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RFT SP 3930 Plattenspieler, taugt der?

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Felix176
Stammgast
#1 erstellt: 02. Nov 2012, 21:26
Ein Kumpel von mir bietet mir seinen RFT SP 3930 (baugleich mit dem SP 3001) für 20 Euro an. Nun frage ich euch ob das Ding halbwegs brauchbar ist. Ich liebäugele mit dem Nagaoka MP 110. Eignet sich das für den Plattenspieler überhaupt?
Wuhduh
Inventar
#2 erstellt: 02. Nov 2012, 23:35
Für die 20 Euro kannste Dir schöneres kaufen oder Dir etwas anderes gönnen.

MfG,
Erik
Detektordeibel
Inventar
#3 erstellt: 03. Nov 2012, 02:47
"Nun frage ich euch ob das Ding halbwegs brauchbar ist."

Das DDR Design macht ihn nicht gerade zum Klassiker.

Aber zumindest ist er hifi-tauglich und man kann 1/2 Zoll Tonabnehmer montieren.

mehr wie ein Numark Groovetool oder ein AT91 wär mir für den Dreher aber auch zu schade.
Felix176
Stammgast
#4 erstellt: 07. Nov 2012, 20:18
Ok erst mal danke für die Antworten, ich werd mich mal in der Bucht nach einem günstigen Dreher umsehen.
Felix176
Stammgast
#5 erstellt: 21. Nov 2012, 21:45
Hab ihn mir jetzt trotz eurer Beratung als Zweitdreher geholt und muss sagen, dass es eigentlich gar nicht so viel an dem Ding auszusetzen gibt. Hab ein Shure m92 dran montiert und muss sagen, dass mir der Klang gefällt. Auch an dem Plattenspieler an sich hab ich nich viel auszusetzen, er ist massiver als die meisten Japano Plastik Dreher, Gleichlaufschwankungen sind nicht zu vernehmen und der Tonarm ist zwar nicht High-End aber geht in Ordnung. Ziemlich solides Gerät und als Zweitdreher besser als so mancher Billig Technics!
Detektordeibel
Inventar
#6 erstellt: 22. Nov 2012, 01:47
WIe gesagt


Aber zumindest ist er hifi-tauglich und man kann 1/2 Zoll Tonabnehmer montieren.


Wenn man mit der Optik klarkommt, warum nicht? In Sachen Langlebigkeit sind diese Kommunistengeräte aber gar nichtmal so schlecht. Und im ganz unteren Segment gabs von Technics und anderen Japanern auch Schrottgeräte. Das vergessen heute die meisten weil die schon damals recht schnell am Sperrmüll landeten oder vorzeitig kaputt gingen.
8erberg
Inventar
#7 erstellt: 22. Nov 2012, 11:09
Hallo,

stimmt, dort war nicht der Rotstift bei der Konstruktion das Entscheidene.
Und blöde waren die Konstrukteure auch nicht.
Man muss sich ja auch mal angucken was die Geräte damals in der DDR kosteten!


Peter
Felix176
Stammgast
#8 erstellt: 22. Nov 2012, 16:36
Für 20 Euro finde ich den echt total ok, solider Einstiegs oder Zweitdreher eben. Aber warum die Dinger in der Bucht für 60 euro und mehr weggehn kann ich auch nicht nachvollziehen. Vermutlich wirklich Ostalgie..
Pufftrompeter
Gesperrt
#9 erstellt: 22. Nov 2012, 17:48

dort war nicht der Rotstift bei der Konstruktion das Entscheidene.


Stimmt, die hatten keine roten Stifte. Nur grau, braun und schwarz, die anderen Farben kamen mit dem naechsten 5-Jahresplan.

Sorry, aber fuer HiFi ist Ostalgie wohl genauso sinnfrei wie fuer Autos ... sonst haette Schalck-Golodkowski das Ding im Falle von Konkurrenzfaehigkeit naemlich im Westen ueber Neckermann oder Quelle fuer harte Westmark verkauft anstatt Zonen-Gabi damit zur Jugendweihe zu begluecken.

