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Reparatur(versuche) an Tonabnehmern

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Beitrag
termman
Inventar
#1 erstellt: 26. Jul 2013, 18:21
Ich hatte vor längerer Zeit mal versprochen, bisschen zu dokumentieren, wenn ich versuche, Tonabnehmer zu reparieren.

Wird nicht grad im Tagesrhythmus fortgeführt, aber ab und zu werde ich diesen Thread wieder hochholen.

Und wenn jemand anderes mitmachen möchte - sehr gern.

Fangen wir heute mal mit einem Ortofon MC 10 Supreme an, welches auf einer Seite tot ist.
Diamant ist noch gut, kann also mitsamt Cantilever notfalls in einen anderen TA wandern.

Demontage fand schon vor Monaten statt, heute hab ich endlich mal angefangen, zu versuchen, die Klebestellen zu lösen, damit ich irgendwie weiterkomme.

mc10supreme1

mc10supreme2


Sieht zugegebenermassen nicht grad lecker aus, aber daran ist das Zeugs hier schuld (das sieht nunmal so aus):

mc10supreme3

Ich hab natürlich schon mal nachgeschaut, aber im Moment sind die Klebestellen leider noch fest.

Fortsetzung folgt.

Magister_Verbae
Inventar
#2 erstellt: 26. Jul 2013, 22:47
Ohja, auf diesen Thread freue ich mich besonders!
Werde also fleißig hier mitlesen, bin gespannt und drücke dir die Daumen, dass alles klappt.

LG

Martin
HiFi_Addicted
Inventar
#3 erstellt: 26. Jul 2013, 23:36
Intressanter Thread. Hätte noch einen MM Einschub mit Schellack Diamant der auf ein MC Muss. Eventuell das Ortofon MC15 Super MK2 das ich vor ein paar Tagen verbogen habe
ThatsSoul
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 27. Jul 2013, 06:49
Freu mich schon auf die Fortsetzung.
Hier liegt noch ein Shure V 15 III , mit einem toten Kanal.

Grüsse

Hartmut
termman
Inventar
#5 erstellt: 27. Jul 2013, 07:41

HiFi_Addicted (Beitrag #3) schrieb:
Hätte noch einen MM Einschub mit Schellack Diamant der auf ein MC Muss. Eventuell das Ortofon MC15 Super MK2 das ich vor ein paar Tagen verbogen habe :L


Schellack = Mono
Ich würde sagen, dann muss im MC auch das Spulenkreuz um 45 Grad gedreht und nur die nun waagerecht stehende Spule zum Verstärker geführt (über Stepuptrafo oder MC PrePre, klaro) werden.

Ist der Diamant beim Ottofon noch vorhanden?


-----------------

V15-III: Das "echte mit Silbergehäuse"?
Muss ich erstmal schaun, ob man das überhaupt zerlegen kann.

Bis später, ich muss erstmal nach meinem eingeweichten Supreme kucken gehn.
termman
Inventar
#6 erstellt: 27. Jul 2013, 09:19
Hurra (1), mein Plan hat soweit funktioniert:


Noch bisschen eklige Optik, aber die Drähte scheinen lose

mc10supreme4

mc10supreme5


Jawoll, sie schweben frei in der Luft

mc10supreme6

Das Blaue daneben ist ein (weit besseres (grosser Magnet, scharfe Nadel und evtl. Silberdraht)) Ortofon Blue Wave, ebenfalls einseitig gelähmt, an dem man sehen kann, wie es (ungefähr) vorher aussah.
chrisz78
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 27. Jul 2013, 11:25

termman (Beitrag #5) schrieb:
[
Schellack = Mono


Großer Irrtum! Zur optimalen Rekonstruktion des Audiosignals sollte man Schellacks immer "in Stereo" digitalisieren, da dann beide Rillenflanken getrennt vorliegen und dementsprechend einzeln entknackst und entknistert werden können. Hörbare Abnutzungsspuren sind oft unsymmetrisch, d.h. ein Kanal ist merklich klarer als der andere - schön, wenn man da eine Wahl hat. Auch gibt es (durch sorglos-schiefe Anbringung der Aufnahmedose bzw. des Schneidstichels damals) viele Platten mit beträchtlichen "eingebauten" Azimuthfehlern bzw. Laufzeitverschiebungen zwischen den Rillenflanken - die Modulation verläuft nicht exakt quer zur Rillenrichtung. Auch dies läßt sich digital korrigieren, aber nur, wenn man ein Stereosignal als Quelle hat.

