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Halten das meine Hochtöner aus ? Clipping?

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Boxtrot
Stammgast
#1 erstellt: 24. Jan 2004, 00:59
Hallo

Habe mir einen neuen Verstaerker gekauft, der klanglich mit meinen Boxen einfach phantastisch klingt, aber ich habe Zweifel wie lange das gut geht. Vieleicht ist meine Sorge auch unbegruendet. Entschuldigt bitte mein technisches Unverstaendniss.

Mir ist die Sache mit dem Klirr und der Zusammenhang zum Clipping noch nicht sehr klar:


Meine Anlage:
- B&W CDM1 (Bj. 96 Kompaktboxen, 88db , 30-120W)
- Unison Research Unico Vollverstärker 80W RMS , Röhrenhybrid (Laut STEREOPLAY 10/03 Sinusleistung 1kHz 8Ohm = 97W)

(Die Testberichte/Messergebnisse sind in der AUDIO 9/03 und der STEREOPLAY 10/03 erschienen)


Ich zitiere folgendes, was ich ehrlich gesagt kaum verstehe

„Sehr ausgewogen und breitbandig“

„Etwas höherer, jedoch frequenzneutraler Klirr mit günstiger Verteilung“

„Hohes und laststabiles Leistungsniveau bis 157W/3Ohm, sehr linearer Dämpfungsfaktor“

„Pegeländerung an 2 Ohm durch niedrigen Dämpfungsfaktor“

„Störabstand 88db“

„relativ hoher Klirr, der aber -röhrentypisch- bei recht gleichmäßiger Verteilung bei Leistungszunahme stetig ansteigt.“



Könnt ihr mir dies mit einfacheren Worten erklären?


Besteht ein Zusammenhang zwischen hohem Klirr und dem sogenannten Clipping ?


Ich meine, obwohl in diesem Fall (Stereoplays Klirranalyse) die Klirramplitude zwar nicht rapide aber doch gleichmäßig und kontinuierlich ansteigt.

Also kein Clipping im eigentlichen Sinne

Sie erreicht kontinuierlich ansteigend, Werte wie z.B. bei anderen Geräten die Klippen, so um -40db !



Ist das Lauthören auch bei diesem Verstärker eine Gefahr für meine Hochtöner ?



Ab welchen db Werten der Stereoplay Klirramplitude besteht eine Gefahr für die Hochtöner ?



Wann treffen z.B 8Ohm oder 2Ohm zu? Besteht ein Zusammenhang mit der Lautstärke?



Ich hoffe das ich nicht allzu sehr durcheinandergebracht habe und freue mich auch Eure Erklärungen.

Beste Grüße

Boxtrot
BugFixX
Stammgast
#2 erstellt: 24. Jan 2004, 01:56
Hi Boxtrot,

der Klirrfaktor bezeichnet die Harmonischen (auch Vielfache genannt) Verzerrungen nach einer Norm (die mir jetzt entfallen ist...). Das Clipping ist eine Überlasterscheinung der Endstufe, bei der der "normale" Sinus in einen Rechteck wechselt und somit die Boxen einen "quasi Gleichstrom" ausliefert. Einen reinen Gleichstrom an einem Lautsprecherchassis würde nach einer bestimmten Zeit ein Durchbrennen der Schwingspule verursachen. Also ist ein Rechteck ein sehr gefährliches Signal an einer Lautsprecherbox. Allerdings nur für ein Tieftonchassis (im Normalfall) ein Gleichstrom gefährlich. Bei einem Tieftöner (Bass) wird ein Tiefpass verwendet, bei dem eine Spule "in Reihe" (vorgeschaltet) ist. Eine Spule sperrt den Gleichstrom nicht. Der Hochtöner ist über einen Hochpass angeschlossen. Hier ist ein Kondensator "in Reihe" geschaltet. Ein Kondensator sperrt Gleichstrom. Daher ist eine direkte Verbindung zwischen Klirrfaktor und Clipping nicht machbar (Da der Klirrfaktor meißt nur im Hochtonbereich zu erkennen ist). Sollte ich mich täuschen, korregiert mich!!
cr
Moderator
#3 erstellt: 24. Jan 2004, 02:18
Ein Rechteck-Signal ist KEIN Gleichstrom (es wechselt ebenfalls ständig die Richtung, somit sinds zwar ganz kurze Gleichstromstücke, aber dennoch kein Gleichstrom ), sondern eine Summe aus Sinussen: Grundton, 1., 2., 3., etc. Oberwelle in abnehmender Stärke (Fourier-Analyse).
Durch diese noch kräftigen Sinusse im Hochtonbereich kann eben der HT überlastet werden.
Mit Gleichstrom (wie ihn eine Batterie zB liefert) kannst du nur den Tieftöner zerstören, nicht aber die HT, weil diese eben durch den ihnen vorgeschalteten Kondensator der Frequenzweiche vor Gleichstrom geschützt sind (der Kondensator blockiert ihn).


