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Einige Fragen zum Reloop 6000 bzw. zur Quarzsteuerung zu Headshells und überhaupt

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Beitrag
hoehne
Stammgast
#1 erstellt: 16. Jan 2014, 22:09
Guten Tag in die Runde.

Ich besitze seit kurzem einen Reloop 6000 MK6. Auch wenn manche die Nase rümpfen werden, finde ich ihn wirklich sehr gut und auch chic. Für den Preis allemal ein ordentliches Gerät. Optik ist ja Geschmackssache, aber das qualitative Argument für mich schlechthin war/ist Denons DP-A 100!

Egal. Nun habe ich einige Fragen zu dem Dreher, die ich Euch bitte evtl. zu beantworten.

1. Das Stroboskop steht so gut wie im Quarzmodus. So gut wie heißt, dass es leicht nach rechts wandert, also zu langsam scheint. Nun möchte ich wissen, ob das in einem Toleranzbereich liegt, der marginal und damit akzeptabel ist, oder ob ich den Player zu Reloop schicken sollte. Die Punkte auf dem Strobo wandern in dem Maße, dass an einem Fixpunkt bei 33 rpm 1,5 Punkte/Minute vorbeiwandern. Bei 45 rpm sind es 2,5, etwa. Zähle ich jedoch die Runden pro Minute, scheint es zu stimmen. Vielleicht flackert die Lampe in der falschen Frequenz? Oder müsste irgendein Poti im Gerät (analog zum 1210) auf den Nullpunkt richtig eingestellt werden (also reloop). Ich weiß nicht, wie eine Quarzsteuerung arbeitet, aber die hält doch nur eine gewisse Drehzahl gleichmäßig. Was, wenn diese der Steuerung bereits falsch vorgegeben wird?
Bin ich zu pingelig? Der Denon hat kein Stroboskop, welches einen verwirren könnte.

2. Der Arm gilt ja noch als nicht allzu schwer. Habe von meinem vorherigen Dreher ein Acutex 312 STR III verbaut, dessen Compliance 24 beträgt. Den Tonarm habe ich mit montiertem Reloop Headshell, montiertem Acutex und ohne Gegengewicht auf eine Feinwaage aufgelegt (das acutex hat ja den umklappbaren Nadelschutz) gemessen 20,5 g. Das dürfte ja dann die effektive, kpl. Tonarmmasse sein? Dies dann in ein Berechnungstool für die Resonanz-Frequenz eingegeben brachte mir ein Ergebnis von 7Hz, was ja evtl. noch okay ist. Kann ich mittels eines anderen Headshells dieses noch optimieren? Leider habe ich das Reloop Headshell nicht ohne System gewogen. Nun bin ich jedoch froh, das System erstmal ordentlich montiert zu haben. Es dürfte aber nach meiner Recherche zu den OEM 1210 Nachbauheadshells aus Aluguss sein und etwa 9g wiegen.
Jedenfalls dachte ich mir nun, mir das originale Technics 1210 M5G Headshell zu besorgen, welches ja aus Magnesium sein soll und nur 7,5 g wiegt. Ist dem so? Ist Magnesium auch resonanztechnisch besser als Aluguss? Ist das schwarze Technics-Headshell vom 1210 MKII evtl. das Gleiche "in schwarz"?

3. Weiter habe ich noch ein Ortofon Super OM mit einer Digitrac SE-Nadel zu liegen. Auch das würde ich gern mal an den Dreher (mittels 2. Headshell) verbauen. Ich erwäge dafür auch das Technics m5g 7,5g Headshell zu nehmen und das Zusatzgewicht vom Super OM wegzulassen. Käme ja dann rechnerisch auf etwa 16g kpl. Tonarmmasse. Oder gibt es da noch andere Headshells? Die 6g-SME Nachbauten sollen ja ziemlich "windig" sein.
Oder ein ganz anderes System? Das sollte aber qualitativ schon auf dem Niveau des Acutex bzw. Ortofon 30 spielen! Oder lieber ein altes HiFi-Concorde versuchen zu besorgen?

So, das war jetzt viel Text, aber ich wollte mich zum einen verständlich ausdrücken; zum anderen denke ich, dass meine "Probleme" nicht so abwegig und fremd sein dürften.

Danke schon mal für Eure Antworten.


Edit: Das Reloop Headshell wiegt mit Schrauben und Kabeln 10,4g - wieviel Kabel und Schrauben wiegen (könnten) weiß ich nicht. Wenn das einer von Euch weiß: Wieviel schwerer ist das Reloop Headshell ggü. dem Technics?


[Beitrag von hoehne am 17. Jan 2014, 10:13 bearbeitet]
volvo740tius
Inventar
#2 erstellt: 18. Jan 2014, 01:33
Hallo,

zu 1. Wenn man es weiß, ist es ein Rücksendegrund. Ich geh mal davon aus, dass Du ihn neu gekauft hast. Er läuft quarzstabilisiert quasi minimal zu langsam, ich weiß nicht ob man da was nachregeln kann. Würde ich bei einem Neugerät auch nicht machen.

zu. 2. Die effektive Tonarmmasse ohne Tonabnehmer messen. Gegengewicht ab und Tonarm mit Headshell auf die Feinwaage. Dann wirst Du automatisch auf eine günstigere Resonanzfrequenz kommen.http://www.vinylengine.com/cartridge_resonance_evaluator.phpHier gibts das Tool. In der X- Achse nimmst Du das Gewicht des Tonabnehmers+ Befestigung (ca 1g) , Y- Achse ist die Compliance.

zu. 3. Concorde- System würde ich nicht nehmen, da nicht verstellbar. Systemberatung überlasse ich der "Unter100€gibtsnichtsfraktion".
Was wird so gehört?

