar sind.

Wie dem auch sei, meiner Meinung nach haben die Thorens-Leute seinerzeit (Thorens vor der Insolvenz !) ihre Laufwerke sicherlich mit dem nötigen Fachwissen gebaut. Die Annahme, dass man einen Thorens dieser Zeit mit einem Pfennigs-Artikel (korrekterweise heute Cent-Artikel) wie dem Kabel verbessern kann, halte ich für irrig. Klanglich verändern geht ohne Frage, aber verbessern ? Gib einem Thorens ein passendes System (bei mir sind es Zeitgenossen) und er spielt einfach nur phantastisch.

Gruß Archibald

PS.: Hierbei handelt es sich um meine ganz persönliche Meinung, ohne jeden Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Von mir aus kann jeder mit seinem/n Plattenspieler/n Spaß und Freude auf seine ganz persönliche Weise haben, sei es beim Basteln, Tunen oder ... Ich habe Spaß beim Hören meiner LPs - und das genügt mir.


[Beitrag von Archibald am 01. Jul 2011, 10:27 bearbeitet]
majordiesel
Stammgast
#11 erstellt: 01. Jul 2011, 10:57
Hallo Archibald!
Wie du an meinem ersten Satz liest, habe ich Olaf zu seinem Bericht gratuliert. Der Bericht hat Hand und Fuß, ist aufschlussreich geschrieben.
Mir geht es eher um die folgenden Posts, die aus seinem Bericht eine allgemeingültige Aussage machen. Das halte ich für kurzsichtig,allein schon dadurch, dass es mindestens einen gibt, der eine andere Erfahrung gemacht hat. Nämlich ich! Ich werde aber einen Teufel tun und Olafs Bericht diskreditieren, nur weil ich eine andere Erfahrung gemacht habe. Vielleicht würde Olaf, und das meine ich mit den von mir angesprochenen Faktoren, unter anderen Voraussetzungen eine andere Erfahrung machen. Vielleicht auch nicht so ist das Leben. Aber seinen Bericht zu einem Gesetz zu machen, fände ich schade für jeden Experimentierfreudigen
Gruß
Markus
Pilotcutter
Administrator
#12 erstellt: 01. Jul 2011, 12:09

wastelqastel schrieb:
Ist das Cardas steifer wie die Originalverkabelung?


Die Originalverkabelung sind ja 2 Zwillingsleitungen ()Abb. 4+5). Innerhalb der Signalleiterlitzen läuft nochmal eine isolierte Masselitze. Somit hat man da nur 3 Kabel (siehe Abb. 4) die im Tonarmlager "mitdrehen".

Das Cardas ist verhältnismäßig steif und es ist ja auch geflochten, worin ich auch keinen besonderen Vorteil im Armlager sehe. Den Kabelbogen, den man in Abb. 12 sieht, war so nicht in Ordnung, der Tonarm zog in der Waage etwas nach aussen, also der Kabelbogens mit seiner Spannung wollte sich öffnen. Der Bogen sollte imho nicht so ausladend sein. Ein kleine Wölbung im Kabel und dann runter in die Armbasis sollte reichen. Obwohl sich die Spannung auch legen kann, wenn die Kupferlitze im Bogen die Form angenommen hat und die Spannung gewichen ist.

Es gibt vom Material her auf alle Fälle geschmeidigere Kabel. In Abb. 6 habe ich (weil das Cardas noch nicht geliefert war) ein anderes Tonarmkabel zur Vorbereitung gehabt. Das habe ich vor Jahren mal in der Bucht gekauft für 12 Euro/50cm. Das hat (nebst Silberleiter) eine Art Teflon Isolierung und ist wesentlich geschmeidiger und weicher.

majordiesel schrieb:
Zum einen da so viele Faktoren mit einbezogen werden sollten, die hier nicht aufgeführt werden (Phonopre, Boxen, verschiedene Musik, Raumakustik usw.)und zum anderen, dass es genug Leute gibt, die andere Erfahrungen gemacht haben, mich eingeschlossen.


Es ist ausnahmslos das gleiche Umfeld. Auf 5mm der gleiche Standort und Details siehe Profil.

