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Welche Hornlautsprecher?

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jolaos
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 29. Jul 2008, 11:25
Hallo zusammen,
ich interessiere mich für Hornlautsprecher, bin aber noch totaler Laie.
Welche Hörner gelten denn als die absolute Referenz, sofern es so etwas in dem Bereich gibt, sind es Kugelwellenhörner? Interessant scheinen auch hyperbolische Hörner zu sein, wie hier bei Strassacker http://www.lautsprechershop.de, auf Horn die Referenz klicken. Hier sitzt ein Breitbänder vor dem langen Horn, Mehrwegsatelliten sind vermutlich klanglich besser, handelt es sich also bei Strassacker eher um einen klanglichen Kompromiss aber mit gutem Preis-Leistungsverhältnis zum Selberbauen? Schließlich müssen sich ja Preise von mehreren 10000 € wie z.B. bei http://www.avantgarde-acoustic.de (Kugelwellenhörner) irgendwie klanglich rechtfertigen.
Ich würde mich sehr über Feedback auf diese sehr allgemeinen Fragen freuen, bin auch dankbar für weitere Tipps und Basics bezügl. Lautsprechern, welche Hörner es noch gibt und wie der Vergleich mit "gewöhnlichen" Lautsprechern ausfällt.
Einen ganz herzlichen Dank
jolaos
Alex58
Stammgast
#2 erstellt: 29. Jul 2008, 14:54
Willkommen bei uns im Forum, jolaos!

Was Hornlautsprecher betrifft, so möchte ich nur ein paar ganz subjektive Empfindungen wiedergeben, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Die angesprochenen Avantgarde Acoustic Hörner, soweit es die alte Produktpalette betrifft, habe ich früher mehrfach hören können:

Solo – aktives Kugelwellenhorn. Grauslich. Unmusikalischer Eindruck. Hat mir überhaupt nicht gefallen. Eine schrille Tröte in meinen Ohren. Schnell wieder raus aus dem Raum. Noch einmal woanders gehört, der negative Eindruck blieb.

Uno – teilaktiver Kugelwellenhornlautsprecher, nur einmal kurz gehört. Kann den Unterschied zur größeren Duo nicht mehr konkret beschreiben. Vielleicht noch etwas spritziger und "direkter" als die Duo. Ungleich besser als die von mir nicht gemochte Solo.

Duo – ebenfalls ein teilaktiver Kugelwellenhornlautsprecher. Die hat mir damals besonders gut gefallen, vor allem an Röhren. An manchen Transistorverstärkern haben die Hoch- Mittenhörner eine für meinen Geschmack mitunter zu harsche Wiedergabe gehabt. Sie reagieren klanglich so empfindlich auf verschiedene Verstärker, wie ich es bei kaum einem anderen Lautsprecher bisher ausgemacht habe. Verstärker unterschiedlicher Preisklassen mögen an manchen Lautsprechern, gutmütiges Lastverhalten vorausgesetzt, zum Verwechseln ähnlich klingen, sind aber gewiss nicht völlig gleich. Das wird an den Hörnern der Duo überdeutlich. Das Bassmodul wird, wie bei der Uno auch, durch eine eigene Endstufe befeuert. Da der Wirkungsgrad der Kugelwellenhörner extrem hoch ist, reicht ein kleiner, aber klanglich dazu harmonierender Verstärker. Es ist verblüffend, dass die Duo bei richtiger Positionierung trotz ihres im Hoch- Mittentonbereich und im Bassmodul (konventionell, aktiv) unterschiedlichen Konstruktionskonzepts sehr geschlossen klingen. Sehr schnell, gewaltige Dynamik. Gebraucht sicher recht interessant, wie die Uno auch. Aber auch dann noch extrem teuer.

Trio Omega mit vier- bzw. sechsfachem Bassbiegewellenhorn. Gewaltiges Trumm mit einem ebenso gewaltigen Bass, der abartig tief heruntergeht und in diesem Bereich praktisch alles in den Schatten stellt, was ich bisher gehört habe. Klanglich aber hat mir das Riesenmonster nicht zugesagt. Mehr und gewaltiger ist nicht gleichbedeutend, dass die Lautsprecher einem auch mehr bzw. besser gefallen. Eine Godzilla- Anlage, die kein Mensch wirklich braucht.
So eine Materialschlacht stellen sich begeisterte Japaner angeblich in ihre oft zu engen Wohnzimmer. Die klangliche Katastrophe ist damit vorprogrammiert. Die Trio mit 6-fachem Bass braucht einen sehr großen Wohnraum und kostet schlanke 100.000 €.

Generell sind mir die neuen Produkte von A.A. einfach zu abgehoben und viel zu teuer geworden. Man könnte auch sagen, überteuert. Muss nicht sein. Kann bei mir auch nicht sein. Habe mir daher die neue Lautsprecherlinie nie angehört.

