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DENON DL 304 Unfall - Retipping erfolgreich und lohnenswert!

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Beitrag
Pilotcutter
Administrator
#1 erstellt: 21. Mrz 2012, 08:48
Guten Morgen,

gestern nachmittag war's soweit und ich habe mein erstes Abtastsystem, bzw. dessen Nadel zerschossen.
Das System läuft erst seit ein paar Wochen bei mir und sollte eigentlich erstmal mein letztes neues System sein.

dl304

Grundsätzlich scheint das System ja nicht kaputt und die Nadel scheint ja noch an Ort und Stelle zu sitzen. Nur das Röhrchen hat jetzt halt 'ne Kurve.

Ist das möglich, das geübte Kundendiensthände, das Röhrchen wieder "geradebiegen", oder erleidet das Röchrchenmaterial oder die Aufhängung generell in solchen Fällene irreversible Schäden? Hat da jemand Erfahrungen mit verbogenen Nadelträgern?

Ich werde sogleich eine email an den Händler formulieren und auf dessen Hilfe hoffen.

Danke für Eure Anteilnahme

Gruß. Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 21. Mrz 2012, 08:50 bearbeitet]
Passat
Moderator
#2 erstellt: 21. Mrz 2012, 10:26
Das lässt sich erfahrungsgemäß nicht wieder gerade biegen.
Da muß der Nadelträger getauscht werden, was bei einem MC nicht gerade einfach ist.

IMHO ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Grüsse
Roman
bela
Inventar
#3 erstellt: 21. Mrz 2012, 11:08
Moin

Autsch!!!! € 400.- System gecrashed.
Mein Beileid.
Reparieren (geradebiegen) läßt sich sowas fast nie - vor allem nicht bei dem Winkel.

Wie Kollege Passat schon sagte: "Totalschaden"!!!
Hüb'
Inventar
#4 erstellt: 21. Mrz 2012, 11:10
Hi,

vielleicht hat der Händler einen guten Draht zum Vertrieb und man kann einen Kulanzpreis für ein Neusystem machen.
Retippen dürfte ebenfalls günstiger sein, als ein Neukauf.
MW macht z. B. vdH so etwas.

Ansonsten: mein Beileid, Olaf.

Grüße
Frank
Pilotcutter
Administrator
#5 erstellt: 21. Mrz 2012, 12:08
Danke Euch.

Ich dachte, da könnte man wohl mit einiger Technik etwas geradeziehen. Aber ich weiß auch nicht, was direkt untem am Cantilever los ist, da fängt die Biegung ja an. Echt grand merde!

Ich warte mal auf den Händler. Ich habe mittlerweile innerhalb eines Jahres meine komplette Vinylkette bei ihm gekauft.
Ich habe auch alle meine guten Systeme abverkauft und gestern abend wenigestens noch ein DN163E in meiner Kiste gefunden, das jetzt herhalten muss:

2012-03-20-163

Abwarten und Tee trinken

Hörbert
Moderator
#6 erstellt: 21. Mrz 2012, 16:11
Hallo!

Ein übles Malheur, wenn sich der Händler oder Denon nicht zugänglich zeigen kann eventuell Axel Schürholz von www.schallplattennadeln.de etwas retten. Einfach mal anmailen und die Fotos schicken.

Aber bei dem konischen Nadelträgerröhrchen sehe ich schwarz.

MFG Günther
doppelkopf0_1
Stammgast
#7 erstellt: 21. Mrz 2012, 19:30
Pilotcutter
Administrator
#8 erstellt: 21. Mrz 2012, 20:15
Danke für Eure Ratschläge, aber ich habe gerade 'mal über die Nadelträgerspitze gewischt und habe festgestellt, sie ist "leer".
Der Diamant ist verschwunden

2012-03-21-176 2012-03-21-175 2012-03-21-177

Ich habe mich innerlich vom System verabschiedet und es unter Lebenserfahrung verbucht.

