Dual 606 Tonabnehmer

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Michael_Martens
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 20. Feb 2017, 21:11
Liebe Forengemeinde,
heute habe ich das Glück gehabt, für einen Taschengeldbetrag einen (wenn man von den üblichen Wischspuren auf der Haube absieht) wirklich erstklassig erhaltenen Dual 606 Dreher zu ergattern.
Leider scheint aber entweder die Nadel oder das ganze System defekt zu sein, der linke Kanal wird nur sehr leise übertragen. Die Verkabelung habe ich bereits geprüft, die ist intakt.
Der Dreher ist mit einem Ortofon ULM 55E System ausgestattet, die Nadel hat folglich die Bezeichnung 155E. Leider kann ich keine preiswerten Nadel dafür finden. Hat jemand einen Tip? Sind vielleicht die ULM Nadeln untereinander kompatibel, so dass ich vielleicht zunächst zum testen einen DN150E Nachbau probieren kann? Mir geht es zunächst einmal um eine günstige Möglichkeit zur Fehleranalyse, um zu testen, ob jetzt die Nadel oder evtl. doch das ganze System die Felherquelle ist. Thakker hat ja sehr preiswert Nadeln.
Andere Frage:
Welches alternative System würde sich an dem Dreher verbauen lassen? Optisch ähnelt das ULM ja doch den gebräuchlichen OM Systemen. Würde sich das ohne allzu großen Aufwand umrüsten lassen?

Danke schon mal für Eure Antworten!
8erberg
Inventar
#2 erstellt: 20. Feb 2017, 21:18
Hallo,

die Kontakte sind oft genug die Schuldigen bei den ULMs, daher dort mal genauer suchen. System abmontieren (Sicherungsschraube!!!!) und die Kontakte säubern.

Eine echte 155E kostet Geld, aber sie ist es auch wert, also preiswert.
Nachbauten machen Musik, das ware es auch.

Peter
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 20. Feb 2017, 21:24
Also morgen mal ordentlich putzen. Vertragen die Kontakte Isopropylalkohol?
ad-mh
Inventar
#4 erstellt: 20. Feb 2017, 22:36
Ja.

Die Haube aber niemals, niemals, niemals mit alkoholhaltigen Reinigern abwischen. Das gibt Risse.
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 21. Feb 2017, 08:57
Danke für die Tips!
Ich werd dann mal heute das alte System mit Alkohol reinigen.
Vorsichtshalber hab ich mir direkt noch ein Ersatzsystem bestellt, die alte Nadel muss sowieso neu, hat scheinbar ordentlich Betriebsstunden runter.
Bin schon gespannt auf einen direkten Vergleich mit meinem Rega P3.
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 23. Feb 2017, 18:42
So, ich muss das Thema leider nochmal wieder hochholen.

Ich bin wie folgt verfahren:

- komplettes System gereinigt, Kontakte gereinigt, Tonarmkabelschuhe gereingt und die Verbindungen, die mir nicht mehr so geheuer waren, verlötet.
- Plattenspieler aus Zarge genommen, alle Kabelverbindungen auf Durchgängigkeit geprüft, Kontaktstecker zu den Chinchkabeln gereinigt, Masseverbindung geprüft

Im Ergebnis kommt heraus, dass der Generator des Systems auf dem linken Kanal wohl defekt ist, außer Brummen kommt nix.

Hat hier irgendjemand noch einen Generator für ein Ulm System liegen? Vorzugsweise das, welches original verbaut war (55E).
Andere Alternative wäre, bei Thakker einen Dual ULM 40S Generator für 20,- Euro zu ordern.

Danke für Eure Hilfe!
8erberg
Inventar
#7 erstellt: 23. Feb 2017, 18:54
Hallo,

die Generatoren sind bei den ULM-Systemen eh die gleichen, nur die Nadel ist anders (Schliff, Compliance)-

Wird also funzen.

Peter
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 03. Mrz 2017, 19:34
So, Ersatzsystem ist heute angekommen und der 606 dreht ohne technische Probleme fröhlich seine Runden. Für jetzt insgesamt 90,- Euro ein Schnapper.
Und ich bin doch sehr überrascht, wie gut sich der Dual mit dem ULM 155E gegen meinen RP3 mit Ortofon 2M Blue schlägt...
8erberg
Inventar
#9 erstellt: 03. Mrz 2017, 20:31
Hallo,

kein Wunder, das Abtastsystem ist quasi gleich, die Nadel ist vom ULM "schärfer", vom Laufwerk und Tonarm will ich garnicht anfangen.

