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Shure M44-7 H oder Ortofon Concorde Pro S?

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eStyle
Stammgast
#1 erstellt: 04. Aug 2014, 10:52
Hallo, alle zusammen!

Da ich nur seit wenigen Monaten Besitzer eines Plattenspielers bin und somit relativ neu in die Vinylwelt eingestiegen bin, hätte ich zwei kleine Fragen an euch:

Ich bin seit ich fünf Jahre alt war ein absoluter Michael Jackson Fan und sammle jetzt natürlich auch seine ganzen Platten, da ich CDs kaum mehr höre, seitdem ich meinen Plattenspieler besitze. Momentan besitze ich die "Audio Technica ATN 3600 L" Nadel an meinem Plattenspieler und überlege, sie bald auszutauschen, weil ich extrem oft Platten gehört habe die letzten Monate. In meinem Urlaub teilweise sogar 2-3 Platten pro Tag (ihr merkt, ich bin begeistert von Vinyl). Deswegen bin ich jetzt am Überlegen, welche Nadel es werden soll. Ich kenne mich, was diese Sache angeht, null aus, bin aber schon seit mehreren Wochen im Internet fleißig am Lesen und Erkundigen und habe auch schon wenigstens bisschen was über die verschiedenen Arten, Formen und Schliffe gelernt. Da ich mich überhaupt nicht mit der Montage auskenne und keine Schablone, Waage etc. besitze und es wahrscheinlich auch mit den Hilfsmitteln nicht hinbekommen würde, suche ich möglichst direkt einen Tonabnehmer mit bereits installiertem System. Also Headshell + Nadel (hoffe ich benutze die Wörter korrekt). Dabei bin ich auf "Shure M44-7 H + Technics Headshell" und "Ortofon Concorde Pro S" gestoßen. Von dem Concorde lese ich so fast überall, scheint ja wirklich gut zu sein, ist das wirklich so? Aber auch von dem Shure habe ich bereits auf vielen Seiten gelesen, jedoch oftmals, dass es etwas schwächer im Vergleich zum Concorde sein soll. Ich brauche diese beiden Tonabnehmer doch nur noch an meinen Tonarm ranstecken und festziehen, richtig? Mein jetziger Tonabnehmer ist die Art vom Shure, nicht so länglich wie beim Concorde.

Hier sind die beiden Tonabnehmer:





(Der von Concorde ist sehr in die Länge gezogen, gibt es da keine Probleme?)

Welchen würdet ihr mir nun empfehlen? Ich höre auf Vinyl momentan wirklich ausschließlich nur Michael Jackson, ab und zu aber auch mal Tom Jones oder Bob Marley. Wenn in Zukunft weitere Vinyls von anderen Künstlern dazukommen, wird dies auch hauptsächlich die Richtung Pop/R&B sein. Alles andere an Musikrichtungen und Künstlern besitze ich auf CD.

Zweite Frage wäre, welches Slipmat empfiehlt ihr mir? Da lese ich ja auch überall so bisschen was anderes. Mein Plattenspieler hat einen aus Filz, ca. 3mm stark und es bleibt nicht an der Platte kleben, wenn ich die Platte hochhebe. Soll ich da trotzdem lieber eins aus Gummi oder sogar Kork nehmen? Bringt das wirklich etwas? Wenn ja, was genau bringt es denn? Schonung der Platte, besser Klang?

Ich bedanke mich schon mal im Voraus bei euch vielmals und hoffe, dass ihr mir 1-2 Tipps geben könnt!

Meine Austattung der Geräte ist wie folgt:

MC Crypt DJ-2650 D - Plattenspieler + Audio Technica ATN 3600 L - Nadel
Denon PMA 520 AE - Verstärker
Mohr SL10 - Standlautsprecher
DCSk 2x 2,5mm² 99,99% OFC reines Kupfer / Made in Germany - Lautsprecherkabel

LG
eStyle
akem
Inventar
#2 erstellt: 04. Aug 2014, 13:09
Ich glaube, Du hast etwas zu viel in der DJ-Branche gestöbert

Die Klangunterschiede verschiedener "Slipmats" (slip hat eigentlich immer was mit rutschen zu tun, was wiederum nur "DJs" haben wollen) sind eher gering bis nicht vorhanden. Wenn die vorhandene problemlos ihren Diest tut, warum sollte man sie dann tauschen?

