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Putzfrauenalarm - Ist die Nadel noch zu retten?

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jentz68
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 13. Apr 2009, 08:35
Hallo liebe Forumler,

nachdem ich mich nun eine Weile dem ungestörten Hörgenuß mit meinem OM 20 Super widmen durfte ist leider passiert, was ich schon lange befürchtet hab (hatte noch die Absicherung der ganze Sache im Kopf..):

Unsere Putzfrau hat meinen Plattenspieler vergewaltigt! Und zwar so brutal, dass an der im 90-Grad-Winkel abgebogenen Nadel noch Reste vom Putzlappen hingen!!!!!

Lange Rede kurzer Sinn:
Hab die Nadel wieder nach vorne gebogen (hat allerdings eine kleine Delle vom abbiegen im Rohr), Sound ist ok, aber nach ca. 5 Minuten sinkt die Nadel immer weiter ab (irgendwie lässt wohl die Spannung in der Befestigung nach), dass das TA-Gehäuse auf die Platte sinkt - und das hört sich dann gar nicht mehr gut an!

Also liebe Spezialisten, kann da eine guter Techniker noch was reparieren (Aufhängung?)oder ich selbst noch was rumfummeln?

PS: Meine Putzfrau ist untröstlich...hat jetzt Plattenspielerverbot...

Merci

Jentzzzzzz
raphael.t
Inventar
#2 erstellt: 13. Apr 2009, 09:11
Hallo!

Der Dämpfungsgummi, welcher am Ende des Nadelträgers diesen führen soll, muss bei der Brutalaktion so in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dass er seinen Dämpfungsaufgaben nicht mehr folgen kann. Daher senkt sich das System auf die Platte.

Neue Nadel besorgen, am besten die 30er oder 40er.

Wenn du ein großartiger Bastler bist mit viel Erfahrung und einigen alten Tonabnehmern, wäre auch eine Übertragung des Nadelträgerrestes plus Nadel in ein etwas breiteres Röhrchen eines ausrangierten Abnehmers möglich.
Sooo leicht ist das aber nicht.
Die Gefahr, dass du dann deine Platten beschädigst, ist riesengroß.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
Bepone
Inventar
#3 erstellt: 13. Apr 2009, 09:20
Hallo,

oft ist nach einer solchen Aktion der Diamant auch verdreht, d.h. er steht nicht mehr senkrecht in der Rille.

Des weiteren kannst du dir nicht sicher sein, ob auch die Nadelflanken die Plattenrille an den korrekten Stellen berührt.

Wenn du dir nicht 100% sicher bist, ob der Diamant noch ganz korrekt ausgerichtet ist, solltest du (meine Empfehlung) die Nadel lieber nicht mehr zum Abspielen benutzen.

Ganz abgesehen von dem Problem des Dämpfungsgummis.
Es gibt MM-Systeme, da ist zusätzlich noch ein Spanndraht im Nadeleinschub vorhanden. Evtl. ist es bei deinem System auch so, und der könnte nun gerissen/lose sein.


Gruß
Benjamin
doppelkopf0_1
Stammgast
#4 erstellt: 13. Apr 2009, 09:23
Tach .

Ist hin , kauf neu.
Archibald
Inventar
#5 erstellt: 13. Apr 2009, 09:38
Hallo Jens,

die Ortofon OMs haben (wie alle Ortofon VMS-Systeme) den von Benjamin erwähnten Rückstelldraht. Die Nadel ist hin, und eine Ersatznadel ist nicht übermäßig teuer. Tipp : Bei den OM-Systemen gibt es nur beim OM 40 einen Unterschied zwischen der ersten und der "Super"-Serie (alte Serie "van den Hul II"-Nadel und höhere Nadelnachgiebigkeit, "Super"-Serie "Fritz Gyger"-Nadel). Nadeln für die alte Serie bekommt man ggf. preiswerter (auf dem Systemkörper können alle Nadeln zwischen 5 und 40 verwendet werden).

Gruß Archibald


[Beitrag von Archibald am 13. Apr 2009, 09:38 bearbeitet]
derboxenmann
Inventar
#6 erstellt: 13. Apr 2009, 09:40
Hat die Putzfrau denn keine Haftpflicht?
Ne neue Nadel wird wohl nötig sein
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 13. Apr 2009, 11:42
Hallo!

Da ist -leider- nichts mehr zu machen. Du mußt dich wohl oder übel damit abfinden dir eine neue Nadel zuzulegen. Wie schon erwähnt kannst du gleich die Gelegenheit nutzen und auf eine NADEL 30 oder gar NADEL 40 aufzustocken.

Normalerweise gibt es zu den OM(B)/S-Systemen doch einen Klarsicht Nadelschutz dazu, wieso hast du den eigentlich nicht benutzt?

MFG Günther
lini
Inventar
#8 erstellt: 13. Apr 2009, 19:30

Archibald schrieb:
(...) die Ortofon OMs haben (wie alle Ortofon VMS-Systeme) den von Benjamin erwähnten Rückstelldraht. (...)


