Kaufberatung MM-System für Luxman PD-284

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S04-Hotspur
Stammgast
#1 erstellt: 08. Aug 2020, 05:37
Hallo Leute,

ich brauche ein neues Tonabnehmersystem für meinen Luxman PD-284. Es soll ein MM-System bis 100 Euro werden.

Der PD-284 gehörte zu den Einsteigermodellen von Luxman. Nach meiner Einschätzung gehört der Tonarm zu den leichten.

Ich will gelegentlich meine alten Platten hören können. Darunter sind einige klanglich sehr gute wie Sheffield Lab. Eine Entwicklung in Richtung "High End" und viel Geld für Plattenspieler ausgeben habe ich im Moment nicht vor.

Kette: Ich habe mir einen Phono Pre mit Lautstärkeregelung neu gekauft: TEC 760 LC. Die Endstufe ist ein Luxman M-363. Die Lautsprecher sind Klang und Ton Celeste.

Ich habe mir einen Überblick verschafft. Mein Favorit ist Audio Technica VM 520 EB.

Sieht jemand eine bessere Alternative?

Herzliche Grüße, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 08. Aug 2020, 10:05 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#2 erstellt: 08. Aug 2020, 16:55
Hallo

Von Audio Technica finde ich die AT-VM-Reihe preislich interessanter - ausserdem gelten diese Tonabnehmer etwas weniger höhenbetonend:
https://www.thakker....archParam%5D=at.vm95

Best-Deal ist aus meiner Sicht das AT-VM95ML für 145.-, das aber schon ziemlich hohe Hörbedürfnisse befriedigt. Für kleines Geld kann man aber auch bereits mit dem AT-VM95E gut Platten hören; die Nadel ist allerdings nur gebondet, d.h. man bekommt einen Diamantsplitter, der von einem Metallsockel eingefasst ist. Das ist das gleiche wie bei dem von Dir herausgesuchten EB520. Beim AT-VM95EN hat man den gleichen elliptischen Schliff, aber bereits einen ganzen Diamanten. Das AT-VM95ML schliesslich hat einen nackten Diamanten mit einem ultrafeinen Microline-Schliff, der nochmals mehr Details aus der Plattenrille herausholt, zudem halten Nadel mit diesen raffinierten Schliffen deutlich länger, was den höheren Preis etwas relativiert.

LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 08. Aug 2020, 16:56 bearbeitet]
S04-Hotspur
Stammgast
#3 erstellt: 09. Aug 2020, 06:04
Hallo Manuel,

ich finde Deine Antwort hilfreich, weil es angesichts der Vielzahl der AT-Modelle schwierig ist, das Beste für den Tonarm und in Bezug auf den Klang heraus zu finden.

Höhenbetonung ist das, was ich nicht gebrauche. Ich habe bei den K+T Celeste den Vorwiderstand vor dem Hochtöner ein wenig erhöht, weil mir die Höhen sonst zu laut sind, Bei den Focal Chorus 706, die ich auch habe, fällt die Höhenbetonung noch deutlicher aus.

Gruß, Andreas
Marsilio
Inventar
#4 erstellt: 09. Aug 2020, 07:28
Jetzt muss ich aber doch noch rasch nachfragen: Was hast Du denn aktuell noch für einen Tonabnehmer dran? Ev. kann man den mit einer neuen/besseren Nadel weiterbetreiben.

Ich habe rasch nachgeschaut: Dein Phonovorverstärker hat für MM-Systeme einen Anschlusswiderstand von 200pF, für das AT120 ist das etwas zu viel. Die AT-VM-Reihe passt gerade noch.

LG
Manuel
S04-Hotspur
Stammgast
#5 erstellt: 09. Aug 2020, 09:58
Ich habe ein Elac ESG 794 E.

Ich möchte da keine neue Nadel draufsetzen, sondern einfach mal etwas Neues haben. Steht bei Ebay zum Verkauf.

Herzliche Grüße, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 09. Aug 2020, 10:06 bearbeitet]
evilknievel
Inventar
#6 erstellt: 09. Aug 2020, 10:45
Hallo,

etwas zurückhaltend im Hochton wäre Sumiko Pearl. Für mich ist es ein Manko, für dich könnte das gut passen.