Gruß Thomas
hoehne
Stammgast
#3 erstellt: 18. Jan 2014, 18:59
So, habe heute mal auf herkömmliche Art und Weise mittels Strobo-Scheibe und Lampe geprüft: da ist alles in Ordnung. Möglicherweise flimmert die Lampe für die Stroboanzeige mit der falschen Frequenz. Die Anzeige am Teller ist ja so ein Umschalt-Dingens mit nur noch einem Strobokreis, wo nur die Lampe in einer anderen Frequenz bei anderer Geschwindigkeit flackert...

@volvo: warum kein Concorde? Was soll ich da einstellen? Der Tonarm hat lt. Hanpin die üblichen Maße. Bzw. Kann ich am alten Concorde doch noch den Überhang (?) einstellen. Oder war's der Azimunt...?

Wenn ich den Arm kpl. wiege, was ist dann anders, als wenn ich den Tonarm mit leerer Headshell wiege und dann das System, Kabel und Schrauben dazurechne?


[Beitrag von hoehne am 18. Jan 2014, 21:38 bearbeitet]
akem
Inventar
#4 erstellt: 18. Jan 2014, 19:06
Tonabnehmer hat er doch schon... Zwar kein High-End aber auch nix Schlechtes.

Gruß
Andreas
volvo740tius
Inventar
#5 erstellt: 18. Jan 2014, 20:19
Hallo,

aus Gründen der Bequemlichkeit ist ein Concorde natürlich nicht von der Hand zu weisen. Ein sauber justierter 1/2" Tonabnehmer hat jedoch hörbare Vorteile gegenüber einem Plug and Play System. Das hängt aber vom eigenen Anspruch bzw. der eigenen Pingeligkeit ab.


hoehne (Beitrag #3) schrieb:

Wenn ich den Arm kpl. wiege, was ist dann anders, als wenn ich den Tonarm mit leerer Headshell wiege und dann das System, Kanel und Schrauben dazurechne?


Bei der effektiven Masse ist das Systemgewicht außen vor. Tonarm+Headshell.

Gruß Thomas
Detektordeibel
Inventar
#6 erstellt: 18. Jan 2014, 20:26

Detektordeibel


Man nimmt das Gegengewicht vom Arm runter, aber lässt die Headshell (ohne Tonabnehmer) dran und dann nimmt man die Spitze der Headshell als Liegepunkt für die Waage - die Waage sollte auf Höhe des Plattentellers sein.

Der gemessene Wert entspricht ca. der "Effektiven Masse". Vielleicht nicht 99% korrekt, Aber man muss nicht alles Tausendprozentig machen.

"Ungefähr" richtig machen reicht auch schon - die offiziellen Angaben zur Compliance der Systeme scheinen in der Praxis auch nicht immer 100% zu stimmen.

Edit:
Wenn man die Masse dann hat, wiegt man noch das System inklusive Schrauben. und nutzt dieses nette Excelsheet das ein User hier uns mal erstellt hat.

www.jpetzold.de/Tonarm_System.xls



Auf wieviel Gramm kommst du beim Reloop 6000?
hoehne
Stammgast
#7 erstellt: 18. Jan 2014, 21:53
@akem: ich hab zwei - das acutex 312 (derzeit angeschraubt) und ein Super OM, bei dem ich mir mal die 30er Nadel gecrasht hatte und mir dann, der Nadel wegen, ein Digitrac SE geholt hatte. Nun überlegte ich eben, ob ich die digitrac se Nadel in ein Concorde stecke (vorzugsweise in ein "Hi-Fi concorde"), oder ob ich besser ein zweites Headshell - und wenn denn ja, welches - verwende. Die Compliance bei der Digitrac SE liegt ja bei 35...
Das heißt, ich müsste die effekt. Tonarmmasse irgendwie verringern.

@volvo und detektordeibel: http://www.resfreq.com/resonancecalculator.html
Hier wird zur Berechnung wieder alles zusammengerechnet, deswegen hatte ich gleich alles gewogen. In dem Excel Tool addiert der Verfasser Tonarmmasse und Systemgewicht dann wohl auch.
Oder versteh ich was falsch?
Da kann ich doch wirklich gleich alles zusammen wiegen. Die effekt. Tonarmmasse mit Headshell Reloop sollte 15g betragen. Das System wiegt 5,45g,
20,5 - 5,45 = 15,05g . Ich muss dann wohl oder übel das System zur Not nochmal abbauen und dann den Tonarm wiegen.

Danke schon mal für die Antworten.


[Beitrag von hoehne am 18. Jan 2014, 22:32 bearbeitet]
volvo740tius
Inventar
#8 erstellt: 18. Jan 2014, 22:09
Hallo,


hoehne (Beitrag #7) schrieb:

Da kann ich doch wirklich gleich alles zusammen wiegen. Die effekt. Tonarmmasse mit Headshell Reloop 15g betragen. Das System wiegt 5,45g,
20,5 - 5,45 = 15,05g . Ich muss dann wohl oder übel das System zur Not nochmal abbauen und dann den Tonarm wiegen.