PK-ZonengabyPK

Carsten
8erberg
Inventar
#10 erstellt: 22. Nov 2012, 18:17
Hallo,

die DDR-Produkte waren zum größten Teil im Plan vorgesehen für die sozialistischen Brüderländer, ein Export in die NSW kam aufgrund der kleinen Mengen nicht in Frage.
"Andere" Geräte wie Billigplattenspieler, Radios und Fernseher wurden z.B. über "Bruns" in Hamburg im Westen verkauft, bekannt sind auch diverse Lautsprecher, die über Handelsketten vertickt wurden, oft genug mit "Made in Germany" statt "Made in GDR" getarnt...

Die "richtigen" Hi-Fi-Geräte waren trotz der in der DDR unverschämten Preise ruck-zuck ausverkauft.

Auch andere Firmen im Westen kauften im Osten groß ein: die Telefunken "Mr. Hit" kamen aus Polen, Lenco kaufte in der CSSR zu.

Peter
Felix176
Stammgast
#11 erstellt: 22. Nov 2012, 18:51
@pufftrompeter
Den Vergleich finde ich ein bisschen unpassend, im Gegensatz zur Autobranche mit dem Trabant, sind in der DDR durchaus Hifi-Produkte produziert worden, die es mit den Kokurrenten aus dem Westen locker aufnehmen konnten und sie teils sogar übertrafen. Da gab es so leckere Sachen wie den Robotron RS 5001 Receiver, die BR Boxen von Geithain, oder den PA 1205 Plattenspieler, mit automatischer Titelprogrammierung oder die Tuner im Allgemeinen, die exzellente Empfangswerte haben. Solche Produkte waren meist unerschwinglich aber sie zeigten wozu die DDR-Ingenieure in der Lage waren. Andere Sachen wie die Tape-Decks oder die Kassettenwaren hingegen wirklich Müll.
Pufftrompeter
Gesperrt
#12 erstellt: 22. Nov 2012, 19:37

aber sie zeigten wozu die DDR-Ingenieure in der Lage waren


Das sah man am besten an der elektronischen Ausstattung der Stasi - aber das hat auch per se niemand bezweifelt.InGENIEur ist inGENIEur.


die es mit den Kokurrenten aus dem Westen locker aufnehmen konnten und sie teils sogar übertrafen


Sorry - Bloedsinn.

(a) Im "Westen" hatte in den 80ern jeder Konfirmand eine veritable HiFi-Anlage, die KEINE 3 Monatsgehaelter kostete, aber trotzdem Dolby-C bot. Fuer das, was in der Taeterae eine "HiFi"-Anlage kostete, musstest Du im SONY-Katalog aber schon ganz weit nach nach hinten blaettern ... dorthin, wo die Geraete 86er und 88er Nummern hatten.

(b) Mit Produkten wie dem unglaublichen Robotron-Receiver sind alle Westmarken von Saba ueber Dual bis Nordmende reihenweise pleite gegangen. Wohl weil das auch alles so "leckere Teile" waren. Mit dem realexistierenden Dampfkocher haettest Du doch nichtmal 'ne Klassenfete beschallen duerfen ...

(c) Es gab nicht viele erfolgreiche Ostprodukte im Westen .. weil's nicht viel Konkurrenzfaehiges gab. SKET und TAKRAF gehoerten sogar als Markennamen dazu. Der Rest war Lohnfertigung fuer Westunternehmen unter Westmarkennamen (insbesondere fuer Versandhaeuser a la Neckermann), allen voran fuer Moebel, Schuhe und Feinstrumpfhosen ... dort duerfte die DDR allerdings stiller Marktfuehrer gewesen sein, bis mangelndes Investitionsvermoegen auch dort Qualitaet und Effizienz ins bodenlose trieben.

Der Rest waren Jahresendfluegelpueppchen, Holzspielzeug und Simson-Roller. ... mehr will mir echt nicht einfallen. Ach ja - Pico gab's noch. Die Modelle war'n gar nicht mal so uebel.