Auch wenn Du keine Ahnung von der Justage hast, das ist keine Hexerei. Klar hat man eine gewisse Hemmschwelle, aber irgendwann ist immer das erste Mal
Auf ein vermeintlich vorjustiertes System zurückzugreifen ist auch nur eine suboptimale Lösung. Erstens stimmt die Geometrie für einen bestimmten Tonarm deswegen noch längst nicht (auch wenn sie vielleicht nicht völlig daneben ist). Zweitens sind das DJ Systeme, die in erster Linie auf Robustheit getrimmt sind und nicht auf Klang. Wenn Du nur Musik hören willst und keine Ambitionen hast, Deine Platten zu vergewaltigen (also hin und her zu schieben...) bist Du mit einem guten Hifi System klanglich wesentlich besser bedient. Selbst dem jetzt vorhanden System traue ich fast zu, besser zu sein, als die Systeme, die Du im Visier hast.
Was kannst / willst Du denn ausgeben?

Gruß
Andreas
Detektordeibel
Inventar
#3 erstellt: 04. Aug 2014, 13:09
Wenn du unbedingt ein Stecksystem willst dann nimm von Ortofon nicht das Pro S mit der Stumpfen Nadel sondern wenigstens das Arkiv-E.

Ist aber gar nicht notwendig. Das AT ist zwar sehr billig aber für den Zweck eigentlich kein schlechter Tonabnehmer, DJ Ortofon oder M44 sind in den von dir genannten Ausführungen keineswegs besser was den "Hifi"-Klang angeht.

Das AT 3600/ AT91 kannst du mit besseren Nadeln "aufrüsten", mit einer hochwertig geschliffeneren Nadel kannste da mehr Feinauflösung als dem Concorde Pro oder M44 rausholen.

http://www.ebay.de/i...rue&ops=true&viphx=1

Ersatznadeln wäre z.B. die "Thakker Epo E", damit kommt das 91 schon ziemlich an ein "Denon DL-110" ran... Musst nur die alte Nadel abziehen und neue draufstecken und läuft und wird besser klingen.

oder gleich die "Shibata".. hier mit Rabatt gegenüber Eigenimport aus USA.

http://www.hifi-foru...m_id=173&thread=9560

Wobei du bei der Shibata dich doch mit der Feinjustage befassen solltest...


Zweite Frage wäre, welches Slipmat empfiehlt ihr mir? Da lese ich ja auch überall so bisschen was anderes. Mein Plattenspieler hat einen aus Filz, ca. 3mm stark und es bleibt nicht an der Platte kleben, wenn ich die Platte hochhebe. Soll ich da trotzdem lieber eins aus Gummi oder sogar Kork nehmen? Bringt das wirklich etwas? Wenn ja, was genau bringt es denn? Schonung der Platte, besser Klang?


Ja ne Gummimatte klebt nicht mehr, und staubt nicht so rum wie ne Filzmatte. Der Rest ist "voodoozauber". Das ist alles.
Nimm für den McCrypt eine möglichst dünne Gummimatte von nem gebrauchten Plattenspieler (billig) oder kauf eine für den Technics 1210 (ca 25€ teuer)
akem
Inventar
#4 erstellt: 04. Aug 2014, 13:15
Er sagte ja, daß seine Filzmatte auch nicht klebt...

Gruß
Andreas
Detektordeibel
Inventar
#5 erstellt: 04. Aug 2014, 17:35
Dann ist sie kaputt.
akem
Inventar
#6 erstellt: 04. Aug 2014, 17:40
Der war gut!

Gruß
Andreas
germi1982
Moderator
#7 erstellt: 04. Aug 2014, 17:58
Naja, das M44 ist halt ein Klassiker. Wird seit 1965 gebaut, eigentlich als Hifi-System, aber dann haben es auch DJs für sich entdeckt...ansonsten wäre das wohl schon längst weg vom Fenster...

Shure-Prospekt von 1965:

http://wegavision.pytalhost.com/Shure/shure65/

Perfekt ist es nicht, aber schlecht auch nicht. Gibt natürlich immer Luft nach oben, ist nur eine Frage des Preises.

