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DENON DL-304 tanzt aus der Rille

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Pilotcutter
Administrator
#1 erstellt: 14. Feb 2012, 10:54
Guten Tag zusammen,

ich fahre seit einigen Wochen ein Denon DL-304 und habe mit dem System einen absoluten persönlichen Treffer gelandet.
Absolute, nie gehörte Sahne. Ein richtiger kleiner Schönfärber, das System mit einer genialen förmlich auseinandergezogenen Bühne und einer sehr filigranen Auflösung. Dennoch genügend Tiefton, der auch sehr sauber und überhaupt nicht überlagert ist, wenn es mit 1kOhm und mind 60 dB Verstärkung betrieben wird. Nach mehrwöchigen Hörproben und Wechselintervallen habe ich diesen Preis/Lestungskracher nun in Ohr und Herz geschlossen.

Genug des Lobes, denn das System tanzt zuweilen etwas aus der Rille!

Erst dachte ich, die Platte hat einen Defekt, hat sie aber nicht, denn bei Wiederholungen springt sie auch nicht unbedingt an der gleichen Stelle. Die Nadel bleibt auch nicht an der Stelle endlos hängen, sie springt dort 2-3 mal und dann läuft sie wieder weiter.

Zweiter Gedanke war natürlich, das System passt nicht zum Arm und schießt über den empfehlenswerten Range der Tonarmfrequenz hinaus. Das System hat 7 Gramm Eigengewicht und eine Compliance von 14 µm/mN. Das ist auch nichts aussergewöhnliches und ich hatte auch schon ähnlich gelagerte Systeme an meinem Arm - bei dem ich allerdings die effektiv bewegte Masse nicht kenne. Es ist wohl der Clearaudio Satisfy und Clearaudio hüllt sich bezüglich dieser Werte (auch bei ihren Systemen) in Schweigen. Ich habe das System auch einige Runden mit zusätzlichem Headshell-Gewichtsplättchen laufen lassen, was aber auch nichts an der Sache änderte.

Ein gute Grund für die Zickerei scheint mir, dass das System mit nur 12 mN Auflagekraft gefahren und deshalb nicht ganz so sattelfest durch die Rille reitet, wie vergleichsweise andere Systeme mit mehr AK.

Wie 'mal jemand sagte, ist das System wirkliche eine Diva und will peinlichst genau behandelt werden. Nebst der üblichen Justierungen müssen auch beide Winkel in Ordnung sein, der sog. VTA und SRA (System im Headshell absolut waage über der Platte und Verlauf des Tonarms zum Drehpunkt absolut waage über der Platte).

An der allgemeinen Compliance und Tonarmverhalten kann es so gesehen auch nicht liegen, weil ich zB gestern eine staubige, ungewaschene und recht wellige Platte abgespielt habe und das System ist ohne Macken durchgelaufen, während die Platten wo es hakte NM waren.

Ich habe jetzt die gleichen Platten, bei denen die Sprünge vorkamen noch nicht wieder abgespielt, aber nach einigen Hörtagen ist mein neuester Eindruck - weil die Aussetzer meines Erachtens weniger werden und auch ganz ausbleiben - dass das System sich einspielen muss und es jetzt hoffentlich auf dem Weg dorthin ist, ohne Sprung und Tanz in der Rille zu bleiben.

Ich hoffe dringlichst, dass sich das Problem in den nächsten Wochen gänzlich in Luft auflöst und werde entsprechend und für die Nachwelt berichten.

Gruß. Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 14. Feb 2012, 12:04 bearbeitet]
Fhtagn!
Inventar
#2 erstellt: 14. Feb 2012, 11:52
Ich würds einfach mal auf 1,5g laufen lassen. Schadet auch nicht .
1,2 ist ja arg wenig, da lässt man ja Systeme mit 40er Comp. höher laufen.

Gruß
Haakon
juergen1
Inventar
#3 erstellt: 14. Feb 2012, 12:03
Hallo Olaf,
hast Du mal die Leichtgängigkeit des Lagers mittels Pustetest überprüft? Horizontal und Vertikal.
Ansonsten könnte es natürlich auch von zu hohem Antiskating herrühren.
Gruß
Jürgen
Pilotcutter
Administrator
#4 erstellt: 14. Feb 2012, 13:17
Ja, Danke Dir, Haakon, mit der AK habe ich auch schon überlegt etwas zu experimentieren. Zurzeit bin ich exakt bei 1,2gr.