Drittens existierten bis Ende der 20er Jahre zwei bedeutende (Pathé, Edison) und etliche kleinere Labels, die Platten mit Tiefenschrift herausgaben - wiederum kann nur ein Stereosystem dieses Signal ohne mechanischen Umbau wiedergeben (die nötige Phasendrehung realisiert man entweder durch Verpolen des rechten Kanals am System, oder später auf der digitalen Ebene). Es gab sogar kurzzeitig (von der Firma Emerson, Mitte der 1910er Jahre in USA) Platten mit "Universalschnitt", das war eine Aufzeichnung im 45-Grad-Winkel - also nach moderner Auffassung nur in einem Stereokanal - die man sowohl auf Tiefenschrift- als auch auf Seitenschrift-Grammophonen hörbar machen konnte, wenn auch jeweils mit halbem Pegel bzw. doppeltem Störgeräusch gegenüber einer echten Seitenschriftplatte.

Auf Mono abmischen sollte man aus den genannten Gründen immer erst gegen Ende einer digitalen Nachbearbeitung, nachdem alle auf einen Kanal beschränkten Störungen korrigiert sind und beide Kanäle exakt in Phase gebracht wurden, vor der abschließenden Entzerrung (und evtl. Rauschunterdrückung).

Daraus folgt: Mono-Abtastdosen sind wohl einigermaßen geeignet um Schellacks und Mono-Vinylplatten abzuhören, aber völlig untauglich zur digitalen Archivierung, da der entstehende "Zwangs-Mono-Mix" der beiden Rillenflanken i.d.R. 3 bis 6 dB unnötiges Nebengeräusch im digital restaurierten Endprodukt verursacht, besonders Knackser und Kratzgeräusche schlechter korrigierbar sind, und evtl. vorhandene Tiefenschrift-Nutzsignale sogar völlig zerstört werden. Leider schwören viele Archive (z.B. auch das Deutsche Musikarchiv) auf die "legendären" EMT-Mono-Tondosen und liefern ausschließlich problematische Mono-Digitalisate, qualitativ außerdem weiter eingeschränkt durch die Tatsache, dass diese Tondosen nur mit zwei sphärischen Verrundungen 65mü und 90mü geliefert werden, kaum adäquat für das bei Schellackplatten zu findende Spektrum an Rillenbreiten, das von 40 bis 250mü variieren kann. Für beste Schellackabtastung braucht man Stereoköpfe mit einer großen Bandbreite an Wechselnadeln, bevorzugt elliptisch geschliffen.
termman
Inventar
#8 erstellt: 27. Jul 2013, 12:23
Hmmm, das sind natürlich schlagkräftige Argumente.

Sach ma, wo Du anscheinend ausreichend Erfahrung mit Mono-Abtastung hast:

(Vorgeschichte): Ich hatte mir mal für einen dicken Preamp XLR-Kabel gelötet, danach alles zusammengesteckt (Preamp --> DAT mit den XLRs) und dann paar Platten abgespielt. (irgendein normales Steroeabtastsystem)

Alles soweit schick, aber dann hatte ich ne echte Mono-Single aus den 60ern dazwischen, irgendwas war mir "komisch" und ich habe am Endverstärker spasseshalber auf "Mono" gedrückt.
Schwupps, hatte ich faktisch nur noch bisschen Kratzen (Rillengeräusche) sauber aus der Mitte, die Musik war nur noch äusserst schwach zu erahnen.