Gruß Evil
Marsilio
Inventar
#7 erstellt: 09. Aug 2020, 10:49
Hm, bei Audio Technica ist das AT-VM95E eher schlechter, das AT-VM95EN dann in etwa ein Schritt zur Seite. Erst das AT-VM95ML ist ein hörbares Upgrade zum Elac.

Das von Evil erwähnte Sumiko Pearl hat zwar nur eine gebondete Nadel, aber immerhin hat die einen scharfen elliptischen Schliff. Bei Thakker ist es aktuell nicht verfügbar, aber das (Irrtum vorbehalten) weitgehend baubleiche Coral 555E.

LG
Manuel
S04-Hotspur
Stammgast
#8 erstellt: 09. Aug 2020, 14:00
Das Sumiko Pearl hatte ich auch schon in die Auswahl genommen. Nur noch eine Quelle und 150 Euro als Preis. Die Klang und Ton Celeste haben schon eine leichte Badewannenabstimmung. Tut das Sumiko nicht zu viel des Guten? Grau ist alle Theorie.

Gruß, Andreas
Dan_Seweri
Inventar
#9 erstellt: 09. Aug 2020, 14:13

S04-Hotspur (Beitrag #5) schrieb:
Ich habe ein Elac ESG 794 E. Ich möchte da keine neue Nadel draufsetzen, sondern einfach mal etwas Neues haben. Steht bei Ebay zum Verkauf.
Mit einer SAS-Nadel von Jico hättest Du mit dem Elac ein komplett neues System der echten Spitzenklasse.
Marsilio
Inventar
#10 erstellt: 09. Aug 2020, 14:36

Dan_Seweri (Beitrag #9) schrieb:

S04-Hotspur (Beitrag #5) schrieb:
Ich habe ein Elac ESG 794 E. Ich möchte da keine neue Nadel draufsetzen, sondern einfach mal etwas Neues haben. Steht bei Ebay zum Verkauf.
Mit einer SAS-Nadel von Jico hättest Du mit dem Elac ein komplett neues System der echten Spitzenklasse.


Sehe ich übrigens auch so.

LG
Manuel
S04-Hotspur
Stammgast
#11 erstellt: 09. Aug 2020, 17:39
Das mit der SAS-Nadel hatte ich mir überlegt. Ich habe mich entschieden, nicht 220 Euro für eine Nadel auszugeben, die ich auf ein 40 Jahre altes Tonabnehmersystem stecke. Ich habe eine Klarheit bezüglich dessen, was ich will. Ich glaube zum einen nicht, dass das System ohne Verschleiß dasteht. Zum anderen gehe ich nicht davon aus, dass der Luxman in der Lage ist, die Qualität rüber zu bringen. Ich hatte mit dem Osawa PL 500 mal einen sehr hochwertigen Plattenspieler. Der Luxman hat bei weitem nicht die Qualität.

Ausgangspunkt war die Frage nach einem System bis 100 Euro. Jetzt ist die Rede davon, dass eine SAS-Nadel für 220 Euro besser ist als ein System für 150 (z. B. AT 95 ML). Das mag ja sein.

Eure Beratung führt inzwischen dazu, dass ich bereit bin, auch 150 Euro auszugeben. Da ist aber auch die Grenze.

Herzliche Grüße, Andreas
Jazzy
Inventar
#12 erstellt: 09. Aug 2020, 18:14
Bei mir spielt das AT-VM95ML an einer Gesamtkapazität von ca. 200pF sehr linear,keine Höhenbetonung.
Albus
Inventar
#13 erstellt: 09. Aug 2020, 19:16
Tag,

