gleichlauf jvc ql-a2

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das_t.
Inventar
#1 erstellt: 18. Feb 2018, 20:43
nachdem der götterbote am freitag den JVC wider erwarten doch noch aus köln herankarrte und ich im nachgang mich tierisch gefreut habe über das schlichte erscheinungsbild, das so wunderbar kontrastiert zu dem, was das gute stück so draufhat....

...gab es heute mittag ein böses erwachen. es lief die just zum player hinzu erworbene Songs of Experience von U2, als es urplötzlich abgeht: die drehzahl geht hoch, ein jämmerliches gejaule aus den speakern. der teller drehte mit vermutet um die 40 u/min...

am freitag, direkt beim probelauf quasi aus dem karton, hatte er zunächst auch das problem, dass er keine lp stabil abspielen wollte. ein wenig zwischen den geschwindigkeiten hin- und hergeschaltet, dann ging es. ich habe es auf den transport, das tagelange *abhängen* in der dunklen kälte der hermes-versandzentren geschoben. vor inbetriebnahme heute habe ich ein wenig extremer gelüftet, und der jvc hat sicherlich einiges an frischer, kühler luft abbekommen. so dachte ich zunächst, dass mgl.weise erneute eine temperaturschwankung ursächlich sei für das geeier und geleier. also ein wenig gewartet, ein wenig rumgeschaltet... doch ohne resultat. den dreher dann vom netz genommen und zunächst in ruhe gelassen.
(jetzt weiss ich, weshalb man, wenn man im vintage-sektor unterwegs ist, minimum zwei dreher hat. ich also den saba drangehängt, musik gehört...)

vorhin nun den jvc wieder dran..und: richtig! keine besserung. die 45 laufen gut und stabil, langsamer als bis auf die vermuteten 40 u/min bekomme ich mit umschalten auf 33 aber nicht. hinzu kommt ein leichtes, konstantes schleifgeräusch, wenn er im 33er-modus dreht und irgendwie wohl seine drehzahl sucht. schalte ich wieder runter auf 45, ist auch das geräusch wieder weg.
das ganze ist beliebig reproduzierbar, auch ohne plattenteller. zwar habe ich dann kein strobo zur kontrolle, aber je nach eingestellter geschwindigkeit schabt es. oder nicht. und man sieht auch, dass der teller nicht so krass runterbremst, wie er es für die 33 eigentlich müsste.

sodann habe ich mal alles bewegt und durchgespielt, was der jvc so hergibt. auch hier keine nennenswerten resultate. okay denke ich.. dann hardcore. umgedreht den wicht, kreuz ran... 10 schrauben aus der kunststoffwanne gedreht und... tadaaaa...

mon dieu ist da drin was los. irre. soviel elektronik in so einem klenen gehäuse. mein uher ps 950 ist exakt gleichalt, sieht im inneren vgl.weise aber ausgeweidet aus, da ist im wesentlichen platz, viel platz und ein oder zwei bauteile. der jvc protzt mit viel gedöns: platinen und platinchen, kabelbäume und was weiss ich noch alles... und schon sind wir am wunden punkt. ich mag vieles können, aber aus dem alter der allmachtsphantasien bin ich längst raus. ich kann einen herd anschliessen, glühlampen wechseln, fahrräder reparieren... aber elektronik??? ich also wichtig und staunend in den inneren rumgesucht, ob ich etwas vermeintlich böses finde: dreck, klebriges, matsch, verbranntes, defekte sicherungen, lose kabel... hmmm... für mein empfinden alles nicht nur gut, sondern nahezu vorbildlich sauber und aufgeräumt. keine lösung in sicht. achtung, jetzt kommt der teil, an dem sensible und korinthenkackende gemüter bitte weglesen!
ich dann den stecker ins schwein und das ganze gewerks mal in betrieb genommen. also wie der da entblösst auf dem rücken vor mir liegt. achse läuft an. gut. ich: umschalt und gaaaanz genau hinguck, was da so passiert. mkay, ein plastiknöppel bewegt sich... drückt da was rein... hmmm.. ich wieder zurück umschalt.... mkay, nöppel wieder raus. das ganze einige male, ohne dass mir etwas aufgefallen wäre. kein knarzen, kein haken, kein schleppen, schleifen, verzögern. nichts halbherziges, nichts, was mich volldeppen irgendwie hätte aufschreien lassen.

