Rega Tonabnehmer justieren

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wendy-t
Stammgast
#1 erstellt: 14. Feb 2017, 21:43
Hallo zusammen!

Ich habe mal ´ne kurze Frage:
Ich habe zufällig heute beim Aufräumen meine Rega-Schablone, die dem RP3 beilag, wiedergefunden.
Durch das recht dünne Papier der Schablone bin etwas neugierig geworden, wie man diese wohl am besten nutzt. Beim Stöbern im Internet bin ich auf verschiedene Varianten gestoßen:
1. In einer Anleitung hieß es, dass die Schablone auf den Teller gelegt wird. Das heißt für mich ohne Matte.
2. Die Schablone wird auf die Matte gelegt.
3. Die Schablone wird auf eine Schallplatte gelegt - die Matte natürlich darunter.

Wenn die Tonarmhöhe richtig eingestellt ist, müsste man die Schablone doch eigentlich auf die Schallplatte legen, oder wie seht ihr das? Die Schablone besteht aus etwas festerem Papier - Pappe kann man dazu aber nicht sagen.

Über 1-2 Antworten würde ich mich freuen.
Viele Grüße
Philip
Wuhduh
Inventar
#2 erstellt: 14. Feb 2017, 23:09
Nabend, Philip !

Sowas wie Dich nennt man in Berlin einen " Umstandsbanausen " , verbunden mit einem Seufzen oder Augenrollen !

Einfach wie beim Judo: Auf die Matte !

Ich bezweifle sehr stark, daß die Zielgenauigkeit von der horizontalen Lage des Tonarmes abhängig ist. Die Originalschablone ist empfehlenswert bis richtig, auch wenn jemand wieder 2 Stellen hinter dem Komma errechnen möchte. Vergiß' es !

Solltest Du die Schablone im Internet finden und maßstabsgetreu ausdrücken wollen: Nimm' Photopapier mit mind. 210gr, lieber dicker.

Oder die vorhandene Schablone auf so ein dickes Fotopapier oder ein DIN A4 - Hartpapier-Trennblatt für Stehordner kleben. Wasserlöslicher Kleber wird Wellen produzieren. Das Loch kann mit einer kräftigen Nadel geduldig und präzise ausgestanzt werden.

Ich habe den Eindruck, wir haben hier gerade die " Haushaltwoche " von www.gutefrage.net.

,
Erik
wendy-t
Stammgast
#3 erstellt: 14. Feb 2017, 23:23
Hallo Erik!

Danke für die Antwort.
Dieses Forum hier bringt einen (oder vielleicht auch nur mich) dazu, alles etwas zu genau zu nehmen.
Nadelschliffe, Kapazitäten, Geometrien usw........
Aber schön, dass du die Schablone allgemein für tauglich erachtest. Die verkürzt das Einstellen für mich enorm.
Der Tipp mit der Pappe ist gut - wird morgen umgesetzt.

Vielen Dank und einen schönen Gruß
Philip
Albus
Inventar
#4 erstellt: 15. Feb 2017, 11:18
Tag,

heute so, morgen so, übermorgen bin ich... - Aus einer Anleitung, einst verfasst von Ludwig Klapproth, damals Chefentwickler bei Thorens. Der Titel "So stellen Sie Ihren Tonarm richtig ein". Daraus zitiere ich hier aus dem passenden Absatz:

Auszugsweises Zitat:
"Zur Erleichterung wird eine alte, nicht so wertvolle Schallplatte auf den Plattenteller gelegt und die (...) Lehre über die Achse gesteckt. (...) Die untergelegte Platte verbessert die Planlage der Lehre und erlaubt deren leichtes Verdrehen, so dass der aufgelegte Tonabnehmer nicht verspannt werden kann. Eine Verspannung könnte zu einer Verschiebung des Nullradius führen."

Zusatz, die Skating Kompensation vorher auf Null (Ausgangswert) stellen.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 15. Feb 2017, 11:22 bearbeitet]
wendy-t
Stammgast
#5 erstellt: 15. Feb 2017, 20:04
Hallo Albus!

Danke für deine Antwort.
Auch das klingt sehr logisch. Dann lag der Autor des Artikels, bei dem ich gesehen hatte, dass er die Schablone auf eine LP legte, doch nicht so falsch bzw. hatte sich Gedanken darüber gemacht.

Viele Grüße
Philip
Wuhduh
Inventar
#6 erstellt: 15. Feb 2017, 20:21
Nabend !

Zu dem Zitat:

1. Es spielt keine Rolle, was sich unter der Schablone befindet. Hauptsache plan und nicht - hört-hört - wie bei der Thorens Noppentellermatte oder bei der klassischen Dual-Matte mit den vielen Rillen, die im inneren Bereich bei einem Wechsler u U. auch noch niedriger ist als außen.