die Markierung 200 pF etwa maßgebend gemeint, kann mit der Kombination Luxman PD-284 an TEC TC-760LC nicht eingehalten werden; vielmehr ist zunächst mit gut 400 pF zu rechnen, aus 200 pF des PD-284 mit originalem Audiokabel (?) zuzüglich die nominellen 200 pF des TC, real 215 pF (Einsteckinput plus Platinenweg). Effektive Armmasse 11 g, Bauhöhe für Tonabnehmer 16-19 mm, bei 16 mm mit Spacern.
Als einen Ausweg - erstens passend zu der obigen Lastkapazität, zweitens im ursprünglichen Aufwandsrahmen - schlage ich den JVC Z-4S vor, zur Zeit für € 64,90 neu NOS angeboten bei albis-retro-handel im Ebay-shop, aber auch bei Thakker für € 96,99 unter Artikel Nr. 5040. Bauhöhe 17,5 mm.
Zur Ansicht beim albis-retro-handel: https://www.ebay.de/...d:g:hJ0AAOSwFEhdvYSs

Findet sich irgendwo ein Ortofon FF15XE Mk II an - nehmen! Passte auch gut, neue Nadeln gibt es für rund € 50. Die Ortofon VM RED/520 II sind zu teuer.

Das AT-VM520EB hat einen 'undisziplinierten' breiteren Hochtonanstieg schon ab 5 kHz, bis 20 kHz sind es dann glatt 5 dB. Siehe bitte den Testdurchgang bei Lowbeats. Hier anzusehen: https://www.lowbeats.de/test-audio-technica-vm520eb-und-520ebh/
Sumiko Pearl - ist richtig gut - aber nur bei 47 kOhm mit 180-230 pF maximal.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 10. Aug 2020, 08:39 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#14 erstellt: 09. Aug 2020, 20:39
Und jetzt wären wir wieder beim Elac 794 - dieses fühlt sich bei 400pF prima aufgehoben.

Alterung ist bei Elac-Tonabnehmern übrigens kein Thema. Mein NOS-ESG796, das ich vor drei Jahren mit Glück erwerben konnte, spielt traumhaft gut.

Statt der SAS-Nadel kann man ja auch die hyperelliptische Nachbaunadel von Jico nehmen - wäre mit 140.- noch innerhalb des Budgets:
https://www.thakker....96-h-nachbau/a-5812/

LG
Manuel
S04-Hotspur
Stammgast
#15 erstellt: 10. Aug 2020, 05:14
Den Verkauf des Elac werde ich nicht mehr stoppen.

Es bleibt dabei, dass ich ein neues System möchte. Das JVC hatte ich in den 70er-Jahren. Das Ortofon FF 15 gibt es auch schon so lange. Das waren damals Basismodelle für Einsteiger-Plattenspieler. Da verspreche ich mir von einem neuen System mit Fineline-Nadel schon mehr.

Es sind die Original-Cinch-Kabel dran. Wenn die Überlegung stimmt, dass 400 pF ein guter Wert wäre, was wäre dann empfehlenswert? Im Moment liegt das AT 95 ML für mich vorne.

Dass ich gegenüber sehr alten Tonabnehmern skeptisch bin, hat auch mit dem Lautsprecher-Selbstbau zu tun, den ich seit 40 Jahren betreibe. Kondensatoren (Widerstände seltener, Spulen fast gar nicht) werden nach Jahrzehnten ausgetauscht, weil sie ihre Eigenschaften verändern oder ausfallen. Auch bei meinem 35 Jahre alten Vorverstärker sind klangliche Einbußen hörbar. Deshalb werden Vorverstärker von manchen ja auch restauriert.

Ich gehe davon aus, dass es auch bei Tonabnehmern in den letzten Jahrzehnten eine technische Weiterentwicklung gegeben hat, die sich klanglich bemerkbar macht.

Sollte das Elac tatsächlich voll auf der Höhe sein, dann kann sich der Käufer bei Ebay ja freuen, für ein paar Euro eines zu bekommen und mit einer hochwertigen Nadel auszurüsten. Sei ihm/ihr gegönnt.

Gruß, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 10. Aug 2020, 05:18 bearbeitet]
Dan_Seweri
Inventar
#16 erstellt: 10. Aug 2020, 06:08

S04-Hotspur (Beitrag #15) schrieb:
Ich gehe davon aus, dass es auch bei Tonabnehmern in den letzten Jahrzehnten eine technische Weiterentwicklung gegeben hat, die sich klanglich bemerkbar macht.

