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Ein Studiomonitor, was ist das eigentlich!?

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SteelRose
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 31. Jan 2003, 13:15
Hi,

in einem Thread wird hier über "Studiomonitore" diskutiert.
Ich stell mich mal so dumm, wie ich mich fühle ;-)

Kann mal jemand kurz erklären, was ein Studiomonitor ist.
Warum der anscheinend besser ist als ein Hifi-Lautsprecher.
Warum das alles aktive System sind?
Ob die aktiven Systeme da gar besser als die passiven sind?
Wie man einen aktiven Studio-Lautsprecher an einen Verstärker anschliesst (Pre-Out!?).

Irgendwie sind Studiomonitore wohl der Geheimtip.
Warum werden sie so selten getestet!?

Vielen Dank,

Marcus
Joe_Brösel
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 31. Jan 2003, 14:16
Hi,
was ich unter einem Studiomonitor verstehe:
In den Tonstudios, in denen Aufnahmen gemixt werden, braucht man möglichst neutrale Lautsprecher, damit man die erzeugte Musik neutral beurteilen kann. Früher mal hat man dafür spezielle Lautsprecher verwendet, bei denen es auf die Optik nicht angekommen ist, und die auch teilweise in die Wand eingebaut waren. Außerdem sitzt man meist relativ nah an diesen Lautsprechern, deshalb sind sie meistens kleiner, können aber trotzdem laut spielen. Einige Firmen haben sich auf den Bau von solchen Lautsprechern spezialisiert, z.B. Klein&Hummel. Der Preis spielt bei solchen Lautsprechern weniger eine Rolle als die Klang-Qualität und die Möglichkeit, nach Jahren genau den gleichen Lautsprecher mit genau dem gleichen Klang nochmal zu kaufen, was im HiFi-Bereich unmöglich ist.

Also das war meine Meinung dazu. Andere haben andere Meinungen. Die Bezeichnung Studiomonitor oder Monitor an sich sagt aber inzwischen nichts mehr aus, sie ist auch kein Qualitätsmerkmal und kein geschützter Begriff.

Studiolautsprecher werden weniger getestet, weil es werden nur die Firmen getestet, die auch Anzeigen in der jeweiligen Zeitschrift plazieren.
Aktiv, weil nur so kann man die Schwächen des Lautsprechers ausbügeln, z.B. eine Korrektur des Frequenzgangs. Aktiv auch deshalb, weil dann kann man beliebig viele Lautsprecher einsetzen, wo man mag, man braucht keine Verstärker, der LS alleine genügt. Aktiv außerdem, weil nur so kann man eine Regelung einbauen: hier wird die Bewegung der Membran gemessen und korrigiert. Es gibt auch im HiFi-Bereich aktive und geregelte LS (z.B. von Backes und Müller)
Ein aktiver LS mit geregeltem Verstärker ist von vornherein viel teuerer als ein passiver Lautsprecher, ist durch die Elektronik auch fehleranfällgier, aber nur so läßt sich eine neutrale Wiedergabe machen.

Einmal Aktiv: Immer Aktiv. Es gibt kein Zurück.
Aber: nicht alles, was sich Studiomonitor nennt, oder Montitor, taugt auch was.
Tantris
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 31. Jan 2003, 15:21
Hallo,

Daß man relativ nah an Studiomonitoren sitzt, trifft keineswegs auf alle zu - nur auf die Gattung der Nahfeldmonitore, die aber aktuell nicht unbedingt ein wichtiges Marktsegment ist. Viel weitere Verbreitung haben die Mid-Field-Monitore, wo etwa in Hifi-üblichen Hörabständen gehört wird. Darüberhinaus gibt es auch Fernfeld- und Großmonitore für sehr große Räume (Hauptregien, Vorführkinos etc.). Für den Hifiisten sind die Mid-Field-Monitore natürlich am interessantesten.

Grundsätzlich ist richtig, daß ein Studiomonitor möglichst neutral sein sollte, d.h. Klangfarben genauso wiedergibt, wie sie auf der Aufnahme sind. Darüber hinaus ist aber noch ein möglichst geringer Klirrfaktor (führt zu einem "sauberen" und "transparentem" Klangbild) und eine hohe Abbildungsqualität notwendig. Letztere wird entweder durch starke Bedämpfung des Raumes erreicht, oder durch einen Lautsprecher, der den Schall gleichmäßig bündelt.

Letzteres ist auch genau der wesentliche Unterschied zwischen normalen Hifi-LS und guten Studiomonitoren, letztere bündeln den Schall möglichst gleichmäßig. Ironischerweise ist das besonders bei der Verwendung in Wohnräumen äußerst wichtig und vorteilhaft, gerade bei mittleren und großen Hörabständen (2....5m) - Studiomonitore sind deshalb meist die besseren Hifi-Boxen.