Du hast recht, bei dem von Dir verlinkten Diagramm rechnest Du das Tonabnehmergewicht dazu. Bei dem VE- link von mir nicht. 7Hz kommt bei beiden raus.
Edit: mit der Technics Headshell kannst Du rechnerisch noch leicht auf 8Hz verbessern, lohnt sich imho aber nicht.

Gruß Thomas


[Beitrag von volvo740tius am 18. Jan 2014, 22:13 bearbeitet]
hoehne
Stammgast
#9 erstellt: 18. Jan 2014, 22:29
Danke.
Ich dachte schon, ich habe mich völlig zum Löffel gemacht.
Das mit dem Technics-Headshell hatte ich mir auch bereits gedacht, die SME-'Laufgitterroste' sind auch nicht viel leichter. PVC-Headshell finde ich nirgends... Deswegen überlegte ich eben wegen eines alten Concorde. Da ist man - schwups - bei lediglich 8 oder 9 g eff. Masse, was für die 35er Compliance doch sehr gut wäre. Oder bekommt man das Gewicht bei einem aktuellen Concorde (mit etwas "Gewalt") runter?

Gruß,
(auch Thomas)


[Beitrag von hoehne am 18. Jan 2014, 22:31 bearbeitet]
Detektordeibel
Inventar
#10 erstellt: 19. Jan 2014, 03:32
Ich würds mit so nem leichtem Nachbau mal probieren.

http://www.musicland...Headshell_22145.html

Man fährt hier ja schließlich kein DN103.
akem
Inventar
#11 erstellt: 19. Jan 2014, 13:42

hoehne (Beitrag #7) schrieb:
@akem: ich hab zwei - das acutex 312 (derzeit angeschraubt) und ein Super OM, bei dem ich mir mal die 30er Nadel gecrasht hatte und mir dann, der Nadel wegen, ein Digitrac SE geholt hatte. Nun überlegte ich eben, ob ich die digitrac se Nadel in ein Concorde stecke (vorzugsweise in ein "Hi-Fi concorde"), oder ob ich besser ein zweites Headshell - und wenn denn ja, welches - verwende. Die Compliance bei der Digitrac SE liegt ja bei 35...
Das heißt, ich müsste die effekt. Tonarmmasse irgendwie verringern.


Für die Digitrac-Nadel würde ich eher einen neuen OM-Generator/Body kaufen (~5€). Zum einen ist das deutlich leichter als ein Concorde, welches man direkt in den Arm einschraubt, zum anderen haben die OMs elektrische Werte, die deutlich Hifi-tauglicher sind. Sie haben einen niedrigeren Innenwiderstand und v.a. eine geringere Quellinduktivität, was die Hochtonwiedergabe nicht so beeinträchtigt.

Gruß
Andreas
hoehne
Stammgast
#12 erstellt: 19. Jan 2014, 15:42
Na einen Super OM Body habe ich ja da.
Dachte nur, dass das zu schwer wird. Gut, ich kann das Gewicht im OM noch weglassen...
Deswegen hatte ich an einen alten concorde Body gedacht. Da käme ich auf etwa 8,5g eff. Tonarmmasse, was bei der Compliance von 35 der digitrac-Nadel entgegenkommen würde.


[Beitrag von hoehne am 19. Jan 2014, 15:42 bearbeitet]
akem
Inventar
#13 erstellt: 19. Jan 2014, 16:50
8,5g? Diese Concorde Systeme, die man direkt in den Tonarm stöpselt wiegen doch knappe 20g...

Gruß
Andreas
Detektordeibel
Inventar
#14 erstellt: 19. Jan 2014, 17:33
Er meint kein DJ-Concorde sondern ein LMA. Das Ur-Concorde ohne Gewichtring. - Nur woher nehmen?


Ich muss dann wohl oder übel das System zur Not nochmal abbauen und dann den Tonarm wiegen.

Die effekt. Tonarmmasse mit Headshell Reloop sollte 15g betragen. Das System wiegt 5,45g,
20,5 - 5,45 = 15,05g


Du sagst die Reloop Headshell wiegt ca 10g und der Tonabnehmer 5,5... zieht man das von den 20,5 "gesamtgewicht" ab bleiben 5gramm für den Tonarm alleine? Nicht so wirklich, oder?
akem
Inventar
#15 erstellt: 19. Jan 2014, 18:07
5g für einen 9"-Tonarm ohne Headshell, das ist nicht so unrealistisch. Ich hab Arme, die da weniger auf die Waage bringen.

Gruß
Andreas
hoehne
Stammgast
#16 erstellt: 19. Jan 2014, 18:54
Detektordeibel: ich wiege nach!
Aber der Tonarm gilt als eher leicht für seine Klasse.
Den lege ich zum Wiegen ohne headshell und ohne Gegengewicht auf die Waage?

Akem: ja, ich suche ein Ur-Concorde ohne Gewicht. Concorde 30 bzw. LMA.
Ob ich von einem aktuellen Concorde das Gewicht abbekomme, weiß ich ja nicht. 😉
Detektordeibel
Inventar
#17 erstellt: 19. Jan 2014, 19:09

Den lege ich zum Wiegen ohne headshell und ohne Gegengewicht auf die Waage?