Sollte das Elac tatsächlich voll auf der Höhe sein, dann kann sich der Käufer bei Ebay ja freuen, für ein paar Euro eines zu bekommen und mit einer hochwertigen Nadel auszurüsten. Sei ihm/ihr gegönnt.
Bei den Tonabnehmern hat sich seit 40 Jahren technisch nicht mehr viel getan. Die Verbesserungen bis dahin steckten vor allem im Nadelschliff und im Cantilever (möglichst geringe bewegte Masse). Eine SAS-Nadel mit Microridge-Schliff, Boron-Nadelträger und Einpunktaufhängung bietet eigentlich alles, was gut und wünschenswert ist.

Der Generator ist keine Raketentechnik und bietet selbst nur wenige Ansatzpunkte zur Verbesserung. Oft enden die Verbesserungen beim Einsatz von lamellierten Polschuhen, die Dein Elac 794 bereits besitzt.

Man merkt: Dein Ziel ist nicht ein möglichst guter Klang, sondern vor allem die Veränderung.

Nimm dann einfach ein AT-VM95ML. Es erreicht nicht ganz das Niveau des Elac mit SAS-Nadel, spielt aber sehr ordentlich und ist tatsächlich ein anderes System. Dort hat Audio Technica einfach 40 Jahre alte Technik in ein neue Gehäuse gesteckt, die Dich dann glücklich machen wird.


[Beitrag von Dan_Seweri am 10. Aug 2020, 06:09 bearbeitet]
mkoerner
Stammgast
#17 erstellt: 10. Aug 2020, 08:04
Ernsthaft? Man besitzt einen der wirklich guten MM Bodies auf dem Markt und möchte statt dessen irgendeinen bestenfalls nach damaligen Maßstäben mittelmäßigen modernen Ersatz?

Naja, so kommen wenigstens andere in den Genuss guter Systeme :-)...

Und nein: es hat im Abnehmerbau keine Weiterentwicklung gegeben, im Gegensatz zu Lautsprechern und Verstärkern. Moderne Nadelträger sind an allen Stellen Rückschritte gegenüber früher. Und etliche hochwertige Schliffe sind nicht mehr oder nicht mehr in guter Qualität bezügl. der Montage auf dem Nadelträger verfügbar.

Und so Sachen wie Temperaturkompensierte Aufhängungen oder aufwändige Dämpfergummi Designs findet man wenn überhaupt nur noch in der >2000€ Klasse.

Hochwertige Nadelträger (bis auf den Borstab) sind fast ausschliesslich Restbestände von früher.


Mike
Dornröschen_
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 10. Aug 2020, 08:16
Hi Andreas,
die 400pF wären OK für das elac, nicht für das AT. Da solltest du 200 anpeilen, wenn möglich.
Marsilio
Inventar
#19 erstellt: 10. Aug 2020, 08:54

S04-Hotspur (Beitrag #15) schrieb:
Den Verkauf des Elac werde ich nicht mehr stoppen.

Es sind die Original-Cinch-Kabel dran. Wenn die Überlegung stimmt, dass 400 pF ein guter Wert wäre, was wäre dann empfehlenswert? Im Moment liegt das AT 95 ML für mich vorne

Gruß, Andreas


Das AT-VM95 passt bei 400pF Gesamtkapazität im Gegensatz zum Elac nicht mehr. Sorry, aber Du befindest Dich wirklich auf dem Holzweg.

Die derzeit günstigste Lösung mit Fineline-Nadel, die bei Deinen Anschlusskapazitäten sicher funktioniert und sofort lieferbar ist, ist diese hier:
https://www.thakker....-tonabnehmer/a-5088/
(das OM-30 für 272.-, das auch funzen sollte, ist bei Thakker derzeit vergriffen)

LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 10. Aug 2020, 08:59 bearbeitet]
Albus
Inventar
#20 erstellt: 10. Aug 2020, 08:59
Tag,

AT-VM95ML - mit den >400 pF (415 pF) an 47 kOhm erhält man eine vorgezogene elektrische Hochtonresonanz bei 12 kHz mit Überhöhung von mindestens 2 dB, davor die Auffüllung der MM-Delle 2-7 kHz, dahinter die mechanische Hochtonresonanz bei etwa 17 kHz. Ja, kann man versuchen mit sich und seinem Gefühl für Tonhöhenunterschiede, aber nicht zu empfehlen.

