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Wie sieht korrektes Anti-Skating beim Technics SL 1210 MKII aus?

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King_Geedorah
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 21. Nov 2011, 21:09
Hallo Ihr,

ich wende mich an Euch, da ich im Netz (sowohl bei z.B. YouTube als auch hier) leider überhaupt nicht fündig wurde.

Der Sachverhalt ist folgender:
Habe heute für ~300,- € einen gebrauchten 1210er erstanden (ein schon relativ lang gehegter Wunsch von mir) und wollte mich natürlich gleich daran machen, den Tonarm erstmal einigermaßen zu justieren, da man ja nie wissen kann. Also erstmal den Auflagedruck ausgewählt (2 g bei einem Ortofon Concorde Pro S-System; ich bin da noch ein totaler Neuling und will mir nicht schon gleich meine neuen Platten ruinieren) und dann ab ans Anti-Skating. Doch hier kriege ich es - selbst, wenn der Arm frei in der Luft schwebt, usw. - nicht hin, dass der Arm, egal welchen AS-Wert ich einstelle, Richtung Plattenmitte still in der Luft "schweben bleibt". Unabhängig davon, welchen AS-Wert ich einstelle, scheint der Arm die Tendenz zu haben, weg von der Plattenmitte zu wollen; dies allerdings erst ab dem innersten 1/4 einer Platte. Dadurch wird es auch zur Fummelarbeit, die Nadel mittels "Hebebühne" beim letzten Lied ansetzen zu wollen.

Und nun meine Frage: Ist das alles normal? Weiter außen bleibt der Arm nämlich ziemlich ruhig in der Luft schweben. Würde mir ungern Nadel und Platte(n) beschädigen. Bin doch nur ein armer Auszubildender.

Und habt ihr ansonsten noch Tipps zu Antiskating-Werten und/oder Auflagegewicht für mein System? Bin da irgendwie nicht fündig geworden.


Hoffe, ihr könnt mir helfen. Ein neues System hatte ich finanziell nämlich nicht eingeplant.
Burkie
Inventar
#2 erstellt: 21. Nov 2011, 21:22
Hallo,

wenn AS (Antiskating) nicht auf Null steht, dreht der Arm immer nach aussen.

Du musst als erstes den Plattenspieler ins Wasser bringen, mit kleiner Wasserwaage oder Libelle, damit er waagerecht steht.

Als nächstes stellt man AS auf Null ein, und balanciert den Tonarm aus. Dazu muss der Tonabnehmer montiert sein, aber die Schutzkappe muss abgezogen sein.
Dazu das Gegengewicht hin- und herdrehen, bis der Tonarm waagerecht schwebt.

Nun die Skala am Gewicht auf Null drehen (Gewicht festhalten; nicht mehr verdrehen).

Dann das Gewicht mitsamt der Skala soweit verdrehen, bis es an der Skala die Auflagekraft anzeigt (also 2).

Nun AS auf gleichen Wert wie Auflagekraft (bei Dir, 2) stellen.

Damit ist die Grundeinstellung geschafft.

Beim Absetzen des Tonarms drückt er ja wegen der Auflagekraft von 2 Gramm auf den Tonarmlift, und kann dadurch nicht verrutschen.

Soweit verständlich?

MfG

P.S.: Es gibt hier auch noch einen 1210er-Stammtisch-Thread.


[Beitrag von Burkie am 21. Nov 2011, 21:27 bearbeitet]
King_Geedorah
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 21. Nov 2011, 21:38
Erst einmal danke für die schnelle Antwort. Finde es toll, wie hilfsbereit hier mit absoluten Neulingen umgegangen wird!

Soweit ist das verständlich, ja. Das mit der Wasserwaage hatte ich tatsächlich noch nicht überprüft. Muss ich bei Gelegenheit dann auch bald mal ausprobieren (leider kriege ich den Plattenspieler aber erst wieder am 24.12. zu Gesicht :D).

Habe ich Dich richtig verstanden: Es ist ganz normal, dass der Tonarm bei einem AS-Wert von - sagen wir mal - 2 bei freiem Schweben etwas nach außen driftet (insbesondere im innereren Bereich der Platte)? Und das nutzt einen der beiden Kanäle der Platte oder die Nadel während des Spielens auch nicht zu sehr ab (kenne mich ja überhaupt nicht aus)? Wäre nämlich schon darauf erpicht, möglichst lange Spaß an Platten und Nadel zu haben, ohne Veschleiß in Kauf nehmen zu müssen.
Burkie
Inventar
#4 erstellt: 21. Nov 2011, 21:44
Hallo,

wenn alles richtig eingestellt ist, ist es so:

AS auf Null gedreht, der Tonarm schwebt ausbalanciert, und steht fest und waagerecht in der Luft (Auflagekraft ist auch Null, sonst schwebt er nicht).