schlussendlich: 45 geht. 33 nicht. er schaltet um, auch hörbar und haptisch/taktil mit deutlicher rückmeldung am umschalter/knopf. aber er geht nicht runter, weit genug runter...

da stehe resp. sitze ich nun natürlich... ohne ahnung, wissen... und denke so: scheisse.

axo: ich habe einige fotos vom innenleben gemacht. vllt. ist das hilfreich... vllt. aber hilft auch viel alkohol. bei mir...


[Beitrag von das_t. am 18. Feb 2018, 21:08 bearbeitet]
das_t.
Inventar
#2 erstellt: 18. Feb 2018, 21:07
jvc innen 02


jvc innen 03


jvc innen 04

ich hoffe, das ist selbsterklärend...
Albus
Inventar
#3 erstellt: 18. Feb 2018, 21:12
Tag,

das Service Manual, darin ein Fehlersuchbaum für den Fall "Speed to high", ist in der Library der Vinylengine einsehbar: https://www.vinylengine.com/library/jvc/ql-a2.shtml
Man muss sich dort registrieren, um Zugang zu erhalten, was ich empfehle.

Freundlich
Albus
das_t.
Inventar
#4 erstellt: 18. Feb 2018, 21:22
danke albus, ich guck rein. ob mir, der einen transistor nicht von tornister unterscheiden kann... das hilft. i hope so. es trübt so oder so gerade die freude am jvc z-1... das notwendigerweise am saba hängt und auch da... eine gute figur macht.


edith: mkay. angesehen. gelesen. im grunde verstanden. wäre es eine hilfestellung, um einen versaubeutelten hefeteig zu retten, ei in der quiche zu ersetzen, im gleissenden sonnenlicht low-key zu fotografieren... könnte ich damit etwas anfangen. aber allein schon abgesehen davon, dass da viele wichtig erscheindende begriffe auftauchen... dünkt mich, dass ein multimeter (oder wie das heisst) nicht nur von vorteil, sondern nahezu unverzichtbar wäre...

für mich wäre in bezug auf das technisch-elektronische... diese Steinzeit-Variante sicherlich der empfehlenswertere dreher...


[Beitrag von das_t. am 18. Feb 2018, 21:34 bearbeitet]
das_t.
Inventar
#5 erstellt: 18. Feb 2018, 21:43
ich habe da, dort, also auf vinylengine noch diesen hint gefunden:


Speedadjust QL-A2
Posted Mon, 04/12/2010 - 18:30 by parasound

There are 2 adjustable(by screwdriver)potentiometers, 1 for each speed. You need to open the bottom. They are black and vertically mounted on the main circuitboard. Try to adjust the speed a little bit at the time until quartz control circuit is able to lock again.


ich müsste also diese potis finden. sollte sich iwie bewerkstelligen lassen. aber dann: mittels dieser potis bzw. des einen, der für die 33 zuständig ist, eine feinjustierung vornehmen. logischerweise von unten bei geöffnetem gehäuse. okay. aber ich soll oben checken, ob der quartz einlockt. dazu muss der plattenteller drauf....
ich brauche also quasi einen sehr hochbeinigen tisch mit einer aussparung, in die der dreher passt, so dass ich zunächst (von) unten einen schraubendreher (ich denke, ich benötige einen und kann da nicht mit den findern rumschremmeln) irgendwie am/im poti arretieren kann, um dann mit blick von oben auf den dreher/den quartz-loch/das schöne rote licht unten zu justieren.... ja? so? oder habe ich einen denkfehler? ein verstehensproblem?
Hörbert
Inventar
#6 erstellt: 19. Feb 2018, 20:59
Hallo!