Ciao,
Carsten

PS - grad nachgesehen: Der 1205 kostete 1700 Ulbricht-Dollar und kam erst '87 ... da eruebrigt sich wohl jede Diskussion: Das waren 2 Monatsgehaelter eines Facharbeiters. Fuer einen Plattenspieler anno 1987 ... war schon toll, die Taeterae.


[Beitrag von Pufftrompeter am 22. Nov 2012, 19:44 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#13 erstellt: 22. Nov 2012, 19:59
Hallo,

na, ja, PIKO hiess das - und da waren nur die Modellbahnen die gegen Valuta in den Westen verkauft wurden gut.
Ich hab damals mein "Eintrittsgeld" (Zwangsumtausch) als (West)-Berliner oft genug in Piko-Material umgesetzt und konnte dann neue Achsen einbauen weil die volkseigenen partout nix mit den NEM (Modelleisenbahnnormen) zu tun hatten...
Den "Erfolg" einiger Betriebe der DDR lag an dem komischen System wie Exporte/Importe in nichtsozialistische Länder abgerechnet wurden. Hätte man ernsthaft nachgerechnet hätte man es gelassen.
Die Exporte um dringend benötigte Devisen zu verdienen waren ein riesen Zuschussgeschäft.
Als dann die Sowjetunion auch noch "Valuta" fürs Erdöl haben wollte/musste (die Nahrungsmittelkäufe im Westen mussten bezahlt werden) gings endgültig den Bach runter.
Nur nahm die Staatsführung die bereits seit Anfang der 80er Jahre sichtbare Krise nicht zur Kenntnis, ein Großteil der Firmen lief auf Verschleiß, selbst von der Stasi bestätigt (bei Großschäden in volkseigenen Betrieben wurde grundsätzlich von der Stasi ermittelt ob nicht Sabotage vorlag).

Peter
Felix176
Stammgast
#14 erstellt: 22. Nov 2012, 20:01
a) Was meinst du warum ich das Wort unerschwinglich in diesem Zusammenhang verwendet habe? Das war schon echt ziemlich unverschämt.

b) also mir kannst du sagen was du willst ich finde den 5001 wirklich delikat, mit den ganzen LED`s das hat doch was. Die 25 Watt hätten locker zur Erzeugung einer angemessenen Lautstärke gereicht oder worauf willst du hinaus? Dass einem das Ding hätte peinlich sein müssen?

c) Dass es viele erfolgreiche Ostprodukte im Westen gab, das hat auch niemand behauptet.

Ach übrigens die Simson Mopeds, hier liebevoll Simme genannt, fahren in meiner Gegend immer noch. Sie sind nach wie vor Status Symbole der Jugendlichen. Das Knattern und der Geruch, so manchem Wessi würde das bestimmt sauer aufstoßen aber ich mag es!

edit:
mit unverschämt meinte ich natürlich die Preise.


[Beitrag von Felix176 am 22. Nov 2012, 20:07 bearbeitet]
-Fazer1-
Stammgast
#15 erstellt: 23. Nov 2012, 09:00
Also mit 25 Watt hätte sich hier wirklich keiner getraut 'ne Fete zu machen
und bei Klassenfeten hatten wir mal locker 2x 100Watt oder 2x 150 Watt da stehen, später bei den Stufenfeten in der Oberstufe standen dann kleine PA-Anlagen mit Pi mal Daumen 2x 250 Watt aufwärts
8erberg
Inventar
#16 erstellt: 23. Nov 2012, 09:16
Hallo,

so ändern sich die Zeiten, in den 70ern waren wir über jedes "Watt froh"....

Peter
-Fazer1-
Stammgast
#17 erstellt: 23. Nov 2012, 09:30
OK, das war in den 80er
kinodehemm
Inventar
#18 erstellt: 23. Nov 2012, 11:05
Moin

auch im Westen gab's nicht nur Kriegsgewinnler oder 'von Beruf Sohn', wie der nachfolgende post vermuten liesse..


Also mit 25 Watt hätte sich hier wirklich keiner getraut 'ne Fete zu machen
und bei Klassenfeten hatten wir mal locker 2x 100Watt oder 2x 150 Watt da stehen, später bei den Stufenfeten in der Oberstufe standen dann kleine PA-Anlagen mit Pi mal Daumen 2x 250 Watt aufwärts


- wobei ich annehme, das der Verfasser des Posts zu echten 'DDR-Zeiten' (vor 1989) eh noch keiner Feten feierte, weil er nach dem (schlechteren) West-Sandmännchen zu Bett musste.