Ein Gedanke kam mir aber noch: Hausratversicherung.
Besteht da bei solchen HiFi Komponenten und Eigenverschulden Hoffnung? Offizielle Rechnung habe ich.

Danke und Gruß. Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 21. Mrz 2012, 20:17 bearbeitet]
Passat
Moderator
#9 erstellt: 21. Mrz 2012, 20:26
Beileid zum Totalschaden.

Ob da die Hausratversicherung einspringt solltest du mit deinem zuständigen Versicherungsvertreter abklären.
Die Verträge sind zu unterschiedlich, eine pauschale Aussage kann man da nicht treffen.

Grüsse
Roman
boozeman1001
Inventar
#10 erstellt: 21. Mrz 2012, 21:07
Oh Mann!!! Mein Beileid, das tut richtig weh!
Ist mir bei meinem DL110 auch passiert, allerdings war der Diamant noch dran.
Und ich habs gnadenlos wieder vorsichtig gerade gebogen...

Ist sicher nicht 100% optimal, aber zum Wegschmeißen war es dann doch zu schade.
Hörbert
Moderator
#11 erstellt: 21. Mrz 2012, 21:34
Hallo!

Leider hat Denon kein Tauschservice, allerdings bietet mir mein Händler von sich aus in solch einem Fall zumindestens einige Prozente beim Neuerwerb an. Ich würde an deiner Stelle einmal sehen ob da nicht was zu machen ist, das Denon ist eigentlich ein recht feines System das bei mir vor allem bei Kammermusik und Gesang zum Einsatz kommt.

MFG Günther
aberlouer
Inventar
#12 erstellt: 21. Mrz 2012, 22:20
Ich würde es trotzdem mal beim Nadelspezialisten versuchen. Ich habe gerade ein Dynavector DV 20X dahin geschickt. Da war auch der Nadelträger verbogen und der Diamant runter.
Retipping mit Shibata kostet 130 Euro und die Arbeit von Herrn Göttmann wird normalerweise mit "Hervorragend" attributiert.

Ich denke mal, dass sich sowas auch für das Denon lohnt.


[Beitrag von aberlouer am 21. Mrz 2012, 22:20 bearbeitet]
Detektordeibel
Inventar
#13 erstellt: 22. Mrz 2012, 07:38
Besser als wegwerfen wäre das allemal.
BassTrombone
Inventar
#14 erstellt: 22. Mrz 2012, 08:12
oder in Acryl eingießen lassen und als mahnendes Beipiel und Raumschmuck an den Platz stellen, wo weitere Tonabnehmerarbeiten stattfinden sollen.......
Passat
Moderator
#15 erstellt: 22. Mrz 2012, 10:48
Deshalb klappe ich bei meinem DL-110 immer den Nadelschutz herunter, wenn gerade keine Platte gespielt wird.
Den hat das DL-304 leider nicht.

Grüsse
Roman
Pilotcutter
Administrator
#16 erstellt: 22. Mrz 2012, 12:21
Der ganze Unfall war einfach nur eine Verkettung von dämlichen Zufällen. Im grunde habe ich das auch schon vor Wochen kommen sehen...
Ich weiß nicht ob's von Interesse ist....

Der Anfang der Unglückskette ist der Tonarmlift. Der ist fettgedämpft und wenn man den ein paar Tage nicht nutzt, senkt er sich nur ganz, ganz langsam.
Dem habe ich Abhilfe geschaffen, indem ich den Lift, während der Arm in der Halterung steckt, runter habe.
Punkt 2 ist meine neue Abdeckung, die mir (zur Wahrung des WAF) genäht wurde, aus einem recht festem Vorhangstoff (ich habe halt keinen Deckel und nutze auch nie einen). Richtig toll genäht, wie ein Deckel aus Stoff. Beim Abnehmen muss man nur sehr vorsichtig sein und die Stoffhaube, gerade an der Tonarm Seite konzentriert und langsam abheben.
Vorgestern war halt dann der Tag an dem ich "unkonzentriert" die Haube abgenommen habe, die wiederum hinten am Gewicht kurz hängen blieb und somit den Tonarm aus der Halterung geholt und Richtung Teller befördert hat, wobei ....genau... die Liftbank unten war.


das Denon ist eigentlich ein recht feines System das bei mir vor allem bei Kammermusik und Gesang zum Einsatz kommt.


