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Antiskating für Technics 1210 - Erfahrungswerte?

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Autor
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ljmartinez
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 21. Jul 2004, 09:18
Hallo!

Beim Stöbern im Forum habe ich jetzt ja schon einiges über Antiskating-Einstellungen gelesen und die vielen Tips und Infos haben mir das Mysterium Antiskating schon um einiges klarer gemacht. Danke mal dafür.

Nun zu meiner Frage:

Ich verwende einen Technics 1210 MK II (S-Tonarm) mit einem Ortofon Concorde Broadcast E (elliptisch) System.

Das vom Hersteller empfohlene Auflagegewicht bei diesem System ist 3,0 g (Tracking force range ist 2,0 g bis 4,0 g)
Wenn ich nach der Faustregel Auflagegewicht=Antiskating-Einstellung gehe, müsste ich folglich mein Antiskating auf 3 stellen, was beim 1210er das Maximum darstellt.
Wenn ich dies mache, zieht es die beim Broadcast sehr weich aufgehängte Nadel stark nach innen (aufgrund der Aussparung direkt über der Nadel schön zu sehen), was bedeutet dass der Tonarm sehr stark nach außen gedrückt wird.

Meiner Meinung nach ist diese Einstellung zu hoch, das sieht nicht gut aus.

Daher meine Frage: Gibt es Erfahrungswerte bei der optimalen Antiskating-Einstellung für Technics 1210 in Verbindung mit Ortofon Concorde Systemen und gibt es unterschiedliche Einstellungen für Headshell und SME-Systemen wie ich sie verwende?

Danke für eure Hilfe!

LG!

Martinez
Albus
Inventar
#2 erstellt: 21. Jul 2004, 10:54
Tag,

des Rätsels Lösung liegt darin, dass die Skalierung des Antiskatingstellknopfes des Technics SL 1210 II sich nicht linear auf die Auflagekraft bezieht. Die Markierungen liest man zweckmässig als bloß äußerliche Marken einer Minimum-Maximum-Regelstrecke. Das hängt damit zusammen, dass mittlerweile auch extreme System/Gegengewicht-Einstellungen, u.U. mit bis zu 50 mN Auflagekraft und Skatingkompensation, berücksichtigt sind. Infolgedessen gilt hier besser, man stellt den Antiskatingwert am Stellknopf entweder per Testplatte ein (anhand der dafür vorgesehenen Testbänder mit steigenden Amplituden) oder setzt die AS so kurzerhand an, dass bei bloßer Berührung der Nadel mit der Plattenoberfläche (und gerade Wegfall der Stützung durch das Liftbänkchen) der Arm nur anschaulich minimal nach außen gezogen wird. Die Aussicht, alsdann paßte die AS besser zur hinzutretenden Reibungskraft (aus den Rillenflanken und der Auflagekraft) hat etwas für sich. Letzlich bringt es dann ein feststellender Blick von vorn auf die in der Rille laufende Nadel, ob der Nadelträger um die Nullstellung herum ausschwingt oder etwa seitlich verzogen steht.

Gelegentlich ca. Euro 25 für eine Testplatte zu verausgaben ist nicht verkehrt.

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 21. Jul 2004, 10:56 bearbeitet]
ljmartinez
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 21. Jul 2004, 11:22
Super! Danke für die Antwort und die Info.

Dachte mir, dass da etwas nicht stimmen kann und die Skalierung anders gemeint sein muss. Leider findet sich in der Beschreibung zu meinem SL 1210 kein konkreter Hinweis dazu. Da wird auch nur davon geredet, dass man den Wert vom Antiskating dem Auflagegewicht gleichsetzen soll, nur wird da leider nicht verraten, dass die Skalierung anders gemeint ist.

Die Testplatte wird wohl fällig.

Die von dir beschriebene Methode zur Einstellung ohne Testplatte mache ich bei stehender oder laufender Platte?

Habe ich neben den optischen auch akustische Hinweise, dass das Antiskating zu stark oder zu schwach eingestellt ist (Ungleichmäßigkeit der Kanäle)?