2. Es empfiehlt sich nicht, den Tonabnehmer und die Schablone von oben betrachtet grob zueinander auszurichten, selbst wenn man erstmal nur ein Auflagegewicht unterhalb des empfohlenen Wertes einstellt, und dann die Nadel aufsetzen zu lassen.

Es besteht die Gefahr der Beschädigung der Aufhängung des Nadelträgers, wenn man bei aufgelegter Nadel gezwungen sein sollte, die Schablone gegen den Uhrzeigersinn zu verschieben.

Kein Aufsetzen und Bewegen = keine Verspannung.

Vielleicht reißen sich auch so viele Denon DL103-Besitzer schon bei der Justage den Nadelträger ab. Insbesonders dann, wenn bereits die 2,3 pond Auflagekraft eingestellt waren.

Ist halt wie in anderen Lebenssituationen ... hin und her, auf und nieder ... mit TA und Schablone.

MfG,
Erik
wendy-t
Stammgast
#7 erstellt: 15. Feb 2017, 20:36
Hallo Erik!

So blöd bin ich auch nicht, dass ich beim Einstellen scratche.
Die letzte Einstellung, die ich bei dem Rega vorgenommen habe, war mit der Schön-Schablone. Und das fand ich schon ein bisschen mühsam. Da ich nicht jeden Tag Tonabnehmer wechsele, ist das bei mir schon ein kleiner Aufwand. Daher war ich froh, dass mir die Rega-Schablone in die Hände gefallen ist.
Dennoch freue ich mich immer über Tipps und lerne gerne etwas dazu.

Viele Grüße
Philip


[Beitrag von wendy-t am 16. Feb 2017, 17:02 bearbeitet]
Albus
Inventar
#8 erstellt: 16. Feb 2017, 12:13
Tag,

also, fasse ich zusammen:
1. Die Nullpunkte sollen realisiert sein in der Abtastebene, d.i. im Verhältnis von Abtastdiamantspitze und Plattenrille, Stylus aufliegend.
2. Eine weitgehende Näherung ist die Schablone/Lehre in dünner und fester Papierform, Stärke 0,5 mm maximal, liegend auf einer Platte von typischer Stärke, 1 mm (Plattenstärken 1,5 bis 2,0 mm, selten, lässt man als Ausnahmen beiseite).
3. Die Rega-Schablone erfüllt diese Bedingungen. Bei genauem montieren auf der Marke des inneren Nullpunktes, 60,0 mm, ergibt sich der Nullpunkt außen bei 114,7 mm, gerundet 115 mm, was korrekt und sehr gut tauglich ist für einen Mix von Langspielplatten. Und sogar für die 7 Zoll 45er Single ist diese Herstellergeometrie sehr gut tauglich.
4. In Konsequenz: Irgend abweichende Experimente, die gar eine Veränderung der Kröpfung erforderlich machen, sind zu vermeiden. Mit Veränderungen der Kröpfung sind typisch größere Verzerrungen verbunden - weil kaum exakt zu treffen.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 16. Feb 2017, 12:49 bearbeitet]
canal_gauche
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 16. Feb 2017, 18:09

Albus (Beitrag #8) schrieb:
Tag,
3. Die Rega-Schablone erfüllt diese Bedingungen. Bei genauem montieren auf der Marke des inneren Nullpunktes, 60,0 mm, ergibt sich der Nullpunkt außen bei 114,7 mm, gerundet 115 mm, was korrekt und sehr gut tauglich ist für einen Mix von Langspielplatten.
Albus


Hallo Albus,

ich nehme Deinen Beitrag zum Anlass, eine gewisse Verwirrung bezüglich verschiedener Angaben zu äußern, in der Hoffnung auf Aufklärung.

Die Nullpunkte nach Stevenson, an denen Rega sich orientiert, liegen bei 60.325 und 117,421 mm.

In der Datenbank von Vinylengine finden sich die Tonarmdaten zum RBxxx von 57,203 und 120,36 mm - vgl. https://www.vinyleng...l=y&submit=calculate

Die originale Rega-Schablone weist nun aber eindeutig den von Dir angegebenen Wert 60 mm auf (Angaben bei Vinylengine falsch?). Der äußere Nullpunkt hängt dann von der Kröpfung ab, die laut Vinylengine 22 Grad beträgt.

Noch eine andere Angabe habe ich hier erhalten: http://www.audiocircle.com/index.php?topic=62894.0, Beitrag #11:


1. Distance from platter spindle center to tonearm pivot center: 222mm.
2. Overhang: 15mm
3. Offset angle: 21.596 degrees.


Gebe ich das in den Rechner bei Vinylengine ein ergeben sich die folgenden Nullpunkte:

60,321 und 114,139 mm

Was ist denn nun korrekt bzw. warum ist Deine Angabe auch für den äußeren Nullpunkt korrekt (der innere stimmt ja mit der Schablone überein)? Ich bin verwirrt.