War mein bestes Pferd im Stall. Das war so filigran und feinauflösend und schöngefärbt und stellte so eine schöne breite und gestaffelte Bühne in den Raum, dass ich nur 10 Minuten gebraucht habe mein doppelt so teures MM aus dem Programm zu nehmen. Das System scheint etwas im Schatten seines berühmten Bruders DL-103R sein Dasein zu fristen. Phonophono, Berlin scheint es erkannt zu haben, indem sie schreiben:


Klanglich ist das DL304 ein weithin unterschätztes System, obwoh es bereits viele Jahre auf dem Markt ist. In diesem Preisbereich werden Sie schwerlich einen vergleichbar gut auflösenden Abtaster finden. Der Bassbereich ist tiefgründig, Klangfarben werden angenehm dargestellt, das Klangbild ist luftig offen mit einer minimalen Tendenz zum Schönen. Auch die Verzerrungsarmut und Raum-Abbildung sind exzellent.
Ein exzellenter Abtaster mit herausragend gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

P.S.: Allen DL103-Fans sei gesagt: das DL304 klingt ganz anders - und nach Meinung von allen PhonoPhono-Mitarbeitern ist das DL304 viel besser!


Meine o.g. Hantiererei wird entsprechend risikominimiert und mit der Versicherung werde ich die Tage noch sprechen.

Danke und Gruß. Olaf
BassTrombone
Inventar
#17 erstellt: 22. Mrz 2012, 13:18
ich glaube du solltest Dir da nicht viel von versprechen..ich kenne keine Versicherung die es abdeckt, wenn man seine eigenen privaten Sachen beschädigt.....Wäre ja sowas wie ne Hauratkasko
Pilotcutter
Administrator
#18 erstellt: 22. Mrz 2012, 13:22
Ich verspreche mir da auch überhaupt nichts von. Ist auch klar, denn dann wäre ja Polen offen.


[Beitrag von Pilotcutter am 22. Mrz 2012, 13:22 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#19 erstellt: 22. Mrz 2012, 14:07
Hallo!

Die Versicherung kannst du vergessen, hier könntest du allenfalls über eine Haftpflicht etwas erreichen falls eine andere Person involviert gewesen wäre.

Eher noch hat es Aussich mit deinem Händler zu reden und auf einen Preisnachlass beim Neuerwerb zu hoffen. Hier sehe ich noch das größte Potential.

Ähnliche ärgerliche Vorfälle sind mir auch einige im Laufe der letzten Jahre passiert, (AT OC-9 MKII, Benz Micro MC-20H, Ortofon MC-20S) wobei sich bei Benz-Micro und Ortofon dank der Tauschoption der Schaden wenigstens ein bißchen in Grenzen hielt und beim OC-9 mein Händler sich bei der Ersatzbeschaffung als recht zugänglich erwies.

MFG Günther
wolfpeter
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 22. Mrz 2012, 20:25
Mein Beileid.
Genau das ist mir mit meinem Denon DL103r auch passiert und das hat auch genau so ausgesehen!
Ich habe vor Jahrzehnten mal ein System ruiniert weil ich hängen geblieben bin und sonst niemals und ich habe bei anderen immer gelächelt aber einmal Lift herunten den Tonarm schwungvoll Richtung Platte bewegt... die ist drüber gerauscht, hatt sich beim Label gefangen und das war es.

