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Tonabnehmer-Justage bei Technics SL-1300

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Autor
Beitrag
MacPhantom
Inventar
#1 erstellt: 18. Mrz 2014, 16:33
Hallo zusammen

Ich habe heute (von Auge und mit dem Ohr) feststellen müssen, dass mein Tonabnehmer (EPC-270CII mit einfacher Nachbaunadel) an meinem Technics SL-1300 falsch angebracht ist. Das äussert sich u.a. auch dadurch, dass gegen das Platteninnere die Höhen hörbar verzerrt wiedergegeben werden.

Aus dem Benutzerhandbuch lassen sich folgende Eigenschaften des Tonarms herauslesen:
Technics SL-1300 Tonarm

Jetzt meine Frage: wie lässt sich der Tonabnehmer am besten ausrichten? Würde da die bekannte Technics-Überhangslehre vom SL-1200 genügen, oder müsste ich auf andere Methoden zurückgreifen?

Edit: ebenso habe ich das Gefühl, dass der Tonabnehmer mit der Nachbaunadel ein klein wenig zu hoch baut (der Tonarm scheint mir von Auge leicht angewinkelt in Richtung Tonabnehmer zu sein, wenn eine Platte aufliegt). Der Tonarm des SL-1300 ist übrigens nicht höhenverstellbar. Könnte aber auch nur ein Gefühl (Täuschung) sein.

Vielen Dank für Eure Antworten!


[Beitrag von MacPhantom am 18. Mrz 2014, 16:37 bearbeitet]
Albus
Inventar
#2 erstellt: 18. Mrz 2014, 18:01
Tag,

die Überhangschablone mit dem Technics-Standard von 52 mm ist gut tauglich; die 52 mm finden sich eben auch in der BDA für das Modell SL-1300. Die sich daraus ergebende Tonarmgeometrie ist hinsichtlich der Lage des inneren Nullpunktes günstig, im innersten Abspielbereich, d.h. unterhalb 65 mm Radius, liegen die maximalen Verzerrungen aus dem horizontalen Spurfehlwinkel bei maximal 0,6% - insoweit unproblematisch.
Wenn es in dem genannten Radius-Abschnitt (57,5 mm bis 65 mm) zu hörbaren Verzerrungen kommt, so sollte es nicht der Tonarmgeometrie zugerechnet werden. Eher dem Nachbau-Nadeleinschub.
Die Auflagekraft ist möglicherweise doch zu erhöhen - bis 20 mN wäre zu versuchen. - Eine nur geringe 'Höherstellung' des Tonabnehmers, etwa so, dass der Abtastdiamant aber noch annähernd senkrecht in die Rille eintaucht, ist ebenfalls als unproblematisch anzusehen.
Bleibt die Beschaffenheit des Nadeleinschubs im Prinzipiellen.

Freundlich
Albus
juergen1
Inventar
#3 erstellt: 18. Mrz 2014, 18:11

MacPhantom (Beitrag #1) schrieb:
Jetzt meine Frage: wie lässt sich der Tonabnehmer am besten ausrichten? Würde da die bekannte Technics-Überhangslehre vom SL-1200 genügen
Müßte eigentlich.
Alternativ, bzw. zur Kontrolle kannst Du diese Zweipunktschablone nehmen.
Schablone 63,5/105. Nullpunkte sind aus Deinen oben angegebenen Geometriedaten berechnet.
Gruß
Jürgen


[Beitrag von juergen1 am 18. Mrz 2014, 18:11 bearbeitet]
Wuhduh
Inventar
#4 erstellt: 19. Mrz 2014, 01:37
Wie Albus schon meinte: Es dürfte an der Qualität der Nadel liegen. Zum dem Preis kann man nicht viel erwarten.

MfG,
Erik
juergen1
Inventar
#5 erstellt: 19. Mrz 2014, 05:44

Wuhduh (Beitrag #4) schrieb:
Wie Albus schon meinte: Es dürfte an der Qualität der Nadel liegen.
Er meinte das sicherlich nur für den Fall, daß korrekt auf die vorgesehene Tonarmgeometrie justiert ist. Und das ist ja wohl im Moment noch fraglich.
Gruß
Jürgen
MacPhantom
Inventar
#6 erstellt: 19. Mrz 2014, 10:28
Vielen Dank für Eure Antworten!