[Beitrag von cr am 24. Jan 2004, 02:21 bearbeitet]
BugFixX
Stammgast
#4 erstellt: 24. Jan 2004, 02:23
Na cr,

ich kann dir nicht ganz Zustimmen. Beim Clipping sind es keine Harmonischen (egal welcher Ordung) mehr. Der Rechteck entsteht durch erreichen der Betriebsspannung und somit sind alle weiteren Resonazen nichtig. Wenn das Maximum der Bertiebsspannung erreicht ist, schwingt nichts mehr höher.
cr
Moderator
#5 erstellt: 24. Jan 2004, 02:31
Trotzdem wird ständig die Polarität gewechselt, du hast nicht zb +30V auf Dauer, sondern ständig +30/-30V, also ist es kein Gleichstrom (schau dirs am Oszi an).
Und ein polaritätswechselndes Rechteck ist nach Fourier genau das, was ich oben gesagt habe: Eine unendliche Summe von Sinussen mit Koeffizienten, die mit zunehmnder Frequenz abnehmen. Der tiefste Sinus ist die Grundfrequenz der Rechteckformation.
Wenn dus nicht glaubst, mußt du dich eben mit der Fourier-Analyse beschäftigen. Da diese einen großen Teil meiner Diplomarbeit ausmachte, weiß ich schon, wovon ich rede.


[Beitrag von cr am 24. Jan 2004, 02:39 bearbeitet]
Boxtrot
Stammgast
#6 erstellt: 24. Jan 2004, 10:10
Hallo

Danke Euch, dass ihr das Clipping erklaert habt

Koennt ihr mir das aber bitte mit einfachen Worten in Bezug auf meine Kombination Roehrenhybrid +B&W Kompaktboxen darlegen.

Besteht eine Gefahr auch mit diesem Verstaerker fuer meine Hochtoener?

Etwas lauter klingt die Kombination hervorragend!

Tut mir leid, dass ich wieder auf meine Anfangsfrage zurrueckkommen muss. Leider kann ich immer noch keine praktischen Schluesse fuer meinen konkreten Fall ziehen

Beste Gruesse

Boxtrot
Boxtrot
Stammgast
#7 erstellt: 24. Jan 2004, 12:34
@ Besteht

Besteht auch bei meinem neuen Hybridverstaerker (siehe Angaben) die Gefaehr des Clippings?

Ist diese evtl. sogar hoeher?

Muss ich vorsichtiger sein?



Beste Gruesse

Boxtrot

P.S.

Hoere jetzt nur noch leise, da ich Angst vor dem Aufdrehen habe Zweifel???
cr
Moderator
#8 erstellt: 24. Jan 2004, 12:48
Wenn die Röhre in der Spannung begrenzt wird (dh die Signalspannung in den Spitzen darüberliegt), entstehen genauso Rechtecke, die auch vom Ausgangsübertrager (mglw. etwas verfälscht ) an den LS gehen. Da bei Röhren der Klirrfaktor aber weniger abrupt in die Höhe schnellt (er ist schon vorher höher), sind die Rechtecke mglw. etwas sanfter, dh. der Höhenanteil ist etwas geringer;
Boxtrot
Stammgast
#9 erstellt: 24. Jan 2004, 15:53
Hi cr

Danke, jetzt ist es schon etwas klarer.

Sehe schon das man keine genau Aussage zu dem Geraet ohne Messungen machen kann.

Besteht auch ein zusammenhang zwichen dem Uebersteuern(Clipping) und dem Netzteil?

Im VS ist ein riesiges Netzteil (Spule) eingebaut.
Die Stromaufnahme des VS (80W RMS) ist mit 340W angegeben.

Eine Messung mit einem Conrad Stromzaehler hat ergeben das der tatsaechliche Verbrauch zwischen 35 und 40 Watt liegt.

Der Ruhestromverbrauch des VS (Class A) liegt bei etwa 30W.

Beste Gruesse

Boxtrot


[Beitrag von Boxtrot am 24. Jan 2004, 16:20 bearbeitet]
Zweck0r
Moderator
#10 erstellt: 24. Jan 2004, 19:21
Hi,

der etwas höhere Klirr einer Röhrenvorstufe ist harmlos für Hochtöner, weil er 1. wohl kaum über ein paar Prozent hinausgeht und 2. hauptsächlich aus k2 und k3 besteht, d.h. der doppelten und dreifachen Grundfrequenz.

Clipping entsteht, wenn man eine Endstufe so weit aufdreht, dass sie Spitzenspannungen oberhalb ihrer Betriebsspannung abgeben müsste. Da das logischerweise nicht geht, werden die Spitzen gekappt. Bei dieser harten Begrenzung entsteht sehr viel Klirr höherer Ordnung, d.h. selbst ein geclippter 500-Hz-Sinus "erreicht" mit seinem Obertonspektrum schon den Hochtöner.

Da dein Verstärker eine Transistorendstufe hat, kann er genauso clippen wie ein reiner Transistorverstärker. Das Risiko ist aber bei "Hifi-Hören" nicht groß, weil 1. besonders bei Klassik Clipping sofort unangenehm auffällt, noch ehe es hochtönerschädliche Dimensionen erreicht und 2. 2 x 80 W RMS eine ganze Menge sind.

Der größte Hochtönerfeind ist Partylaune, weil man da mit anderem beschäftigt ist als der Musik und dabei auch nicht auf miesen Klang achtet.

Grüße,

Zweck
Boxtrot
Stammgast
#11 erstellt: 24. Jan 2004, 21:25
Hi Zweck

Danke, dass ist eine klare Erklaerung!

Also kann ich ruhig z.B. bei Jazz auf Livelautstaerke aufdrehen.

Ich sitze eh nur so 1,5 m vor den Boxen.

Ausserdem duerften ja noch genug Leistungreseven im Amp sein wenn er nur eine Stromaufnahme von 40 W von maximal 340 hat.

In der Enstufe sind keine normalen Transitoren drinn, sondern Mosfet's

Beste Gruesse


Boxtrot
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