Am PC dann in der Vergrösserung gesehn, dass L/R gegenphasig waren und dann hab ich den ganzen Spass als Lötfehler (am XLR) meinerseits abgehakt und seit dato nicht weiter verfolgt. (ein angefangenes Projekt folgt dem anderen )

Kann es sein, dass doch alles korrekt war und eine echte Monoplatte mit Stereoabtaster gegenphasig ("gespiegelt") ausgelesen wird?
termman
Inventar
#9 erstellt: 27. Jul 2013, 12:29
Ach ja, wenn ich hier schon so nen Thread "betreibe", kann ich ja auch gleich noch was anderswo Gezeigtes rüberholen:

Keine Reparatur, sondern nur Reinigung

LEAK Model A, Mono-MC-Cartridge ("LP), handgemacht paar Jahre nach den 2. Weltkrieg

Zum Grössenvergleich was "Normales" daneben

leakylinn2


Zerlegt

leaklp2

leaklp3

leaklp4

leaklp7


Hier erkennt man gut die MC-Spule

leaklp5

Von den Gummis kann sich z.B. AKG ne grosse Scheibe von abschneiden - keine Spur von Aushärtung. (ich glaub nicht, dass die in diesem Jahrtausend schonmal (oder überhaupt jemals) ausgewechselt wurden).


[Beitrag von termman am 27. Jul 2013, 12:31 bearbeitet]
chro
Inventar
#10 erstellt: 27. Jul 2013, 12:41
sehr, sehr interessant, wird auch beobachtet
termman
Inventar
#11 erstellt: 27. Jul 2013, 13:19
Jetzt stockt es bis mindestens Montag - ich muss mir erstmal einen Satz verschiedenfarbige CD-Marker (o.ä.) besorgen, um die Drähte farblich markieren zu können.

Ok, eins hab ich noch, wird vieleicht ne Kreuz-Mutation*

Goldring Eroica (Himmelblau müsste LX sein) mit krummem Cantilever, aber feiner Gyger2-Nadel

Goldi1

goldi2

goldi3

*Kreuz-Mutation:

Cantilever komplett raus, Spitze mit Nadel ab und auf Sumiko Talisman Alchemist II pflanzen.
Das hatte eine vdH auf Boron und es fehlt glücklicherweise "nur" die vorderste Spitze mit dem Diamanten, mit Gyger2 sollte immer noch für 45 bis 50 KHz ausreichen.

Im Gegenzug kommt (vielleicht) ein kompletter, gerader Cantilever (mit Nadel, klaro) von einem anderen System (evtl. vom oben gezeigten Blue Wave mit Fine Line Schliff) in das Eroica.

HiFi_Addicted
Inventar
#12 erstellt: 27. Jul 2013, 14:35

termman (Beitrag #5) schrieb:

Schellack = Mono
Ich würde sagen, dann muss im MC auch das Spulenkreuz um 45 Grad gedreht und nur die nun waagerecht stehende Spule zum Verstärker geführt (über Stepuptrafo oder MC PrePre, klaro) werden.

Ist der Diamant beim Ottofon noch vorhanden?


Ich hätte das System einfach Stereo gelassen. Um das echte Mono soll sich der 2 auf 3 Algorythmus vom Lautsprechercontroller kümmern. Störgeräusche landen großteils bei Mono Vinyl in den Seitenlautsprechern und aus der Mitte kommt die Musik.

Der Filtert das raus was Links und Rechts gleich ist und legt es auf den Center. -> Endstufen für Links und Rechts einfach ausschalten . Et Voila echtes Mono mit 2 Subwoofern Bei gegenphasisgen Signalen fällt das betroffene Frequenzband einfach auf normales Stereo ohne Center zurück. Effektiv spielen pro Frequenzband nur 2 Lautsprecher. Entweder Center und einer der Seitenlautsprecher oder nur die Seitenlautsprecher. Aufgeteilt wird der Bereich bis 24 kHz in 8192 Bänder.

Der Diamant am Ortofon ist zwar noch da aber auch schon ein Fall fürs Retipping was bei dem System aber ein wirtschaftlicher Totalschaden ist.

Eine echte Monoplatte gibt ein gleichphasiges Signal von sich wenn man sie mit einem Stereoabtaster spielt.

Horizontal ergibt sich aus der 45° + 45° Aufzeichnung der Stereokanäle mehr oder weniger eine klassische Seitenschrifft wenn man ein Doppeltes Monosignal aufzeichnet. Wenn eines davon verpolt ist ergibt sich mehr oder weniger eine Tiefenschrift.

LG
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