Ich weiß nicht ob es dafür nur noch die Rundnadel gibt, in den 1970ern gabs für den Tonabnehmer die N 44E, war eine elliptische Nadel...


[Beitrag von germi1982 am 04. Aug 2014, 18:04 bearbeitet]
akem
Inventar
#8 erstellt: 04. Aug 2014, 18:19
Naja, ich hatte mal ein 44 als Beifang bei einem Dual. Neue Nadel gekauft (war zugegebenermaßen kein Original, aber immerhin elliptisch). Der Hörtest war nach 10sec beendet. Ergebnis: 5-. Ne 6 war's nur deshalb nicht, weil überhaupt was rauskam... Und ich bin mir nicht so sicher, ob eine gute Nadel da ein gutes System draus gemacht hätte.

Gruß
Andreas
eStyle
Stammgast
#9 erstellt: 04. Aug 2014, 18:24

akem (Beitrag #2) schrieb:
Ich glaube, Du hast etwas zu viel in der DJ-Branche gestöbert


Nein, habe nur bisschen gegooglelt.
Außerdem möchte ich halt nicht, dass meine Platten verschleißen, wenn ich eine elliptische Nadel nehme, statt eine sphärische. Falls das so überhaupt tatsächlich stimmen sollte...



Die Klangunterschiede verschiedener "Slipmats" (slip hat eigentlich immer was mit rutschen zu tun, was wiederum nur "DJs" haben wollen) sind eher gering bis nicht vorhanden. Wenn die vorhandene problemlos ihren Diest tut, warum sollte man sie dann tauschen?


Keine Ahnung, deswegen frage ich ja!
Man wird halt schnell verunsichert, wenn man sich im Internet bisschen umschaut und viele etwas von einer hervorragenden Klangqualität usw. berichten, sobald man ein besseres Slipmat hat. Deswegen frage ich lieber gezielt hier im Forum nach, wo ich weiß, dass ich gute Hilfe von Leuten bekomme, die sich damit auch wirklich auskennen.



Auch wenn Du keine Ahnung von der Justage hast, das ist keine Hexerei. Klar hat man eine gewisse Hemmschwelle, aber irgendwann ist immer das erste Mal
Auf ein vermeintlich vorjustiertes System zurückzugreifen ist auch nur eine suboptimale Lösung. Erstens stimmt die Geometrie für einen bestimmten Tonarm deswegen noch längst nicht (auch wenn sie vielleicht nicht völlig daneben ist). Zweitens sind das DJ Systeme, die in erster Linie auf Robustheit getrimmt sind und nicht auf Klang. Wenn Du nur Musik hören willst und keine Ambitionen hast, Deine Platten zu vergewaltigen (also hin und her zu schieben...) bist Du mit einem guten Hifi System klanglich wesentlich besser bedient. Selbst dem jetzt vorhanden System traue ich fast zu, besser zu sein, als die Systeme, die Du im Visier hast.
Was kannst / willst Du denn ausgeben?


Brauche ich unbedingt die Schablone, Tonarmwaage usw.?
Hmm, ok, also ich möchte nur Musik hören und ich weiß, dass elliptische Nadeln mehr abtasten, aber da habe ich Angst um meine Platten oder wird im Internet übertrieben, wenn viele schreiben, dass es die Platten abnutzt?
Ausgeben möchte ich maximal 150€, aber denke eher in die Richtung zwischen 50-80€.



Detektordeibel (Beitrag #3) schrieb:
Wenn du unbedingt ein Stecksystem willst dann nimm von Ortofon nicht das Pro S mit der Stumpfen Nadel sondern wenigstens das Arkiv-E.


Das ist wohl eine Elliptische?
Brauche ich da wirklich keine Angst um meine Platten bezüglich der Abnutzung haben?



Ist aber gar nicht notwendig. Das AT ist zwar sehr billig aber für den Zweck eigentlich kein schlechter Tonabnehmer, DJ Ortofon oder M44 sind in den von dir genannten Ausführungen keineswegs besser was den "Hifi"-Klang angeht.


Ist also wirklich eher nur für DJs gedacht?



