Kaufberatung Rega P2 oder doch nicht?

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tobi0098
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 31. Aug 2018, 12:17
Hallo zusammen!

Nachdem ich ein ganz schönes Martyrium mit dem Teac TN 400 hinter mir habe, welchen ich glücklicherweise ohne Probleme hab umtauschen können, möchte ich mir jetzt einen Plattenspieler mit Vorverstärker zulegen und würde gerne euren Ratschlag einholen.

Ich war gestern in einem kleinen aber sehr gut bewerteten Plattenladen und habe, nachdem ich eine Obergrenze von 500-600 Euro angegeben habe, als Kauftip den P2 mit Rega Fono Mini USB MM Phonovorverstärker bekommen. Wichtig ist mir, dass ich den Plattenspieler ggf. in ein paar Jahren gut aufrüsten kann und mir nicht wieder einen kaufen muss, wenn ich mich besser auskenne. Man muss aber sagen, dass ich zwar ein großer Musik, aber kein mega Technik Freak bin und auch nicht anstrebe einer zu werden.

Was haltet ihr von dem o.g. Paket und gibt es Alternativen, zu denen ihr mir eher Raten würdet?

Vielen Dank schon einmal!
cone-A
Stammgast
#2 erstellt: 31. Aug 2018, 12:51
Zwei prinzipielle Bedenken habe ich gegen den P2:

- Kein einstellbares Antiskating. Das kann also böse nach hinten losgehen.
- Keine einstellbare Motordrehzahl. Und Rega ist dafür bekannt, gerne mal hörbar von den 33 Umdrehungen abzuweichen.

Noch dazu kommt er mit einem Audio Technika AT91 (mit Rega Carbon-Label) als Tonabnehmer. Das ist nunmal wirklich Hifi-Schmalkost. Nicht vergessen: Die Nadel macht die Musik!

Auch wenn es hier zum hundertsen Mal geschrieben wird: Für 600 € Budget würde ich mir einen Gebrauchten suchen (Mein Tip: Technics SL-Q2, sehr gut und es kann nicht viel kaputt gehen), wahrscheinlich 200-250 €. Dazu eine gute Nadel (etwa die Jico SAS für das Originalsystem, 209 € bei Thakker) und einen vernünftigen Phono-Pre.

Damit hast Du einen Plattenspieler, der es mit Neugeräten bis 2.000,00 € aufnimmt.
Pentator
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 31. Aug 2018, 13:01
tobi: Von günstigen Regas würde ich abraten. Schlechter Gleichlauf, Störeinflüsse des Motors,- halt schlecht entkoppelt.
Dir ist klar das du dich mit einem neuen Thread wieder den Bombadierungen der Gebrauchtgerätefraktion aussetzt?
Ich weiß nicht ob es bei dir aus ungenannten Gründen unbedingt ein Neugerät sein muß.
Wenn ja, bist du mit einem Dual z.B. besser bedient. Wobei auch hier gilt: Das System das enthalten ist wird untere Schublade sein.

Schöne Grüße,
Pete
BassTrombose
Stammgast
#4 erstellt: 31. Aug 2018, 13:08

- Kein einstellbares Antiskating. Das kann also böse nach hinten losgehen.
- Keine einstellbare Motordrehzahl. Und Rega ist dafür bekannt, gerne mal hörbar von den 33 Umdrehungen abzuweichen


dazu kommt noch
- kein einstellbarer Azimuth
- fragliches Masse-Führungskonzept des Tonarms
tobi0098
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 31. Aug 2018, 13:33
1. Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen und wir wären einem gebrauchtkauf nicht abgeneigt, aber es ist natürlich problematisch, da wir beide keine Ahnung haben und die Technics SL Q2, welche bei Ebay oder Kleinanzeigen angeboten werden von der Entfernung so weit weg sind, dass wir sozusagen einen Blindkauf machen müssten. Würdet ihr das tatsächlich so bedenkenlos wagen?

2. Was wäre den ein guter Phono-Pre? Wenn der Plattenspieler mich 250 kostet und die Nadel (kann ich die eigentlich dann selbst einbauen?) 209, hätte ich in meinem Budget noch etwa 150 Euro übrig.
cone-A
Stammgast
#6 erstellt: 31. Aug 2018, 13:51
Was den Technics so charmant macht, ist die robuste einfache Technik: Bei Dual gehört zum Standardprogramm, den Steuerpimpel und einen Kondensator zu tauschen und gegen den "Plumpslift" Silikonöl nachzufüllen. Bei manchen Denon und Sony sind schon Mikrochips verbaut. Wenn die - nach knapp 40 Jahren nicht zu früh - den Löffel abgeben, hat man einen wirtschaftlichen Totalschaden. Technics hat von alldem nix: Einen bombensicheren Direktantrieb, einen zigtausendfach hergestellten Tonarm und eine simple Quarzsteuerung.