Aber egal:

Ossis, schämt euch- ne Fete unter 500W- das hätten wir uns im Westen nie erlaubt!


..kein Wunder, das der Erich mehr auf Videos als auf Schallplatten stand..
-Fazer1-
Stammgast
#19 erstellt: 23. Nov 2012, 12:26

- wobei ich annehme, das der Verfasser des Posts zu echten 'DDR-Zeiten' (vor 1989) eh noch keiner Feten feierte, weil er nach dem (schlechteren) West-Sandmännchen zu Bett musste.


Ich weiß ja nicht wie lange Du noch bei Sonnenuntergang ins Bettchen mußtest, ich mußte das als '68er Jahrgang aber mit Sicherheit zu der Zeit schon lange nicht mehr!
Und was der Schwachsinn mit dem "Kriegsgewinnler" soll möchte ich auch mal gerne wissen, denn meines Wissens nach hatten wir da wohl verloren.
Und von Beruf Sohn, daß ich nicht lache! ich Gegensatz zu manch anderem habe ich mit 12 Jahren angefangen Geld zu verdienen, erst mit Zeitung austragen und später auch mit Ferienjobs, außerdem habe ich mit dem Alter angefangen meinem Vater auf den Baustellen zu helfen. Von Beruf Sohn, wohl kaum, ich wußte aber sehr früh was Arbeit heißt.
Texter
Stammgast
#20 erstellt: 03. Jul 2016, 14:06
Da haste damals Schäppchen gemacht. Das Gehäuse ist teilweise sogar aus Metall, puristisch und oldschool. In Hipster-Blogs findest Du solche RFT Geräte auf Fotos, stehen meist auf ollen Obstkisten neben Rennrädern aus Stahl Diese Geräte sind langlebig & präzise, kein China/ Plastikschrott wie heutzutage.


[Beitrag von Texter am 03. Jul 2016, 14:15 bearbeitet]
Eran_Dax_Lonker
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 03. Jul 2016, 16:02
Der Thread ist 4 Jahre alt Texter ... technisch mögen manche DDR-Geräte nicht so verkehrt gewesen sein, aber bzgl. Herstellungsqualität kann man gut und gerne Vergleiche mit chinesischer "Qualitätsarbeit" ziehen und es ging produktionstechnisch in der DDR spätestens in den 80er steil bergab.
Als ich mir mal einen RFT-Tangential von innen angeschaut hab, hab ich fast 'n Schreck gekriegt. Selten so eine schlechte Lötarbeit gesehen ... und die Hipster von heute als Maßstab zu nehmen, ist ja nun überflüssig.


[Beitrag von Eran_Dax_Lonker am 03. Jul 2016, 16:03 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#22 erstellt: 03. Jul 2016, 17:10
Hallo,

meinen guten Brindisi-Stahlrahmen-Drahtesel tausch ich auch nicht gegen Alurahmen, allerdings auch wegen der Zeiten die wir quer durch Europa erlebt haben, das schweißt zusammen... allerdings zu einer Zeit als die allermeisten der heutigen Hipster noch Quark im Kühlregal und die PL-Zahlen noch 4-stellig waren...

Aber freiwillig einen Dreher aus der DDR-Fertigung - nö, nicht wirklich. Die meisten waren untere Consumerklasse,
Hifi-Dreher gab es nur wenige und die Verarbeitung war schon abenteuerlich, was allerdings an dem chronischen Materialmangel der DDR-Wirtschaft lag.. Der angesprochene Dreher hatte dazu eine ziemlich simple Tonarmlagerung.

Die technischen Werte erreichen soeben mit Müh & Not die Hifi-Norm. Vorteil ist das Entzerrer-Vorverstärker in recht guter Qualität ab Werk verbaut waren.

Peter


[Beitrag von 8erberg am 04. Jul 2016, 08:12 bearbeitet]
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