Peter
ad-mh
Inventar
#10 erstellt: 04. Mrz 2017, 01:47
Der 606 ist ein richtig guter Spieler, wenn man von dem ULM Problem mal absieht.
Mittelfristig wäre die Suche nach einem Adapter für Halbzoll eine Lösung.
Glückwunsch, wenn es funktioniert und Spaß macht.

Grüße

Andreas
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 04. Mrz 2017, 08:49
Was das System angeht, bin ich für die nächste Zeit erstmal gerüstet, habe hier jetzt noch zwei neue Original Nadeln und einen Generator liegen.
Den Umbau auf 1/2" habe ich zuerst auch in Erwägung gezogen, allerdings werden ja für die Adapter mittlerweile Mondpreise verlangt, wenn man denn überhaupt noch ein komplettes Set findet. Und letztlich ist das Gerät ja auf das ULM System ausgelegt, ein Umbau wäre entsprechend die letzte Option.
8erberg
Inventar
#12 erstellt: 04. Mrz 2017, 12:37
Hallo,

das ULM-System ist auch nicht schlecht. Bei einem Test im "Fono Forum" kam man zwar zur Bezeichnung "klanglich absolute Spitzenklasse" was allerdings ein paar Etagen zu hoch hängt.
Wers nicht glaubt: http://dual.pytalhost.eu/606t/606t-02.jpg

Nö, insgesamt ist das schon ein feines Paket.

Peter
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 04. Mrz 2017, 12:56
Man muss ja auch immer gucken, wie der Rest der Gerätekette aussieht, und die ist bei mir eher an meine bevorzugten Musikrichtungen Rock & Metal angelehnt.
Insofern habe ich zwar den Anspruch an sauberen und klar konturierten Klang, aber als audiophil würde ich mich nicht gerade bezeichnen
Im Moment spielen hier der schon erwähnte RP3, der CS606 und ein Pioneer PD8700 über einen Pioneer A70 Verstärker, an dem 2 nach Plänen von Udo Wohlgemuth gebaute Dusty 34 mit Visaton Chassis hängen.
8erberg
Inventar
#14 erstellt: 04. Mrz 2017, 13:52
Hallo,

ach, da wird viel Bohei drum gemacht, entscheidend sind überwiegend Raum, Aufstellung der Lautsprecher und die Lautsprecher selber.

Die ULMs sind recht unkritisch was das Thema Kabelkapazität und Phonopre angeht - von daher seh ich da weniger ein Problem.

Einfach die Musik genießen... die die sich n Kopf über jedes Fizzelchen machen wären selbst im Monitorraum wo seinerzeit die Aufnahme abgemischt wurde nicht zufrieden... ich geb es inzwischen auch auf mit solchen Leuten zu diskutieren, hat eh keinen Zweck.

Peter
ad-mh
Inventar
#15 erstellt: 04. Mrz 2017, 22:36
Moin,

diese Diskussion vertreibt die Zufriedenheit, die sich beim Plattenhören (zumindest bei mir) einstellt.
Wenn man gern Erbsen zählt, sind Plattenspieler eh das falsche Hobby.

VG

Andreas
Platten-Spieler
Stammgast
#16 erstellt: 07. Mrz 2017, 16:23
Hallo Michael,
erstmal sind Plattenspieler immer leiser, als s.g. "Hochpegelquellen" wie CD-Player oder Streamer, Tuner, Tapes...
Um so besser ein Tonabnehmer, umso leiser ist er zumeist, da der Übertragungsfaktor dort kleiner ist.
Mit einer passenden DJ-Nadel würdest Du einiges an Lautstärke rausholen.
Kannst Dich ja mal melden.
Ansonsten hier die ganz blöde Frage (ich denke hier an das Pferd vor der Apotheke) - hast Du den Plattenspieler überhaupt an einem Phono-Eingang angeschlossen? Oder an "AUX"?
Denn ein Plattenspieler ist zwar leiser, als ein CD-Player, aber nicht wirklich drastisch!
Gruß, Andreas
8erberg
Inventar
#17 erstellt: 07. Mrz 2017, 16:32
Hallo,

kommt drauf an, 300 mV gegenüber 1000 mV (was manche CD-Player "rausgeben") ist schon ein Unterschied...

War damals ja auch ein Argument: CD-Player sollten dadurch "besser" klingen.

Peter
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 07. Mrz 2017, 22:12
Danke für eure Antworten und Tips!
Vielleicht habe ich mich oben etwas missverständlich ausgedrückt, aber alles funktioniert einwandfrei.
Ich hatte es nicht dabei geschrieben, aber nur zur Ergänzung.
Der Rega hängt am Phono Eingang des Pioneer A70 und der Dual mit vorgeschalteter ProJect PhonoBox am Aux Eingang.