Um dem zu entgehen, aber das momentan nach vorn gerückte AT-VM95ML nicht zu lassen, kann für einen LS-Baubefähigten an eine Verminderung des Eingangswiderstandes des TC-760LC auf etwa 33 kOhm gedacht werden, ein genauerer Wert wäre erst noch nachzurechnen - und abzustimmen mit den tatsächlichen Bedingungen des Exemplares AT-VM95ML und TC-760LC.

Die Aufgabe ist nicht einfach, für gehobene Ansprüche von der Art Fine Line ein preislich günstigstes Angebot zu finden.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 10. Aug 2020, 09:05 bearbeitet]
ParrotHH
Inventar
#21 erstellt: 10. Aug 2020, 09:27

S04-Hotspur (Beitrag #15) schrieb:
Dass ich gegenüber sehr alten Tonabnehmern skeptisch bin, hat auch mit dem Lautsprecher-Selbstbau zu tun, den ich seit 40 Jahren betreibe. Kondensatoren (Widerstände seltener, Spulen fast gar nicht) werden nach Jahrzehnten ausgetauscht, weil sie ihre Eigenschaften verändern oder ausfallen.

Genau!

Aber was ist in einem Generator denn verbaut? Da befinden sich letztlich nur um Magneten gewickelte Spulen...

Ich gehe davon aus, dass es auch bei Tonabnehmern in den letzten Jahrzehnten eine technische Weiterentwicklung gegeben hat, die sich klanglich bemerkbar macht.

Diese Annahme ist: falsch!

Ich besitze mittlerweile irgendwas um 30 bis 40 Systeme, manche neu, die meisten alt. Die einzige Veränderung, die ich feststellen kann, ist ein Verarmen der Technik aufgrund geringerer Stückzahlen. Wurde in den 70/80er-Jahren aufgrund des Marktdrucks WIRKLICH noch entwickelt, so findet man heute eigentlich nur noch produktionstechnisch optimierte Aufgüsse uralter Konzepte.

Noch schlimmer als bei den Generatoren ist es bei den Nadeln. Da gab es früher recht viele Hersteller, und unter dem Mikroskop kann man da dann auch deutliche Unterschiede in der Machart ausmachen. Heute gibt es da eine dröge Einheitskost, die auf eine kleine Anzahl Hersteller zurückgeht.

Wenn ich meine Lieblingssysteme benennen müsste, dann sind die in der Mehrzahl 30 Jahre und älter!

Sollte das Elac tatsächlich voll auf der Höhe sein, dann kann sich der Käufer bei Ebay ja freuen, für ein paar Euro eines zu bekommen und mit einer hochwertigen Nadel auszurüsten. Sei ihm/ihr gegönnt.

Den Elac-Body zu verkaufen halte ich auch für einen vermeidbaren Fehler. Laut Datenblatt hat der Body bereits lamellierte Polkerne. Inwieweit das praktisch hörbar ist, sei mal dahingestellt. Aber genau das waren dann halt die Dinge, die technisch in der Zeit noch an Aufwand betrieben wurden, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Sowas gibt es heute m. W. nicht mehr.


Das nur als Einwurf.
Dem Drang nach etwas Neuem kann man sich manchmal nicht entziehen, kenne ich nur zu gut.

Parrot
ParrotHH
Inventar
#22 erstellt: 10. Aug 2020, 09:46

Albus (Beitrag #20) schrieb:
Um dem zu entgehen, aber das momentan nach vorn gerückte AT-VM95ML nicht zu lassen, kann für einen LS-Baubefähigten an eine Verminderung des Eingangswiderstandes des TC-760LC auf etwa 33 kOhm gedacht werden, ein genauerer Wert wäre erst noch nachzurechnen - und abzustimmen mit den tatsächlichen Bedingungen des Exemplares AT-VM95ML und TC-760LC.