Bei meinem waren die Kontakte der Geschwindigkeitsumschaltung nicht mehr gut. 50 mal rumgeklickt und sie laufen wieder. Außerdem war bei meinem das Fett in der Automatik (also Tonarmrückführung) verharzt. Das alte Fett mit Isopropanol und Wattestäbchen raus, neues Fett (von Tamiya für Modellautos) rein und er funktioniert wie am ersten Tag.

Dennoch würde ich den Spieler nicht blind kaufen - oder nur für kleines Geld. Aber man kann sich ja auch Videos schicken lassen, auf denen das gute Stück vorgeführt wird. Oder natürlich warten, bis einer in der Nähe angeboten wird. Die Dinger sind eigentlich immer im Angebot.

Bei den Phono Pres kommt es eigentlich nicht so sehr drauf an. Schon ein Art DJ Pre für 50 € macht, was er soll. Bei 150 € würde ich mir mal eine Pro Ject Phono Box S anschauen.
vinyljedi
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 31. Aug 2018, 15:19
Ich habe mir vor zwei Wochen eine Rega P2 gekauft. Ich kannte alle hier im Thread gemachten Bedenken durch das Forum bereits vorher und habe abgewägt. Es ist ein Brettchenspieler nach der Rega-Philosophie: Antiskating, Tonarmhöhe, Azimuth, Masseführung etc. finden die Rega-Entwickler halt nicht so wichtig wie andere (u.a. wegen der nie perfekten Plattengeometrie, der breiten Spanne wie die Spezifikation in der Plattenherstellung ausgelegt wird usw.). Ja, der Tonabnehmer ist ein €25-Audio-Technica-OEM, aber den kann man später austauschen, wenn er abgespielt ist.

Ich habe noch einen Technics SL-1200GR und wollte einen Zweitspieler nach einem ganz anderen Prinzip was Design, Antrieb, Dämpfung und Tonarm angeht. Als Phono-Pre benutze ich den Cambridge Audio Solo (€179), der wertig aussieht, kein externes Netzteil hat und meines Erachtens ganz ordentlich klingt.

Meine Erfahrungen bisher: Ich finde das Aussehen und die Verarbeitungsqualität sehr gut. Besonders der relativ lange Tonarm und der butterweiche Tonarmlift machen einfach Spaß beim Anfassen. Ich habe noch kein Problem mit der fehlenden Erdung entdeckt (es brummt nichts). Der Tonabnehmer ist eigentlich zu hoch für den Tonarm (Bauhöhe 17mm, Rega-Tonabnehmer haben 14mm), aber Rega selbst sieht offenbar keinen Sinn darin, die durchaus als Zubehör erhältlichen Scheiben zur Tonarmerhöhung einzubauen. Bei der Länge des Tonarms macht das ohnehin nur einen Winkel"fehler" von 1° aus. Der Klang des Tonabnehmers ist ok, aber es geht sicherlich feiner. Einziges Manko ist bisher die etwas labberige Konstruktion der Haubenbefestigung, die nur aus zwei geknickten Plastikstreifen besteht.

Der Rega ersetzt übrigens einen Technics SL-Q2


[Beitrag von vinyljedi am 31. Aug 2018, 15:37 bearbeitet]
akem
Inventar
#8 erstellt: 31. Aug 2018, 21:42
Rega sieht eine Tonabnehmerbauhöhe von 14mm vor, um seine eigenen Tonabnehmer loszuwerden. Nicht deshalb, weil die Geometrie wurscht ist...
Der Masseführungsfehler kann den Tonabnehmer das Leben kosten. Kann, muß nicht... Und ob es brummt hängt von der Masseführung des Phonoeingangs ab: Cinchmasse ist dort nämlich keineswegs imme auch DC-Masse... Ist also reine Glückssache.
Und was ein fehlendes oder auch nur falsch eingestelltes Antiskating bei der Nadel anrichtet habe ich schon wiederholt unterm Mikroskop gesehen. Da hat schon nach (angeblich) wenigen hundert Stunden Laufzeit eine Hälfte des Nadelschliffs komplett gefehlt (normalerweise stellen die Leute das AS immer zu hoch ein...)