Aktivboxen haben sich im professionellen Bereich auf breiter Front durchgesetzt, weil sie eine Reihe von Vorteilen bieten, besonders bei der Konstruktion und Abstimmung des Lautsprechers. Im Hifi-Bereich hat noch die veraltete Passivtechnik die Überhand, weil eben zu viele Leute daran Interesse haben, daß auch noch Verstärker und Lautsprecherkabel verkauft werden. Es hat keinesfalls klangliche Gründe, sondern markttechnische, daß Hifi meist noch passiv bedeutet.

Anschließen kann man einen Aktiv-LS in der Tat einfach an den Pre-Out des Verstärkers bzw. an einen Vorverstärker - fast alle Monitore sind auch für den Einsatz an Hifi-Geräten geeignet.

Studiomonitore werden in der Hifi-Presse natürlich sehr wenig "getestet" (eigentlich finden da keine Tests statt, sondern nur versteckte, als Test getarnte Werbung). Das hängt vor allem damit zusammen, daß die Hifi-Presse das Passivkonzept verteidigt, weil ja Verstärkerhersteller und Kabelhersteller auch wichtige Werbekunden sind, denen will man ja nicht einfach den Markt wegnehmen. Einige wenige Tests findest Du allerdings, z.B. ist MEG groß mit Studiomonitoren ins High-End-Geschäft eingestiegen, leider sind die LS sehr teuer im Vergleich zu ihrer Leistung. Getestet werden Monitore meist in der professionellen Audio-Presse, ich empfehle Dir exemplarisch die Tests der "Production Partner", die auch sehr gute Messungen beinhalten.
Wenn Du welche probehören willst, such einfach mal ein gutes Musikfachgeschäft auf oder einen Studio/PA-Ausstatter. Nicht alles, was sich Monitor nennt, ist gut, es gibt da auch veritable Fehlkonstruktionen, aber wenn Klein+Hummel, Genelec, MEG, Studer, Mackie oder JBL-Professional draufsteht, handelt es sich um hochwertige Monitore.

Es gibt übrigens mittlerweile wirklich sehr viele Leute, die Studiomonitore zuhause im Wohnzimmer benutzen, Qualität setzt sich eben wenigstens in Teilbereichen doch durch.

Gruß,

M.
PS: Joes Aussage zur Anfälligkeit kann ich nicht nachvollziehen. Meine ersten Aktivboxen waren Bj. 1983, und die waren nicht einmal in Reparatur. Die meisten Studiomonitore sind ja auch für den harten Dauereinsatz in Studios und Ü-Wagen gebaut und müssen z.B. beim Rundfunk auch 15-20 Jahre ohne Macken durchhalten. Ein Profi-Hersteller, der solche Qualität nicht liefern kann, verschwindet schnell wieder vom Markt...
Died
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 31. Jan 2003, 15:37
Muss mal was fragen zu Genelec. Die Modelle 1030A und 1031A dort sind doch ähnlich denen von Behringer. Haben die auf Grund des höheren Preies die bessere Technik an Bord, oder kann ich für zu Hause auch bedenkenlos die Behringer nehmen. Habe heute durch ein Telefonat noch einen Händler in meiner Nähe ausfindig gemacht, der mir beide Marken liefern kann. Die Genelec sind aber gleich ganz schön heftig im Preis.

Gruss Died
Tantris
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 31. Jan 2003, 16:03
Hallo Died,

die Behringer B2031 dürften wohl ein Nachbau der Genelec 1031 (man beachte die Nummern) sein, Behringer macht so etwas leider öfter.

Ich konnte beide mal direkt vergleichen und muß sagen, die Genelecs sind in Detailfragen schon besser, klingen etwas "sauberer", gehen etwas lauter und bilden aufgrund der superben Kalibrierung auch etwas besser ab - bei den Behringer gibt es wohl auch einige kleine Problemchen wie einen hörbaren Ausschaltplopp und eine zu unempfindliche Stand-By-Schwelle. Für den Heimanwender dürften das aber eher marginale Differenzen sein, die den 4fachen Preis bei der Genelec in keinster Weise rechtfertigen.

Grundsätzlich dürfte die Behringer wohl in punkto Preis/Leistungsverhältnis im Lautsprecherbereich unschlagbar sein.

Gruß,

M.
SteelRose
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 31. Jan 2003, 16:18
Hi nochmal,

Danke für die Antworten. Hab auch noch nen Link zu dem Thema gefunden:
http://www.netzmarkt.de/thomann/mspecial22-1.html

Ciao,

SR
Joe_Brösel
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 31. Jan 2003, 16:42
Hi,
meine Bemerkung zur Fehleranfälligkeit möchte ich ändern:

alt:
... ist durch die Elektronik auch fehleranfälliger,...

neu:
... ist durch die Elektronik auch fehleranfälliger (meine Erfahrung mit B&M),...

Das unterscheidet eben auch einen Studiomonitor, der 20 Jahre problemlos läuft, von den Hifi-Produkten (B&M).
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