.........ich brauche also quasi einen sehr hochbeinigen tisch mit einer aussparung.........


Nö, zwei hochlehnige Stühle die mit den Lehnen entsprechend zusammengeschoben werden. Auf denen ruht dann der PS.

Aber an deiner Stelle würde ich die Finger lieber weglassen und einen Reparaturservice mit der Arbeit betrauen da du so noch mehr kaputt machen kannst.

MFG Günther
das_t.
Inventar
#7 erstellt: 19. Feb 2018, 21:43
stimmt, wer nicht hören kann, bekommt auch keine zwei stühle zusammengeschoben.

aber grundsätzlich ist die idee sicherlich praktikabel. danke für die anregung. wenn ich -vllt. morgen- die zeit dazu finde, werde ich das zumindest im ansatz ausprobieren. solange ich nichts löten muss... ich versuche mal diese potis zu finden... - jedoch müsste der dreher vorher erstmal wieder anfangen rumzuzicken. macht er nämlich gerade nicht. seit sonntagabend.. so im vorbeigehen jeweils... vllt. um die acht bis zehn mal kurz angeworfen... und das miststück zieht sauber seine 33 1/3 runden...
heisst es vllt. die plattenspieler?

ungeachtet meiner elektronischen unbedarftheit: einen derartigen *billigdreher* reparieren lassen?
Hörbert
Inventar
#8 erstellt: 19. Feb 2018, 22:16
Hallo!

Der Fehler liegt wahrscheinlich im PLL und wird m.E. entweder durch einen defekten kleinen Kondensator verursacht eventuell liegt aber auch ein Leiterbahnbruch oder ganz simpel eine kalte Lötstelle vor.

Ohne Messung ist hier eigentlich nicht viel auszusagen und ich würde mal vorneweg mit 1-3 Stunden Reparaturzeit rechnen wenn man nicht auf Anhieb richtig liegt.


.......danke für die anregung.............


Kommt aus der Praxis, ich habe das schon einige male praktizieren müssen um die eine oder andere Kiste zu reparieren oder schlicht richtig einzustellen.

Jedenfalls viel Glück und Erfolg bei deiner Fehlersuche.

MFG Günther
das_t.
Inventar
#9 erstellt: 19. Feb 2018, 22:39
das messen für sich genommen... wäre ja nicht das problem... wenn man (ich) dann wüstte, wo ich zu messen habe. dieses gewusel in dem dreher... im vgl. zu dem uher... irre.
ich suche mir mal jemanden, der mit den schaltplänen und zeichnungen und so etwas anfangen kann. so ist es stochern im nebel...
würde... so entspräche es meiner logik... eine kalte lötstelle / ein bruch in der leiterbahn nicht verhindern, dass der dreher zeitweilig die korrekte drehzahl fährt?
Hörbert
Inventar
#10 erstellt: 19. Feb 2018, 23:07
Hallo!


.......ürde... so entspräche es meiner logik... eine kalte lötstelle / ein bruch in der leiterbahn nicht verhindern, dass der dreher zeitweilig die korrekte drehzahl fährt?..........


Nein, absolut nicht, es liegt in der Natur solcher Fehler das sie oft erst z.B. bei einer ungleichmäßigen Erwärmung der Platine, -also wenn Spannungen im Material auftreten- in Erscheinung treten da sie bei gleichmäßiger Temperaturverteilung (gerade noch) ausreichend kontaktschlüssig sind.


...........ich suche mir mal jemanden, der mit den schaltplänen und zeichnungen und so etwas anfangen kann. so ist es stochern im nebel...........


Jepp, ein Elektroniker (gleich welcher Fachrichtung) oder Mechatroniker hat doch fast jeder in seinem Bekanntenkreis und der dürfte mit den Problemen leicht klarkommen.

Ach ja, noch etwas bezüglich der beiden Stühle, hier solltest du das ganze etwas sichern, -also die Stühle z.B. mit zwei Schnüren gegen das auseinanderrutschen absichern-. Hatte ich vorhin vergessen zu erwähnen.

MFG Günther
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