Gruß
Andreas
Vogone
Inventar
#9 erstellt: 31. Aug 2018, 21:53
Rega P2 meine Meinung:
Ab und zu wird mal der Reloop Turn 3 ganz positiv erwähnt, ausprobiert habe ich den aber auch noch nicht.
Wo sind denn deine Schwerpunkte? (Automat oder manuell? Neu oder Vintage/gebraucht? ...


[Beitrag von Vogone am 31. Aug 2018, 22:20 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#10 erstellt: 31. Aug 2018, 21:56
Ich kann nur den Kopf schütteln - ein Plattenspieler ohne Antiskating.
Fehlkonstruktion...

LG
Manuel

PS: Ok, bei einem ausgefuchsten Tangentialdreher oder raffinierten Linatrack-Tonarm à la Revox, da brauchts das wirklich nicht.


[Beitrag von Marsilio am 31. Aug 2018, 21:57 bearbeitet]
Holger
Inventar
#11 erstellt: 31. Aug 2018, 22:33
Also mein oller TD 150 funktioniert ganz prächtig ohne AS...

TD150MK1hht

AS wird mbMn überbewertet.

vinyljedi
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 31. Aug 2018, 23:21
Beim Rega P2 fehlt kein Antiskating, es ist lediglch auf die empfohlene Auflagekraft des Tonabnehmers fest eingestellt. Man kann also wenig experimentieren. Der Plattenspieler ist auch eher als Plug‘n‘Play gedacht. Rega hat auch zu Papier gebracht, dass nach deren Meinung VTA usw. überbewertet werden Rega VTA Fact Sheet:

„Obsessive consumers often seem to suffer enormous (albeit quite unnecessary) angst over cartridge and stylus alignment, making minute adjustments to tonearms and cartridges in order to optimise the vertical tracking angle (VTA) and/ or stylus rake angle, azimuth, and overhang.“

Ist ein Zitat, nicht meine Meinung
blackjack2002
Stammgast
#13 erstellt: 01. Sep 2018, 09:57
Ich finde das Paket gar nicht mal so schlecht für den Preis. Will man nur ab und zu Platten hören, passt es doch. Pimpen mit einen anderen Tonabnehmer bringt auch was.

Was aber meiner Meinung keinen Sinn macht ist, einen günstigen Plattenspieler kaufen und den dann später aufrüsten mit anderen TA, Tonarm, usw. Dann lieber länger sparen und sich dann gleich einen "größeren" bzw. besser ausgestatteten Plattenspieler gönnen.

Ich habe einen Rega Queen Edition. Mir reicht dieser für meine "abundzu" Plattenhörsessions. Das Einzige was ich aber machen werde ist, einen anderen TA später mal montieren. Wenn mich der Plattenvirus mehr packt, dann kaufe ich mir einen anderen PS.

LG, Werner
Ralf_Hoffmann
Inventar
#14 erstellt: 01. Sep 2018, 11:03
Ich kann an meinem P2 keine Probleme feststellen. Zudem lässt er sich mit der Zeit, durch etliche Zusatzteile ( Acrylteller, Tonabnehmer usw), noch ein bisschen aufhübschen.

Nachteile beim Neugerät P2: Der Tonabnehmer ist grottig. Ich hatte mir das Carbon auch mal besorgt (25€) .....................Gruselig 😁
Die Haubenscharniere gehen leicht kaputt - da ist Fingerspitzengefühl angesagt.

Ich konnte bislang keine Gleichlaufprobleme "erhören" , unterm Strich würde ich mich für 600€ /Neugerät aber auch bei z.B. Pro-Ject umgucken.
Da gibt es immer recht gut rabattierte Angebote, die i.d.R. auch einen vernünftigen Tonabnehmer beinhalten.

Natürlich kannst du auch Opas alten Technics oder Dual exhumieren.
Ja, die spielen auch nicht schlechter als die Neugeräte, aber sind halt alt, und nicht selten mit entsprechenden optischen (bei der Haube z.B. ) und/oder technischen Wehwehchen.
Und gerade wenn ich nicht so tief in der Materie stecke, oder schlicht kein Bock auf Rumgefummel habe, sondern einfach nur Platte hören möchte, würde ich ein Neugerät vorziehen - aufrüsten kann man immer noch 😉

Beim Vorverstärker würde ich dem Händler folgen, wenn du den Rega nimmst. Natürlich gibt es auch für weniger Geld gute Geräte. Aber alles aus einer Hand wäre mir wichtiger als ein paar € , für ein Gerät das Jahrzehnte hält, zu sparen.
Vogone
Inventar
#15 erstellt: 01. Sep 2018, 11:22
da kann man dann noch eher einen Thorens TD 190-2 nehmen
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