Joah - kann man auch mal machen Waage auf Plattentellerhöhe. und das nur der untere Teil vom SME Anschluss aufliegt. Weiß man zumindest mehr.

Für die Eff. Masse sollte man auch eigentlich nochmal nur den Tonarm mit einer leeren Headshell an der Spitze dann abwiegen. Wenn der TA dranhängt.
Das hängt ja alles nicht frei. Und je nachdem wo der Hebelpunkt ist das heißt je kürzer je länger ändert sich ja auch das Gewicht. Kannste mit nem Kochlöffel etc. auf ner Zigarettenschachtel oder so und der Waage ja mal ausprobieren.

Der Punkt wo gewogen wird sollte möglichst der sein wo der Tonarm seine effektive Länge hat. Der Rest ist dann eh +/- 10% und ob das OM20 dann auch wirklich real die Papierwerte hat ist dann eh ne andere Frage.
volvo740tius
Inventar
#18 erstellt: 19. Jan 2014, 20:13
Hallo,

Detektordeibel (Beitrag #14) schrieb:

Du sagst die Reloop Headshell wiegt ca 10g und der Tonabnehmer 5,5... zieht man das von den 20,5 "gesamtgewicht" ab bleiben 5gramm für den Tonarm alleine? Nicht so wirklich, oder?


ein 9" 12x0er Arm hat 12g minus 7,5g Headshell ergibt 4,5g. So weit hergeholt ist das nicht.

Gruß Thomas
hoehne
Stammgast
#19 erstellt: 19. Jan 2014, 21:10
So, habe mal gemessen - und wundere mich gerade:
Tonarmmasse kpl. mit System und Headshell 20,45 g
Headshell inkl. System 15,85 g
Tonarm ohne Headshell 9,65 g
So, nun grüble ich, ob die Angabe von Acutex für das System auf dem Beipackzettel falsch ist: 5,45 g,
oder ob der kürzere Hebel ohne Headshell mit einem anderen Gewicht drückt? So richtig erschließt es sich mir derzeit nicht, da ja Tonarm + Headshell inkl. System 20,45 g ergeben müssten.


[Beitrag von hoehne am 19. Jan 2014, 21:13 bearbeitet]
Detektordeibel
Inventar
#20 erstellt: 19. Jan 2014, 21:48

oder ob der kürzere Hebel ohne Headshell mit einem anderen Gewicht drückt?


Ja, ist so.

Und auch der Gesamtwert mit Headshell+Systemabziehen wird sich höchstwahrscheinlich auch von Messen nur mit Arm und Headshell unterscheiden.
hoehne
Stammgast
#21 erstellt: 19. Jan 2014, 22:03
Also doch mal mit leerem Headshell (und Kabeln) messen... Na da...
hoehne
Stammgast
#22 erstellt: 27. Jan 2014, 21:45
So. Habe gewogen.
Reloop headshell mit Kabeln 10,35g. Technics headshell mit Kabeln 7,55g
Effektive Tonarmmasse mit reloop HS 15,85 g, Technics HS 13,40 g.
Schräubchen mit Muttern wiegen 0,35g. Rein rechnerisch kommt das noch drauf...
Laut Resonanz-Rechner kann ich das Acutex auf der reloop Headshell lassen: 7 Hz
Technics HS wäre besser: 7,4 Hz.

Das Ortofon Super OM müsste ich dann ohne das kleine Gewicht mit Technics-Headshell betreiben. Da komme ich auf 6,7 Hz.
Dürfte noch okay sein, oder?

Ach, noch ein Tipp: die Nachbau Headshells von Conrad sind Schrott: habe nach dem 3 mein Geld zurückgewollt.
Azimut schief, das Ende, was in den Tonarm reinkommt zu dick bzw. die kleine Plastelasche, wo die Kontakte rausgucken so dezentriert, dass man das HS. Auch gar nicht min das Tonarmrohr bekommt... fürchterlich - alle HS. Im Laden optisch geprüft - dann war keines mehr dabei, was keinen Fehler hatte. Ich war froh, Conrad vor Ort zu haben!

Nochmal zur Resonanz-Frequenz: sind 6,7 Hz schon bedenklich? Das Denon DL-110 (klingt das ähnlich gut einem OM30, oder eher qualitativ darunter?) liegt rein rechnerisch ja auch 1,...Hz über den 12 Hz.


[Beitrag von hoehne am 27. Jan 2014, 21:47 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#23 erstellt: 27. Jan 2014, 22:21
Hallo!

OK sind noch Werte zwischen 7 und 8 Hz, weiter runter würde ich nicht gehen beim DL-110 liegt für solche Fälle im übrigen ein Gewichtsplättchen mit einem Gramm bei.

Nein, das DL-110 ist zwar schon ein recht gutes System kann aber mit einem OM-30 OM-40 noch nicht recht mithalten, aber hier kommt es immer auch den jeweiligen Einsatz an, bei sehr Hochton-/Tieftonreicher Musik ohne starke Dynamiksprunge aber hoher durchgehender Lautstärke ist das Denon sogar die bessere Wahl gegenüber einem OM-30 das einen eher trockenen schlanken Tieftonbereich, gute transparente Mitten und einen etwas hellen aber noch zurückhaltenden Hochtonbereich produziert.

