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Reloop 1000 richtig justieren, Tonabnehmer wechseln

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datsoli
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 05. Jan 2016, 14:41
Moin zusammen,

ich bin noch blutiger Anfänger in dem Bereich und hatte völlig unbedarft irgendwie angenommen ich kann den Spieler einfach anschließen und Musik hören. Vermutlich habe ich da auch noch Glück gehabt, denn grundsätzlich läuft es, zumindest hatte ich noch keine springenden Nadeln o.ä.

Natürlich ist das Equipment nicht so doll, das habe ich aber auch bewusst so gemacht, da erstens die Ansprüche zum Reinschnuppern eh noch nicht so hoch sind und zweitens ich mir bei meinen ersten Gehversuchen auch nicht unbedingt teure Hardware zerlegen möchte oder feststellen dass das Ganze nichts für mich ist.
Für Plattenspieler mit Tonabnehmer und Vorverstärker habe ich zusammen ca. 90 Euro bezahlt da ist es dann nicht ganz so wild.

Nur um die Platten wäre es schade, wenn dort etwas kaputt geht, womit wir auch gleich die Überleitung zu meinen Fragen schaffen:

Ich bin zwar mit dem Klang durchaus erst einmal zufrieden, ohne natürlich weltbewegendes zu erwarten ,habe aber festgestellt, dass einige Platten bzw. einige Passagen irgendwie verzerrt , kratzig klingen. Das passierte auch bei neuen Platten, allerdings nicht durchgehend sondern nur an bestimmten Stellen, ich kann aber nicht genau sagen welche, manchmal habe ich das Gefühl es passiert eher zum Ende einer Platte hin, dann tritt es bei anderen Platte direkt von Anfang an auf, dann kommt es mir vor, als ob besonders laute Passagen betroffen sind oder nur bestimmte Frequenzbereiche, dann scheint es an anderer Stelle aber wieder zu laufen, ich bin also überfragt.

Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass man seinen Plattenspieler evtl. justieren sollte und dass bei falschen Einstellungen die Platten stärker verschleißen oder beschädigt werden können. (Gut hätte man vielleicht auch von selbst drauf kommen können).

Ich habe nun also erst einmal das korrekte Auflagegewicht eingestellt, zumindest so gut es ging,(dieses war viel viel viel zu hoch, das Gegengewicht, war bis zum Anschlag nach vorne gedreht) und würde behaupten, dass es dadurch deutlich besser geworden ist.
Stellenweise allerdings immer noch etwas kratzig und auch das Knacken, das vor allem in leisen Passagen zu hören ist hat mMn deutlich zugenommen.
Für mich wäre das vorerst eigentlich zu verschmerzen, da es wie gesagt auch nicht durchgehend auftritt, weiß allerdings nicht woher es kommt und habe natürlich deshalb Angst mir durch einen falsch justierten Tonabnehmer/Tonarm, durch eine abgenutzte Nadel oder durch was auch immer die Platten zu beschädigen.

Ich spiele deshalb mit dem Gedanken dem Dreher ein neues Tonabnehmersystem zu verpassen, ich hätte jetzt so an Ortofon 2M Red gedacht für den Anfang, außerdem eine Tonarmwaage, SME Schablone und Wasserwaage um das Ganze vernünftig zu justieren.

Macht das Sinn? Hat jemand da Empfehlungen? Vermutlich brauche ich auch eine passende Headshell und auch da gibt es wohl deutliche Qualitätsunterschiede?

An meinem Plattenspieler ist mir außerdem aufgefallen, dass offenbar der Tonarm nicht höhenverstellbar ist, aber eventuell kennt ja jemand das Gerät und kann mir dazu was sagen? Oder wie ich diesen Nachteil ausgleichen kann?

Leider gibt mein Budget es aktuell nicht her sowohl Plattenspieler als auch Tonabnehmer oder sogar ggf. den Preamp zu tauschen. Sollte es am Preamp liegen würde ich mich wohl aktuell eher damit abfinden.