Ich habe es mit einer Spitzzange gerade gebogen und das hat dann sehr gut ausgesehen aber leider hatte es auch in der Länge einen Bogen und verzerrt auch ein wenig.

Ich habe dem Nadelspezialisten geschrieben und der überprüft es kostenlos und repariert es notfalls mit einer Shibata Nadel. Kostenpunkt dann 120 Euro wobei allerdings manche meinen, dass es mit Shibata sowieso besser klingt. Wird sich erweisen aber wegschmeißen wollte ich es nicht.
Kannst ja mal Herrn Göttmann (Nadelspezialist) schreiben.

Gruß
Wolfgang
monoethylene
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 22. Mrz 2012, 20:51
Mir ist was aehnliches passiert mit meinem ELAC EMC-1 vdH Der Diamant war weg und ich hab es zum Hr. Goettmann geschickt und der hat ne Shibata drauf und es klingt supi
Pilotcutter
Administrator
#22 erstellt: 23. Mrz 2012, 00:47
Super und herzlichen Dank!

Da spricht wohl einiges für den Nadelspezialisten und die Option werde ich im Laufe dieses Jahres wahrnehmen und entsprechend berichten.

Gruß. Olaf
Pilotcutter
Administrator
#23 erstellt: 27. Mrz 2012, 11:23

wolfpeter schrieb:
Ich habe dem Nadelspezialisten geschrieben und der überprüft es kostenlos und repariert es notfalls mit einer Shibata Nadel. Kostenpunkt dann 120 Euro wobei allerdings manche meinen, dass es mit Shibata sowieso besser klingt. Wird sich erweisen aber wegschmeißen wollte ich es nicht.
Kannst ja mal Herrn Göttmann (Nadelspezialist) schreiben.


Ich habe die erste Kontaktaufnahme mit Herrn Göttmann vorgenommen und werde das System ihm die Tage zusenden.

Wobei ich da noch eine Verständnisfrage habe.

Das die Shibata Nadel und die Arbeit des Herrn G. absolute Klasse ist, will ich anstandslos glauben.
Aber was ist mit (oder was wird aus) dem schönen Charakter des DL-304???

Die vorgeschaltete Frage wäre vielleicht noch, was macht denn den Charakter (des oder eines) Systems nun aus, die Abtastung der Nadel oder die von Spule und Magneten induzierte Spannung?? (Wahrscheinlich das Zusammenspiel aus allem)

Obwohl grundsätzlich Shibata Schliff ja besser ist als der jetztige elliptische des 304, habe ich etwas bange, dass der Charakter - um den es mir ja beim DL 304 geht - nachher futsch ist.

Grundsätzlich kann das natürlich niemand beantworten - man macht sich halt so seine Gedanken. Es wird aber wohl nicht so sein, dass alle von Herrn Göttmann retippten Systeme jetzt nach Herrn Göttmann klingen, oder?!

Andererseits kann ich auch nicht glauben, dass, weil Shibata Schliff besser als der jetztige elliptische, nach der Reparatur das DL-304 besser klingt.

Danke und Gruß. Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 27. Mrz 2012, 11:36 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#24 erstellt: 27. Mrz 2012, 11:35
Hallo!

Ein retipptes System klingt nicht mehr wie vorher, der Charakter des DL-304 dürfte verschwunden sein. Einige Zeit lang habe ich mit einem Shure V-15/III und diversen Nadeltypen experimentiert. Zwar kommt hier der Klang mit dem Shibata-Schliff dem MR-Origuinal noch am nächsten aber eben nicht ganz.

Allerdings gewöhnt man sich recht schnell an den neuen Klang, der Shibata-Schliff dürfte die Auflösung zu Lasten eines homogenen Klangbildes etwas steigern Aber das ist immer noch besser als ein elliptischer Retipp da hier weder die Originals Verrundung vorliegen dürfte noch der konische Nadelträger erhalten bleibt.