Das AT 3600/ AT91 kannst du mit besseren Nadeln "aufrüsten", mit einer hochwertig geschliffeneren Nadel kannste da mehr Feinauflösung als dem Concorde Pro oder M44 rausholen.

Ersatznadeln wäre z.B. die "Thakker Epo E", damit kommt das 91 schon ziemlich an ein "Denon DL-110" ran... Musst nur die alte Nadel abziehen und neue draufstecken und läuft und wird besser klingen.


Wow, ich habe das irgendwie gar nicht gewusst bzw. gesehen, dass man auch nur die Nadeln ersetzen kann. Da muss ich also am Headshell nicht die Schrauben da oben lösen und die Drähte abnehmen usw usf.? Einfach Nadel abziehen, neue drauf stecken und fertig?


Nimm für den McCrypt eine möglichst dünne Gummimatte von nem gebrauchten Plattenspieler (billig) oder kauf eine für den Technics 1210 (ca 25€ teuer)


Warum eigentlich gerade eine Dünne?

Vielen Dank an alle soweit, ich liebe dieses Forum - immer kompetente Hilfe und Beratung!


[Beitrag von eStyle am 04. Aug 2014, 18:27 bearbeitet]
germi1982
Moderator
#10 erstellt: 04. Aug 2014, 20:34

akem (Beitrag #8) schrieb:
Naja, ich hatte mal ein 44 als Beifang bei einem Dual. Neue Nadel gekauft (war zugegebenermaßen kein Original, aber immerhin elliptisch). Der Hörtest war nach 10sec beendet. Ergebnis: 5-. Ne 6 war's nur deshalb nicht, weil überhaupt was rauskam... Und ich bin mir nicht so sicher, ob eine gute Nadel da ein gutes System draus gemacht hätte.

Gruß
Andreas


Hallo Andreas,

bitte geh doch da mal etwas mehr ins Detail. Das interessiert mich was da rauskam...ich habe gehört das es zwar einen satten Grundton hat, dafür aber fahle Mitten, dünne Höhen und eine geringe Auflösung. Nichts für klassische Musik, für Pop soll es wohl nicht schlecht sein.

Ist wie mit allem, eben Geschmackssache...sagte der Affe und biss in die Seife...

Vom M44-7 sollte man die Finger lassen, kann sehr viele MM-Vorstufen übersteuern da es eine sehr hohe Ausgangsleistung hat. Dann klingts natürlich verzerrt und mies. Dann doch eher M44-G, das ist moderater.
Detektordeibel
Inventar
#11 erstellt: 05. Aug 2014, 02:19

Warum eigentlich gerade eine Dünne?


Wegen der Tonarmhöhe.


Außerdem möchte ich halt nicht, dass meine Platten verschleißen, wenn ich eine elliptische Nadel nehme, statt eine sphärische. Falls das so überhaupt tatsächlich stimmen sollte...


Das Gegenteil ist der Fall. u.A. allem weil bei "schärferen" Nadeln auch noch das Auflagegewicht niedriger ist.
akem
Inventar
#12 erstellt: 05. Aug 2014, 07:29
Ich hab keine Ahnung, wer Dir den Floh ins Ohr gesetzt hat, Rundnadeln seien am schonendsten für Platten. Wie Detektordeibel schon geschrieben hat, stimmt das Gegenteil. Rundnadeln schaden dem Vinyl am ehesten und scharfe Schliffe sind am schonendsten. Leider kosten scharfe Schliffe eine Kleinigkeit mehr, als die von Dir genannten 150€. Dafür klingen sie deutlich besser und halten auch mit Abstand am längsten. Für die 150€ würde ich mir das Sumiko Pearl kaufen. Leider hat der williamthakker.eu bis Mitte August noch zu, aber da hat das System zuletzt immer 119€ gekostet. Woanders ist es teurer. Das hat in der Preiklasse den mit einigem Abstand besten Schliff, auch wenn der Diamant noch gebondet ist. Die nächste Stufe wäre das Denon DL110, für das Du wahrscheinlich aber ein paar Gramm Zusatzgewicht bräuchtest.