Der Plattenspieler ist ein Reloop RP-1000 mit Ortofon Concorde Tonabnehmer (Pro S ??, kanns leider nicht genau sagen). Der Tonabnehmer sollte laut dem Arbeitskollegen von dem ich den Dreher gekauft habe so gut wie neu sein, da kaum benutzt, ich kann aber natürlich nicht ausschließen, dass das System oder die Nadel abgenutzt oder durch falsche Handhabung, Transport o.ä. (möglicherweise auch von mir) beschädigt ist. Leider bin ich noch nicht so affin, dass ich das selbst prüfen könnte.
Das ganze hängt dann an einem Hama PA 506 Vorverstärker, der wiederum an einem Denon AVR X-2000 angeschlossen ist. Die LS sind Canton 490.2, falls relevant.

Ich kann im Übrigen auch die 2x 1m Cinch Kabel nicht als Fehlerursache ausschließen.
Bin also überfragt und benötige etwas Input.

Da das jetzt auch einiges an Text geworden ist belasse ich es mal dabei.
Falls es trotzdem jemand bis zum Ende geschafft hat würde ich mich über jeden Tipp freuen.
akem
Inventar
#2 erstellt: 05. Jan 2016, 15:28
Zunächst mal hast Du richtig erkannt, daß bei einem Plattenspieler die Justage stimmen muß, damit die Plattenabtastung korrekt funktioniert.
Im Moment hast Du wahrscheinlich so ein "Langnasensystem". Bei denen kann man meines Wissens nach in Sachen Geometrie nichts einstellen, das ist Plug and play. Leider ist das ein DJ-Tonabnehmer und die sind in erster Linie auf Robustheit getrimmt und nicht auf Klang.
Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: entweder Du kaufst einen OM-Nadeleinschub von Ortofon oder ein ganz neues System. Die Ortofon-Nadeln haben halt nicht unbedingt das beste Preis-Leistungsverhältnis, jedoch vertragen die Ortoföner in der Regel relativ hohe Abschlußkapazitäten. Der Hama hat 220pF (steht auf der Rückseite) und für das Kabel sind auch nochmal um die 100...150pF zu rechnen. Die 20er Ortfon-Nadel (und die sollte es mindestens sein) kostet aber schon über 130€. Die andere Möglichkeit wäre ein komplett neues System, wobei Du dafür aber vielleicht noch ein Headshell brauchst (Du schreibst nicht dazu, ob eines vorhanden ist). Das von Dir ausgeguckte 2M Red ist aber nicht empfehlenswert da viel zu teuer für seine Performance (das OM10 ist technisch das gleiche und kostet die Hälfte...). Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis hat das Sumiko Pearl (nicht das Black Pearl!), das es in England ab ca. 110€ gibt, in Deutschland ab 125€. Für das Pearl würde es sich ggf. empfehlen, ein möglichst kurzes Kabel zur Phonostufe zu verwenden, um die Kapazität zu minimieren. Zur möglichst einfachen Justage würde ich die Technics-Schablone empfehlen:
http://www.ebay.de/i...8:g:qlQAAOSwk5FUuNGk
Einfach das Headshell bis zum Anschlag in das Loch stecken und den TA so justieren, daß er parallel zu den Headshellkanten ist und die Nadel genau über dem Ende des Fußes ist. Dann stimmt die Geometrie. Falls Du auch ein Headshell brauchst bietet sich dieses Bundle an:
http://www.ebay.de/i...9:g:oVgAAOSwgQ9V4YCU
Eine Tonarmwaage brauchst Du nicht. Du mußt nur erstmal den Tonarm "nullen", also das Gegengewicht so einstellen, daß die Nadel gerade eben die Platte berührt, aber nicht in der Rille bleibt. Dann den Arm arretieren, das Gegengewicht festhalten und den Skalenring so verdrehen, daß die 0 mit der Bezugslinie fluchtet. Dann das Gegengewicht samt Skalenring nach vorne drehen, bis die Skala die benötigte Auflagekraft anzeigt. Welche Auflagekraft Du brauchst hängt vom Tonabnehmer bzw. der Nadel ab. Solltest Du Dich für die Variante Ortofon entscheiden zählt also die Auflagekraft der Nadel 20, nicht die des Concorde Komplettsystems. Klanglich besser wäre aber das Sumiko.