Ich hätte von dem Problem ja nie berichtet und es meiner Unzulänglichkeit zugeschrieben, wenn ich es nicht auch im AAA gelesen hätte.

AS habe ich soweit durch, und habe es immer sehr niedrig. Es könnte natürlich sein, dass, wenn mehrere Ungenauigkeiten aufeinander treffen, Azimuth leicht nach innen daneben, AS leicht erhöht, der Arm minimal schwergängig, dann bei 12 mN die Nadel aus der Rille gezogen werden könnte.


hast Du mal die Leichtgängigkeit des Lagers mittels Pustetest überprüft? Horizontal und Vertikal.


Der Arm ist ja niegelnagelneu, von daher habe ich keine Tests gemacht, Jürgen. Der Arm hat ein ganz filigranes Spitzenlager und - oder aber - der Hersteller arbeitet da mit Fett!

Beim Lesen der BDA blieben meine Augen auch entsetzt an dem untersten Satz, der roten Warnung, hängen:

AS

Fett als Schmiermittel in solchen Lagern ist ja eigentlich ein NoGo. Bei der ersten Thorens Vertikallager Generation gab es ja auch die Spitzen, die aber auch noch im Mikrokugellager liefen (später waren es nur Spitzenlager). Da würde ja schon vor normalen Öl gewarnt, weil es ganz niedrig viskoses Öl, ein Mikrolageröl sein musste, alles andere würde zum Verkleben und zur Schwergängigkeit führen.

Also, ich meine ja, es ist schon fast verschwunden, deshalb dachte ich ja an "Einspielen", was mir aber auch nicht schlüssig vorkam.


[Beitrag von Pilotcutter am 14. Feb 2012, 13:54 bearbeitet]
Fhtagn!
Inventar
#5 erstellt: 14. Feb 2012, 14:27
Halt doch mal einen Fön an den Tonarm, hilft vielleicht dem Fett auf die Sprünge
Pilotcutter
Administrator
#6 erstellt: 14. Feb 2012, 14:51
Ja, habe ich auch schon gedacht, vielleicht ist das auch ein Sommer-Tonarm und ich sollte mir noch einen Winter-Tonarm zulegen.
Bepone
Inventar
#7 erstellt: 14. Feb 2012, 19:24
Hallo,

ich verstehe die Warnung so, dass das Fett im Tonarmlift gemeint ist (dämpfende Wirkung zum sanften Absenken).
Vielleicht kann es sonst dazu kommen, dass sich die Liftbank nicht mehr ordnungsgemäß absenkt und der Tonarm "aufsitzt" und dadurch hängenbleibt.

Solltest du sowieso mal überprüfen, ob der Tonarm beim Spielen genügend Abstand zum Lift hat.


Gruß
Benjamin
Albus
Inventar
#8 erstellt: 14. Feb 2012, 20:23
Tag,

mit dem ursprünglich montierten TA (ein Clearaudio...?) gab es doch keine Probleme. - Neben den erwähnten Gesichtspunkten könnte ein Temperaturproblem vorliegen. Typisch ist die Bezugstemperatur 20° C, zumindest für den Nadellager-Dämpfer (gelegentlich gar 25° C). Mancher Dämpfer ist recht temperaturempfindlich, was durch +AK beantwortet werden könnte; jedenfalls, in der BDA des 304 sollte sich dazu eine Aussage befinden. Ferner ist davon auszugehen, auch nach einem weiteren Blick in die BDA, dort auf das Diagramm der Mechanical Impedance, die Kurve unterhalb 100 Hz, möglicherweise bei 40 Hz endend, gibt einen Anhaltspunkt für die tatsächliche Nachgiebigkeit um 10 Hz (eher 28).
Nachsatz: Zu fragen vergaß ich - in welchem Radiusbereich kommt es zum Springen sowie wie steht es mit dem Pegel dort, laut im mittleren Tonhöhenregister?