MfG

Martinez
Albus
Inventar
#4 erstellt: 21. Jul 2004, 11:42
Tag erneut,

da die Antiskatingkraft wesentlich die erst durch Reibung bewirkte Skatingkraft kompensieren soll, gilt der prüfende Blick von vorn bei laufender Platte (erst kommt wirksam die blanke Oberfläche, dann die modulierte Rille, nicht unmoduliertes Zwischenband verwenden). Laß' mich noch sagen, man stellt die AS praktisch tauglich nur auf einen dem normalen Gebrauch entsprechend annäherungsweisen Wert ein, Präzision gibt es für die AS nur und nur in der Theorie, genau genommen nicht einmal da. - Akustisch kann man eine Probe versuchen mit einem hoch ausgesteuerten Klavierstück, und, man achte auf kanalweise etwa früher einsetzende Verzerrungen (Diskantklirr ist gut hörbar). Eine etwas scharfe Frauenstimme ist auch als Testmaterial geeignet, Unsauberkeiten kanalweise beobachtet.

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 21. Jul 2004, 11:44 bearbeitet]
ljmartinez
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 21. Jul 2004, 12:22
Alles klar, danke nochmal für die Infos und Tips

MfG
Martinez
Vinylist1964
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 26. Jun 2012, 17:47
Hallo 1210er-Gemeinde

Da dieser Thread "Erfahrungswerte" in der Überschrift nennt, dachte ich mir, dass es hier vielleicht Erfahrungswerte betreffend Antiskating-Einstellungen zu den diversen 1210er-Modellen nachzulesen gibt.

War zwar nicht ganz so, fände ich aber eigentlich noch ganz interessant, so eine Liste mit den Angaben über euer 1210er-Modell, Tonarm, Abnehmer, der entsprechenden Antiskating-Einstellung und evtl. noch der Methode, die ihr zur Findung derselbigen angwendet habt.

Vielleicht hat ja noch jemand Lust mitzumachen, damit bisschen was an Erfahrungswerten und Einstellungstipps zusammen kommt, wovon manch einer wieder profitieren kann.

Da ich die Überschrift eigentlich sehr passend finde, eröffne ich hier im Forum nicht nochmal was Neues und trage hier einfach mal meine Daten ein:


Modell: M5G
Tonarm: S-förmig Standard (keine Ahnung, welche Typenbezeichnung das Ding genau hat)
Abnehmer: 2M Bronze
Antiskating-Einstellung: 5.8 am Drehrad (finde ich zwar etwas hoch aber dort ist es am Besten)
Methode: Antiskatin-Zone auf einer Testplatte der "Deutschen Grammophon Gesellschaft"

Gruss.

Dominik.
juergen1
Inventar
#7 erstellt: 26. Jun 2012, 21:11

Vinylist1964 schrieb:
Antiskating-Einstellung: 5.8 am Drehrad (finde ich zwar etwas hoch aber dort ist es am Besten)
Methode: Antiskatin-Zone auf einer Testplatte der "Deutschen Grammophon Gesellschaft"
Hallo Dominik,
ist diese Zone eine glatte Fläche ohne Rillen? Dann kannst Du das vollkommen vergessen. Diese Methode ist absolut ungeeignet.

Einstellung über einen 300 Hertz-Testton ist zwar besser, ergibt aber durchwegs zu hohe Einstellung.

Erfahrungswerte...kann man ebenfalls vergessen. Die individuelle Einstellung variiert je nach Nadelschliff, Abnutzung, Tonarmgeometrie und Auflagekraft.

Empfehlen kann man eigentlich nur, die Einstellung grob nach Faustformel vorzunehmen und dann reale Musikplatten mit kritischen Stellen anzuhören.
Verzerrts vorrangig im rechten Kanal, muß man AS erhöhen und umgekehrt.
Gruß
Jürgen


[Beitrag von juergen1 am 26. Jun 2012, 21:13 bearbeitet]
max130
Stammgast
#8 erstellt: 26. Jun 2012, 21:22
sehe ich genau so,
Voreinstellen an einem Auslaufband mit Aufsetzen auf einer blanken Stelle, dann Musik hören und nachregeln.
Vor allem laut gesungene Frauenstimmen kommen auf beiden Kanälen unverzerrt, wenn die Antiskatingkraft stimmt.