Nun dreht man AS langsam rein: Der Tonarm bewegt sich nach aussen.

So. Auflagekraft richtig eingestellt. Der Tonarm schwebt nun nicht mehr, sondern liegt immer entweder auf dem Tonarmlift auf oder auf der Platte.

Durch Reibung der Nadel in der Rille entsteht eine Kraft Richtung Platteninneres.
Die Antiskating-Einrichtung erzeugt eine (näherungsweise) gleichgroße Kraft Richtung Plattenäusseres, sodass insgesamt etwa Null übrigbleibt.

Somit werden beide Rillenflanken mit der gleichen Kraft belastet, wie es sein soll.

MfG
King_Geedorah
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 22. Nov 2011, 09:26
Okay, so weit, so gut.

Nur ist es bei mir so, dass sich der TA auch schon bei einem AS-Wert von 0 - allerdings nur, wenn ich ihn zur Plattenmitte bewege und dann loslasse (schwebend natürlich) - wieder nach außen bewegen möchte. Oder ist das tatsächlich alles normal? Weiß ja leider nicht, wie es aussehen soll/kann. Vielleicht liegt's aber auch einfach nur daran, dass der Spieler noch nicht 100% gerade steht, wobei ich mir das irgendwie nicht vorstellen kann.

Lohnt sich eigentlich der Kauf einer Testplatte? Und wo würde ich die am günstigsten bekommen?


Liebe Grüße und einen guten Morgen
lunatic303
Stammgast
#6 erstellt: 22. Nov 2011, 11:19
Hi,

also mir hat eine Testplatte anfangs sehr geholfen, einfach weil man ob der Fülle an zu beachtenden Parametern als Anfänger die eigenen Beobachtungen dadurch gut bestätigen oder widerlegen kann. So konnte ich mir recht schnell genügend Erfahrung aufbauen, um mittlerweile auf die Testplatte weitgehend verzichten zu können.

Noch was zur Auflagekraft des Pro S: Die empfohlene AK dafür liegt bei 3-5g. Du solltest also mindestens 3g einstellen, besser 4. Bei zu geringer AK kann die Nadel den Platten Schaden zufügen. Es ist immer besser, sich am oberen Ende der empfohlenen AK zu orientieren - man kann dann immer noch langsam zurückgehen und, z. B. per Tetstschallplatte, prüfen, ob die Abtastung verzerrungsfrei bleibt.

Grüße,

Patrick
juergen1
Inventar
#7 erstellt: 22. Nov 2011, 11:54

King_Geedorah schrieb:

Nur ist es bei mir so, dass sich der TA auch schon bei einem AS-Wert von 0 - allerdings nur, wenn ich ihn zur Plattenmitte bewege und dann loslasse (schwebend natürlich) - wieder nach außen bewegen möchte. Oder ist das tatsächlich alles normal?

Hallo,
nur rein theoretisch müßte er in Ruhe bleiben. Praktisch haut er aber immer in eine Richtung ab, wenn die Lager leichtgängig genug sind. Die Tonarmachse steht ja nie absolut genau senkrecht.

Beim Einstellen des AS über Testplatte bitte beachten, daß die hierbei ermittelte Einstellung für reale Musikplatten in aller Regel zu hoch ist.

Gruß
Jürgen
GandRalf
Inventar
#8 erstellt: 22. Nov 2011, 16:05
Es kommt drauf an, welches Testband man zum Einstellen verwendet!

juergen1
Inventar
#9 erstellt: 22. Nov 2011, 17:30

GandRalf schrieb:
Es kommt drauf an, welches Testband man zum Einstellen verwendet! ;)

Stimmt.
In der Regel sind das wohl 315 Hertz.
kinodehemm
Inventar
#10 erstellt: 22. Nov 2011, 17:48
Moin


lunatic303 schrieb:
Hi,

Du solltest also mindestens 3g einstellen, besser 4. Bei zu geringer AK kann die Nadel den Platten Schaden zufügen. Es ist immer besser, sich am oberen Ende der empfohlenen AK zu orientieren -

Grüße,

Patrick


gerade bei sphärischen Nadeln (Wie dem ProS) bleibt bei mir das AS in der Regel auf 0 stehen.
Ich hab schon ein paar lädierte Rundnadeln gesehen- alle hatten zuviel AS, keine hatte die Abspielung auf der Nadelinnenflanke.

Gerade bei SPU-Fans ist dieses Thema nicht unumstritten.

Einige recht namhafte Tonarme haben nichtmal eine AS-Vorrichtung- daher ist mein Motto bei runden Nadeln- eher
'Zurückhaltung.'