@ germi:
Das M44 hat einfach nur grausam verfärbt. Welches System genau das war, kann ich leider nicht mehr sagen, aber ich glaube ein G war in der genauen Bezeichnung dabei. Übersteuert hat es nicht, sonderlich laut war es auch nicht.

Gruß
Andreas
eStyle
Stammgast
#13 erstellt: 05. Aug 2014, 10:17

Detektordeibel (Beitrag #11) schrieb:
Das Gegenteil ist der Fall. u.A. allem weil bei "schärferen" Nadeln auch noch das Auflagegewicht niedriger ist.


Aha, ok, man liest überall im Internet genau das Gegenteil, wobei ich hin und wieder auch schon gelesen habe, dass eben doch die Elliptischen schonender sein sollen. Dem Forum hier vertraue ich eh mehr, habe hier nur gute Erfahrungen gemacht. Danke dafür!


akem (Beitrag #12) schrieb:
Ich hab keine Ahnung, wer Dir den Floh ins Ohr gesetzt hat, Rundnadeln seien am schonendsten für Platten. Wie Detektordeibel schon geschrieben hat, stimmt das Gegenteil. Rundnadeln schaden dem Vinyl am ehesten und scharfe Schliffe sind am schonendsten.


Wie bereits erwähnt, man liest es zu 70-80% so im Internet, aber so wie ihr es mir erklärt, macht es schon Sinn, dass die elliptischen Nadeln schonender sein sollen.



Leider kosten scharfe Schliffe eine Kleinigkeit mehr, als die von Dir genannten 150€. Dafür klingen sie deutlich besser und halten auch mit Abstand am längsten. Für die 150€ würde ich mir das Sumiko Pearl kaufen. Leider hat der williamthakker.eu bis Mitte August noch zu, aber da hat das System zuletzt immer 119€ gekostet. Woanders ist es teurer. Das hat in der Preiklasse den mit einigem Abstand besten Schliff, auch wenn der Diamant noch gebondet ist. Die nächste Stufe wäre das Denon DL110, für das Du wahrscheinlich aber ein paar Gramm Zusatzgewicht bräuchtest.


Was ist jetzt mit den Ersatznadeln, die mir Detektordeibel empfohlen hat, die deutlich unter 100€ liegen? Er meinte ja auch, dass ich mit dem "Thakker Epo E" fast an den "Denon DL 110" rankommen würde, weil es ja eben auch eine elliptische Nadel ist. Oder meinst du, dass ich in der Preiskategorie einfach nichts Gescheites bekomme?

Vielen Dank!
akem
Inventar
#14 erstellt: 05. Aug 2014, 11:34
Nochmal zum Verschleiß: maßgebend ist der sogenannte Flächendruck. Abhängig von der Schliffart und den Verrundungsradien ergibt sich an den Rillenflanken eine gewisse Auflagefläche. Je größer diese ist, desto mehr verteilt sich eine gegebene Auflagekraft auf dieser Fläche. Also gegebene Auflagekraft, doppelte Fläche ergibt halben Flächendruck. Paradoxerweise ist ausgerechnet bei scharfen Nadeln die Auflagefläche am größten und bei Rundnadeln am geringsten. Der Grund dafür ist, daß zwar der horizontale Radius bei scharfen Schliffen etwa um den Faktor 3 geringer ist, dafür aber der vertikale Radius um den Faktor 3 bis 8 (!) größer.
Elliptische Schliffe sind nicht alle gleich. Da gibt es bei den Radien auch Unterschiede. Rundnadeln haben in der Regel horizontal wie auch vertikal (logisch, oder?) 15µm Radius. Die einfachsten elliptischen Nadeln haben 11x18µm, "normale" haben 8x18µm und die guten haben 5x18µm. Dazu kommt noch der Unterschied, ob ein Diamant gebondet ist oder nackt. Ein nackter Diamant ist ein ganzer Stein, der direkt auf dem Nadelträger aufgebracht ist (gesteckt, geklebt, beides...). Ein gebondeter Diamant ist ein Diamantsplitter, der in einem Stumpf aus Lötzinn sitzt, der auch das Bindeglied zum Nadelträger ist. Das Dumme ist, daß dieser Lötzinnstumpf etwa den gleichen Effekt hat, wie eine Bleikugel am Bein eines 100m Sprinters. Sprich: weniger Auflösung, mehr Verzerrungen und mehr Verschleiß. Systeme mit einem nackten Diamanten kosten aber auch ne Kleinigkeit mehr und unter 150€ findet man da kaum was. Wenn dann noch ein guter, elliptischer Schliff dazu kommen soll, wird's noch teurer und die Auswahl ist trotzdem noch sehr dünn. Die billigsten Systeme, die ich da kenne: Audio Technika AT-7V, AT-7F (beim AT-F3 bin ich mir nicht sicher, ob der Diamant nackt ist), Denon DL110. Punkt. Bei Ortofon gibt's elliptisch nur den Standardschliff, der durchaus noch hörbar verzerrt und die Auflösung limitiert. Und für anständige Schliffe muß man bei Ortofon gleich richtig Geld hinlegen.