Auch bei eher mäßiger Aufnahme-/Pressqualität würde ich eher das Denon einsetzen da es doch etwas gnädiger mit solchen Platten umspringt. Der elliptische Schliff des Denon reicht aus um nur ein Minimum an zusätzlichen Verzerrungen zu produzieren wenn es richtig justiert ist. Selbst bei klassischem Soprangesang ist es durchaus erträglich obwohl ich da lieber zu wesentlich teueren Systemen greife.

MFG Günther
akem
Inventar
#24 erstellt: 28. Jan 2014, 09:24
Also, ich würde das DL110 oberhalb dem OM30 ansiedeln. Es klingt einfach ausgeglichener, sauberer und detaillierter. Das OM40 ist dann wieder besser als das OM40.
Das OM30 hat halt den schlechtesten der Ortofon Fine-Line Schliffe mit 8x40µm. Das DL110 hat 5x18µm und hat damit zwar den höheren Verschleiß (der größere Radius ist kleiner), hat aber die bessere Hochtonwiedergabe (die 5 vs. 8µm). Die Nadel des DL110 ist also fast doppelt so scharf wie der Fine-Line Schliff des OM30.

Gruß
Andreas
hoehne
Stammgast
#25 erstellt: 28. Jan 2014, 10:45
Das sind ja nun 2 grds. verschiedene Aussagen.
Wobei sich das OM 30 vom OM 40 nun nicht mehr sooo wirklich unterscheiden soll bzw. einigen das OM 30 angenehmer klingt.
Ist zwar alles subjektiv, aber ich würde gern etwas Gleichwertiges wie das OM 30 probieren. Ausschlaggebend finde ich hier wirklich die detailreiche Hochtonwiedergabe. Die sollte nicht verschwinden. Das 312 III STR hat im Hochtonbereich ggü. dem OM 30 ein paar Abstriche - aber klingt insgesamt irgendwie voluminöser bzw. hat mehr Bass. Auch dieses klingt gut.

Habe letztens als Vergleich beim Einbau ein Thakker Epo E gehört, was ja immer als "klingt gar nicht mal so schlecht" bezeichnet wird. Das fand ich nun nicht. Die Höhen fehlen bei diesen Systemen komplett. Feine HiHats und so etwas in der Art gehen völlig verschwunden... Das wäre Mist.

Mir ist eben nur der Nachkauf einer 30er Nadel mit einer Compliance von 25 (was dann am Reloop Arm wieder ginge) einfach zu teuer! 230 € dafür - was soll das? Die gab's mal für knapp 100 € weniger. Das Digitrac 300 SE habe ich vor 2 Jahren bei Thakker für 69 € gekauft - mittlerweile will der 130 € dafür!

Wo ist das AT 440 MLa anzusiedeln? Oder gibt es Geheimtipps?
Hörbert
Moderator
#26 erstellt: 28. Jan 2014, 11:57
Hallo!

"Geheimtipps" gibt es immer nur taugen die in der Regel nicht viel, ein klassischer "Geheimtipp" war -und ist es in einigen Kreisen wohl immer noch-, das unsägliche AT-95E oder das DL-103, -ein altes Rundnadel-MC das nach ca 500-600 Betriebsstunden die Grätsche macht-.

Das AT-440 MLa habe ich neben anderen Systemen ebenfalls hier und es läuft gerade in einem alten Stax UA-3 zu meiner Zufriedenheit.

Das System klingt etwas hell ( bei einer Kapazitätsbelastung über alles von ca.250-260 Pikofarad) mit gut aufgelösen sauberen Mitten und einem straffen schlanken tiefreichendem Baßbereich (falls die Schallplatten mitspielen, gute Aufnahmen und saubere Schallplatten setze ich jetzt mal voraus) das System liefert ein sehr detaliertes Klangbild ohne hörbare Verzerrungen( exakte Justage vorausgesetzt ) selbst bei dem alten Stax-Tonarm der bekanntlich ohne Antiskatingeinrichtung daherkommt bei einer Auflagekrafteinstellung von 1,4 Gramm.

Das System finde ich durchaus einer Empfehlung wert und würde es (bei einem vollig anderem Klangbild) zwischen OM-30 und OM-40/VM-silver einordnen.

MFG Günther
akem
Inventar
#27 erstellt: 28. Jan 2014, 12:19
Mir hat beim OM30 gerade in der Hochtonwiedergabe etwas gefehlt. Das war für mich der ausschlaggebende Grund, es ziemlich schnell wieder zu verkaufen. Das OM40 klang mir dann etwas zu spitz, da gefällt mir ein VM Silver besser, obwohl es technisch sehr ähnlich ist. Das DL110 klingt halt (wenn man das so sagen darf) mehr wie CD, also sauberer und unverzerrter als die OMs, kann aber an einem ungeeigneten Arm auch mal tonal verfärben (da sind die Ortoföner gutmütiger). Mit 15,8g sollte es aber gut zurecht kommen. Auch die Hochtonwiedergabe des DL110 finde ich sehr gut. Unverzerrt und sauber, nicht auffällig und aufdringlich sondern es klingt einfach selbstverständlich.