Vor vielen Jahren hatte ich eine auditive Begegnung mit der Acapella Violon gehabt. Interessant ist der Plasma- Hochtöner als Kugelwellenhorn. Klingt meiner schwachen Erinnerung nach milder und weniger dynamisch als A.A. Aber angenehmer, vielleicht damit langzeittauglicher.

Auf der High End in München fand ich die Cessaro Kugelwellenhörner sehr interessant, aber auch sehr speziell. Gnadenlos deutlich, was Aufnahmen betrifft. Decken jedes winzige Fitzelchen auf dem Tonträger auf. Recht helle Klangsabstimmung, aber trotzdem irgendwie richtig gut. Mit zunehmender Entfernung zu den Lautsprechern wird der Hochtonbereich milder. Aber das war nur ein Eindruck unter den sehr ungünstigen akustischen Bedingungen, wie sie eine Messe hat.

Interessieren würde mich unter den ganz teuren Hornlautsprechern die Martion Orgon. Die möchte ich mal ausführlich hören. Irgendwann ist sicher Gelegenheit dafür.

Ansonsten gibt es eine Menge anderer und vor allem bezahlbarer Möglichkeiten. Hornlautsprecher, die nicht wie A.A. preislich so abgehoben sind. Tannoy, Klipsch oder ein Backloaded Horn im Selbstbau oder als Fertiglautsprecher. Es gibt hier im DIY- Bereich in diesem Forum einige Anleitungen für Backloadedhörner, insbesondere das "Viech" oder das Jericho Horn.

Bei ausgesprochenen Neutralitätsfans und Anhänger von Studiomonitoren stehen Hörner sicher nicht allzu hoch in der Gunst. Obwohl gute Hornkonstruktionen die nachgesagten "Verfärbungen" nur in einem relativ geringen Ausmaß haben. Sofern sie überhaupt auszumachen sind.

Selbst habe ich ein Paar Klipsch Cornwall III. Hoch- Mittenhorn, 38er Bass. Neutral – das sind sie nicht! Aber in Verbindung mit meinem Unison Simply Two Röhrenverstärker mit ca. 2 x 8 Watt und alten Lorenz Röhren in der Vorstufensektion haben die Dinger einen ganz eigenen Sound, den ich persönlich als traumhaft empfinde. Damit kann man sogar richtig laut hören. Kräftiger Bass, den man kaum für möglich hält. Vor allem – es ist spielt sich alles in einem noch bezahlbaren Bereich ab!

Generell kann man unterm Strich sagen: Hörner machen aufgrund ihrer Bündelung und daraus resultierenden dynamischen Fähigkeiten einfach Spaß, erfordern wegen ihres meist hohen Wirkungsgrads nur wenig Verstärkerleistung, werden nicht von jedem gemocht, aber haben ihre Fans. Danach kann es sein, dass man den einen oder anderen "konventionellen" Lautsprecher als müde und langweilig empfindet. Klipsch, Tannoy und Co. sind preislich noch einigermaßen bodenständig. Avantgarde Acoustic hingegen ist für mich ein ernüchterndes Beispiel, wie sich eine an sich einstmals gute Manufaktur in abgehobene und in meinen Augen auch fragwürdige High- End Sphären verabschiedet hat.

Eine High End Messe, obwohl die akustischen und sonstigen Rahmenbedingungen suboptimal sind und man sich nur einen groben Eindruck verschaffen kann, kann einen zur ernüchternden Erkenntnis bringen: Was, so teuer und klanglich ist das alles?

Dann gehe ich wieder nach Hause und freue mich über den Klang oder vielmehr Sound meiner herrlich "unvollkommenen" Cornwalls.
Weil mich am Messetag selbst ungleich teurere Anlagen nicht stärker in den Bann ziehen konnten.

Gruß, Alex
jolaos
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 01. Aug 2008, 10:35
Hallo Alex,

erst einmal ganz herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Das Hören geht natürlich immer über die Theorie, da werde ich aber noch lange brauchen, um diese Erfahrung zu sammeln.
Noch mal kurz zum Unterschied der Kugelwellenhörner und des hyperbolischen Horns bei Strassacker, kann man das überhaupt klanglich vergleichen? Das hyperbolische ist wesentlich länger, ich glaube mehrere Meter. Fest steht jedenfalls, dass es mit Preisen von 2-3000 € durchaus zu bezahlen ist. Und wie fällt der Vergleich des hyperbolischen Horns mit deinen Cornwalls aus, ist das vergleichbar? Die Cornwalls haben 3 Wege, sind das alles Hornlautsprecher und nur der Bass ist konventionell? Jedenfalls sind die Hörner der Cornwalls von der Öffnung deutlich kleiner als z.B. von Avantgarde oder Acapella.
Noch etwas, ich hatte mal ein interessantes Erlebnis mit reflektierenden Klangstrahlen in den verwinkelten Gassen einer italienischen Altstadt. Es war eine bananenförmige relativ kleine Box übersät mit Lautsprechermembranen, die eine Opernsängerin klanglich real abbildete. Diese Box befand sich glaube ich auf einem über einen Meter hohen Quader, der Klang hat mich allerdings so abgelenkt, das ich das nicht mehr so genau sagen kann. Aber auch nach hundert Metern zurück in den Gassen schon längst außer Sichtweite hörte man noch immer diesen klaren Klang. Würde mich sehr interessieren, was dies für ein System war.