Den gibt's bei den jüngeren Ortofon-Nadeln offenbar nicht mehr. Ich hab mich auch gewundert, weil ich den von alten Ortofon-Zeichnungen noch in Erinnerung hatte, jedoch bei keiner meiner Nadeln entdecken konnte - aber auf Nachfrage drüben im Analog-Forum hieß es dann auch: kein Spanndraht.

Grüße aus München!

Manfred / lini
HausMaus
Inventar
#9 erstellt: 13. Apr 2009, 19:36
hallo ihr nadel spezis ...

ich wollte mein at95 gegen ein at120 tauschen , nur leider hab ich noch keinen laden bei mir gefunden der das auch org. führt.

Bepone
Inventar
#10 erstellt: 13. Apr 2009, 19:55
Hallo HausMaus,

was genau ist dein Problem, findest du keine Quelle für's AT120?

Bei ebay findest du es z.B.


Gruß
Benjamin
HausMaus
Inventar
#11 erstellt: 13. Apr 2009, 19:58

Bepone schrieb:
Hallo HausMaus,

was genau ist dein Problem, findest du keine Quelle für's AT120?

Bei ebay findest du es z.B.


Gruß
Benjamin


ja genau , aber du hast mich gerade auf eine idee gebracht .

danke
germi1982
Moderator
#12 erstellt: 13. Apr 2009, 21:18
HausMaus
Inventar
#13 erstellt: 14. Apr 2009, 05:16

germi1982 schrieb:
Guckst du hier:

http://www.williamth...a_c32-173-176_x1.htm


dir auch ein danke !
Archibald
Inventar
#14 erstellt: 14. Apr 2009, 07:20
Hallo Manfred,

wie bekommt Ortofon wohl die Resonanzen in den Griff ?

Für ein CED (controlled electro-dynamic damping) à la ADC (das einzige Verfahren [abgesehen von Decca], das ich kenne, welches ohne Draht, Feder oder Faden und stattdessen mit Magnetkraft auskommt) ist der Magnet zu klein und in seiner Position nahe am Drehpunkt nicht geeignet. Hast Du oder hat jemand eine Ahnung wie Ortofon das Problem gelöst hat ?

Gruß Archibald
doppelkopf0_1
Stammgast
#15 erstellt: 14. Apr 2009, 09:03
Tach .

Wieso sollten Deccas ohne Faden auskommen ?

Dann sind wohl kaputt .
Archibald
Inventar
#16 erstellt: 14. Apr 2009, 10:21
Hallo Dirk,

ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass mir das exakte Funktionsprinzip der Decca-Systeme nicht bekannt ist und dass ich deshalb nicht aussschhießen kann, dass sie ohne Rückstellfaden (-feder, -draht) funktionieren.

Gruß Archibald
doppelkopf0_1
Stammgast
#17 erstellt: 14. Apr 2009, 11:39
Tach Archibald.

Schau mal hier :



oder hier :



Der Faden hält die " Nadelfassung" , das sogenannte Moving Iron . Deshalb extrem geringe bewegte Masse = enorme Impulsfreudigkeit . Da kann auch MC nicht mithalten.


[Beitrag von doppelkopf0_1 am 14. Apr 2009, 11:42 bearbeitet]
Archibald
Inventar
#18 erstellt: 14. Apr 2009, 14:10
Hallo Dirk,

dass die Deccas eine sehr geringe Masse haben, weiß ich, aber die ADCs kommen sogar ohne Faden aus :



Die Resonanzdämpfung wird durch den über dem Nadelträger befindlichen Magneten im Zusammenspiel mit dem magnetisierbaren Nadelträger erreicht. Keine Spule die bewegt werden muss, kein Magnet der bewegt werden muss, noch nicht mal ein Däpfungselement (Faden, Feder etc.)!

Gruß Archibald
lini
Inventar
#19 erstellt: 14. Apr 2009, 17:11

Archibald schrieb:
(...)
wie bekommt Ortofon wohl die Resonanzen in den Griff ? (...)


Weiß ich leider auch nicht genau - aber der naheliegendste Gedanke wäre wohl, dass sie mit Hilfe entsprechender Eigenschaften und Formgebung des Gummi-/Elastomer-Lagerblocks und des Nadelträgers den Spanndraht überflüssig machen konnten.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist, wo Du zwischen der ADC-Implementierung und dem VMS-Generator der OMs den großen Unterschied siehst...

Grüße aus München!

Manfred / lini
Archibald
Inventar
#20 erstellt: 15. Apr 2009, 15:22
Hallo Manfred,

das "Induced Magnet"-Verfahren (Moving Iron) von ADC im Vergleich mit Moving Magnet und Moving Coil kannst Du in meinem Beitrag oben sehen. Das Controlled Electrodynamic Damping (CED, ADC-Patent) passiert dadurch, dass der recht große Magnet über dem Nadelträger durch sein Feld den magnetisierbaren Nadelträger in seinen Schwingungen dämpft.