Warte einfach das Ergebniss ab und lass dich dann (hoffentlich angenehm) überraschen.

MFG Günther
aberlouer
Inventar
#25 erstellt: 27. Mrz 2012, 13:13
Ich bekomme die Tage mein Dynavector DV20X mit Shibata zurück und werde dann berichten.
Pilotcutter
Administrator
#26 erstellt: 02. Mai 2012, 08:43
Voilà

IMG_2940

Retippt und Shibata eingesetzt!

Bin gespannt wie ein Fidelbogen - dennoch befürchte ich, dass mein Klanggedächtnis den einstigen Klang nicht mehr eruieren kann.
Ich schau und hör' heute abend 'mal und berichte dann abschließend.

Gruß. Olaf
Hüb'
Inventar
#27 erstellt: 02. Mai 2012, 08:44
Hallo Olaf,

wie teuer war es denn?
Wer weiß, vielleicht gefällt Dir der Klang sogar viel besser als zuvor.

Eine ruhige Einbauhand wünscht
Frank
Pilotcutter
Administrator
#28 erstellt: 02. Mai 2012, 08:58
110,00 Euro retippen mit Shibata*
5,00 Porto
+ Märchensteuer 21,85 €
136,85 €

Mit dem Hinporto liegt man dann alles in allem bei gut 140,00 Euro.

*Retippen mit elliptischem Diamanten wäre ca. 50 Euro gewesen. Aber wie das so ist, nimmt man natürlich die "mit alles" Shibata Variante.

Aber ich erstelle die Tage nochmal einen kompletten Bericht - auch mit der Erklärung und Vorgehensweise vom Nadelspezialisten - um einen kompletten Retipp Thread hier zu haben.


[Beitrag von Pilotcutter am 02. Mai 2012, 09:13 bearbeitet]
Hüb'
Inventar
#29 erstellt: 02. Mai 2012, 09:07
Immer noch ärgerlich, die Kosten, aber IMHO ein absolut vernünftiges Verhältnis zum Systemneukauf.
Auf Deine Eindrücke bin ich schon gespannt!


[Beitrag von Hüb' am 02. Mai 2012, 09:07 bearbeitet]
Magister_Verbae
Inventar
#30 erstellt: 02. Mai 2012, 12:15
Das schaut doch sehr gut aus, ich bin ebenfalls sowohl auf den Bericht als auch auf die Dokumentation gespannt.

LG

Martin
aberlouer
Inventar
#31 erstellt: 02. Mai 2012, 12:43
Ich habe vor kurzem auch mein Dynavector DV20X mit Shibata retippt zurückbekommen und bin immer noch positiv überrascht. Ob es im Detail anders "klingt" kann ich ich aufgrund der Zeit zwischen vor und danach nicht sagen. Was ich allerdings sagen kann ist, dass die diesem System nachgesagte "Spielfreude" auf jeden Fall noch vorhanden ist. Für 20% des Neupreises habe ich quasi ein neues System. Das lohnt auf jeden Fall.
Pilotcutter
Administrator
#32 erstellt: 03. Mai 2012, 08:32

aberlouer schrieb:
Das lohnt auf jeden Fall.


Jepp, das lohnt in der Tat auf jeden Fall. Auf alle Fälle ist das Retipp imho immer noch um Längen besser, als ein neues System zu dem Reparaturpreis!

Ob man zu dem "jeden Fall" gehört, erzählt einem der Nadelspezialist vorher.
Das System wird grundsätzlich auf Funktion geprüft. Wenn defekte Aufhängungen oder Lagerungen oder poröse Gummis festgestellt werden, gehört man nicht zu "jedem Fall" und ein Retipp ist nicht möglich.

Der Cantilever wird in den meisten Fällen durch einen sehr dünnen Alu-Nadelträger ersetzt an dessen Ende dann die gewünschte Spitze (elliptisch oder Shibata) geklebt wird. In einzelnen Fällen kann sogar der Nadelträger erhalten bleiben und nur die Spitze wird ersetzt. Wahrscheinlich bei reiner Abnutzung und nicht bei Unfall.