Gruß
Andreas
Tauern
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 05. Jan 2016, 15:34
Viel Text für eine an sich einfache Frage (bezog sich auf Ursprungsfrage )

1. das Concorde-System an sich kann nicht justiert werden, es kann nur angeschraubt werden. Das wars.
2. Antiskatingrädchen auf "Null" stellen
3. Tonarmgewicht so weit nach hinten schrauben, bis der Tonarm in Waage schwebt (und in Waage heißt in Waage!)
4. Skala des Tonarmgewichts dann auf "Null" stellen, aber nur die Skala! Nicht das Gewicht!
5. Gewicht soweit nach vorne drehen, bis die Skala oben in der Mitte den Wert 2,5 anzeigt
6. Antiskatingrädchen auf "2,5" drehen
7. Viel Spaß beim Plattenhören

Grüße

Tauern

Alles weitere kannst du zunächst vergessen, 2M Red und so.

Nachsatz: eine digitale Tonarmwaage solltest du AUF JEDEN FALL anschaffen. Damit geht´s wirklich genau und kostet mit gut 20 EUR nicht die Welt.


[Beitrag von Tauern am 05. Jan 2016, 15:37 bearbeitet]
akem
Inventar
#4 erstellt: 05. Jan 2016, 15:42
Ähem, ich möcht' ja nix sagen aber...
- je nach Höhe des Tonabnehmers ist Tonarm in Waage nicht gleichbedeutend mit Auflagekraft gleich 0
- eine Tonarmwaage für 20€ und "wirklich genau" schließen sich mehr oder weniger aus (zumindest ist das dann nicht genauer als eine Einstellung per Gegengewichtsskala)...

Gruß
Andreas
Tauern
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 05. Jan 2016, 15:47
hanpin-Geräte sind diesbezüglich nicht immer so genau wie die guten alten Technics usw. Insofern: digitale Tonarmwaage ist für die genaue Einstellung Pflicht.


[Beitrag von Tauern am 05. Jan 2016, 15:47 bearbeitet]
SR2245
Stammgast
#6 erstellt: 05. Jan 2016, 16:57

akem (Beitrag #4) schrieb:
Ähem, ich möcht' ja nix sagen aber...
- je nach Höhe des Tonabnehmers ist Tonarm in Waage nicht gleichbedeutend mit Auflagekraft gleich 0


korrekt, sind aber bei nicht extremen Bauformen so um die max. +- 0,2g



akem (Beitrag #4) schrieb:
- eine Tonarmwaage für 20€ und "wirklich genau" schließen sich mehr oder weniger aus (zumindest ist das dann nicht genauer als eine Einstellung per Gegengewichtsskala)...


Bei speziell angebotenen Tonarmwagen kann das sein, kenn mich da nicht aus, kann mir aber gut vorstellen, dass in dem Bereich Schätzeisen für viel Geld verkauft werden.
Bei kleinen Standardwaagen sind die Zeiten: Genau = richtig teuer schon lange vorbei.
Da gibt es kleine Dinger aus Fernost für um die 20€, die Hundertstel anzeigen.
Ich hab son Teil vor Jahren bei Ebay geschossen. Tomopol p80. Die Abweichung liegt bei +- 3 Hundertstel.

Kommt natürlich auf den Dreher an, wenn man den Teller abnehmen kann, bekommt man diese Billigwaagen so platziert,
dass der Arm in Abspielposition aufliegt.


MfG
akem
Inventar
#7 erstellt: 05. Jan 2016, 17:32

SR2245 (Beitrag #6) schrieb:

Da gibt es kleine Dinger aus Fernost für um die 20€, die Hundertstel anzeigen.