Nach ein paar Tagen der intensiveren Nutzung nutze ich im Moment den Dual deutlich lieber als den Rega, da der knapp 40 Jahre alte Dreher kein bisschen rumpelt und brummt, während ich das dem Rega erst abgewöhnen musste.
ParrotHH
Inventar
#19 erstellt: 08. Mrz 2017, 13:55

Michael_Martens (Beitrag #18) schrieb:
Nach ein paar Tagen der intensiveren Nutzung nutze ich im Moment den Dual deutlich lieber als den Rega, da der knapp 40 Jahre alte Dreher kein bisschen rumpelt und brummt, während ich das dem Rega erst abgewöhnen musste.

Tja...

Das liegt wahrscheinlich am technischen Fortschritt der letzten 40 Jahre...

Ich habe u. a. einen Dual 604, der in meiner Zweitwohnung seinen Dienst verrichtet. Das ist ja der direkte Vorgänger, und er war vor ein paar Jahren mein Einstieg in die hässliche Dual-Welt. Aber das Ding hat schnell mein Herz erobert. Allein schon der Komfort, den diese Kiste bietet, mit der automatischen Tonarmrückführung. Das waren für mich (Thorens TD 320 MK II nur mit Endabschaltung, Technics SL-1210 MK II mit - genau: nichts) ja völlig neue Welten. Ich habe teilweise Platten nur abgespielt, um im Anschluss den Tonarm so schön sanft zurückwandern zu sehen

Am allerbesten gefällt mir an diesem Modell aber die Aufsetzhilfe, die eine Automatik fast überflüssig macht, weil man damit auch blind den Tonarm richtig aufsetzen kann. Das ist so ein kleines geiles nettes Detail, die so viel aussagt über die Marke!

Na ja, und der Antrieb ist den allerallerallermeisten aktuellen Brett-Riemchen ohnehin um Welten überlegen.

Parrot
Michael_Martens
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 08. Mrz 2017, 14:03

ParrotHH (Beitrag #19) schrieb:
und er war vor ein paar Jahren mein Einstieg in die hässliche Dual-Welt. Aber das Ding hat schnell mein Herz erobert.


Na ja, hässlich.....da finde ich die ganzen Technics T4P Vollplastikdreher deutlich hässlicher.
Man muss bei den Duals halt ein bisschen auf die Details gucken, um sich auf den zweiten Blick zu verlieben. Die gesamte Konstruktion der Tonarmaufhängung finde ich zum Beispiel äußerst schön gemacht.
Sehen halt noch wie richtige Plattenspieler aus die Teile.
Marsilio
Inventar
#21 erstellt: 08. Mrz 2017, 14:23
Zugegebenermassen sind Dual-Plattenspieler jetzt auch nicht unbedingt meine optischen Favoriten. Doch seit ein Dual 704 bei mir steht erübrigt sich trotzdem jede weitere Diskussion. Denn das Teil überzeugt. Und zwar richtig.

Wie Michael trefflich geschrieben hat: Im Detail wurde äusserst sorgfältig gearbeitet. Da waren noch echte Feinmechaniker am Werk. Uhrenmacher aus dem Schwarzwald eben.

LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 08. Mrz 2017, 14:25 bearbeitet]
ad-mh
Inventar
#22 erstellt: 08. Mrz 2017, 16:34
Moin,

einer meiner Favoriten. Die Revision habe ich gestern abgeschlossen.

Steuerpimpel
Wechsel Schmiermittel
Tonarmlager
Kondensatoren
Motor

Gelassen habe ich den DIN Anschluss. Der Receiver meines alten Herrn ist passend.
Die Haube habe ich nicht mit zu mir genommen, da in Ordnung.
Falls es jemandem auffallen sollte...
ja, das Gegengewicht ist vom 521. Das originale AR Gegengewicht ist sehr empfindlich und mag keine Transporte.
Mein alter Herr hat meinen 521 als "Leihgerät" während der Reparatur bekommen. Ich bin da sehr serviceorientiert.

K1024_P3079627

VG

Andreas
8erberg
Inventar
#23 erstellt: 09. Mrz 2017, 15:16
Hallo,

da hast Du recht, die Feder bricht recht leicht. Daher verpack ich AR-Gewichte immer in PE-Schaum welchen ich passend "schnitze".

Gott sei Dank hab ich solch einen "Krempel" ja immer da...

Peter
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