Das deckt sich in etwa mit meinen Vermutungen (und tut mir Leid, dass ich die BDA des 1300 offenbar zu wenig genau durchgelesen habe – sowas passiert mir i.d.R. eher selten). Dann werde ich mir wohl so eine Lehre online bestellen müssen.

Einen Teil der Verzerrungen kommt sicherlich von der Nachbaunadel. Offenbar gibt es da in der Tat starke Serienstreuungen; ich hatte zuvor bereits für das gleiche System vom gleichen Anbieter so eine Nadel, die jedoch einen deutlich besseren Klang brachte. Ich weiss, eine Jico SAS wäre ein Overkill für das 270C, doch ich bin trotzdem zufrieden damit (und wenn ich mal etwas besseres möchte, dann werde ich wohl auf das 205C – dann aber mit SAS-Nadel – zurückgreifen). Ich habe irgendwie gerne alles von der gleichen Marke (nur aufgrund pers. "Favorisierung").


[Beitrag von MacPhantom am 19. Mrz 2014, 10:29 bearbeitet]
Albus
Inventar
#7 erstellt: 19. Mrz 2014, 12:47
Tag,
und Tag Mac,

doch noch im Nachgang gefragt: wie machen sich die Verzerrungen akustisch bemerkbar - und im welchem Radius-Bereich?
Radius-Bereich - im Abschnitt 70-90 mm oder darunter, gar unterhalb 60 mm?
Akustische Verzerrungen: Als Knister- oder Knackgeräusche, als Prasseln oder als verlaufende undeutliche Tonhöhe? Oder gar als ein metallisches Klacken in impulsreichen Momenten?
Überhang: Um die geforderten 52 mm (einschließlich Dämpferringgummi; die originalen 2 1/16 Zoll sind genau genommen 52,3875 mm, somit ~52,4 mm) zu realisieren genügt für gewöhnlich ein Lineal, aber die Überhanglehre ist ein gutes Hilfsmittel (nur können Headshells mit zwei Haltepins nicht eingefügt werden - nur ein Schlitz zur Pin-Aufnahme).

Freundlich
Albus
MacPhantom
Inventar
#8 erstellt: 19. Mrz 2014, 13:54
Hallo Albus

Die Verzerrungen betreffen hauptsächlich die hohen Frequenzen, die dann zu Zisch-Lauten werden. Knistergeräusche sind mir nicht aufgefallen (bis auf die Staub-bedingten). Wenn mit Radius-Bereich die Distanz des TA zum Mittelpunkt des Plattentellers gemeint ist, so kann ich leider nur schlecht aussagen, ab wann sich die Verzerrungen für das Ohr bemerkbar machen. Würde aber so um die 80mm schätzen.
Zum Überhang: für mich ist ein Lineal zu ungenau (ich kann aufgrund des vertikalen Versatzes nur schlecht abschätzen, ob es von der Nadelspitze bis zum Schaft der Headshell wirklich 52mm sind). Meine Headshell hat nur eine Schraube oben, dafür ein Distanzplättchen darunter, auf dem die Cartridge mit zwei Schrauben angebracht ist. Ein gewisser Spielraum der Distanz in der Länge ist also möglich.
Albus
Inventar
#9 erstellt: 19. Mrz 2014, 16:39
Tag,

einen Vorschlag hätte ich noch: So an die zwanzig- bis dreißigmal den Tonarm über den gesamten möglichen Drehwinkel führen, auch mal rascher, mal langsam, dazu in der Senkrechten (Fallstrecke) von oben nach unten bewegen, bis unter die Plattenebene. Man ist dann sicher, dass etwaige Gleitreibungs- und Ansprechhindernisse im Tonarmlager 'geglättet' sind. Manchmal ist das bei Verzerrungen im mittleren und inneren Abspielbereich die Problemlösung. - Man ersparte sich so dann auch die Anblasprobe des schwebend in die Gleichgewichtslage gebrachten Armes.