Meine Meinung

Gute Nacht
Stefan
luckyx02
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 27. Jun 2012, 14:02
Die Methode mit dem rillenlosen Bereich passt sehr gut und wurde nicht umsonst auf der DHFI Nr 2 dafür gemacht. Sie wurde von führenden Ingenieuren von Neumann Schneidemaschinen und andere Fachleuten entsprechend auch als geeignet erklärt.

Den ganzen anderen Qutaschkram mit den Verzerrungsbändern haben sich irgendwelche Marketing Fuzzis später ausgedacht um ihre Messplatten zu verkaufen. Ich glaube die unselige Stereoplay hat mit diesem Blödsinn angefangen....

Ich habe zu diesem Thema selbst schon umfangreiche makroskopische Untersuchungen mit geeigneten Systemen dazu durchgeführt. (Einfach hier im Forum mal nach suchen)

Dabei sind der, im AS durch Glattbereich ermittelte, und der später wirklich benötigte AS Wert absolut gleich. Die Verzerrungsmethode hat ihre Grenzen im harten Sprung. Durch schlagartiges einsetzen dieser Verzerrungen ist ein sauberes einstellen gerade zum Schlusspunkt nahezu unmöglich und am Ende mehr geraten als ein realer Wert......


[Beitrag von luckyx02 am 27. Jun 2012, 14:04 bearbeitet]
juergen1
Inventar
#10 erstellt: 27. Jun 2012, 15:12

luckyx02 schrieb:
Die Methode mit dem rillenlosen Bereich passt sehr gut und wurde nicht umsonst auf der DHFI Nr 2 dafür gemacht. Sie wurde von führenden Ingenieuren von Neumann Schneidemaschinen und andere Fachleuten entsprechend auch als geeignet erklärt.
Die Skatingkraft im rillenlosen Bereich hängt ab von der Reibung der äußersten Nadelspitze auf einer glatten Fläche.
Die tatsächlich relevante Reibung ist jedoch die der Nadelflanke in der modulierten Rille. Und zwar bei den kritischen Frequenzen mit hoher Amplitude.

Andere Testplattenhersteller haben genau aus diesem Grund den rillenlosen Bereich bewußt weggelassen.
Gruß
Jürgen
luckyx02
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 27. Jun 2012, 16:39
....Wenn du jetzt noch den Riemenantrieb plus ein MC System, was man dazu noch unbedingt mit einer "Schönschablone" einstellen muss, als Krone der Schöpfung bezeichnest, weiss ich das entsprechend einzuordnen.....

Hier der Link zu einem Thread wo ich auf AS näher drauf eingegangen bin, mit Makrobildern.....

http://www.hifi-foru...d=14261&postID=14#14


Wieviel "LP" Ausgaben hast du denn so zu Hause rumfliegen ? Also, als ich meine letzte HiFi Zeitung gekauft habe, stand die Mauer noch.....


[Beitrag von luckyx02 am 27. Jun 2012, 17:28 bearbeitet]
juergen1
Inventar
#12 erstellt: 28. Jun 2012, 11:39
Hallo Lutz,
hast Du mich angesprochen?? Ich steig nämlich wirklich nicht durch, was Du sagen willst.
Riemenantrieb...Krone der Schöpfung...HiFi.Zeitung...
???
Gruß
Jürgen
luckyx02
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 28. Jun 2012, 15:19
....oooch Jürgen mein Hase.......das ist doch nicht so schwer.......
Vinylist1964
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 28. Jun 2012, 17:26
Ich bins nochmal mit einem vorsichtigen Versuch:

Ich wollte eigentlich nur einen kleinen Input, was andere HiFi-Kollegen an ihrem 1210er so auf der Antiskatin-Einstellung drauf haben. Einfach nur als Vergleich. Reines Interesse. Keine Wissenschaftliche Abhandlung oder gar ein Glaubenskrieg.

Aber wenn meine Idee mehr als einfach nur "nicht so toll" war, dann lass ich es bei dem bewenden und fahr jetzt erst mal für 3 Wochen in die Ferien. Ich schau dann mal wieder vorbei, was ihr so meint dazu.

Grüsse an alle und bis bald.

Dominik.
juergen1
Inventar
#15 erstellt: 28. Jun 2012, 23:11
Hallo Dominik,
erstmal in Urlaub fahren, ist eine gute Idee. Der Thread entwickelt sich gerade etwas seltsam.
Viel Spaß, Jürgen
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