Archibald schrieb:
wenn ich das richtig gelesen habe, dann hat Olaf für sich weitere Basteleien ausgeschlossen.


Richtig. Zumindest weiß ich jetzt, dass es nicht Not tut. Ich würde es wohl wieder machen, aber nicht bei den einschlägigen Thorens mit den Tonarmkupplungen. Nur bei ganzen Tonarmrohren würde ich's wieder tun.



dass es mindestens einen gibt, der eine andere Erfahrung gemacht hat. Nämlich ich!


Ich hatte vorher schon mal dran gedacht, eine Digitalisierung von 2-3 Platten zu erstellen und nach Umbau die gleichen Platten noch'mal digitalisieren. Aber soweit ging mir das Interesse dann auch nicht.

Also, ich habe keinen Unterschied vernommen. Wenn einer stattgefunden hat, dann ausserhalb meiner Wahrnehmung, oder so gering, dass ich ihn nicht mehr als Unterschied wahrgenommen habe. Gleichwohl lese ich gerne andere Erfahrungen und es besteht auch kein Anlass irgendeine Erfahrung in Frage zustellen.


Archibald schrieb:
das erhebt für mich ganz klar nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit und ist seine persönliche Meinung. Wenn er sagt :

Das beste Tuning für Plattenspieler ist immer noch die Investition in ein geiles System.

so kann man sich über die Ausdrucksweise streiten, dass diese Aussage richtig ist, ist, so wie ich das sehe, hier im Forum anerkannte Sicht.


Ich habe so d'rauf losgeschrieben. Unkonventionell und unpolitisch


[Beitrag von Pilotcutter am 01. Jul 2011, 13:09 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 01. Jul 2011, 13:31
Moin,

da beim Plattenspieler je nach System die Kapazität eine Menge ausmachen kann, wird nicht jeder Umbau folgenlos bleiben.
Bei MC Systemen spielt die Kapazität alerdings keine grosse Rolle, so dass hier nur evtl. vorhandene Induktivitäten und Übergangswiderstände eine Rolle spielen könnten.

Die Parameter von Kabeln sind messbar und daher kein Geheimnis.

Ein steifes Kabel hat m.E. in einem Tonarmgelenk/Lager nichts zu suchen.
Da gibt sich der Hersteller die grösste Mühe, den Tonarm so leichtgängig wie möglich zu machen und ein Kabel versaut alles wieder.

Ich habe mal bei meinem Braunpolen mit seinem serienmässigen Tonarmkabel (Unitra) und. ca. 80cm RG58U Anschlusskabeldie Kapazität gemessen:
insgesamt 80pF.
(plusminus einige Prozent, da Messgerät ungenau)

Ein neues Kabel würde den Wert wohl kaum noch verringern.
(zu wenig lässt sich im Phonopre ausgleichen, zu viel nicht so einfach)

Beim Thorens (wie auch bei Lenco L75/L78) werden abgeschirmte Tonarmkabel verwendet.
Deren Kapazität kenne ich nicht, würde sie aber höher einschätzen, als die von Einzeladern.
Inwieweit das hörbar wird, hängt von vielen Dingen ab.
(Anschlusskabel, System, Eingangskapazität des VV, Geschmack usw.)

Beim Plattenspieler kann also ein Kabel durchaus Veränderungen bringen.
Es ist nur die Frage, ob nicht durch andere Massnahmen der selbe Effekt erzielt werden kann, ohne den Plattenspieler zerlegen zu müssen.
Das Einstellen der Tonarmlager, bzw. schon das Zerlegen derselben, ist nicht ohne Risiko.

Ein Umbau an einem mechanisch recht anspruchslosen Phonopre dürfte für die meisten Bastler die löten können, einfacher sein.
Parallelbuchsen zu den Eingängen wären eine Möglichkeit.
Einfach die feste Kapazität im Pre entfernen, bzw. durch die kleinste benötigte ersetzen (z.B. 33pF) und den Eingangswiderstand auf den höchsten benötigten Wert (z.B. 330kOhm).

Damit lassen sich dann alle weiteren Werte durch entsprechend bestückte Parallelstecker einstellen.