Da würde ich eher die Kondensatoren am MM-Eingang wechseln.

Müsste ich mal nachprüfen, aber das müssten die beiden 220pF-Kerkos links neben dem Opamp, bzw. direkt rechts neben dem langen Gehäuse des Select-Schalters sein.

TEC TC-760LC

Die liegen für den Umbau auch noch so günstig, dass das wirklich leicht zu machen ist.
Da einfach 100pF oder gar 47pF einsetzen, fertig. Oder siehst Du da irgendwelche Nachteile?

Parrot


[Beitrag von ParrotHH am 10. Aug 2020, 09:47 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#23 erstellt: 10. Aug 2020, 09:49
Nur schon die Tatsache, dass Elac seine besseren Tonabnehmersysteme damals mit verschiedenen Compliance-Varianten anbot, war grosse Klasse. Je nach Tonarm konnte man sich innerhalb der Elac-Palette a-la-Carte den passenden Tonabnehmer aussuchen. Heute muss man einfach nehmen was noch da wird.

Dass Elac das Tonabnehmerbusiness aufgegeben hat, ist echt ein Verlust.

LG
Manuel
Albus
Inventar
#24 erstellt: 10. Aug 2020, 11:36
Tag,
und Tag ParrotHH,

das sind die beiden Kondensatoren für den MM-Eingang, mit 47 pF sollte das Gerät funktionsfähig bleiben. Meine ich auch.

Freundlich
Albus
Dan_Seweri
Inventar
#25 erstellt: 10. Aug 2020, 12:24

ParrotHH (Beitrag #21) schrieb:
Aber was ist in einem Generator denn verbaut? Da befinden sich letztlich nur um Magneten gewickelte Spulen...

Wir wollen doch genau sein: Es handelt sich bei einem MM-Generator um Spulen, die um Blechlaschen gewickelt sind. Der/die Magnete sind mit dem Nadelträger-Röhrchen verbunden.

Ich denke, dass wir uns einig sind: Ein MM-Generator ist im Prinzip Low-Tech der untersten Stufe.


[Beitrag von Dan_Seweri am 10. Aug 2020, 12:28 bearbeitet]
S04-Hotspur
Stammgast
#26 erstellt: 10. Aug 2020, 15:43
SOOO, jetzt reichts!

Ich bin keinesfalls beratungsresistent und habe den Verkauf des Elac gestoppt.

Eure Argumente haben mich überzeugt. Uff.

Vielen Dank dafür.

Ich habe mal nachgesehen, wann ich das System gekauft habe: Das war im Jahr 2003 bei Ebay. Es war unbenutzt aus Nachlass in ungeöffneter Originalverpackung. Ich habe es für 5,71 Euro ersteigert. Das war zu einer Zeit, als das Thema Plattenspieler fast keines war. So ändern sich die Zeiten.

Jetzt schaue ich mir die Angebote für die beiden hochwertigen Nadeln noch einmal in Ruhe an.

Gruß, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 10. Aug 2020, 15:55 bearbeitet]
S04-Hotspur
Stammgast
#27 erstellt: 28. Aug 2020, 17:08
Hallo Leute!

Ich habe folgendes gemacht: Der Plattenspieler hat neue Füße bekommen. Darunter habe ich Schwingungsdämpfer stehen, die als Untersätze für Waschmaschinen angeboten werden. Dann habe ich mir 2mm-Schrauben und Muttern besorgt, die zur Montage meines Elac ESG 794 am Tonarm genau passen. Die Löcher zum Durchstecken der Schrauben sitzen ja sehr nah am Body. Größere Schrauben mit 3 mm und die entsprechenden Kantmuttern, die ich hatte, schrappten am Body entlang und ließen sich nicht gerade verschrauben. Dann die Ortofon-Justierschablone genommen und Tonabnehmer und Nadel in die passende Position gebracht.

Bei Ebay wurde eine Nadel D 794 H 30 (vdH-Schliff) gebraucht aus Nachlass angeboten. Vater hatte seinen Plattenspieler laut Aussage des Verkäufers immer sehr pfleglich behandelt. Aufgrund der guten Bewertungen des Verkäufers habe ich das Startgebot von 35 € abgegeben und mit Versand 39,20 € bezahlt.