Gruß
Andreas
hoehne
Stammgast
#28 erstellt: 28. Jan 2014, 12:29
Das ist mal eine schöne, detaillierte Aussage. Danke.
AT 95 E, AT 91, OM 5, OM 510 klingen in meinen Ohren sowas von bedeckt, muffig - da lohnt sich jeder CD-Player dagegen. Rundnadel (juchuuu!)?
Gerade die Brillianz und feine Dynamik, dieses analoge, organische "Zwitschern" der Höhen machen für mich das Platte hören aus. Und das kann man mit den unteren Preissegmenten definitiv nur erahnen!

Ich denke da zum Beispiel an die 12" von Enjoy The Silence von Depeche Mode (der Hands & Feet Mix). Für mich die "Mutter aller Extended Versionen" - aber gerade diese leisen feinen Höhen, die gleich mit dem Intro einsetzen - die hört man mit den einfachen System bestimmt erst gar nicht!

Wie bereits geschrieben: das Acutex 312 III IST ein sehr guter Geheimtipp - das Digitrac war es damals auch.

Aber das Denon 110 wird dermaßen gelobt, dass ich einfach mal wissen wollte, was es damit auf sich hat. Das DL 160 geht gebraucht für fast mehr weg als ein neues 110 -ähm - Tut das Not? Ist das sooo gut? Die vergangenen Tage endete ein MC NOS DL-160 bei 230€ ... dann doch lieber ein neues OM30, oder?


[Beitrag von hoehne am 28. Jan 2014, 12:47 bearbeitet]
akem
Inventar
#29 erstellt: 28. Jan 2014, 15:43
Ich hatte ein DL160 mal für kurze Zeit. Habe es leider nur an einem Tonarm gehört und mußte es dann wieder verkaufen. Ich habe es als etwas weicher und zurückhaltender in Erinnerung. Groß war der Unterschied zum DL110 aber nicht. Aber wie gesagt, ich hab es nur im Neuzustand und an einem Tonarm gehört. Das schränkt diese Aussage schon etwas ein...
Ich würde mir jedenfalls keine 5 Beine ausreißen, um eines zu ergattern, welches dann womöglich noch in einem fragwürdigen Zustand ist.

Gruß
Andreas
hoehne
Stammgast
#30 erstellt: 28. Jan 2014, 16:29
Ja, das dachte ich mir auch so - und die angegebenen gespielten Stunden ... naja, ist dann vielleicht wie bei einem gedrehten Tacho. Bzw. wüsste ich gar nicht, was mein System bisher runter hat...

Sonst noch Alternativen? Hatte mal was gelesen über AT 120 mit ATN 135 E Nadel - sollte mit einem 2m Bronze mithalten können - weiß da einer mehr? Hach, es wird schwierig...

Wie gesagt, ich mag keinen "muffigen Klang" wie in Omas Stube mit dickem Teppich. Dadurch, dass ich vorwiegend elektronische Musik höre, kann es durchaus klar mit straffem aber gutem Bass daher kommen.
akem
Inventar
#31 erstellt: 28. Jan 2014, 18:00
Ja, man kann das AT120 mit besseren Nadeln aufrüsten. Ich hab eines mit einer 140LC Nadel. Das klingt schon gut, kann man nicht meckern. Aber preislich?? Du kaufst ein AT120 (egal ob E oder II) und dann noch ne gute Nadel dazu. Die Originalnadel bleibt ungenutzt... Wenn Du ein gebrauchtes AT120 mit mehr oder weniger verschlissener / defekter Nadel kriegst kann man da drüber durchaus mal nachdenken. Aber neu kaufen? Würde ich nicht machen...

Was anderes wäre es bei einem AT95. Da gibt es auch gute Nadeln dafür. Da kostet aber das Neusystem gerade mal 20€ oder sowas. Da geht das eher, da tut die ungenutzte Originalnadel (oder sagen wir lieber der ungenutzte Originalnagel ) nicht weh. Dann die Shibatanadel von Thakker drauf, ergibt auch ein ganz nettes System, das man durchaus gut anhören kann.

Gruß
Andreas
hoehne
Stammgast
#32 erstellt: 28. Jan 2014, 18:33
Oha! Das lässt aufhorchen, äh -lesen!
Und ein 135er gibt es nicht mehr, nehme ich an!?
akem
Inventar
#33 erstellt: 29. Jan 2014, 09:08
Als fertiges Komplettsystem wohl nicht. Als Ersatznadel gibt's noch so einiges.

Gruß
Andreas
hoehne
Stammgast
#34 erstellt: 29. Jan 2014, 11:45
@Hörbert: das AT440Mla hat aber auch eine recht hohe und damit für meinen Tonarm ungeeignete Compliance, oder?
Detektordeibel
Inventar
#35 erstellt: 29. Jan 2014, 15:42
Das 440mla ist härter, das sollte von der Compliance perfekt auf den Reloop passen.
hoehne
Stammgast
#36 erstellt: 29. Jan 2014, 16:16
Na am Ende werde ich dann wohl doch meinen Super OM Systemträger und das Digitrac 300 SE verkaufen. Vielleicht komme ich ja an den Preis eines 440 MLa in etwa ran...
Detektordeibel
Inventar
#37 erstellt: 29. Jan 2014, 16:32
Kannst das Digitrack ja hier im Forum anbieten. Anfänger mit T4P Dreher freut sich.
hoehne
Stammgast
#38 erstellt: 29. Jan 2014, 17:15
Da muss ich vorher aber noch Einiges posten, sonst darf ich nicht verkaufen.
hoehne
Stammgast
#39 erstellt: 01. Feb 2014, 19:22
So... Möchte meine Erkenntnisse hier gern teilen, weil ich denke, dass es andere auch interessieren könnte.