Gruß
Andreas
eStyle
Stammgast
#15 erstellt: 05. Aug 2014, 12:13
Ok, alles schön und gut, aber zurzeit möchte ich einfach keine 200-300€ für eine Nadel ausgeben. Ich bin kein Hifi-Freak oder habe total empfindliche Ohren. Ich bin neu in die Vinylwelt eingestiegen und genieße es ja jetzt schon total, obwohl ich eine Standardbillignadel dran habe. Wozu also jetzt sofort unbedingt mehr als 200€ ausgeben? Das kann ich irgendwann in vielleicht 1-2 Jahren machen, wenn überhaupt...
Ich fliege schließlich nächsten Monat noch in Urlaub!

Aber vielen Dank für die ausführliche Erklärung, auch wenn es etwas zu hoch für mich ist. So kann man sich wenigstens so bisschen eher was drunter vorstellen, unter den ganzen verschiedenen Ausführungen und Möglichkeiten.
akem
Inventar
#16 erstellt: 05. Aug 2014, 14:27
Lies es einfach ein paar mal durch Es scheinen erstmal viele Fakten auf einmal zu sein, aber das System dahinter ist nicht so schwer zu durchschauen.
Und wie gesagt, mit dem Sumiko Pearl kann man schon sehr gut Musik hören und es liegt gut in Deinem Budget von max 150€. Du mußt halt noch zwei Wochen warten, bis der Thakker wieder aufmacht.

Gruß
Andreas
Detektordeibel
Inventar
#17 erstellt: 05. Aug 2014, 17:18

Ok, alles schön und gut, aber zurzeit möchte ich einfach keine 200-300€ für eine Nadel ausgeben


Sumiko Pearl oder anderer Tonabnehmer wäre sicher ne Lösung, aber in deinem Fall ist das vielleicht auch schon "Teileweitwurf". und dann musste auch neu justieren etc. und ob das bei der Musikrichtung überhaupt dann was großartig mehr bringt ist die andere Frage.

Zum Denon 110 gibts auch wirklich genug geteilte Ansicht, hat einerseits seine Fans die fast jeden Fantasiepreis für das Einsteigersystem zahlen würden.. und andere beschweren sich das es bei ihnen und ihrer Popmusik genauso wie das AT91/AT3600 mit Rundnadel klingt... wir hatten hier vor kurzem nen Thread mit Soundfiles und das war schon krass.

Probier einfach die Thakker EPO E bzw. die ATN 3652E bei Cleorec (ebay - aber wohl grad auch Ferien) das bringt dich für den wenigsten Geldeinsatz erstmal den größten Schritt nach vorne, einfach draufstecken und das hält dann schonmal mit nem Ortofon 2M Red oder sowas mit und die neue Nadel hält dann auch ein paar hundert Stunden, für den Rest kaufste dir Platten oder sonstwas.

Mehr Geld ausgeben geht immer.


[Beitrag von Detektordeibel am 05. Aug 2014, 17:20 bearbeitet]
eStyle
Stammgast
#18 erstellt: 05. Aug 2014, 20:13
Ja, eben - ich denke auch nicht, dass es viel Sinn macht, so viel jetzt für eine neue Nadel auszugeben. Weil es ist ja nicht so, dass ich mit meiner jetzigen unzufrieden bin, sondern einfach nur extrem viele Platten gehört habe und am Anfang auch einiges falsch gemacht habe, weil ich Neuling bin und deshalb mir gerne eine neue kaufen möchte. Und wenn man dies schon macht, dann muss es ja nicht unbedingt die gleiche sein, aber auch nicht unbedingt gleich eine für 200€.

