Neue Nadel oder neues System?

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leechme06
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 23. Feb 2020, 14:07
Hallo zusammen

Ich besitze seit ich 18 bin einen Technics SL-1300. Habe diesen damals für ca 100.- Euro in der Bucht als defekt gekauft, da der Tonabnehmer defekt war. Seit dann habe ich ein AT440ML/OCC daran verbaut und in Betrieb. ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit dem Laufwerk und auch mit dem Tonabnehmer. Im Verlauf der letzten zwei Jahre ist meine Vinyl-Liebe nochmals neu entfacht und es folgten auch noch ein hochwertigerer Preamp (PhonoBox DS) und eine Okki Nokki Waschmaschine.

Soweit - sogut. Nun, heute bin ich 32 - was bedeutet, dass ich das System seit 15 Jahren in Betrieb habe! Rechne ich mal, dass ich jede Woche zwei Alben höre, dann bin ich bereits weit über 1000h Betriebszeit. Ich habe zwar nicht das Gefühl, dass ich da etwas höre. Ich habe mich hier jedoch durch mehrere Threads gelesen und bin überzeugt davon, dass 1. ich das auch nicht hören werde und 2. ich mir auch kein Mikroskop kaufen werde...

Also wird es wohl langsam Zeit, eine neue Nadel oder ein neues System zu kaufen. Die ML/OCC Nadel gibt es ja nicht mehr. Mit dem Audio.Technica VM-System kenne ich mich nicht so richtig aus... Da scheinen die Nadeln auch zu passen, die Frage ist jedoch, ob alle passen oder nicht?

Ich würde gerne die Gelegenheit nutzen und nochmals ein Upgrade zu machen, wobei die Schmerzgrenze bei 200.- Euro liegt.

Was denkt ihr also, was habe ich für Möglichkeiten?

Ach ja, und ich hätte gerade auch noch einen AT OC7 MC-Abnehmer mit wenigen Betriebsstunden für 120.- Euro im Angebot. Würde das auf den 1300er passen? Upgrade?

Ich höre querbeet alles, mehrheitlich Punkrock, aber auch viel Folk, Jazz, Soul... alles aus den 60ern und 70ern..... Eigentlich alles ausser Klassik...

Danke schonmal für eure Hilfe!
Yamahonkyo
Inventar
#2 erstellt: 23. Feb 2020, 17:42
Hallo leechme06,

die Nadeln der AT-VM95 Tonabnehmer passen nicht an das AT440.

Es gibt noch die ATN440 ML/b. Inwiefern diese anders als die OCC Nadel klingt und ob diese sich lohnt, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Das AT OC7 MC hat gute Beurteilungen hier im Forum bekommen und wird auch von einigen Leuten an einem SL-1300 genutzt. Nutz mal die Suchfunktion und bilde dir eine Meinung.
Da es ein MC Tonabnehmer ist, kann man später nicht einfach mal die Nadel tauschen.
Die PhonoBox DS kannst du ja auf MC umschalten.

Ansonsten wäre das AT-VMN95ML sicherlich ebenfalls eine gute Alternative zum jetzigen AT440.

Gruß Roland
akem
Inventar
#3 erstellt: 23. Feb 2020, 23:03
Tonabnehmer-Gebrauchtkauf birgt immer das Risiko einer verschlissenen Nadel. Auch bei (angeblich) wenigen Betriebsstunden. Ein falsch eingestelltes Antiskating kann schon nach 200 Stunden den Exitus bedeuten...
Außerdem glaube ich nicht, daß die Micro-Linear-Nadel bei korrekter Einstellung schon hinüber ist. 1600 Stunden sollten problemlos machbar sein, wenn das Antiskating nicht zu hoch eingestellt ist. Bei so scharfen Schliffen stelle ich immer auf ca. 0,6 mal Auflagekraft ein.

Gruß
Andreas
leechme06
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 23. Feb 2020, 23:27
OK, danke für den Tipp... Nun, das mit dem Antiskating kann ich halt schlecht beurteilen. ich habe an meinem Dreher 1:1 eingestellt, also im Moment 1,5, sowie die Auflagekraft. Alle anderen Ideen mit Kopfhörer oder mit einer blanken Platte habe ich verworfen...
U87ai
Stammgast
#5 erstellt: 24. Feb 2020, 01:19
Da du ja eine Plattenwaschmaschine besitzt, nehme ich an dass du deine Platten vor dem Abspielen gewaschen hast?
Wenn ja, würde ich sagen, dass deine Nadel wohl immer noch in brauchbarem Zustand ist, denn der ML-Schliff hält bei entsprechnerder Nutzung, also saubere Platte schon bis zu 2000 Stunden. Denn wir wissen ja, dass das was sich in so einer Rille befindet (Staub, der aus allem möglichem bestehen kann) erheblich zum Nadelverschleiss, also Abtastdiamantabrieb, beiträgt.