Das bestellte Original-Technics-Headshell ist eingetroffen. Ich habe daraufhin das Super OM dran montiert. Ohne das 2,5 g Gewicht, damit ich die effektive Tonarmmasse senken kann. Justiert. Auflage einstellen wollen. Mein lieber Scholli ... Gerade so auf die empfohlenen 1,25 g Auflagedruck gekommen. Das Gegengewicht des Tonarms ist jetzt aber am Anschlag. Weniger geht nicht. Oder gibt es leichtere Gewichte, die passen könnten? Falls nein, kann ich mir das Concorde LMA direkt von Backe machen, da ich dann die Nadel nicht mehr auf die Platte bekomme.

Jetzt jedenfalls läuft das System erstmal. Die errechnete Frequenz liegt bei 6,8 Hz oder was. Zur Resonanzfrequenz hatte ich mich parallel noch belesen. Die empfohlenen < 8 Hz sind ja eigentlich < 7 Hz (irgendwer hat gleich wieder eine Pufferzone eingebaut); kritisch soll es jedoch erst ab 5 Hz werden, aber da vorrangig auch nur bei Subchassi-Drehern... Jeder weiß was Anderes, Besseres. Auch las ich immer wieder, das auch Systeme > 7 Hz harmonieren können. Mal sehen. Was kann denn eigentlich passieren? Das der Bass schwammig klingt, oder? Finde ich nun nicht.

Wenn einer was bzgl. eines leichteren Gegengewichtes für so einen "1210-artigem-Tonarm" weiß, wäre ich dankbar. Dann könnte ich mich auf 8 Hz zubewegen.

Oder jemand will mit mir tauschen - ein 440 MLa gegen ein Super OM ohne Nadel UND ein Digitrac 300 SE mit unter 100 h Laufzeit.
Hörbert
Moderator
#40 erstellt: 02. Feb 2014, 10:56
Hallo!

In Anbetracht deiner fast 100 Postings und deswegen da es ein unverbindliches Tauschangebot ist das die allermeisten erst wahrnehmen werden wenn deine fehlenden Postings schon getätigt sein könnten lasse ich dein Posting ausnahmsweise einmal so stehen und gebe es dir nicht posttwendend zuruck. Aber das wird hier keinesfalls zur Regel.

@hoehne

Die Sache mit der Resonanz ist eigentlich ganz einfach:

IOch fasse sie eimal zusammen, es gibt eine Ideale Zone in der ein System wenn Justage und Anschlußwerte des Entzewrrers ebenfalls stimmen am Linearsten(soweit das System selbst mitspielt ) betrieben werden kann(soll) und in der Die Abtastfehler durch die mechanische Güte ebenfalls am geringsten sind, -diese Zone liegt zwischen 8 Hz und 12 Hz.

Darüber und darunter wird dein Abtaster sowie dein Tonarm mit zunehmend weniger guten Bedingungen konfrontiert und die Kombination wird mit zunehmenden Abtastfehlern die teilweise gar nicht als solche erkannt werden, mit nichtliearem Verhalten des System ( Klangveränderungen) und schlechteren (Resonanz zu niedrig) respektive uberzogenem dynamischen Verhalten ( Resonanz ist zu hoch) reagieren. Klanglich gesehen hast du also bei einer Fehlabstimmung erstmal mit einen Ergebniss zu rechnen das bestimmte Frequenzbereiche etwas überbetont und dafür andere etwas vernachlässigt.

Nehmen wir zur verdeutlichung einmal zwei Beispiele:

Nehmen wir an du setzt ein OM(S)-30 in einen Tonarm ein der mit sagen wir einmal 18 Gramm eff bewegter Masse für dieses System nur bedingt geeignet ist. Hier kannt du dann bei den bekannten Werten des Ortofon (5 Gramm Korpusgewicht, Compliance 25µ) eine Tonarm-Systemresonanzfrequenz von (rechnerisch ermittelten) 6,6 Hz erwarten. Diese entsteht dadurch das deine ewas weich aufgehängte Nadel Auslenkungen abtastet die eigentlich schon den Tonarm dazu bringen müßten sich zu bewegen und selbst auszulenken. Deine System-Tonarmkombination reagier also vergleichsweise träge. Und deine Nadel tastet die größeren Auslenkungen (=Tieftonfrequenzen) uberproportinal gut ab kann aber bei den immer kleiner werdenden Auslenkungen bis 12 KHz nicht mehr gleichzeitig ganz sauber arbeiten da sie schon etwas über das Maß an Auslenkung hinaus ist wo beides zur gleichen Zeit mühelos ginge. Klanglich gesehen bewegst du dich allerdings noch in einem moderaten Bereich der noch, -je nach Musikart-, sogar ein besseres Ergebniss vorspiegelen kann als eine exakte Abtastung die sich bei einem guten System immer möglich unspektakulär präsentieren wird. Oder andes ausgedrückt die Musik kann durchj diese Fehlabstimmung sogar interessanter klingen.Dabei muß keine deutlich merkbare beeinträchtigung der hohen Frequenzen vorliegen da der Fall das gleichzeitig ein deftiger Tieftonimpuls vorliegt und zusätzlich extrem fein zisilierte Impule bei 7-10 KHz abgetastet werden müssen nicht zu jeder Zeit vorliegt und der Verdeckungseffekt hier auch eine Rolle spielt. Allerdings wird deine Tonarm-Tonabnehmerkombination insgesamt auch instabiler auf verwellungen reagieren, das kann sich in einzelnen Fällen bis zu dem Punkr aufschaukeln an dem der Tonabnehmer frühzeitig aus der Rille fliegt.