Anzeigen ist aber nicht gleichbedeutend mit RICHTIG anzeigen...
Viele Waagen, die als Tonarmwaagen verkauft werden, reagieren auf die Magnetfelder, die so ein Tonabnehmer naturgemäß abstrahlt. Dazu kommt, daß auch die Höhe, auf der gewogen wird, selten mit der Abspielhöhe übereinstimmt. Aber auch teure Waagen sind nicht unbedingt sonderlich genau, wie ich bei einer Ortofon-Tonarmwaage festgestellt habe.
Ich möchte jetzt nicht generell von solchen elektronischen Waagen abraten, ich denke vielmehr, daß die Meßfehler bei den einfachen mechanischen Waagen noch größer sind. Aber der Punkt ist, daß der Fragesteller für seinen Dreher nicht zwingend eine Waage braucht, da das Gegengewicht eine Skala hat, und das Geld besser im Tonabnehmer investiert ist. Hätte er einen Arm ohne Skala sähe das anders aus. Und in dem Preisbereich, in dem er sich bewegt, sind 20 oder 30€ relativ viel Geld, das beim Tonabnehmer eine spürbare Verbesserung bedeuten kann. Zwischen einem (Super- oder normalem) OM10 oder dem besagten technisch quasi identischen 2M Red (zu dem es mit Waage vielleicht reichen würde) und einem Sumiko Pearl liegen performancemäßig Welten...

Gruß
Andreas
SR2245
Stammgast
#8 erstellt: 05. Jan 2016, 18:04
Deswegen schrieb ich ja auch:

Ich hab son Teil vor Jahren bei Ebay geschossen. Tomopol p80. Die Abweichung liegt bei +- 3 Hundertstel.

Ich habe 3 Eichgewichte 5g, 10g und 50g und auch neue Geldstücke lassen sich gut nutzen.
Die Abweichung liegt tatsächlich in dem Bereich.

MfG
Tauern
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 05. Jan 2016, 18:07
Die genannte Waage bestätigt regelmäßig die eingestellte Auflagekraft beim SL-D202 und CS617Q und zeigt ebenso regelmäßig gewisse Abweichungen beim DD-2550. Also erzähl mir nichts vonwegen Ungenauigkeit.
SR2245
Stammgast
#10 erstellt: 05. Jan 2016, 18:32
Ich würde auf eine Waage nicht verzichten wollen, den Skalen traue ich nicht ohne Prüfung.
Wäre da immer unsicher, ob ich nicht vielleicht die Platten beschädige.

Und auf Abspielhöhe und Position zumessen ist bei abnehmbarem Teller kein Problem.
Bei mir tut es zufällig eine normale Compactcassette und ich bin genau auf Abspielhöhe:


D72_4445

D72_4446
Tauern
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 05. Jan 2016, 19:42
@SR2445, ich habe dich gar nicht gemeint Mein Post galt Andreas. Ich habe die Analogis von Thakker (zum Preis ohne Analogis-Aufdruck ). Das Teilchen funktioniert einwandfrei

Trotzdem vielen Dank für deine Antwort. Du hast dir ja richtig Mühe gemacht!

Herzliche Grüße aus dem frostigen Norden

Tauern
Tauern
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 05. Jan 2016, 20:03
@Themensteller,

die Bezeichnung des Tonabnehmersystems steht auf dem Nadelaufschub. Falls Unklarheiten bestehen, schaue auf der Website von Ortofon nach (in der DJ-Rubrik). Ein Kapazitätsproblem sollte in deiner Kette nicht bestehen. Das System ist für 200-600pF ausgelegt. Das ist sehr gutmütig. Habe selbst ein Nightclub Mk II und ein OM5E in Betrieb. Die Teilchen funktionieren bei mir ohne Beanstandung. Ich vermute, dass die von dir genannten Probleme bei einer genauen Einstellung nicht mehr auftreten. Lass dir deine Gerätschaft nicht kleinreden