Wieder einmal etliche Laienfragen, einen schönen Gruß,
Niels
Boettgenstone
Inventar
#4 erstellt: 01. Aug 2008, 12:03
Hallo,
das cumulus Horn hat einen Thiel 2 Weg Koaxlautsprecher und keinen Breitbänder, der Koax hat mir im OnePoint Monitor durchaus gefallen wenn auch der Maximalpegel einer Regalbox gut begrenzt ist.

Die Grösse des Horns hängt direkt von der tiefsten Frequenz ab die es abstrahlen soll. Man kann das Horn mit jeder direkt angrenzenden Wand drastisch verkleinern, deswegen sind Basshörner auch meistens Eckhörner die wären sonst noch erheblich grösser.
Alex58
Stammgast
#5 erstellt: 01. Aug 2008, 12:49
Hi Niels!

Habe eine Seite gefunden, die einen kurzen und leicht verständlichen Einblick über Konstruktionen und Wirkungsweise von Hornlautsprechern gibt.

Das vielleicht bisher ehrgeizigste Selbstbauprojekt eines Kugelwellenhornlautsprechers mutet unglaublich an. Da kann man richtig neidisch werden. Vor einiger Zeit im Netz gefunden: Die Hyposphere.

Meine Klipsch Cornwall sind dagegen unglaublich primitiv gebaute Kisten. Die Cornwall hat jeweils ein Hoch- und Mittentonhorn und einen konventionellen 38er Bass mit Reflexöffnungen an der Vorderseite unten. Full-loaded Hörner sind bei Klipsch nur die LaScala und das Klipschorn. Klanglich agiert die Cornwall nicht so offen wie z. B. ein Kugelwellenhorn und bei mittelmäßigen Klavieraufnahmen sind bisweilen Verfärbungen hörbar. Aber sie hat ihren eigenen Charakter und harmoniert vor allem mit Röhrenverstärkern hervorragend. Sie macht wirklich Spaß, wenn das Umfeld passt.

Die Cornies waren ein alter Jugendtraum von mir. Als es sie nach 15-jähriger Abstinenz wieder auf dem Markt gab, habe ich sie mir über den Umweg zur Heresy, die mir letztlich nicht genug Volumen und Bass hatte, zugelegt.

Die Sache mit dem Bananenlautsprecher in Italien ist so eine Geschichte, die das Leben schreibt. Man hat im Vorübergehen ein kurzes Erlebnis, das einen noch lange beschäftigt. Da habe ich auch mal ein solches gehabt:
Ein Schulkamerad, mit dem ich sonst eigentlich nicht viel am Hut hatte, hat sich mit seinem damaligen beachtlichen elektrotechnischen Fachwissen selbst Lautsprecher mit Breitbandlautsprecherbestückung, wohl aus ausrangierten Musiktruhen oder dergleichen, gebastelt und sie an einem alten Röhrenverstärker betrieben. Der ihm von jemandem überlassen wurde, weil er nicht mehr funzte. Ein Fachmann hat ihm das alte Teil wieder flott gemacht. Ich weiß leider bis heute nicht, um welchen Hersteller es sich handelte. Ich weiß nur noch, dass das Gerät vorne eine geschlossene Bauform hatte und hinten sowie nach oben hin (Drahtgitter) offen war. Wegen der Wärmeentwicklung der Röhren. War aber sicher nichts wirklich Wertvolles. Ein ebenfalls gebrauchter Perpetuum Ebner Plattenspieler diente als Quelle. Jede Rockscheibe klang über diese "Anlage" so traumhaft rund, ausgewogen und druckvoll in seiner mittelgroßen Bude, dass wir uns fragten: Wie muss dann erst eine richtig "moderne" Anlage klingen? Vergleichsmöglichkeiten hatte ich in dem Alter von vielleicht 14 oder 15 Jahren noch nicht gehabt.

Eines Tages war dann seine neue Anlage da: Ein Türmchen aus Tapedeck, Verstärker, Tuner und Plattenspieler. Dazu ein paar mittelgroße Lautsprecher. Die Ernüchterung folgte postwendend: Der Klang war gegen das alte Selbstbaugeraffel einfach besch…! Kurz darauf hatte er sie wieder verscheuert. Der alte Kram blieb. So kann es manchmal gehen.

Gruß, Alex
Boettgenstone
Inventar
#6 erstellt: 01. Aug 2008, 13:10
Hallo,
eigentlich gefällt mir da Miwis Bastelei besser da wird IMHO noch ein paar Schritte weiter gegangen.
http://www.miwis-bastelbu.de/html/hifi.html

Naja Breitbänder verfärben sowieso immer wenn man damit nicht zurecht kommt sollte mans lassen.
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