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 14. Feb 2012, 21:08 bearbeitet]
Pilotcutter
Administrator
#9 erstellt: 15. Feb 2012, 09:45

Bepone schrieb:
ich verstehe die Warnung so, dass das Fett im Tonarmlift gemeint ist (dämpfende Wirkung zum sanften Absenken).
Vielleicht kann es sonst dazu kommen, dass sich die Liftbank nicht mehr ordnungsgemäß absenkt und der Tonarm "aufsitzt" und dadurch hängenbleibt.

Solltest du sowieso mal überprüfen, ob der Tonarm beim Spielen genügend Abstand zum Lift hat.


Morgen, Benjamin.

Danke Dir und ich glaube, damit ist tatsächlich der Lift gemeint, denn der ist zuweilen etwas schwergängig und senkt sich nicht komplett ab. Das ist auch ein bekanntes Problem im Hause Clearaudio. Beim Bedienen des Lifts, schmatzt es zuweilen regelrecht im Fett. Es ist auch keine große Sache, der ich aber auch schon mal mit WD40 auf die Sprünge geholfen habe. Ausserdem lasse ich den Lift bei Tonarm in Ruhestellung immer abgesenkt und erhalte auch dadurch einen geschmeidigen Hubweg. Aber recht hast Du, denn ich musste die Gummiauflage von der Liftbank nehmen, weil der Arm bei abgesenktem Lift auflag.
Ich nehme immer etwas Papier, wie einen Zeitungsabriss, und wenn man den - vielleicht gefaltet - beim Spielen noch zwischen Arm und Liftbank streichen kann ist's gut.

Man liest manchmal Dinge, wie man sie verstehen will. Aber der Satz ist dennoch etwas ungenau ausgedrückt. "Haken des Tonarms", meint dann woh, durch ein mangelndes Absenken des Lifts.

Morgen, Albus.

Ich hatte bislang 2 Systeme, Goldring Eroica und das Clearaudio Maestro (siehe Signatur) an dem Arm ohne jegliche Probleme. Die Bezugstemperatur ist in der Tat 20°C

250120121472

Laut anderen Aussagen und lt. obigem Schrieb, gibt DENON bei seinen Systemen den "Auslenkwert der Nadel" immer unter dynamischen 100 Hz Bedingugen an, während die statische Compliance bei 0 Hz um ein ca. 2,5 faches höher liegt. Bei unseren Berechnungen, die sich im 8-12 Hz Range aufhalten liegen wir wohl in der Tat um die 1,5-2,00 fach über den abgedruckten Denon Compliance Werten (wie auch in anderen Beiträgen hier von Dir, Albus, erklärt). Also liegt die uns interessierende Compliance beim DL-304 in der Tat zwischen 21-28 mm/µN. Das macht auch folgender Auszug aus einem DL-103 Test deutlich:


Eine der größten und hartnäckigsten Legenden, die das DL103 umranken: Die dynamische Compliance, die ab Werk mit 5 mm/N angegeben wird. Dabei wird seit Jahrzehnten sehr gerne übersehen, dass Denon die Compliance bei 100 Hertz angibt, wo sich das Masse-Feder-System komplett anders verhält als im kritischen Bereich um 10 Hertz. Unsere Messungen ergeben eine Compliance, die zwischen 12 und 14 liegt, womit sich das DL103 an nahezu allen mittelschweren bis schweren Armen wohlfühlt.

Quelle: hifitest.de

Die Sprünge passierten nach der Plattenhälfte und die Pegel sind immer Zimmerlautstärke.

Finally kann ich berichten, dass die Srünge gänzlich verschwunden sind! Ich habe gestern bestimmt 9 Plattenseitenseiten durchlaufen lassen und es hat keinen unerwünschten Zwischenfall gegeben.

Ich habe ja den schweren Eindruck, dass die Nadel werksseitig irgendwie etwas rutschig ist, denn eigentlich habe ich nichts verändert, der Klang hat sich imho noch weiter entfaltet und die Nadel tastet nunmehr absolut sauber ab, bei eingestellten 1,3 Gramm AK.

Danke Euch und Gruß. Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 15. Feb 2012, 09:48 bearbeitet]
Fhtagn!
Inventar
#10 erstellt: 15. Feb 2012, 17:40
Die fettgedämpften Lifte sind gar nicht schlecht. Finde ich besser als die Silikonöldinger, die alle paar Jahre zum Expresslift mutieren und neu befüllt werden müssen.
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