Ich habe meinen neuen PhonoPre TEC 760 LC mit Lautstärkeregelung zwischen Plattenspieler und Endstufe gesetzt und zunächst meine K+T Celeste laufen lassen.

Zuerst habe ich meine beiden Sheffield Lab Platten mit Harry-James-Musik gehört. Ich war auf Anhieb von der Wiedergabe sehr angetan. Überrascht hat mich das stabile und kräftige Bassfundament. Mir schienen die Höhen leiser zu sein als bei der gewohnten CD-Wiedergabe. Ich habe dann eine Pink Floyd-Scheibe aufgelegt, die ich auch als CD habe. Tatsächlich bestätigte sich der Eindruck, dass die Höhen über CD lauter sind, Als ich die Platte komplett durchgehört hatte, störten die zurückhaltenden Höhen mich nicht mehr.

Nächster Test: Ich habe meinen alten Hitachi HCA 8500 Mk 2 Vorverstärker angeschlossen und beim Wahlschalter auf 47 kOhm gestellt. Der nicht restaurierte, 36 Jahre alte Vorverstärker klang auch mit der neuen Nadel deutlich schlechter als der neue PhonoPre, für den ich 75 Euro bezahl habe. Eine Restaurierung ist unumgänglich, wenn man wieder Freude an diesem Teil haben will.

Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden damit, das ESG 794 behalten und die gebrauchte van den Hul-Nadel gekauft zu haben.

Herzliche Grüße, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 28. Aug 2020, 17:10 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#28 erstellt: 28. Aug 2020, 18:16

S04-Hotspur (Beitrag #27) schrieb:
Hallo Leute!

Bei Ebay wurde eine Nadel D 794 H 30 (vdH-Schliff) gebraucht aus Nachlass angeboten. Vater hatte seinen Plattenspieler laut Aussage des Verkäufers immer sehr pfleglich behandelt. Aufgrund der guten Bewertungen des Verkäufers habe ich das Startgebot von 35 € abgegeben und mit Versand 39,20 € bezahlt.

(...)
Tatsächlich bestätigte sich der Eindruck, dass die Höhen über CD lauter sind, Als ich die Platte komplett durchgehört hatte, störten die zurückhaltenden Höhen mich nicht mehr.

Herzliche Grüße, Andreas


Tiptop.

Und Du weisst ja mittlerweile: Eine neue wahlweise gute (Hyperellipse oder Shibata) oder sogar überragend gute Nachbaunadeln (SAS) von Jico gibts bei Thakker jederzeit, sollte auch diese Nadel mal durch sein. Nadeln mit Van-den-Hul-Schliff gelten aber als sehr langlebig, 2000 Stunden und mehr sind durchaus drin. Ja, ist eben keine Einsteigerklasse sondern was wirklich Gutes...

Die leicht zurückgenommenen Höhen sind typisch fürs Elac mit dem VdH-Schliff. Ich mag diese Abstimmung, finde ich sie doch sehr relaxed. Irgendwo habe ich schon von einem User gelesen, bei dem sein ESG796 mit der SAS-Nadel im Höhenbereich etwas zugelegt haben soll. Kann sein, bei Shure habe ich das selber schon beobachtet.

LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 28. Aug 2020, 18:18 bearbeitet]
S04-Hotspur
Stammgast
#29 erstellt: 26. Sep 2020, 09:37
Nachdem ich mehrere Platten in Ruhe angehört hatte, stand mein Urteil fest: Die Höhen sind mir doch zu leise. Ich werde bald 60 und brauche inzwischen doch mehr Ich habe das Elac nun verkauft und stehe wieder vor der Entscheidung, mir ein neues System anzuschaffen.

Ich möchte keine Modifikation am TEC 760 vornehmen.

Offen ist für mich die Frage, welche Investition sich an meinem Luxman PD-284 noch lohnt.