Bei Ortofons VMS (ebenfalls Moving Iron)

[img=http://img529.imageshack.us/img529/8145/ortofonvms.th.jpg" target="_blank" class="" rel="nofollow">][url=http://img529.i...5/ortofonvms.th.jpg]

sitzt der Nadelträger in einer goldfarbenen Hülle, die ungefähr im Drehpnkt von einem ringförmigen Magneten umschlossen wird. Die Nadel sitzt in einem Alurohr, dass seinerseits mit einem magnetisierbaren Endstück verbunden ist (auf dem Bild grau) gelagert wird der Nadelträger in einem Gummi- oder Kautschuklager (blau). Die Resonanzen werden durch den kleinen Draht / Faden bedämft, der vom Nadelträger zum Deckel (weiß) der goldfarbenen Hülle führt. Die Resonanzdämpfung ist hierbei also mechanisch.

Gruß Archibald

P.S. Irgendwie bin ich heute zu blöde, die Vorschau hinzukriegen.


[Beitrag von Archibald am 15. Apr 2009, 15:31 bearbeitet]
lini
Inventar
#21 erstellt: 15. Apr 2009, 20:03

Archibald schrieb:
(...) P.S. Irgendwie bin ich heute zu blöde, die Vorschau hinzukriegen. (...)


Machte nixe - diese Grafik kenn ich ohnehin. Sie scheint allerdings nicht (mehr) der Realität zu entsprechen, denn wenn man ein halbwegs aktuelles (Super-)OM zerlegt, schaut die Sache etwas anders aus: Die den Nadelträger umhüllenden Röhrchen sind kürzer (gehen gerade mal bis kurz über das rückwärtige Teil des Nadelträgers) und hinten offen, und den Spanndraht gibt's nicht (mehr). Und den Magneten wie in der Grafik gibt's so auch nicht (mehr), sondern der findet sich zwischen den Polkernen kurz vor den Spulen. Entsprechend bin ich also wirklich am Grübeln, wo denn nun der große Unterschied zwischen der IM-Variante a la ADC und der beschriebenen Ortofon-VMS-Variante liegen soll - auch speziell im Hinblick auf elektromagnetische Dämpfungsmöglichkeiten...

Womöglich würde sich bei eingehender Untersuchung sogar erweisen, dass "CED" nur wieder mal ein Versuch eines Herstellers war, eine quasi systemimmanente Eigenschaft als besonderes Feature zu verkaufen. Sowas wird ja durchaus gerne mal praktiziert - vermutlich hauptsächlich seitens der jeweiligen Marketing-Leute. Was mir zum Beispiel immer noch einen Schunzler entlockt, ist AKGs hervorragendes "ASDF", das Acoustic Supported Digital Filter. Klingt schonmal toll, nicht? Das gab's zum Beispiel beim K400 - auch extra auf dem Karton beschrieben. Hmja, und die zugehörige Grafik zeigt einen entsprechend idealisierten Pseudo-Frequenzschrieb (natürlich ohne jegliche Skalen-Angaben) - einmal mit einem sehr sanften Höhenabfall, einmal mit einem etwas steileren. Letzterer ist dann der mit ASDF. So wollten die AKG-Marketeers also einen ganz normalen Höhenabfall eines Kopfhörers als zusätzliches Digitalfilter verkaufen - was mir zwar sehr einfallsreich schien, aber irgendwie nicht sonderlich überzeugend.

Grinsegrüße aus München!

Manfred / lini
Archibald
Inventar
#22 erstellt: 16. Apr 2009, 11:09
Hallo Manfred,

möglicherweise ist meine Beschreibung etwas "einfacher" als die von ADC. Ich sende Dir gerne einen alten ADC-Prospekt, wenn Du mir Deine E-Mail-Adresse per PN zukommen lässt. Laut einer alten Anzeige hat(te) ADC ein Patent auf das CED. Es muss also sehr wohl einen technischen Hintergrund dafür geben, denn dass ein Patentamt (auch ein amerikanisches ) einen reinen Marketinggag als Patent annimmt, glaube ich denn doch nicht.

Gruß Archibald

P.S. Wegen eines Providerwechsels kann meine Antwort etwas auf sich warten lassen.
lini
Inventar
#23 erstellt: 18. Apr 2009, 18:55

Archibald schrieb:
(...) Ich sende Dir gerne einen alten ADC-Prospekt, wenn Du mir Deine E-Mail-Adresse per PN zukommen lässt. (...)


Gern. Von ADC hab ich eh kaum Info-Material, also wenn Du da interessantes Zeug hast: Immer nur her damit!

PM Schich ich gleich...

Grüße aus München & schonmal herznischen Donk (auch wenn's noch a weng dauern sollte...)!

Manfred / lini
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