Die Shibata Nadel wird ja als die mit Abstand beste Nadelform angesehen und ihre Einführung wohl war von der Quadrotechnik erzwungen worden, denn der Durchbruch zu jener Quadrofonie (CD-4) Tauglichkeit war die Shibata Nadel. Laut Aussage des Nadelspezialisten gelten die Line Contact Formen und Schliffe (Super Fine Line, van den Hul, Fritz Gyger, Hyperelliptical, MicroRidge ...) sämtlich als bloße Abwandlungen der Shibata Nadel. Denn erst mit der Shibata Nadel ist es japanischen Technikern gelungen, der Schallplattenrille 4 Signale zu "ertasten".

Mir wurde ja schon prophezeit, dass der jeweilige Charakter des Systems nicht erhalten bleibt. Und der Charakter ist auch nicht erhalten geblieben. Und zwar in zwei Bereichen ist es nicht mehr das alte.

1. Der Klang. Das will ich natürlich vorsichtig formulieren und keinesfalls mit Vokabeln wie "besser" und/oder "schlechter". Dieses ursprüngliche Denon DL-304 zeichnet sich durch eine gewisse Schönfärbung, einer immens auseinandergezogenen Bühne und einem selten gut aufgelöst und dargestellten Tiefton (für die Preisklasse) aus. Ich meine hier ist jetzt nach retipp der Tiefton nicht ganz so prächtig und so akzentuiert wie vorher. Ob die sog. Bühne nun auch wieder in der Art dargestellt wird, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Es sind einfach Wahrnehmungen, die man nicht konservieren und nach einigen Wochen wiedererkennen kann. Ich habe einige mir gut bekannte Alben angehört und den finalen Test mit einem Album, das ich fast auswendig kenne gemacht. Das Album habe ich auch auf CD und habe auch im Wechselspiel die Quellen verglichen und die Platte mit dem retippten System verhält sich - bis auf die Nuancen im Tiefton - auf einer Höhe zur digitalen Quelle.

2. Und das war sofort erkennbar, hat sich die elektrische Eigenschaft des Systems stark(!) verändert.
Vorgeschichte: Das originale DL-304 hatte ich einst mit 200 Ohm Widerstand betrieben und es klang (zu) spitz im Hochton und hat sich nicht ganz so entfaltet wie oben beschrieben. Nachdem ich es mit 1.000 Ohm Widerstand betreibe entfaltet es seine ganze Pracht.
Jetzt - nach retipp - ist der ganze Fall andersherum gelagert. Ich habe es mit den gewohnten Einstellungen von ca. 60 dB Verstärkung und den 1.000 Ohm Widerstand laufen lassen und entdeckte sofort wieder diese zu krassen Spitzen in manchen Instrumenten und in den Frauenstimmen, die scheinbar sehr nah ins Mikrofon singen. Dort war manches Timbre und manches Stimmbandflattern im Bereich des kratzig, spitzen und nicht mehr so aus einem Guss wie ich es kannte. Dann bin ich mit dem Widerstand runter auf die 200 Ohm und siehe da, hatte ich (imho zu 99%) die Tonalität und Ausgewogenheit wieder, die ich im Originalzustand mit 1.000 Ohm hatte. Letztendlich habe ich es noch etwas hochgeschraubt auf ca. 500 Ohm Widerstand. Aber auf keinen Fall darf ich es mit 1.000 Ohm betreiben.

Das heißt also, das Retipp hat die elektrische Eigenschaft dieses(!) Systems komplett verändert. Was da nun elektrisch und physikalisch passiert ist ? - da bin fachlich und theoretisch komplett raus und überlasse dieses Thematik - falls es eine ist oder wird - gerne den einschlägig bekannten Usern und Erklärbären hier.