Haha, klingt interessant mit den Aufnahmen!

Ich denke ich werde die von Thakker wohl ausprobieren. Ich überlege noch ein wenig und werde demnächst zuschlagen und teile euch dann auch gerne meine Erfahrungen mit.

Vielen Dank!

Achja, eine klitzekleine Sache noch:

Falls ich mich doch mal ran waagen sollte, einen komplett neuen Tonabnehmer mit System zu kaufen, den ich dann auch neu justieren muss - kannst du mir eine möglichst einfach zu verstehende Schablone + Anleitung empfehlen/geben?

Danke!
Detektordeibel
Inventar
#19 erstellt: 06. Aug 2014, 05:28
http://www.hobby-bastelecke.de/hifi/plattenspieler_justierung.htm

http://www.vono.ch/akustik/ersteHilfe/plattenspieler/

Und überprüf mal die Daten von deinem Tonarm ob die auch dem Technics 1210 Standard entsprechen, dann kannste einfach dessen Überhangmaß nehmen.

http://bilder.hifi-f...-ueberhang_11934.jpg
akem
Inventar
#20 erstellt: 06. Aug 2014, 06:52
Dieses Video gibt auch ein bischen Hilfestellung:
http://www.phonophon...hono/justierung.html

Gruß
Andreas
eStyle
Stammgast
#21 erstellt: 06. Aug 2014, 11:20
Vielen Dank, an euch beide!

Gucke ich mir gleich heute abend nach Feierabend zu Hause an.
raindancer
Inventar
#22 erstellt: 06. Aug 2014, 11:35
Am Einfachsten wär einen Hifiladen zu besuchen und dort das System zu kaufen und montieren zu lassen, ist i.d.R. kostenlos. Allenfalls bekommst du dein Wunschsystem nicht zum Supersonderpreis. Wenn aber paar Systeme aus der Demo verkauft werden, sind die Preise dafür auch wieder angenehm.

aloa raindancer
Detektordeibel
Inventar
#23 erstellt: 06. Aug 2014, 16:20

Am Einfachsten wär einen Hifiladen zu besuchen und dort das System zu kaufen und montieren zu lassen,


und wenn sie nicht gestorben sind... dann haben sie noch heute geöffnet.
eStyle
Stammgast
#24 erstellt: 06. Aug 2014, 23:49
Ja, eben! Es ist sicher nicht leicht, so einen Hifi-Laden heutzutage noch überall zu finden. Ich kenne auf jeden Fall keinen hier in meiner Region. Plattenläden gibt es genug, aber die bieten eher eine Plattenwäsche oder so an, aber nicht so eine Justage.

Die Links sind sehr hilfreich, habe vorhin schon etwas rumgewerkelt mit der Schablone und meinem Tonabnehmer. Habe nun allerdings keine Zeit mehr und werde mich morgen nochmal ransetzen. So ganz passig zur Schablone ist es noch nicht.

Ich werde berichten, vielen Dank soweit!
volumeknob
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 29. Aug 2014, 22:42
Sorry, wenn ich diesen Thread ausgrabe und es dann auch noch OT ist, aber ...

Detektordeibel (Beitrag #17) schrieb:
Zum Denon 110 gibts auch wirklich genug geteilte Ansicht, hat einerseits seine Fans die fast jeden Fantasiepreis für das Einsteigersystem zahlen würden.. und andere beschweren sich das es bei ihnen und ihrer Popmusik genauso wie das AT91/AT3600 mit Rundnadel klingt... wir hatten hier vor kurzem nen Thread mit Soundfiles und das war schon krass. :D

... ich kann diesen Thread mit den Soundfiles (u.a. vom DL-110) nicht finden. Würde mich sehr interessieren. Wo wäre der nochmal?
Detektordeibel
Inventar
#26 erstellt: 30. Aug 2014, 03:31


[Beitrag von Detektordeibel am 30. Aug 2014, 03:32 bearbeitet]
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