Nun der umgekehrte Fall:

Du setzt in einen Tonarm von 7,5 Gramm eff bewegter Masse z. B. ein Ortofon MC-3 Turbo (ebenfalls Fine-line Schliff, Korpusgewicht 4,1 Gramm Compliance 13µ) und liegst hier sehr nahe bei einer Resonanzfrequenz von 13 Hz, -auch das ist noch kein Beinbruch-, hier lenkt der Tonarm etwas frühzeitig aus da das System mit seinem steiferen Dämpfergummi anstatt auszulenken die Bewegung an den Tonarm weitergibt der hier und jezt seine bewegte Masse ins Spiel bringt und die Nadel ein wenig frühzeitig aus der Spur nimmt, bei sehr großen Schnellen wird die Nadel nun (bei dieser relativ geringen Fehlabstimmung noch kaum merklich) anfangen in der Rille etwas zu "schlackern und dabei abwechseld an einer der beiden Rillenflanken stärker anliegen. Dadurch wird das Klangbild mit wachsender Fehlabstimmung zunehmend unruhiger (was von einigen Usern denen das zusagt als lebendig und dynamisch empfunden wird). Auch hier kann die Musik -je nach Sparte-, durchaus interessanter und spektakulärer klingen als sie eigentlich aufgezeichnet ist und dies Fehlabstimmung kann sich auch noch im Rahmen des Geschmacklichen bewegen, allerdings wir hier der Klang mit wasender Fehlabstimmung zunehmend unruhiger und Hochtonlastiger da der Nadel keine Zeit mehr bleibt Tieftonimpulse sauber abzutasten. Auch hier gibt es mit wachsender Fehlabstimmung eine zunehmende Instabilität der Tystem-Tonarmkombination die bei Verwellungen und hohen Schnellen zu einer Fehlfunktion führen können was aber im eben genannten Beispiel noch sehr unwahrscheinlich wäre.

Wenn man weiß was man tut und die Ergebnisse einigermaßen gut abschätzen kann ist es sogarb ohne weiteres Möglich solche Fehlabstimmungen gezielt einzusetzen um hier das Ergebniss ein wenig zu "Würzen", zur Hochzeit der Plattenspieler war das sogar in diversen Kreisen eine hohe "Kunst" und nicht zuletzt das Motiv hinter dem Besitz einer ganzen Reihe von Tonabnehmern und Tonarmen. Auch heute noch sind interessante Experimente in beide Richtungen möglich, -sei es um ein inviduelles "ideales" Klangbild zu finden-, -sei es um einfach eine "Würzpalette" zur Verfügung zu haben-. Man muß sich dafür bloß von dem Gedanken verabschieden mit einem System und einem Tonarm ein für alle Musiksparten und jede Lebenslage ein stets passendes Ergebniss erzielen zu wollen.

Ich hoffe dir hier einen etwas weitergehenden Einblick verschafft zu haben mit dem du etwas anfangen kannst.


[Beitrag von Hörbert am 02. Feb 2014, 11:00 bearbeitet]
hoehne
Stammgast
#41 erstellt: 02. Feb 2014, 11:31
Danke, Hörbert!
Das war eine sehr schöne und umfangreiche Erklärung. So präzise habe ich das noch nirgendwo gefunden.
Wenn mir also der Klang des (eigentlich fehlabgestimmten) Systems zusagt, mir die Nadel nicht ständig aus der Rille fliegt, brauche ich mir wirklich keinen Kopf machen.

Wirklich: gut erklärt.
Hörbert
Moderator
#42 erstellt: 02. Feb 2014, 18:21
Hallo!

Das ist richtig, zumal früher Hersteller sehr oft mit eigentlich unpassenden Systemen ausgeliefert haben die so dann bei den Kunden standen. Das so eine Herstellerentscheidung auch nach hinten losgehen konnt zeigt die Geschichte dere Firma Lenco deren L-75 mit einem derart unpassenden System ausgeliefert wurde das er wie Blei in den Läden stand.

Möglicherweise hast du bei diversen verwellten Schallplatten einige Subsoner aber das dürfte eher unwahrscheinlich sein da deine Fehlabstimmung nicht ganz so derb ist wie für solche Effekte notwendig.

MFG Günther
hoehne
Stammgast
#43 erstellt: 02. Feb 2014, 19:46
Glücklicherweise habe ich kaum verwellte Scheiben. Ein paar 7"s, ein paar US-Scheiben, die wohl in der Sonne Californiens falsch lagerten... Nichts Schlimmes also. Bzw. habe ich für diese Scheiben ja nun ein zweites System, dessen Resonanzwerte im Rahmen liegen.
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