Beste Grüße
Christian
Albus
Inventar
#10 erstellt: 17. Feb 2017, 12:32
Tag,
und Tag Christian,

also, ja, Tonarmgeometrie Rega RB250, RB300, etc. - Unter den Produktinformationen (des Herstellers) und zugehöriger Beschaffenheit (des Produktes) resultiert die Montage eines Armes anhand der Rega-Schablone wie folgt:
-- Nulldurchgänge, je gerundet, innen 60,0 mm und 114,7 mm außen, die Rohdaten sind 60,031 mm und 114,691 mm (für sämtliche Abspielradien gut tauglich) mit...
-- Achsabstand 222 mm
-- Überhang 15 mm
-- effektive Länge 237 mm
-- die Kröpfung 21,63° (Produktbeschaffenheit)
Die Markierung der Rega-Schablone bei 60,0 mm ist für den Fall einer gesuchten Kontrolle außen, bei 114,7 mm bzw. 115 mm (praktisch genügend genau), mittels eines geeigneten (genauen) Messhilfsmittels zu ergänzen im Nullpunkt. Die Kontrolle außen (bei 114,7 mm bzw. 115 mm), nach korrekter Einstellung des Überhanges auf 15,0 mm auf den Nullpunkt 60,0 mm, wird die Einstellung auf den Punkt bestätigen. Die gehörige Sorgfalt der Montage vorausgesetzt (auch hinsichtlich des Achsabstandes 222 mm).
Man kann die beiden Rega-Nullpunkte sehr wohl auch auf eine andere geeignete Schablone auftragen und die Montage alsdann fertigstellen (ich hatte es mit der Schablone der HIFI-Exklusiv/STEREO/FonoForum, Papier, enges Raster, spielfrei an der Tellerachse, wiederholt so gehalten).

Auf die zahlreichen mehr-weniger verbreiteten Ver-'Besserungen' dieser gut tauglichen REGA-Tonarmgeometrie gehe ich nicht ein.

Freundlich
Albus

Zusatz: Wer sich gründlicher mit Problemen von Armdaten befassen möchte, hier ist man an der Quelle (Yosh, der japanische Gentleman-Experte): http://www7a.biglobe.ne.jp/~yosh/armdata.htm


[Beitrag von Albus am 17. Feb 2017, 13:17 bearbeitet]
canal_gauche
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 17. Feb 2017, 13:23
Danke, Albus!

Dann sind die unterschiedlichen Angaben der Nullpunkte darauf zurückzuführen, dass Rega die Kröpfung nicht angibt und diese dann mit unterschiedlichem (teils falschem) Ergebnis nachgemessen wird.

Beste Grüße
Christian
bielefeldgibtsnicht
Stammgast
#12 erstellt: 17. Feb 2017, 15:26
Die meisten Schablonen sind Baerwald orientiert. Aber das nur an Rande.

Das Verreißen des Arms kann man leicht vermeiden und damit den gefürchteten Nadelkill:

Drücke den Arm zwischen Tellerrand und Armlager einfach in eine genügend dicke Kugel aus dauerelastischer Dichtungsmasse für den Sanitärbereich, gibt's in jedem Baumarkt, so dass die Nadelspitze mit minimalstem Abstand über der Schablone schwebt. Dann kann normalerweise nichts schief gehen.

So sollte man bei jeder Justage vorgehen, auch eine neue Nadel für ein AT95 kostet mind. 20,-- € und bei einem teuren MC-System tut sowas dann richtig weh.

Gerd


[Beitrag von bielefeldgibtsnicht am 17. Feb 2017, 15:26 bearbeitet]
Wuhduh
Inventar
#13 erstellt: 17. Feb 2017, 17:20
Du meinst Fermit ?
Dan_Seweri
Inventar
#14 erstellt: 17. Feb 2017, 17:39
Bei Papierschablonen möchte ich empfehlen, diese einfach zu laminieren. Das sorgt dafür, dass die Schablone plan ist. Und die Nadel kann auf der glatten Oberfläche der Laminierhülle gut rutschen, so dass die Gefahr einer Beschädigung minimiert wird. Wem der Zugriff auf ein Laminiergerät fehlt, kann das Laminieren im nächsten Copy-Shop erledigen lassen.


[Beitrag von Dan_Seweri am 17. Feb 2017, 17:39 bearbeitet]
wendy-t
Stammgast
#15 erstellt: 17. Feb 2017, 20:41
Guten Abend!

Danke für eure Beiträge. Mich haben sie wieder ein Stück weitergebracht.
Ich werde das hier geschriebene am Wochenende umsetzen und meinen Rega mit einem besseren Tonabnehmer ausrüsten. Das sollte mit der Schablone dann ja nicht ein so großer Akt werden.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Gruß Philip
bielefeldgibtsnicht
Stammgast
#16 erstellt: 17. Feb 2017, 21:56
Fermit ist richtig. Ich habe die grüne Sorte und die funktioniert, mehr Produkte kenne ich von denen auch nicht.
Gerd
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