Wenn natürlich das Kabel am Plattenspieler schon 500pF hat, hilft das alles nichts.
(wobei der Anteil des Tonarmkabels gering sein dürfte)
Da ist ein Austausch, zumindest des Anschlusskabels ratsam.
(ausser das System benötigt über 500pF Abschluss, bzw. ein MC wird verwendet)
Aber üblich dürften wohl ca. 150-200pF sein, womit dann noch Raum für eine optimale Anpassung bleibt.

Ich denke, dass das Kabel innerhalb des Tonarms relativ wenig zu Gesamtkapazität beiträgt.
Daher würde ich dessen Austausch durchaus allgemein als unnötig erachten.
Ausnahmen gibt es bestimmt, die bestätigen aber lediglich die Regel.
Das ist und bleibt natürlich nur meine Meinung, nichts anderes.

Das System oder eine einstellbare Anpassung des Systems an den VV sind m.E. sehr viel wichtiger für das Klangergebnis.

Gruss, Jens
Hörbert
Moderator
#14 erstellt: 01. Jul 2011, 13:33
Hallo!

@Pilotcutter

Meine eigenen Erfahrungen mit Tonarmneuverdrahtungen decken sich mit deinen. Zwei meiner Freunde die das gleiche Prozedre ohne Not vorgenommen hatten ging es wie dir, -es gab vorher zu hinterher keinen verifiezierbaren Unterschied-. Verglichen wurde hier in einem Fall mit einem nochvorhandenen Tonarm mit Originalverdrahtung (Technics SL-1210 MKII) da das Plattenspielermodell zweimal vorhanden war und eimnmal mit vorher-nachher gemachten Aufnahmen auf einem DAT-Tape.

Ich selbst gehe diese Arbeit auch nur sehr ungern und nie ohne driftigen Grund an, in der Regel sind die heute noch erhältlichen Ersatzkabel entweder zu teuer oder von der Flexibilität her nicht so gut geignet wie die alten Tonarminnenkabel, .-kein Wunder, für diesen Zweck wird wohl gar kein Kabel mehr speziell hergestellt-.

MFG Günther
Pilotcutter
Administrator
#15 erstellt: 01. Jul 2011, 14:28

rorenoren schrieb:
Bei MC Systemen spielt die Kapazität alerdings keine grosse Rolle, so dass hier nur evtl. vorhandene Induktivitäten und Übergangswiderstände eine Rolle spielen könnten.
[...]
Ich denke, dass das Kabel innerhalb des Tonarms relativ wenig zu Gesamtkapazität beiträgt.
Daher würde ich dessen Austausch durchaus allgemein als unnötig erachten.


Das könnten natürlich die beiden Faktorern sein, die bei mir zu keiner Klangveränderung führten: Ich fahre an dem TD-160 ein MC System und ich hatte die eigentlichen Phonokabel ex Lötbrücke im Dreher bis Pre schon vorher 'mal erneuert mit dem gleichen NF Kabel von 59pF/m.

D.h. es wurden letztendlich nur die 40 cm im Tonarm verändert - und wenn sie nur innerhalb der Kapazität verändert wurden, wurde es - wegen MC - nicht wahrnehmbar.

Ich habe noch den TD-160 MK2 mit dem 7,5 gr Arm. Daran spielt ein OMB-40, was mir recht spitz im Hochton scheint. An diesem Dreher sind alle Kabel im OEM Zustand und das Phonokabel ist werksseitig exakt 2 m lang. Das nervt mich ohnehin etwas: Ich habe noch 1 m von dem o.g. NF-1 Kabel und noch "gute" Cinchstecker. Ich werde das in den nächsten Tagen mal wechseln und entsprechend hier berichten.

Danke übrigens für Eure Statements und alle elektrotechnischen Erklärungen - von denen habe ich nämlich wenig Checkung (kfm. Ang.)

Gruß. Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 01. Jul 2011, 14:38 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 01. Jul 2011, 14:51
Moin,

da sich die Kapazität der Kabel problemlos messen lässt, könnte man dies vor dem Basteln einfach mal tun.
Es gibt recht billige Messgeräte mit Kapazitätsmessbereich.
(ca. ab 25 Euro + Vers. bei Reichelt http://www.reichelt....f258b46b1b57704cc710 )
Das kann viel Geld und Arbeit sparen helfen.