Wenn ich mess-oder hörtechnisch keinen klaren Vorteil mit AS bemerke, bleibts auf 0.


[Beitrag von kinodehemm am 22. Nov 2011, 17:49 bearbeitet]
King_Geedorah
Schaut ab und zu mal vorbei
#11 erstellt: 22. Nov 2011, 19:24
Mit anderen Worten: Lieber zu wenig AS (würde jetzt dann zu 1,0-1,5 tendieren) als zu viel? Und das schadet der Platte und Nadel auch nicht (insbesondere mit meinem System)? Beim Auflagegewicht fange ich jetzt für den Anfang erstmal bei 3 g an; danach wird ggf. ein wenig experimentiert.

Gut, naja, dann fällt mir jetzt erstmal ein ordentlicher Stein vom Herzen, dass anscheinend doch alles in Ordnung ist. Danke!
lunatic303
Stammgast
#12 erstellt: 22. Nov 2011, 19:31

kinodehemm schrieb:
..gerade bei sphärischen Nadeln (Wie dem ProS) bleibt bei mir das AS in der Regel auf 0 stehen..


Wohl richtig, ich meinte aber die Auflagekraft
kinodehemm
Inventar
#13 erstellt: 22. Nov 2011, 19:38
Moin


lunatic303 schrieb:


Wohl richtig, ich meinte aber die Auflagekraft :prost


..meine Augen sind alt und grau

AS,AK,AV - das macht mich kirre...
juergen1
Inventar
#14 erstellt: 22. Nov 2011, 20:05

King_Geedorah schrieb:
Mit anderen Worten: Lieber zu wenig AS (würde jetzt dann zu 1,0-1,5 tendieren) als zu viel?

Zuviel AS schadet genauso wie zuwenig. Einmal wird die äußere Flanke überbeansprucht, einmal die innere.
Korrekt ist die Einstellung, wenn die Nadel ganz neutral in der Rille steht. Also wenn Skating- und Antiskatingkraft sich genau ausgleichen.
Je runder die Nadel, desto geringer die Reibungskraft, je weniger Reibung, desto weniger Skatingkraft und infolgedessen auch weniger AS als Ausgleich.

Ganz auf Null würd ich nie stellen, da bei jeder Nadel Skatingkraft auftritt, die kompensiert werden sollte.

Für die otimale Einstellung kommt man nicht drumrum, sich Musikplatten mit kritischen Passagen (laute Frauenstimen) anzuhören.

Bei einseitigen Verzerrungen vorwiegend auf dem rechten Kanal: AS erhöhen..und umgekehrt.

Daß man niemals eine perfekte Einstellung für alle Plattenradien und alle Rillenmodulationen hinbekommen kann, ist ein anderes Thema. Man kann nur einen möglichst guten Kompromiß finden.
Gruß
Jürgen
subraumverzerrung
Schaut ab und zu mal vorbei
#15 erstellt: 29. Jan 2016, 18:56
Hallo Analogfreunde!

Ich saß letztens mit ein paar Freunden zusammen und es tauchte eine Frage zum Anti-Skating auf, die wir auch nach einigem Googeln nicht zufriedenstellend beantworten konnten. Und weil mein Physikunterricht zu lange her ist, stelle ich hier nun die Zuschauerfrage:

Bei der normalen Schallplatte bewegt sich der Tonarm von Außen nach Innen und nur bei einer bestimmten Anti-Skating Einstellung drückt die Nadel gleichmäßig auf beide Flanken der Rille. So weit so gut.

Nun gibt es aber (Sonder-) Schallplatten, deren Rillen von Innen nach Außen laufen und somit auch der Tonarm.

Die Frage ist nun, benötige ich für die Sonderschallplatte von Innen nach Außen eine andere Einstellung, als bei der normalen Platte von Außen nach Innen?

Ich habe leider keinen Plattenspieler, habe also keine Erfahrungen damit und kann es auch nicht im Versuch klären.

Was meint ihr, auch wenn es in der Praxis vernachlässigbar ist, gibt es einen theoretischen Unterschied?

Gruß, Thorsten
akem
Inventar
#16 erstellt: 29. Jan 2016, 19:58
Das ist genauso. Einen Unterschied gäbe es nur, wenn der Teller in die andere Richtung laufen würde.

Gruß
Andreas
juergen1
Inventar
#17 erstellt: 29. Jan 2016, 21:45
Stimmt Es macht keinen Unterschied.


[Beitrag von juergen1 am 29. Jan 2016, 21:47 bearbeitet]
subraumverzerrung
Schaut ab und zu mal vorbei
#18 erstellt: 29. Jan 2016, 21:56
Aah ok, Dank Euch für die schnellen Antworten.
Gruß, Thorsten
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