Freundlich
Albus
juergen1
Inventar
#10 erstellt: 19. Mrz 2014, 18:15

MacPhantom (Beitrag #6) schrieb:
Dann werde ich mir wohl so eine Lehre online bestellen müssen.
Hallo Mac, die ist möglicherweise nur schwer, bzw. vollkommen überteuert zu bekommen. Mit der von mir verlinkten Schablone lässt sich auch einwandfrei einstellen. Du wärst damit, aus geometrischen Gründen, auch auf der sicheren Seite, da eine Lehre nur dann funktioniert, wenn alle sonstigen Maße des Tonarms incl. Montageabstand genau stimmen.
Zweipunktschablone dagegen funktioniert immer.
Gruß
Jürgen
Wuhduh
Inventar
#11 erstellt: 19. Mrz 2014, 21:08
@ Albus:

Druckluftspray statt Muskelkraft !
blademage
Stammgast
#12 erstellt: 19. Mrz 2014, 21:39
Am einfachsten dürfte, wenn Du einen präzisen Drucker hast, der "Arc Template Generator" sein.
http://conradhoffman.com/chsw.htm bzw. http://conradhoffman.com/TemplateGen.zip

Du gibst Die Parameter des Armes ein und druckst Dir eine Schablone aus. Die Nadel muss dann dem Bogen folgen.

Dazu muss der Drucker natürlich präzise drucken (also nicht vergrößern oder verkleinern)


[Beitrag von blademage am 19. Mrz 2014, 21:40 bearbeitet]
MacPhantom
Inventar
#13 erstellt: 19. Mrz 2014, 23:04
Ein grosses Dankeschön an alle für eure tollen Instruktionen!

Ich habe soeben die von Jürgen hochgeladene Schablone (danke!) ausgedruckt, auf ihre Grösse überprüft, und den Tonabnehmer ausgerichtet. Den Beitrag von blademage habe ich erst nach der Justage bekommen (und zudem habe ich kein Windows), also habe ich diese Methode nicht ausprobiert. Nun, gemäss der Schablone von Jürgen musste die Cartridge in der Headshell ganz nach vorne, um gut ausgerichtet zu sein. Gesagt, getan.
Ebenso habe ich die Auflagekraft nochmals neu eingestellt (empfohlen sind 1.75 ±0.05 g; ich habe den Wert allerdings auf 1.9g gesetzt).

Nun, die Zischlaute sind praktisch vollständig unter die Grenze des Hörbaren gefallen! Auch ganz innen bei der Platte. Unglaublich, was das ausmacht – und die billige Nachbaunadel tönt bereits so schon für meine Ohren fantastisch! Und da ich kein Goldohr bin, werde ich nun wohl noch einige Zeit mit dieser Kombination fahren.


Vielen Dank nochmals!


[Beitrag von MacPhantom am 19. Mrz 2014, 23:05 bearbeitet]
juergen1
Inventar
#14 erstellt: 20. Mrz 2014, 00:32
Klasse daß es was gebracht hat. Ohne einen Pfennig auszugeben!
Der Tonabnehmer muß vorher wirklich hundsmiserabel justiert gewesen sein.
Gruß
Jürgen
MacPhantom
Inventar
#15 erstellt: 20. Mrz 2014, 10:06
Muss wirklich so gewesen sein. Auf jeden Fall bin ich mehr als nur froh, dass die Sache nun wieder einigermassen i.O. ist.
blademage
Stammgast
#16 erstellt: 20. Mrz 2014, 10:45
Freut mich auch, dass das Ergebnis stimmt!

Wobei es mich sehr wundert, dass die Nadel jetzt ganz vorne sitzt. Bei meinem SL-1900 sitzt das EPC fast mittig (ca. 0,3mm weiter hinten) und der hat auch 230mm effektive Länge bei 215mm Abstand und 15mm Überhang, also die gleiche Geometrie.
MacPhantom
Inventar
#17 erstellt: 20. Mrz 2014, 12:05
Mich wundert es auch, aber so hat es wirklich am besten gepasst (hätte sogar einen Tick weiter nach vorne gehen können als möglich). Ich werde sonst heute ev. noch Fotos davon nachreichen.

An meinem (noch) Zweit-Dreher (einem SL-1900 ;)) passt das Ganze übrigens auch! Sehr erstaunlich.
blademage
Stammgast
#18 erstellt: 20. Mrz 2014, 12:40
Wie gesagt, was am 1300 passt, passt am 1900 auch . Es wäre aber möglich, dass die Headshell oder das Distanzplättchen von einem anderen Dreher stammen (z.B. einem SL-18).
MacPhantom
Inventar
#19 erstellt: 20. Mrz 2014, 13:11
Ich habe die Cartridge und Headshell damals zusammen mit dem SL-1900 von (nicht meinen) Grosseltern übernommen. Da würde es mich schon sehr wundern, wenn die von einem SL-18 stammen würden. Ich werde auf jeden Fall noch Fotos nachreichen.
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