Die detaillierte Bewertung und die "Veränderungen" sind natürlich nur um des lieben Forums willen so detailliert beschrieben. Die Arbeit des Herrn Göttmann und unter diesen mikroskopischen Bedingungen ist schon eine Klasse für sich. Das System ist wiederhergestellt und wie bei aberlouer, die Spielfreude auf jeden Fall auch wiederhergestellt und man kann mit dem Spielbetrieb wieder zur Tagesordnung übergehen.



[Beitrag von Pilotcutter am 03. Mai 2012, 08:51 bearbeitet]
Passat
Moderator
#33 erstellt: 03. Mai 2012, 09:04

Pilotcutter schrieb:
Denn erst mit der Shibata Nadel ist es japanischen Technikern gelungen, der Schallplattenrille 4 Signale zu "ertasten".


Bei der CD-4 Technik sind die Kanäle 3 und 4 im Frequenzbereich bis 45.000 Hz aufgezeichnet.

Diese extrem hohen Frequenzen lassen sich nicht mit normalen elliptischen Nadeln abtasten.
Deshalb wurde da der extrem scharfe Shibata-Schliff erfunden.

Systeme mit scharfen Nadeln müssen penibel genau justiert werden.

Grüsse
Roman
Stefanvde
Inventar
#34 erstellt: 03. Mai 2012, 09:16
Das ist doch schön.

Dann wünsche ich von hier aus wieder viel Spaß beim intensiven Platten drehen.
luckyx02
Hat sich gelöscht
#35 erstellt: 03. Mai 2012, 10:02

Das heißt also, das Retipp hat die elektrische Eigenschaft dieses(!) Systems komplett verändert. Was da nun elektrisch und physikalisch passiert ist ? - da bin fachlich und theoretisch komplett raus und überlasse dieses Thematik - falls es eine ist oder wird - gerne den einschlägig bekannten Usern und Erklärbären hier.


Elektrisch hat sich nichts verändert wie auch ? Es haben sich aber mechanische Massen und Hebel, und damit die Bedingungen des mechanisch-elektrisch gekoppelten Nadelschwingkreis verändert.

Mit dem Abschlusswiderstand reagierst du auf die geänderte Resonanzlage in diesem System. Wobei ich es, mit Verlaub immer abenteuerlich empfinde, sich von der genannten Herstellerspezi mal einfach so um das 5fache zu entfernen.
Wen man so etwas tun muss ist mit Sicherheit etwas anderes im argen.

Ein simples verringern der elektrischen Dämpfung des Systems, durch den 1K oder jetzt 0,5K Widerstand, ist am Ende nichts anderes als eine Höhenanhebung mit gleichzeitiger Verringerung des Tiefbasspegels. Damit überdeckt man nur die Probleme im Rest der Kette. Ob das im Sinne des Erbauers ist ?
Pilotcutter
Administrator
#36 erstellt: 03. Mai 2012, 11:50
Danke für Deine Ausführungen. Ich kann nur als Endbenutzer und Hörer argumentieren, aber logischerweise ist der ganze Vorgang nicht im Sinne [wörtlich] des Erbauers. Logischerweise verändern sich nach retipping Bedingungen und logischerweise entfernt man sich von der Herstellerspezi, schon deshalb, weil universelle Bauteile verwendet werden. Ich weiß ja eigentlich nicht einmal ob ich mit der Hersteller AK weiterfahren kann. Was ich aber wohl glaube, weil das Retipping vor der Aufhängung und vor dem Gummi stattfindet.

Jedes noch so verschiedene System bekommt beim retipping ja die gleichen universellen Bauteile eingepflanzt. Das kann für den gemeinen Hörer aber ja nicht das Problem sein, wenn er mittels einer anpassbaren phono-pre diese unterschiedlichen Bedingungen nivelliert. Was wird nicht alles im Schallplattenbetrieb elektrisch angepasst.