Grüße

Tauern


[Beitrag von Tauern am 06. Jan 2016, 06:38 bearbeitet]
datsoli
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 05. Jan 2016, 23:26
Erstmal danke für die Antworten.
Ja viel Text für eine eigentlich simple Frage :S Kommt jetzt glaube ich nochmal ein Schwung
Bin oder war halt unsicher was überhaupt das Problem ist und habe deshalb versucht möglichst viele Infos zu liefern.
Tatsächlich hattee ich die Einstellung so wie ihr es schreibt auch schon durchgeführt.
Wüsste jetzt also nicht was noch zu justieren ist.
Wie gesagt ich habe das Gefühl es ist dadurch auch besser geworden.

Eine Waage hatte ich deshalb auf dem Schirm weil ich der Skala am Reloop tatsächlich nicht besonders traue, bzw. es ja wenn ich das richtig verstanden habe auch Abweichungen gibt dadurch dass der Tonarm in Abspielposition nicht parallel zur Platte steht.
Insofern wäre das noch einmal ein Ansatz, eventuell passt das Auflagegewicht noch nicht.
20 Euro mehr oder weniger oder meinetwegen auch 30 sind jetzt auch nicht so tragisch, dass ich deswegen am Tonabnehmer sparen müsste, falls ich denn einen anschaffe.

Den würde ich nämlich vermutlich trotzdem tauschen wollen.
Ich bin zwar kein Fachmann aber ich habe die Nadel gerade mal abgebaut und näher angeschaut, die sieht gut durch aus.

Frage ist jetzt natürlich ob ich ein paar Euro mehr in die Hand nehme und mir dies Sumiko Pearl o.ä. hole, hört sich nämlich schon interessant an, oder ob es dann doch einfach erstmal eine neue Nadel für das Concorde Pro tut. (25-30 Euro was ich so gesehen habe?)

Würde jetzt ungern 150 Euro investieren und dann falls ich in nächster Zeit doch noch mal einen anderen Plattenspieler anschaffe wieder ein neues System kaufen.

Oder passt das Pearl auch für die meisten anderen Plattenspieler?
Meine ich hätte gelesen, dass das System immer zum Tonarm passen muss.

Naja aber wie gesagt erstmal ist mir tatsächlich auch nur wichtig, dass die Nadel mir nicht die Platten kaputt fräst.
Aber wenn ihr mir jetzt sagt, dass ich mir da kurzfristig keine Gedanken machen muss bin ich schon mal beruhigt.
Tauern
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 06. Jan 2016, 06:27
Ggf. elliptische Hifinadel Ortofon OM nachrüsten. Das kann den Klang verbessern. Dann ggf. Phono-Vorverstärker austauschen. Der Art DJ-Pre wird hier häufiger positiv besprochen und kostet mit unter 40 EUR im Web nicht die Welt. Das wär´s dann auch für den RP-1000. Vergleich den Klang doch erstmal mit einer ordentlichen Aufnahme auf CD. Wenn dann tatsächlich substanzielles beim Plattenklang fehlt, kannst du weitersehen. Oder es dabei belassen... und auch so an der nostalgischen Musikwiedergabe Freude haben. Man kann gerade im Phono-Bereich viel Geld einsetzen - und verbrennen.