Ich habe mich bei Lowbeats durch das Klangorakel gehört. Das habe ich mit meinem PC und durchschnittlichen Aktivlautsprechern gemacht. Auch mit dieser relativ schwachen Ausrüstung war für mich hörbar: Das AT VM 520 EB hat lautere Höhen als das VM 95 E. Das VM 95 ML klang besser als das VM 520 EB.

Lösung 1: Ich gebe mich mit dem VM 95 E zufrieden. Bin ich doch nicht zufrieden, kaufe ich mir einen neuen Plattenspieler und verkaufe das 95 E wieder. Verlust wäre gering.

Lösung 2: Ich kaufe das VM 520 EB. Die lauteren Höhen kommen auch bei mir über den Luxman und den TEC Vorverstärker an.

Lösung 3: Ich kaufe das VM 95 ML. Bei Umstieg auf einen besseren Plattenspieler hätte ich dann schon ein gutes System.

Was meint Ihr?

Gruß, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 26. Sep 2020, 10:30 bearbeitet]
akem
Inventar
#30 erstellt: 26. Sep 2020, 12:48
Dein Luxman ist so schlecht nicht - um den mit einem neuen Plattenspieler zu schlagen, mußt Du schon ganz schön tief in die Tasche greifen, mit 300 oder 500 € ist da bei weitem nicht getan...
Nimm das AT VM-95ML. Die "lauteren Höhen" des 520 EB sind in erster Linie Abtastverzerrungen, die aufs erste Reinhören gerne als mehr Hochtonpegel fehlinterpretiert werden, auf die Dauer aber ganz schön nerven können weil auch S-Laute erheblich verzerrt werden.
Achte aber beim Montieren des neuen Tonabnehmers am Luxman auf folgende zwei Dinge:
- die Tonarmkabel können schnell abreißen - bitte nur die Stecker greifen (kleine Spitzzange verwenden)
- das Headshell ist aus relativ dünnem Plastik und kann brechen, wenn Du die Schrauben am Tonabnehmer zu fest anziehst

Gruß
Andreas
S04-Hotspur
Stammgast
#31 erstellt: 26. Sep 2020, 12:57
Hallo Namensvetter,

"die Tonarmkabel können schnell abreißen" - ist schon passiert. Zum Glück nur zweimal am selben Erdkabel (blau). Löten kann ich. Bin seitdem vorsichtig mit der Pinzette am Werk. Empfindlichkeit des Headshells habe ich auch schon bemerkt. Das ist zum Beispiel ein Grund, warum ich den Luxman für nicht so hochwertig halte. Ich hatte eben mal einen Thorens 126/3. Dumm, dass ich den verkauft habe...

Danke, Andreas
Jazzy
Inventar
#32 erstellt: 26. Sep 2020, 16:25
Also in meinem Setup (47kOhm/200pF) hat das AT-VM95ML bis 16kHz so ziemlich 0dBFS,bei 20kHz dann -3dBFS. Also keine Hochtonanhebung.
Fürs Geld gut klingen tuts aber.


[Beitrag von Jazzy am 26. Sep 2020, 16:25 bearbeitet]
Dan_Seweri
Inventar
#33 erstellt: 26. Sep 2020, 19:53
Die Lösung wäre gewesen, für das Elac eine SAS-Nadel anzuschaffen. Damit wäre die Höhenschwäche kuriert gewesen, ohne die Vorteile des Elac-Systems einzubüßen.
S04-Hotspur
Stammgast
#34 erstellt: 27. Sep 2020, 07:05
Ich habe mal gehört, dass die Micro Line-Nadel nur richtig arbeiten kann, wenn der Tonarm höhenverstellbar ist. Kann das jemand aus Erfahrung bestätigen?

Gruß, Andreas
.JC.
Inventar
#35 erstellt: 27. Sep 2020, 07:48
Moin,

das ist so pauschal natürlich Käse.
Der VTA (bzw. SRA) sollte stimmen, das geht aber auch anders.

zB. durch eine Matte (bei mir Filzkork 4 mm) oder meinetwegen auch Spacer (Abstandsplättchen)
unter dem Tonabnehmer (ist aber meist fummelig).

Vorne höher geht immer.
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