Grundsätzlich - und da gebe ich Dir auf alle Fälle recht und ich denke, da habe ich Dich verstanden - zerstört man mit dem retipping das Gesamtkonzept des Herstellers, das eben zu seinem jeweiligem Klangergebnis führt.
Die Original Nadel und Nadelträger mit ihren "Massen und Hebel" unterliegen ja (wahrscheinlich) einer Idee und Berechnung des Herstellers. Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass Denon von der Nadelspitze des Systems bis zu den 4 Pins ein Konzept und eine Berechnung verfolgt um zu dem Klangergebnis zu kommen - ja dann ist das Konzept natürlich nun zerstört.
Wahrscheinlich ist ein System, was vom Hersteller ohenhin mit einem 200-500 Ohm Betrieb vorgesehen ist, "nicht ganz so zerstört"....

Das war ja auch mein Zweifel am Anfang, dass a) der Charakter futsch ist und b) alle von Herrn Göttmann retippten Systeme gleich klingen (was natürlich für den Einzelnen nicht von Belang ist).

Für den gemeinen Kunden des Retippers stellt sich natürlich vorher die Frage (wie bei mir in #23), was macht denn nun den Klang aus, die Nadel mit ihrer Abtastung outside oder Spule und Bedingungen inside? Eine einzeln betrachtet bessere Nadel (wie Shibata oben von Herrn Göttmann als mit Abstand die beste beschrieben) scheint also nicht immer und unbedingt ein besseres Endresultat zu bringen, als das ursprüngliche und eigentliche Herstellerkonzept mit der jeweiligen Nadel.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn. Die Probleme sind theoretisch und ausserhalb jedes Hörraums und beinahe ausserhalb jedes Hörvermögens. Ein retipping bleibt sinnvoll und lohnenswert.


[Beitrag von Pilotcutter am 04. Mai 2012, 10:29 bearbeitet]
luckyx02
Hat sich gelöscht
#37 erstellt: 03. Mai 2012, 12:53
Absolut. Shibatas klingen zumeist recht unspektakulär, bei gutem Programm aber sehr räumlich, was nur logisch erscheint, da es bei der CD-4 Wiedergabe auf gute Kanaltrennung und saubere Phasenlage der Kanäle extrem ankommt. Es gibt auch nur den einen Shibata-Schliff, respektive seinen direktem Nachfolger Shibata II. Zum CD-4 Verfahren sei dieses Exposee zu empfehlen :

http://www.hifimuseum.de/quadrophonie-artikel-1.html

Jetzt alles in einen Topf zu werfen bei diesen diversen, mit grossen Anlageradien versehenen Schliffen scheint mir wenig sinvoll. Dazu kann man sie doch zu gut in ihren Eigenschaften aufdröseln.
wolfpeter
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 03. Mai 2012, 18:57
Hallo,

ich habe heute mein Denon-dl103r vom Nadelspezialisten zurückbekommen.
Für mich ist ein Klangvergleich schwer denn als ich das System abgesendet habe (vor ca. 6 Wochen) hatte ich das System an einem Denon au300lc Übertrager aber mittlerweile habe ich einen Monk Phono-Pre mit ebenfalls einem Übertrager im MC Teil.
Ich wusste, dass das System schön spielt und es spielt noch immer sehr schön aber ich stelle jetzt doch deutlichere Nebengeräusche wie Kratzer und teilweises Nadelrauschen fest (ich spiele aber auch ziemlich Laut ). Instrumente sind schärfer umrissen und Blasinstrumente wie Saxophon und Klarinette haben wesentlich mehr Nuancen bzw. Klangfarben in den Höhen aber wie geschrieben... anderer Übertrager...
Viele sind begeistert von den Shibatisierten 103ern und das etwas helle in den Höhen soll sich nach einigen Stunden geben. Also abwarten und Tee trinken!

Grüße
Wolfgang
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