Grüße

Tauern
akem
Inventar
#15 erstellt: 06. Jan 2016, 12:34
Die von Dir beobachteten Verzerrungen sind Abtastverzerrungen, die durch eine schlechte Nadel zustande kommen. Das kann zum einen eine verschlissene Nadel sein, aber auch eine Nadel, die schlichtweg schlecht ist.
Wie schon geschrieben sind DJ-Tonabnehmer in erster Linie auf Robustheit gezüchtet: sie müssen abtasten, auch wenn es hohe Schalldrücke rundherum gibt, die Platte und Dreher zum Mitschwingen anregen, und sie müssen es sogar aushalten, wenn jemand die Platte verkehrt herum schiebt. Für letzteres ist ein einfacher Nadelschliff erforderlich, der von vorne und hinten identisch ist, und vor allem ein besonders verstärkter Nadelträger nebst Aufhängung. All das ist für guten Klang abträglich. Besonders beim Abtasten hoher Frequenzen macht sich das negativ bemerkbar: die grobe Nadel kann den feinen Rillenmodulationen nicht mehr folgen, weil sie schlicht zu groß ist, und die bewegte Masse der auf Stabilität gezüchteten Anordnung kann den Schwingungen aufgrund ihrer Massenträgheit auch nicht vernünftig folgen.
Wenn Du jetzt die gleiche Nadel wieder kaufst können sich die Verzerrungen marginal verringern, aber so richtig sauber wird der Klang dadurch nicht. Auch billige Hifi-Nadeln haben da noch ihre Probleme. Selbst die sog. Fine Line Nadel eines Ortofon OM30, die schon richtig Geld kostet, verzerrt noch hörbar. Da bieten andere Hersteller für weniger Geld Besseres. Das Sumiko Pearl ist das billigste mir bekannte System, das meine (nicht gerade kleinen) Ansprüche an die Abtastfähigkeit und Verzerrungsarmut einigermaßen befriedigen kann. Klar geht noch "mehr", aber zu welchem Preis...
Und natürlich kannst Du das Pearl dann auch auf anderen Drehern verwenden. Der Tonarm sollte dann halt in die Kategorie "mittelschwer" fallen, was bei den meisten Drehern der Fall ist. Nur wirklich schwer sollte der Arm nicht sein und auch nicht explizit leicht (z.B. Duals mit ULM-Tonarm).

Gruß
Andreas
datsoli
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 06. Jan 2016, 13:20
Also wie gesagt ich habe mir die Nadel mal angeschaut, die sieht selbst für mich als Laie wirklich gar nicht mehr gut aus.
Ich habe mir jetzt eine OM10 für 33 Euro bei Thakker bestellt und hoffe mal, dass es damit schon deutlich besser sein sollte.

Richtige Upgrades hebe ich mir dann für später auf, eventuell ärger ich mich dann, dass ich nicht gleich ein Sumiko Pearl o.ä. gekauft habe, aber wie gesagt ich bin ja aktuell eh noch am rumprobieren bzw. auch am überlegen einen neuen Plattenspieler anzuschaffen.

Am Reloop geht es mir erstmal nur darum ein bisschen Musik zu hören, ohne dass mir das Gerät die Platten zerlegt, mit leichten Verzerrungen kann ich leben, war halt nur unsicher woher die kommen.
Tauern
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 06. Jan 2016, 13:57
Ich vermute stark, dass sich der Klang spürbar verbessern wird. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung aus der Ferne des Webs

Den bereits ein Ortofon OM5E liegt klanglich auf einem Niveau mit einem Ortofon OM Nightclub Mk II. Eigene Erfahrung. Das Nightclub Mk II wird unter Hifi-Gesichtspunkten besser klingen als ein Concorde Pro / Pro S.

Grüße

Tauern
akem
Inventar
#18 erstellt: 06. Jan 2016, 14:29
Man kann bei den 10er Nadeln Glück haben und eine erwischen, die schon richtig nach Hifi klingt und man kann auch Pech haben und eine erwischen, die nicht viel besser als ein Mittelwellensender klingt...
Die letzte 10er Nadel, die mir untergekommen ist, war weitgehend hochtonfrei...

Gruß
Andreas
Tauern
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 06. Jan 2016, 15:01
Andreas,

aus deinen Posts habe ich schon verschiedene gute Tipps mitgenommen.

Aber du neigst auch ein wenig zu Übertreibungen Oder du wohnst in einem Gebiet mit formidablem Mittelwellenampfang...

Grüße aus dem sonnigen Norden

Tauern
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