Spitze Höhen beim OM40 habe ich schon mal irgendwo gelesen.
Ist evtl. normal.
(mit niedriger Kapazität oder niedrigem Abschlusswiderstand vielleicht bezwingbar?)

Es ist so, dass die Kapazität bei höherem Eingangs/Abschlusswiderstand grössere Auswirkungen hat, als bei niedrigerem.
(bedämpfter Schwingkreis)
Man kann also mit beiden Werten solange herumspielen, bis es akustisch am besten gefällt.
(wobei jede Platte wieder anders klingen kann)

Bei extrem dumpfen Platten stelle ich z.B. bei meinem Shure V15III ca. 400pF und 1MOhm ein.
Bei normalen Platten klingt das dann extrem spitz.
Je weiter ich den Widerstand verringere, desto geringer aber breitbandiger wird die Anhebung im Hoch-Mittelton.
Bei 47kOhm tut sich recht wenig, wenn ich die Kapazität verändere.
(kann zw. "0"pF(nur Kabel) und 470pF (plus Kabel) umschalten)
Da lässt sich trotz grober Stufung viel erreichen.


Gruss, Jens
akem
Inventar
#17 erstellt: 01. Jul 2011, 17:13
Die Eigenschaft des Cardas-Kabels, verdrillt zu sein, hat übrigens sehr wohl einen handfesten Vorteil: Verdrillen schirmt gut gegen Magnetfelder ab (und die hat man ja im Plattenspieler durchaus: Motor, ggf Trafo, auch Streufelder von Verstärkern). Koaxkabel sind besser bei Elektrischen Feldern, die aber im Haushalt eher die Ausnahme sind.
Dem Nachteil der geringeren Flexibilität steht also durchaus ein Vorteil gegenüber... Wobei das aber wiederum bei MC-Systemen auch eine Nebenrolle spielt, da MCs sehr niederohmig und -induktiv sind (und der Abschluß ist auch noch niederohmig), so daß Brummeinstereuungen dadurch eh schon sehr gut bedämpft werden. Bei Verwendung von MI- und vor allem MM-Systemen ist dieser Vorteil aber gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Gruß
Andreas
Wuhduh
Inventar
#18 erstellt: 01. Jul 2011, 18:46
Nabend !

An Anfang Silberlot + Cardas ... am Ende Oehlbach NF1.

AHA

Erinnert mich an E-Klasse mit Billigst-Reinforced-Puschen.

Ein absurder Gedankengang !

Nun .... Ja,
Erik
wastelqastel
Inventar
#19 erstellt: 01. Jul 2011, 18:49
Was hindert jemanden ein flexibleres Kabel zu verdrillen
Wie ich oben schon schrieb war meines von Cardas zusteif
Grüße Peter
akem
Inventar
#20 erstellt: 02. Jul 2011, 16:40
Naja, wenn man ein flexibles Kabel verdrillt, ist es auch nicht mehr so flexibel

Gruß
Andreas
wastelqastel
Inventar
#21 erstellt: 02. Jul 2011, 17:22
An der Übergangsstelle kann man es ja lassen
Grüße Peter
Hörbert
Moderator
#22 erstellt: 02. Jul 2011, 19:33
Hallo!

@Wuhduh


An Anfang Silberlot + Cardas ... am Ende Oehlbach NF1


Was bitteschön ist an dem NF-1 auszusetzen?

Für den gewähltn Nutzungsbereich sind die Daten des Kabels ausgezeichnet.

Daten NF-1:

Technische Daten:
-Innenleiter 7x0,13 mm
-Abschirmung 56x0,13 mm
-Leitungswiderstand 0,19 ohm/m bei 20° C
-Kapazität ca. 59 pf / m
-Induktivität ca. 0,45 µH/m
-Aussendurchmesser 5,5 mm

So, und jezt sag uns doch einmal wo hier der technische Pferdefuß versteckt ist.

MFG Günther
Fhtagn!
Inventar
#23 erstellt: 03. Jul 2011, 07:59
Es ist Preisgünstig.

Dem HighEnder ist nichts mehr zuwider.
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