Wenn du eine Schallplatte durchhörst und während der ganzen Seite keine Verzerrungen auftreten oder der Klang nach einiger Zeit auch nicht dumpf wird, ist davon auszugehen dass deine Nadel noch Ok ist.

Wenn nicht wirst du dich schwer tun für das 440ML OCC noch ne Nadel zu finden, aber: Ich denke, dass verschiedene neuere Nadeln auch auf deinen Generator passen dürften da AT ja immer eine hohe Generator / Nadel Durchtauschbarkeit hat, so passen sicherlich die Nadeln AT100, AT120EB, AT440MLa/MLb, AT150ML, AT150SH auch auf deinen Generator. Auch welche aus der neuern VM5xx/6xx/7xx-Serie müssten passen.

grußelchen
Tom


[Beitrag von U87ai am 24. Feb 2020, 01:20 bearbeitet]
leechme06
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 24. Feb 2020, 21:47
Ok, das hilft schonmal!

Nun, ich bleibe jetzt trotzdem noch an dem AT-OC 7 dran.

Das System hat 7,8g - ist das zu schwer für den SL-1300? Das Original-System (EPC-270-C-II) wog laut HiFi-Wiki 6g. Ich kann das nicht beurteilen, ab wann das nicht mehr passt... Nadelnachgiebigkeit und Gewicht des Tonarms kann ich schon gar nicht in Relation setzen... Geschweige denn herausfinden...

Kann man da auch ev. mit einem leichteren Headshell nachhelfen?

Danke für eure Tipps!
Wuhduh
Gesperrt
#7 erstellt: 25. Feb 2020, 02:01
Nabend !

Mathematisch wird das Differenzgewicht zwischen den beiden TA von ca. 1,8 Gramm teilweise durch die höhere Auflagekraft ausgeglichen. Das Gegengewicht wird zur korrekten Einstellung geeignet sein.

Ich würde so ein altes OC-7 ( ohne weitere Bezeichnung ) nicht kaufen, ohne es vorher begutachtet und gehört zu haben. Zum Vergleich: das größere OC-9 trägt die Bezeichnung OC9/III und es hat einen Line-Contact-Schliff. Keine Ahnung, ob dieser Schliff abweichend zum MicroLine ist. Dieser wurde auch eine Weile von AT verbaut. Das ist somit bereits die dritte Generation.

Für Rüpelmucke und Basspunch wird auch das OC7 unten herum zu schlank abgestimmt sein.

Möglicherweise ist die MLb-Nadel ein akzeptabler Ersatz.

MfG,
Erik
mkoerner
Stammgast
#8 erstellt: 26. Feb 2020, 16:54
Eine ML / MR Nadel hält gut 2500h, bei halbwegs sauberen Platten. Du kannst dir also mit dem wechseln noch etwas Zeit lassen.

Allerdings sollte die Nadel regelmäßig gereinigt werden. Das macht man am besten mit einem Radierschaumschwamm.

Mit einem Upgrade wird es bei dem Preislimit verdammt schwer. Vergleichbare Neuware ist gerne doppelt so teuer. Gebrauchtware kann gut funktionieren, wenn man von jemand kauft der sammelt und gelegentlich abstösst.

Die durch mein Statement gewonnene Zeit kann man nutzen um mit viel Geduld bei Ebay eine unbenutzte Ersatznadel im gewünschten Preisbereich zu finden.

Das OC-7 würde ich nicht als Upgrade betrachten. Wenn, dann ein OC-9/III.

Das OC-7 hat einen Diamant mit recht geringer Lebenserwartung (ca. 500-700h) und ist über 30 Jahre alt. Das würde ich keinesfalls kaufen, wenn es nicht noch originalverpackt und versiegelt ist. Da kann man genausogut ein AT F-7 kaufen. Das dürfte sogar besser sein und man hat Garantie.

Mike
ParrotHH
Inventar
#9 erstellt: 26. Feb 2020, 17:20

mkoerner (Beitrag #8) schrieb:
Das OC-7 hat einen Diamant mit recht geringer Lebenserwartung (ca. 500-700h) und ist über 30 Jahre alt. Das würde ich keinesfalls kaufen, wenn es nicht noch originalverpackt und versiegelt ist. Da kann man genausogut ein AT F-7 kaufen. Das dürfte sogar besser sein und man hat Garantie.

Hmm...

ich hatte schon mehrere Ansätze zu Antworten im Thread hier gemacht, die ich aber allesamt nicht vollendet bzw. abgeschickt habe. Sie drehten sich immer um das AT OC7, da mir das hier zu schlecht wegkommt. Nach dem erneuten Bashing will ich dann doch mal einen Gegenpunkt setzen.

Das AT OC7 war um 1990 herum die kleinere Version das AT OC9 (erste Version!). Das OC9 war (und ist) m. E. ein Spitzensystem, auch wenn es "nur" eine Nadel mit elliptischem Schliff aufweist. Verrundungsradien sind mir unbekannt, allerdings handelt es sich um einen nackten sehr schön polierten Stein, der lt. Handbuch "special ellipictal" geschliffen ist. Das kann entweder auf einen schärferen elliptischen Schliff hinweisen, oder gar einen hyperelliptischen Fineline-Schliff. Der Diamant sitzt dann aber auch noch auf einem filigranen Nadelträger aus Beryllium.

Nadel und Nadelträger sind beim OC7 und OC9 m. E. identisch, die Unterschiede liegen im Inneren Aufbau des Generators. Die Nadel meines OC9 sieht so aus:

Audio Technica AT OC9

Das ist eine ganz andere Hausnummer, wie ein vergleichsweise grobschlächtiger Nadelträger aus Alu, wie ihn das F7 aufweist. Aufgrund der aufwendigen Machart würde ich dem Diamanten des OC7 auch eine deutlich höhere Laufleistung zutrauen, als die von Mike kolportierten 500 bis 700 Stunden.

Ich hatte damals für meinen Thorens TD 320 MK II zunächst ein OC7 gekauft, und dann nach ein paar Monaten auf ein OC9 hochgerüstet. Wer mich kennt, ahnt es: ich konnte bereits damals keinen Unterschied zwischen den Systemen ausmachen. Und noch heute ist das originale OC9 eines meiner Lieblingssysteme, dem es an nichts fehlt, auch nicht an Bass!

Die Zweifel, die man gegenüber einen 30 Jahre alten System haben und sollte, kann ich naturgemäß nicht ausräumen. Da muss man die Quelle ansehen, und daraus seine Rückschlüsse ziehen.

Parrot
leechme06
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 26. Feb 2020, 22:24
OK, ich bin euch bereits sehr dankbar für eure Tipps! Nun, ich glaube (und hoffe) nun doch noch eine Zeit lang mit meiner Nadel zurecht zu kommen. Es heisst doch so schön: never touch a running system... :-)
.JC.
Inventar
#11 erstellt: 26. Feb 2020, 22:49
Hi,


leechme06 (Beitrag #1) schrieb:
.. wobei die Schmerzgrenze bei 200.- Euro liegt.

Was denkt ihr also, was habe ich für Möglichkeiten?


Eine Möglichkeit ist das neue AT VM 95 ML, sehr günstig hier plus ein Technics Headshell.
Dann hast Du 2 funktionsfähige Tonabnehmer, kannst sie vergleichen und mit dem hören,
dass dir aktuell besser gefällt, wenn denn überhaupt.
Auf jeden Fall hast Du somit ein Backup System.
mkoerner
Stammgast
#12 erstellt: 27. Feb 2020, 20:35
OK der Nadelträger ist besser. Damit ziehe ich meine Aussage dass das genauso gut ist zurück, das war mir entgangen.

Trotzdem würde ich einem OC-7 immer noch nicht mehr Laufzeit zugestehen (wenn die mir vorliegende 0.2 * 0.7 Info stimmt) und bei einem 30 Jahre alten Gebrauchtsystem davon ausgehen das MIR das zu Riskant wäre dass das nicht schon soviel Zeit auf dem Buckel hat.

Bei scharfen Ellipsen ist die Abnutzung so dass man recht schnell ein Abnutzungsprofil bekommt, das der Platte schadet. Deshalb gilt bei Ellipsen: je schärfer, desto besser der Klang, desto kürzer die Laufzeit UND desto höher die Gefahr für Platte wenn man den Wegwerfzeitpunkt, der ohne optische Prüfung der Spitze nicht machbar ist, verpasst.

Sollte es sich aber um einen Shibata oder LC Abkömmling handeln (das Bild nährt den Verdacht) sieht die Sache deutlich anders aus...

Mike
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